Hallo,
liebe Monty
, danke für dein Feedback!
Und heute will ich einfach so mal was hier lassen, Gedanken, die mir so durch den Kopf gehen, gerade.
Damals, vor 3 Jahren, da konnte ich nicht mehr. Mein Leben erschien mir, war ja auch sinnlos, aussichtslos, freudlos, lieblos. Mein Exmann trank immer mehr und immer länger in immer kürzeren Abständen, in denen er nichts trank. Ich drehte mich immer mehr im Kreis, hin- und hergerissen zwischen Hoffnung und Enttäuschung, Wut, Hass, Trauer, Angst.
Liebe - hm, ich wusste insgeheim, ich liebe ihn nicht mehr. Trotzdem ist es mir so lange Zeit so schwer gefallen, mich zu trennen.
Ehe, das war was für mich. In "guten wie in schlechten Tagen", so hatte ich es mir gedacht. Und ein Versprechen muss ich doch halten. Sich gegenseitig auffangen, gut sein, hilfreich, schützend... Das alles versuchte ich zu sein, ich gab sehr viel und bekam sehr, sehr wenig zurück
. Damit war ich erstmal zufrieden, mit dem Wenigen, mehr war ich wohl nicht wert... Und ich konnte doch froh sein, dass ich einen Mann hab, der für mich finanziell gut sorgt
, oder?
Und ich fühlte mich gebraucht. Denn echt, wie sollte der arme Exmänne ohne mich zurecht kommen? Soooo hilflos, der Arme. Der braucht doch 'ne "Muddi", damit er nicht verhungert und verkommt. Denn echt, ohne mich, da lief doch nichts! Welche Macht hatte ich doch. Er brauchte mich! Um existieren zu können, überleben zu können. Ich fühlte mich gebraucht, als Putzfrau, als Wäscherin, Büglerin, Köchin, Erzieherin, Geliebte. Obwohl, die Geliebte war ich nicht mehr gerne, denn er ekelte mich schon an...und eigentlich, wenn ich so ganz ehrlich mal einen Blick in mich wagte, eigentlich hatte ich ihn doch garnicht mehr lieb...
Denn ich fühlte mich ausgenutzt. Als Putzfrau, Wäscherin, Büglerin, Köchin, Erzieherin, Geliebte.
...
Aber da waren auch die Ängste. Alleine leben, ohne Mann, das geht doch gaaaanich. Wie sollte ich das schaffen? Mit zwei Kindern (als sie noch kleiner waren). Alleine alle Verantwortung, das schaff ich nicht. Und die Wohnung ist doch so schön. Und das Geld stimmt. Und die Ängste... Trennung, weia, da müsste es ja alle Welt sehen. Ich bin nicht fähig, genug dafür zu tun, dass mich mein Mann liebt... Und dann müsste ich mich alleine durchschlagen. Und der ganze Ärger. Ach nöööööö....
Da blieb ich lieber die Putzfrau, Wäscherin....usw...
Und machte Liebkind und verdrehte mich und meine eigenen Bedürfnisse, die waren unter "ferner liefen". Hauptsache, das Bild stimmte, das Bild nach außen. Und das Bild, das ich in mir trug, von einer idealen Partnerschaft. Aber halt - das stimmte ja garnicht, weia
. Da war Unterdrückung durch den Ex, der mich gefügig halten wollte, als Helferlein. Um in Ruhe nach und nach immer enger mit seinem besten Freund, dem Alk, leben zu können. Nach außen immer alles tutti, nicht wahr... Auch für Exmänne.
Ich versuchte krampfhaft, mein inneres Bild von einer idealen Partnerschaft umzusetzen. In Echt. Dafür musste ich mich noch mehr anstrengen, mich verdrehen. Und auch Druck auf den Ex ausüben, damit der sich doch endlich mal anpasste, aufhörte mit der Sauferei. Hm, das ging schrecklich schief, denn Ex wollte einfach nach eigenen Bedürfnissen leben, und die waren nunmal eng mit seinem besten Freund, dem Alk, verbunden. Und mit seiner Sippe. Na toll.... Und Liebe, hm, er zeigte mir keine... Im Gegenteil, die Verachtung wuchs, und oft spürte ich, er nimmt mich nicht für voll, alle anderen sind wichtiger als ich. Das bestritt er vehement, aber er zeigte es mir um so deutlicher. Ich fühlte mich immer wertloser dadurch. Kampf gegen Windmühlen, an allen Fronten.
