@ currlinger / hilfe

  • Hallo bonny,

    ich kann Dich sooooo gut verstehen. Ich leide richtig mit, wenn ich das lese.

    Aber vielleicht solltest Du Dich erstmal von dem Gedanken verabschieden,
    ab wann Du Dir Hoffnungen machen kannst. Sonst wirst Du vielleicht ewig mit dieser Hoffnung leben. Warte damit erstmal ab, ob er eine Therapie anfängt. Dann kannst Du ihm ja Deine Unterstützung anbieten und ihr könnt sehen, was danach aus Euch beiden wird.

    Zitat

    ohne ihn geht es mir noch schlecher, als wenn er hier betrunken anwesend ist.

    Auch dieses Gefühl kenne ich. Aber geht es Dir schlechter, wenn er nicht da ist, weil Du ihn so sehr vermißt oder weil Du Dir nur große Sorgen um ihn machst? Weil Du nicht weißt, was er tut und wie es ihm geht? Wenn letzteres der Fall ist (wovon ich ausgehe), sage Dir immer wieder, daß er selbst und nicht Du für sein Leben verantwortlich ist.
    Ich weiß, das fällt unheimlich schwer.

    Ich schick´ Dir ´ne Riesenportion Kraft!

    Lenjana

  • Hi Bonny,

    ich hab Dir auch noch auf Deinen Beitrag in Sandras Thread geantwortet. Aber jetzt auch hier.

    Mein alkoholkranker Ex-Partner hat genau das gleiche Spielchen abgezogen, ich gedroht, mal fuer ein paar Tage wieder verschwunden, dann konnte er sich mal sogar 2 Monate zusammenreissen und dann fing das Gleiche immer wieder von vorne an. Klar ist es erstmal fuer den alkoholkranken Partner ein Schock, dass er einfach vor die Tuer gesetzt wird und er versucht die Situation noch zu retten, indem er Dir 100% schwoert, es wird nie wieder passieren und schwupps sind wir wieder bei ihm, noch eine Chance sagen wir uns und wenn dann nicht, dann ist es vorbei, so geht die Spirale nach unten immer weiter, denn nach der Chance kommt die naechste Chance und die naechste und wieder die naechste, denn wir Co's hassen die Veraenderungen und das Loslassen so sehr, da nehmen wir doch lieber das was wir ja bereits schon kennen.

    Du hast jetzt eine wichtige Zeit vor Dir und ich hoffe Du entscheidest fuer Dich richtig. Du hast Dein Leben in der Hand. Mit der Entscheidung die Du getroffen hattest, hast Du Deinem Ex die Moeglichkeit gegeben zu erkennen welche Konsequenzen seine Krankheit hat und jetzt ist es bei ihm, etwas zu tun. Vielleicht macht er ja jetzt eine Therapie oder vielleicht faengt er ja auch wieder an zu trinken.

    Aber aus meinen Erfahrung ist es so, gehst Du wieder zurueck, dann war das alles nur ein Albtraum fuer ihn und er wird wieder trinken und dann faengt das ganze wieder von vorne an.

    Ich wuensche Dir viel Kraft,

    Jenny

  • Hallo Bonny,

    ja klar, Dir geht es schlecht, Du liebst ihn noch, hast soviel Hoffnungen gehabt und bist sehr enttaeuscht worden. Wir alle machen Fehler, aber wichtig ist es irgendwann einmal daraus zu lernen. Ich kann das so gut nachvollziehen und wuerde Dir niemals einen Vorwurf machen.

    Ich haette die Hoelle auf Erden mit meinem Ex und ich habe damals gedacht, dass ich mit Liebe alles besiegen kann, es hat gedauert, bis ich wirklich konsequent sein konnte und mein Leben hat sich total veraendert.

    Wenn Du wirklich Deine Co-Abhaengigkeit erkannt hast und erkannt hast warum Du gerade diesen Partner in Deinem Leben angezogen hast und lernst allgemein in Deinem Leben Grenzen zu setzen, dann bist Du offen fuer etwas Neues.

