Beiträge von Hartmut

    Zitat

    ich habe Gott sei Dank keine Entzugssymptome. Bin gerade am ausschleichen mit Bier. 7 Tage Entgiftung habe ich schon einmal geschafft.

    Erstmal ist das Ausschleichen mit Bier keine Entgiftung, denn du trinkst ja noch. Entgiftung bedeutet, zum Arzt zu gehen um herauszufinden, wie die Entgiftung bei dir aussehen soll und welche Unterstützung dafür nötig ist.

    Das kann medikamentös, ambulant oder auch stationär erfolgen. Ohne Bier.

    Du darfst dich wirklich ein wenig freuen.

    Du hast etwas erreicht, was sich viele nicht mehr zutrauen: dich deiner Sucht zu stellen. Du hast dich angemeldet und den Mut bewiesen, dich uns anzuvertrauen.

    Ich kann noch nachvollziehen, wie sich das anfühlt, besonders, wenn man auf Menschen trifft, die sehr direkt sind. All das auszuhalten und trotzdem weiterzumachen, ist alles andere als selbstverständlich.

    Allein dafür verdienst du großen Respekt. Bleib dran – dann bist auf einem guten Weg, und bald wird auch das erste Jahr geschafft sein.

    Hier erstmal Gratulation zum ersten halben Jahr!

    verstehe hier den Einwand absolut nicht....

    Ich verstehe den Einwand, deswegen mal die Frage von mir: Was machst du anders als bei den Trinkpausen oder Abstinenzversuchen? Wo liegen deine Handlungen, dein Tun, was setzt du anders um? Vielleicht klärt das mal zur Aufklärung bei.

    Geschichten von sich erzählen, was war, wo und welche Sachen in den nassen Zeiten passiert ist, ist ja nur eine "Bestandsaufnahme", ein Rückblick. Aber wichtiger ist doch, was mache ich daraus. Nur mal als Gedankenanstoß.

    da wurde ich komplett mißverstanden,

    Und das ist gut so, denn so entsteht dann ein Austausch, der auf den Punkt geführt wird.;)

    Dort wird auch nicht getrunken so wie bei kath. Gottesdienst...

    Ich wurde zwar katholisch getauft, aber heute habe ich mit dem Ganzen nicht mehr viel am Hut. Ich erinnere mich noch: Der Pfarrer trank den Wein, und ich bekam eine Hostie – das war's.

    Früher, als ich noch gesoffen hatte, war mein Blick auf die Welt ganz anders. Und selbst nachdem ich aufgehört hatte, fiel mir erstmal richtig auf, wie allgegenwärtig Alkohol eigentlich ist. Die Vorstellung, mir ein alkoholfreies Umfeld zu schaffen, schien mir damals fast utopisch.

    Heute sehe ich das anders. Alkohol ist für mich kein selbstverständlicher Bestandteil meines Alltags mehr, so wie es früher mein benebeltes Gehirn ausstrahlte. Viele der Argumente von damals waren für mich nur gut getarnte nasse Ausreden, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass es auch anders funktionieren könnte.

    .große Herausforderung wird Mitte Oktober ein "Tambun" in Nordthailand - obwohl religiös inspiriert saufen da hunderte Menschen um mich herum im 3 Tages Turnus....wobei, obwohl Alkoholiker, mich offensichtlich angetrunkene ziemlich nerven... 8o auch da schlummert schon ein Plan in mir wie ich das ohne Gesichtsverlust zum Großteil meiden kann...

    Aus Angst vor Gesichtsverlust mitmachen? Ich verstehe. In nassen Kreisen gilt: Wer mitsäuft, gehört dazu. Wer aufhört, steht außen vor. Eine Alternative wäre, das Umfeld zu wechseln raus aus dem feuchtfröhlichen Kreis, rein in ein trockenes Umfeld. Dort interessiert es niemanden, ob oder warum du nichts trinkst.

    Natürlich kämpfte ich auch manchmal innerlich. Es zieht einen hin. Aber das ist bloß eine alte, nasse Gewohnheit, die durch das frühere Mitsaufen schön auszusehen schien. Das Einzige, was ich eigentlich damit verband, kam mir erst in meiner trockenen Zeit: das Saufen, um zu zeigen, was für ein harter gesellschaftlicher Hund ich doch bin.

