Beiträge von Hartmut

    ch saß also an meinem Schreibtisch und plötzlich klopfte es. Zwei Kolleginnen kamen schon sichtlich angeschossen rein, beide ein Glas Sekt in der Hand, ein leeres hatten sie auch dabei und eine geöffnete Flasche. „Du trinkst jetzt mit, keine Widerrede!“

    Ich kenne das von mir aus der nassen Zeit.

    Das hatte ich auch gemacht, schließlich konnte dann derjenige, der dann mittrank, nicht herummaulen, dass ich zu viel getrunken habe. Ich bin auch nicht vom Saulus zum Paulus geworden, nur weil ich jetzt trocken bin. Die Welt um ich herum wurde auch nicht trockener.

    Habe mich nur meinem trocken Leben angepasst und das mit der größten Risikominimierung.

    Heute gehe ich ziemlich entspannt mit trinkenden Menschen um. Würde es mich aufregen, müsste ich mich hinterfragen, ob es aus Verzicht wäre, weil ich nicht mehr dazugehöre.

    In meiner trockenen Zeit gab es auch hier und da Versuche, mich wieder ins Boot zu holen, damit muss man mit umgehen. Wurde jedoch weniger als ich mein alkoholfreies Umfeld erweiterte und dadurch sich die Spreu vom Weizen trennte .

    ich meine ich hätte am Anfang bei Dir sowas gelesen, wie „Trockenheit muss man sich erst verdienen“ oder so ähnlich

    Nun bin ich schon einige Tage hier, und im Laufe der Zeit relativiert sich manches oder ich sehe es anders. Manche sagen, Entwicklung dazu, andere Aussagen dazu sind mir wurscht. Jedoch das Zitat hat schon was ;)

    Aber wenn ich einige der Beiträge betrachte, die ich in den letzten Jahren hier verfasst habe, muss ich manchmal selbst den Kopf schütteln. Gott hat uns aber glücklicherweise mit einem beweglichen Kopfgelenk ausgestattet, was dies erleichtert.:)

    Es gibt Fehler, die man macht und die geschehen sind, und es gibt Fehler aus der Vergangenheit, die sich heute korrigieren lassen.

    Was den Weg angeht, so bleibe ich konsequent wie am ersten Tag. Kein Abweichen, keine Kompromisse, nur ein Anpassen der Stabilität.

    Ich bin eine Frau, die wenig damit anfangen kann, wenn aktuelle Umstände versucht werden mit einem Herumkramen in der Vergangenheit aufzulösen. Platt gesagt, es ist mir egal, warum jetzt ein Loch im Reifen ist. Ob’s nun eine Scherbe, eine Schraube oder materialermüdung war ist egal. Im Ergebnis ist der Reifen nun platt.

    Das hätte zu Beginn meines Weges ich sein können, außer dass ich keine Frau bin, da bin ich mir sicher, habe gerade noch einmal nachgeschaut.;)

    Ich komme aus dem Lager des Pragmatismus und es war mir einst wichtig, das Hier und Jetzt mit bestimmten Schutzmaßnahmen anzugehen. Mein Ziel war es, trotz geringer Kenntnisse, zunächst stabil trocken zu werden. Ich habe dies mit der Hilfe der hier vorhandenen Grundbausteine umgesetzt.

    Ich bin nicht grundsätzlich gegen eine Therapie, ich würde sie jedoch nur in Anspruch nehmen, wenn es wirklich notwendig wäre. Hätte ich nach Tagen oder Wochen bemerkt, dass es so nicht funktioniert und ich immer noch unsicher bin, hätte ich ohne Zögern eine Therapie begonnen.

    Ich kann dir jetzt nicht sagen, ob es der richtige oder falsche Weg ist, den du einschlägst, denn am Ende muss "zufrieden trocken" stehen.

    Dazu alles Gute.

    8 Monate und 2 Tage bin ich jetzt trocken. Darf ich schon trocken sagen?

    Nun, das ist ein Begriff, den jeder anders interpretieren kann. Wenn es der Motivation zuträglich ist, dann ist es immer angemessen.;)

    Wenn trockene Gedanken die Oberhand gewinnen und nasse Gedanken keine Panik auslösen, weil man darauf vorbereitet ist, dann denke ich, ist man trocken. Der Kopf ist es, der trocken sein muss, nicht das Glas, das beiseite gestellt wurde.:whistling:

    Oder? Ich habe mich bisher noch nicht so intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt.

