Beiträge von Aurora

    Hallo und willkommen iina

    diese Frage haben hier schon viele Frauen und Männer gestellt .

    Eine Antwort ist schwierig denn es ist äußerst individuell. Ich persönlich kenne eine Handvoll Leute, bei denen eine gute und glückliche Beziehung nach dem Trockenwerden entstanden ist.

    Und das auch nur, wenn beide für sich viel ändern und lernen konnten. Wenn der Coabhängige was gegen seine Verhaltensmuster gemacht hat und der Abhängige gelernt hat, verantwortungsvoll mit seiner Suchterkrankung umzugehen und zufrieden trocken zu sein.

    Ich bin eine, bei der es nicht mehr funktioniert hat. Zu viel war einfach im Laufe der Jahre kaputt gegangen. Dass alles wirr ist bei dir verstehe ich daher gut. Es ist sehr gut, dass du hier gelandet bist, eine Selbsthilfegruppe kann beim Ent-Wirren nämlich sehr hilfreich sein. Und auch die Termine sind gut, alles, was du für dich machst bringt dich weiter!

    Liebe Grüße

    Aurora

    Hallo Aram,

    eine Entschuldigung von einem Abhängigen ist so eine Sache. Oft wird das nur gemacht, um den Coabhängigen wieder in der Spur zu halten. Also warte darauf nicht, der Wert davon ist eh fraglich.

    Die Frage ist doch, wie viel bist du dir wert? Hast du es nötig, dass du beschimpft wirst, beleidigt wirst, niedergemacht wirst? Hat das Verdrehen, das du gemacht hast um ihn ruhig zu halten, irgend etwas gebracht?

    meine Vorstellungen für die Zukunft sind nicht mit dem trinkenden Partner machbar.

    Das hast du vor einiger Zeit hier geschrieben. Hast du inzwischen eine Vorstellung, wie du da die ersten Schritte machen kannst, in eine neue Zukunft, in eine gute Zukunft für dich?

    Fragen über Fragen. Ich möchte dich nicht unter Druck setzen, denn Druck bringt nichts. Aber ich möchte dich zum Denken anregen und dazu, dass du in Bewegung kommst. Alles andere hat leider keinen Sinn. Er wird sich nicht bewegen, wie es aussieht. Na gut. Aber du kannst das, du kannst dich bewegen. Und das ist etwas sehr Gutes. Du solltest das nutzen.

    Ich habe mich damals nach 26 Jahren Ehe getrennt. Da war ich 49 Jahre alt. Also auch nicht mehr ganz so frisch. Aber heute sage ich, dass war eines der besten Dinge in meinem Leben, die ich für mich gemacht habe. Also nur Mut!

    Liebe Grüße

    Aurora

    Hallo und willkommen Annett,

    ich finde das super, wie konsequent du bist. Du hast ihm da klar und deutlich eine Grenze gesetzt um dich zu schützen.

    Dass du ihn vermisst ist aber auch klar, ihr habt ja schon einige Jahre zusammen verbracht. Das will auch erst mal verarbeitet werden. Dass du dich mit Freundinnen triffst und Klavierspielen lernst ist ein gutes Zeichen. Du machst was für dich, ohne ihn. Das ist die beste Medizin. Auch dass ihr keinen Kontakt habt ist gut. Denn Kontakt triggert, Abhängige wissen immer sehr gut welche Knöpfe sie beim Partner drücken müssen, um ihn wieder für sich funktionstüchtig zu machen. Dadurch wird alles noch schwieriger.

    Jetzt ist Geduld angesagt. Dein Kopf weiß Bescheid, dein Herz muss jetzt noch hinterher kommen.

    Liebe Grüße

    Aurora

    Hallo und willkommen Tellerrand,

    Ich habe gelesen, dass man sich freischalten lassen muss?! Geschieht das automatisch?

    Um freigeschaltet werden zu können gehst du oben im Dashboard auf "Vorstellen", da gibt es die Option, in der du dich für den offenen Forumsbereich bewerben kannst.

    Lieber Gruß

    Aurora

    Hallo,

    liebe Cayenne, ich habe es schon oft hier geschrieben: wenn mein Weg jemandem helfen kann, seinen eigenen Weg mit Mut zu beginnen und zu gehen, dann macht mich das sehr froh!