    Es wird Dir helfen, Dir die schlechten Dinge vor Augen zu halten, die passiert sind, jedesmal wenn Du leidest und er Dir leid tut und dann halte Dir vor Augen wie sehr Dich sein Verhalten verletzt hat, denn leider versuchen wir uns immer nur an die positiven Dinge des Alkoholikers zu klammern, wenn wir stark in unserer Co-Abhaengigkeit verankert sind.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Zitat von bonny24

    wenn er dies alles wieder vermasselt, wird er wiedermal von vorn anfang und ich bin nicht bereit im da wieder zur seite zu stehen.
    wenn müßte er jetzt alleine aufstehen, ohne das ich da bin und ich tröstend zur seite stehen, aber daran glaube ich nicht.
    lg
    bonny

    Hallo Bonny,

    sorry, aus diesem Satz spricht die CO-Abhängigkeit PUR. Immer nach dem Motto : Ohne mich gehts nicht.
    CO`s brauchen geradezu das Gefühl, gebraucht zu werden, auch wenn sie es gar nicht werden.
    Hilfe zu leisten ist sicher gut und richtig, aber immer erst am besten dann, wenn man drum gebeten wird.

    Bei unserer Krankheit ist die einzige Hilfe die Nichthilfe !

    Stündest Du ihm nun tröstend zur Seite, würde er evtl. in Selbstmitleid verfallen, das ist auch völlig fehl am Platz. ER muß aktiv werden, ER muß sich um eine Entgiftung kümmern, ER muß handeln ! Nicht DU !

    Sicher KANN man unterstützen, vielleicht denjenigen zum Arzt fahren oder begleiten etc. aber ab dann muß er allein gehen. Jeder muß für sich selbst trocken werden, mit professioneller Hilfe, Entgiftung und SHG etc.
    Selbst das wird von CO`s manchmal nicht gern gesehen, weil sie sich ausgeschlossen fühlen, ihr Helfersyndrom nicht mehr ausleben können.

    Und daran solltest Du arbeiten, an Deinem Denken, ohne Dich ginge es nicht. Es geht ... niemand ist unentbehrlich.

    LG an Dich
    Lilly

  • Hallo Bonny,

    ich glaub Du hast Lily etwas missverstanden.

    Sie will Dich nur auf Deine Co-Abhaengigkeit aufmerksam machen, da Dein Fokus doch noch sehr auf Deinen Ex gerichtet ist.

    In dem Satz hast Du geschrieben, dass Du ihn wenn denn troestend bei Seite stehen moechtest. Aber Trost ist das Letzte was ein Alki braucht. Er muss nachdenken, sich selbst aufraffen und etwas tun, Trost ist das was Co-Abhaengige geben wollen, weil es ihnen leid tut was der Alki durchmachen muss, aber da nehmen wir durch Trost wieder die Verantwortung auf uns.

    Ein trockener Alkoholiker, wird Dir sagen, dass es ihn angestunken hat die ganze Troesterei und dass er kein Kleinkind ist und er fuer sich komplett verantwortlich ist. Das ist es was ich verstehe was Lily meinte.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hi Bonny,

    klar, leider gibt es manchmal keinen Knopf den man druecken kann und alles ist gut. Man leidet drunter, aber es wird besser, jeden Tag. Gut, dass Du bis jetzt durchgehalten hast.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo Bonny,

    niemand sagt, das es leicht ist, wenn das Herz noch für den alkoholkranken Partner schlägt :( Diese Gefühle kann man doch nicht einfach von heut auf morgen abstellen, wer könnte sowas schon ? Dazu muß man ja nich ma CO sein.
    Und natürlich tut es weh, zuzusehen, wie sich jemand kaputt säuft. Würde doch jedem so gehen.
    Aber Du kannst nicht helfen !!
    Du hilfst ihm evtl. nur, wenn Du ihn jetzt fallen lässt, aber auch das is keine Garantie, das er handeln wird. Sieh es doch "einfach" so, Du hilfst ihm im Endeffekt damit evtl. mehr, als wie alles andere.

