Pingu_001 - Endlich aufgewacht?

  • Hallo,

    Ich bin Pingu und Ich lese hier nun schon seit ein paar Tagen mit und habe jetzt den Mut gefunden, mich hier anzumelden.

    Ich bin Tochter einer ehemaligen alkoholabhänigen Mutter und seit ich 15 bin, bin ich mit meinem Freund zusammen, der eigentlich seit Beginn unserer Beziehung schon ein Alkoholproblem hat.

    Er und ich kommen aus ähnlichen Verhältnissen nur haben wir beide quasi unterschiedliche Richtungen eingeschlagen.

    Ich habe immer mal wieder über meine Probleme mit seinem Konsum gesprochen und dann schraubt er es eine Weile runter, aber wir sind eigentlich immer wieder am gleichen Punkt.

    Wir sind dieses Jahr zusammen gezogen, weil ich es mir gewünscht habe und wir bereits seit über 10 Jahren ein Paar sind. Und seitdem sehe, höre und rieche ich, dass er fast täglich Bier trinkt.

    Es ist nur Bier und manche Tage sind es nur 2 Stück, sagt er mir dann und dass er ja nicht aggressiv wird. Naja er wurde schon verbal ausfallend.. es belastet mich zunehmend.

    Letzte Woche war er wegen einer Erkältung krankgeschrieben und ich dachte dann "schön, so kann er dann ja nichts trinken, denn wir haben kein Bier hier". Dienstag kam ich nach einem langen anstrengenden Tag nach Hause. Und er wirkte betrunken. Ich fragte ihn, ob er Tabletten bekommen habe, die ihn so machen. Eigentlich eher im Spaß. Nach ca 20 min berichtete er von sich aus, dass er beim Saubermachen der Wohnung wohl etwas mit dem Bier übertrieben hätte.. Den Tag vorher habe er auch eins getrunken, aber morgen könne er ja nicht, weil ich da im Homeoffice arbeite. Ich sagte ihm dann, dass ich nicht seine Kontrolleurin bin und musste das erstmal verarbeiten.

    Er arbeitet auf dem Bau und sagte, dass er den Kasten Bier aus dem Transporter geholt hat. "Schließlich hat er den bezahlt und sein Kollege soll das nicht trinken, wenn er alleine ist." Er trinkt nun schon mittags auf der Arbeit Bier.

    Mittwoch also zu Hause gearbeitet und ich dachte mir ok, ich fahre jetzt zu meiner Mutter und rede mit ihr darüber und genieße dort ein Bad und dann werde ich ja sehen, ob er nach dem Gespräch gestern, die 2 Stunden nutzen würde. Hat er natürlich. War nur ein Bier und ich übertreibe jetzt total, bide mir was ein usw. Er reagierte sehr aggressiv. Er schlief auf der Couch und versuchte mir ein schlechtes Gewissen zu machen.

    Donnerstag blieb ich länger bei der Arbeit und fing auch früher an, weil ich ihn nicht sehen konnte. Freitag auch. Samstag haben wir geredet und für ihn scheint wieder alles gut zu sein. "Er weiß, dass er ein Problem hat, aber er braucht Zeit um auch was zu ändern" und ich weiß nicht, warum ich mir noch länger was versuche vorzumachen. Ich weiß doch eigentlich, dass es für mich nicht länger tragbar ist.

    Danke fürs Mitlesen bis hierhin und

    Liebe Grüße Pingu

  • Hallo und willkommen Pingu,

    das, was du beschreibst, ist eine Art " Alltag" im Zusammenleben mit einem Abhängigen. Er muss seine Sucht bedienen, versucht das zu vertuschen und du als Angehörige bist hin- und hergerissen zwischen deiner Wahrnehmung und dem, was er dir erzählt.

    Es ähnelt sich auf gespenstisch Art immer wieder. Auch ich hab es so erlebt.

    Wenn du dich mit anderen Mitbetroffenen austauschen möchtest, bewerbe dich unter diesem Link:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Nach der Freischaltung findest du dein Thema im Bereich für Angehörige und Coabhängige.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe, Pingu!

    Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet.

