Beiträge von Aurora

    Hallo Irini,

    ich finde es äußerst schwierig, dir da was zu raten.

    Ob er nun Alkoholiker ist oder nicht, kann ich ja nicht beurteilen. Ich kann dir nur sagen, ich bin mit einem verheiratet, der ist Alkoholiker und seit fast 7 Jahren glücklich und zufrieden trocken.

    Ob eine Beziehung schief geht oder sinnvoll ist oder so, das musst du selbst heraus finden. Dir einfach mal vertrauen. Deinem Gefühl. Einfach dir vertrauen, dass du das für dich richtige machst, egal, was passiert.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo Herze,

    es ist sicher keine gute Idee, ihm irgendetwas mitzuteilen. Egal was. Warum auch?

    Du hast gerade eine Menge konfuser Gefühle. Und du fühlst dich schuldig und verantwortlich. Aber an einer Beziehung sind ja immer 2 beteiligt...
    Es stimmt, du kannst ihn nicht ändern! Du kannst ihn annehmen, wie er ist. Aber mit seinen Süchten hat das nicht funktioniert, es hat dich immens gestört. Beeinträchtigt. Ihr konntet ja keine gleichwertigen Partner sein.

    Ihn annehmen, wie er ist... Das kannst du ja auch umdrehen. Auch er könnte dich ja annehmen, wie du bist. Und wenn ihm alles sehr wichtig wäre, könnte er sich ja auch entscheiden, seinen Süchten "Stopp" zu sagen, oder? Wenn es dich doch so beeinträchtigt...

    Nein, du bist nicht schuldig oder verantwortlich. Seine Süchte hat er ganz für sich alleine. Er wollte sie nicht irgendwie in den Griff bekommen, egal, welchen Druck du nun gemacht hast oder nicht oder sonstwas. Er wollte eben so bleiben, wie er ist... Das ist seine Entscheidung und sein gutes Recht. Und genau so hast du das Recht dann zu sagen, es passt dann halt nicht.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo Katzundmaus,

    das, was du über deinen XY schreibst, habe ich auch so erlebt.

    Ich trennte mich vom Ex und er ging dann in's KH zur Entgiftung. Inzwischen hatte ich meine Wohnung gemietet und war dabei, mich einzurichten...

    Er kam aus dem KH, nüchtern. Endlich waren Gespräche wieder möglich. Und er war auf einmal aufmerksam wie nie zuvor. Das drückte alle meine Coknöpfe. Ich traute mich kaum, was in meine neue Wohnung zu investieren, weil ich dachte, ich geh eh bald wieder zurück...

    Ich war sehr hin- und hergerissen. Aber ich ließ mir Zeit. Dachte, ich habe nun die Wohnung und werde erstmal zur Ruhe kommen. Mein Ex und ich hatten sehr viel Kontakt während des ersten Jahres nach der Trennung. Ich war nicht gut in der Lage, Grenzen zu ziehen. Dadurch eierten wir ganz schön rum! Sehr anstrengend war das.

    Ich war ganz schön uneinig mit mir. Will ich, will ich nicht. Im Laufe der Zeit merkte ich, dass auch der nüchterne Mann mir nicht mehr gefiel. Dass ich ihn nicht für mich passend fand. Dass er mir auf den Keks ging. Und dass er nichts an sich änderte, außer dass er nichts trank. Das alles machte mich misstrauisch, ob er es wirklich ernst meinte. Mit seiner Nüchternheit. Es war zu viel kaputt gegangen. Und eben, ich merkte, da ist keine Liebe mehr, das ist was anderes. Vertrautheit, Schuldgefühle und sowas. Irgendwann konnte ich dann sehen, was ich wirklich wollte und will. Ein Leben ohne ihn, nämlich...

    Darum, lass dir Zeit. Richte dich erstmal gemütlich ein. Sei ehrlich zu dir und deinen Gefühlen. All sowas. Und übe das Grenzen Ziehen. Dich zwingt keiner zu was.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo Detlef,

    willkommen im Forum!

    Mein herzliches Beileid zum Tod deines Enkels :( . Das ist sehr schlimm, letztes Jahr ist auch mein Enkelsohn tot zur Welt gekommen. Und meine Tochter verstarb nach der Geburt dann leider auch. Sowas ist unfassbar! Du hast mein tiefes Mitgefühl.

