Wie soll ich mich verhalten?

  • Hallo Oiseau,

    nur noch kurz:
    Ich bin dahin gekommen, meinen Mann zu jeden Thema anzusprechen, und zwar, wenn es mir in den Kram passt. Klar ist er manchmal genervt und möchte nicht reden, aber ich kann verdammt hartnäckig sein. Bevor ich eine schlaflose Nacht verbingen muss, versuche ich zu klären was zu klären ist. Oft macht da ja der Ton die Musik. Und konfrontiere ich ihn mit meinen Ängsten, redet er auch schon mal aus schlechtem Gewissen mit mir, kann er auch einstecken, habe oft genug von ihm einstecken müssen. Ich packe ihn da nicht in Watte.
    Wenn die Zeit für ihn nicht günstig ist für ein Gespräch hat er sie günstig zu machen...für mich. Er ist dran mit der Rücksichtnahme.
    lG, bokins

  • bokins, danke!!

    Das, was du schreibst, ist genau richtig! Du machst das toll! Ich werde mir dich als Vorbild nehmen und versuchen, kein Gespräch mehr aufzuschieben oder zu vermeiden. Wahrscheinlich habe ich zu wenig Rückgrat und Selbstbewusstsein, das muss ich lernen. Auch ein gutes Thema heute abend bei der Therapeutin!!! Die Fähigkeit zum konstruktiven Streiten muss man ja lernen!!

    Alles Liebe,

    Oiseau! :lol:

  • Nochmal hallo, bokins,

    jaaaa, habe gleich deinen Rat befolgt und das Gespräch offensiv gesucht. War gut so. Es ist nämlich zum einen nicht ganz klar und sicher, ob die Schwester meines Partners wirklich eine Alkoholikerin ist. Zum anderen, und das halte ich für wichtig, sagte er mir, sie könne ja ruhig ab und zu ein Glas Sekt trinken, wenn sie es denn wolle. ABER: Für ihn kommt das nicht und wirklich unter keinen Umständen in Frage. Er wisse, dass er nie wieder etwas trinken dürfe. Ich sagte ihm, dass für mich wichtig ist zu wissen, dass ER sich dessen ganz und gar bewusst ist. So scheint es zu sein. Er versteht mich in meinen Zweifeln und wurde auch gar nicht aggressiv, sondern wir redeten ganz sachlich und ernsthaft. Das tat gut!
    Da ich gerade von der Therapie komme, kann ich sagen, dass ich mich heute sehr mit mir selbst auseinandergesetzt habe. Nicht so sehr mit meiner Rolle als Co-Abhängige! Und da fand ich heraus, dass es Gründe in der Kindheit zu geben scheint, die es mir erschweren, z.B. unangenehme Gespräche anzugehen! (Angst vor Liebesentzug u.ä.) Also, das hat mir mal wieder gezeigt, dass man nie auslernt. Ich werde versuchen, gerade gesprächsmäßig, am Ball zu bleiben, auch, wenn es mal unangenehm werden könnte. Es passiert ja nicht wirklich was, evtl. könnte mal die Stimmung sinken, aber das ist ja eigentlich nicht weiter schlimm. ALSO .. ich bin bereit.
    Danke, bokins, du hast den Ausschlag gegeben für diese Wendung! Klasse! :!::!::!::idea:

    Würde auch mal gern wieder in deinem thread schreiben, aber ich weiß nicht, ob du das willst. Hast ja mal so was angedeutet...

    Liebe Grüße,
    Oiseau.

  • Hallo Oiseau,

    ich freue mich riesig Dir geholfen haben zu können. (Blöder Satz, hm). :lol: So ist es richtig, wir können uns durchaus mehr zutrauen !!

    Ich wurde auch so erzogen. Bloß niemandem zur Last fallen, es möglichst allen Recht machen, das hindert einen im Erwachsenenleben daran, Konflikte vernünftig lösen zu können. Ich stosse da auch immer an meine Grenze, die ich aber mit viel Herzklopfen und innerer Unruhe zu überwinden versuche. Dazu gehören eben auch die Gespräche, die ich mit meinem Mann suche, auch wenn er es nicht möchte.

    Du kannst gern in meinem Thread schreiben, ich habe selbst nicht geschrieben, weil ich mit Lesen und Antworten so beschäftigt war. Zudem fällt es mir immer irgendwie schwer, meine pesönlichen Belange verständlich darzustellen.

    lG, bokins

  • Hallo Oiseau

    Das mit den Gesprächen ist lebenswichtig.
    Ich habe dir dazu in meinem Thread geantwortet.

