Beiträge von Hartmut

    Willkommen bei uns.

    Ich bin nach 15 Jahren rückfällig geworden ,weil ich mindestens zwei Dinge nicht berücksichtigt habe.

    Die ersten Jahre war ich im Thema drin. Habe eine ambulante Suchttherapie gemacht und bin etliche Jahre zur Selbsthilfe gegangen.

    Ich habe das irgendwann aus den Augen verloren,denn alles schien so "normal". Trotz schwieriger Situationen immer mal wieder blieb ich abstinent.

    Ich denke nicht, dass sich der Rückfall auf einzelne Situationen zurückführen lässt, die als „Grund“ hätten dienen können. Solche Momente gab es doch bestimmt auch schon in den letzten 15 Jahren, als du trocken durchs Leben gegangen bist oder noch aktiv in der SHG warst. Oder?

    Für mich sieht es eher so aus. Nicht die Situation selbst ist der Auslöser, sondern die Vernachlässigung der Trockenarbeit. Da wacht das Suchthirn auf , leise, schleichend und irgendwann schlägt es zu.

    Das läuft unbewusst ab, das sind Prozesse im Hintergrund. In den letzten zwanzig Jahren habe ich immer wieder erlebt, dass einige Langzeit-Trockene wieder trinken wollten. Warum und wieso spielt keine Rolle, aber sie wollten es.

    Jetzt bist du wieder in der Spur, hast dich hier angemeldet also weitermachen.:thumbup:

    Denn was bleibt sonst übrig? Saufen oder nicht saufen ist die einzige Frage, die zu beantworten ist. Oder?

    Auf Konzerte gehe ich aber trotzdem, da der Alkoholkonsum anderer mich da nicht stört.

    Danke für den Satz. Ob du auf Konzerte gehst oder nicht, ist ja nicht das Thema.;)

    Ich habe mich früher dort auch besoffen. Also bleibt es ein Risiko. Mich stört der Alkoholkonsum anderer auch nicht. Aber wenn ich dabei bin, sind alle Sinne bewusst und auf Empfang. Das nehme ich wahr , nicht nur unbewusst. Ich mache mir nichts vor, indem ich behaupte, dass mich es überhaupt nicht stört.

    Das Problem ist eben, dass ich Situationen meide, in denen Alkohol präsent ist und mir gleichzeitig schönrede, dass es dort, wo er auch ausgeschenkt wird, kein Risiko sei. Aber wenn Alkohol da ist, ist es ein Risiko.

    Wie geschrieben. Es geht nicht darum, keine Risiken einzugehen. Es geht nur darum, sie nicht zu verharmlosen. Denn im Kopf fängt der Rückfall an. Wenn das Glas erst mal in der Hand ist, ist es gedanklich schon längst gesoffen.

    Risikominimierung ist eines der unbeliebteste Worte eines trockenen Alkoholikers. Und doch ist es notwendig.:mrgreen:

    Dabei ist es ganz einfach. Alle Risiken, die zum Rückfall führen können, sind in ihren Grundbausteinen gut beschrieben.
    Alles andere ergibt sich im Austausch. Nicht das eigene Schönreden ist der Maßstab, sondern das Anerkennen, dass etwas ein Risiko ist. Nicht wegdiskutieren, was offensichtlich ist. Nicht beschönigen mit "ach, das macht mir nichts aus".

    Risiken bleiben Risiken auch wenn sie im Moment nicht zum Rückfall führen. Ein alkoholfreies Umfeld, zu Hause wie auch auswärts ist die Kernaussage. Ich treffe auf Alkohol, laufe manchmal darauf zu –mal unbewusst, mal bewusst . oder er wird von außen ins Haus gebracht, als Geschenk oder sonst wie.

    Alkohol ist gesellschaftlich verankert. Das kann man erklären, aber es löst das Risiko für den Trockenen nicht. Auch wenn ich jetzt ein paar Jahre auf dem Buckel habe, schätze ich das Risiko immer noch so ein, wie es ist: ein Risiko. Auch wenn ich mich stabil fühle und glaube, "das geht schon gut" freut sich das Suchthirn und bedankt sich irgendwann mit einem Rückfall wegen meiner Nachlässigkeit.

    Es heißt nicht, dass ich keine Risiken eingehe. Es heißt auch nicht, dass irgendjemand verurteilt wird, der das anders macht. Es heißt nur, dass ich Risiken nicht beschönige oder mir so hinbiege, dass ich ‚da und da schon mit dabei sein kann.