    Diese Vorwürfe, die deine Frau dir macht, kenne ich auch. Mein Exmann hat damals mit ähnlichen Argumenten "gearbeitet". Das gab ihm immer einen Grund zum Trinken. Es gab immer einen Grund. Das schlechte Wetter oder das gute Wetter, Fussballerfolg seiner Gruppe oder Niederlage, eine Fliege, die von der Wand fiel oder eben ich. Die sich dann falsch verhalten hatte.

    Alkoholiker finden immer einen Grund!

    Wenn sie betrunken neben dir sitzt, kannst du garnichts machen, nur dich zurück ziehen. Mit ihr zu reden lohnt sich nur, wenn sie nüchtern ist. Da kannst du ihr deine Gefühle schildern. Ob das was bei ihr in Bewegung setzt, ist aber nicht garantiert.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo Engel,

    es ist nicht möglich, so per Internet, da eine Diagnose wegen deines Kopfes zu machen.

    Ich finde es gut, dass du bei deinem Arzt warst und deine Symptome geschildert hast und dir nun auch geholfen wird. Vertrau doch darauf, dass dein Doc weiß, was er macht.

    Ich weiß nur von mir selbst, dass die Psyche schon auch sehr viel machen kann. Bei mir ist der Magen da mein Schwachpunkt, der dann rummuckert. Und mein Rücken. Und ich hatte auch schon Zeiten, da habe ich mich in irgendwelche Sachen furchtbar reingesteigert. Zum Beispiel dachte ich aus heiterem Himmel, ich würde keine Luft mehr bekommen und mir war schwindelig. Da steigerte ich mich in meiner Panik so in den Gedanken rein, dass ich gleich sterben oder umkippen würde, dass ich wirklich kurz vor einer Ohnmacht war.

    Aber was das nun bei dir ist, kann eben nur vor Ort dein Arzt abklären.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo goldband,

    du hast im Bereich der Alkoholiker eine Frage gestellt. Ich habe jetzt eine Weile überlegt. Ich bin und war ja nicht alkoholabhängig, ob ich dir auch was darauf antworten darf... Das mache ich jetzt mal hier.

    Was erwartest du von deiner Frage? Tipps, wie du es deinem abhängigen Mann noch bequemer machen kannst?

    Das hört sich jetzt sicher gemein an und blöd. So meine ich es aber nicht.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo Goldband,

    ja, es ist schon gemein... So beschimpft zu werden. Hast du das wirklich nötig?

    Du schreibst nur davon, was dein Mann macht oder nicht macht, wie er rummäkelt und so. Ja, das ist schon gemein, wo du doch alles machst...

    Was meinst du denn, was du daran ändern könntest, für dich? Nach glücklicher Ehe hört sich das alles nicht an, auch in deinem 1. Fädchen nicht. Da lese ich auch nur, dass alles schlecht ist und du rumeierst und sich nichts bewegt.

    Warum sollte sich auch was bewegen? Dein Mann hat ja keinen Grund, was zu verändern, er wär ja schön dumm, sich aus seinem warmen Nest zu bewegen.

    Ja, was meinst du, was nun passieren kann, für dich? Es gibt 2 Wege.

    Entweder du machst so weiter, wie bisher. Dann darfst du dich aber auch nicht beschweren. Dein Mann verhält sich so, wie sich alle Abhängigen verhalten.
    Oder du erkennst langsam, was du für dich willst und verändern kannst, dann musst du dich aber auch bewegen.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe Renate, ja, als ich hier ankam, vor 6 Jahren, da fühlte ich mich eben wie "Muddi". Zuständig für alle und alles, ausgenutzt, unbeachtet, unattraktiv, ausgepowert. Im Laufe der Trennung und meines neuen Lebens änderten sich aber diese Gefühle. Nee, Mama sollte mich mein Partner niemals nennen! Das hat mein Exmann auch nicht gemacht, ein Glück. Ich bin ja nicht seine Mama... Obwohl, manchmal hab ich mich so gefühlt. Aber an seine Mama kam ich eh nie ran, die ist einfach zuuuu perfekt (meint sie). Egal.

    Grenzen sind immer gut. Und Gartenarbeit erst recht!

    Mir geht's ganz gut. Heute habe ich Ruhetag. Spät mit Dante gefrühstückt, der ist dann abgedüst zur Arbeit. Hat heute mal Spätschicht. So habe ich hier rumgewerkelt im Haushalt, nun höre ich gemütlich Beethoven und lese hier im Forum. Dazu bin ich ja die letzte Zeit weniger gekommen. Fotos will ich auch noch bearbeiten. Und ich hatte schon paar Kekse und lecker Käffchen. Gleich ruf ich meinen Liebsten auf dem Stellwerk an, ist schön, so ein Lebenszeichen zwischendurch.

