Hallo Strubly,
Wut gehört mit dazu und kann oft ein Motor dafür sein, was zu verändern.
Ich hab es damals auch oft so gedacht. Mein Exmann und ich hatten eine tolle Eigentumswohnung, genug Einkommen um uns was leisten zu können, die Kinder erwachsen und gut geraten...
Und doch hat das alles nicht geholfen. Die Sucht hat ihn voll beherrscht und er war nicht in der Lage, das zu verändern. Im Grunde genommen hat er von all dem Guten nichts gehabt denn er konnte das nicht genießen. Er war nur darauf aus, seine Sucht zu befriedigen. Traurig, oder?
Und ich hab da mit drinnen gehangen weil ich dachte, ihm helfen zu können, zu müssen. Und weil ich auf meine vielen Dinge wie Wohnung, gutes gemeinsames Einkommen etc (und noch vieles mehr) nicht verzichten wollte. Aber ehrlich gesagt hatte ich ja auch von all dem nichts. Denn auch ich konnte es nicht genießen weil ich voll im Strudel der Coabhängigkeit und seiner Abhängigkeit mitwirbelte.
Ich war wütend auf ihn, er schien mir ja alles zu vermasseln... nur weil er egoistisch war und weitersaufen musste. Ich habe gelitten und auch die Kinder. Oh wie wütend ich auf ihn war. Bis mir ein Licht aufging. Warum machte ich eigentlich MEIN Glück nur von ihm abhängig? Er wollte ja einfach nicht mit dem Trinken aufhören also gab es nur die Möglichkeit, dass ICH mich bewegen musste. Und das hab ich gemacht...
Schreib alles auf, was dich bewegt. das ist sooo hilfreich! ich habe das damals so erfahren und auch jetzt ist es noch so. Beim Aufschreiben wirst du selbst vielleicht so manches "Aha-Erlebnis" haben. Denn oft werden einem Dinge bewusst wenn man sie schwarz auf weiß sieht, sie klar vor einem stehen und sich was sortiert hat.
Liebe Grüße
Aurora