    Mein Denken verändert sich durch gelebte Stabilität aber veändert nicht das Suchtzentrum im Kopf. Das ist davon unbeeindruckt. Für das Sucht- Hirn gibt es nur eine Lösung, "Wir saufen."Mehr kann es nicht.


    Wie habt ihr das erlebt, wie seht ihr das?

    Erstmall wilkommen in unser SHG , Stasik

    Eine Frage vorweg. Weil sich hier nur bekennende Alkoholiker austauschen, die eine lebenslange Abstinenz anstreben – gilt das für dich auch, oder willst du nur eine Pause machen?

    Zu deiner Frage. Wir geben hier keine medizinischen Ratschläge, weil wir keine Ärzte sind. Das klärst du am besten mit dem Arzt, der dich entgiftet.

    Aber es gibt auch eine allgemeine Empfehlung: Bis zur geplanten Entgiftung moderat weitertrinken, damit man nicht vorher in einen unkontrollierten Entzug rutscht.

    Wann geht es los mit der Entgiftung?

    Ich bin jemand, der Ständig an sich zweifelt und Angst hat, einen Fehler zu machen. Da haben mir die Worte anderer Alkoholiker Angst gemacht

    Ich ersetze Zweifel durch Wissen und Angst durch Respekt. Nicht dieses "Ich muss aufpassen‘" sondern "Ich werde aufpassen" Nahm viel innerlichen Druck weg

    Solche kleinen Schalter im Kopf haben mir immer geholfen, die Alkoholkrankheit nicht als Bedrohung zu sehen, sondern als etwas, das ich klar einordnen und führen kann.

    Und du? 12 Jahre trocken – das ist mehr, als sehr viele jemals erreichen. Die Rückfallquote zeigt das deutlich. Und dass es dir wichtig ist, sieht man ja.Du hast sofort reagiert, dich hier gemeldet und es nicht alleine ausgemacht.

    Erste Seite, zweiter Beitrag. Da hab ich es doch geschrieben, dass ich Alkoholiker bin.

    Wir sind hier eine Selbsthilfegruppe für Alkoholiker. Diese Frage taucht immer wieder auf, und wenn jemand ein Bild vermittelt, das für mich nicht klar als das eines Alkoholikers erkennbar ist, frage ich nach. Das ist nichts Persönliches, sondern notwendig, weil hier ständig neue Leute dazukommen, die sich erst orientieren müssen.

    Rückblicke oder Einschätzungen zu "Mon Chérie, alkoholfreiem Bier, dem Tragen eines Bierkastens oder emotionalen Situationen sind bei dir entweder rückwirkend bewertet oder eben nur hypothetisch. Aber nicht wie etwas, das du derzeit aus deiner aktuellen Suchtmechanik heraus erlebst.

    Und genau da liegt das Risiko. Bei einem Alkoholiker kann dieselbe Situation jedes Mal anders wirken. Das Unbekannte ist, wann das Suchthirn plötzlich zugreift. Sonst gäbe es keine so hohe Rückfallquote.

    Du bist jetzt ein paar Tage ohne Alkohol, was gut ist. Aber vieles, was du schreibst, sind theoretische Erklärungen – nicht das, was du selbst erlebt hast. Damit verharmlost du das Risiko. Es klingt nach "halb so wild, wird schon gut gehen‘"

    Sind dir die möglichen Folgen eines Rückfalls überhaupt bewusst? Der erste Schluck kann sofort kippen, und das hat nichts mit Theorie zu tun.

    Verstehst du, was ich meine? Mehr Theorie als eigenes Wissen. Denn das, was in deiner nassen Zeit war, hat ja nicht funktioniert sonst wärst du nicht hier gelandet.

    Und ich habe hier immer wieder erlebt, dass selbst bei Rückfällen Psychologen, Suchtberatungen oder Podcasts Erklärungen liefern, warum es passiert ist.

    Aber sie erleben den Rückfall nicht selbst. Das ist der Unterschied.

    Siehst du dich selbst überhaupt noch als Alkoholiker, oder war das nur eine Vermutung? Denn es gibt eben Unterschiede zwischen "Problemtrinkern" und Alkoholikern.

    Was deine Psychologin gesagt hat, welche Podcasts du dir angeschaut hast, welche Bücher du gelesen hast oder welche Schlüsse du sonst gezogen hast, das interessiert mich das erste Mal nur am Rande.