    Wenn ich auf 18 Jahre Forum zurückblicke und User vergleiche, habe ich bei dir bisher ein gutes Gefühl .

    Weiter So!

    Ein übermäßiges Trinkverhalten lässt sich auch nicht vertuschen. Und jeder, der irgendwann mal Probleme mit dem Alkohol hatte, kann das genau deuten. Außerdem ist es eine Tatsache, dass der Alkoholiker es als Letzter merkt. Das ist nicht schön, aber damit lässt sich leben. Die Vergangenheit kann man nicht auslöschen, aber man kann zumindest für die Zukunft zeigen, dass es auch ohne Alkohol geht.

    Bleib am Ball, jeder kann es schaffen. Hier im Forum findest du viele Langzeit-Trockene, die selbst in einer Führungsposition waren oder noch sind. Es ist auch nichts Ungewöhnliches, und der Volksmund sagt, dass die meisten Alkoholiker Krawatten tragen.

    Unter der Woche wenn ich arbeite vergesse ich den Alkohol völlig und hab auch keinerlei Verlangen. Nur am Wochenende denke ich schonmal dran

    Was hast du an Wochenenden gemacht, und was unternimmst du heute?

    Mein Tipp. Wenn deine Wochenenden bisher vor allem mit dem Saufen ausgefüllt waren, solltest du versuchen, sie anders zu gestalten. Dadurch wird das Gehirn mit neuen Dingen beschäftigt und die Gedanken ans Trinken nehmen ab.

    Warum sollte ich mit etwas reden, das mich in die Sucht geführt hat? Warum sollte ich mich damit auseinandersetzen? Dass sie da ist, ist eine Nebenwirkung der Sucht, die mir signalisiert, wieder trinken zu müssen. Kann man nicht ignorieren.

    Wenn dsie aufkommt, ist das eh nur ein vorübergehendes Problem, und dann find ich's besser, währenddessen gleichzeitig mit was anderem Schönem zu beschäftigen.

    Wird sie zu stark und führt zu Suchtdruck, hilft der Notfallkoffer, den wir hier im Artikel verlinkt haben.

    Am Anfang war sie noch da, aber mit den Jahren wurde sie leiser. Manchmal ist es auch gar nicht schlecht, wenn die Stimme einen daran erinnert, dass man süchtig ist und bleibt

    ch bin im Prozess der Gehirnwäsche- also von Co-Gehirn zurück zu normal. Aber es hakt hier.

    Nun vergleiche ich es mit dem nassen Denken eines Alkoholikers. Was über Jahre hinweg antrainiert wurde, lässt sich nicht einfach per Knopfdruck ändern. Das benötigt Zeit.

    Der erste Schritt ist die Erkenntnis, dass etwas mit dem eigenen Denken nicht ganz stimmt – genau das hast du soeben getan. Du stellst es infrage. Also befindest du dich schon auf den Weg.

    Wie ein CO das macht, kann ich dir nicht sagen aber ich habe es ignoriert und gedanklich unter 'nasses Denken' in die Schublade abgelegt. Mit der Zeit des Ignorierens war es nicht mehr notwendig, es zu hinterfragen.

    Wie bei manchen Geschichten, die hier zu lesen sind bemüht sich auch nein Lebensgefährte gerade sehr, trinkt viel weniger, öfters mal auch nichts, etc.

    Was sollen sie auch sonst machen, wenn sie sehen, wie die Felle fortschwimmen und der Partner darauf sitzt?

    Sondern darum, dass ich nicht weiß, wie ich mit der Tatsache umgehen soll, dass ich nächste Woche Geburtstag habe,

    Warum gestaltest du diesen Tag nicht einmal anders? Keine Verwandten, keine Bekannten, sondern feiere einfach mal für dich alleine. Genieße deinen Tag oder gleich mehrere Tage. Ob Kurzurlaub, Städtetrip oder Sightseeing, mach das Beste daraus.

    Es gibt zwei Seiten: Die Seite mit Alkohol kennst du bereits, um dauerhaft nüchtern zu bleiben, musst du nun die andere Seite kennenlernen. Ein alkoholfreies Umfeld ist ein Stützpfeiler, um langfristig nüchtern zu bleiben und ist für die meisten Alkohliker unerlässlich. Eigenschutz.

