45Jahre_genug - Alkoholiker

  • Wie lief das ab?

    War mit einem Geschäftspartner im Ausland und dort haben wir zwar geschäftlich einiges erledigt aber war mehr Freizeit....und dadurch viel getrunken, eine Woche durch sozusagen..und beim Heimflug dachte ich zum 1ten Mal im Leben ich muss mich jetzt auf der Stelle übergeben und es war so knapp wie nie in meinem Leben...keine Ahnung wie ich es dann gepackt hatte, ich habs ohne diesen absolut peinlichen Auftritt doch geschafft....ich wollte nie wieder in solch eine Situation kommen....Fazit, sofortiger Entzug und NIE WIEDER...hielt 4 Monate bis ich meinen Kleinwagen in den Mund bekam, ohne Tabletten einfach gar kein Gedanke ans Trinken...der medizinische Check nichts ungewöhnliches ergab, und wohl in dem Hochgefühl der wiedergewonnen Attraktivität ^^ dann meinte mit 2 Bier ab und an kannst auch lange leben JETZT hast das im Griff.......blieb dann mehrere Monate so, bis dann doch schleichend die 2 Flaschen Sekt oder Wein im Mistkübel landeten....nicht täglich aber zu oft...

  • abe ich beim "Einstand" erwähnt, ich will den 80er erreichen und da ist Alkohol kein probates Mittel......

    So ähnlich argumentiere ich auch: Ich habe mir fest vorgenommen, mindestens die 80 zu schaffen. Dafür habe ich alles das, was ich beeinflussen kann, auch gemacht. Ich rauche nicht (mehr), ich trinke keinen Alkohol (mehr), ich treibe Sport, bewege mich viel, versuche mich gesund zu ernähren, mein Gewicht nicht entarten zu lassen, gehe regelmäßieg zu allen nötigen Docs und lasse mich durchchecken. Mehr kann ich nicht tun. Ob es klappt, bleibt abzuwarten. Ich bin optimistisch, es auch zu schaffen.

  • Komischerweise war das bei mir nie ein Gedanke. Ich wollte wieder in den Spiegel schauen können, diese psychische Belastung nicht mehr haben und diese gruseligen Katertage.
    So langfristig wie ihr hab ich gar nicht gedacht. Aber stimmt, älter wird man ohne auch.

  • Aber wie schaut es emotional aus? DA lauern die Fallstricke!

    Servus Oskar, DAS wird m.E. Problem N1 sein, das wird vermutlich meine große Baustelle....eigentlich kann ich mich an fast jeden Moment erinnern, wo meine Abstinenz "fiel" und ich mich nachher so geärgert hatte, den bis zu dem Zeitpunkt nie auch nur einmal ein Verlangen.........sogar im Jahre 1995 ! einem der 1ten Versuche den Alk einzustellen (meine Ex-Frau bat mich - edit - war in - edit - Philippinen (sehe sogar vor meinem geistigen Auge wo und wie ich meinen Jeep geparkt habe) wunderschöner Ausblick herrliches Wetter (kühler) und duftende Blumen etc....da musste ein Bier her, im Hirn unmöglich da eine Cola zu ordern........habe ca 30 Minuten gekämpft und verloren......und so oder ähnlich endeten meine Pausen immer....(plus Ärzte-Entwarnung, denn ich lies mich immer untersuchen, weil ich Unterschiede erkennen wollte....

    Einmal editiert, zuletzt von Linde66 (27. Juni 2025 um 23:28) aus folgendem Grund: Bitte auf Anonymität achten und keine Details schreiben, danke.

  • Servus 45,

    aus meiner Sicht gut und hilfreich, wenn Du Dir diese Situationen vor Augen führst und die entscheidenden Momente erkennen/erinnern kannst. Als Rückfallprävention und Schärfung Deines "Warnsystems".

    Man kann Dein Erlebnis so deuten: der Alkohol wurde benutzt, um positive Gefühle zu verstärken. Vielleicht liest Du mal meinen Thread, der ist recht kurz. Da findest Du eine Analogie: die Erwähnung von Gefahr bei Hochstimmung. Ich werde demnächst nochmal ausführlicher einen Rückblick aufschreiben.

