Beiträge von Hartmut

    Ich finde es gut, dass diese Fragen gestellt werden, und sehe sie nicht als Angriff, sondern als nötige Sensibilisierung für meinen Forenalltag

    Du hast es richtig eingeordnet.

    Ich bin auch aufmerksam gemacht worden, dass sich jemand zurückgesetzt fühlen könnte, wenn ich von Langzeiterfahrungen oder Langzeittrockenen schreibe. Das ist natürlich Quatsch und muss nicht sein. Es geht erstmal nur um die Qualität. Da sind Erfahrungen vor Meinungen angesiedelt.

    Ich vertraue jemandem mehr, der einen sichtlichen Weg gegangen ist, als jemandem, der hier neu aufschlägt. Den kenne ich nicht. Zumindest so lange, bis ich ihn besser einschätzen kann. Auch vertraue ich jemandem mehr, der mit CO-Abhängigkeit konfrontiert wurde, als jemandem, der es für sich nicht so sieht.

    Die sind die Wege gegangen, von denen einige nur philosophieren. Sie mussten ja was richtig gemacht haben.

    Deswegen ist auch der Einwand "übergriffig" nicht richtig.

    Wir sind kein Sozial-Media-Hobby -Klatsch- oderTratsch-Forum. Und ich selbst lasse mich nicht von den allgemeinen Empörungswellen, die gerade modern sind, tragen.

    Es geht um Sucht, eine schwerwiegende "Krankheit" und auch nicht um mein eigenes Feinempfinden. Es geht hier um Selbsthilfe und nicht um eine Therapie. Es geht auch nicht darum, sich hineinzufühlen; es geht primär um die inhaltlichen Fakten.

    Es mag für den einen oder anderen sein Empathie-Empfinden hilfreich sein oder auch die Art seines Austausches. Alles gut. Ist Seins.

    Ich hatte in meiner nassen Zeit genug CO um mich herum, die es so durch die Empathie Hintertür versuchten, mich trocken zu reden oder zu legen. Hatten jedoch den Faktor Sucht außen vor gelassen. Ihre eigene Abhängigkeit "Helfen zu müssen" ausgelebt und ich suchtorientiert ausgespielt.

    Mir ist an mir ganz zu Beginn irgendwann aufgefallen, dass ich sorgfältig und eher sparsam mit den Emotikons umgehen muss, weil ich ansonsten in eine Art emotionale Abhängigkeit hineingeraten könnte.

    Ich selbst bin da auch kein Freund davon. Gerade, wenn es um Selbsthilfe geht.

    Jedoch ist es ein Bestandteil des Forums und eine allgemeine Entwicklung. Ich musste mich auch erst dran gewöhnen. Wenn ich sie einsetzte, dann bewusst und dem Inhaltlichen und nicht aus emotionalen Sympathiegründen.

    Die Gefahr sehe ich geradezu bei neu dazukommenden. Die noch aus einer fehlgeleiteten Motivation jemand trocken zu legen oder bei Alkoholikern trocken werden wollen, anhängen.

    Das war mal eine (versuchte) lange Umschreibung für "nasses Denken":mrgreen:

    Aber inwiefern besteht da die Gefahr einer emotionalen Abhängigkeit,

    ich zwar nicht Siri, habe eben nochmals nachgeschaut.:mrgreen: Es ist eben schwer neutral zu bleiben . Like ich heute einen Weg wird es ungleich schwerer, ihn zu kritisieren. Da gibt es für den einen oder anderen sicherlich eine Hemmschwelle.

    Aber zurück zu diesem Thema.

    Wann hast Du denn das Gefühl, das eingegriffen werden muss? Und siehst Du Deine Fragen im Co- Bereich als Hilfestellung zur Reflektion an? Verstehe manchmal die Intension Deiner Fragen nicht.

    Wenn ich etwas nicht verstehe, dann frage ich nach und argumentiere nicht ins Blaue hinein. Ich habe hier ein allgemeines Diskussionsthema eröffnet.

    Tipps kommen ja meistens aus den eigenen Erfahrungswerten heraus.

    Ist das bei dir auch so? Oder siehst du das nur so? Ich erkenne es bei einigen Post nicht. Ich wundere mich gerade, warum du dich direkt angesprochen fühlst.

