Beiträge von Aurora

    Hallo Schwesti,

    ob es extra was gibt wenn jemand aufgrund seiner Alkoholkrankheit verstorben ist, weiß ich nicht. Im Grunde genommen hat das Ähnlichkeit mit einem Menschen, der einen Suizid gemacht hat. Denn im Grunde genommen ist das Trinkenmüssen und keinen Ausstieg daraus zu finden auch eine Art Suizid. Meiner Ansicht nach.

    Es gibt Trauer Gruppen, die sind aber oft nicht speziell sondern für alle Arten von Verlusten von Angehörigen. Du kannst aber einfach mal googeln ob es in deiner Nähe da eine spezielle Gruppe gibt. Sicherlich gibt es auch Therapeuten, die damit Erfahrung haben.

    Ich habe nach dem Tod meiner Tochter und meines Enkels ( sie ist kurz nach der Geburt ihres zweiten Kindes, das tot geboren worden war , auch gestorben) einen Therapeuten gehabt, der Trauer in seinen Fachgebieten mit dabei hatte. Das hat mir gut geholfen. Eine Zeit lang war ich auch in einer Selbsthilfegruppe für verwaiste Eltern, da habe ich mich aber nicht so gut aufgehoben gefühlt.

    Es gibt den Bundesverband Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister in Deutschland e. V., "VEID" . Das kannst du z. B. einfach mal googeln.

    Es ist schwer, einen Menschen zu verlieren und hilflos daneben stehen zu müssen. Fühl dich umarmt.

    Lieber Gruß Aurora

    Hallo Bleibenodergehen,

    Da ich kein akuter Notfall bin, bringt mir monatelanges Warten auf einen Therapietermin auch nichts und den brauchen andere sicherlich eh dringender als ich, aber es wäre schon schön, zeitnah einen Gesprächspartner zu finden.

    Ah, das ist eine Art Denkfehler, kenne ich auch von mir.

    Du brauchst gerade genauso dringend einen Therapieplatz wie die Anderen. Denn deine Lage ist für dich eine große Herausforderung, für die du Hilfe brauchst. Du bist genauso wichtig wie alle.

    Eigentlich ist das gerade auch eine gute und gesunde Entwicklung wie ich finde, ich bearbeite meine Themen in dem Zusammenhang und mein Partner seine, da muss jeder selber ran und Verantwortung für sich übernehmen, um etwas zu verbessern.

    Ich finde es gut, dass du den Fokus auf dich selbst legst und deine Themen anschauen möchtest. Das ist sehr wichtig. Er ist für sich unterwegs, du für dich. Eine gute Voraussetzung. Egal, was passiert.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Schwesti,

    Wie kommt man nur wieder in einen normalen Zustand, ohne diese enge im Brustkorb und ohne das ständige flaue Gefühl im Magen...

    Ich denke das, was du empfindest ist Trauer. Und die dauert ihre Zeit, jeder Mensch trauert anders und es gibt keine festgelegte Zeit. Es ist gut, diese Gefühle zuzulassen, die da hochkommen. Das ist wichtig für die Verarbeitung.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo und willkommen c.o.ma,

    wenn Alkoholiker bereit sind in ein dauerhaft trockenes Leben zu starten, muss oft das Umfeld erneuert werden. Das ist tatsächlich so. Innerhalb der Familie ist das nicht immer möglich, da gibt es andere Strategien. Zum Beispiel Familienfeste zu meiden, zuhause keinen Alkohol zu haben, auch nicht für Gäste usw.

    Aber das ist die Aufgabe und Verantwortung des Alkoholikers, seine Bedürfnisse durchzusetzen und auf sich zu achten. Das ist nicht deine Aufgabe, bzw die Aufgabe des Partners oder der Familie. Dass du als Partnerin nicht in seiner Gegenwart trinkst finde ich allerdings selbstverständlich. Alles andere muss er selbst für sich festlegen und durchsetzen.

    Du schreibst, dass du gegangen bist. Das heißt, ihr seid getrennt. Verstehe ich das richtig?

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo und willkommen Pingu,

    das, was du beschreibst, ist eine Art " Alltag" im Zusammenleben mit einem Abhängigen. Er muss seine Sucht bedienen, versucht das zu vertuschen und du als Angehörige bist hin- und hergerissen zwischen deiner Wahrnehmung und dem, was er dir erzählt.

    Es ähnelt sich auf gespenstisch Art immer wieder. Auch ich hab es so erlebt.