    Wie sah es bei Dir - im Kontrast - bei Frust und schlechter Stimmung aus? War so etwas Anlass, diese Stimmung mit Alk runterzuspülen?


    Wichtig war und ist mir, meine eigenen Triggermomente zu erkennen. Situationen, Orte, Gefühlszustände, Sinneseindrücke (!!!), "Rituale", bei denen ich trank. Diese meide ich nach Möglichkeit.

    Die häufigen Trinkmuster "überschreibe" ich bewusst wieder und wieder mit einem alternativen Ritual, bis es sich eingeschliffen hat und das alte verblasst. Es sollte sich angenehm anfühlen, am besten angenehmer als "früher" mit Alkohol. Dazu ist eine Art Belohnung günstig, die das Umschleifen verstärkt (so im Sinne der Pawlowschen Hunde).

    Nun kann man nicht allem entfliehen. In der wackeligen Startzeit jedoch möglichst immer.
    Auf Dauer will ich meinen eigenen Weg finden und gehen - mit Vorsicht und möglichst selbst-sensibilisiert für eben solche Gefahrenmomente. Denn ich will mir eben diese Wundertage in der Natur oder die Stimmung einer Vollmondnacht nicht untersagen.

  • ..eigentlich kann ich mich an fast jeden Moment erinnern, wo meine Abstinenz "fiel" und ich mich nachher so geärgert hatte, den bis zu dem Zeitpunkt nie auch nur einmal ein Verlangen

    Ich kann nichts ausschließen selbst nach 18 Jahren nicht. Aber ich kann mit etwas abschließen: Die Geschichten aus meiner „nassen Zeit“ bekommen heute keinen Platz mehr. Nicht hier, nicht jetzt.

    Ja, es gab auch damals Momente, die schön waren trotz der Suchtdynamik, trotz allem. Aber ich weiß heute, wohin mich diese Erinnerungen führen, wenn ich mich gedanklich zu sehr in ihnen verliere.

    Und deshalb füttere ich mein Gehirn lieber mit dem, was mich stärkt, anstatt mit dem, was mich Stück für Stück in die Abhängigkeit gezogen hat. Da die Sucht Teile des Gehirns übernommen hat und ich nicht immer realistisch darauf zugreifen kann, muss ich pragmatisch für meinen eigenen Schutz sorgen.

    Daher habe ich mir ein alkoholfreies Umfeld geschaffen – zu Hause, außerhalb und in mir selbst. Ich kann bewusst entscheiden, worauf ich meine Aufmerksamkeit richte. Allerdings ist es nicht immer realistisch, eine Entscheidung zu treffen, wenn die Sucht in bestimmten "nassen" Situationen das Denken übernimmt oder das "nasse Denken" sich an Emotionen anknüpft.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Wichtig war und ist mir, meine eigenen Triggermomente zu erkennen. Situationen, Orte, Gefühlszustände, Sinneseindrücke (!!!), "Rituale", bei denen ich trank. Diese meide ich nach Möglichkeit.

    Jawohl Oskar, das ist es....vorrangig mal meiden klar,......einige "Gusto-Fallen" weiß ich ja jetzt schon, da gibts "Trockentraining" im wahrsten Sinne des Wortes vorher, dh schon den Plan ausarbeiten, in etwa - was mach ich im Flieger anstatt den Wein zu ordern...was tun bei Sundowner, Pool oder sonstige Entspannungsmomente.....große Herausforderung wird Mitte Oktober ein "Tambun" in Nordthailand - obwohl religiös inspiriert saufen da hunderte Menschen um mich herum im 3 Tages Turnus....wobei, obwohl Alkoholiker, mich offensichtlich angetrunkene ziemlich nerven...8o auch da schlummert schon ein Plan in mir wie ich das ohne Gesichtsverlust zum Großteil meiden kann...

    Übrigens der Anblick von Alkohol alleine (Werbung zb) hat bei mir nie etwas ausgelöst.....

    Aber ich kann mit etwas abschließen: Die Geschichten aus meiner „nassen Zeit“ bekommen heute keinen Platz mehr.