    Übergriffig halte ich, wenn Erfahrungswerte mit Diagnosen verwechselt werden. Aber ein Hinweis, dass da was aus eigenen Erfahrungen heraus schieflaufen könnte, ist ein normaler Austausch.

    Wer Ist denn Langzeiterfahren in diesem Bereich? EKAs? Welche die schon lange im Forum sind?

    Genau das waren auch meine Fragen. Hast sie nur anders formuliert.

    Du?

    Ich bin sicherlich für Alkoholiker erfahren genug. Seit 17 Jahren trocken, den direkten Weg gegangen und seit Anbeginn hier. Selbsthilfe hat bei mir heute nur noch eine untergeordnete Rolle, ohne die Wichtigkeit nicht zu vergessen.

    Auch durch die zigtausend Berichte, die ich lese und mich auch austauschen durfte, denke ich, das ich da und da einen Co richtig einschätzen kann.

    Abgrenzen muss sich jeder selbst, nach seiner eigenen Verantwortung.

    Kann ein CO-Abhängiger das denn dann auch richtig einschätzen? Oder braucht es da nicht mal einen "netten Hinweis" von Langzeit-Erfahrenen darauf zu achten. Ihn wieder auf Selbsthilfe setzen. Mal in meinen Worten formuliert.

    Bloß wer ist da erfahren genug?

    Bei Alkoholikern ist es einfacher. Da ist die Anzahl der trockenen Jahre immer ein Indiz dem zuzuhören, eventuell auch seinen Weg zu folgen. Wenn der mal etwas direkter anspricht, auch eher zu glauben als jemand, der gestern noch besoffen am Stammtisch saß.

    Gegenfrage.. Wenn hier die trockenen Alkoholiker auf Nachrichten in Ihren Threads / Bereich anworten, sind Sie dann Co- Abhängig?

    Auch eine Methode, mit Gegenfragen von sich oder dem Thema abzulenken. :mrgreen:

    Es ist jedoch ganz einfach zu beantworten. Nicht jeder ist CO-abhängig. Und es betrifft hier, die sich CO-abhängig bezeichnen. Und hier speziell der Thread für CO-Abhängige.

    Zudem ist Abhängigkeit, ob nun CO oder Alkoholiker, nichts Verwerfliches ist. Höchstens möchte ich es selbst so sehen. Dann hätte es jedoch den Hauch einer Stigmatisierung. Zumindest nach meiner Deutung.

    bevor er in die Sucht abrutscht. Ich habe mir auf die Zunge gebissen und gedacht, dass das nicht meine Baustelle ist.

    Zeigt jedoch auch, dass du deine CO-Abhängigkeit zu dieser Zeit im Griff hattest.

    (Schade, wäre ich dabei gewesen, hätte ich im übertragenen Sinne auf seine Zunge gebissen.:mrgreen:)

    Aber zurück zum Thema.

    Hallo zusammen,

    mal wieder etwas Provokatives oder doch ein Stück Wahrheit?

    Wenn ich die ganzen Erfahrungen /Meinungen/Tipps lese, ist da vieles dabei, was selbst nicht erfahren wurde. Das ist keine Kritik , es ist eine Feststellung.

    Natürlich sind da auch darunter betroffene User, die einen therapeutischen oder sozialpädagogischen beruflichen Wertegang mitbringen und das mit einfließen lassen.

    Aber ab wann lebt ein CO-Abhängiger seine eigene Abhängigkeit hier aus? Ab wann ist die Hilfe, die ich anderen gebe, für ihn noch selbst relevant? (Selbsthilfe ) Ab wann verlasse ich meine Selbsthilfe?

    Eventuell ein Co-Verhalten, um von meinem eigenen Problem abzulenken?

    Schwierige Fragen. Dafür bin ich bekannt.:mrgreen:

    Ich kann doch zur Hochzeit eines Familienmitgliedes nicht zuhause bleiben.
    Ja sie trinkt auch ab und an ein Bier. Auch das kann und darf ich einer selbständigen Frau nicht verbieten ist ihr Leben

    Wieso nicht?

