Meine Tochter 32 Jahre ( drei Kinder zwischen vier und acht) hat vor drei Tagen die Diagnose Leberzirrhose bekommen. Mir war bewusst, dass sie zwischendurch was trinkt, beziehungsweise sie sagte 3 Bier am Abend wenn die Kinder im Bett sind, sind nicht schlimm. Logischerweise muss es wesentlich mehr gewesen sein. Voriges Jahr war sie im Krankenhaus und bekam einen Stand in die Galle gesetzt, weil diese nicht richtig abfließen konnte. Für dieses Jahr ist sie das dritte Mal im Krankenhaus. Im Moment immer noch. Sie hat mittlerweile Diabetes, Typ 1,20 Kilo abgenommen, den ganzen Körper voll mit blauen Flecken. , Wasser im Bauch und die Augen sind am Rand gelb. Eigentlich hat sie mich die letzten drei Jahre wohl immer belogen Ausreden für alles gefunden und so weiter und sofort. Mittlerweile hat die Schule das Jugendamt schon informiert die bekommen aber anscheinend gar nichts auf die Reihe beziehungsweise merken nicht was los ist. Im Moment sind die Kinder bei einer Freundin und ich bringe sie morgens in die Schule meine Tochter hat mir geschworen, in einen Entzug zu gehen und keinen Alkohol mehr zu trinken, weil sie selbst von dieser Diagnose geschockt ist. ich weiß nicht, ob sie es wirklich durchzieht, da sie mir wirklich immer wieder was vor gelogen hat. Ich kann die drei Kinder nicht zu mir nehmen, da ich berufstätig bin,und bin momentan echt froh, dass ihre Freundin die Kinder aufgenommen hat. Ihre größte Angst ist es, die Kinder zu verlieren, aber ich bin ehrlich, sollte sie es jetzt nicht schaffen, den Entzug durchzuziehen und trocken zu bleiben, werde ich persönlich das Jugendamt informieren, denn mir ist bewusst, dass sie sich dann zu Tode trinkt. Ich bin verzweifelt, eigentlich nur noch am weinen, weil ich Angst habe, dass mein Kind stirbt.
Potterzauber - mit den Nerven am Ende
-
-
Hallo Potterzauber,
herzlich willkommen in unserer Online-Selbsthilfegruppe.
Das ist so schlimm, wenn dein Kind in einer Sucht gelandet ist und dann jetzt auch diese schlimme Diagnose im Raum steht. Das tut mir sehr leid.
Ich finde es gut, dass du trotzdem handelst und zusammen mit der Freundin für die Kinder da bist. Und da auch Schritte unternehmen wirst.
Um am Austausch teilnehmen zu können, klick diesen Link an:
https://alkoholiker-forum.de/bewerben/
Schreib kurz, dass du um Freischaltung bittest. Dann schalten wir dich für den Austausch frei, dein Thema verschieben wir dann in den Bereich für Angehörige und Coabhängige.
Liebe Grüße Aurora
-
Aurora
11. März 2026 um 10:35 Hat das Thema aus dem Forum hier vorstellen! nach Erste Schritte für Angehörige und Co Abhängige verschoben. -
Aurora
11. März 2026 um 10:36 Hat den Titel des Themas von „mit den Nerven am Ende“ zu „Potterzauber - mit den Nerven am Ende“ geändert. -
Hui, das ging jetzt schnell,
du bist jetzt freigeschaltet und kannst dich hier überall austauschen. Mit einer Ausnahme, bitte schreibe die ersten 4 Wochen nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern mit den roten Nicknamen.
Liebe Grüße Aurora
-
Sooo… wie es aussieht wird meine Tochter morgen aus dem Krankenhaus entlassen. Frühster Zeitpunkt für entzug in ca.14 Tagen . 😔 Heute evtl. noch eine leberbiopsie um zu schauen wie weit die Zirrhose ist. Wassertabletten wurden verdoppelt. Ich bin nur noch am heulen.