    In der Tat Hartmut das wird sich auch noch einstellen.....bei mir dauert es vielleicht länger, da ich eben kein "Katastrophen-Ferdl", (wienerisch) war, also keine (dramatischen o.ä.) Erlebnisse hatte, die ich vergessen muss/möchte als ich getrunken habe....und das vorherige Leben nicht ganz so düster sehe bzw erlebt habe....trotz Alkoholismus habe ich wenig m.E. versäumt, aber ich hätte sicher noch viel mehr gemacht....hoffe in 2 Jahren gar nicht mehr über Alkohol sprechen zu müssen......wird es aber wohl nicht spielen....:rolleyes:

  • ohne Gesichtsverlust

    Hallo 45

    Keine Sorge, dein Gesicht bleibt dort wo es ist :)

    Das andere sind eben nur deine Gedanken.

    Was ich nicht will, mach ich nicht.was ein Risiko sein könnte auch nicht(mehr)

    Was andere davon halten ist mir wurscht.

    Und mein Gesicht ist immer noch da:lol:

    Der Weg ist das Ziel(Konfuzius)

    Seit 1.1.2014 trocken

  • hallo R/no, nein verbringe dort allerdings soviel Zeit als möglich und in der Rente dann durchgehend November-März, so schön ists auch wieder nicht, das man dort das ganze Jahr leben muss....

    Ich dachte schon du lebst da, aber an deiner Stelle würde ich einen Urlaub oder längeren Aufenthalt in Thailand ein paar Jahre verschieben, ich war da vor ca. 25 Jahren zum ersten Mal mit meiner ex Freundin und später noch zweimal. Klar wir/ich war jung und hab das Abenteuer gesucht...aber als frisch gebackener trockener Alkoholiker ist das schon hart. Denk besser nochmal darüber nach.

    G R/no

  • Von November bis März,durchgehend, das ist meiner Meinung nach nicht zu schaffen. Deine Kollegen da unten trinken doch bestimmt häufiger, du wirst auf jedenfall 24/7 von Alkohol umgeben sein, die Touristen, andere Aussteiger, Stammtisch etc. Aber das weißt du ja.

    Das soll jetzt nicht wertend sein, ich stelle dich in keine Ecke verstehe das bitte nicht falsch.

    G R/no

    P.S. irgendwie wie wenn ich zehn Stunden Kletterkurs gemacht habe und jetzt als nächstes dann zur Eiger Nordwand fahre...

  • Zu Ausländern habe ich kaum Kontakt, schon gar nicht zu den "Einschlägigen" 8o allerdings saufen viele Thais mit Leidenschaft :) aber wohne in einer eher abgeschiedenen Siedlung am Ende von Bangkok wo alle arbeiten müssen um die Eigenheime abzuzahlen....da ist der Gehsteig um 22.00h aufgerollt. Stammtisch hatte ich mein Lebtag nicht, ist mir zu spießig und eher für seichte Gemüter....mMn. Wie ich schon schreib - gerade in TH trank ich am wenigsten, ist auch relativ teuer als Wein/Biertrinker ....im Schnaps kann man baden aber das war nie so meines.....btw die Pension ist vermutlich in knapp 2 Jahren bis dahin sollte das ja schon gefestigt sein, das ich nicht im Keller leben muss um trocken zu bleiben.....

  • Hallo 45,

    bitte höre auf so abfällig und augenzwinkernd daher zu schreiben.

    Aktuell habe ich den Eindruck, daß dir die Ernsthaftigkeit fehlt.

    Alkoholismus verläuft ungestoppt tödlich.

    sobald sie 2 Achtel getrunken hat stinkt sie wie ein Fass und da hau ich eh ab..

    so schön ists auch wieder nicht, das man dort das ganze Jahr leben muss....

    Zu Ausländern habe ich kaum Kontakt, schon gar nicht zu den "Einschlägigen" 8o allerdings saufen viele Thais mit Leidenschaft :)

    Nur mal 3 Beispiele rausgegriffen...

    Es saufen auch viele Deutsche und Österreicher mit Leidenschaft. Du hast ja auch lange dazugehört.

