Beiträge von Aurora

    Liebe Lebensfroh,

    das ist schön, mit dem Urlaub :) ! Unser steht auch noch bevor. Vorfreude ist immernoch die beste. Und dann - rein in's Vergnügen.

    Die Angst, die du beschreibst, dreht sich doch in meinen Augen darum, dass du Angst hast, ihn zu verletzen oder im Stich zu lassen. Du schreibst auch, du hast Angst, deine Gefühle für ihn zu verlieren. Meinst du, das kann passsieren? Vielleicht ist ein totaler Rückzug ja auch die Chance, dir klar zu werden, ob da überhaupt noch Gefühle sind. Und welcher Art diese Gefühle sind.

    Also ist es Liebe, oder eher eben Schuldgefühl, Verantwortungsgefühl, Angst, ihm weh zu tun, im Stich zu lassen.

    Das ist mal ganz wichtig, das zu sortieren!

    Zitat

    Und wo ist mein Rückzug eine Hilfe und ab wo ist es ein schmollendes Zurückziehen meinerseits


    Dein Rückzug soll in erster Linie ja für dich sein! Nicht überlegen, ob es für ihn Hilfe ist oder ob er es als Schmollen ansieht. Rückzug ist Schutz deiner eigenen Gefühle. Ist ein Zudirkommen. Hast du es schon mal unter diesem Gesichtspunkt betrachtet?

    Ja, und wenn dir Fehler passieren, ist das auch ok. Menschen machen Fehler, das gehört dazu und ist nicht schlimm. Du musst natürlich dann mit den Konsequenzen leben, ganz klar. Und das kann schwer sein, den Gedanken daran zuzulassen. Ich weiß, wovon ich da schreibe, mir ging es ja auch so. Und manchmal geht's mir noch immer so. Dafür brauchst du schon auch Mut. Und Selbstvertrauen. Das kannst du bekommen, wenn du dich ernsthaft und ehrlich mit deinen Dingen auseinander setzt, wie du es jetzt hier ja auch machst. Das ist eben das Gute an solchem Austausch.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Lebensfroh,

    wie meinst du das
    "in Liebe loslassen ohne sich ganz zu trennen"?

    Zitat

    Und dann gab es auch noch ein Gespräch zwischen meinem Freund und mir und da kam ganz klar rüber von ihm, dass er sich um seine Probleme kümmern werde - und ich mich um meine kümmern soll.


    Ja, das ist doch eine ganz klare Ansage.

    Warst du schon in deinem Urlaub oder gehst du erst? Das ist doch schön, dass du das für dich machst, Urlaub.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo little sweet sunshine ,

    du hast ja sehr konkrete Vorstellungen davon, wie sein Leben aussehen muss. So empfinde ich es beim Lesen. Er soll alles ändern, um dir zu beweisen, dass er es ernst meint, er soll kämpfen. Und dir ist ja klar, dass es nicht von heute auf morgen geht.

    Für mich liest sich alles so, dass du die Zügel in der Hand haben willst. Wie es zu laufen hat. Und er soll sich gefälligst richten danach, am liebsten würdest du ihn ja "kidnappen", also in dein Auto verfrachten und raus holen da, aus seiner Welt. Will er das denn überhaupt? Vielleicht fühlt er sich ja doch da ganz wohl?

    Er soll sich ändern. Gut, verstehe ich schon auf eine Art. Und du? Wie sieht es mit dir aus? Müsstest du auch noch was ändern an dir, damit eine Beziehung klappen kann?

    Du schreibst sehr viel über ihn und seine Familie. Das ist nicht so toll, denn hier im www. kann jeder das lesen und sich vielleicht auch wieder erkennen. Das möchten wir hier nicht!

    Bitte bleibe mehr bei dir und deinen Dingen. Denn nur darum kann es ja gehen.

    Viele Grüße
    Aurora

    Liebe Agostea,

    verschieben möchte ich dein Thema jetzt hier nicht, aber bitte eröffne nicht noch weitere! Es ist ja sonst schwierig, deiner Geschichte auch zu folgen, und ich finde das so wichtig, um dir auch antworten zu können.