    Dass allein Wille und Umdenken nicht ausreichen, hast du ja beim schleichenden Übergang in die Sucht festgestellt. Höchstens, du wolltest süchtig werden.;)

    Im ersten Jahr empfehlen wir, alle Feiern und Feste zu meiden, bei denen das Trinken im Vordergrund steht, und stattdessen diese Zeit zu nutzen, um die andere Seite der Sucht kennenzulernen, ein neues Umfeld aufzubauen und vieles mehr.

    Zuhause keinen Alkohol zu haben, damit er nicht griffbereit ist, stellt für die meisten Familien kein Problem dar, solange niemand im Haushalt ist, der auf Alkohol angewiesen wäre.

    Es sind oft harte Sachen, die auf einen zukommen, gerade weil sie einem nicht bekannt waren. Ich bin seit 17 Jahren trocken und war früher auch beruflich oft mit Meetings, Empfängen und dem verhängnisvollen "Belohnungstrinken" konfrontiert.

    Größtenteils habe ich Termine abgesagt und vermieden. Eine Rechtfertigung war jedoch nicht nötig, da ich damals bereits selbstständig war.

    das ist aber hier nicht mein Thread, sondern von C.K..

    Danke, ich habe es abgeändert. Jetzt müssten wir richtig sein.

    Ich war u.a. auch mal bei einem Treffen vom blauen Kreuz, da wurde mir gesagt, es können auch betroffene Angehörige teilnehmen. Beide Seiten könnten davon profitieren.

    Nun sehe ich das anders. Ich profitiere erst, wenn ich mich um mich selbst kümmere und nicht auf Konfrontation mit dem Suchtstoff gehe. Bei Alkoholikern ist es die Flasche und bei Co-Abhängigen der Alkoholiker.

    Zudem kann ein CO nie in den Kopf eines Säufers schauen, so wie ein Säufer selbst es kann.

    Falls es nicht erwünscht sein sollte, dann werde ich nicht mehr im "Alkoholbereich" schreiben.

    Das trifft nicht zu. Es war lediglich ein Hinweis, ob dies ein CO-Verhalten ist, das du ablegen solltest, oder einfach nur ein netter Umgang miteinander.

    Ich hatte jahrelang COs an meiner Seite, die stets bemüht waren, mich auf Linie zu bringen und deren größte krankhafte Befriedigung es war, Teilerfolge zu feiern. Es half mir, weiter zu trinken und am Ball zu bleiben, wenn die Teilerfolge mal misslangen.

    Alkohol ist allgegenwärtig. Normal.

    Nur wenn ich ihn sehen will oder durch eigene Erlebnisse darauf fokussiert bin. Dann ist Alkohol allgegenwärtig. Er ist nicht bei denen, die nie Probleme damit hatten oder haben.


    ch lebe in einer Weinbau-Region

    Ich ebenfalls, und wir nutzen die berühmten "Dubbegläser". (nicht damit vertraute bitte googeln)

    Alles unter 0,5 Liter Wein im Glas ist verpönt. Schorle wird auch nur in 0,5-Liter-Gläsern serviert, mit drei Teilen Wein und einem Teil Wasser. Und das, was ich dir gerade schreibe, fließt sofort und unverblümt aus meinem Suchthirn heraus, sobald ich das Wort Weinregion lese, obwohl ich seit 17 Jahren damit nichts mehr zu tun habe.

    Ich komme mal zu dir und bringe gleich einen Text, den du im Alkoholiker Bereich geschrieben hast, mit.

    Bei mir sieht es jetzt so aus, dass ich tatsächlich stark an mir zweifel, ob ich mich unbewusst zu Menschen mit Suchtproblem hingezogen fühle, weil mir die Muster und Mechanismen vertraut sind. Ich war in meiner letzten Beziehung direkt auf dem Weg in die Co-Abhängigkeit, wie damals als Kind mit einem alkoholkranken Vater. Ich vertraue mir aktuell selbst nicht, brauche dazu noch Zeit und darf auch noch einiges aufarbeiten.

    Ich bezweifle nicht, dass du dich zu Alkoholiker hingezogen fühlst, sonst würdest du ja nicht den Austausch mit solchen suchen. Verstehe mich nicht falsch, wir begrüßen den Austausch hier, aber was glaubst du, damit erreichen zu können?

    Suchtverlagerung auf andere Alkoholiker und den Drang helfen zu müssen? Ist das nicht das, was eine CO ausmacht?