-
Liebe Potterzauber,
dass du verzweifelt bist kann ich gut verstehen. Das ist ja auch alles schlimm. Da alles rauszuheulen kann hoffentlich etwas Erleichterung bringen.
Eltern, die ein suchtkrankes Kind haben, sind in einer schweren Situation. Denn ein Kind fallen zu lassen ist schier unmöglich. Es ist dein Kind, das liebst du doch.
Ich kann mir aber auch vorstellen, dass da irgendwo Wut ist, darüber, warum es so weit hat kommen müssen.
Und die Kinder sind auch sehr betroffen. Mit Sicherheit haben sie mehr von der Sucht ihrer Mutter mitbekommen als gut für sie ist.
Ich drück einfach die Daumen, dass deine Tochter durchzieht, was sie sich vorgenommen hat. Sie ist noch so jung... Und ich drück dich, dass du für dich Wege finden kannst, das alles erstmal zu sortieren und anzunehmen.
Liebe Grüße Aurora
-
gerade durch Zufall erfahren, dass meine Tochter trotz Leberzirrhose heimlich im Krankenhaus getrunken hat. Ich kann nicht verstehen, wieso man so etwas macht. Sie hat den Bauch voll Wasser überall ,gelbe Augen und läuft gegenüber ins Geschäft und kauft sich was zu trinken. Und obwohl sie drei kleine Kinder hat
-
Hallo Pottenzauber,
Sucht funktioniert so. Nicht zu trinken löst im Abhängigen starken Druck aus, auch schlimme Angstgefühle, Zittern usw. Da ist dann alles egal in dem Moment, Kinder, Partner, die eigene Gesundheit sind dann nicht wichtig. Dieser Druck muss sehr schlimm sein, ich kenne das aber nicht da ich nie abhängig war.
Aber ich habe bei meinem ersten Mann mal zufällig gesehen, wie er morgens eine offene Schnapsflasche mit zitternden Händen an seinem Mund hatte und gierig getrunken hat.
Ich verstehe nicht, warum dort im Krankenhaus, in dem deine Tochter liegt, nicht jetzt sofort eine Entgiftung gemacht wird. Denn sie ist doch da dann überwacht und könnte Medikamente gegen die Entzugserscheinungen bekommen.
So aber kommt sie in einen Entzug und wenn nicht weitergetrunken wird kann es zu lebensgefährlichen Zuständen kommen. Sie muss also bis zur Entgiftung in 14 Tagen quasi moderat weitertrinken, so blöd wie sich das anhört.
Das ist jetzt meine Einschätzung der Situation und eine Erklärung, wie Sucht funktioniert. Was und ob etwas zwischen den Ärzten im Krankenhaus und deiner Tochter besprochen wurde, weiß ich nicht.
Liebe Grüße Aurora
-
Ich würde das Jugendamt informieren oder zumindest erstmal eine Beratungsstelle aufsuchen. Das Kindeswohl ist gefährdet, egal ob eine betrunkene Mutter zu Hause oder sie evtl. kalt entzieht. Sie könnte ins Delir fallen oder epileptische Anfälle bekommen. Was ist wenn deine Enkel sie so auf dem Boden nicht ansprechbar finden? Du würdest Dir lebenslang Vorwürfe machen. Schütze Deine Enkelkinder!!! vor einer trinkenden Mutter!
-
Laut Aussage meiner Tochter kommt diese Frau vom Jugendamt morgen ins Krankenhaus. Ich weiß nicht ob es stimmt oder nicht. Ich musste mich zurückziehen. Hatte eben einen totalen Nervenzusammenbruch. Die belügt mich ständig...
Habe jetzt ihren leiblichen Vater ( meinem Exmann) angeschrieben das er sie morgen aus dem Krankenhaus abholt. Ich es nicht. Bin fertig.
Die letzte whatsapp sprach Nachricht von ihr aus dem Krankenhaus hörte sich schon wieder an als hätte sie einen im Tee.
Ich kann nicht mehr und muss mich distanzieren. Ansonsten klapp ich selbst zusammen.
