Beiträge von Aurora

    Hallo Momo,

    diese Freunde, sein nasses Umfeld, die ticken ja genauso krank im Kopf wie er. Und Süchtige sind ja quasi auf einem Suchtlevel und das verbindet anscheinend auch. So nach dem Motto: wir gegen den Rest der Welt.

    Du hast nun diese Erfahrung leider gemacht aber daraus lernst du ja was. Das war nicht für umsonst, hört sich blöd an, ist aber so. Manchmal braucht man noch den letzten Stoß.

    Du darfst echt stolz auf dich sein, was du für dich und deine Lebensqualität erreicht hast, ist so toll. Davon sind diese Menschen Lichtjahre entfernt.

    Fühl dich einfach mal gedrückt

    Aurora

    Hallo Becca,

    Ja im inneren weiß ich das eine Trennung für mich und vor allem für die Kinder am besten ist, jedoch hält mich irgendwas zurück.

    Das kenne ich leider auch viel zu gut.

    Ich war 26 Jahre lang in meiner ersten Ehe mit meinem alkoholkranken Mann zusammen.

    Viele Jahre lang hatte ich tatsächlich garnicht auf dem Schirm, dass er Alkoholiker sein könnte. Er trank täglich abends, das hat mich schon gestört, aber es war, für mich sichtbar, nicht so viel. An Wochenenden oder bei Feiern gab er sich richtig die Kante.

    Im Alltag war ich mehr und mehr für alles alleine zuständig. Im Laufe der Jahre wurde sein Konsum immer mehr, immer offensichtlicher und ich hing mit drin.

    Für mich gab es viele Gründe, warum ich mich nicht trennen konnte. Oder wollte.

    Die Kinder, ich wollte die Familie nicht zerstören. Finanzielle Sicherheit, eine schöne Wohnung, meine Angst, ohne Mann sein zu müssen. Scham, Verantwortungsgefühle, ich konnte ihn doch nicht im Stich lassen. Ich fühlte mich als wäre ich gescheitert weil ich es nicht schaffte, ihn zum Aufhören zu bringen. Versuchte es immer wieder. Ließ mich von Versprechungen einlullen. Schöpfte in Trinkpausen immer wieder Hoffnung. Druck von außen, " wenn du ihn verlässt, geht er ganz unter". Und immer wieder Angst es alleine nicht zu schaffen und noch vieles mehr.

    Ich hab's dann geschafft weil seine psychische Gewalt, die er mit mir machte, immer größer und unerträglich wurde. Hinterher habe ich traurig auf die verlorenen Jahre zurückgeblickt. Es hat gedauert bis ich das akzeptieren konnte, dass ich so gehandelt, so lange festgehalten hatte. Weil ich das als das Beste empfunden hatte.

    Und dann erst wusste, dass es das nicht gewesen war.

    Vielleicht hilft dir meine Erfahrung, für dich Denkanstöße zu haben. Um schneller handeln zu können. Denn solange ein Abhängigen nicht für sich selbst handelt, aus tiefster Überzeugung trocken wird, solange geht der Weg abwärts. Für alle.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Becca, herzlich willkommen,

    na ja, Gleichgesinnte wirst du hier viele treffen, denn wir sind hier eine Menge Coabhängiger. In verschiedenen Ebenen ihres Co - Lebens.

    Und ganz ehrlich, auch hier ist immer wieder eins das Thema: das Zusammenleben mit einem nassen Alkoholiker zerstört auch die Mitbetroffenen, die Partner und ganz besonders schlimm die Kinder. Das ist so.

    Das bedeutet, dass in fast allen Fällen eine Trennung unumgänglich ist um für sich zu einem gesunden, zufriedenen Leben zurückzufinden. Und um die Kinder zu schützen.

    Lieber Gruß Aurora

    Hallo Sonnenschein,

    alles, was ich hier schreibe sind Erfahrungen. Selbst gemachte aber auch das, was ich hier im Austausch mit Coabhängigen seit 17 Jahren lese und gelesen habe.

    Und da erschreckt es mich immer wieder, wie ähnlich das abläuft. Als ich hier ankam war ich froh darüber. Denn zu der Zeit hatte ich schon einige Dinge über Alkoholismus erfahren. Aber nur sehr wenig über Coabhängigkeit. Denn leider ist das noch immer ein vernachlässigtes Thema. Und hier las ich, dass meine Gedanken, Gefühle und Taten " normal" waren. Im Zusammenleben mit einem Suchtkranken.

    Und ich erfuhr, dass ich nur für mich selbst was ändern konnte. Gemerkt hatte ich das ja schon viele Jahre lang. Aber ich hatte immer gedacht, dass läge an mir. Dass ich ihn nur mehr unterstützen, bestärken und quasi dazu bringen müsste, etwas gegen seine Sucht zu tun. Ich legte ihm Flyer hin, Infos. Redete mir den Mund fusselig.

