Beiträge von Hartmut

    orangeblau ,

    Was willst du eigentlich noch lesen? Es wurde dir mehrfach deutlich gesagt, wie ein Alkoholiker tickt, aber du suchst immer noch nach irgendeinem Schlupfloch, einem Hebel oder einer Erklärung, mit der du am Ende doch noch Einfluss oder Kontrolle bekommst.

    Ich habe das Gefühl ,es geht nicht ums Verstehen, sondern darum, die eigenen Wunden zu lecken, oder?

    Genau das ist klassisches co‑abhängiges Denken. Aber danke für dein Beispiel.

    Die Realität ist simpel. Du kannst nichts tun. Du kannst einen Alkoholiker nicht nüchtern denken, nicht retten, nicht analysieren und nicht steuern. Solange er säuft, säuft er.

    Und wenn er nicht säuft, entscheidet er, ob er wieder säuft oder nicht.

    Und du kannst Alkoholiker auch nicht alle über einen Kamm scheren. Es gibt kein Schema F. Wie sich jemand im Suff verhält, hängt von Sucht, Charakter und Lebensgeschichte ab.

    Der eine wird laut, der nächste zieht sich zurück, der nächste lügt, der nächste funktioniert nach außen noch jahrelang.

    Aber auf all das hast du null Einfluss.

    Das ist genau der Punkt, den Co‑Abhängige am schwersten akzeptieren: Sie tragen das Problem ständig mit aber sie können es nicht lösen. Nicht ein bisschen, nicht indirekt, nicht über Umwege. Gar nicht.

    Warum dauert es so lang (oder nie) bis man sich professionelle Hilfe sucht?

    Weil ein Alkoholiker nicht klar denken kann, solange er mitten in der Sucht steckt. Und es gibt nicht „die“ professionelle Hilfe, sondern nur die Hilfe, die ich mir zugestehe.

    Warum streitet man die Sucht ab?

    Scham, Selbstmitleid, Angst vor Veränderung, Kontrolle abgeben , Konsequenzen privat wie geschäftlich riskieren. Und es gibt auch nicht die Lösung nach Schema F, wie oder warum jemand bestimmte Süchte entwickelt hat.

    Wie deinstalliere ich solche Seiten/Buttons wieder vom Handy-Startbildschirm, wenn ich sie nicht mehr brauche oder sie nicht mehr funktionieren?

    Android. Symbol auf dem Startbildschirm länger gedrückt halten und dann „Entfernen“ oder „Deinstallieren“ auswählen.

    Apple/iPhone. Symbol länger gedrückt halten „App entfernen“ - „Vom Home-Bildschirm löschen“.

    Damit wird lediglich die installierte WebApp bzw. PWA entfernt, nicht jedoch der Browser selbst. Den Verlauf oder gespeicherte Daten kann man zusätzlich direkt im jeweiligen Browser löschen

    Vielleicht ist es einfach etwas ungewöhnlich, dass jemand schnell und viel antwortet?

    Was du da gerade beschreibst, ist völlig normal. Das nennt man die Anfangseuphorie. Am Anfang ist man voller Energie, will alles verstehen, alles sortieren, alles sofort richtig machen. Aber irgendwann muss das Ganze auch mal sacken, weil das „nasse Hirn“ erst einmal "trocken" werden muss. Manche Erkenntnisse kommen schnell, andere brauchen Wochen oder Monate. Und ja, dieses Forum zeichnet sich durch Direktheit aus. Das hast du sicher schon gemerkt.;)

    Nie gegen den User ,sondern immer gegen die Sucht

    Im Forum habe ich mich über das Hansy angemeldet. Da stand irgendwann im Display der Button

    Forum-Seite mit dem Handy aufrufen. Bei Android erscheint je nach Browser irgendwann ein Button wie „Installieren“ oder „Zum Startbildschirm hinzufügen“. Bei Apple/iPhone läuft es meist über Safari- Teilen-Symbol - „Zum Home-Bildschirm“. Darüber wird die PWA-/WebApp installiert. Also keine klassische App aus dem Play Store oder Apple App Store, sondern eine installierbare Webseite.