-
Alles anzeigen
Hallo Pottenzauber,
Sucht funktioniert so. Nicht zu trinken löst im Abhängigen starken Druck aus, auch schlimme Angstgefühle, Zittern usw. Da ist dann alles egal in dem Moment, Kinder, Partner, die eigene Gesundheit sind dann nicht wichtig. Dieser Druck muss sehr schlimm sein, ich kenne das aber nicht da ich nie abhängig war.
Aber ich habe bei meinem ersten Mann mal zufällig gesehen, wie er morgens eine offene Schnapsflasche mit zitternden Händen an seinem Mund hatte und gierig getrunken hat.
Ich verstehe nicht, warum dort im Krankenhaus, in dem deine Tochter liegt, nicht jetzt sofort eine Entgiftung gemacht wird. Denn sie ist doch da dann überwacht und könnte Medikamente gegen die Entzugserscheinungen bekommen.
So aber kommt sie in einen Entzug und wenn nicht weitergetrunken wird kann es zu lebensgefährlichen Zuständen kommen. Sie muss also bis zur Entgiftung in 14 Tagen quasi moderat weitertrinken, so blöd wie sich das anhört.
Das ist jetzt meine Einschätzung der Situation und eine Erklärung, wie Sucht funktioniert. Was und ob etwas zwischen den Ärzten im Krankenhaus und deiner Tochter besprochen wurde, weiß ich nicht.
Liebe Grüße Aurora
Erst mal abwarten, ob sie tatsächlich in den Entzug geht.
-
Kleines Update. Heute Morgen hat meine Tochter einen Bauch wie im neunten monat. Auch Wasser in den Beinen. Sie bekommt jetzt die 3fache Dosis an Wassertabletten. Sie fragte eben ob ich sie morgen besuchen komme. Ich sagte ihr ich schaffe das einfach seelisch und körperlich nicht mehr sie so zu sehe. Ich sagte ihr ich komme in den Entzug ,wenn sie denn drin ist. Und das ich sie liebe.
Ist es falsch wenn ich nicht hingehe? Aber sie so zu sehen bricht mir das Herz. -
Ihr geht es doch sehr sehr schlecht. Wenn sie deine Rückhalt nicht mehr hat bestimmt noch schlechter. Mir hat es immer sehr geholfen das meine Eltern trotzdem da waren und mir gesagt haben mach den Entzug, einfach da waren. Meine Meinung.
-
Im Angehörigenbereich haben wir immer mal den Satz: Hilfe durch Nichthilfe.
Es ist vollkommen in Ordnung Abstand zu halten. Du hast eine endlose Mit-Leidensgeschichte hinter dir. Nimm dich und deine Grenzen wichtig. Und sie ist dort versorgt. -
Liebe Potterzauber,
ich schaffe das einfach seelisch und körperlich nicht mehr sie so zu sehe.
ich finde es völlig okay, dass du ihr das so sagst. Das zeigt ihr ja schon auch deine eigene Grenze ohne dass du sie von dir abweist. Denn mit solcher Aussage bleibst du bei dir.
Ich sagte ihr ich komme in den Entzug ,wenn sie denn drin ist. Und das ich sie liebe.
Damit sagst du ihr auch eine ganze Menge. Du wirst sie ja dann besuchen und du sagst ihr, dass du sie liebst. Das finde ich schön, es zeigt ihr doch, dass du da bist.
Wenn Kinder abhängig sind ist es schlimm und für die Eltern meistens nicht möglich, sie sich völlig selbst zu überlassen. Hilfe ist ja meistens nicht möglich, solange das abhängige Kind sie nicht will. Es ist also wichtig dass du als Mutter einen Umgang damit finden kannst, dass es dir trotzdem gut geht.
