Beiträge von Hartmut

    wurde jemand von Euch schon provoziert und beschimpft wenn Alkoholkonsum thematisiert wurde

    Ja, das passiert. Und es ist erwartbar. Mit jemandem, der aktiv säufst , kannst du Alkoholkonsum nicht sachlich besprechen. Ein Nasser verteidigt seinen Konsum, egal wie vorsichtig du das Thema ansprichst. Das ist die Krankheit, nicht die Person

    . Wenn du das Thema bewusst setzt, kommt Gegenwehr, Beschimpfung, Verdrehung – immer.

    Deshalb, nicht einsteigen, nicht diskutieren, nicht rechtfertigen. Das schützt dich und verhindert genau diesen Stress, den du jetzt erlebst.

    Ich gehe ja auch nicht beim Fußballspiel in die andere Fankurve und diskutiere dort, wie bescheuert sie sind, Fan von diesem Verein zu sein.

    Hallo Angler

    Die Vergangenheit kannst du nicht ungeschehen machen. Ständiges Nachdenken darüber, was in der nassen Zeit passiert ist, ändert nichts am Ergebnis. Es bleibt unveränderlich. Dieses dauernde Zurückspulen ist Grübeln und bringt dich nicht weiter.

    Ich habe für mich einen Schlussstrich gezogen. In all den Jahren Trockenheit ist mir niemand begegnet, der mir meine nasse Zeit vorgehalten hat. Und selbst wenn — jeder Mensch hat seine eigene Vergangenheit. Wenn solche Gedanken kommen, stelle ich mir eine einfache Frage: Kann ich das in den nächsten 60 Minuten ändern? Wenn ja, handle ich. Wenn nein, prüfe ich es später noch einmal.

    Wenn auch morgen nichts zu ändern ist, akzeptiere ich, dass es nicht lösbar ist.

    Was ich heute mache, bin ich. Und das formt auch mein Morgen. Dass Gedanken an die nasse Zeit auftauchen, ist normal. Entscheidend ist, ob ich darin hängen bleibe oder weitergehe.

    Heißt das, dass ich mich ab sofort HIER austauschen kann und Neulinge wie mich (Vorstellungsbereich?) meide?

    Genau. Einfach hier weiterschreiben. Du kannst dich austauschen, und alle anderen können dir antworten.

    Schau mal, wir haben hier auch einen Artikel, wie wir unseren Weg in der SHG sehen.

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Und auch der Ärztin habe ich gesagt, dass ich sofort aufhören möchte und Hilfe brauche.

    Wenn sie dich weggeschickt hat, sah sie wohl keine akute Notwendigkeit. Behalte es trotzdem im Auge und ruf sofort an, wenn du irgendwelche Entzugssymptome bemerkst – das ist mein Tipp.

    Wenn du jetzt noch eine lebenslange Abstinenz anstrebst, dann kannst du dich hier natürlich austauschen.

    Wir begleiten dich dabei.

    Dazu brauchst du nur kurz im folgenden Link um Freischaltung bitten

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Der nächste Moderator verschiebt dich dann an die richtige Stelle für den weiteren Austausch.

    Ich war bei meiner Hausärztin und habe diesen Satz zum ersten Mal ausgesprochen - ich bin alkoholkrank.

    Ja, das habe ich gelesen. Aber hast du auch klar gesagt, dass du ab sofort aufhören willst? Das ist der Punkt.

    Wir wollen dich hier nicht kritisieren, nur das Thema ist wichtig. Es geht darum, vernünftig aus der Abhängigkeit rauszugehen und einen Weg zu finden, trocken zu bleiben genau dafür steht unsere unabhängige SHG

    Bedeutet das, dass ich Dienstag nächste Woche hier wieder "anklopfen" kann?

    Wenn du den Entzug nicht ärztlich begleiten lassen willst, ist das deine Entscheidung.

    Ich kann dir nur raten, wenigstens eien Arzt einzuweihen, denn Entzugserscheinungen können plötzlich und unerwartet auftreten ,und ja, im Extremfall endet so etwas auch tödlich.