    Liebe Stern, deine Worte berühren mich ganz tief und lösen Verschiedenes aus... und ich bin dir unglaublich dankbar.

    Und an dem, was das auslöst sehe ich, dass ich viele Dinge in mir verändern konnte aber immernoch auch die alten Muster erst mal anspringen.

    Ich habe die alten Muster jetzt mal editiert und die neuen genieße ich.

    Ich bin stolz auf mich, dass ich das geschafft habe und mich immer wieder aufrappel. Ich bin stolz darauf, dass ich Menschen mit meiner Geschichte Mut machen kann, etwas bewirken kann. Ich freue mich, dass ich respektiert werde und Respekt für meine Person und mein Leben da ist. Ich freue mich, wenn mein Weg zu Gedankenanstößen bei anderen führt. Ich bin stolz darauf, dass ich so bin wie ich bin und vor allem, dass ich all diese Komplimente annehmen kann ohne sie in's Negative zu drehen. Sondern dass ich sie annehmen kann als das, was sie sind. Wertschätzung meiner Person. Ich bin es wert, so gesehen zu werden. Und das fühlt sich sooo gut an und gibt mir Kraft und Mut.

    Ich muss mich selbst nicht mehr klein machen sondern ich darf aufrecht da sein und entgegen nehmen.

    Und mich dafür aus tiefem Herzen bedanken.

    Liebe Grüße

    Aurora

    Hallo Cayenne,

    es ist echt gut, dass du dich von all den Worten nicht abschrecken hast lassen. Ich habe hier schon oft erlebt, dass die Leute dann nicht mehr wieder gekommen sind, nachdem sie solche Beiträge hatten.

    Es ist ja viel Wahres dran an dem, was dir da geschrieben wurde. Aber ich als Coabhängige verstehe auch sehr wohl, dass es eben nicht immer so leicht ist, von jetzt auf gleich alles zu ändern. Ich habe auch lange gebraucht um mich zu trennen, in meinem Fall war das auch die beste Lösung und nach meiner langjährigen und ja auch eigenen Erfahrung ist das in den meisten Fällen eben leider auch so.

    Jammern ist auch wichtig! Es gibt ja Tage an denen du einfach alles satt hast. Alles zu viel ist. Ich denke allerdings nicht, dass das andere Cos triggern kann! Ich habe hier aber auch schon erlebt, dass sich zwei oder auch mehrere Cos zusammen gatan haben und unablässig nur auf ihrem "Alki" rumgehackt und über ihn gelästert haben, gejammert haben und sich gegenseitig runtergezogen haben. Anstatt etwas an ihrer Situation ändern zu wollen. Das ist ja aber bei dir hier nicht der Fall!

    Ich war übrigens damals auch an einem Punkt, und zwar schon nach der Trennung, an dem ich fast alles hingeschmissen und zurück gegangen wäre. Ich hatte einfach keine Kraft mehr in dem Moment, mein Exmann hatte mir so die Hölle heiß gemacht, dass ich einfach nur noch meine Ruhe haben wollte. Aufgeben wollte.

    Zum Glück habe ich das nicht gemacht. Ich war damals auch schon hier im Forum unterwegs und es hat mir sehr geholfen das aufzuschreiben und auch Antworten zu bekommen. Menschen, die mir immer wieder Mut gemacht haben und mich bestärkt haben. Aber eben auch mal Klartext geredet haben. Einfach, damit ich mein Ziel wieder sehen konnte.

    Und das möchte ich dir gerne weiter geben. Ich möchte dir Mut machen, nicht aufzugeben. Auch wenn es manchmal schier unerträglich scheint. Ich möchte dir Mut machen, die Augen auf zu lassen und hin zu sehen, gerade bei dir selbst. Denn es geht um dich und darum, wie du ein lebenswertes Leben erreichen kannst. Für mich war es damals (und ist es heute noch) ganz wichtig, ehrlich zu mir selbst zu sein. Also auch das zu sehen, was mit und bei mir schief gelaufen ist bzw. schief läuft, warum ich in solchen Beziehungen (mein Exmann war nicht die erste Beziehung dieser Art) immer wieder landete.