    Ja, mir geht's echt ganz gut.

    Aurora

    Hallo,

    liebe Elfriede, ja, "Muddi", so war ja mein Nick, als ich hier ankam. "Aurora" wurde ich ja erst später. Nett bin ich ja immernoch, hoffentlich :wink: , aber ich vergesse nicht mehr mich selbst dabei. Meistens jedenfalls.

    Ich habe so meine Rückschritte momentan, wohl immernoch durch die Dinge vom letzten Jahr. Das hat meine Grundmauern so richtig erschüttert. Nicht nur der Tod meiner beiden Menschen, sondern auch noch die Dinge drum herum, der alte Job, aus dem ich so plötzlich rausgeschmissen wurde, der neue Job, der so unglaublich schlimm war...

    Nun bin ich aber wieder auf dem Weg.

    Der neue Job läuft gut. Da kann ich viele Dinge anwenden von denen, die ich gelernt habe. Und ich merke, wie unzufrieden ich sein kann, wenn ich in alten Mustern stecke. Da kann ich dran arbeiten, denn ich erkenne sie ja jetzt. Ich bin da ziemlich optimistisch.

    Die Erbse kann Rad fahren, wir hatten ihr ja eines geschenkt letztens. Natürlich ohne Stützräder, sowas fangten wir garnicht erst an. Nun düst das kleine Ding rum wie der Blitz :lol: .

    Abgsehen von Müdigkeiten, die mich überfallen, geht es mir gut. Und letzten Sonnabend hatten Dante und ich schon 2. Hochzeitstag :D . Wow, die Zeit vergeht. Und es fühlt sich immernoch gut und richtig an, mit meinem Mann.

    Aurora

    Liebe cocomel,

    nein, es ist nicht einfach. Das ist wohl wahr. Ich meine, ich hab ja selbst lange genug rumgeeiert und weiß, wie das ist.

    Ich finde es gut, dass du den Mut hast, da nun dich von zu lösen. Denn leider ist es der einzige Weg. Solange er trinkt. Das ist so traurig und tut weh, aber es ist einfach so. Bei einem Abhängigen zu bleiben, tut eben irgendwann noch mehr weh, als jetzt der Cut...

    Ja, du machst echt eine Menge für dich, das finde ich gut. Das kann am Anfang nicht jeder. Und du merkst ja selbst, es tut dir gut und die Gedanken an ihn treten dann in den Hintergrund. So soll es sein.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo Hugoline,

    willkommen zurück!

    Erstmal sag ich dir herzliches Beileid zum Tod deiner Enkelin. Welch ein Schicksalsschlag. Ich habe letztes Jahr meine Tochter verloren, sie starb bei einer Lungenembolie bei der Geburt ihres ebenfalls toten Sohnes. :cry: . Solch tragisches Schicksal kann einen schon aus der Bahn werfen! Ohne Frage. Es ist unfassbar.

    Dadurch ist nun vieles bei dir und deinem Mann anders gelaufen, als geplant. Das Leben fragt nicht danach. Es ist sicherlich sehr schlimm, aber dass er wieder angefangen hat zu trinken ist keine Entschuldigung. Er hat das aus persönlichen Gründen gemacht. Ich habe das Gefühl, du fühlst dich dafür verantwortlich, weil du dich um deine Tochter gekümmert hast. Aber du bist nicht dafür verantwortlich! Das ist er selbst.

    Er ist erwachsen. Auch wenn er seine Handycaps hat, kann er sein Leben zufrieden und selbstbestimmt gestalten. Aber so wie du es beschreibst, hat er sich völlig abhängig gemacht von dir. Er gibt dir die Verantwortung für sein Leben und sein Wohlbefinden. Bekommt er das nicht, hat er wieder einen Grund zu trinken. Du fühlst dich dann verantwortlich.

    Wie lange willst du diesen Spagat schaffen? Du hast doch auch das Recht auf ein wenig eigenes Leben mit deinen eigenen Bedürfnissen. Nein, du bringst ihn nicht aus der Spur, das macht er selbst!