    Und noch etwas: Nayoug hat dich gefragt, ob du dich als Alkoholiker siehst. „Alkoholkrank“ zu schreiben ist das eine, aber sich als Alkoholiker zu bezeichnen ist ein anderer Schritt.

    Das eine ist eine Diagnose, das andere die persönliche Einordnung. Genau dieser Unterschied ist hier im Austausch wichtig. Sich als alkoholkrank zu beschreiben ist sachlich, aber sich als Alkoholiker zu benennen ist der Schritt, bei dem man Verantwortung übernimmt schafft.

    Srvus Nutshell,

    Es nützt keine Therapie, keine Risikominimierung und keine Sicherheitsmaßnahme, trocken zu bleiben, wenn die Bereitschaft dazu nicht da ist. Diese Erfahrung mache ich hier immer wieder. Wenn ich einen Vergleich ziehen müsste, ist es wie beim "Neujahrssyndrom": Man hat Vorsätze, zieht los – aber unterwegs fehlt die Konsequenz, weil man sich am Anfang noch nicht wirklich sicher war.

    Die Erkenntnis, Alkoholiker zu sein, reicht nicht. Wenn die Bereitschaft fehlt, trocken werden zu wollen, bleibt es Theorie.

    Dass du rückfällig geworden bist und dich hier mitteilst, davor ziehe ich den Hut. :thumbup:

    Und dass du ehrlich sagst, du hast dir "eine Ausnahme" erlaubt – an Karneval – zeigt, wie schnell das Suchtsystem wieder anspringt. Alte Muster starten wie ein Motor, der lange stillstand und trotzdem sofort anspringt.

    Ein Rückfall löscht aber nicht die "Basic" für deine bisherigen Weg . Du hast ja nicht alles falsch gemacht. Es heißt nicht neu anfangen bei null, sondern wieder ansetzen – und die Fehler von gestern heute korrigieren.

    Dafür viel Erfolg.

    Wenn meine Lebenssituation es mir schwer macht, trocken zu bleiben, dann muss ich schauen, welche Maßnahmen ich mir schaffe, damit es wieder stabil wird.

    Es ist nicht die Lebenssituation selbst, nicht meine Tochter, nicht mein Bruder, nicht der Chef und auch nicht der Nachbar Lumpi. Es ist immer die Sucht, die mir in solchen Momenten scheinbar passende „Lösungen“ anbietet.

    Die eigentliche Frage lautet doch. Wie schütze ich mich, wenn ich die Situation nicht ändern kann, nicht ändern will oder Ausreden vorschiebe? Wo schaffe ich mir meinen Abstand, damit ich nicht trinke? Wie sorge ich dafür, dass der Stoff nicht griffbereit steht? Welche Maßnahmen schaffe ich, damit ich nicht selbst losfahre, um etwas zu kaufen?

    Wenn ich dazu nicht bereit bin, dann bin ich auch nicht bereit, trocken zu bleiben.

    Denn wenn ich die Situation um mich herum verantwortlich mache, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis ich wieder saufe. Situationen kommen immer wieder.

    Es ändern sich nur die Teilnehmer.

    Servus Peter

    Habe mich da wohl belohnen wollen, bin leichtsinnig geworden.

    Was heißt denn „leichtsinnig“? Zwei Jahre trocken bedeutet ja, dass du in dieser Zeit etwas anders gemacht hast. Wie kam es zu diesem „Leichtsinn“?

    Nun, wenn das Suchthirn mit überzeugenden Argumenten kommt, schneller als der Verstand dagegenhalten kann, dann kann das passieren. Aber das weiß ich als Alkoholiker. ;)

    Genau deshalb habe ich mir gerade in der Anfangszeit meine Schutzräume geschaffen, unter anderem keinen Alkohol zu Hause, keine Feste oder Feiern, bei denen vordergründig gesoffen wird, und ähnliche Dinge.

    Und im" Backoffice" immer meine SHG.

    Erstmal willkommen hier bei uns.