    Das wir alle so sind wie wir sind macht uns wohl zu solchen Opfern. Aber es nüzt nichts darüber nachzugrübeln warum mann ist wie man ist.
    Daran kann ich nichts ändern.
    Man muss versuchen damit zu arbeiten.

    LG vergissmeinnicht

  • Hallo webby

    Tschuldigung wenn ich mich nicht klar genug ausgedrückt habe.
    Ich meinte unsere Herkunft, die Umstände unter denen man aufwächst. Die kann ich nicht ändern.

    Ich meinte nicht die eigene Persöhnlichkeit die
    sich entwickelt hat.

    Kein Problem!

    LG

    vergissmeinnicht

  • Hallo an alle,

    interessante Antworten habt ihr mir da wieder geschrieben! Ich bin permanent am Nachdenken!

    Gespräche führen ist in der Tat lebenswichtig. Wenn aber der Partner mit dem Reden über persönliche Angelegenheiten Probleme hat, könnte es schwierig werden. Wie ich aus den verschiedenen Beiträgen herauslese, vermissen viele der Frauen den Austausch mit ihren Männern! Da hilft meines Erachtens wirklich nur eins: Hartnäckig bleiben, immer wieder den Gedankenaustausch suchen, nicht nachlassen. Ich finde es allerdings sehr sehr anstrengend und manchmal eben auch entmutigend, wenn oft so gar nichts zurückkommt, wenn die Antwort Schweigen ist, wenn keine Initiative von der Gegenseite erkennbar ist... Viele von euch kennen das! Ich bin ja jetzt wirklich schon dankbar, dass mein Partner viel mehr, viel häufiger über uns betreffende Dinge spricht als vor seiner Kur. Dazwischen liegen Welten! Ich werde wohl einfach zu ungeduldig, wenn es noch nicht immer so klappt, wie ich es mir vorstelle. Für mich ist wichtig, bokins, dass ich mich immer "traue" ein Gespräch zu beginnen, wenn ICH es für richtig halte!!! Diesen Mut muss ich konsequent lernen zu haben und ich bin mir sicher, dass es dann auch immer besser wird mit den Gesprächen!
    Meine eigene Vergangenheit zu analysieren bringt mir sehr sehr viel. Ich verharre ja nicht in der Vergangenheit, die ich eh nicht mehr ändern kann. ABER: ich VERSTEHE vieles plötzlich. Warum bin ich so, reagiere ich so, verhalte ich mich so? Wie haben meine Eltern, Großeltern mich erzogen? Welche Erfahrungen, welche Rollenvorbilder hatte ich in der Kindheit? Welche Schmerzen gab es? Warum? Wenn ich all diese Antworten für mich finden kann, dann kann ich verstehen, warum ich so bin wie ich bin. Ich lerne, mich so anzunehmen, wie ich bin, mich mehr zu lieben, weil ich für mich Verständnis entwickeln kann. Und dann kann ich losgehen und versuchen, an meinem jetzigen Leben etwas zu verändern! Das ist sehr befreiend und hilft mir ungemein. Und es hilft UNS in unserer Partnerschaft. Vielleicht sogar bei der Bekämpfung meiner Co-Abhängigkeit! Da gebe ich dir, Kathrin, recht!

    Ich wünsche euch allen einen harmonischen Abend und gute, offene Gespräche, die euch weiterbringen!

    Oiseau.

    :D

  • Hallo Oiseau,

    wenn mein Mann meint, auf meine Fragen oder Gesprächsversuche mit Schweigen antworten zu müssen, frage ich ihn einfach warum er schweigt. Warum er meint, mir auf meine Fragen keine Antwort geben zu müssen. Ich frage ja schließlich nicht nach dem Wetter. Meine Fragen machen schon Sinn und die Antwort ist für mich wichtig. Das versuche ich ihm dann auch klar zu machen. Aber dafür musst Du Deinen Partner auch sehr gut kennen. Und ihm sehr vertrauen ( das Vertrauen ist uns CO's ja oft abhanden gekommen). Mein Mann muss über eine Frage einfach öfter lange nachdenken, manchmal auch einen ganzen Tag. Und ich habe ihn dazu gebracht, mir wenigstens das als Antwort zu geben: Ich denke da jetzt in Ruhe drüber nach. Ich glaube und hoffe, ihm auf seinem Weg, durch meine Fragen und auch durch meine ebenso geduldigen Antworten auf seine Fragen, auch schon des öfteren Denkanstösse gegeben habe, die ihn ein Stück nach vorn gebracht haben. Eine Antwort ist sehr wichtig, und wenn sie nur lautet: Ich habe jetzt keine Zeit, aber ich habe Deine Frage verstanden. Quasi: ich melde mich dann bei dir wenn ich wieder Zeit habe. Ich vermeide überigens die Frage: Was denkst Du gerade. Will ich zwar immer wissen, aber ist für meinen Mann viel zu oberflächlich. Darauf kann er alles antworten, und meistens:nichts...