    Deine Angst ist erschreckend. Und du schreibst ja selbst, wie sehr sie dich lähmt. Da ich auch gerade eine ziemliche Angstzeit hinter mir habe, weiß ich das. Hast du da professionelle Hilfe? Ich glaube, es ist sonst sehr schwer, da raus zu kommen.

    Du schreibst ja selbst, du bist trockene Alkoholikerin. Deshalb musst du ja sicher besonders gut auf dich aufpassen. Und du stehst, so empfinde ich es, in deinem Leben an allerletzter Stelle. Warum meinst du, dich so aufopfern zu müssen für alle?

    Viele Grüße
    Aurora

    Liebe Rumba,

    ja, ich kenne dich noch gut als Pamina :D ! Habe ab und an mal an dich denken müssen, was so geworden ist... Schön, dass du nun wieder her gefunden hast.

    Mir fällt jetzt auf, dass sich in deinen Berichten nun alles um seinen Zustand dreht. Wie er gesundheitlich drauf ist und so...

    Du bist voller Hoffnung und in Warteposition, was nun passieren wird. Immer sprungbereit, ihm zu helfen, wenn er es braucht. Immernoch dreht es sich um ihn.

    Und du? Wo bist du? Um eine Beziehung auf Augenhöhe führen zu können, musst du auch lernen, ihn sein zu lassen, ihn machen zu lassen, auch wenn es unangenehm ist für ihn. Wenn es um seine Nüchternheit geht.

    Ich sage das auch aus Erfahrung. Mit meinem inzwischen Exmann bin ich nicht mehr zusammen gekommen. Inzwischen bin ich zum 2. Mal verheiratet, mit einem Alkoholiker, der trocken ist, seit fast 7 Jahren. Eine Co und ein Alkoholiker, ja, das kann gehen. Wenn jeder auch für sich selbst unterwegs ist! Seine eigenen Dinge ernst nimmt. Sich entwickelt.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo cocomel,

    ich weiß jetzt gerade nicht, was du erreichen möchtest?

    Du hast dich getrennt, weil seine Alkoholproblematik für dich nicht mehr ertragbar war. Er trinkt, wenn ich richtig verstanden habe, weiter. Also hat sich da nichts verändert.

    Aber auch bei dir hat sich nichts verändert. Da sind jeden Tag Telefonate, Sms, die hin und her gehen. Da sind Schuldzuweisungen und Verletzungen, die ihr euch gegenseitig zufügt.

    Du hattest entschieden, dass du dich trennen willst. Nun musst du aber auch mal konsequent sein! So ist das das reinste Rumgeeier. Dein Noch-Nicht-Ganz-Ex weiß ja nicht wirklich, woran er ist. Wenn du ihm immer wieder Platz einräumst. Mit ihm diskutierst. Das wird er auch ausnutzen für sich. Indem er seinen Frust auslässt, an dir.

    Worauf wartest du? Dass er endgültig Schluss macht? Warum? Du hast doch schon... Oder haste nich... Oder doch... Oder nich...

    Um wen geht es hier eigentlich? In deinem Fädchen. Ich lese nur von "IHM". Und du? Was machst du für dich, außer dauernd mit ihm zu telefonieren und an ihn zu denken?

    Hört sich das böse an? Na gut, ich will dich mal bissi aufrütteln.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Lebensfroh,

    willkommen im Forum! Schön, dass du dich getraut hast.

    Das, was du beschreibst, kenne ich in etwa auch so. Die Schuldgefühle, das Angewiesensein auf die Zuwendung anderer Leute. Die Bestätigung von außen, die ich auch brauchte. Dieses Zurückgelassenwerden.

    Es ist mir damals unheimlich schwer gefallen, mich von meinem Exmann zu lösen. Es war, glaub ich, das erste Mal, dass da Initiative von mir aus ging. Weil der Druck, all das Negative einfach inzwischen übermächtig war in mir, und ich mich nur noch retten wollte. Musste.