    Ja, das ist übel, wenn nach so langer Zeit ein Rückfall kommt. Ich halte persönlich nicht viel vom Begriff „Vorfall“, weil er verharmlost und gleichzeitig abwertet.

    Mich interessiert vor allem, was du zu deinem eigenen Schutz getan hast und wie dein Umfeld heute aussieht. Damit meine ich zum Beispiel ein alkoholfreies Umfeld, in dem keine Flasche mehr griffbereit steht. Keine unnötigen Triggerpunkte, die alte Muster anstoßen – also keine alten Saufkumpanen besuchen, keine Feste mehr, auf denen gesoffen wird, und zu Hause einen Schutzraum schaffen, in dem kein Alkohol steht.

    Das ist das ganz Pragmatische.

    Und hier mal ein Link, wie wir das handhaben

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Hallo Peter,

    ich habe dich freigeschaltet und an die richtige Stelle im Forum verschoben. Du kannst dich jetzt überall austauschen, nur der Vorstellungsbereich soltest du in den ersten vier Wochen meiden.

    Außerdem ist es nicht erwünscht, verschiedene Gruppen, die vorher besucht worden sind, mit diesem Forum zu vermischen.

    Ich wünsche dir einen hilfreichen Austausch.


    Hier hast du einen Link zu unserer Vorgehensweise.

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Hallo Fee,


    ich habe dich freigeschaltet und dich an die richtige Stelle verschoben. Hier kannst du jetzt ganz normal weiterschreiben und dich überall austauschen. Bitte vermeide in den ersten vier Wochen nur den Vorstellungsbereich , alles andere steht dir offen.

    Ich wünsche dir einen hilfreichen Austausch.

    Für mich kommt nur Abstinenz in Frage

    Alles andere hast du ja versucht. Und bei Sucht gibt es eben keine Kontrolle . Da gibt es am Ende nur Abstinenz. Alles andere fühlt sich früher oder später wie Selbstbetrug an.

    Wenn du dich hier weiter austauschen möchtest, klick einfach auf den unteren Link und schreib kurz „Freischaltung“ in die Bewerbung. Der nächstmögliche Moderator verschiebt dich dann an die richtige Stelle.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Hallo Fee,

    ich habe deinen alten Thread wieder geöffnet. Schön, dass du die Entgiftung durchgezogen hast. Dass jetzt einiges im Kopf los ist, ist völlig normal, unschön, aber normal. Wichtig ist jetzt eine Frage, weil sie den weiteren Weg bestimmt.

    Was ist dein Ziel eine lebenslange Abstinenz anstreben oder erst einmal eine Pause machen?

    Bei mir sind zusätzlich innere Zustände als Warnsignale wichtig, weil sie das Risiko erhöhen, dass mein Kopf wieder verharmlost

    Ich verstehe, was du meinst.

    Aus meiner Erfahrung – oder wenn ich zurückdenke – gab es keinen festen „inneren Zustand“, der wie ein Warnsignal aufgeleuchtet hätte. Wenn überhaupt, war das bei mir wechselnd. Wenn ich früher Suchtdruck oder Gedanken an Alkohol bekam, dann nicht, weil ich irgendeinen bestimmten Modus erreicht hatte, sondern weil alte Muster angesprungen sind und die waren variabel.

    Für mich war wichtig zu wissen, dass sowas auftauchen kann und was ich dann tue. Zu merken, wann die Sucht aus mir spricht, und mit meinen trockenen Strategien gegenzuhalten. Und je weniger Aufmerksamkeit ich dem gegeben habe, je mehr ich es einfach nur eingeordnet habe, desto seltener kam überhaupt etwas hoch , heute gar nicht mehr.

    Hallo Nutshell.

    Gefühle oder Situationen lösen ja keinen Rückfall aus. Sie drücken nur den Knopf, der das Suchtgedächtnis aktiviert. Und das Suchtgedächtnis bietet dann genau eine „Lösung“ an: saufen. Mehr ist das nicht. Deshalb ist es entscheidend, die Orte und Situationen zu meiden, an denen Alkohol griffbereit steht. Wenn man sie nicht meide läuft das alte Programm weiter.