    Liebe Grüße und eine gute (erholsame) Nacht. bokins

  • Hallo, alle, die mich lesen, hallo, bokins,

    habe dir in deinem Thread gerade geschrieben, aber mir fällt noch was ein, was ich von mir erzählen will.

    Ich werde von meinem Partner verwöhnt! Das ist etwas, was ich eigentlich von früher nur aus meiner Kindheit kenne, besonders, wenn ich mal krank war. (Da wurde ich verwöhnt, sodass sich das Kranksein richtig lohnte. :D ) Mein Partner bekocht mich, kauft ein, liest mir jeden Wunsch von den Augen ab, nimmt mich in den Arm, wenn ich kaputt von der Arbeit komme, hört sich an, was ich erzähle, auch, wenn es bestimmt oft Stuss ist. Es ist unglaublich. Ich bin das nicht gewöhnt und manchmal ist es fast zu viel des Guten, weil ich dann denke: Eigentlich wäre ich mal dran mit Geben! Früher, in meiner Ehe und mit den Kindern, habe ich immer nur gegeben, es kam kaum was zurück. Dieses hier ist anders und ich genieße es in vollen Zügen!!!

    Allerdings hat mein Partner das schon immer gemacht, seit wir uns kennen. Auch in seinen nassen Phasen! Nur jetzt ist es natürlich ungleich angenehmer - ohne Alk! Angst habe ich im Moment wenig, er ist stabil und sehr aktiv.

    Das wollte ich mal so erzählen.

    Ich grüße euch alle herzlich, bis zum nächsten Mal.

    Oiseau
    :lol:

  • Hallo Oiseau,

    jetzt hole ich Deinen Threat mal nach oben :lol:

    Ich finde es sehr schön, dass Du einen Partner hast der Dich verwöhnt. Der nun verantwortungsvoll mit sich und auch mit Dir umgeht. Den Du sicherlich erstaunern wirst, wenn Du an Deinem Selbstbewusstsein bastelst und ihn jederzeit in ein Gespräch "verwickeln" kannst. Wenn ich von Dir lese hört sich das eigentlich trotz kummervoller Worte positiv an. Halte daran fest! Ich bin davon überzeugt, dass Du das schaffst !

    Das wollte ich nur mal sagen.

    Genieß den Tag, bokins :wink:

    P.S: Ich werde jetzt ein paar Runden"funktionieren" gehen. (Arbeit ruft) :lol:

  • Hallöchen hier noch mal, bokins,

    :wink:

    ich habe gestern und heute mal nicht gearbeitet! (Muss ich sonst auch oftmals.) Dafür haben wir uns ausgeruht, eine Veranstaltung besucht, sind Essen gegangen mit den Kindern, haben einen Spaziergang gemacht und gute Gespräche geführt. Das tat auch sehr gut!

    Ja, ich glaube auch, dass wir auf einem guten Weg sind und vieles sich positiv entwickelt. Wenn ich, wie du richtig schreibst, bokins, mein Selbstbewusstsein noch aufpeppen kann, wird das meinem Partner sehr gut gefallen!! Das weiß ich! :lol:

    Übrigens kenne ich das Gefühl gut: sich für alles zuständig und verantwortlich zu fühlen, immer zu funktionieren. Nur habe ich gemerkt, dass es manchmal auch ohne mich geht, dass ich vielleicht auch früher schon ab und an mal etwas hätte deligieren können. Mein Perfektionismus zwingt mich oft, alles lieber selbst zu erledigen, weil ich glaube es ginge schneller. Dabei nehme ich zuweilen den anderen die Möglichkeit sich positiv einzubringen und an unserer Lebensgestaltung zu beteiligen, ich schließe sie also aus. Als mir das bewusst wurde, habe ich mich bemüht, einiges abzugeben, und das hat mich selbst auch wieder entlastet, sodass ich nicht permanent das Gefühl hatte, als Drahtseilartistin ungesichert über ein Seil zu balancieren, während mir drei Männer auf der Nase bzw. im Nacken herumtanzen!!! (Dieses habe ich sogar mal geträumt!!!) :idea: Jetzt geht es besser. Ich sage auch mal zu meinen Kindern, dass sie nach dem Kochen die Küche aufräumen sollen, bitte sie, mir etwas einzukaufen usw. Oder ich lehne mal etwas ab, wenn es mir gerade nicht passt. Das Arbeitenmüssen für die finanzielle Absicherung der Familie an sich ist ja schon anstrengend und fordernd genug, nicht wahr?