    So, nun nutze ich diesen Faden mal, falls direkt Nachfragen kommen und ich wieder einen aktuellen Anlaufpunkt im offenen Bereich habe. Ich hatte zwar schon andere, aber bei den vielen Jahren, die ich hier bin, ist es sinnvoll, das mal zu bündeln.

    Am 7.5. waren es nun 19 Jahre trocken. Klingt nach einer Zahl, bei der andere wahrscheinlich Kuchen backen, Konfetti werfen und sich gegenseitig Schulterklopfer abholen würden. Für mich ist es mittlerweile eher wie Matheunterricht , eine endlose Reihe aus „+1 Tag ohne Alkohol“. Wenn man das ungefähr 6935‑mal hintereinander halbwegs richtig rechnet und dabei nicht komplett versemmelt, steht irgendwann plötzlich eine 19 da. Inklusive fünf Schaltjahren: 2008, 2012, 2016, 2020 und 2024. Wenn schon „circa“, dann bitte korrekt.;)

    Mehr Zauberei steckt da nicht drin. Unterwegs gab es keine Wunderheilung, keine Erleuchtung und keinen Hollywood‑Moment. Nur das übliche Leben, das sich einen feuchten Kehricht dafür interessiert, ob man trocken ist oder nicht. Stress, Ärger, Verluste, Alltag, Beziehungen, Gesundheit , der ganz normale Wahnsinn eben. Die Sucht, dieser Druck „saufen zu müssen“, wurde mit der Zeit leiser. Der Alltag dafür lauter, weil ich ihn wieder richtig wahrgenommen habe. Und irgendwann merkte ich, dass das erstaunlich gut funktioniert – ganz ohne Drama und ohne Betäubung.

    Deshalb fühlt sich die 19 für mich nicht wie ein Denkmal an. Auch wenn ich mir am Anfang lebenslange Abstinenz gewünscht habe, war es gedanklich nie „für immer“, sondern immer nur: heute nicht trinken. Morgen wieder nicht.

    Und ja, jeder hier hat seinen Teil dazu beigetragen. Jeder Satz, jeder Post, jede kritische oder unkritische Antwort, jeder Streit, jedes Mitlesen, jedes eigene Leiden. Am Ende war das alles ein Teil des Weges.

    Danke dafür.

    Es ist ja erstmal eine Info.

    meiner Meinung nach, hier gut aufgehoben…

    Wenn jemand als Co hier im Forum auftaucht und im Thread „Fragen an den Alkoholiker“ anfängt, seine komplette eigene Lebensgeschichte über mehrere Seiten auszubreiten, dann wird es problematisch. Nicht, weil die Geschichte unwichtig wäre , im Gegenteil, sie ist wichtig. Aber sie gehört in einen eigenen Thread, damit sie nicht im falschen Bereich landet und den Zweck dieses Threads verwässert.

    Hier geht es um Fragen an Alkoholiker, nicht um ausführliche Co‑Biografien. Und die eigene Geschichte geht im eigenen Thread auch nicht verloren jeder hat seine.

    Nur zur Info. Es kommen ja auch andere nach, die ebenfalls Fragen haben. Deshalb hier bitte nur das Nötigste.

    Wenn ich eine Frage beantworte, beantworte ich sie auf der Sucht‑Ebene. Nicht auf der Beziehungsebene, nicht auf der „wer hat was gemacht“-Ebene. Ich gehe nicht in Details, was der Mann, die Frau oder die Partner machen. Ich beantworte die Frage aus Sicht der Suchtmechanik , fertig.

    Deswegen habe ich den Thread auch ins Leben gerufen.

    Ehrlich gemeinte Frage: Wo habe ich geschrieben, dass ich "glaube", Alkoholiker zu sein? Ich habe in dem Beitrag wo ich Tabsi und dich verlinkt habe geschrieben "Ich bin Alkoholiker"! Dazu stehe ich.

    Es war ein Beispiel dafür, wie hypothetische Annahmen klingen. In deiner Vorstellung hast du etwas Ähnliches geschrieben.

    Ja, ich denke, ich bin Alkoholiker.

    Das war auch ein wenig vage.;) Mir geht es nicht darum, wie du es für dich einordnest, aber am Anfang klang es nicht nach „Überzeugung“.

