Manchmal pauschalisierst du mir zu viel Hartmut. Du gehst von dir aus, kritisierst und bindest deine Worte als allgemein ein.
Nun, nicht einfach mal etwas in den Raum werfen, was nicht greifbar ist. Ich würde es begrüßen, wenn du im Text antwortest, wo du eine Pauschalisierung siehst. Ich kritisiere doch nicht, wenn ich Risiken, Fallstricke oder Stolperfallen aufzeige. Zumidnste she ich das nicht so.
Wenn ich mich nicht ausreichend dazu in der Lage fühle, dann kann ich da nicht hingehen. Deine Worte.
Ja klar, die Mutter bleibt der Hochzeit fern. Bestimmte Situationen im Leben erfordern bestimmte Maßnahmen. Halbes Jahr später die Taufe meiner Enkeltochter. Das gleiche Problem.
Die Umstände ändern nichts an meiner Sucht.
Wenn ich mich für eine Feier entscheide, dann ist das meine persönliche Entscheidung – keine äußere Verpflichtung. Emotionale Bindung mag ein Grund sein, aber es ist immer meine Wahl und damit nehme ich das Risiko bewusst in Kauf.
Was wäre passiert, wenn ich auf der Hochzeit meiner Tochter rückfällig geworden wäre? Die psychische Belastung, die sie möglicherweise hätte tragen müssen, wäre immens gewesen. Sie hätte sich eventuell verantwortlich gefühlt – und das, obwohl die Verantwortung allein bei mir liegt.
So etwas überschattet ein Fest, das eigentlich zu den schönsten Momenten ihres Lebens zählen sollte.
Es gibt immer zwei Seiten der Medaille – und ich habe die Wahl, auf welcher ich stehen möchte. Ich bestimme, wohin ich gehe und was ich meiner Genesung zumute. Jeder Schritt, jede Entscheidung trägt Konsequenzen – nicht nur für mich, sondern auch für die Menschen, die mir wichtig sind.
Ich weiß gar nicht, wo da jetzt ein Problem sein soll. Du magst vielleicht meine Art des Austausches nicht, das ist dir gegönnt, aber Fakten und Erfahrungen sind doch nicht wegzudiskutieren.
Keiner zwingt mich hinzugehen, und keiner zwingt mich, zu Hause zu bleiben.
Aber jegliche Konsequenzen muss ich eben selbst tragen. Da kann auch die Frage in den Raum geworfen werden: "Was ist mir meine Trockenheit wert?"
Und wenn es dir so wichtig war oder ist, dann mach es doch, aber es ändert trotzdem nichts am Risiko.
Wo soll ich denn anfangen zu selektieren, welches Fest ich muss, welches ich kann und bei welchen Festen es mir nicht möglich ist?
. Da muss man Kompromisse eingehen, auch wenn man trockener Alkholiker ist.
Genau, und jeder Alkoholiker bestimmt, welche Kompromisse er eingeht. Ich muss das aber nicht, ich mache es wenn dann schon freiwillig.