    Ich bin inzwischen neu verheiratet und diese Beziehung, die ich mit 50 Jahren noch mal eingegangen bin, ist die erste in meinem Leben, die normal ist. Voller Liebe und Wertschätzung. Das ist dann sozusagen der Erfolg der ganzen Sache. Und ich sag dir, das ist es allemal wert! Ich habe damals viel aufgeben müssen. Meine geliebte Wohnung, mein Leben, das ich mir mal erträumt hatte, meine Ehe, die ich als Wertzuwachs für meine Person gesehen hatte. Und was mir ganz dolle weh getan hatte, mein Sohn ist damals beim Vater in der Wohnung geblieben. Und ich denke heute noch er hat das getan, damit ich gehen konnte. Nicht bewusst, ursprünglich wollte er aber mit mir zusammen weggehen. Und ist dann doch geblieben. Allerdings war mein Exmann dann diese Jahre, die mein Sohn da noch gelebt hat, auch nüchtern...

    So, lange Rede, kurzer Sinn, ich freu mich, dass du da bist und wünsche dir einen schönen Sommertag

    Aurora

    Hallo Owline,

    Vielleicht müssen nicht nur Alkoholiker auf den Boden der Tatsachen fallen, sondern Co-Abhängige auch, um wieder selbst bestimmt zu leben.

    Ja, das ist ganz sicher genau so! Das hast du sehr gut erkannt :) .

    Liebe Grüße

    Aurora

    Hallo Owline,

    mir ist es tatsächlich ähnlich ergangen. Obwohl die Eltern meines Exmannes, der Bruder und die Schwägern genau gesehen haben, was da läuft, war ich die Schuldige an allem. Meine damalige Schwiegermutter hat mir damals bei einem Telefonat in der Zeit als klar war, dass ich mich trenne, so viel Anklagen an den Kopf geworfen, dass ich fassungslos war. Ich wär an allem schuld, so böse zu ihm und er wäre sooo fertig.

    Als ich begann, fast schreiend, zu erzählen, wie es mir ginge, was da ablief und wie ER sich verhielt, legte sie schnell auf. Das wollte sie gar nicht wissen. Meinen Exmann hatte ich schon so kennen gelernt, dass er gerne und viel trank. Also von mir und meiner Familie hatte er das schon mal nicht. Aber seine Angehörigen konnten es nicht ertragen, denke ich, dass diese ganze Sucht kein Außenstehender verursacht hatte sondern er selbst. Dass in ihrer Familie " so einer" war. Seine Familie hat bei allem, wirklich allem, immer die Schuld bei andern gesucht, sie waren die Heiligen, die Gutmenschen...

    Auch in meiner Familie stand ich plötzlich abseits. Dass eine Frau sich trennt war doch ein Makel. Ein Tabu. Auch wenn alle gesehen hatten, wie es um ihn stand und wie schlecht es mir ging. Es war für sie besser da nicht hinzusehen, sie wollten ihre heile Welt behalten und da passte ich nicht rein mit meinem Alki...Und dem, was damit zusammen hing.

    Dass du diese Wut in dir hast ist gut. Das ist ein Motor, der dich weiter bringt. War jedenfalls bei mir so. Und die Gehässigkeit seiner Familie hat es zusätzlich einfacher gemacht. Weil ich gemerkt hatte, dass ich solche Menschen in meinem Leben nicht mehr haben wollte. Hier im Forum habe ich zum ersten Mal wirklich Verständnis für meine Lage bekommen. Und bei zwei meiner Freundinnen. Das hat so gut getan.

    Liebe Grüße

    Aurora

    Hallo Franzl,

    angekommen im offenen Bereich für den weiteren Austausch.

    Du kannst dir auch eine andere Überschrift ausdenken, damit jeder dein Fädchen findet.

    Wenn du nicht klar kommst damit, mach einfach "piep".

    Liebe Grüße

    Aurora

    Hallo und willkommen Franzl,

    da hast du ja schon eine lange, schlimme Zeit hinter dir.

    Dass dein Körper und deine Seele jetzt so reagieren, krank sind, ist kein Wunder. Ich hatte damals auch schlimme Magenschmerzen, kein bisschen Energie mehr, später wurde eine schlimme Depression daraus.

    Dass deine große Tochter ausgezogen ist, ist sehr vernünftig. Sie grenzt sich nämlich damit von der Mutter ab und das ist die einzige Möglichkeit, dass sie (die Tochter) ihren Frieden findet. Auch die kleinere Tochter macht das richtig.