    Und Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Dankeschön fürs Aufnehmen 😊

    Ich denke in letzter Zeit viel nach und wenn ich in den Spiegel schaue, dann leuchten meine Augen nicht mehr. Das tut mir weh.

    Er war anfangs mein Anker und ich seiner. Ähnlicher familiärer Hintergrund. Beide aus Suchtfamilien und es war tröstlich nicht alleine zu sein und sich verstanden zu fühlen. Wir sahen uns hauptsächlich am Wochenende.

    Seit wir zusammen gezogen sind ging ich wie auf Zehenspitzen durch unsere Wohnung. Was könnte ihn aufregen, weil ich etwas nicht da hinräume, wo er es hin haben möchte? Meine Wohnung war immer mein Rückzugort und jetzt will ich manchmal nicht mehr nach Hause kommen.

    In dem Gespräch am Donnerstag, sagte er mir, dass er niemals trockener Alkoholiker werden wird. Und warf mir vor, dass ich das doch alles vorher wusste und warum ich jetzt so einen Aufriss mache. Dann war ich still, denn irgendwo hat er ja recht. Aber die Hoffnung war da, dass er sich ändert oder ich wollte glauben, dass er kein Alkoholiker ist? Keine Ahnung.

    Warum bin ich also noch da? Ich will irgendwann Mutter werden, aber ich will nicht, dass ein Kind, mein Kind, in einer Suchtfamilie aufwachsen muss. Ich "spiele" gerade irgendwie mit, weil ich gerade kein Kraft habe wieder darüber zu reden. Hobby macht mir kein Spaß und eigentlich will ich mich nur verkriechen.

    Liebe Grüße Pingu

  • Liebe Pingu,

    Eigentlich hast Du für mich hier schon ziemlich klar geschrieben, was Du Dir wünschst und wie die Situation mit Deinem momentanen Lebensabschnittsgefährten (schreibe ich mal ganz bewusst so) aussieht.

    Er hat klar formuliert, dass der Alkohol immer ein Teil seines Lebens sein wird. Das entspricht aber nicht Deiner Lebensvorstellung, nicht wahr?

    Zumal Su mit Sicherheit mit einem gesunden Menschen eine Familie aufbauen möchtest.

    Ich wünsche Dir, dass Du Dich an erste Stelle stellst und dadurch wieder in Deine Kraft kommst.

    LG Momo

  • Liebe Pingu, wenn ich deine Zeilen lese, dann habe ich den Eindruck, dass du schon realisiert hast, dass eure Beziehung unter diesen Umständen keine Zukunft hat. Wenn er weiter trinken will, dann wird er nichts ändern, Die Ausrede, dass er Zeit dafür braucht, ist typisch für Alkoholiker.

    Vermutlich bist du hier, um dich bestärken zu lassen. Das ist gut so! Und eigentlich bist du auch sehr klar. Was brauchst du, um die Entscheidung für dich und dein Leben zu treffen bzw was hält dich noch davon ab?

    Das Leben mit einem Alkoholkranken raubt einem so viel Kraft. Ich fände es wunderbar, wenn du bald wieder in den Spiegel schauen kannst und deine Augen wieder leuchten siehst!

  • Es ist meine Wohnung. Ich glaube das habe ich eher bildlich gemeint. Emotional "gehe" ich bereits einige Wochen von ihm weg und ich glaube er merkt es auch. Das passiert eigentlich rückblickend seit Jahren immer mal wieder. Dadurch reißt er sich immer mal wieder Monate zusammen und versucht "kontrolliert" zu trinken. Und dann gehe ich wieder auf ihn zu. Ich weiß jetzt durch das Forum, dass es kontrolliertes trinken für Alkoholiker nicht gibt. Aber ich dachte sonst eben ich übertreibe, weil ich mit dem Wort Alkoholiker eben was anderes verstanden habe. Obwohl ja meine Mutter auch funktioniert hat und trotzdem trank.

    Die Liebe und Hoffnung hält mich gerade noch. Die Illusion gemeinsam eine Zukunft zu haben. Ich wanke gefühlt stündlich und bin immer mal wieder sehr klar, dann ist mir alles egal, denn das aushalten kenne ich ja schon seit meiner Kindheit sehr gut.