    Es hat lange gedauert, da raus zu kommen. Denn diese alten Muster, von denen du ja auch schreibst, die sind echt hartnäckig. Und es ist mutig von dir, dass du da jetzt auch gegen angehen möchtest! Das finde ich toll. Denn es funktioniert ja auch, wenn du was machst, wirst du auch den Erfolg spüren können. Der einzige Nachteil ist, dass es dauert und Geduld dein Freund werden sollte. Sag ich ganz ehrlich. Ich hab Geduld hier gelernt... Ich war 1 Jahr jünger als du jetzt, als ich hier ankam. Und ich sag dir, es ist nie zu spät was zu verändern. Egal, wie alt du bist. Ja, ich konnte nix nachholen, was ich bis dahin versäumt hatte, aber ich konnte schon auch Träume wahr werden lassen. Auf alle Fälle lebe ich jetzt, mit Höhen und Tiefen. Ich habe schwere Schicksalsschläge hinnehmen müssen, aber trotzdem ist es jetzt endlich ein lebenswertes Leben, was ich habe.

    Du schreibst von Schuldgefühlen. Hast du dir schon mal angesehen, wie sie sich "zusammensetzen". Also was dir genau Schuldgefühle macht? Das war damals für mich ein guter Ansatzpunkt, um was zu erkennen. Was genau macht dir Schuldgefühle ihm gegenüber?

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Nimome,

    ja, wenn da Kinder sind, ist ein Kontakt meistens nicht zu verhindern. Das war und ist ja bei mir auch so.

    Als ich mich getrennt hatte, blieb mein Sohn auch noch beim Vater wohnen. Meine Tochter war da ja schon längst aus dem Haus und verheiratet. Mein Sohn hat sich aber, so gut es ging, vom Vater abgegrenzt und sein eigenes Ding gemacht. Und mir nicht soooo oft was erzählt. Mein Exmann hat ja damals nach der Trennung auch 4 Jahre nicht getrunken. Also gab's da auch nichts zu berichten, sozusagen. Trotzdem hat mich der Kontakt, dieses Hin und Her, noch fast 1 Jahr lang ziemlich gefesselt. Einerseits hatte ich mein neues Leben, andererseits ließ ich meinen Exmann viel zu sehr da auch rein.

    Es wurde erst besser, als ich das Abgrenzen kapiert hatte und konsequent klare Ansagen machen konnte. Ich habe sofort abblocken können, wenn er wieder anfing, also der Ex, mir was zu erzählen. Und mir wurde klar, was mich dazu bewegte, immernoch auch am Leben des Ex teilnehmen zu wollen, bzw. warum ich das nicht sofort unterbinden konnte.

    Aber es ist ein ziemlicher Prozess, das machen zu können.

    Du schreibst von deiner Hilflosigkeit, vom Nichts-Tun-Können. So ist es ja auch. Du könntest das auch als Machtlosigkeit bezeichnen. Du hast keine Macht darüber, was er tut. Und das macht dich eben hilflos.

    Aber er ist ja erwachsen und für sein Leben selbst verantwortlich, oder? Du bist getrennt, warum meinst du, da immernoch eingreifen zu müssen? Was bewegt dich dazu? Du denkst, du müsstest was tun, warum und was? Was bewegt dich dazu, so zu fühlen? Kannst du in dich reinfühlen und versuchen, das zu ergründen?

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe cocomel,

    SHG ist immer gut, und du bist ja auch schon hier, wir sind ja auch eine...
    Es ist ja nicht verkehrt, sich so viel Hilfe wie möglich zu holen! Und es ist gut, dass du bei der Caritas so gute Unterstützung findest.

    Du sagst, dein XY kann dich an- und ausschalten wie einen Lichtschalter. Ja klar. Ist er nicht präsent, kannst du beginnen, deinen Fokus mehr und mehr auf dich zu richten. Das schaffst du dann auch schon ganz gut. Aber kaum meldet er sich und ihr habt Kontakt, zieht dich alles wieder zurück in dein altes Schema.

    Deshalb ist es eben so wichtig, den Kontakt tatsächlich einzustellen. Sonst geht dieses Geeier unendlich weiter. Ich kann dir das ja aus eigener Erfahrung sagen. Es bringt einfach nichts, dauernd wieder Kontakt zu haben, zu reden. Das ist nur ein Hin und Her dann.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Nimome,

    willkommen im Forum! Schön, dass du dich nun getraut hast, diesen Schritt hier her zu machen. Denn das ist wirklich nicht einfach, mit seinen Problemen an die "Öffentlichkeit" zu gehen. Sie sind da so real und sichtbar...