    Erfolg: Null. Glühende Versprechungen seinerseits kamen immer wieder, kurze Trinkpausen um mich zu beruhigen. Aber es folgte nichts daraus. Nach kurzen Pausen ging es weiter wie vorher.

    Ich wurde immer erschöpfter, wütender, mutloser. Ich wurde kleiner und kleiner weil er immer die Schuld auf mich schob. Und er wurde, als Folge der Sucht, immer übergriffiger, psychische Gewalt war an der Tagesordnung.

    Ich bin immernoch hier weil ich meine Erfahrungen teilen möchte. Denke, vielleicht kommt jemand eher da raus als ich damals. Ich hatte diese Selbsthilfegruppe hier erst als ich am Ende war und bereit, mich zu trennen. Aus Selbstschutz und um meinen letzten Rest Würde zu retten. Meine Kinder, damals schon erwachsen, atmeten auf, bestärkten mich, waren froh, dass ich da endlich ausstieg.

    Zu Hause war er dann erst 5 Stunden später und total betrunken. Mir hat er dann erzählt, dass er für Freitag einen Arzttermin vereinbart hat und außerdem mit jemanden, der ihm schon einmal einen Job angeboten hatte. Danach haben wir viel geredet und ich war schon fast überzeugt, dass er es ernst meint. Heute Morgen wach ich dann auf und mir fällt ein, dass gestern Nachmittag der Arzt geschlossen hatte und er gar keinen Termin gemacht haben kann. Panikattacke und das Lügengerüst wird weiter gebaut.

    Sowas kenne ich zur Genüge. Versprechungen um mich wieder zu beruhigen und weitermachen zu können. Es gab immer eine Ausrede, warum es mit dem Arzt oder so nicht geklappt hatte. Oder warum eine Therapie nichts wäre...

    Ich glaube, dass die Einsicht da ist, aber er den Weg daraus nicht kennt.

    Mag sein, daß spreche ich ihm nicht ab. Dafür gibt es Suchtberatungsstellen, die können ihm da weiterhelfen.

    Zumal nun einige Angestellten schon sagen, dass sie das nicht mehr ertragen und für sich sonst etwas anderes suchen müssen.

    DAS ist ja mal eine Ansage. Im Grunde genommen machen die Angestellten das richtige für sich. Sie " retten" sich gewissermaßen.

    Ich lese hier immer davon, dass die Partner schon X Entzüge hinter sich haben und trotzdem nicht aufhören. DA SIND WIR NOCH LANGE NICHT. Für mich und ihn ist das alles neu. Vor kurzem war ich mir nicht einmal sicher, ob er Alkoholiker ist.

    Du kannst doch entscheiden, ob du dich diesen Erfahrungen hier anschließen möchtest. Bzw für dich daraus was machen möchtest um zu einem glücklichen, freien Leben zu kommen. Es ist doch DEIN Leben. Niemand kann oder darf dich zwingen.

    Ich weiß nur dass es bei mir erst aufwärts gehen konnte als ich mein eigenes Leben in den Fokus gestellt hatte. Als ich begriffen hatte, ändern kann ich nur was für mich selbst.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Miauzekatze,

    als ich begriffen hatte dass ich machtlos war gegenüber der Sucht meines ersten Mannes, dass ich nichts beeinflussen konnte daran, dass meine Hilfe nichts verhindern konnte, dass ich nie rechtzeitig hätte da sein können um etwas zu verhindern, dass ich eben keine Schuld hatte, dass einfach NICHTS von mir verhindert werden konnte weil ich ja ein eigenes Leben hatte und ihn nicht 24/ 7 überwachen konnte, ab da konnte ich loslassen und ihn sein lassen. Denn das, was er tat, war seine Entscheidung und er hätte jederzeit Hilfe suchen und bekommen können.

    Das habe ich erfahren aus Büchern, Informationen über Sucht, Austausch hier im Forum bei den " Spezialisten". Denn hier wissen die Menschen Bescheid, wie es ist. Auf der einen Seite die Cos, auf der anderen die Alkoholiker. Die wissen, wie es bei ihnen war.

    Genieße deinen Urlaub, du hast ALLES für deinen Bruder getan, was in deiner Macht stand. Mehr geht nicht.

    Liebe Grüße Aurora

    Liebe Jump,

    zuerst ist es für mich damals eine Erlösung gewesen und eine Art Abenteuer. Dann wurde es Realität und Wahrheit und es wurde mir knallhart bewusst.