    Eigentlich sehr witzig. Ich habe früh für meine Eltern Verantwortung übernommen und habe das als Teenie immer als Kompliment verstanden, aber jetzt wünsche ich mir jemanden, der für mich einsteht? Einen Erwachsenen, der erwachsener ist als ich quasi.

    Ich habe aber schon angefangen mein Schweigen zu brechen. Meine direkten Arbeitskollegen und die engsten Freunde wissen Bescheid. Auch mit meinen Eltern habe ich kurz darüber gesprochen, dass ich am Ende bin.

    Ich habe auch gute Neuigkeiten, denn ich habe einen Termin für ein Erstgespräch beim Psychologen. Natürlich erst im nächsten Jahr, aber das gibt mir Hoffnung für mich zukünftig besser einstehen zu können.


    Was brauchst du, um die Entscheidung für dich und dein Leben zu treffen bzw was hält dich noch davon ab?

    Ich habe da nochmal drüber nachgedacht und muss weinen, als ich das hier schreibe. Ich glaube ich warte auf den "großen Knall". Dann kann ich ja nicht anders und muss, kann, darf gehen. Noch bin ich ja stark genug und halte das aus. Totaler Quatsch, ich weiß das.. Mein Herz muss dir Zeilen, die mein Verstand formuliert hat, glaube ich noch mal lesen und auch verstehen. Also, danke für die Frage ❤️

  • Liebe Pingu_001

    Es wirklich, wie Aurora schrieb, "gespenstisch" , wie sich manche Situationen gleichen! Es berührt mich sehr, zu lesen, was Du da durchmacht! In vielem erkenne ich meinen Gefühlszustand von vor einigen Monaten und Jahren wieder.

    Toll, dass Du Dein Schweigen schon gebrochen hast und toll, dass Du einen Psy gefunden hast - selbst wenn es nicht der Richtige sein sollte, dann kannst Du ja weiter suchen. Ich hätte es ohne die von mir eingeweihten Personen und ohne meine Psy und ohne das Forum wohl nicht geschafft, Herz und Verstand zusammen zu bringen.

    Ich wünsche Dir alles Gute

    Api

  • Liebe Pingu, der Prozess der Erkenntnis und Entscheidung ist sehr individuell, auch wenn sich unsere Erfahrungen und Geschichten ähneln. Der Austausch zu den Erlebnissen und Möglichkeiten hilft auf dem Weg. Und du bist doch schon ein ganzes Stück gegangen!

    Mir ging es ähnlich wie dir. Der Alkohol war in meiner Partnerschaft über Jahre präsent. Es hat mich auch immer mal wieder gestört und ich habe mir so meine Gedanken gemacht. Ich hatte große Sorge um die Gesundheit meines Partners. Aber das er in eine Abhängigkeit gerutscht ist und mich sozusagen als CoA mitgenommen hat, das habe ich lange nicht erkannt. Es war kurz davor, das mir die Kraft ausgeht. Sozusagen der "innerliche Knall". Laut war er nicht.

    Ich muss immer noch an deine Worte denken, dass du das Strahlen in deinen Augen nicht mehr siehst. In einer guten Partnerschaft sollten Geben und Nehmen im Gleichgewicht sein. Gefühle und Grenzen des Partners werden respektiert. Ein Alkoholiker ist aus meiner Erfahrung aber egoistisch und raubt Energie. Das ist Grund genug, um gehen zu dürfen!

  • Hallo in die Runde,

    nach Krankheit und Feiertagen wollte ich mich auch mal wieder melden. Seht es als Art Tagebuch, denn ich habe nicht wirklich was gemacht sondern nur existiert?

    Mir geht es ok. Ich bin körperlich da, aber emotional und geistig viel woanders. Es kommen deshalb hin und wieder Spitzen, aber die ignoriere ich derzeit gekonnt.

    Wir spielen wohl beide gerade das Spiel, wer es länger aushält mit dem anderen und der Beziehung.

    Ich habe hier viel gelesen, aber ich traue mich nicht außerhalb von Reaktionen/Emoticons zu interagieren, denn was ich kann ich anderen schon raten, wenn ich es doch selber nicht mache? :rolleyes:

    Meine beste Freundin war hier (wohnt weiter weg) und das war ein schöner Abend für mich und ich lese gerade eines der Bücher, die einige empfohlen haben "Familienkrankheit Alkoholismus". Es macht viel "Aha" in meinen Kopf, sowohl was meine Kindheit mit suchtkrankem Elternteil, als auch mein Jetzt mit süchtigem Partner betrifft.