    Heute ist es mir egal, ob mir ein Fest, eine Feier oder irgendeine Situation zusagt – sobald dort Alkohol im Spiel ist, halte ich mich fern. Ich hatte schließlich meinen Grund, mit dem Saufen aufzuhören, und der war einfach: Überleben. Mein Leben war mir schlichtweg wichtiger als der Beifall von Menschen, denen mein Wohl nichts bedeutet.

    Wenn mich andere Alkoholiker nerven, hat das nichts mit ihnen zu tun – das ist mein Spiegelbild. Ich urteile insgeheim über mich selbst. Die Ablehnung gilt nicht ihnen, sondern dem Teil in mir, den ich nicht sehen will. Selbsttäuschung statt Selbstannahme.

    Mein Tipp: Schaffe dir ein trockenes Umfeld, wenn du es dir wert bist.

    Oder bleib in dem nassen. Dann kannst du sicher sein, dass du irgendwann wieder mitsäufst – entweder aus der Sucht heraus oder weil es in einer nassen Welt ohne Alkohol gar nicht gefällt.

    ..eigentlich kann ich mich an fast jeden Moment erinnern, wo meine Abstinenz "fiel" und ich mich nachher so geärgert hatte, den bis zu dem Zeitpunkt nie auch nur einmal ein Verlangen

    Ich kann nichts ausschließen selbst nach 18 Jahren nicht. Aber ich kann mit etwas abschließen: Die Geschichten aus meiner „nassen Zeit“ bekommen heute keinen Platz mehr. Nicht hier, nicht jetzt.

    Ja, es gab auch damals Momente, die schön waren trotz der Suchtdynamik, trotz allem. Aber ich weiß heute, wohin mich diese Erinnerungen führen, wenn ich mich gedanklich zu sehr in ihnen verliere.

    Und deshalb füttere ich mein Gehirn lieber mit dem, was mich stärkt, anstatt mit dem, was mich Stück für Stück in die Abhängigkeit gezogen hat. Da die Sucht Teile des Gehirns übernommen hat und ich nicht immer realistisch darauf zugreifen kann, muss ich pragmatisch für meinen eigenen Schutz sorgen.

    Daher habe ich mir ein alkoholfreies Umfeld geschaffen – zu Hause, außerhalb und in mir selbst. Ich kann bewusst entscheiden, worauf ich meine Aufmerksamkeit richte. Allerdings ist es nicht immer realistisch, eine Entscheidung zu treffen, wenn die Sucht in bestimmten "nassen" Situationen das Denken übernimmt oder das "nasse Denken" sich an Emotionen anknüpft.

    Kernprinzipien der Selbsthilfe bei Alkoholismus:

    Erfahrungsaustausch: Betroffene teilen ihre persönlichen Erlebnisse und Strategien
    Selbstbestimmung: Jeder Teilnehmer bestimmt sein Tempo selbst

    Hartmut, bitte entschuldige meine Einmischung, aber ich finde Deine Kommentare manchmal schon etwas, wie soll ich sagen, in Stein gemeißelt.

    Das stimmt, aber ich bin seit 18 Jahren unfallfrei trocken, während sich viele hier hinter irgendwelchen Richtlinien verstecken und genau daran scheitern.

    Mit deinem zitierten Text ist nicht gemeint, dass Menschen, die halbherzig trocken werden wollen, sich mit Stammtischparolen durchmogeln dürfen. Wer hier ernsthaft mitdiskutieren möchte, muss damit umgehen können, dass es Gegenstimmen gibt – insbesondere von Betroffenen, die genau wissen, wie sich „nasses Geschwätz “ anhört.

    Dass Co-Abhängige dies nicht nachvollziehen können, erkenne ich daran, wie Jahre vergehen und sie weiterhin daran glauben, dass ihr Alkoholiker mit dem Trinken aufhört. Und das ist nicht einmal Kritik, das ist einfach so.

    Die Rückfallquote liegt bei rund 95 %. Viele kehren nach einem Rückfall direkt wieder an den Stammtisch zurück – oder schaffen es nicht mehr, weil der Alkohol sie vollständig einholt. Am Ende ist es nicht der Mensch, der das Tempo bestimmt – sondern die Sucht.