    Du bist ausgezogen, das ist auch ein ziemlicher Schritt, den du da machen konntest. Ich habe damals viele Jahre für diesen Schritt gebraucht.

    Und nun kommt das Loslassen...

    Ich verstehe deine Hilflosigkeit und Verzweiflung sehr gut, wenn er wieder getrunken hat und du das mitkriegst. Und diese Gefühle, dass du ihn schütteln könntest dann und so, die hatte ich auch. Manchmal war ich außer mir vor Wut dann auch. Weil, was ich ihm auch an den Kopf knallte dann, er nahm es hin mit betrunkenem Grinsen und Teilnahmslosigkeit. Es war ihm, glaub ich, in diesen Momenten völlig wurscht.

    Und da kapierte ich dann, dass ich eben nix machen kann für ihn. Und fühlte auch diese Machtlosigkeit und Hilflosigkeit. Aber ich merkte nach und nach, dass ich eben für mich was machen kann.

    Es erfordert schon einige Geduld, dich da zu lösen. Das ist schon nochmal ein ziemlicher Prozess. Ich finde es gut und mutig, dass du das jetzt machen willst.

    Warum hörst du von ihm, woher weißt du, wann und dass er wieder getrunken hat? Diese Informationen ziehen dich immer wieder ein Stück in das alte Leben zurück und lassen dich nach alten Mustern laufen. Kannst du diese Infos nicht irgendwie abstellen?

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    es tut sich wirklich viel in mir zur Zeit. Meine Therapie, die ich mache, bewegt mächtig was und lässt mich wieder genau hinschauen und erkennen.

    Ich habe ja diese vielen Ängste. Die haben mich ja damals mit festgehalten in meiner ersten Ehe. Irgendwie konnte ich sie ausschalten, eine Weile, und mich lösen. Das war gut so! Und ich habe dann ja auch ganz gut gelebt. Ich konnte gut umgehen mit meiner Angst, eine ganze Zeit.

    Seit letztem Jahr aber sind diese Ängste wieder da. Es ist einfach zu viel passiert :cry: . Und die Angst wurde stärker fast als je zuvor. Das geht mal so und mal so, ich nehme ja auch ein AD inzwischen, all sowas. Aber die Angst ist eben immer irgendwo da, im Hintergrund. Ich habe eine ziemliche Angstwoche auch hinter mir, es gibt so Dinge, die rufen so viel Angst hervor. Zum Beispiel Dinge, die meinen Arbeitsplatz betreffen und meine Familie. Letzte Woche gipfelte das mal wieder in eine Panikattacke. Und ein weiteres Mal war mir so körperlich übel, unglaublich.

    Ich erzählte davon in der Therapie. Und dass es mir während solcher Attacken eben so geht, dass ich mein Denken auch nicht mehr anhalten kann, erstmal. Es steigert sich immer mehr dann rein. Der Therapeut hat mir nochmal gut vor Augen geführt, was das ist, Angst, also was es bewirkt.

    Ich musste ein Buch in beide Hände nehmen und vor's Gesicht halten. Das Buch symbolisierte die Angst. Und klar, ich konnte nix sehen und meine Hände nicht gebrauchen, mit der Angst vor Augen. Und dann machten wir Tauziehen. Er war die Angst. Ich zog am anderen Ende. Welche Kraftanstrengung, welche Konzentration, welch wackeliger Boden das war für mich. Und beide Hände waren nicht zu gebrauchen, ich konnte nix weiter, als gegen ziehen...

    Ja, so ist Angst, ich weiß das ja. Angst lähmt, nimmt Energie, macht blind für alles andere. Das habe ich an diesem Experiment ganz deutlich wieder mal gemerkt. Und seitdem geht es mir besser. Denn mein Ziel ist nun, meine Angst, die ich habe, die einfach zu mir dazu gehört, zu akzeptieren.