    Ich versuche nicht zu kontrollieren, aber im Kopf weiß ich natürlich genau wie viel wann getrunken wurde, also klappt das eher semi gut.

    Weihnachten und Silvester wurde sich nach seinem Verständnis zusammengerissen. Es wurden auch andere Drogen von ihm konsumiert, "weil er das ja nur da machen konnte, weil es eben da war". Ich meinte vielleicht nimmt man sowas halt gar nicht? Aber das gab es nicht in seinem. Kosmos. Es war keine wilde Party, sondern ein Familienfest und der gute Mann ist auch keine 20 sondern 40. Naja demnach endete es im kühlen Streit und ich bin resigniert auf die Couch gegangen. Dann sind wir wieder zum Prozedere "totschweigen" übergegangen. Kommt mir alles bekannt vor von früher. Nicht konfrontieren, weil es noch zu bequem ist und zwischendurch ein Schimmer Hoffnung durchsickern will.

    Silvester habe ich mich richtig hübsch gemacht und hübsch gefühlt, weil ich dachte ich lasse mich ja sonst zu Hause so gehen und er ist vielleicht so, weil ich ja zugenommen habe. (ich weiß, dummer Gedanke, finde selbst raus;)). Er kam nach einiger Zeit wieder mit klappernem Beutel voll Bier, "damit er nachher meinem Vater etwas anbieten kann". Tja wir suchen uns beide Gründe für unsere Welt und damit sie ja so bleiben kann.

    Er kam den Tag auch zu mir und meinte sein bester Kumpel würde ihn unterstützen, wenn er aufhören würde zu trinken. Ich wusste gar nicht was ich sagen sollte. Hat er auch gemerkt, denn es war ja nur ein Scherz. Schließlich sind das seine letzten Biere für dieses Jahr. Haha witzig.. Selten so gelacht.

    Tja, da steh ich nun.

    Ich bin morgen mit Freunden verabredet und kann mal wieder meinem Hobby nachgehen.

    Liebe Grüße Pingu

  • Liebe Pingu, ich finde dich sehr reflektiert. Das ist doch eine gute Basis für deinen Weg, den du sicher früher oder später gehen wirst. Nur du weißt, wann für dich der Zeitpunkt da ist.

    Und mit deiner reflektierten Sicht auf die Dinge kannst du sicher anderen hier im Forum gute Hinweise geben. Da mußt du deine Aktivitäten, wenn du das möchtest, nicht auf "Reaktionen" reduzieren. ;)

    Liebe Grüße und dir morgen einen schönen Tag mit deinen Freunden und dem Hobby!

  • Hallo ihr Lieben,

    Danke für deine Worte BuyMyselfFlowers. Ich habe mir das danach auch gleich zu Herzen genommen und etwas mehr interagiert und auch mal meinen Senf bei anderen dazugegeben. Zuletzt habe ich dann aber nur noch gelesen, weil ich irgendwie nicht mehr konnte.

    Ich habe kurz wieder gehofft bzw. einfach ausgeharrt und mich einer Illusion hingegeben. Ich weiß das alles eigentlich. Und das Wort "eigentlich" nervt.

    Das "blöde" ist ja, das er auch meistens ganz lieb ist und derzeit viel im Haushalt macht und da meine, seine, unsere Liebe ist. Andernfalls wäre es für mich vielleicht leichter. Wieder so ein doofes Wort "vielleicht". :D

    Ich war Wochenende kurz bei meinen Eltern zum Kaffee und meine Mutter fragte gleich wie es mir geht. Ich sehe so müde aus. Kurz vorher habe ich im Keller wieder eine leere Kiste gesehen. Ich bin selten unten und habe versucht nichts zu kontrollieren und er war für die Verhältnisse normal. Nur im Hinterkopf war hin und wieder der Gedanke, hmm er kommt mir heute komisch vor, aber ich habe wieder nicht darauf gehört. Oder es nicht gewollt? Keine Ahnung. Jedenfalls fühlte sich nach der Kiste wieder alles so dumpf an. Man ist einfach traurig, müde und enttäuscht.