    Und da ging es mir ähnlich wie dir. Zweifel, Trauer. Ja, ich denke, dass ist Trauer, die da passiert. Abschied eines Lebensabschnittes. Und meine Erfahrung mit Trauer ist, sie zuzulassen und durch diese Wellen hindurch zu gehen und gestärkt daraus hervorzugehen. Kleine Freudenmomente zu genießen und zu spüren, dass das Leben auch weitergeht und dass es gut ist. Zu leben.

    Ich drück dich und schicke liebe Grüße

    Aurora

    Hallo Sonnenschein,

    Diese Hilflosigkeit mach mich krank.

    Hilflos bist du nur seiner Sucht gegenüber. Denn da hast du keine Chance, sie zu stoppen. Das kann nur er selbst.

    Aber dir gegenüber und deinen Kindern gegenüber bist du im Prinzip nicht hilflos. Du hast viele Hilfemöglichkeiten. Du kannst zum Arzt gehen und deine Gesundheit wieder in Ordnung bringen. Das hat Prioritä . Gesundheit ist ein wichtiger Stützfeiler um Dinge bewegen zu können.

    Du kannst deine Freunde um Unterstützung bitten, einen Anwalt aufsuchen. Ihm Grenzen setzen. Es gibt Hilfe, ganz bestimmt.

    Was dir fehlt ist Mut, glaube ich. Hab Mut, die ersten Schritte zu tun. Das wünsche ich dir. Und deinen Kindern.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Sonnenschein,

    Jeder würde sofort merken, dass etwas nicht stimmt

    Ich stimme Momo zu, die Anderen haben das mit Sicherheit schon gemerkt. Hattest du das nicht sogar schon hier irgendwo geschrieben, dass einer der Anderen da was gesagt hat?

    Und dumm bist du schonmal garnicht. Du reagierst auf diese ganze Situation, versuchst alles am Laufen zu halten und kennst noch keine genaue Lösung. Aber da bist du ja jetzt dran, das zu ändern.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Sternenmaedchen,

    ich war 26 Jahre lang mit meinem ersten Mann zusammen. Und schleichend wurde es immer schlimmer. Er ist in die Sucht gerutscht. Und ich schlitterte hinterher. Er machte mir ähnliche Vorwürfe wie dein Partner und ich redete, rechtfertigte mich immer wieder. Ohne Erfolg.

    Bzw der Erfolg war, dass ich mich immer mehr verdrehte um ihm keine Angriffsfläche zu geben, ihm keinen Anlass zu geben, dass er " nur wegen dir ( mir)" wieder trinken musste. Erfolglos. Es gab immer einen Grund für ihn.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Fertig,

    bei mir war es der Partner, der abhängig war. Du hast das ja auch erlebt mit deinem verstorbenen Mann. Wenn es dann das Kind ist, hängst du nochmal emotional tiefer drin. Wer will schon, dass sein Kind sich zugrunde richtet, das ist unendlicher Schmerz.

    Es ist gut, dass du dir was von der Seele schreibst. Geteiltes Leid ist halbes Leid, da ist schon was dran.

    Hoffentlich hat dein Sohn noch die Erleuchtung, jetzt durch den Führerscheinentzug. Wenn er mit 1,7 Promille noch fahren konnte ist klar, dass er eine Abhängigkeit erworben hat. Das zeigt die hohe Toleranz.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Sternenmaedchen, herzlich willkommen,

    dass er sagt, dass er es ernst nimmt, dass er so lange redet, bis du dich schuldig fühlst, dass ist ganz, ganz oft so. Der Alkoholiker lenkt damit von sich ab, du fühlst dich plötzlich verantwortlich.

    Hoffnung hatte ich auch immer wieder, viele Jahre lang. Das war für umsonst denn er hat nur geredet aber geändert und wirklich was getan um vom Alkohol wegzukommen hat er nicht.

    Lieber Gruß Aurora

    Hallo Cardiaca,

    Ich habe große Angst um seine Gesundheit und um unsere Beziehung. Gerne möchte ich einen gangbaren Weg für uns finden. Ich weiß nur nicht wie?

    Zudem wünsche ich mir Tipps zum Umgang mit meinem Partner. Wie widerstehe ich dem Drang, erneut Alkohol-Polizei zu spielen? Wie schaffe ich es, seine Sucht zu akzeptieren?

    Ich weiß nicht, wie ein guter Umgang mit einem abhängigen Menschen funktionieren kann. Ich hab selbst über 20 Jahre lang mit einem verbracht. Und hab mich selbst dabei aufgegeben weil ich ihn " heilen" wollte. Weil sein Konsum immer schlimmer wurde. Und ich Angst um seine Gesundheit hatte. Mein Lebensfeld wurde immer eingeschränkter, anstrengender.