    Viele Grüße
    Aurora

    Liebe cocomel,

    in deinem Fädchen dreht sich alles nur dauernd um "Ihn". Du spekulierst über ihn, machst dir Gedanken, all sowas.
    Du fährst zu ihm in seine neue Wohnung, tust ihm den Gefallen, bringst ihm seine Sachen... Und nutzt die Gelegenheit gleich, um dich umzusehen, ob du dort Flaschen findest. So erscheint es mir.

    Es ist ja seine Wohnung und er darf da Flaschen lagern, so viel er will. Und er darf sie auch austrinken, wenn er will. Das wird er auch machen, davon kann ihn wohl niemand abhalten.

    Was hat das also für einen Sinn, da zu spionieren?
    Warum tust du dir das an? Und ist es nicht egal, ob er nun alleine getrunken hat und trinkt oder nicht?

    Und ja, es gab in meiner Beziehung mit meinem Exmann sehr viele Probleme. Psychisch und körperlich war ich ziemlich kaputt. Dazu kam, dass ich irgendwann selbst sehr viel und oft mit trank. Finanzielle Probleme gab es nicht, aber es gab Ekel und Wut. Tränen und Geschrei. Meine Kinder, die fassungslos zusahen. Es gab Frust und Gehässigkeit. Es sind Dinge passiert, die mich an meine Grenzen gebracht haben.

    Ich war heilfroh, als ich da aussteigen konnte. Nach vielen Jahren. Und endlich für mich ein glückliches und ruhiges und zufriedenes und lebenswertes Leben starten konnte.

    Was machst du für dich jetzt? Ich meine, ihr seit getrennt und du kannst jetzt deinen Weg für dich machen!

    Viele Grüße
    Aurora

    Liebe Cocomel,

    du schreibst sehr vieles, worin ich mich auch wieder finde, wie ich selbst mal war. Bevor ich mich auf meinen Weg machen konnte und auch am Anfang von diesem Weg. Deine Gedanken und Gefühle sind ja nicht "unnormal" für deine Situation, sondern eher tatsächlich wohl typisch. Du merkst ja aber auch selbst, dass du dich damit im Kreis drehst und nichts vorwärts gehen kann für dich.

    Deine Träume und Wünsche in die Partnerschaft... na klar sind die da und waren da. Ich habe damals meinen Exmann jung geheiratet, voller Wünsche und Träume und Lebensvorstellungen. Und ich wurde im Laufe der Jahre immer trauriger und desillusionierter, weil nichts davon so war, wie ich es mir in meinen Träumen ausgemalt hatte. Das war dann sowas wie ein Scheitern meinerseits. Ich habe ja gedacht, es liegt einzig an mir, dass es so ist. Dass er eben nicht der Traummann ist, den ich mir gewünscht hatte. Sondern dass er ein Mann ist, der seine eigene Lebensvorstellung hat, die sich krass zu meiner unterscheidet. Da hat ja dann doch niemand versagt, oder?...

    Du hast ihm angeboten ihm zu helfen, bei der Renovierung, beim Putzen. Warum? Ganz ehrlich, warum? Diese Frage ist nicht böse gemeint, sondern einfach mal ein Gedankenanstoß. Ich meine, ich habe solche Angebote zum Beispiel früher gemacht, weil ich noch bisschen die Kontrolle behalten wollte, weil ich mich unentbehrlich zeigen wollte. So a là: es geht nicht ohne mich...

    Ja, er sagt dir, er fühle sich alleine gelassen. Der Aaaaarme... und damit drückt er einen wichtigen und lästigen Co-Knopf bei dir! Den Schuld-Knopf. Und dir blutet das Herz. Peng, hat er's geschafft. Ich meine, er hat doch so viele Freunde. Da kann er doch sicher Hilfe bekommen und alleine ist er ja dann auch nicht... Du bist ja nicht dafür verantwortlich, wie er sich fühlt. Er muss selbst dafür sorgen, dass es ihm gut geht.

    Zitat

    Und ich fühl mich wirklich machtlos und hilflos


    Ja, und das bist du auch! Du kannst ihm nicht helfen, wenn er deine Hilfe nicht will. Und er will sie anscheinend nicht! Und machtlos bist du auch. Du hast keine Macht darüber, ihn von der Flasche weg zu zerren. Das tut weh, das zu erkennen und zu akzeptieren. Ich weiß das zu gut...
    Und das gibt dann wiederum so das Gefühl, gescheitert zu sein, oder?

