Beiträge von Morgenrot

    Hallo Sanni,

    herzlich Willkommen bei uns im Forum, in unserer Onlineselbsthilfegruppe.

    Warum glaubst du Schuld, oder eine Mitschuld am Alkoholismus deines Freundes zu haben? Das hast du ganz bestimmt nicht.

    Wenn du dich hier austauschen möchtest, klicke bitte unten auf den Link, stell dich nochmal ganz kurz vor, damit wir dich für die offenen Bereiche freischalten können. Dort beginnt dann der eigentliche Austausch.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    lg Morgenrot

    meine Kinder haben immer mal wieder nachgefragt und ich hab das leider immer mit irgendwelchen Phrasen entschuldigt. Ich wollte sie nicht belasten.

    Kinder haben feine Antennen.

    Du läufst Gefahr, etwas weiterzugeben was du bestimmt nicht willst.

    Viele Angehörige bezweifeln doch ihre Wahrnehmungen im Bezug auf den Alkoholiker, und wenn du das unbewußt bei deinen Kindern weiter führst, werden sie vielleicht auch ihren Wahrnehmungen irgendwann nicht vertrauen können.

    ob ich ihn darauf ansprechen soll, auch wenn er mich nicht fragt.

    In der Regel kommen Kinder wenn sie Fragen haben, deine sind ja noch relativ jung. Dazu sollten sie das Gefühl haben, dass sie fragen können und dürfen.

    Dann ehrlich bleiben, und mit einfachen Sätzen sagen, dass der Papa krank ist. Es ist wichtig, dass sich die Kinder ernst genommen fühlen, und spüren, das du ehrlich zu ihnen bist.

    Wenn weitergehend gefragt wird, bleib bei den einfachen Worten. Meine Tochter hat zu meiner Enkelin z. Bsp. gesagt, das der Opa krank ist, weil er zuviel Alkohol trinkt. Damals war sie knapp 6 und die Erklärung hat ihr vollkommen genügt. Später hat sie noch mehrfach nachgefragt und es war immer jemand da, der ihr etwas erklären konnte. Beim ersten Mal fühlt es sich so unendlich schwer an, aber es wird einfacher.

    Kinder wollen ernst genommen werden, und das kann ich ihnen so beweisen. Es tut mir bis heute leid, das ich es nicht hinbekommen habe.


    Lotta , ja ich würde das Wort Alkohol heute in den Mund nehmen.

    Mein Enkel ging z. Bsp. als Kleinkind nie zum Opa, irgendwann so mit 5 fing er an mit Opa zu kuscheln und ging mit ihm zum Spielplatz usw.

    Es war genau die Zeit nach der Langzeittherapie meines Mannes.

    Als er ihm sagte, wie sehr er sich darüber freut, sagte der kleine: Opa, jetzt stinkst du ja auch nicht mehr .

    Es gibt auch Kindergruppen für kleinere Kinder von Alkoholikern wie z.Bsp. Löwenherz. Einfach mal bei den Suchtberatungsstellen nachfragen, oder hier im Forum nachlesen.

    https://alkoholiker-forum.de/selbsthilfegruppen/


    lg Morgenrot

    Hallo Marli,

    Ich habe Angst, dass ihn diese Situationen verunsichern, ich wollte ihm irgendwie vermitteln, dass ich es auch mehr und das ich es auch nicht gut finde.

    natürlich werden Kinder in solchen Situationen verunsichert. Dein Gedanke es anzusprechen war sicher gut, aber du bleibst schwammig in deinen Erklärungen.

    Genauso habe ich es oft genug gemacht, und genau das spüren die Kinder genau und es trägt noch mehr zu ihrer Verunsicherung bei.

    Meine Tochter hat mir auf einem Angehörigenseminar gesagt, wie sie sich damit gefühlt hat. Ich war zuerst sehr schockiert, ich wollte doch meine Kinder schützen.

    Sag deinem Sohn in Kind gerechten Worten was los ist. Gib ihm ehrliche Antworten, er spürt es vielleicht irgendwie schon, dass sein Vater eben nicht nur "komisch" ist.

    lg Morgenrot

    Hallo Milka,

    Ich wünschte, ich könnte vertrauen.

    mit dem Vertrauen können, ist es so eine Sache.

    Mein Mann ist jetzt schon einige Jahre trocken, aber es dauert sehr lange bis das Vertrauen wieder da ist. Du kannst von dir nicht erwarten, dass es nach Entgiftung gleich wieder vorhanden ist.

    Selbst nach Jahren der Trockenheit passieren manchmal Sachen, wo ich denke: das war jetzt genauso wie zu Trinkzeiten.