    Craving, Rückfallrisiko, Selbsttäuschung – all das gibt den Takt vor. Wer sich darüber hinwegtäuscht, spielt mit dem eigenen Leben.

    Aber gut, dass du das angesprochen hast. Das muss überarbeitet werden.

    Ich hoffe, jetzt nicht wieder irgendwas, fälschlicherweise niedergeschrieben zu haben.

    Nee, hast und hattest du nicht – denn du schreibst hier für dich selbst an Uns . Sonst würdest du’s gar nicht tun. Was zurückkommt, musst du nicht übernehmen – du bist ja schon du.;)

    "Wir" gleichen unsere Gedanken und Erfahrungen hier nur ab. Der eine macht das sanft und einfühlsam, so wie ich. Der andere haut halt direkt raus, so wie die meisten hier – ehrlich, kantig, aber echt. :whistling: Und mal ehrlich: Wer beim Trockenwerden den Humor verliert erzeugt nur zusätzlichen Druck.

    Abstinenz Ampel- Beim roten Licht innehalten – selbstverständlich. Bei Gelb Vorsicht walten lassen – natürlich. Doch was viele vergessen: Die grüne Phase an der Abstinenz-Ampel. Sie ist die entspannteste von allen.:whistling:

    Ob du das schaffst, weiß ich nicht, denn du fährst ja allein das Auto.

    kein weiteres Statement dazu mehr von mir....

    Hast ja keines abgegeben. Warum so angespannt? Suchst du keinen Austausch, oder was soll das bedeuten? Du hast dich doch angemeldet, um Hilfe zu bekommen, oder weißt du bereits alles?

    Die Unterstützung des sozialen Umfelds ist ein stabilisierender Faktor für die Abstinenz. Es ist wichtig, sich in einem Umfeld zu bewegen, das den Vorsatz für ein trockenes Leben schätzt. Familien und Kollegen spielen dabei eine große Rolle. ".

    Stabilisierender Faktor ist, dass dein Umfeld respektiert, dass du abstinent leben möchtest. Das bedeutet, dass in deiner Gegenwart nicht getrunken wird, alkoholfreie Aktivitäten mit dir unternommen werden und die alkoholfreie Wohnung akzeptiert wird. Und vieles mehr.

    Alles, was in diese Richtung geht, ist damit gemeint. Um das mal auf den Punkt zu bringen.

    123 Liest sich nett, aber es ist nichts anderes als ein Co-Verhalten, das von der nassen in die trockene Zeit übertragen wurde. Wenn ich als Alkoholiker das abverlange, ist es Unterstützung, ansonsten ist es eine Wunschvorstellung, es dem Alkoholiker recht zu machen.

    Deswegen haben wir hier auch zwei Bereiche: den CO-Bereich und den Alkoholiker-Bereich.

    Zu Unterstützung gehört für mich auch, wie im Fall von Rene72 , mit meinem Partner Lösungen zu finden, wie ein gemeinsamer Urlaub ohne ein bewusstes Risiko aussehen kann.

    Das ist zum Beispiel für mich keine Unterstützung, sondern ein Eingreifen, insbesondere wenn der Co-Abhängige oder ein unterstützender Partner die Situation möglicherweise falsch einschätzt. René wählt einen riskanten Weg – da kann schnell vieles ins Wanken geraten, gerade weil der Alkoholiker noch unerfahren auf trocken Terrain ist und der Co-Abhängige die Lage nicht richtig beurteilen kann.

    Und gut gemeinte Unterstützung kann leicht zum emotionalen Druck werden. Dann wird nicht mehr ehrlich entschieden, sondern genickt – der Harmonie zuliebe. Und das ist gefährlich. Echte Unterstützung bedeutet, zu verstehen und nicht zu handeln was nicht abverlangt wird.

    Der Alkoholiker bestimmt seinen eigenen Weg und ist selbst verantwortlich auch für die Suche nach einem sozialen oder unterstützenden Umfeld. Alles, was ungefragt von außen auf ihn einwirkt hilft nicht . (immer;))

    Ich schätze die Erfahrungen von dir und den anderen Langjährigen sehr.Aber manchmal glaube ich, das manche Denkansätze zerredet werden und nur noch um die Deutungshoheit gekämpft wird.Das kann ja auch nicht Sinn der Sache sein.

