tom77, Hi aus München

  • Mich triggert es richtig hart, wenn ich mich mit Leuten von ‚früher‘ treffe.

    Warum triffst du dich mit ihnen ? Das ist gefährliche Konfrontation mit dem Alkohol. Willst du dir beweisen, dass du stark genug bist? Das Suchthirn lauert nur darauf, dich in einem schwachen Moment abzuholen.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Willkommen Tom,

    an einer Stelle erkenne ich mich in deiner Schilderung sehr wieder. Funktionieren bis die Spannung nicht mehr auszuhalten ist und dann zum Spannungsabbau totaler Exzess.

    Wichtig bei mir ist, die Spannung abzubauen, bevor sie so groß wird. Dafür musste ich erst mal die richtigen Mittel finden.
    Bei mir funktioniert Yoga oder Joggen ganz gut. Am Anfang musste ich dabei weinen, weil ich zu sehr mit mir selbst konfrontiert wurde. Dann wurde es aber ein Ritual.
    Du schriebst von Fitness Studio- vielleicht funktioniert bei dir auch irgendein Sport- aber vielleicht was wo du nicht ins Fitnessstudio musst, sondern direkt loslegen kannst, wenn der Druck kommt.

    Ich denke an einen Box Sack oder ein Rudergerät? Musst du wissen.

    Du hast in der Hand ob du dem Druck eine Chance gibst. Aber nicht erst wenn er da ist sondern insgesamt.
    Hier findest du viele Tips. Lies dich erst mal ein.

  • Hi AnnaBlume 🙂

    ich mag mir eine Akupressurmatte holen. Abends streche ich mich gerne ausgiebig durch, dabei schön tief in den Bauch atmen. Nebenbei höre ich podcasts.

    Begehbare Affen mit Oliver Ruppel kann ich empfehlen.

    Hast aber recht. Ich bin nicht wirklich ausgelastet.

    Wichtig ist für mich, dass ich alles spielerisch angehe. Kalorien tracken, ein Schrank voll Nahrungsergänzungsmittel etc. hab ich schon alles durch🤪

    Man darf sich kein Stress machen. Tempo rausnehmen und achtsam leben.

    Die Idee mit dem Boxsack ist echt gut. Das kommt auf meine Liste.

    Schönen Abend für Dich🙂

  • Hi,

    ich hab mir hier gerade den thread von Lene durchgelesen.
    Ist ja mittlerweile geschlossen. Ist auch besser so, denke ich.
    Die Frau war 3 Jahre trocken gewesen, muss man ihr hier so penetrant oberlehrerhaft den Kopf waschen?

    Ich weiß gut wie gefährlich das drecks Gift ist.

    Das rechtfertigt es aber trotzdem nicht.

    Vielleicht macht ihr euch ja mal Gedanken, wie ihr sowas in Zukunft handeln wollt.

    Ich muss mich hier leider verabschieden.

    Adios Kollegen.

  • Hi Tom,

    Ich habe gerade nachgelesen wen du genau gemeint hast. Ich war auch erstaunt wie schnell der Faden geschlossen wurde, aber es ist nun mal eine harte Grundregel hier, dass sich ‚bekennende Alkoholiker‘ austauschen. Und zwar genau in diesem Wortlaut. Ich war bei der Festlegung dieser Regeln noch lange nicht dabei und sicher kann man grundlegend darüber diskutieren, wie man sich selbst als Mensch der süchtig nach Alkohol ist nun vor anderen bezeichnen will.
    Aber ich glaube es macht was ganz grundsätzlich mit einem wenn man hier das erste mal schreibt ‚ich bin Alkoholiker‘.
    Und da man sich hier für das Forum auf diesen Begriff geeinigt hat, ist es ein Zeichen von Einsicht wenn man sich durchringt das Kind beim Namen zu nennen. Auch wenn es stigmatisiert ist, oder gerade deshalb.
    Wenn hier einige sagen ‚ich bin Alkoholiker‘ und andere sagen ‚nein ich nicht, ich bevorzuge alkoholabhängig‘ kann es suggerieren dass da jemand sagen will ‚meine sucht ist anders als deine‘. Vielleicht weniger stigmatisiert? Weniger heftig? Weniger assig- mehr Chichi?

    Ist sie aber nicht. Ob wir hier aus teuren Gläsern am Vormittag auf dem Golfplatz Champagner getrunken haben oder uns vorm Aldi direkt aus der pulle den Wodka genehmigt haben ist völlig egal.