    Nun muss deine Frau nur noch umziehen... warum macht sie das denn nicht?

    Wie sehen denn deine Zukunftpläne für DICH auch aus?

    Ich werde dich demnächst auch freischalten, muss jetzt aber leider erst mal weg. So lange kannst du sehr gerne erst mal hier in diesem Thema weiter schreiben.

    Lieber Gruß und bis dann

    Aurora

    Hallo,

    oha, nun ist es schon wieder seit Februar her, dass ich was geschrieben habe.

    Nach dem letzten Beitrag von mir ging es nochmal ganz fürchterlich bergab bei mir. Ich hatte Angst- und Panikzustände, schwerste Depressionen. Ich habe aber geschafft, da raus zu kommen, darauf bin ich stolz und darüber sehr froh.

    Ich war so weit, dass ich einfach keinen Sinn mehr sah, es ging mir so dermaßen schlecht, dass ich einfach nicht mehr konnte. In diesem Zustand war ich ca 4 bis 5 Tage. Dann habe ich mich aufgerafft weil ich einen Termin hatte, den ich regelmäßig ein Mal in der Woche habe. Ich habe bestimmt eine halbe Stunde gebraucht, bis ich angezogen war. Dann hatte ich plötzlich die Kraft meinen Arzt anzurufen und einen Termin zu machen und zu googlen, welche psychiatrische Klinik für meinen Bezirk zuständig ist. Und daraus erfolgte auch, dass ich mich nach einer neuen psychiatrischen Praxis im Net umsah, denn meine bisherige Psychiaterin hat aufgehört und der neue Arzt dort hat eher Neurologie auf dem Schirm. Ich konnte aber da noch mal hingehen.

    Ich hatte auch 2 Tage darauf einen Notfalltermin erhalten. Der Arzt bestätigte, dass diese Klinik, die ich herausgesucht hatte, für mich zuständig wäre und ich dort auch hingehen sollte, wenn es gar nicht anders mehr geht. Ich habe auch eine höhere Dosis meines Antidepressivums bekommen.

    Ab da ging es aufwärts, denn ich hatte das Gefühl, selbst aktiv geworden zu sein und das tat gut. Ich hatte dann auch bei YT Meditationen gefdunden, die bei Angst und Panik hilfreich sind. Da ich mich gut auf sowas einlassen kann habe ich das probiert und siehe da, das half und hilft wunderbar bei mir.

    Inzwischen geht es mir wesentlich besser, ich lebe wieder, welch ein Glück!

    Meine psychische Lage hat natürlich was mit dem schweren Schicksalsschlag mit meiner Tochter und meinem Enkel zu tun. Aber nicht nur.

    Ich war ja vorher schon immer schwer erschöpft und ganz oft auch niedergeschlagen und heute weiß ich auch, dass ich diese Zustände schon während meiner ersten Ehe oft hatte. Ich habe das aber immer überspielt und trotz schwerster Erschöpfung immer weiter gemacht. Dadurch habe ich mir selbst ziemlich geschadet, denn inzwischen sind meine Akkus so weit geleert, dass sie nur noch minimal aufgefüllt werden können.

    Die Beziehung mit einem nassen Alkoholiker fordert vom Partner alles. Ich habe das ja freiwillig gegeben, ich dachte, das wäre "normal" so. Heute weiß ich mehr... Ich bin froh, dass ich vor nun 14 Jahren den Absprung geschafft habe. Die Folgen von diesem Leben damals werde ich aber nie ganz los werden.

    Aurora

    Huhu Cayenne,

    ach super, dass du jetzt im offenen Bereich unserer SHG gelandet bist.

    Ich wünsche dir viel Spaß beim Kaffeeklatsch, mit solchen Treffen für mich alleine hat mein Weg viel Schwung bekommen. Ich habe diese Ablenkungen dann sehr genossen. Zeit nur für mich...

    Liebe Grüße

    Aurora

    Hallo Cayenne,

    Bei mir und meinem Exmann war es ähnlich.

    Ich war die große Schwester, habe 2 "kleine" Brüder. Mein Exmann war der verhätschelte Nachkömmling...