    Wenn du dich mit anderen Mitbetroffenen austauschen möchtest, bewerbe dich unter diesem Link:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Nach der Freischaltung findest du dein Thema im Bereich für Angehörige und Coabhängige.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Mimi,

    Was mach ich falsch? Was hätte ich tun können?

    Du hättest nichts tun können. Er ist süchtig und dagegen kannst du nichts tun.

    Warum tut er das immer wieder? I

    Er tut dass weil er eine Suchterkrankung hat. Und die Sucht ist stärker als alles andere. Er MUSS das tun, es ist diese Sucht, die ihn dazu zwingt.

    Ist sein Leben so schlimm? Sind wir zu viel ? Und vieles mehr.

    Ob sein Leben schlimm ist, keine Ahnung. Aber auf alle Fälle ist keiner von euch an irgendetwas daran schuld! Keiner hält ihm die Pulle vor den Hals. Es ist, wie schon geschrieben, die Sucht. Und solange er dagegen nicht tun kann und will seid ihr machtlos.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Anonyma,

    wenn ein Alkoholiker ernsthaft trocken werden will, wird er bestimmte Dinge erledigen. Zum Beispiel zur Suchtberatung gehen, zum Arzt um die Entgiftung einzuleiten. Er wird bewusst auf sich achten und viel für sich tun, vielleicht eine Entzugstherapie beantragen. So mal grob gesagt.

    Vertrauen kann wiederkommen, wenn sich die ganze Situation ändert. Wenn wirklich was in die richtige Richtung geändert wird. Zuverlässigkeit eintritt, Ehrlichkeit. Dann kann Vertrauen langsam wieder wachsen.

    Oder wie lebt man Beziehung mit dieser Unsicherheit?

    Im Grunde genommen lebt man immer auf dem Pulverfass, immer in " Habacht", Ambivalenz. Man lebt sehr unfrei, finde ich.

    Lieber Gruß Aurora

    Hallo Anonyma,

    Er sagt, dass die Sucht eine Krankheit ist und er nicht einfach eine Entscheidung treffen kann.

    Doch, kann er. Wenn er es wirklich aus tiefstem Herzen will.

    Abhängige geben, solange sie nass sind, gerne mal die Verantwortung ab. Da kann das Wetter schuld sein, die Arbeit, die Sorgen, die Partnerin...

    Du machst dir Gedanken, ob du auf dein Glas Wein verzichten solltest. In seiner Gegenwart. Das ist doch Zukunftsmusik. Das ist doch kein Punkt, der jetzt relevant ist. Das ist wichtig für eine Beziehung mit einem Menschen, der nüchtern geworden ist und ein abstinentes Leben leben will.

    Er ist doch aber längst nicht trocken. Natürlich kannst du auch auf Alkohol verzichten, Alkohol ist nicht lebenswichtig. Im Gegenteil, es ist eine Droge, ein Nervengift. Aber in eurer Beziehung ist es doch egal ob du in seiner Gegenwart was trinkst oder nicht. Er wird an seinem Konsum wohl erstmal eh nichts ändern...

    Deine Gedanken sollten eher in die Richtung gehen, wie lange du diese Beziehung noch fortführen möchtest.

    Denn:

    Ich bin wütend, enttäuscht, traurig und zunehmend resigniert.

    Wenn ich ihn betrunken erlebe, ist er sehr unangenehm - gereizt, verbal aggressiv und provokativ.

    Ich habe mein Vertrauen in seine Worte verloren und weiß nicht, wie ich jemandem vertrauen kann, wenn er so abgebrüht lügt. Unter Alkohol ist er auch unzufriedener und oft erschöpft, was sich auf die gemeinsame Zeit auswirkt.

    Ich kann mir eine gemeinsame Zukunft so nicht vorstellen

    Ich merke, dass ich unsere Beziehung so nicht ohne Weiteres fortsetzen kann.

    Das liest sich für mich nicht nach einer glücklichen Partnerschaft.

    Lieber Gruß Aurora

    Hallo Calista,

    Es war eine Vernunftsentscheidung wie er sagt. Ich will ihn eigentlich gar nicht mehr, aber dennoch fehlt er mir so sehr, weil er auch wunderbare Seiten hat und nun denke ich die ganze Zeit, er ist stabil hat mit dem Alkohol aufgehört und die neue Frau hat ein tolles Leben.

    Eigentlich willst du ihn nicht mehr... Und wunderbare Seiten hat er auch...

    Das sind immernoch so kleine Hoffnungen und Ungläubigkeit, dass das, was mal gut begonnen hat, vorbei ist. Denn was ist an ihm wirklich wunderbar? Er steckt in seiner Sucht fest und die zieht ihn immer weiter abwärts.

