Ausfuehrliche Vorstellung einer Neuen

  • Hallo ihr Lieben,

    ich habe mich heute frisch bei euch angemeldet.

    Ich moechte mich kurz mit meiner Geschichte vorstellen:

    Mein Name ist Jenny, ich bin 34 Jahre alt und Anghoerige, komme urspruenglich aus Berlin, lebe aber jetzt in England.

    Mein Stiefvater war Alkoholiker und wenn ich war schreibe, dann nicht weil er jetzt trocken ist, sondern weil er verstorben ist. Wir haben ihn letztes Jahr im Juli verloren, er hatte seine Krebserkrankung erfolgreich besiegt, aber leider konnte er nicht vom Alkohol lassen, somit hat ihn meine Schwester eines Morgens tot im Badezimmer aufgefunden, er war einfach tot umgekippt und das mit 56 Jahren.

    Warum ich mich hier angemeldet habe, es ist mir wichtig mich an einem Forum zu beteiligen, auch wenn ich nicht mehr "aktiv" betroffen bin, moechte ich meine Erfahrungen hier mit einspielen lassen und hoffe, dass ich damit dem ein oder anderen helfen bzw. einen Einblick geben kann. Wichtig ist auch fuer uns Co-Abhaengige zu begreifen, dass unsere Krankheit nicht generell geheilt werden kann, denn auch wir muessen aufpassen. Ich selbst habe auch einmal eine Beziehung gefuehrt bei der mein Partner Alkoholiker war, aber ich konnte mich selbst von dieser abhaengigen Beziehung befreien und lebe jetzt gluecklich mit einem "Nicht-Alkoholiker" zusammen.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo Jenny2, finde ich super, daß du helfen möchtest. Hier kann wirklich jede Hand gebraucht werden. Es gibt immer wieder neue Teilnehmer, man findet immer die eigene Geschichte wieder und vergleicht. Jeder ist in einem anderen Stadium und hat noch nicht, teilweise oder endlich begriffen, wie diese Krankheit verläuft, was man tun kann, was nicht! Ich glaube, die meisten haben Probleme, zu begreifen, was man alles nicht tun kann, denn das ist viel. leider.

  • Hi Kaddip,

    jeder muss durch seine eigene Erfahrung durch, was ich bei mir selbst gemerkt habe, dass man eigentlich weiss, was schlecht fuer einen ist, gerade als Angehoeriger (Co-Abhaengiger) aber aus verschiedenen Gruenden bleibt man in der Situation kleben. Hofft und glaubt, dass der Partner sich tatsaechlich aendert, man droht, man versucht mit Engelszungen auf den Alkoholiker einzureden, dass Einzige was man als Co-Abhaengiger nicht tut ist konsequent seine Drohungen wahrzumachen und auf Worten Taten folgen zu lassen. Man glaubt tatsaechlich, dass diese Situation sich irgendwann irgendwie von selbst erledigt. Ich habe selbst ueber zwei Jahre in solch einer Beziehung gelebt, obwohl oder weil gerade meine Mutter mir das mit meinem alkoholkranken Stiefvater vorgelebt hatte. Man selbst glaubt natuerlich nicht wie schnell man selbst ein Partner eines Alkoholkranken werden kann und selbst nicht von demjenigen loskommt.

    Ich habe es geschafft, ich habe die Beziehung beendet, habe gemerkt, wie ich mich selbst ueber die Jahre hinweg belogen habe, habe den einfachen Weg gelebt, weil ich Veraenderung nicht mochte, aber dabei war es ein einfacher Schritt, ich hab mir eine Wohnung gesucht, habe meine Moebel mitgenommen und habe Schluss gemacht, es war eigentlich einfach. In der Zeit habe ich mich viel veraendert, bin verheiratet mit jemanden, der kein Alkoholproblem hat, ich hab verstanden, dass es nicht normal ist, dass ein Partner alkoholkrank ist, dass war eine wichtige Erfahrung und ist es nach wie vor noch.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hi Bonny,

    dank Dir fuer Deine Begruessung.

    Klar tut es weh, denn als Co-Abhaengiger mag man keine Veraenderungen, man will ja nur helfen. Aber wir sind auch krank in der Hinsicht. Du wirst merken, dass es mit der Zeit besser geht, Du wieder richtig durchschlafen kannst, Dich nicht fuer ihn verantwortlich fuehlen musst.