    Und somit haben wir perfekt einige unserer Muster bedient. Jeder sucht sich ja seinen Partner gewissermaßen aus, so, wie er am besten paßt, so, wie er an alte Veraltensweisen erinnert.

    Darum ist es sehr wichtig, auch für uns Cos, daran zu arbeiten und das zu erkennen, was unsere Muster sind. Bei mir z. B. auch unter anderem noch die Prägung des "alten" Frauenbildes. Sonst werden wir immer wieder an solchen Männern hängen bleiben. Kennst ja vielleicht die Aussage: ich weiß nicht, warum ich immer wieder bei "Solchen" lande...

    Wie gut, dass du das Muster erkannt hast, das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung!

    Du tauschst dich ja schon länger und intensiv hier aus, das ist klasse. Was hältst du davon, dich für den offenen Bereich anzumelden. Kostet nix und kann dir sehr viel bringen. Ich würde mich freuen :)

    Guckst du hier unter Bewerbung. (Weiß grade nicht, wie man den link einfügt :oops: )

    Liebe Grüße

    Aurora

    Hallo Sunnyday,

    Wenn ich mir das hier so selber durchlese, was ich so schreibe, bin ich schon genervt von mir selbst. X/

    Das ist super, dass es dich selbst schon nervt. Das kann eine gute Motivation sein, das zu ändern.

    Wenn du einen Termin machen würdest, bei einer Suchtberatungsstelle, warum sagst du ihm das nicht? Es ist doch kein Betrug an ihm, wenn du dich informierst.

    Liebe Grüße

    Aurora

    Hallo Cayenne,

    es ist klar, dass dein Mann nicht kampflos, sag ich mal, aufgibt. Bei mir war es ähnlich. Als ich, nach vielen Androhungen, endlich wahr machte und die Trennung voran getrieben habe, da war ich plötzlich diejenige, die alles kaputt machte, die ihn gewissermaßen in den Abgrund stieß, die Familie zerstörte und so weiter. Das hat auch die üblichen Schuldgefühle bei mir ausgelöst. Das sollte es auch. Dass dein Mann nun noch auf dem herumtrampelt, was dir etwas bedeutet, unterstreicht nochmal, wie wenig er dich wertschätzt und ernst nimmt. Mein Ex hat das damals nicht mit Pflanzen gemacht aber mit Menschen, die mir nahe standen und was bedeuteten. Er hat sie schlecht gemacht und übel über sie geredet, also quasi auch zertreten. Denn er wusste, was sie mir bedeuten und was das mit mir macht. Alles, was ich schön fand und mir Freude machte, zerstörte er mit Worten.

    Gut finde ich, dass du deinen Mann irgendwo respektierst. Alkoholismus ist eine Krankheit. er handelt nach bestimmten Mustern, die ein Merkmal dieser Krankheit sind. Aber respektiert er andersherum dich auch? Akzeptiert er dass du sagst, dass du so nicht weiterleben kannst, dass es dich kaputt macht? Dass du eine Trennung überlegst...

    Respektierst DU DICH und deine Gefühle?

    Denn das ist wichtig.

    Linde schreibt von Gewalt und das passiert leider zu oft in solchen Beziehungen. Körperliche Gewalt.

    Okay, das macht er nicht... aber er übt psychische Gewalt aus! Sei dir dessen bewusst! Gewalt ist Gewalt!

    Wenn du dich heute nicht trennen kannst oder willst, dann ist es okay, es ist deine Entscheidung und dein Recht es so zu machen, wie du es gerade für dich kannst. Du musst dich auch nicht rechtfertigen. Es geht nicht alles von jetzt auf gleich. Es ist sehr gut, dass du aber mit offenen Augen hinsiehst, was bei euch passiert. Du guckst und merkst immer mehr, dass du dir ein anderes Leben vorstellst als das, was in eurer Ehe passiert. Das ist gut so.

    Und ich habe die ganzen Jahre über nie ernsthaft etwas gesagt, Mal gemosert, mal n bissl gemotzt. Aber nie wirklich ernsthaft. Das werfe ich mir im Moment vor. Ich hätte direkt nach der Geburt unseres Sohnes gleich sagen müssen: STOPP. So geht es nicht. Hör auf zu Trinken.