    Wir sind Alkoholiker und Punkt. Du genau wie ich.

    Mein erster Impuls war auch ein ‚hey was macht ihr da‘, aber dann hab ich es verstanden.

  • Die Frau war 3 Jahre trocken gewesen, muss man ihr hier so penetrant oberlehrerhaft den Kopf waschen?

    Wieder am Saufen und schnell einen Kommentar abgegeben, um abzulenken? Oder wie soll ich das verstehen? Hatten wir schon öfter, was ich einen "nassen Abgang" nenne.

    Wenn es dir hier nicht gefällt, ist das in Ordnung, aber du kommst her, willst Hilfe, bekommst sie sogar, weil andere ihre Freizeit opfern, um sich mit deinem Problem zu beschäftigen, und dann stellst du Erwartungen an etwas, das du noch gar nicht beurteilen kannst, und beschwerst dich über Dinge, die dich gar nicht betreffen?

    Echt jetzt? Dann mach’s mal gut.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hi Hartmut

    Ne, ich bin noch sauber. War heute aber richtig schwer für mich.

    Alkoholismus ist nicht aus Jux als chronische Krankheit anerkannt.

    Einem Kranken, der 3 Jahre gegen seine Krankheit angekämpft hat, und nach einem Rückfall hier im Forum Hilfe sucht, so an den Kopf zu fahren, passt einfach nicht in mein Weltbild.

    Da bin ich anders erzogen worden.

  • Ich hab es ehrlich gesagt auch nicht verstanden. Der Begriff "Alkoholiker" ist nichts weiter als ein umgangssprachliches Wort.

    Lene hat in ihrem Thread 2 x geschrieben, dass sie alkoholkrank ist, was wiederum ein medizinischer Begriff für Suchtkranke ist.

  • Herr XY hat sich durch chronischen Alkoholabusus eine Alkoholabhängigkeit erworben. So oder so ähnlich kannst du es in medizinischen Berichten lesen.
    "Ich bin Alkoholiker..." sagt faktisch das gleiche aus, nur psychisch ist es viel näher an mir dran, da bleibt kein Raum, um mich zu distanzieren. Ich muss mich damit auseinandersetzen, denn ich bin der Alkoholiker und kann mich nicht hinter abstrakteren Begriffen verstecken.
    Wenn jemand sagt, ich "mag" das Wort Alkoholiker nicht, stellt sich mir die Frage "Warum?". Will ich mich anders sehen, vlt. nicht ganz so schlimm, wie die anderen hier?
    In einem Kreis von Gleichgesinnten, wie hier in diesem Forum, haben die Betroffenen eins gemeinsam, sie sind Alkoholiker, wie auch der Name dieses Forums sagt.
    Diese Ensicht und dass ich mich dazu bekenne, ist der erste wichtige Schritt hin zur Akzeptanz und wenn nicht hier wo denn dann.

    Und es wird von niemanden verlangt, das er sich den Satz aufs Stirnband schreibt und Draussen so rumläuft. Das muss jeder für sich selbst entscheiden.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Ich äußere mich nicht über andere User, wenn sie nicht anwesend sind, und verteidige niemanden blind, wenn ich nicht weiß, was dahintersteckt. Sucht ist ein komplexes Thema, das ich sehr ernst nehme.

    Wie du erzogen wurdest, weiß ich nicht, aber das ist hier nicht der richtige Rahmen für solche Diskussionen. Fakt ist: Sucht trifft ja auch jeden unabhängig von Erziehung oder Umfeld.

    Wer wirklich etwas verändern will, lässt sich vom Begriff "'Alkoholiker" nicht abschrecken, sondern erkennt darin die Krankheit und nimmt auch die Hilfe an, die ihm gegeben wird. Sonst brauche ich mich nicht irgendwo anzumelden und gleich am Anfang die Regularien in Frage zu stellen.

    Gilt auch für Rückfällige. Es gibt immer Gründe, warum ein Rückfall passiert, und dann ist der Begriff "Alkoholiker" der Grund, gleich wieder abzuhauen? Eitelkeiten? Wo bleibt da die Ernsthaftigkeit oder die Identifikation mit der Krankheit?

    Das hier ist keine gemütliche Social-Media-Ecke. Zudem schicken wir keinen weg, sondern lassen immer die Tür offen, sodass sich der User jederzeit wieder melden kann.

