Hallo Mick,
das liest sich so traurig und das ist es ja auch. Es geht Menschen immer wieder so, wenn sie so lange mit einem Abhängigen zusammenleben. Du schreibst ja, es ist nichts mehr übrig, was du geben kannst. Das passiert ganz oft.
Und das Schlimme dabei ist, dass das Geben ja nicht wirklich was verändert oder verbessert hat. Solange der Abhängige es nicht selbst will oder kann, nicht selbst aus innerster Überzeugung was verändern will , passiert nichts.
Ich hab es auch so erfahren. Ich habe lange nicht gesehen, dass mein erster Mann Alkoholiker war. Ich hab es einfach nicht erkannt und immer gedacht er müsse sich nur beherrschen. Müsse doch mal einsehen, was er da mit mir macht. Wie sich das auf unser Leben auswirkte und wie sehr ich mich doch anstrengte.
Um alles am Laufen zu halten. Um ihm das Leben zu erleichtern damit er keinen Grund zum Trinken hätte. Ich habe schon irgendwann im Laufe dieser Ehe Depressionen gehabt, war völlig erschöpft, auch das habe ich nicht so wahrgenommen, nicht erkannt.
Ich hatte für meine eigenen Bedürfnisse das Gefühl verloren und hatte meine Grenzen zu oft maßlos überschritten gehabt, dass dieser Zustand zur Normalität geworden war.
Das ist mir erst nach der Trennung alles bewusst geworden, denn irgendwann hatte ich nur noch funktioniert.
Wie geht es dir heute? Hast du denn ein wenig Energie, dir etwas klitzekleines Gutes zu tun? Und sei es nur ein Kaffee oder Tee oder so, den du trinkst und dabei für einen Moment in der Sonne sitzt.
Liebe Grüße Aurora