    Denkst du wirklich, dass er plötzlich stabil ist? Ich hab schon oft davon hier gelesen, " nun ist er stabil und hat 'ne Neue". Das fühlt sich echt mies an. Aber ich denke, er hat nur die unbequeme Freundin, dich, die du jetzt anfängst nicht mehr mitzuspielen, gegen eine frische Co ausgetauscht. Das ist die Erfahrung, von der ich hier schon ganz, ganz oft gelesen habe.

    Und für ihn ist das somit tatsächlich eine " Vernunftsentscheidung, kann er doch mit einer Frau neu anfangen die ihm das gibt, wozu du nicht mehr bereit bist. Das muss nicht mal unbedingt mit seiner Alkoholabhängigkeit zusammenhängen, vielleicht ist er sowieso so drauf.

    Er wird nicht eine wunderbare Spontanheilung seiner Sucht gehabt haben. Er will mit einer Frau, die noch blauäugig genug ist, in Ruhe weitermachen.

    Und was ist an einem Menschen wunderbar, der deine Wohnung in einem vollgekotzen, vollgemüllten Zustand hinterlässt...

    Trennungen tun weh. Selbst Trennungen von Beziehungen, die schlecht waren. Da gehen ja, wie Momo schon schrieb, auch Wünsche, Träume, Zukunftsideen mit kaputt. Und DAS tut weh. Denn im Grunde genommen kannst du froh sein, dass du ihn losgeworden bist.

    Auch wenn sich das gemein anhört.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo und willkommen Calista,

    dass es dir jetzt mit der Trennung schlecht geht, hat nicht unbedingt nur was mit Coabhängigkeit zu tun. Trennungen tun immer weh.

    Das Verhalten, dass dein Expartner an den Tag legt habe ich schon von vielen Angehörigen von Alkoholikern gehört. Es ist schon in vielen Dingen ähnlich, was abläuft. Aber andererseits muss sowas nicht nur mit Alkoholabhängigkeit zusammenhängen, mein erster Mann war dann nüchtern mindestens genauso fies wie in seinen Trinkzeiten.

    Das Forenteam
    15. Mai 2021 um 17:15

    das ist der Link zu unserem Artikel über Coabhängigkeit. Zusammengetragen von uns Cos. Wenn du dich darin wiederfindest bist du hier richtig um Wege da herauszufinden.

    Liebe Grüße Aurora

    Liebe Jump,

    oh nein, ich hab's auch nicht gewusst, dass er sooo bald wieder an der Flasche hängt.

    Erlebt hab ich sowas auch oft. Mein erster Mann hat keine Entzugstherapie gemacht, war aber z.B. Mitte der 90er Jahre mal zur Reha. Und da hat er nicht getrunken und war ein vorbildlicher Patient. Und ehrlich, da war auch bei mir der Hoffnungsschimmer schon sehr hell geworden. Insgeheim hab ich's geahnt aber vor mir zugeben wollte ich es nicht.

    Zu schön war die Vorstellung, dass nun alles in " normalen" Bahnen laufen würde. Dass das ein Trugschluss gewesen war merkte ich nach wenigen Tagen...

    Es tut sehr weh, auf dem Boden der Tatsachen aufzuknallen. Aber manchmal braucht man den Schmerz um zu verstehen, dass ein Abschied von Hoffnungen oder Wünschen notwendig ist.

    Bei mir hat das damals noch gedauert... bei dir ist der Zeitpunkt wohl jetzt.

    Fühl dich umarmt

    Aurora

    Hallo und willkommen *edit zu* Maus,

    wenn ich es richtig verstehe, ist deine Frau momentan noch in einem ernsten gesundheitlichen Zustand. Ist es da sinnvoll, schon an Rehamaßnahmen zu denken? Ist sie stabil genug? Das ist eine ernstgemeinte Frage.

    Zu weit voraus zu denken ist immer so eine Sache, es ist ja unbestimmt und noch nicht an der Zeit. Das kann auch viele Ängste machen.

    Informationen kannst du in Suchtberatungsstellen bekommen, die Menschen dort haben einen besseren Einblick in Maßnahmen, die gemacht werden können. Leider herrscht unter Ärzten etc noch immer viel Unwissenheit über die Alkoholerkrankung.

    Dass dein seelischer Zustand sehr schlecht ist, ist ja klar. Vielleicht kannst du zusätzlich zu den lieben Gesprächen mit der Schwiegermutter noch weitere Ruhepunkte für dich finden.

    Liebe Grüße Aurora