    Warum beantwortest du die Frage nicht?

    Das ist jetzt das dritte und letzte Mal, dass ich das nachfrage. Wir sind hier schließlich in einem Alkoholiker-Forum und nicht bei "schauen wir mal" oder "es ist vielleicht eventuell".

    Kannst Du mir das genauer beschreiben?

    Problemtrinker oder Missbraucher – wenn ich das mal in meinen Worten sage – setzen Alkohol bewusst in bestimmten Situationen ein. Bei Stress, Streit, Langeweile oder Frust.

    Die saufen wegen etwas. Und sie können auch wieder aufhören.

    Der Alkoholiker säuft nicht wegen der Situation – er nutzt die Situation höchstens als Trigger. Der säuft, weil das Suchthirn nur noch eine einzige „Lösung“ anbietet – egal, ob gerade ein Problem da ist oder nicht. Und dann kommt der Kontrollverlust.

    Das ist Zwang, keine Wahl. Der eine beschließt, zu trinken. Der andere kann irgendwann nicht mehr aufhören.

    Alles, was mich früher zum Saufen geführt hat, war nie die "Situation". Nicht der Streit. Nicht der Stress. Mein Suchthirn hat einfach Saufen als Lösung angeboten , weil es keine andere kannte.

    Wenn ich das einmal begriffen habe und trocken lebe, muss ich ja nicht mehr saufen. Das musste ich vielleicht in der nassen Zeit. Im trockenen Zustand kann ich eine Entscheidung dagegen treffen.

    Das heißt nicht, dass ich unverwundbar bin. Es heißt nur, dass ich die alte ‚Lösung‘ nicht mehr automatisch annehme , auch wenn mein Kopf sie mir entgegentrömmelt.

    Wir reden scheinbar alle aneinander vorbei.

    Meine Frage zielte nur darauf, wieso man in der Abstinenz sich zwanghaft damit auseinder setzt und sich das immer vorführt? Ich finde das eher sehr belastend.

    Also erst einmal. Wer ist eigentlich „wir“ – und wer ist dieser „man“?

    Und wer setzt sich angeblich zwanghaft mit irgendetwas auseinander? Diese Annahme kommt ja nicht aus dem Nichts. Oder?

    Hier geht es um dich und deine Erlebnisse. Und das, was du schilderst, ist kein typischer Suchtverlauf, sondern dein persönlicher Umgang mit Alkohol. Alles gut – aber mit der Mechanik eines Alkoholikers hat das schlicht wenig zu tun.

    Bei Sucht geht es nicht um Denken, sondern um Zwang. Nicht um Pralinen, sondern um Triggerbahnen. Nicht um „ich hatte nie Verlangen“, sondern um „ich verliere die Kontrolle, sobald es aktiv wird."

    Deshalb reden wir hier vermutlich aneinander vorbei. Deine Antwort hat aber die eigentliche Frage eher elegant umschifft. Deshalb noch einmal direkt gefragt:

    Siehst du dich selbst überhaupt noch als Alkoholiker, oder war das nur eine Vermutung? Denn es gibt eben Unterschiede zwischen "Problemtrinkern" und Alkoholikern.

    Ein Alkoholiker nimmt keine Mon Chérie "bewusst" zu sich und bestellt sich auch kein alkoholfreies Bier, weil es ihm darum geht, nicht mehr saufen zu müssen. Da spielt keiner mit der Sucht.

    Vom Kopf ist alles voll, nur nicht Alkohol. An den muss ich fast schon bewusst denken. So wurde es mir die letzten Monate förmlich eingerichtert:

    Du bist krank, du bist süchtig, du bist der Psycho. Du hast alles mit dem saufen zerstört usw.

    Ich weiß nicht, ob du Alkoholiker bist oder nicht. Du hast es hier erwähnt, und wenn du es nicht bist, umso besser ,das würde ich dir ehrlich wünschen.

    Denn wenn man Alkoholiker ist, dann ist das eine Krankheit. Und wie bei anderen chronischen Krankheiten merkt man sie nicht ständig. Sie schlummert. Aktiv wird sie erst wieder mit dem ersten Glas.

    Da ist es egal, wie man sich fühlt, was man denkt oder wie optimistisch man gerade ist. Die Krankheit kommt zurück, wenn Übermut, Nachlässigkeit oder das Gefühl ‚ich hab’s wieder im Griff‘ die Tür aufmachen.