    Die Sucht zu akzeptieren ist hilfreich. Zu verstehen, wie funktioniert Sucht, was passiert da im Gehirn und was macht das mit dem Menschen. Da ist dann aber Schluss. Denn eine Änderung geht nur, wenn der oder die Süchtige es von sich aus aus tiefstem Herzen will.

    Akzeptieren heißt also, ich akzeptiere, dass sich der oder die Süchtige langsam aber sicher suizidiert, immer unfähiger wird am Leben teilzuhaben, immer hilfebedürftiger wird. Krank wird, z. B. die Leber, das Herz, Gehirn, ja alles in Mitleidenschaft gezogen wird. Es passieren Stürze, Wahnvorstellungen etc. Mal ganz grob gesagt.

    Und du bist machtlos. Du kannst nichts dagegen machen. Ich stelle es mir unmöglich vor, so Zusammenleben zu können, immer den Abgrund vor Augen, ohne dass ich davon betroffen bin. Mich abgrenzen kann und es mir egal ist.

    Ich selbst hab mich nach 26 Jahren getrennt. Weil ich es nicht mehr ausgehalten habe, kaputt war. Ich war coabhängig, das heißt, ich habe versucht, ihm zu helfen, das Leben aufrecht zu halten, alles am Laufen zu halten. Dazu kamen dann noch die psychischen Verletzungen durch meinen ersten Mann.

    Und mein erster Mann veränderte sich immer mehr. War er doch mal ein ruhiger, sensibler Mann gewesen, kam mit Zunahme des Alkohols eine, seine andere Seite zum Vorschein. Für ihn drehte sich alles nur noch um die Befriedigung seiner Sucht. Sucht funktioniert so, leider. Dahinter verschwindet ALLES. Auch ich und unsere Kinder sind dadurch " verschwunden".

    Er war immer weniger in der Lage, am gemeinsamen Leben teilzunehmen. Und ich war immer dabei ihm helfen zu wollen, zu unterstützen, zu sorgen. Alles aufrecht zu halten.

    Ich sah ihm quasi dabei zu, wie er langsam aber sicher immer mehr verfiel und sich zugrunde richtete. Darüber vergaß ich mein eigenes Leben, wurde mehr und mehr erschöpft, war im Dauerstress und unter Dauerangst. Ich weiß bis heute nicht wie es gehen soll, das nicht zu sein. Im Zusammenleben mit einem Abhängigen. Immer vor Augen das langsame Sterben des Süchtigen, der keine Einsicht hatte aufzuhören, der keine Hilfe wollte.

    Das ist meine Erfahrung mit diesem Thema.

    Lieber Gruß Aurora

    Hallo BuyMyselfFlowers,

    ich kenne diese " red flags" auch.

    Mir ist erst in den letzten 2/3 Jahren vor der Trennung von ihm bewusst geworden, was da schon am Anfang abgegangen war. Mein erster Mann war sehr sensibel und laut seiner Mutter " nicht so belastbar, der Arme". Da hab ich, wenn er abends so tief geschlafen hat gedacht, er wäre so erschöpft. Ich hab ihn dann nicht wachbekommen.

    Oder auf Feiern, da war er oft schon nach kurzer Zeit so betrunken, dass er nicht ansprechbar war. Alles sowas.

    Er hatte Ende der 80er Jahre eine Gehirnblutung, musste, weil er dabei oder dadurch kurzfristig epileptischen Anfälle gehabt hatte, Medikamente nehmen. Da dachte ich, es käme davon. Dieses " Benebeltsein". Das erzählte er mir dann auch immer so. Bis ich merkte, er trank trotz dieser Medis. Das hat sehr große Angst in mir ausgelöst. Und Wut.

    Dass du einen guten Freundeskreis hast ist echt klasse.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Jump,

    Aber für mich selbst war das jetzt genau richtig so und hat das getroffen was in mir war.

    Für mich war es das auch. Es hat mir ganz viel klargemacht, was mir immer komisch vorkam. An meinem Leben als Co aber auch jetzt im Zusammenleben mit einem Partner im abstinenten Leben.

    Denn meine Persönlichkeit ist so, wie sie ist. Ich kann da achtsam mit mir umgehen um nicht zu übertreiben. Und das mache ich auch. Aber sie war nicht der einzige Grund, warum ich so lange coabhängig gelebt habe. Sie hat das ein Stück weit begünstigt aber ich bin deshalb nicht falsch. Ich fühle mich jetzt ein Stück weit ganz, als Gegenteil von kaputt, verkehrt oder so.

    Das war jetzt Hilfe zur Selbsthilfe, für mich.

    Liebe Grüße Aurora