    Ich habe das Gefühl, dass du denkst, dass ich mir ständig etwas vormache und "hohle Phrasen schwinge"

    Was ich denke, ist egal. Ob du irgendwann wieder säufst oder nicht, ist auch nicht meine Sache.;) Ich haue meine trockene Erfahrungen raus, mehr nicht. Die Grundbausteine, die ich hier sind , waren mein Weg.

    Nicht die Wahrheit für alle, aber die Realität für mich.

    Das hier ist ein Selbsthilfeforum. Hier gibt es keine Berater, keine Therapeuten und keine Leute, die irgendeine professionelle Rolle einnehmen. Wir sind alles ganz normale Ex‑Säufer, die ihre Erfahrungen teilen. Jeder nimmt sich das, was er brauchen kann, und lässt den Rest liegen. Es ist kein Beratungsforum, keine Therapie und auch kein Ort, an dem jemand jemanden „trocken legen“ will. Wir erzählen, wie es bei uns war, was funktioniert hat und was nicht. Mehr nicht. Verantwortung für den eigenen Weg trägt jeder selbst.

    Das nur als Info.

    Wie verlinkt man Textpassagen?

    Wenn du im Forum zitieren willst, gibt es zwei Wege. Der einfache Weg ist Du nimmst die linke Maustaste, markierst den Text, den du zitieren willst, und dann springt automatisch ein kleines Popup‑Fenster auf. Da steht dann so etwas wie „Zitat einfügen“ oder „Zitat spreichern“. Der andere Weg ist oben im Schreibfeld. Da gibt es eine Leiste mit Symbolen, und eines davon ist das Blockzitat‑Symbol.

    Hast du eine dieser Liebesbeziehungen auch selbst beendet, weil sie/er zu viel genervt hat?

    Das ist eine typische Co‑Frage, die an etwas festhalten will, das nicht mehr zu halten ist.;) Da spielen Angst und Hoffnung ein Wechselbad der Gefühle. Aber derjenige, der säuft, säuft. Und er findet seine Gründe, weiterzumachen , egal, ob jemand nervt, zugewandt ist oder sonst irgendwas tut.

    Das Verhalten des Partners ist dabei nicht der entscheidende Punkt. Die Sucht bestimmt das Handeln, nicht die Beziehung.

    Viele deiner Formulierungen drehen sich um „ich hoffe“, „ich glaube“ oder „ich denke“. Ich müsste, sollte. Das sind für mich zunächst nur Gedankenmodelle, nicht die Erfahrung eines trockenen Lebens, eines trockenen Alkoholikers.

    Wenn ich von Sucht spreche, dann meine ich Sucht. Andere psychische Baustellen sind andere Baustellen. Wenn du dafür in qualifizierten Händen bist, ist das gut und wichtig. Aber mir persönlich wäre das alles zu schwammig und gedanklich immer mit einer Hintertür versehen. „Ich glaube, ich bin Alkoholiker“ ist für mich etwas anderes als „Ich bin Alkoholiker“. Oder?

    Jeder Mensch hat Belastungen, Begleiterscheinungen oder Gründe, warum er irgendwann gesoffen hat. Ich auch. Aber die haben mich nicht freiwillig in die Sucht getrieben. Ich kenne auch keinen bekennenden Alkoholiker, der nicht wusste, dass sein Trinkverhalten irgendwann problematisch geworden ist.

    Den Absprung nicht geschafft. Das ist für mich der Punkt.

    Der Rest sind oft nachträgliche Erklärungsversuche für etwas, das längst passiert war. Das Kind war schon in den Brunnen gefallen und ab da musste ich schauen, wie ich wieder rauskomme. Ich brauchte damals auch niemanden, der mir meine Kindheit, mein Leben oder mein Umfeld komplett auseinandernimmt. Ich habe gesoffen. Egal, was das Leben mir vorher mitgegeben hat.

    Und das nächste Glas hat man oft schneller in der Hand, als man seine eigenen Gedankenmodelle überhaupt zu Ende gedacht hat. Dieses ganze, „Ich glaube, ich könnte …“ „Vielleicht muss ich mich da noch mehr informieren …“… das ist für mich genau der Stoff, aus dem Rückfälle am Anfang gebaut werden. Kopfkino statt Handeln.