    Ja, kenne ich... :rolleyes: . Bitte werfe dir das nicht vor. Es ist vergangen und unabänderlich. Du hast mit Sicherheit immer nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt, genau so, wie es in dem Moment für dich richtig war. Es ist ja nie zu spät, es in Angriff zu nehmen und zu machen. Jetzt scheinst du die Kraft und den Mut dazu zu haben.

    Liebe Grüße

    Aurora

    Hallo Sunnyday,

    das ist ja das Schlimme! Du vernachlässigst eigene Kontakte weil du dich für ihn schämst und Angst hast, was da passieren könnte. Irgendwann sitzt du alleine da, mit ihm...

    Meine Geschichte findest du hier, im offenen Bereich. Ich schreibe aber meistens nur noch im geschlossenen Bereich und ich habe im Prinzip auch meine Coabhängigkeit mittlerweile gut im Griff... meistens. Zumindest lebe ich mit meinem 2. Mann ein zufriedenes, abstinentes Leben.

    So, hier der Link

    Aurora
    7. Mai 2007 um 21:48

    Liebe Grüße

    Aurora

    Hallo Cayenne, hallo Sunny,

    ich kenne das Gefühl von Verrat auch gut. Aber nach 26 Jahren Ehe, wobei die letzten Jahre die absolute Hölle waren, konnte ich seelisch und körperlich nicht mehr. Verräterin oder nicht, ich musste da raus wenn ich nicht völlig kaputt gehen wollte. Das Gefühl des Verrates lässt auch nach, bei mir war es als ich erkannte, dass mein Exmann ja erwachsen war, bewusst soff weil er es so entschieden hatte. Er wollte und konnte nicht aufhören. Ich hatte begriffen, dass ich gegen den Alkohol machtlos war, dass nur er selbst entscheiden konnte aufzuhören und dass ich keinerlei Verantwortung und Schuld hatte.

    Ich hatte auch furchtbare Trennungsangst denn ich hatte einen Teilzeitjob und dementsprechend wenig Verdienst. Und mein Ex drohte mir auch immer wieder, dass ich ein Sozialfall werden würde, untergehen würde usw. Ha, bin ich aber nicht!

    Ich war bei einem Anwalt und habe mich informiert. Ich habe angefangen, mir Hilfe zu suchen und bin so auch auf dieses Forum gestoßen. Das war Anfang Mai 14 Jahre her.

    Also bitte keine Panik bekommen, von heute auf morgen alles erledigen zu müssen. Meistens ist eine Trennung die einzige Möglichkeit, aus diesem Suchtstrudel heraus zu kommen. Das ist das Ziel. Nun hat der Weg angefangen und mir ging das dann so, dass ich nach und nach immer schneller wurde, immer sicherer, mein Ziel, die Trennung, zu erreichen. Hat gedauert...

    Aber ich habe es geschafft und das könnt ihr auch.

    Liebe Grüße

    Aurora

    Hallo Sunnyday,

    :"Wieso? Ich habe Geburtstag, da darf ich ja wohl was trinken".

    diesen Satz, immer angepasst an : Geburtstag, Vatertag, Urlaubstag, Hochzeitstag, Silvester... habe ich wohl gefühlt 1000 Mal gehört...

    Wortwörtlich!

    Ich verstehe vollkommen, was in dir abgeht, ich habe es fast genau so erlebt. Spaziergänge und Einkehr, alle trinken einen Kaffee, Mineralwasser oder so, er: Bier. Da ist mir immer schon alles vergangen. Irgendwann hatte ich keine Lust mehr, irgendwas zu unternehmen. Es war mir auch sehr oft peinlich, fremdschämen ist für Coabhängige ein "normales" Gefühl.

    Mein Exmann ist auch ab und an vom Stuhl gekippt, oft musste ich mir dann noch das Gerede der anderen Leute anhören oder ihr Lustigmachen über ihn. Klasse Gefühl :cursing: . Mir wurde auch oft an's Herz gelegt, doch besser auf ihn aufzupassen. Sowas ist Gift für Cos und macht Schuldgefühle, Verantwortung, Hilflosigkeit.

    Komm mal in Ruhe an, lies dich durch die Geschichten, wenn du magst. Und sag Bescheid, wenn du dich im offenen Bereich austauschen möchtest.

    Liebe Grüße

    Aurora