    Es geht nicht um Deutungshoheit, das ist Unsinn. Vielmehr geht es darum, dass Meinungen durch Erfahrungen widerlegt werden können.

    Wie jemand dies für sich interpretiert, was er daraus macht und denkt, bleibt jedem selbst überlassen.

    das ist übrigens Rene72 Thread und sollte nun auch wieder ihm gehören, denn es ist nicht sein Thema. Sein Thema war Urlaub und wie dabei ein Risiko minimiert wird. Dazu ist eine Meinung genauso wenig hilfreich wie nicht gemachte Erfahrungen oder ein "CO-Verhalten" unter Alkoholikern, helfen zu wollen.

    bei den ersten Schritten auf ein neues unsicheres Terrain, muss das ja nicht gleich in eine Trocken-Coabhängigkeit abgleiten.

    Für mich zählt nicht, was angeblich nicht passieren wird – mich interessiert, was wirklich passieren kann. Und ganz ehrlich: Wenn jemand jahrelang einen nassen Alkoholiker begleitet hat, ohne dass sich was verändert hat – wieso sollte ausgerechnet diese Person jetzt plötzlich die Hilfe sein, die's braucht?

    Außerdem: Nur weil jemand das Glas abstellt, ist er noch lange nicht trocken. Das dauert. Innerlich bleibt oft noch lange ein Rest – "nasses Denken", oder wie ich es einmal mit den Wort meines Mod-Kollegen ausdrücken darf, Nayouk24 " Restfeuchte" :mrgreen:

    Trockenheit bedeutet viel mehr, als nur nicht zu trinken.

    Willkommen in unserem Alkoholiker-Forum. In einem anderen Thread schreibst du.

    Ich bin hier anderer Meinung.

    Gerade am Beginn ist es (zumindest für mich) hilfreich Unterstützung von der Familie
    zu erhalten und jedes Risiko zu begrenzen.

    Und was passiert, wenn die Unterstützung plötzlich wegfällt – fängst du dann wieder an zu saufen? Die Familie kann zwar unterstützend zur Seite stehen, aber sie ist selbst nicht von der Sucht betroffen und sieht vieles aus einer anderen Perspektive als jemand, der mitten im Problem steckt.

    Trocken zu bleiben gelingt nicht allein durch motivierende Sprüche oder theoretisches Wissen – das gehört eher an den Stammtisch.

    Was mir wirklich geholfen hat, war, mich zunächst selbst vor mir zu schützen. Ich musste was Tun. Im ersten Jahr habe ich bewusst auf Partys, Urlaube oder Veranstaltungen verzichtet, bei denen Alkohol im Vordergrund steht

    . Zuhause habe ich alles entfernt, was mit Alkohol zu tun hatte. Zeiten, die früher mit Alkoholkonsum verbunden waren, habe ich gezielt umgestaltet und vieles mehr.

    Das mal eien kurzer Abriss.

    Hast du den Artikel "Grundbausteine" bereits gelesen?

    Stern Es wird nicht besser.

    Haben dann alle Rückfälligen unverantwortlich gehandelt? In diesem Punkt finden wir (noch) keinen Konsens, und zusätzliche Erklärungen werden die Situation wahrscheinlich auch nicht verbessern.

    Aber Jeder sollte sein eigenes Verständnis, seine individuelle Sichtweise oder persönliche Auslegung mit der Überzeugung vertreten dürfen, wie er es für richtig und bedeutend hält.;):mrgreen:

    Zeigt sie doch, dass du deine Nüchternheit ernst nimmst und dir ein stabiles nüchternes Leben aufbauen willst.

    Das mal allgemein herausgepickt.

    Mein Verständnis von Ernsthaftigkeit ist auch ein anderes. Natürlich ist es ernst gemeint, wenn man bewusst versucht, Risiken zu vermeiden, aber wie ernsthaft ist es wirklich, wenn man sich bestimmte Punkte herauspickt und bei anderen Kompromisse macht? Ich frage mich, warum das dann trotzdem als konsequent angesehen wird.