    Wer kein Problem mit Alkohol hat, der muss auch keinen trinken. Ich hatte nichts verboten, sondern mich geschützt, indem ich sagte, dass sowas mich rückfällig werden lassen kann. Und bevor ich mich irgendwo in Gefahr bringe, bleibe ich weg.

    Hast du eigentlich die Empfehlungen gelesen? Sind ja nicht nur so hingeschrieben, sondern ein Sammelsurium von Langzeitrockenden.

    Was kann ich tun, um ihn zu unterstützen

    Du hast ihm mitgeteilt, dass du darunter leidest. Er weiß es.

    Also ihn saufen lassen, zumindest so lange er es nicht für sich einsieht, ist es die einzige Lösung. Er säuft ja nicht nur sich in Grund und Boden, er zieht dich damit mit rein. Erkennt man daran, wenn er mit emotionaler Erpressung versucht, dich noch im Boot zu halten.

    Es ist Seins. Wenn er es vollmundig davon überzeugt ist, das er es alleine schafft. Dann zählt das auch für dich. Möglichkeiten sind" Ultimaten setzen und durchziehen. Eiger Weg gehen. Ausziehen, Wohnung nehmen und ihn machen lassen.

    Übrigens ich bin 17 Jahre trocken und weiß genau, wovon ich schreibe. Ich hatte auf jede Situation eine passende Antwort meine Verantwortung an andere zu übertragen.

    fühlte mich sehr aufs Abstellgleis gestellt aber am Ende auch stolz.

    Willkommen erstmal bei uns. Super, dass du den Weg aus der Sucht gehen möchtest.

    Aber, warum warst du denn stolz? Widerstanden zu haben? Hättest gesoffen, wärst du dann auch stolz? ;)

    Weißt du, worauf ich heraus möchte?

    Es ist Konfrontation mit dem Alkohol, was nicht nur am Anfang sehr gefährlich werden kann, sondern motiviert höhere Risiken einzugehen. Nun empfehlen wir im ersten Jahr auf solche Veranstaltungen zu meiden.

    Es ist ja Sucht, die eben schon mal tödlich endet, wenn man nicht herauskommt.

    Im ersten Jahr empfehlen wir sich erstmal ein alkoholfreies Umfeld aufzubauen . Von Sauffreunden fernzuhalten, neue alkoholfreie Hobbys zu suchen und vieles mehr. Zeiten neu besetzen, wo gesoffen wurde.

    Zu hart?

    Aber es wird noch eine schwere Herausforderung es allen zu sagen und damit komplett sich zu outen.

    Musst kein Schild umhängen, um dich zu "outen" .

    Gerade bei Menschen in deinem Umfeld, die selbst noch saufen, macht es keinen Sinn. Die interessiert es nicht, sie müssten eher selbst zugeben ein Problem zu haben. Da störst du dann eh und der Versuch dich wieder ins Boot zurückzuziehen ist da normal.

    Hast ja selbst oben beschrieben

    fühlte mich sehr aufs Abstellgleis

    Aber in deinem ganz nahen Umfeld wäre es angebracht. Ist auch ein Schutz für dich, nicht immer herumdrucksen zu müssen, warum du jetzt nicht trinken möchtest.

    Bei Ärzten aller Art ist es notwendig .

    Bei der Wiederaufnahme des Kontakts durch meine Mutter ist genau das passiert. Ich bin in alte Muster hineingerutscht,

    Für mich ein ganz wichtiger Satz.

    Heißt ja dann auch . Solange ich mich noch in einer trinkenden CO Beziehung befinde, so lange bin ich im aktiven CO Verhalten. Sehe ja nichts anderes, wie sollte ich auch anders handeln können? Ich blende dann auch alles, was ich da für mich "verkehrt" machen kann, aus.

    Ist wie bei uns Alkoholiker der Versuch eines kontrollierten Trinkens. Man verfällt immer wieder ins alte Muster.

    Die einzige Chance sehe ich nur, wenn beide bereit sind, etwas für sich zu tun. Einzeln für eine weitere Partnerschaft.

    Auch wenn es mal so einen knackigen Thread gibt.

    Das Gegenseitige verstehen und Schulterklopfen, um es mal etwas übertreiben auszudrücken, ist nie meins gewesen. Das hatte ich am Stammtisch. Bei den unterschiedlichen Meinungen fand ich nie eine Lösung. In den Erfahrungen lag der Schlüssel meines Weges.