    Du wirst auch irgendwann einen Freund finden, der kein Alkoholproblem hat, aber Holzauge bleib wachsam.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo Jenny,

    auch von mir ein herzliches Willkommen :D

    Grüßle
    Diandra

    Mögen alle meine Fehler sich auf ihre Plätze begeben und möglichst wenig Lärm dabei machen.

    Überwältigend was geschehen kann,
    wenn sich die Fingerspitzen zweier Menschen
    ganz leicht berühren,
    am richtigen Ort
    und zur rechten Zeit!

  • Hallo Bonny,

    ich hoffe fuer Dich, dass Du stark bleibst, Co-Abhaengigkeit faengt meistens schon da an, wenn wir trotzt mehrerer Rueckfaelle eines Alkoholiker glauben, dass alles eigentlich gar nicht so schlimm ist und wir bei ihm bleiben. Es gibt nicht nur ein bisschen Co, genausowenig wie es nicht nur ein bisschen Alkoholkrankheit gibt.

    Ich wuensche Dir alles Gute,

    Jenny

  • Hallo Jenny,

    schön das du hier bist, deine Beiträge gefallen mir man merkt welche Distanz du zu diesem Thema hast aber auch das Wissen darüber.

    Liebe Grüsse
    Elocin

  • Hallo Elocin,

    Dank Dir fuer die Blumen :D

    Ich merke gerade hier wie wichtig es nach wie vor fuer mich ist mich mit diesem Thema zu beschaeftigen und ich wuerde mir vielmehr Leute wuenschen, die sich hier anmelden wuerden, die ihre Co-Abhaengigkeit in den Griff bekommen haben, einfach um Mut zu machen.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo Jenny,

    auch von mir ein herzliches Willkommen zu deiner Ankunft hier im Forum. Schön, dass du helfen möchtest. Ja, das helfen wollen ist ein ganz wichtiger Punkt in unserer Co-Abhängigkeit. Wie hast du es denn geschafft, dich aus der Beziehung zu einem alkoholkranken Mann zu lösen? Und wie hast du dich in dieser Zeit verändert? Was, außer der Absicht, helfen zu wollen, führt dich hierher? Da du dich, wie du schreibst, schon aus deiner Co-Abhängigkeit gelöst hast, wäre dieser dein Weg sicherlich interessant für all die, die noch ihre Kreise ziehen und keinen wirklichen Ausweg gefunden haben. Ich bin gespannt, was du uns über DEINEN Weg zu berichten hast.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Hallo Ette,

    Co-Abhaengig ist man ein Leben lang, der wichtige Anstoss fuer mich ist es dennoch mich dessen auch immer bewusst zu machen. Der Grund warum ich hier bin, ist der Grund auch immer wieder zu verstehen was Co-Abhaengigkeit bedeutet. Ich finde es wichtig, dass auch genauso wie trocken Alkoholiker in den anderen Chats auch "trockene" Co-Abhaengige etwas tun und nicht alles in Vergessenheit geraten lassen und verdraengen, denn im Verdraengen sind wir ja die Meister.

    Durch den Tod meines Stiefvaters und die schwere Krebserkrankung meiner Mutter ist mir klargeworden, dass ich diese Geschichte teilen muss, ich will aufzeigen wohin Co-Abhaengigkeit fuehren kann ich will das erlebte nicht nur fuer mich behalten, ich moechte diese Geschichte teilen, denn ich denke, dass sie vielleicht fuer einige hilfreich sein kann. Ich moechte einen Teil weitergeben, denn auch ich war mal in der Situation im Leben, in dem mir die "alten Hasen", die Co-Abhaengigen, die es geschafft haben, weitergeholfen haben und nun bin ich an der Reihe das weiterzugeben was ich gelernt habe. Ich lerne ja immer noch dazu, ich bin ja nicht fertig oder komplett geheilt oder so, ich bin immer noch am Lernen.

    Irgendwann 2002 hat es Klick bei mir gemacht, ich habe einfach genug gehabt. Mein Partner war immer noch arbeitslos, ich bin immer schoen arbeiten gegangen und er hat sich tagelang die Kante gegeben. Da fiehl es mir ein, dass ich so nicht mehr kann und will. Ich habe Freunde um Hilfe gebeten, habe mir eine Wohnung gesucht und bin ausgezogen. Aber der Weg dorthin war steinig. Irgendwann macht es bei jedem aufeinmal klick und bei mir war es von heute auf morgen. Ich muss dazu sagen, dass ich immer einen eigenen Freundeskreis hatte und somit hab ich mich einfach nach und nach meinem damaligen Partner entzogen.

    Alles Liebe,

    Jenny

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