    Naja weg von ihm zu mir.

    Ich hatte neulich mein erstes Gespräch mit meiner Therapeutin. Erstmal sind nur 2 weitere Sitzungen geplant und da wird geschaut, ob es passt und ob sie mir helfen kann. Aber es war gut und auch sie hat gleich erkannt, dass ich gerade die Verantwortung auf ihn lege, damit ich nicht handeln muss. Also er soll noch Sache xy machen, damit ich handeln muss, weil es sonst ja noch ertragbar ist. Und ja sie hat recht.

    Naja gestern war es dann so, dass er lallent aus dem Keller kam. Ein Glas ging kaputt, ist natürlich nicht weiter schlimm. Also das kaputte Glas. Schlimm finde ich aber das Gerülpse, Geschnarche und die Fahne. Ich merke richtig, wie es bzw. er mich anekelt und dann fühle ich mich schlecht, weil ich diese Gedanken habe.

    Ich lese gerade auch die alten Faden von den "alten Hasen" hier und sehe, dass es ein Prozess ist und das macht mir auf jeden Fall Mut früher oder später ins Handeln zu kommen. Hoffentlich natürlich früher.

    Wochenende steht wieder mein Hobby an und darauf freue ich mich sehr. Das bringt mich immer auf andere Gedanken und ich kann da entspannen und ganz viel lachen.

    So viel zu dem aktuellen Stand.

    Liebe Grüße

    Pingu :)

  • Hey Pingu,

    Schlimm finde ich aber das Gerülpse, Geschnarche und die Fahne. Ich merke richtig, wie es bzw. er mich anekelt und dann fühle ich mich schlecht, weil ich diese Gedanken habe.

    Warum sich schlecht fühlen? Es IST doch auch ekelig und nervig, echt mal. Ekel ist ein Gefühl, was auch da sein darf.

    Das Rülpsen, das mein erster Mann nach dem tiefen Schluck aus der Bierpulle oft auch in meine Richtung losließ, hat mich echt wertlos fühlen lassen, irgendwann. Weil ich es als rücksichtslos mir gegenüber fand. Ich meine, klar rutscht einem sowas schon mal raus. Aber das irgendwie rauszulassen, komme was wolle, ist schon irgendwie ekelig...

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo Pingu!

    Ich merke richtig, wie es bzw. er mich anekelt und dann fühle ich mich schlecht, weil ich diese Gedanken habe.

    Diese Gedanken sind ganz normal und du musst dich nicht schlecht deswegen fühlen. Das ganze Schlafzimmer stank oft nach ihm, ich konnte irgendwann auch seine Berührungen nicht mehr ertragen weil er sich so gehen ließ.

    LG Marie

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Das "blöde" ist ja, das er auch meistens ganz lieb ist und derzeit viel im Haushalt macht und da meine, seine, unsere Liebe ist.

    Das kenne ich nur zu gut, aber Gefahr erkannt Gefahr verbannt. Ich habe von Kindheit an erlernt was ich für Liebe halte und meine Liebe zu bekommen. Mir wurde noch ein altes Rollenspielverhalten bei gebracht mit Schläge unterstützt. Ich darf jetzt ein anderes Leben führen wo ich mich selbst lieben darf und das erlerne ich jetzt.

    Mariexy

  • Ich habe kurz wieder gehofft bzw. einfach ausgeharrt und mich einer Illusion hingegeben. Ich weiß das alles eigentlich. Und das Wort "eigentlich" nervt.