    Dein Mann kennt deine Einstellung und deine Nachfragen, du brauchst es nicht zu wiederholen. Ich habe es auch immer wieder gemacht, und die Reaktionen waren dann auch nicht gerade fein.

    Ich habe immer gedacht, ich muß mit den Erinnerungen am Ball bleiben, sonst vergißt er sein Problem. :roll:

    Egal wie oft du nachfragst, es ist und bleibt sein Ding und keine einzige Nachfrage führt ihn zur Trockenheit. Daran muß er arbeiten, wenn er es ernst meint.


    lg Morgenrot

    Hallo Zoe,

    Und ich traue mich nicht, jemandem, der mich kennt, die Wahrheit zu sagen. Ich schäme mich und möchte ihn gleichzeitig weiter schützen. Kann das jemand verstehen?

    ich kann das sehr gut verstehen, es erging mir ähnlich.

    Es wurde allerdings besser, als ich meiner Familie und meinen Freunden die Wahrheit sagte, was wirklich hinter der schönen Fassade abgeht.

    Da erst konnte Hilfe greifen, als ich ehrlich war, zu mir und anderen.

    Du mußt dich nicht schämen, oder hast du ihn zum trinken gezwungen? Ich kenne wie viele andere COs sicher auch dieses "Fremdschämen", auch hier habe ich erfahren, das ich mich dafür nicht schämen brauchte, was mein xy veranstaltete.

    Es ist wichtig, dass du dich schützt. Er ist auch erwachsen und kann auf sich selbst aufpassen. Gib ihm seine Verantwortung zurück und glaub nicht länger daran, das mit einem nassen Alkoholiker etwas gut werden könnte.

    lg Morgenrot

    hallo,

    Trotzdem denke ich wird der Betroffene vielleicht die Chance haben ,etwas zu ändern ,mehr als wenn man nichts sagt und so tut als wäre alles in Ordnung.

    Außerdem muss dem Betroffenen klar werden ,dass sein Konsum auffällt bei der Arbeit und dass das so nicht geht und es durchaus sein kann ,dass die Chefetage davon auch was mitbekommen wird.

    Ich sehe es ähnlich wie chroissy.

    In großen Betrieben gibt es Suchtkrankenhelfer und betriebliche Suchtvereinbarungen. Das ist bei uns der Fall. Das ist genau und strukturiert aufgebaut und ist erst einmal recht niederschwellig.

    Wenn mir jemand auffallen würde, sollte ich es laut der betrieblichen Suchtvereinbarungen meinem unmittelbaren Vorgesetzten melden, dieser führt ein Gespräch und bietet eben den Kontakt mit dem Suchtkrankenhelfer an.

    Vorraussetzung dass dieses System funktioniert ist natürlich, die Mitarbeit des Abhängigen.

    In meinem Arbeitsleben habe ich es 3x erlebt, und 2x hat es wirklich funktioniert und die Kollegen im Haus sind über Jahrzehnte trocken.

    Dem dritten mußte fristlos gekündigt werden, weil er weiter mehrfach angetrunken zum Dienst erschien.

    lg Morgenrot

    hallo Thomson,

    auch von mir noch ein herzliches Willkommen bei uns.

    Wie seht ihr das?

    es gibt ein geflügeltes Wort im Bezug auf SHG`s:

    " Wenn es dir schlecht geht, gehe in deine SHG, wenn es dir gut geht dann renne hin."

    Am Anfang kann ein täglicher Besuch, wenn er denn möglich ist, sehr sinnvoll sein. Das gibt dem Tag dann wieder eine gewisse Struktur, aber bei Vollzeitarbeit ist die ja durchaus auch vorgegeben.

    Wir sind ja hier auch eine SHG und haben 24 Stunden geöffnet.

    Vielleicht war es zuviel für dich, und du kannst es etwas reduzieren. Aber das ist individuell und ich denke, das es am besten ist, es einfach auszuprobieren.


    lg Morgenrot

    mein herzliches Beileid zu deinen schweren Verlusten.

    Das tut mir sehr leid.

    Die Trauer ist eine sehr schwere Zeit, mit ganz viel Schmerz. Der Schmerz einer Mutter die ihr Kind beerdigen muß, ist unvorstellbar.