    Zitat

    Ich hab meinem Freund gesagt,dass ich es nicht einsehe,dass ich zur Therapie gehe und ermich da nicht unterstützt,indem er weiter trinkt.


    Warum soll er dich unterstützen? Mal ganz grob gesagt? Du gehst doch für dich zur Therapie. Oder gehst du da hin, weil du dir was für ihn davon versprichst? Wieso meinst du, er müsse dich nun unterstützen und mit dem Trinken aufhören?

    Zitat

    Aber mal ehrlich,welche Zukunftsaussichten haben wir als Co,wenn unser Partnerkeine Taten zeigt und definitiv sagt:Jetzt reichts,ich muss was tun!?


    Der Strudel der Sucht geht immer weiter abwärts. Wo Alkoholismus endet, wenn er nicht gestoppt wird, ist erwiesen. Am Ende steht in vielen Fällen Korsakow, immer völlige Hilflosigkeit, Demenz, Tod. Dazwischen ist viel Dreck, sozusagen. K.otzen, Hinmachen an allen unmöglichen Stellen, Terror, Unfähigkeit, am realen Leben teilhaben zu können.

    Und der oder die Angehörige, die Angehörigen, Cos, mitten dabei. Auch abwärts. Meine Tante zum Beispiel hat selbst mitgetrunken, irgendwann. War eher tot als mein Onkel, krank, ausgelaugt, selbst abhängig. Eine andere war körperlich fertig. Hatte kein eigenes Leben. Immer nur der Mann, der immer hilfloser und unberechenbarer wurde. Finanzielle Not überall bei denen. Sie hat ihn gerettet und gerettet und gerettet... Nach Hause getragen, wenn er nicht mehr laufen konnte. Ein glückliches Leben? Nicht wirklich. Isoliert waren sie. Wer will schon sowas mit ansehen, wie sie sich kaputt macht und er auch. Gespräche waren nicht mehr möglich. Sie kreisten umeinander, sprachlos.

    Ich könnte dir noch einige Beispiele nennen, die ich mit eigenen Augen gesehen und erlebt habe! Fakt ist aber immer, es ist immer ähnlich und es endet im Dreck, Tod.

    Tolle Zukunftsaussicht, oder?

    Eine normale Beziehung? Die besteht aus Liebe, gegenseitigem Respekt. Auf Augenhöhe. Auf Zuverlässigkeit, Geborgenheit. Auch aus Auseinandersetzung, na klar, eine gesunde Beziehung braucht auch das. Aber es ist die Art, damit umzugehen. Respektvoll eben. Gleichwertig. In einer Beziehung mit Abhängigen gibt es sowas nicht. Da ist keine Augenhöhe. Es sei denn, du wirst auch abhängig von diesem Stoff, dann hast du wieder eine Gemeinsamkeit...

    So, du meene Jüte, jetzt habe ich dir aber viel geschrieben. Ich hoffe, es ist ok und du kannst was anfangen damit.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    so, nun will ich mal wieder was hier lassen...

    Liebe Renate, ja, diese einfache Klarheit der kleinen Kinder kann manchmal ganz schön hilfreich sein...
    Ja, Verletzungen schleppe ich mein ganzes Leben mit rum. Meine Päckchen eben. Diese Dinge haben mich geformt, geprägt. Und machen mich heute zu der, die ich bin. Zur Zeit ist das ganz schön präsent bei mir, diese alten Päckchen. Ob ich will oder nicht... Muster fragen nicht danach, sie tauchen einfach auf. Aber das Gute daran ist eben, dass ich nun in der Lage bin, da was zu erkennen. Ich grübel nicht im Gestern nach.

    Sondern ich bemerke ein Verhalten, komische Gefühle an mir, in bestimmten Situationen. Und ich merke, es geht mir besch...sen damit. Und ich fühle mich schlecht. Und dann kann ich plötzlich erkennen, aha, das liegt da und da dran, dass es mir so geht. Und das macht es mir einfacher, da heraus zu gehen. Was neu zu machen, zu verändern an diesem Muster. Es wird mit Sicherheit immer wieder auftauchen, aber es wird mich nicht mehr fesseln können. Erstarren lassen. Unglücklich machen.

    Ich hoffe, ich konnte erklären, wie ich's meine. Du hast Recht, wenn du sagst, zuviel Rumwühlen in der Vergangenheit ist nicht gut. Das stimmt! Wenn ich nur im Vergangenen feststecke, bringt mich das nicht weiter. Wenn ich aber meine Vergangenheit benutzen kann, um darauf was Neues aufzubauen, dann ist das sehr hilfreich.