    Gruß, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Linde66 , ich bin Wiener, die haben halt mehr Humor, wenn auch oft einen eigenen bzw. schwarzen. Gerade in schlechten Zeiten. Und ich habe aktuell den Eindruck, das Du (vermutlich auch andere) den nicht ganz verstehst. Wenn es mir nicht Ernst wäre, würde ich hier nicht schreiben, hat eh Überwindung gekostet, denn ich habe bis dato habe kaum jemanden anderen gebraucht um mein Leben zu gestalten, das trotz Alkoholismus doch recht positiv verlaufen ist - bis auf das Gesundheitsproblem (wobei auch hier NOCH nicht alles "im Argen" liegt) das mich früher ins Grab bringt. Nur am Rande für meine Verhältnisse bin ich relativ "unlustig" hier, da war ich schon bei 2 realen Gruppen, mit ausgebildeten Ärzten und Therapeuten, wo es weit entspannter war und hab sie trotzdem verlassen....wäre schade, hier gibt schon das eine oder andere was mir weiterhelfen kann, und ich im Gegenzug den einen oder anderen etwas mitgeben...

  • vor allem nicht wenn ich Single wäre,

    gut das ist eine andere Geschichte...endet oft mit dem Ende des Single-Lebens

    Wann willst du das nächste mal nach TH

    Wie erwähnt und wenn nicht wie öfters etwas passiert, im Oktober, zu früh aber ein nicht vemeidbarer "Event" steht an. Das ist genau - aber ganz genau im verflixten 4ten Monat (wo jedes mal meine Abstinenz geendet hat) aber DAS werde ich diesmal hinkriegen, das es nicht endet ! Bin überzeugt, trotz der Versuchungen zu widerstehen.....wie erwähnt ich plane da einige zusätzliche Unternehmungen, damit es sich gar nicht ausgehen kann zu trinken....ging in TH eh immer ganz gut, vor allem wenn ich mit dem Auto unterwegs bin..denn da trank ich sowieso nie, denn in TH musst jede Millisekunde mit dem Unverhofften rechnen, und das geht mit Don Promillo nicht....weiter fällt es bei der Hitze leichter Soda oder Kokoswasser zu trinken....

  • .große Herausforderung wird Mitte Oktober ein "Tambun" in Nordthailand - obwohl religiös inspiriert saufen da hunderte Menschen um mich herum im 3 Tages Turnus....wobei, obwohl Alkoholiker, mich offensichtlich angetrunkene ziemlich nerven... 8o auch da schlummert schon ein Plan in mir wie ich das ohne Gesichtsverlust zum Großteil meiden kann...

    Aus Angst vor Gesichtsverlust mitmachen? Ich verstehe. In nassen Kreisen gilt: Wer mitsäuft, gehört dazu. Wer aufhört, steht außen vor. Eine Alternative wäre, das Umfeld zu wechseln raus aus dem feuchtfröhlichen Kreis, rein in ein trockenes Umfeld. Dort interessiert es niemanden, ob oder warum du nichts trinkst.

    Natürlich kämpfte ich auch manchmal innerlich. Es zieht einen hin. Aber das ist bloß eine alte, nasse Gewohnheit, die durch das frühere Mitsaufen schön auszusehen schien. Das Einzige, was ich eigentlich damit verband, kam mir erst in meiner trockenen Zeit: das Saufen, um zu zeigen, was für ein harter gesellschaftlicher Hund ich doch bin.

    Heute ist es mir egal, ob mir ein Fest, eine Feier oder irgendeine Situation zusagt – sobald dort Alkohol im Spiel ist, halte ich mich fern. Ich hatte schließlich meinen Grund, mit dem Saufen aufzuhören, und der war einfach: Überleben. Mein Leben war mir schlichtweg wichtiger als der Beifall von Menschen, denen mein Wohl nichts bedeutet.

    Wenn mich andere Alkoholiker nerven, hat das nichts mit ihnen zu tun – das ist mein Spiegelbild. Ich urteile insgeheim über mich selbst. Die Ablehnung gilt nicht ihnen, sondern dem Teil in mir, den ich nicht sehen will. Selbsttäuschung statt Selbstannahme.

    Mein Tipp: Schaffe dir ein trockenes Umfeld, wenn du es dir wert bist.

    Oder bleib in dem nassen. Dann kannst du sicher sein, dass du irgendwann wieder mitsäufst – entweder aus der Sucht heraus oder weil es in einer nassen Welt ohne Alkohol gar nicht gefällt.

    Gruß Hartmut

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