    Aber wenn Dir DEIN Leben lieb ist, dann halt Dich echt von ihm fern. Der Schmerz ist anfangs riesig... aber er wird geringer... von Tag zu Tag, von Woche zu Woche, da mußt Du Dich erstmal durchhangeln. Lenke Dich ab, geh zu Freundinnen, rede, schreibe hier, mach Sport, geh spazieren, mach irgendwas, was Dir ein bisschen Spaß machen KÖNNTE, denn oft kommt der Spaß erst, wenn man erstmal angefangen hat :wink:

    LG an Dich und ich drücke Dir ganz fest die Daumen, das Du durchhalten kannst. Vielleicht liest Du auch mal Pitatos Threads ?... ihr ging es ähnlich, sie hat auch so gelitten. :(

    LG an Dich
    Lilly

  • Hallo Bonny,

    immer schoen den Kopf hochhalten, auch wenn das Wasser bis zum Kinn steht. Du schaffst das. So wie Lily schreibt, Du kannst ihm nur damit helfen, schreib einfach weiter, all Deine Gedanken auf, damit Du nicht wieder zurueckgehst, ab heute gehst Du nur noch vorwaerts und schaust nicht mehr zurueck.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Liebe Bonny,

    nochmal ich ganz kurz.

    Du selbst musst es wissen wie Du Dich entscheidest, keiner kann Dir die Entscheidung abnehmen. Wir koennen Dir nur unsere Erfahrungen mitteilen und wie wir damit umgegangen sind.

    Du musst Deinen Weg waehlen, es ist Deine Entscheidung und es ist Dein Glueck und Dein Leben, welches Du gestaltest.

    Ich kann Dir nur sagen, dass ich fuer mich damals die richtige Entscheidung getroffen habe, ich habe mich getrennt, habe Rotz und Wasser geheult, habe mich mit Freunden getroffen und war wieder frei und diese Freiheit hab ich sowas von genossen. Die Naechte durchschlafen zu koennen, keine Angst mehr zu haben, dass jemand betrunken nach Hause kommt und ich habe mich endlich nur fuer mich alleine verantwortlich gefuehlt.

    Jetzt bin ich in einer uebergluecklichen Beziehung mit jemanden der nicht alkoholkrank ist und ich kann mir niemals mehr vorstellen mit einem nassen Alki jemals eine Beziehung einzugehen. Ich hab ueberall in meinem Leben gelernt grenzen zu setzen, das hat sich auf meinen Job, auf meinen Freundeskreis ausgewirkt und wie ich finde alles total zum positiven.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo Bonny,

    wie bitte :shock::?::?::?:

    Dein Kollege kommt blau zur Arbeit und trinkt da auch noch Bier :?::?:

    Darf ich mal fragen wo Du arbeitest, das ist ja der absolute Oberhammer :shock:

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hi Bonny,

    wollte doch mal hoeren wie es Dir gefuehlsmaessig derzeit geht? Hast Du es immer noch geschafft Dich fernzuhalten von Deinem Ex? Oder konnte er Dich weichklopfen?

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo Bonny,

    ich bin damals auch zu einer Selbsthilfegruppe gegangen und es hat mir sehr geholfen, einfach zu sehen und zu hoeren, dass ich nicht alleine bin.

    Ein Ultimatum setzen ist immer so eine Sache. Hattest Du das nicht schon vorher gemacht? Die Sache ist natuerlich, wenn Du immer wieder ein Ultimatum setzt und es nicht einhaelst, dann nimmt Dich der Alkoholkranke nicht wirklich ernst.

    Gut ist, dass Du Dich nach wie vor damit auseinandersetzt und ich kann es auch verstehen, wenn Du mal Ruhe von diesem Thema brauchst und Dich auf etwas anderes konzentrierst.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Huhu Bonny,

    halt uns mal auf den Laufenden. Wie geht es Dir? Wie meisterst Du die Situation mit Deinem Ex?

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hi Bonny,

    ich wuerde Dir niemlas Vorwuerfe machen, wenn Du bei Deinem Freund bleibst. Es ist Deine Entscheidung mit der Du lebst.

    Wichtig ist aber denke ich, dass Du immer wieder hierherschaust und Dich einfach mitteilst, egal ob man Deine Entscheidung nachvollziehen kann oder nicht.

    Hier sollst Du und darfst Du ehrlich sein. Ich selbst weiss wie schwer es ist konsequent zu sein und auch ihc brauchte Jahre bis ich wirklich Schritt fuer Schritt mich loesen konnte.