    Vielleicht war mein Weg als Langzeitabstinenter in den letzten 18 Jahren ein Irrweg – oder einfach nur von Glück geprägt, weil ich ohne große Cravings oder Entbehrungen zufrieden und stabil geblieben bin. Mein Fokus lag immer mehr auf dem nüchternen Handeln als auf theoretischen Diskussionen über Begriffe, Verantwortung oder Philosophie

    Ich bin niemand, der auf beschönigende Worte setzt. Diese Art des Schönredens oder der Impuls, anderen Alkoholikern in akuten Cravings mit übertrieben motivierenden Parolen Mut zuzusprechen, entspricht nicht meinem Stil – insbesondere dann nicht, wenn es mehr dem äußeren Ansehen als der Ehrlichkeit dient.

    Ein Alkoholiker muss sich selbst motivieren und sollte nicht zusätzlich motiviert werden müssen.

    Und ja, ich bin mir bewusst, dass auch das wieder Anlass für Diskussionen sein wird. Man wird sagen, das sei doch ganz anders gemeint gewesen. Aber am Ende geht es hier – so scheint es – nur um eine Kleinigkeit. Nur eine unbedeutende Randnotiz. Eine tödlich verlaufende Krankheit eben.

    Und es tut mir wirklich leid, wenn es Menschen gibt, die diesen Austausch lieber meiden, weil sie Angst haben, dass sie andere zu nahe treten könnte. Manchmal wünsche ich mir einfach mehr Offenheit – und ein bisschen mehr Mut.

    Ergänzend zu den Ausführungen Stern : Ungeachtet meiner Verantwortlichkeit, stellt sich die Frage, inwieweit das unvorhergesehene Zusammentreffen mit Alkohol, beispielsweise in einem Umfeld, in dem getrunken wird, und die daraus resultierende Auslösung eines Rückfalls, in meine Verantwortlichkeit fällt, oder ob hier auch suchtbedingte Faktoren eine Rolle spielen?

    Vielleicht verstehst du jetzt besser was ich damit meine.

    Ich habe nichts von Grenzen aufweichen geschrieben und auch nichts von zu viel Spielraum erlauben.

    Aber ich, denn ich beziehe mich auf den Kontext deines Beitrags und führe es weiter so aus, wie ich es sehe. Oder war es als Monolog gedacht? Falls ja, entschuldige ich mich, ich dachte, es ginge um einen Austausch.

    Und ja, es liegt liegt letztendlich ganz allein in meiner Verantwortung, dafür zu sorgen, dass ich nie wieder Alkohol trinke. Wem sonst will ich denn dafür die Verantwortung übertragen?

    Das habe ich im letzten Beitrag beschrieben.

    Du schreibst, es liege ganz allein in deiner Verantwortung, dass du nie wieder saufen wirst, was impliziert, dass du jederzeit die Kontrolle über die Sucht hättest, wenn du es nur möchtest. Das ist jedoch nicht der Fall.

    zudem schrieb ich .

    entweder ich habe einen Denkfehler oder ich interpretiere es verkehrt.

    Risikominimierung ist es, was den größtmöglichen Erfolg für ein dauerhaft nüchternes Leben bietet. Nicht gewährleistet, denn letztendlich liegt es doch ganz allein in meiner Verantwortung, dafür zu sorgen, dass ich nie wieder Alkohol trinke

    Nein, entweder ich habe einen Denkfehler oder ich interpretiere es verkehrt.

    Risikominimierung schützt nicht automatisch vor Rückfällen, da gehe ich noch mit. Aber wenn ich diese Grenzen bewusst aufweiche oder mir zu viel Spielraum erlaube, dann überlasse ich die Verantwortung nicht mehr mir selbst – sondern öffne der Sucht die Tür. Und die nutzt das gnadenlos aus. Sie umgeht Vernunft, sie hebelt Entscheidungen aus, sie kennt kein Maß. Wenn ich nicht wachsam und klar bin, übernimmt sie die Kontrolle.

    Verantwortung in der Sucht bedeutet konsequente Risikominderung. Ohne diese ist Selbstverantwortung kaum realisierbar, da die Sucht schneller, lauter und manipulativer ist.

    Und ja: Wäre die Verantwortung immer nur meine gewesen, wäre ich vielleicht nie süchtig geworden. Sucht ist nicht einfach eine Frage von Willensschwäche oder Entscheidung – sie ist eine Krankheit. Aber sobald ich süchtig bin, muss ich mich der Verantwortung stellen. Nicht, weil ich allein schuld bin – sondern weil niemand sonst diesen Weg für mich gehen kann.