    Du kannst davon ausgehen, dass ich stets direkt und unverblümt etwas anspreche und dafür sorge, dass es auch nach 17 Jahren trocken sein, knackig bleibt. Langjährige User wissen, wovon ich gerade schreib.

    Aber auch davon ausgehen, dass da nie böse Absichten dahinter stecken.

    Genug von mir. Ist ja Feiertag, Vatertag und seid 17 Jahr verstaubt mein Bollerwagen :mrgreen:

    Bei manchen Alkoholikern hier im Forum habe ich schon den Eindruck als ob etwas abfällig über "ihre früheren Co's" gesprochen wird. So als seien die eine Art (bitte jetzt nicht falsch verstehen) eine Art Parasit und sie sind der Wirt. Und die Co freut sich diebisch, wenn sie Flaschen findet oder meint ihn doch kontrollieren zu können und "braucht" den Kick, wenn er wieder abstürzt und sie ihn

    Mir ist das hier in 17 Jahren nicht aufgefallen.

    Aber selbst wenn das die Schlüsse daraus sind, wo bleibt die Sucht bei dieser mir sehr fragwürdigen Darstellung? Das ist doch kein Spiel. Kein Wettbewerb oder es passiert aus der Laune heraus. Die Sucht bestimmt doch das Verhalten auf beiden Seiten.

    Nochmal zur Erklärung.

    Dieser Thread richtet sich an bekennende CO Kranke. Wenn jemand nur Angehöriger oder Begleiter für den Alkoholiker ist, dann ist der Thread nichts für ihn. Wer es nicht als Krankheit ansieht oder noch an seiner Selbsterkenntnis festhängt auch nicht.

    Ich hatte mal gewagt den Vergleich zu ziehen, ob es ähnlich wie bei Alkoholiker, "Nass und Trocken" auch bei Co gibt.

    Da bitte beim Thema bleiben, das scheint es nicht zu geben.

    ich finde einfach den Begriff " Trocken" irgendwie unpassend für die Coabhängigkeit.

    Bei Alkoholiker ist es so, wenn sie die Sucht stoppen, das Trocken sein beginnt. Das durch aktives Zutun . Er ist erstmal aus der Opferrolle raus. Hat sein Suchtmittel weggestellt. Er wird erst wieder zum Opfer beim Rückfall und ist dann wieder dann "Nass"

    Bei CO habe ich das Gefühl, es bleibt eine lebenslange Beeinträchtigung für Ihn.

    Nun sind mir eigene Erfahrungen auch wichtiger als Meinungen oder Thesen.

    Wir sind "Selbsthilfe" und keine "Beratung" Hat mir ein Langzeittrockener am Anfang mitgegeben. Ich kann zwar Erkenntnisse von anderen mitnehmen und daraus profitieren , aber nur selbst trocken werden und bleiben.

    Ist bei Co sicherlich auch so.

    War das bei mir nur in der suchtkranken Familie erlerntes co-Verhalten oder schon krank co-abhängig?

    Mein Vater war Alkoholiker, meine Mutter aus heutiger Erkenntnis CO, aber ich würde mich nicht als EKA mit Auswirkungen bezeichnen. Auch keine Verbindung zu meinem Alkoholismus stelle ich her. Hat den Vorteil, ich bin verantwortlich.

    Wenn ich Post von einem User lese, bewerte ich es auch meist nur nach dem Geschriebenen . Ich denke mich da nicht in die Person rein, da nur Bruchstücke oder Puzzleteile zum Vorschein kommen. Die gesamte Geschichte eines Hilfesuchenden in der SHG bleibt größtenteils im Verborgenen und wird nur angekratzt.

    Das macht es mir auch einfach, direkte und unbequeme Fragen zu stellen.

    Nun ist es ja nicht unüblich, dass ein CO oder Alkoholiker sich an ähnlichen Geschichten, die er selbst erlebt, hat anhängt. Was die Gefahr birgt, sein Spiegelbild zu "therapieren"

    CO trocken gibt es also nicht. Bisher zumindest kann ich es nicht herauslesen.