    Noch mal zum Einfordern: Meinst du, deine Mutter auch immer umsorgen zu müssen aufgrund ihrer Situation nach dem Tod deines Vaters? Ich habe gemerkt, dass meine Mutter nach dem Trauerjahr auch wieder ganz froh war, zuweilen ihre Mutterrolle auszuüben. :lol: Das ließ sie spüren gebraucht zu werden. Auch jetzt noch, nachdem sie erfuhr, dass ich einen Alkoholiker als Partner habe.

    Heute bin ich mal wieder dem Alkohol begegnet!! Eine ältere Frau auf einer Veranstaltung... Ich entwickele immer feinere Antennen für Menschen mit Alkproblem und ich merke jedes Mal, wie sich mir beim Anblick und evtl. sogar Geruch die Nackenhaare sträuben und ich Fluchtgedanken entwickele. Kennst du das auch? NIE wieder!!!

    In diesem Sinne einen wunderschönen Abend! Hier scheint immer noch aus allen Knopflöchern die Sonne! :lol:

    Oiseau.

  • Hallo Oiseau,

    ja, ich kenne das auch. Meine Familie (Geschwister) sind auch ziemlich "trinkfest". Wir spielen ab und an zusammen Karten, und jetzt wird mir erst richtig bewußt, wie sich ihr Verhalten im Laufe des Abends verändert durch den Alkoholkonsum. Ich bin dann immer sehr froh und auch stolz, nüchtern daneben zu sitzen..

    Meine Mutter umsorge ich eigentlich gar nicht so sehr, ich bin einfach nur da. Ich sitze in meinem Büro und wenn sie mag, kann sie sich dazu setzen. Dann können wir uns auch nebenbei etwas unterhalten. Wir erledigen auch einige Dinge für sie, weil Sie kein Auto hat. Also, ich zerreisse mich nicht für meine Mutter. Eher wohl für meinen Mann. Ich muß gestehen, das sich momentan sehr viel Rücksicht nehme, ich denk mir, dass er erstmal seine Reha hinter sich bringen muß. Dann wird sich von selbst etwas ändern, und das lass ich auf mich zukommen. Bin also im Moment in einem "Übergangszustand". Prinzipiell hast Du natürlich Recht, ich strebe auch immer nach Perfektion, und merke vielleicht gar nicht, dass ich meinen Mann und meinen Sohn in ihrer Bequemlichkeit unterstütze, oder was noch schlimmer ist, an ihrem Fortkommen und ihrer Entwicklung hindere. Ich werde das auf jeden Fall in unsere Zukunftsplanung mit aufnehmen.
    lieben Gruß, bokins

  • Guten Abend,

    es ist schön zu lesen, dass es offensichtlich einigen von uns hier gelingt, mit dem Partner zusammen zu bleiben, weil der Partner bereit ist sich helfen zu lassen und gegen den Alkohol zu kämpfen!! Das macht mich froh. Besonders, wenn ich in den vielen vielen Briefen auch lese, wie es ist, wenn der Alkoholiker NICHT aufhören will und die Familie leidet!! Bis zu einem gewissen Grad sind wohl viele bereit, Leiden auf sich zu nehmen. Aber wenn manche körperlich und psychisch fertig gemacht wird, gequält, geschunden und lächerlich gemacht und beschimpft werden, dann kann auch ich nicht mehr begreifen, dass sie immer noch bleiben und hoffen! Bei Beschimpfungen, Demütigungen, körperlicher Gewalt wäre bei mir sofort Schluss :!::!::!: Also, liebe Co-Abhängige: Es tut mir in der Seele weh, manche von euch sooo leiden zu sehen! Tut was für euch und lasst euch das nicht mehr gefallen! Wenn ihr seht es wird nicht besser, wenn ihr bleibt, dann geht! Es wird euch besser gehen, auch mit weniger Geld, mit neuer Umgebung, neuer Wohnung!!! Kein Alkohol mehr, keine verbalen Entgleisungen und Prügel gegen euch, kein Streit, keine schlaflosen Nächte, keine Angst, keine Fahne ... klingt das nicht verlockend???

    Ich wünsche allen betroffenen Cos den Mut und die Kraft zu erkennen, wenn es Zeit ist sich zu trennen!!! :wink:

  • Hallo Oiseau,

    wollte Dich doch mal wieder in die Höhe befördern. :wink:

    Wie läuft es denn so bei Euch? Wirst Du immer noch verwöhnt??