    Mein Ding war erstmal Stabilität aufbauen. Alles andere konnte später immer noch kommen.

    Ich bin jetzt erstmal raus. Schau auf dich. Mach deine eigenen Erfahrungen. Und lass Texte oder Gedanken auch mal stehen, ohne sie sofort wieder auseinanderzunehmen.

    ch glaube, ich suche eher nach Wegen, möglichst gut mit diesem Dilemma leben zu können, trocken zu bleiben und vielleicht auch zu sehen "damit bin ich nicht alleine

    Es gibt für alles irgendeine Begründung. Und in meiner nassen Zeit habe ich auch geglaubt, ich hätte alles im Griff.;)

    Gerade bei der Sucht hat mich nicht mein Glaube trocken werden lassen, sondern mein Handeln. Und ich musste erst lernen, dass ich meinen eigenen Überzeugungen und meinem Suchthirn nicht immer trauen konnte.

    Bücher erzählen Geschichten. Das Forum erzählt Geschichten. Aber Selbsthilfe beginnt erst in dem Moment, in dem jemand anfängt, seine eigene Geschichte zu verändern.

    Dazu die nötige Weitsicht deines Tuns.

    ch lese gerne und würde mich gerne mehr mit dem Thema Alkoholismus beschäftigen.

    Sich einzulesen oder sich schlau zu machen, ist völlig in Ordnung. Ich habe nur oft erlebt, dass gerade frisch trocken werdende Alkoholiker sich aus Büchern, Geschichten oder einzelnen Erfahrungen ihre eigene Diagnose oder einen persönlichen Sonderweg zusammenbauen.

    Gerade am Anfang neigt das Suchthirn dazu, sich überall irgendwas rauszupicken ;) „Das passt genau auf mich.“ Oder: „Bei dem war es anders, also bin ich vielleicht gar kein richtiger Alkoholiker.“

    Deshalb war es für mich wichtig, solche Sachen eher neutral zu lesen , nicht als Vorlage für meinen Weg und erstmal mehr bei mir selbst zu bleiben, statt mich ständig mit anderen Geschichten zu vergleichen.

    Am Ende musste ich nicht die perfekte Erklärung für meine Sucht finden, sondern erstmal trocken bleiben.


    Hier haben wir aber einen extra Bereich.

    Hat noch jemand Buch-Tipps?

    Thalia1913
    12. Oktober 2021 um 17:02

    Servsus Micha,

    auf solche unerwarteten Situationen kann man sich nie zu 100 % „perfekt“ vorbereiten. Deshalb habe ich meine Krankheit damals auch nicht wissenschaftlich seziert oder daraus eine Strategie-Doktorarbeit gemacht. Ich habe einfach die Arschbacken zusammengebissen und im ersten Jahr konsequent auf Risikominimierung gesetzt.

    Es gibt aus meiner Sicht nicht die eine Strategie, die einen trocken hält. Oft ist es sogar genau die Strategie, die einen irgendwann wieder saufen lässt. Warum? Weil das Suchthirn anders funktioniert. Es kann aus allem einen Anlass zum Saufen bauen.

    Und genau deshalb war für mich erstmal die pragmatische Hilfe wichtig. Nicht endloses Kopfkino, keine Dauer-Ursachenforschung und keine Crime-Story über mein ganzes Leben.

    Gefühle und Emotionen gehören natürlich dazu. Aber wenn das Suchthirn aktiv ist, kann es selbst daraus wieder Saufdruck und Rechtfertigungen basteln. Genau das ist ja das Problem bei der Suchtkrankheit.

    Deshalb hieß es für mich am Anfang erstmal. Diät halten und die Saufgedanken abspecken lassen.;)

    Mein Fundament im ersten Jahr war simpel und klar. Zuhause wie draußen ein alkoholfreies Umfeld. Nicht freiwillig in Richtung Alkohol marschieren. Und wenn Alkohol Thema oder präsent war: Abstand, weggehen, raus aus der Situation.

    Ohne dieses Fundament hätte bei mir keine „Strategie“ der Welt funktioniert.