    Vernachlaessige Dich nicht und lass Deinen Freund machen, draenge ihn zu nichts und kontrolliere ihn nicht, sondern konzentriere Dich vollkommen auf Dich und Dein Verhalten, dass ist das einzige was ich Dir mitgeben kann und moechte. Achja und verkriech Dich nicht, es ist genauso wichtig fuer alle zu lesen wie es Dir geht, wie Du Deinen Weg beschreitest.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo,

    Natürlich ist es deine Entscheidung, ihm zu glauben, und auch der Zeitpunkt einer Trennung liegt bei dir.
    Ich weiß wie schwer es ist, einen solchen Menschen fallen zu lassen. Hab es selbst noch nicht geschafft.

    Aber sei mal ehrlich: Wann war er denn das letzte Mal aufrichtig zu dir?
    Jetzt, wo du vielleicht schwanger bist, solltest du auch an dein Kind denken.
    Die bekommen nämlich alles mit, auch wenn sie noch sehr klein sind.
    Das haben mir meine, inzwischen erwachsenen Kinder bestätigt.

    Ich hoffe und wünsche dir die richtige Entscheidung.

    lg Lämmchen

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo Bonny,

    es gibt immer wieder gute und schlechte Tage. Da kann ich lange genug "Lieder davon singen".
    Wenn man einen Menschen liebt, "wartet" man aber auch immer auf die guten Tage. Die schlechten verdrängt man. Obwohl sie ganz tiefe Furchen in der Seele hinterlassen.

    Manchmal hänge ich in diesen Furchen fest. Muss jetzt lernen, mich daraus herauszuziehen.

    Mein Wunsch für dich: Mach nicht meine Fehler nach.

    Currlinger / Markus klingt manchmal etwas hart in seinen Worten. Aber er ist Realist, hat viele Erfahrungen hinter sich. Seine Antworten geben zum Nachdenken, mir haben sie geholfen.

    LG Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Hallo ihr Lieben,

    Bonny ist wieder zurueckgekehrt zu ihrem Freund mit einem Ultimatum einer Vereinbarung. Wir kennen das alle nur zu gut, entweder steckten oder stecken wir gerade in dieser Situation/Illusion.

    Ich wollte auch meine Mutter davor bewahren, habe gebettelt, geschimpft etc. damit sie meinen Stiefvater verlaesst, ihm und uns eine Chance damit gibt, aber ich musste meinen Kampf aufgeben. Musste erkennen, dass jeder Co seinen eigenen Weg (Leidensweg) gehen muss. Es ist so wie mit Kindern, denen kannst Du tausendmal sagen, sie sollen dieses oder jenes nicht machen, weil es keinen guten Ausgang haben wird, aber sie machen es trotzdem und die Erkenntnis daraus laesst sie lernen.

    Auch einen Co kann man nur Ratschlaege geben und muss demjenigen seinen eigenen Weg lassen. Es ist so schwer es zu akzeptieren, will man doch auch denjenigen vor diesen Schmerzen, die wir selbst gut kennen bewahren.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo liebe Bonny !

    Bin wieder wohlbehalten zurück und muß mich erstmal wieder eingewöhnen :)

    Allerdings habe ich als erstes hier Deinen thread gelesen und habe sehr mit Dir gelitten.
    Markus wird jetzt sicher aufschreien, weil ich Tipps gebe und selbst noch in der Co-Schraube drinhänge.

    Hier also nur meine MEINUNG (kein Ratschlag)

    Ob die SHG und seine guten Vorsätze nun etwas bewirken oder nicht. Geh auf Abstand ! Es ist verständlich das Du ihn liebst aber das kannst Du auch aus der Entfernung.

    Sieh zu, das er auszieht aus Deiner Wohnung. Wenn er denn unbedingt will, laß ihn anrufen aber laß ihn nicht mehr Dreh- und Angelpunkt Deines Lebens sein..

    Demzufolge hoffe ich auch dass Du in diesem Fall NICHT unbedingt Mama wirst. Andernfalls wünsche ich Dir ganz viel Kraft, denn so ungerecht sich das anhört.. dann mußt Du ganz allein für die Erziehung verantwortlich sein. ER kann das nicht. Er hat seine eigene Baustelle.

    Ich hoffe bald wieder von Dir zu hören.

    Grüße Emma

    In every heart, there ist room - A sanctuary safe and strong
    To heal the wounds of lovers past - Until a new one comes along

    (Billy Joel)

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