    Sie anzunehmen. Keine Angst vor der Angst mehr zu haben. Ich habe meiner Angst eine Gestalt gegeben, ein Bild. Eine Figur. Am Wochenende konnte ich damit gleich experimentieren und es hat geklappt :D . Ich hatte wieder Gedanken und die Angst kam angeschlichen. "Hähä, da bin ich, und ich sag dir, du wirst wieder scheitern heute. Du wirst es nicht schaffen, den Anforderungen nicht genügen auf Arbeit, du wirst baden gehen...!" so flüsterte mir die Angst in's Ohr.

    Ich dachte, "ah, da bist du, Angst. Ich kenn dich und weiß, was du möchtest. Du willst mich unsicher machen. Aber heute will ich das nicht! Es gibt auch garkeinen Grund dafür. Also setz dich gefälligst auf die Bank da und lass mich in Ruhe!".

    Es hat geklappt!

    Ich hatte einen guten Tag, habe meine Arbeit sehr gut geschafft und war richtig zufrieden. Und sicher. Ich hatte ja meinen Kopf frei zum Denken, meine Hände frei. Und mit meinen Händen konnte ich schaffen. Denn ich kann das ja. Angst lähmt, macht unfrei. Ich weiß das schon lange, habe es schon oft auch so hier geschrieben. Nun konnte ich es erst für mich selbst garnicht mehr anwenden. Aber nun geht es wieder. Das fühlt sich echt frei an!

    Aurora

    Liebe cocomel,

    du möchtest kein Spielball sein... Ganz klar, wer möchte das schon. Dann lass dich aber auch nicht dazu machen!

    Du hast noch dauernd Kontakt. Obwohl ihr getrennt seid. Ich kann dir da aus eigener Erfahrung sagen, dass dieser Kontakt nicht gut ist. Denn es ist ja tatsächlich dann ein Pingpong von alten Gewohnheiten und auch Verletzungen, die da hin- und hergeschossen werden. Und was bringt es dir? Was bringt es dir ihm zu sagen, dass du ausgehen willst, zum Beispiel? Was willst du damit bei ihm erreichen? Und irgendwas willst du ja erreichen, sonst bräuchtest du es ihm ja nicht zu sagen. Und dich wurmt auch, dass er sein Leben lebt, wie es ihm passt. Ohne Rücksicht halt auf dich. Was sein gutes Recht ist, denn ihr seid ja auch getrennt.

    Du hast ja auch das Recht, dir sein Leben nun schön zu gestalten. Ohne dauernd mit ihm zu reden oder zu smsen oder sonstwas. Es geht ihn ja nix (mehr) an.

    Zitat

    Es ist nur dieser Knackpunkt,dass man sich an der Reaktion und dem Verhalten des XY misst und sich durch das Verhalten oder die Reaktionen nicht wertvoll vorkommt oder als sei man es nicht wert gewesen


    Ja, das kann ich unterstreichen. Ich bin mir auch sehr unwert vorgekommen, damals. Und mein Exmann hat das auch gut ausgenutzt und mir das Gefühl gegeben, ich wäre eben zu blöd und wertlos. Das sind so Machtspiele in Beziehungen, die nicht auf Augenhöhe stattfinden. Wenn aus irgendwelchen Gründen der eine Partner sich meint über den anderen stellen zu müssen. Er fühlt sich dann selbst groß und stark, wenn der andere klein ist und schwach.

    Bloß, es zwingt dich niemand und mich hat auch niemand gezwungen, das dauerhaft mit zu machen. Warum? Das hat niemand verdient, so behandelt zu werden! Du auch nicht!

    Versuche doch nun einfach, den Kontakt einzustellen. Denn was bringt dir das? Außer neuen Verletzungen und Gedanken, die nur um ihn kreisen.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe dorothy,

    ich habe damals nichts von Ethik gespürt, bei mir waren es riesige Schuldgefühle. Zuerst. Dann aber wurde daraus Zorn, regelrecht Hass auf ihn. Und so habe ich es geschafft, mich zu lösen. Ich habe ihm schon gesagt, dass ich mir jetzt eine eigene Wohnung suche. Da ich sowas aber schon mindestens 20000 mal gesagt hatte, lachte er mich aus und nahm es nicht ernst.