    Uiiii , das normale Leben kommt zum Vorschein und wird nicht mehr betäubt.

    Langjähriger Alkoholmissbrauch verändert die Prozesse im Gehirn, die erst wieder ins Gleichgewicht gebracht werden müssen. Das dauert eine Weile. Zumindest, sie richtig einzuordnen.

    Jede Emotion, jedes Gefühl und jede Situation, ob gut oder schlecht, wurde in meiner Zeit des Trinkens stets mit "Alkohol" belohnt. Als ich damit aufhörte, war es so, dass der Alkohol verschwand, aber ich als Mensch fühlte mich oft danebenstehend.

    Dass der Kopf nun Kapriolen schlägt, ist ganz normal.

    Es ist einfach für mich nicht nachvollziehbar. Ich bin eine erwachsene Frau in Führungsposition,

    Abhängigkeit trägt eben keine Businesskleidung oder kümmert sich um den sozialen Stand des Alkoholikers. Bedeutet, dass es nicht genügt, nur mit Willenskraft entgegenzutreten.

    Wir haben einen Artikel verfasst, der auf jahrelangen Erfahrungen mit Langzeittrockenen basiert. Konfrontationen mit Alkohol vermeidet und den Weg aufzeigt , wie sie es geschafft haben.

    Andere individuelle oder selbstgestrickte Wege spiegeln sich oft auch in der Rückfallquote wider.

    Kennst du den Artikel schon? Wir nennen sie die Grundbausteine.

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Hallo NovaSol

    willkommen bei unser Online SHG,

    Schön, dass du erkannt hast, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Du schreibst von missbräuchlichen Trinken. Umgehst du das Wort Alkoholiker bewusst oder war es wirklich nur ein "missbräuchliches" Trinken?

    Es ist relativ einfach, den Missbrauch zu beenden, aber bei Alkoholismus ist es nicht so einfach; es ist eine komplexe Angelegenheit. War es tatsächlich Corona und Homeoffice, die dein Trinkverhalten verstärkt haben, oder hat die Sucht nur eine Gelegenheit gefunden?

    Aber dazu später eventuell mehr.;)

    Im Vorstellungsbereich geht es um die ersten Schritte: zu prüfen, ob der User Alkoholiker ist, eine lebenslange Abstinenz anstrebt und bereits Schritte zur Entgiftung unternommen hat. Beim Arzt warst. Wie sieht deine ambulante Entgiftung aus?

    Wie sieht es sonst aus?

    Einige User registrieren sich hier, um Antworten zu erhalten, die ihrem eigenen Wunschdenken nahe sind. Es ist auch nicht unüblich an diesen sich zu orientieren, da es ein Bestandteil des Nichtwahrhabenwollens ist.

    Diese User haben zwar oft Bedenken und leiden darunter, aber es ist noch nicht ausreichend. Die brauchen eben noch. Sie vergessen dabei, dass sie ihre Lebenszeit für die Sucht einsetzen. Ob das bei dir so ist, weiß ich nicht, das müsstest du selbst herausbekommen.

    Aber so ohne Wesensveränderung, ohne Lallen, ohne Kater usw., kommt ja nie vor ... ich bin einfach so verdammt unschlüssig.

    Dann wäre die Welt in Ordnung, oder? Warum also unschlüssig?

    Und wie willst du das nun herausfinden? Einfach abwarten, bis es so weit ist? Unentschlossenheit kann dir niemand nehmen, und sie wird bleiben, egal wie du dich entscheidest.

    Übrigens sind funktionierende Alkoholiker, insbesondere die sogenannten Spiegeltrinker, darauf trainiert, nicht zu lallen. Sie müssen lediglich ein bestimmtes Alkoholniveau aufrechterhalten und sind in der Lage, jeden Kater wegzudiskutieren.

    Wenn sie kein Problem damit hat und keine Alkoholikerin ist, dann könnte sie aufhören, denn sie benötigt es nicht.

    Niemand braucht Alkohol, wenn er nicht süchtig ist. Das Suchen nach Gründen, regelmäßig zu trinken, ist zumindest ein Hinweis darauf, dass da was nicht stimmt. Ich esse keine Artischocken und musste mich noch nie dafür rechtfertigen. ;)

    Dir wünsche ich weiterhin den notwendigen Weitblick für dein Tun