Liebe Grüße Aurora
-
Gut geht es mir definitiv nicht. Ich hab mein Handy 24/7 neben mir . Schreibe und schicke sprachnachrichten. Mein Kopf hört nicht auf zu rattern. Wie konnte ich das nicht merken. Oder habe ich die Augen einfach davor verschlossen. Dauernd der Gedanke dass sie stirbt oder den Entzug nicht schafft und dann stirbt. Es ist ja nicht so dass sie ein Alkohol Problem hat, sie hat ja schon sämtliche Folge Schäden. Und trotz allem hört sie nicht auf.
Mein Sohn sagt mir dauernd ,dass ich den Kopf abschalten soll und an mich und meine Ehe denken soll. Dass ich mich so auch nur selbst kaputtmache. Wenn jemand von euch den Knopf zum Kopf abschalten gefunden hat, dann zeigt mir bitte wo der ist,damit drauf drücken kann.
Dieser scheiss Alkohol zieht uns beide in den Abgrund
-
Liebe Potterzauber,
na klar drehen sich die Gedanken in deinem Kopf, es kann ja nicht anders sein. Du siehst deine schwerkranke Tochter und kannst ihr nicht helfen. Dafür ist sie, hoffentlich, noch in der Klinik und in guten Händen.
Es ist ja jetzt egal warum du von ihrer Sucht nichts gemerkt oder es verdrängt hast. Fakt ist und bitte sage dir das immer wieder denn es ist so, selbst wenn du es gemerkt hättest, hättest du NICHTS dagegen tun können. Das ist das Schlimme an einer Suchterkrankung.
Als Angehörige stehst du hilflos davor. Aber helfen kann sich nur die Betroffene selbst. Das ist einfach so. Du hast also NICHTS versäumt, NICHTS falsch gemacht, du hättest nie was machen können. Du bist an NICHTS schuld.
Einen Knopf zum Ausschalten deiner Gedanken kenne ich auch nicht. Leider. Aber vielleicht ist es dir möglich, einfach irgendwas zu tun. Rauszugehen, Fenster zu putzen, Serien zu gucken, bei der Seelsorg anrufen ( 0800 111 0 111 oder 0800 111 0222) ... irgendwas, was dich ein wenig ablenkt.
Deine Angst kann ich dir nicht nehmen aber fühl dich einfach mal gedrückt.
Liebe Grüße Aurora
-
Weißt du was der Witz an der Sache ist? Wenn ich könnte würde ich lachen. Ich hab seit 3 Jahren eine Kneipe. Also jeden Tag mit Alkohol zu tun. Umso schwerer fällt es mir jeden Tag so zu tun als wäre nichts bzw alles in Ordnung. Mein Mann versteht nicht dass ich wenn Ablösung ( Bedienung) kommt fast fluchtartig abhaue. Denn dann kann ich nicht mehr schauspielern. Dann fließen kaum das ich Auto sitze die Tränen. Auch Heute wieder. Warum gehst du wenn es schön wird. Denk mal an was anderes usw usw. Er versteht nicht warum ich nicht kann. Vlt weil es nicht sein Kind ist. Vlt. aber auch weil Männer anders sind.
-
Ich hab seit 3 Jahren eine Kneipe. Also jeden Tag mit Alkohol zu tun. Umso schwerer fällt es mir jeden Tag so zu tun als wäre nichts bzw alles in Ordnung.
Willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!
Hast Du schon über einen Jobwechsel nachgedacht? Eine Kneipe ist nicht der richtige Ort für einen abstinenten Alkoholiker.
Dein Mann scheint kein Alkoholiker zu sein, oder kein Problem mit Alkohol zu haben. Nur Selbstbetroffene können nachfühlen, wie es ist tagtäglich dem Alkohol gegenüber zu treten, wenn man abstinent leben will.
-
Meine Tochter kommt nicht in die Kneipe. Sie lebt mit ihrem Freund und drei Kindern zusammen.
-
Hast Du schon über einen Jobwechsel nachgedacht? Eine Kneipe ist nicht der richtige Ort für einen abstinenten Alkoholiker.
Potterzauber ist Mutter einer Tochter ( und 3 Enkelkindern von dieser). Tochter mit Leberzirrhose derzeit im Krankenhaus .
-
Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!