    Ja, und da bin ich bei, gerade.

    Wir haben inzwischen hier ein wenig renoviert und ich habe mit vielen alten Mustern zu tun gehabt :? . Und viel für mich daraus lernen können :D . So soll es sein. Da ist schon eine Menge an Klarheit für mich entstanden.

    Ansonsten jährt sich ja wieder der Tag, als ich meinem Ex das Ultimatum gestellt habe. Vor 6 Jahren... Der Druck war ja unermesslich geworden und er immer unberechenbarer in seiner Sucht. Ich weiß nicht mehr den ganz genauen Tag, aber es war nach der Goldenen Hochzeit meiner Eltern vor 6 Jahren, am 20. 4. Da habe ich gesagt, nun ist's genug.

    Im Mai begann ich mit der Suche nach einer Wohnung, erst für ihn. Denn ich dachte, er solle mal ausziehen. Das tat er aber nicht... Also musste ich für mich handeln. Und das tat ich dann auch. Das ging dann ratzfatz. Im Juli war dann mein Umzug.

    Danach war mein Ex ja nüchtern und wir eierten noch ganz schön rum. Na gut, das musste wohl so sein. Dann der endgültige Schlussstrich. Und meine neue Liebe :D . Die ist immernoch suuuper. Am 27.4. haben wir 2. Hochzeitstag :D .

    Mein Exmann ist auch neu liiert. Und trinkt wieder...

    Aurora

    Liebe Sausewind,

    da hast du ja echt schon was erreicht für dich! Super!

    Manche Schritte dauern eben länger und manche gehen ganz schnell, so ist das eben. Diese Feigheit kenne ich auch... Und dann das Gefühl, mich endlich zu trauen. Und dann passieren auf einmal die besten Sachen - für mich!

    Schön, dass du Menschen an deiner Seite hast, die dich unterstützen.

    Viele Grüße
    Aurora

    Liebe cocomel,

    schön, dass du hier nun dein Fädchen eröffnet hast :) !
    Und ein Austausch hat ja nun auch schon begonnen.

    Ja, was ist gelogen, was ist wahr... Das Gefühl hatte ich auch bei meinem Exmann damals. Ich habe meinen eigenen Gefühlen und Wahrnehmungen immer weniger getraut, war völlig unsicher und verdreht. Er hat dafür gesorgt, dass es so ist... Solches Verhalten habe ich schon oft gelesen und gehört, dass es den Angehörigen so geht und der Abhängige das herbei führt. Um seine Sucht ein wenig zu verschleiern.

    Ja, er raubt deine Energie! Abhängige sind Energieräuber, auf jeden Fall. Nun ist halt die Frage, lässt du dir deine Energie rauben? Nö, oder...?

    Zitat

    Ich fühl mich .... auch traurig,aufgeben zu müssen.


    Was meinst du damit? Was musst du aufgeben?

    Und

    Zitat

    Ich fühl mich oft allein ...


    Was könntest du daran ändern?
    Denn darum geht es. Welche Freunde er hat, und was die machen, ist ja im Prinzip nicht deine Sache. Es sei denn, es sind auch deine guten Freunde. Dann wäre es wichtig, offen und ehrlich mit ihnen zu reden und zu schildern, was bei dir abgeht und was du in naher Zukunft für Schritte geplant hast.

    Denn darum kann es nur gehen. Um dich! An deinem Wohlbefinden kannst du was ändern und für dich kannst du unterwegs sein. Nicht für ihn. Das muss er selbst machen, es ist sein Leben und er ist erwachsen.

    Viele Grüße an dich
    Aurora

    Liebe Miriel,

    ich finde, du hast es richtig gut gemacht!

    Du hattest schlechte Gefühle wegen des Geldes und deshalb Erinnerungen und Gedanken, die du nicht wolltest. Das ist nun mal so gewesen und ich finde es ehrlich, dass du darüber so geschrieben hast. Es sind nun mal deine Gefühle gewesen, was soll daran erstmal verkehrt sein? Und du hast das alles ernst genommen. Und daraus für dich gehandelt, dass es sich nun wieder gut anfühlt. Dafür brauchst du dich nicht zu rechtfertigen!

    Ich wünsche dir einen schönen Tag heute.

    Liebe Grüße
    Aurora