    Jetzt aber zu dir, denn das Thema wird nicht weiter diskutiert, schließlich bist du nicht deswegen hier, oder?

    Warum war es heute für dich so schwer?

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Hm, Orte wo sich viele Menschen tummeln brauchen Regeln. Es ist auch erstmal egal, ob jeder die Regel versteht. Im Prinzip könnte man sich auch bei der anderen Seite Fragen, warum die Person da so Stur ist. Die Wortklauberei findet ja auch auf der anderen Seite statt, aber mit dem Unterschied, die Person kommt irgendwo hin und möchte was. Warum nicht einfach an die Regeln halten und das Forum für sich nutzen?

    Ich glaube es wurde die Option gegeben zurückzukommen.

    „Die Guten sind die gleichen Leute wie die Bösen. Es sind alles nur Menschen, die vor sich hinleben.“

  • Das kannst du doch überhaupt nicht wissen, was für ein Art von Trinkerin sie war oder "ist". Das sind doch nur Vermutungen. Ich hatte auch Schwierigkeiten das Wort "ich bin Alkoholiker" auszusprechen und wurde in der Therapie auch nicht dazu gezwungen oder gar ausgeschlossen, weil ich es nicht gesagt habe.

    Und spätestens dann, wenn man eine langwöchige Entwöhnungsbehandlung durchgemacht hat, dann weiss man, dass man kein "besserer oder aus "Sektgläser trinkender Mensch" ist als andere, nur weil man das besagte Wort nicht sagt.

    Im übrigen sind Frauen vielleicht etwas verletzlicher als Männer. Ich bezeichne mich zum Beispiel auch als Trinkerin und nicht als Säuferin. Und fühle mich auf keinen Fall als etwas besseres als die anderen hier im Forum.

  • Um es klarzustellen: Es ist nun mal so, dass sich die betreffende Person als Alkoholiker identifizieren muss.

    Sollte dies hier nicht der Fall sein, stehen ihm alternative Anlaufstellen zur Verfügung, um Unterstützung zu erhalten.

    Unsere Expertise in diesem Bereich erstreckt sich nun über fast zwei Jahrzehnte, und wir verfügen über fundierte Gründe für unser Handeln.

    Weitere Diskussionen zu diesem Thema sind nicht erwünscht.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Dieses Forum hat nunmal einen ganz bestimmten Namen und der ist Programm.

    Mit unserer Krankheit umzugehen heißt auch, rückhaltlos zu ihr zu stehen. Diese Offenheit pflege ich gegenüber den Personen, die es etwas angeht.

    Und es wird von niemanden verlangt, das er sich den Satz aufs Stirnband schreibt und Draussen so rumläuft

    Genau so ist es.

    Dritten gegenüber, die es nichts angeht, bezeichne ich mich nicht so. Warum auch?

    Wann habe ich den Ausdruck zuletzt gebraucht? Vor ein paar Wochen gegenüber einem Arzt. Denn den ging es etwas an.

  • Dir darf aber auch nicht auf den Schlips treten lieber Hartmut.

    Keine Sorge, das ist immer wieder eine wiederkehrende Diskussion hier und lenkt nur von dem Hauptgrund des Austausches hier ab

    . Deswegen kommen mal zwischendurch Ansagen um wieder zum Sinn hier zurückzukommen.

    Ist ja nicht das erste Mal.

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Bei mir hat genau das „Ich bin Alkoholiker“ hier nieder zu schreiben, etwas bewirkt.

    Ich habe es genau gewusst und es hier beim Namen genannt. Kein rum eiern und kein Schönreden. Dazu zu stehen, Alkoholiker zu sein, hat einfach die Wahrheit auf den Punkt gebracht. Dadurch war es mir überhaupt möglich, nicht mehr gegen den Alk anzukämpfen und nüchtern zu werden.

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    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Bei mir hat genau das „Ich bin Alkoholiker“ hier nieder zu schreiben, etwas bewirkt

    Bei mir auch. Denn ich habe es hier das erste mal ausgesprochen. ‚Draußen‘ verwende ich auch oft andere Worte, aber hier war es ein großer Schritt.

    Ich wollte übrigens niemandem unterstellen sich ‚besser‘ zu fühlen. Ich sehe dieses ‚alkoholiker‘ Etikett hier wie eine Art ‚Einheitslook‘ der alle gleich aussehen lässt. Ob wir privat Hüte mit Federn tragen ist völlig Wurscht.

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