    Ich machte dann einfach, ohne weiter darüber groß mit ihm zu reden. Was hätte das für einen Sinn gehabt? Er war ja dauerbetrunken...

    Was immer du auch spürst, ethische Bedenken, Schuld oder Verantwortlichkeiten, das sind alles Gedanken, die du eben vielleicht hast. Aber verwende mal die Gedanken dann für dich und dein Leben. So habe ich das gemacht. Die bösen Gefühle hatte ich ja (lange genug dann im Endeffekt), aber dem gegenüber stellte ich dann mal endlich meine eigenen Bedürfnisse und mich selbst.

    Jeder hat ein Recht darauf, dass es ihm gut geht. Jeder hat ein Recht darauf, glücklich zu sein. Auch du!

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Herze,

    Renate sagt es schon und ich schließe mich da an, sei geduldig mit dir! Was jahre- oder jahrzehntelang in dir eingeprägt wurde, wirst du nicht nach der 3. Therapiesitzung erledigt haben...

    Ich kenne das auch. In der 1. Therapie, die ich damals nach der Trennung vom Ex gemacht habe, waren dann so Themen, da dachte ich, hm... und nun... Und einen Tag später lag ich dann morgens im Bett und habe Rotzblasen geheult, weil mir so viele Dinge bewusst wurden und alles an die Oberfläche sprudelte. Danach war ich dann irgendwie klarer und konnte hinsehen.

    Auch jetzt ist es so, dass es so regelrecht auch "Plopp" macht in mir. Wenn bestimmte Dinge mir klar werden. Und das ist nicht immer sofort der Fall.

    Ich finde es gut, dass du dich auf deine Gefühle einlassen kannst, auch wenn da noch dann Blockaden kommen. Die kannst du mit Hilfe der Therapeutin eines Tages auch auflösen. Denn du bist ja durchaus in der Lage, dir selbst zu helfen. Sonst wärst du nicht hier, zum Beispiel, oder nicht in der Therapie. Das sind ja schon Schritte, das alles für dich zu organisieren und zu machen, die dir zeigen, du kümmerst dich gut um dich. Nun kommt noch 'ne gehörige Portion Geduld obendrauf und dann wird das was. Wirste sehen.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Roseanne,

    finde ich echt gut, dass du schon mal bei der Bank warst! Das ist nämlich echt nicht einfach, diese Schritte zu machen. Du hast das nun geschafft. Toll!

    Na klar ist dein Mann jetzt ein "Engel". Meiner war dann auch immer die Liebenswürdigkeit in Person, hat nicht getrunken usw. Und ich habe dann jedesmal ein schlechtes Gewissen bekommen, weil ich doch soooo bööööse zu ihm war... Und ich war unsicher und habe meinen Empfindungen nicht mehr vertraut und habe Hoffnung geschöpft. Und immer, wenn ich wieder bereit war, es weiter mit ihm zu versuchen, saß er wieder da mit seinem "Säufergesicht"... :( .

    Ich wünsch dir viel Spaß im Garten. Ich bin ja da jetzt auch öfter, im Garten meines Schwiegersohnes. Das Arbeiten dort ist unheimlich gut für mich. Ich kann dabei meinen Kopf sortieren, nachdenken, aber auch abschalten. Und einfach nur spüren und dass ich noch lebe.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    puh, das Wochenende war ja total verregnet. Sonnabend musste ich eh arbeiten, dann noch einkaufen, dann haben wir es uns gemütlich gemacht. Gestern dann eben auch... Nun ist das Wochenende rum, und heute scheint die Sonne :? . Typisch...

    Ich habe die letzte Woche ein wenig wie Urlaub gehabt, dadurch, dass die Erbse ja verreist war mit ihrem Papa und ihrem Onkel. Das tat mal ganz gut. Ich habe zur Zeit viel nachzudenken und ich erkenne auch viel an mir, an alten Mustern. Und ich bin gut dabei, sie an den Rand zu legen und was Neues zu bauen. Neue Muster, sozusagen.