    Aber warum beschäftigt ihr euch damit sie ganze Zeit wenn ihr gar nicht dran denkt oder Unwohlsein habt, sondern frei und glücklich lebt? Das ist doch wie eine zwangs-belastung.

    Die "Zwangsbelastung" ist die Sucht. Alles andere, was da gerade in deinem Kopf kreist, sind Nebenkriegsschauplätze. Das Beziehungsthema ist ein eigenes Feld aber es erklärt nicht das Saufen .Das hat die Sucht gesteuert.

    Und wenn du dir als Alkoholiker Gründe zurechtlegst, warum du getrunken hast, dann ist das eben nasses trief nasses Denken. Rechtfertigungen, Ausreden, Erklärungen ,das ist genau der Mechanismus, der einen wieder reinzieht.

    Aber bevor wir hier weitermachen.

    Bist du Alkoholiker oder nicht?

    Denn ohne diese Grundvoraussetzung ist hier kein Austausch möglich. Nicht, weil wir es nicht könnten, sondern weil wir sonst aneinander vorbeireden würden.

    . Auch Du kannst stolz sein, dass Du die Flinte nicht ins Korn schmeißt und immer wieder aufstehst.

    Wenn ich bei der Metapher bleiben darf, gibt es zwei Flinten;)

    Die eine steht für das Aufstehen nach einem Rückfall. Und da hat man nicht unendlich viele Patronen im Lauf. Nicht jeder schafft das immer wieder. Es gibt Ausnahmen, ja – aber das sind die Wenigsten. Irgendwann ist einfach Schluss. Manche verzweifeln nicht an der Sucht, sie verenden daran.

    Beim Trockenwerden ist es anders. Wenn Suchtdruck kommt, Gedanken an Alkohol auftauchen oder die ganz normalen, aber lästigen Nebenwirkungen der Abstinenz einsetzen, dann hat man mehr Schuss im Lauf. Und hier im Forum kann man nachladen. Da gibt es Reserven. Da kann man reagieren, gegensteuern, stabil bleiben.

    Für diese Phase hat man deutlich mehr Munition als nach einem Rückfall

    Willkommen zurück.

    Es ist schlimm, es ist tragisch, und ja, die Scham läuft immer mit, wenn das Vorhaben, trocken zu bleiben, von einem Rückfall durchkreuzt wird.

    Aber den Mut zu haben, wieder herzukommen und offen zu schreiben, dafür braucht es Rückgrat. Das zeigt mir, dass da mehr ist als verletzter Stolz. Nämlich echter Leidensdruck. Und der Wille, die Sucht wirklich zu stoppen.

    Dafür habe ich Respekt.:thumbup:

    Die Krankheit bestimmt viel, egal ob nass oder trocken. Aber verantwortlich bleibt der Alkoholiker selbst. Er entscheidet, ob er wieder aufsteht und alles dafür tut, trocken zu bleiben.

    Mal kritischer betrachtet. Bücher sind Theorie, Sucht ist Realität. Und da klafft immer eine Lücke. Alle Gedanken, die in Richtung „saufen gehen“ laufen, betrachte ich nicht.

    Die werden ignoriert, weil sie nur ein Ziel kennen, wieder saufen. Das weiß ich, und deshalb macht es keinen Sinn, sich damit aufzuhalten. Diese ganzen Mechanismen im Suchthirn sind nicht so erforscht, dass es sich lohnt, irgendwelche Experimente zu machen.

    Die Erfahrungen, die ich hier in den letzten 19 Jahren gemacht habe, mit ein paar Ausnahmen, zeigen mir eines ganz deutlich. Der Suchtdruck kommt öfter, wenn man damit spielt. Also wenn man anfängt, darüber nachzudenken, zu fantasieren oder „nur mal kurz“ im Kopf damit zu jonglieren.

    Wenn ich etwas in Erinnerung behalte, kommt es immer wieder hoch und will gelöst werden. Und die einzige Lösung, die die Sucht kennt, ist eben saufen.

    Was außerhalb der Sucht mit meiner Psyche nicht in Ordnung ist, ist ein anderes Blatt und gehört in qualifizierte Hände. Kommerzielle Selbsthilfebücher eventuell als Ergänzung, alles gut.

    Aber bei der Sucht zählt zuerst einmal Eigenschutz, Abstand vom Alkohol und Vertrauen in die Erfahrung von Langzeittrockenen, um erst einmal stabil zu werden.