    Wir sind hier auch in dieser schweren Zeit für dich da, wenn du willst.

    liebe Grüße Morgenrot

    Hallo Franzi,

    Was meinst du denn da zum Beispiel?

    das fängt bei den Kindern an mit Verhaltensauffälligkeiten die mitunter sehr massiv werden können, die sich aber erst einmal niemand richtig erklären kann und geht bis zu schwersten Depressionen, wo wirklich eingegriffen werden muß und dann kommt es in einem Nebensatz oft heraus, dass er /sie eigentlich gar nicht im Krankenhaus bleiben kann, weil der "Partner" zuhause trinkt und die Kinder nicht richtig versorgt.

    lg Morgenrot

    hallo Franzi,

    Überspitzter Vergleich: wenn jemand mit einer fiesen Infektionskrankheit der Meinung ist, er wäre ja gesund, müsse sich nicht entsprechend therapieren o.ä. und die anderen sollen sich nicht anstellen, dann bleibt einem ja auch nur, dass man selbst Abstand von dieser Person hält, wenn man nicht selbst krank werden will (oder die Kinder). Nur leider hilft bei Alkoholkrankheit natürlich nicht einfach abwarten und auf die Selbstheilungskräfte vertrauen

    in Deutschland hat jeder das recht Behandlungen abzulehnen, es sei denn, es greifen richterliche Verfügungen. So überspitzt finde ich daher deinen Vergleich gar nicht.

    Beim Alkohol ist es ähnlich, da kann ich nur auf Abstand gehen, wenn ich nicht selbt krank werden will.

    Da ich ja auch beruflich im Thema bin, kann ich dir nur sagen, dass es erschreckend ist, hinter welchen Symptomen sich der Alkohol verbirgt.

    Leider immer noch viel zu wenig bekannt, und die Angehörigen erwähnen es oft nur mal so im Nebensatz.

    lg Morgenrot

    Hallo Nova,

    beim lesen fiel mir sofort ein Satz ein, den mir mal ein netter Kollege aufs Auge gedrückt hatte:

    "Lieber Gott gib mir Geduld, aber sofort. "

    Ich finde mich in deinen Beschreibungen wieder, denn ich achte auch noch nicht genug auf mich. Manchmal frage ich mich, ob ich das noch lerne in meinem Alter. ;)

    Ich finde dir kann es noch gar nicht gut gehen, du bist ja in einem Schwebezustand. Du fühlst dich im Moment sicher nirgendwo zugehörig, hängst zwischen allen Stühlen.

    Ich hatte mich innerhalb des Hauses von meinem xy getrennt. Es ging mir zwar sehr viel besser damit, aber das Grenzen setzen fällt dann sehr schwer und ich bekam ja auch vieles mit. Daher kenne ich auch diesen Schwebezustand.

    Mir kamen auch immer wieder Bedenken, was will ich alleine usw. usw. Ich hatte sehr viele Kontakte einschlafen lassen, weil ich mich nicht mehr fremdschämen wollte.

    Die Kontakte konnte ich wieder herstellen, als ich offen wurde, und für mich wichtigen Menschen mitgeteilt habe, wie die Realität aussieht.

    So nach undnach habe ich meine Fühler ausgestreckt, und vieles alleine gemacht.

    Ich erinnere mich, als ich mit sehr lieben Forumsfreunden aus Berlin am Ku`damm in einer Eisdiele saß. Da hab ich das erste Mal Freiheit gespürt. Das hat sooooo gut getan.


    lg Morgenrot

    Hallo Marli,

    Er sagte zu mir, dass es ihm wehtut, dass er es so schade findet, das ich ihm nicht sage: gut gemacht! Ich bin stolz auf dich! Mach weiter so!

    so etwas ähnliches hat mich mein Mann, während der Entgiftung gefragt. Ich war wie vor den Kopf gestoßen, wußte nicht was ich sagen sollte. Nach 3 Tagen will er gelobt werden, wo noch nichts erreicht ist.

    Ich habe ihm dann klipp und klar gesagt, das er für sich trocken werden muß, nicht für mich, und das er kein Erstkläßler ist der Fleißsternchen bekommt.

    Ich war so sauer, und bin dann einfach gegangen.

    lg Morgenrot

    Hallo Hope,

    Darf ich ihn es klar sagen oder ist es für den heilungsprozess schädlich wenn ich ihn zeige das ich nicht an ihn glaube?

    Ich frage mich für welchen Heilungsprozess? Er befindet sich doch in keinem, außerdem hast du das doch sicher schon öfter und mehr als genug getan.

    Ich will es mir klar machen das er sich in keinem heilungsprozess befindet, und dass ich an mich glaube. ich kann ihn auch nicht zu einem Heilungsprozess überreden.

    Ich habe mal den Satz umgestellt, und möchte dir ganz viel Mut wünschen, um den nächsten Schritt zu gehen.

    lg Morgenrot