    Mir geht es gut damit, ich fühle mich dadurch irgendwie so gut für mich unterwegs, und ich merke auch die Erfolge, die ich habe. Dadurch, dass ich eben auch anders kommuniziere, mit Leuten rede, auch wie ich mich selbst gebe. Ich agiere, also reagiert mein Umfeld auch. Ist echt interessant, und es bringt mich einfach weiter.

    So, gleich gehe ich arbeiten. Heute nur 4 Stunden. Morgen hat meine Mutter Geburtstag, mein Sohn auch. Bloß der ist ja leider wieder in Magdeburg. Meene Jüte, der Kerl wird 28... Manchmal denke ich, wo ist bloß die Zeit geblieben.

    Vor 28 Jahren war ich glücklich. Und naiv. Ich habe noch geglaubt, dass ich alles verändern kann. Denn mit der Sippe vom Ex hatte ich da schon massive Schwierigkeiten. Und der Ex trank auch "komisch", schon zu dieser Zeit. Nur - ich habe es nicht sehen können oder wollen.

    Egal, irgendwann hat's ja geschnackelt und nun bin ich hier. In meinem Leben.

    Aurora

    Hallo Roseanne,

    aha, da ist also eine der Ängste. Die Angst, ihn zu konfrontieren und ihm eine Ansage zu machen. Und dann auch durchzuziehen, was du ansagst, also die Konsequenzen zu tragen.

    Mein Ex hat übrigens damals nicht müde gelächelt, sondern hämisch gelacht. Und zu meinem Sohn gesagt:"Das macht die ja doch nicht, hat sie ja schon oft gesagt..."

    Und eben die Angst, dass du dich wieder klein machst, klein machen lässt, an die Wand drängen lässt und dich zurück ziehst. Warum hast du davor Angst? Du bist doch erwachsen und hast das Recht, etwas zu beenden, zu verändern, wenn es dir nicht gut tut. Du musst da garnicht diskutieren drüber. Nur ansagen. Und wenn er anfangen will zu diskutieren und dich klein zu machen, dann kannst du sagen:"Stopp!" Und dann kannst du dich umdrehen und weggehen. Das "Stopp" kannst du laut sagen leise oder auch brüllen. Oder ein anderes Wort dafür nehmen, was dir leichter von den Lippen kommt. Du kannst dazu deine Hand erheben, all sowas. Ich habe das damals geübt! Ohne Quatsch. Ich habe das Stoppsagen geübt, bis es mir immer besser auch gelang, es zu sagen.

    Hab keine Angst davor, das kannst du auch!

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo auraya,

    ich kann dir nur aus meiner eigenen Erfahrung dazu was schreiben.

    Nachdem ich mich getrennt hatte, wurde mein Exmann erstmal nüchtern. Und wir hatten, trotz Trennung eben, dauernd Kontakt. Wir waren zusammen unterwegs usw. Waren zwar von Tisch und Bett getrennt, aber getrennt waren wir nicht wirklich.

    Ich habe während dieser Zeit immer wieder meine alten Muster gelebt und er auch. Wir haben eigentlich weiter gemacht, wie bisher, nur dann eben ohne Alkohol. Dadurch, dass da dauernd Kontakt war. Und ganz ehrlich, mir ging es nicht wirklich gut damit. Ich dachte, wir könnten sowas wie eine freundschaftliche Ebene bekommen. Aber das ging einfach nicht. Ich wollte reden und was verarbeiten, er wollte das nicht. Wir haben dauernd aneinander vorbei geredet. Und es ging mir immer blöder damit. Aber das Loslassen fiel soooo schwer...

    Liebe war da keine mehr, nicht von meiner Seite aus. Was von seiner Seite aus war, weiß ich nicht. Richtig loslassen konnte ich tatsächlich erst, als ich den Kontakt mit meinem Ex einschränkte und schlussendlich einstellte auf das Minimum, was wir teilweise haben mussten wegen der Kinder. Und wegen der Scheidung, finanzieller Dinge usw.

    Erst da konnte ich auch loslassen. Das hat auch noch gedauert, aber ich war nicht dauernd konfrontiert und in meinen alten Mustern mit ihm gefangen.

    Vielleicht kannst du was damit anfangen.

    Liebe Grüße
    Aurora