    Es lässt sich vieles mit Alkohol entschuldigen – auch, ein anderer Mensch gewesen zu sein. Aber das ändert nichts an der eigenen Verantwortung, dafür geradezustehen.

    Ja, Wesensveränderungen im Suff sind nicht ungewöhnlich. Ich kenne das von mir selbst. Und trotzdem zeigt genau das, dass die Sucht mich damals weiter saufen ließ, egal wie sehr ich mich „aufgeführt“ habe.

    Das ist jedoch Vergangenheit. Ab dem Trockenwerden lohnt sich der Blick darauf – aber daran festzuhalten heißt, gedanklich weiter im nassen Umfeld zu bleiben.

    Ich traue mich noch nicht nachzufragen. Wie gehst du damit um?

    Nachfragen, was passiert ist, weil du dich abgeschossen hast und Filmriss hattest, kan man ja. Es ist passiert – auch wenn dein Kopf es ausgeblendet hat.;)

    Das ändert aber nichts daran, wie andere dich in dem Moment wahrgenommen haben. Manche haken es ab mit „er war halt besoffen“, andere nehmen es sehr viel deutlicher wahr.

    Ich habe das früher in meinem engsten Umfeld nachgefragt, weil sie wussten, dass ich gesoffen hatte, und ich habe mich wenn notwendig entschuldigt. Ob es dann besser ist oder nicht, entscheidet am Ende das eigene Gewissen – das spricht noch eine Weile mit dir;)

    Es gibt keine Lösung, die Vergangenheit zurechtrückt. Was passiert ist, ist passiert. Es gibt nur eine Lösung, alles dafür zu tun, trocken zu bleiben, damit solche Situationen in Zukunft ausgeschlossen sind. Das ist der einzige Weg, der nachträglich auch die Vergangenheit bei anderen in ein anderes Licht rücken kann.

    Ich bitte um Unterstützung hinsichtlich einer Frage, obwohl mir die Antwort tief drinnen ja eigentlich eh klar ist...

    Ich frage mich, ob du mit „Unterstützung“ nicht eigentlich „Absolution“ meinst. ;)

    Das ist bei Alkoholikern nicht unüblich. Ein Vorhaben wird gern mit Vergleichen wie Rauchen oder anderen Süchten untermauert obwohl das nicht vergleichbar ist.

    Alkohol ist eine eigene Kategorie.

    Konfrontation am Anfang halte ich für keine gute Idee. Wenn du jetzt schon darüber nachdenkst, wie es „entspannt“ bleiben soll, während Alkohol im Raum steht, dann ist die Entspannung längst weg.

    Zudem: Die Sucht interessiert sich nicht für Gefühle, Emotionen oder Nettigkeit. Sie reagiert nicht darauf, ob jemand lieb, höflich oder bemüht ist. Sie dockt überall an, wo sie kann – in Gedanken, in Situationen, in Stimmungen. Wenn gesoffen wird, ist das der einzige Fokus, egal ob ein Glas oder mehrere. Da reicht ein Handbreit Abstand, und du bist mitten drin.

    Deshalb empfehlen wir im ersten Jahr, solche Situationen zu meiden und stattdessen Dinge zu tun, die nichts mit Alkohol zu tun haben. Abstand ist erstmal Selbstschutz.

    Ich bin diejenige die das Bier vor Ihm versteckt.

    Du zählst, was er säuft, und versteckst seine Flaschen , damit übernimmst du Verantwortung, die nicht deine ist. ;) Du bist nicht sein Erzieher und er ist nicht entmündigt. Er kann saufen, so viel er will. Das ist hart, aber es ist die Realität

    Wer kein Problem sieht, wird auch keins lösen.

    Du bist für dich und deine zukünftige Kinder verantwortlich, das hast du gut erkannt:thumbup: aber nicht für seinen Konsum. Wenn er seine Verantwortung nicht übernimmt, bleibt sie bei dir. Und wenn er sagt, er habe kein Problem, dann ist das seine Sicht, egal wie deutlich die Fakten dagegen sprechen.

    Wichtig ist, dass du erkennst, was du für dich tun kannst. Du kannst ihm die Flasche nicht aus der Hand schlagen. Und wenn er Alkoholiker ist, wirst du Geschichten hören, Ausreden, nächtliche Dramen. Das gehört zur Krankheit.

    Wer kein Problem hat, lässt die Flasche stehen ,wer eins hat, nicht.