    Nun, die 8,5 Monate sind nicht das Entscheidende. Wichtig ist, was du heute machst. Ich habe damals auch nicht wegen irgendeiner Zahl aufgehört, sondern wegen der Alkoholkrankheit selbst. Sonst wäre ich daran verreckt.

    Da habe ich auch keinen Tag gezählt wie lange, wie oft, wann und wo ich gesoffen habe, war völlig egal.

    Wenn du mit deiner Zeit klarkommst, gut. Wenn du die Monate brauchst, um dir etwas zu beweisen, kann das als Motivation funktionieren , sollte aber nicht die Basis sein. Auch gut . Aber die Motivation sollte am Ende aus dir selbst kommen und nicht aus einer Zahl im Kalender. Oder?

    Wenn du morgen wieder saufen würdest, wären die 8,5 Monate auch „weg“. Es wäre nur Schall und Rauch , genau deshalb ist es wichtig erstmal heute zu schauen.

    Bleib weiter auf deinem Weg.

    ielen Dank! Wenn ich ein alkoholfreies Bier getrunken hatte, dann immer in 0,0% Dosen oder Flaschen

    Ein Beispiel für nasses Denken wäre, wenn du trotz besseren Wissens wieder zu den 0,0‑Prozent‑Varianten greifst, Bier, Wein, Sekt, alles was es da so gibt.

    Das sind die alten nassen Muster, nur in „harmlos“ verkleidet.;)

    Dazu kommt. Nur weil „0,0 %“ draufsteht, heißt das nicht, dass es wirklich null ist. Viele dieser Getränke haben bis zu 0,5 % Alkohol und müssen das nicht einmal groß angeben.

    Wer das trinkt, ist streng genommen nicht trocken.

    Wenn etwas aussieht wie Alkohol, wie Alkohol riecht und an Alkohol erinnert, dann erinnert es auch das Suchtgehirn an Alkohol. Das kann sogar noch Tage später mit Saufdruck „honoriert“ werden , das System merkt sich solche Reize zuverlässig, auch wenn du längst glaubst, drüber zu stehen.

    Nur mal als Info

    Willkomen bei uns.

    ich bin nun nicht Hartmut

    Für das hast du es aber gut rübergebracht.:mrgreen:

    Lichtknuepfer , Bei mir war es so Über die Jahre hat sich ein richtiges Muster im Kopf eingebrannt. Egal ob Party, Feier, Fest oder irgendein Anlass, ich musste immer etwas griffbereit haben. Vorräte anlegen, Wege planen, Gelegenheiten schaffen, das ganze Programm. Das läuft irgendwann automatisch, ohne dass man es noch bewusst merkt. Dazu kamen die typischen Begleiterscheinungen, Verharmlosungen, Beschönigungen und das Gefühl, alles im Griff zu haben.;)

    Die Sucht war zwar gestoppt, aber das ganze antrainierte Programm lief unbewusst weiter. Und das ist das eigentlich Gefährliche, man glaubt es am Anfang sogar noch. Ich habe erst später verstanden, wie tief diese Muster sitzen. Das Suchtgehirn sucht mit Fleiß jede Lücke. Es denkt ja nicht, es weiß nur. "im Moment gibt es nichts zu saufen, also muss es eine Möglichkeit finden" so ungefähr.

    Genau deshalb sollte man am Anfang seinen eigenen Gedanken nicht zu sehr trauen. Die alten Automatismen sind schneller als jede gute Absicht, das nächste Glas nicht an den Hals zu setzen.

    Für mich war es deshalb wichtig, am Anfang die größtmögliche Risikominimierung zu betreiben: alkoholfreies Umfeld schaffen, Sauffreunde meiden, Feiern mit Trinkkultur im ersten Jahr auslassen. Das da auch Verzichtsgedanken kommen können ist ganz normal deswegen die zeite mit Neuem füllen, neue Routinen, neue Hobbys, neue Beschäftigung

    Und vor allem. Schreib dir ruhig die Finger wund, wenn es um Alkohol und Verzichtsgedanken geht wo Alkohol suchtdruck im Spiel ist und dieses „Ach, da könnte ich doch mal…“;) auftaucht.

    Das kann ich dir nur mit auf den Weg geben.