Enttäuschung, zerstörte Hoffnungen, gebrochene Versprechen (seinerseits), Frust, Wut, Hass, Verletzungen, Verachtung. Das waren Dinge der Tagesordnung. Wir versuchten wohl, uns gegenseitig so doll wie möglich weh zu tun. Streit war an der Tagesordnung, immer unterhalb der Gürtellinie. Wir schrien uns die Verachtung ins Gesicht. War er besoffen, ließ ich ihn spüren, wie sehr ich ihn verachtete. War er nüchtern, heulte ich rum und wollte doch nur, dass er sieht, wie weh er mir tut. Er wollte nur in Ruhe saufen und rundum versorgt sein mit allem...
Irgendwann dachte ich, das kann es doch nicht gewesen sein. Es muss doch noch ein Leben für mich geben, in dem ich was wert sein kann. In dem ich ohne Angst nach Hause kommen kann. In dem mich niemand verletzt, verachtet, gebraucht. Ich hatte soooo viele Argumente dagegen, gegen eine Trennung, für mich.
Ängste, vor dem Alleinesein. Finanzielle Ängste. Meine schöne Wohnung. Ängste vor dem Außen, was sagen die Anderen. Soooo viele Ängste. Und Zwänge. Und Schuldgefühle.
Trotzdem habe ich es gewagt, als ich nichts mehr anderes wusste. Als ich dachte, ich bring mich um... Was habe ich schon noch vom Leben.
Da habe ich es gewagt, den Sprung in's kalte Wasser. Und mein Exmann, der wurde trocken, plötzlich. Achherrje, nun war genau das eingetroffen, was ich mir doch so gewünscht hatte, lange Jahre lang. Also startete ich den Versuch, da wieder was in's Leben zu rufen, was ich mir noch nicht eingestehen konnte, das ich nicht mehr hatte. Liebe.
Ca. 1 Jahr lang ging der Versuch. Mit ihm zu reden. Ihm was zu erklären, warum ich gegangen war. Ich hatte das Bedürfnis, ihm das zu erklären. Heute weiß ich, es waren meine Schuldgefühle, die da erklärt werden wollten. Ich wollte so gerne Absolution für mein Verhalten. Das gab er mir nicht, natürlich nicht! Er wollte sein altes Leben wieder haben. Eine Putzfrau, Wäscherin... usw... Außerdem, was für Kosten ich verursachte durch meine Trennung, da war Exmänne echt genervt von
. Und er übte Druck aus, damit ich wieder zurück käme, drehte an meinen Co-Knöpfen. Ich ging meinen Weg aber weiter und wurde nach und nach resistent gegen seine Co-Knopf-Druckversuche. Und ich blickte immer klarer in mich und in das, was ich für mich wollte.
Dabei half mir der Austausch im Forum und die Therapie, die ich machte. Damit erkannte ich mehr und mehr meinen Wert und meine Rechte, dass ich mir was gönnen darf, vom, im Leben.
Und dann, dann konnte ich endlich aussprechen, was seit soooo vielen Jahren in mir war. Nämlich, "lieber Exmänne, ich liebe dich nicht mehr. Eine Ehe kann ich mir nicht mehr vorstellen!" Wie aufgeregt war ich, als ich das aussprechen konnte, nach so vielen Jahren. Nach solch langer Ehe. Es war wie eine Befreiung, aber es war auch wie Nacktsein...
Aber es war toll!
Und dann kam plötzlich die Liebe zu mir 
. Bamm, da war sie! Zack!
Und nun stand ich da, mit all meinen Dingen, die ich erworben hatte auf meinem Weg. Und ich konnte diese Partnerschaft eingehen, wie ich noch niemals vorher eine eingehen konnte. Mit all dem, was ich erfahren hatte, mit all dem, was ich nun wusste und wollte, vom Leben und der Liebe!
Ich lebe heute eine Beziehung Auge in Auge! Ohne Angst und Zwang, ohne Verletzung, Unterdrückung, Hass, Wut, Hoffnungslosigkeit. Denn ich bin es wert, dass es mir gut geht und ich geachtet werde, und geliebt! Ich kann mir meine Dinge auch einfordern, (meistens), wenn ich es als nötig ansehe. Und ich kann reden, über meine Bedürfnisse. Und ich weiß, ich kann auch unabhängig leben, das habe ich gesehen in der Zeit, als ich alleine war. Wie gut kann ich das! Ich hatte mich da Jahrzehnte lang voll unterschätzt! Ich kann meine Frau stehen, so sieht's mal aus.
So, jetzt habe ich ja einen Roman verfasst. War mir so danach.
Aurora