    Das hast du selbst erlebt.

    Doch. Das Problem ist immer da, ich sehe bloß weg. Ich bin seitdem wieder abstinent (Tag 7) und ich weiß, dass ich lange abstinent sein werde, weil genau das mein Muster ist. Und genau darin liegt für mich das Risiko, dass die Leugnung irgendwann wiederkommt.

    Genau da liegt nach meiner Erfahrung der Haken. Wer sich auf alte Muster verlässt, bekommt alte Muster zurück. Muster wiederholen sich, weil sie nichts anderes können. Und wer die Leugnung schon als Möglichkeit ausspricht, hat sie nicht in der Zukunft, sondern jetzt im Kopf. Leugnung „kommt“ nicht, sie ist da, sobald man sie einkalkuliert. Oder ?

    Man sollte schon sicher sein, Alkoholiker zu sein. Nur dann kann man dem Suchthirn etwas entgegensetzen, wenn es wieder anfängt zu leugnen.;)

    Hier mal etwas wie es funktionieren kann.

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Hallo Nutshell.

    Ich habe deinen neuen Beitrag in deinen alten Thread verschoben, damit es übersichtlich bleibt.

    ch war lange nicht mehr hier und möchte mich zurückmelden. Nach einer längeren abstinenten Phase stehe ich gerade wieder am Anfang und sortiere mich neu.

    Hallo und willkommen zurück. Und auch mein Dank – es ist nicht selbstverständlich, dass jemand nach einem Rückfall wieder auftaucht. Genau das macht es aber ehrlich, und auf Ehrlichkeit kann man aufbauen.
    Was heißt „8. Tag“ bei dir. Warst du beim Arzt wegen der Entgiftung? Und die Leugnung eines Problems ,mwar das auf den Punkt bezogen, Alkoholikerin zu sein?

    Gut, dass du dich gemeldet hast. Nicht als Absolution, sondern eventuell als neuer Startpunkt.

    Dieses 3 Monatsjubiläum hat auch etwas mit meinem Saufhirn gemacht- so lange reicht doch, andere trinken öfter, passt schon, 1 Mal ist nicht schlimm.

    Für mich klingt das Monatsjubiläum genauso wenig nach Ursache wie „Hexenschuss“, „Dampfen“ oder irgendein was anderes das man davor schiebt. Das Suchthirn macht, was ein Suchthirn macht. Es bietet Saufen an , egal, was außen passiert.

    Wenn du kurz nach deinem Post hier getrunken hast, dann war im Kopf vorher schon Bewegung. Ein Rückfall fällt ja selten vom Himmel. Der beginnt früher. Und irgendwie musst du ja auch an den Alkohol gekommen sein , in der Zeit des Besorgens und Saufens wäre die Möglichkeit gewesen, hier zu schreiben und dagegen zusteuern, das ist keine Kritik, das ist schlicht der Ablauf. Ein Vorgang.

    Ob Scham eine Rolle spielt oder nicht, ist erstmal nebensächlich hift ja nicht. Hat das keinen Einfluss solange sie nicht als Dämpfer oder Ausrede benutzt wird. Rückfälle passieren . Entscheidend ist nicht mehr das „Warum“ oder „Wieso“, sondern was mach ich jetzt .

    Wenn ich zurückblättere: Am Anfang hast du gekämpft. Hast geglaubt, es sei ein Kampf gegen Alkohol. Dabei geht’s um Muster, nicht um Flaschen. Und dann kommen die Stimmen von außen – „du saufst eh wieder“. Das kann antreiben, aber meistens macht es etwas anderes. Es ballt die Faust in der Tasche. Ab da geht’s nicht mehr um Trockenheit, sondern ums Beweisen. Und Beweisen trägt nicht. Das hält nicht.


    Verstehst du, was ich meine?

    Wann hast du das letzte Mal getrunken und was hast du jetzt vor. Weitersaufen oder neu beginnen?