    Ich fühle mit dir Pingu,

    Ich sage 100x am Tag eigentlich zu mir. Wir hatten am Samstag einen Streit er wieder angetrunken , ich habe ihn rausgeschmissen. Sonntag schreibt er mir , er möchte jetzt endlich Hilfe. Gleichzeitig eröffnet er mir das er nach Fuerteventura fliegen möchte für 2 Tage zu seinem Freund ( er bat mich mit zugehen). Mein Opa ist aber leider gestorben und da ist die Beerdigung. Ich war stink sauer wie er überhaupt auf die Idee käme genau da weg zu fliegen.
    Flug wurde jetzt storniert und er fliegt von Dienstag bis Donnerstag.
    Von Hilfe suchen ist weit und breit nichts mehr zu hören, besonders weil er im Urlaub bestimmt kein Wasser trinkt 😣

  • ganz lieb ist und derzeit viel im Haushalt macht und da meine, seine, unsere Liebe ist

    Ist da die Liebe oder sind da schöne Momente? Die können auch ohne die große Liebe sein. Ich frage das nur, weil ich denke, dass ich mir so manche schönen Momente als Liebe vorgegaukelt habe. Und dann dachte, wenn wir uns ja lieben, können wir uns doch nicht trennen...

    Zu den Körperausdünstungen und Deinem schlechten Gewissen wurde schon treffendes geschrieben!

    LG

  • Ich merke richtig, wie es bzw. er mich anekelt und dann fühle ich mich schlecht, weil ich diese Gedanken habe.

    Liebe Pingu,

    wie die anderen schon geschrieben haben, du musst kein schlechtes Gewissen haben. Diese Ausdünstungen sind einfach widerlich. Bei uns ist es mittlerweile so, dass ich diese Ausdünstungen schon von weitem rieche. Sprich er muss morgens nur kurz seine Zimmertür aufmachen, da rieche ich schon was los ist. Es widert mich mittlerweile so an, ich könnte kotzen, also allein vom Geruch(da wir kein Paar mehr sind, ist es egal, körperliche Nähe suche ich eh nicht). Was ich sagen will, im Zweifel wirst du dich immer mehr ekeln vor diesen Ausdünstungen, vor dem Geschnarche und was damit einhergeht.
    Ansonsten kenne ich die Hinhaltetaktik(also meine eigene) auch sehr gut. Es muss immer noch mehr passieren, bis man selber handeln möchte. Ein Prozess der lange dauert. So zumindest bei mir.

  • Hallo ihr Lieben und danke für eure Worte.

    Ich weiß, dass solche Gedanken in Ordnung und vor allem verständlich sind. Ich merke meine Wut immer aufkommen, aber ich weiß eben auch dass ich in seinem Zustand mit ihm nicht streiten und diskutieren brauche. Also schlucke ich das runter und ziehe auf die Couch zu den Haustieren und am nächsten Tag versucht er dann vieles wieder gut zu machen. Gestern hat er zum Beispiel nichts getrunken (sagt er zumindest) und dann versucht mir ein paar Dinge abzunehmen.

    Ich habe von Kindheit an erlernt was ich für Liebe halte und meine Liebe zu bekommen.

    Ich darf jetzt ein anderes Leben führen wo ich mich selbst lieben darf und das erlerne ich jetzt.

    Ja das trifft es leider sehr gut. Mit meiner Mutter war es auch so. Hat sie zu viel getrunken, dann habe ich es sofort bemerkt und versucht so wenig Probleme wie möglich zu machen. Aber ich habe mich zurück gezogen in den Momenten und das passte ihr nicht, weil sie in Selbstmitleid baden wollte und ich sie nur halbherzig tröstete. Dann hat sie mir gesagt wie kalt ich bin und viele andere Dinge, dann tat es ihr Leid und am nächsten Tag (ohne Erinnerungen) hat sie versucht wieder die liebe Mutter zu sein. Und dann ging das ganze bald wieder von vorne los.

    Auch wenn es sich hier nicht so anhört, aber ich arbeite an meiner Selbstliebe und auch daran, dass ich nicht immer alles mache und tue. Aber es ist auf jeden Fall noch Luft nach oben.

    Ist da die Liebe oder sind da schöne Momente?

    Keine Ahnung. Wir waren vor Ewigkeiten schon einmal getrennt und nach einem halben Jahr habe ich ihn wieder in mein Leben gelassen, da er an sich gearbeitet hat (Thema Alkohol war damals für mich nicht im Vordergrund, weil es andere Baustellen gab und wir uns nur am WE gesehen haben) und mich das gleiche gefragt. Ist es Liebe oder Gewohnheit? Ich muss nachdenken.

    Danke für die Denkanstöße von euch <3

    Liebe Grüße Pingu

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