    Mein Mann fängt ja nun bald seine Therapie an, und wie ich mich erinnerte, hattest Du auch große Angst vor dem, was nach der Therapie Deines Partners auf Dich zukam. Ich lese, dass es Dir momentan so gut geht, und das lässt mich hoffen, dass es mir in 8 Wochen auch um einiges besser gehen wird... ich bin sehr unruhig :( .

    Wie sieht es denn mit Euren Hochzeitsplänen aus :) ?? Oder erinnere ich mich da falsch?

    Ich wünsche Dir einstweilen eine gute Zeit, liebe Grüße, bokins

  • Ja Hallo Oiseau,
    wie gehts dir denn so? Würde mich auch über deine neuen Erlebnisse freuen.
    LG Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Danke an euch, bokins und Gotti, dass ihr mich wieder hoch geholt habt, denn sonst wäre ich jetzt schon auf Seite 2 gelandet!! :D

    Ich war beruflich ein paar Tage weg und bin nun wieder hier am Lesen! Es geschieht ja immer ziemlich viel hier! :shock:

    So langsam komme ich auch mental wieder zu Hause an. Mein Holder hat sich in meiner Abwesenheit sehr gut beschäftigt und keinen Gedanken an Alkohol verschwendet, sondern sich mit seinen Hobbys beschäftigt, wozu er ja momentan viel Zeit hat. Dass die krank machende, belastende Schichtarbeit wegfällt, macht aus ihm einen neuen Menschen. Er ist kaum wiederzuerkennen. Ich habe die paar Tage gemerkt, dass ich mir das erste Mal um ihn überhaupt keine Gedanken und Sorgen machen musste und auch nicht gemacht habe, was wirklich neu für mich ist! Herrlich! Da hat man den Kopf frei für andere wichtige Dinge! Ich hätte in den Tagen selbst abends Alkohol trinken können, aber ich habe im Moment eine richtige Abneigung dagegen und auch überhaupt keine Sehnsucht!!! Auch, wenn die anderen um mich herum ein Gläschen Wein oder ein Bier trinken! Stattdessen habe ich mir immer guten Ayurvedatee bereitet, der hat lecker geschmeckt und auch sonst gut getan.

    Ja, bokins, wir haben schon einige Pläne gemacht zwecks Heirat, aber ich merke, dass ich immer noch zögere! Das finde ich eigentlich nicht so gut, aber es ist wahrscheinlich verständlich, oder?? Ich frage mich: Soll ich ihm / Kann ich ihm vertrauen, dass es keinen Rückfall geben wird? Es gibt ja bei keiner Eheschließung irgend eine Gewähr dafür, dass es in der Beziehung immer funktionieren wird. Das ist mir schon klar. Aber ich würde mit anderen Streitpunkten evtl. gelassener umgehen als ich es mit dem Thema Trinken kann. Was meint ihr? Ist es überhaupt "ratsam" einen Alkoholiker zu heiraten? Ich habe noch Zeit, der Termin ist ja erst gegen Ende des Jahres, aber ich muss mich natürlich schon mal für mich entscheiden, ob ja oder nein. ER will unbedingt. Ist ja schön! :oops: Ich werde ihn mal fragen, was für ihn die Hauptgründe sind, mich heiraten zu wollen! :lol: (Ich weiß aber gar nicht, ob er darauf antworten mag...) Naja, vielleicht habe ich doch noch nicht genug Vertrauen in seine "Trockenheit". Wir haben es momentan gut zusammen, keine größere Belastung, kaum Stress, sind uns einig. Dann frage ich mich: Was wäre, wenn eine Belastungssituation für IHN käme. Wie würde er reagieren? Ich weiß es einfach nicht. Er wahrscheinlich auch nicht.

    Aber ich kann doch auch nicht solch eine Situation künstlich herbeiführen oder darauf warten, bevor ich mich entscheide. Es ist für mich nicht einfach. Vielleicht hat einer von euch Mitlesern ein paar Gedanken dazu, die mich weiterbringen!

    Nun zu dir, bokins: Ich weiß, wie du dich jetzt fühlst. Das Warten vor der Kur ist ziemlich anstrengend, nicht wahr? Du hast tausend Dinge im Kopf und kannst dir keine deiner Fragen beantworten!

    Ich habe mir wirklich in den Therapiewochen den einen Satz immer und immer wieder vorgesagt: Er ist jetzt gut versorgt und andere kümmern sich um ihn!!! Das hat mir sehr geholfen! Es war eine riesige Entlastung, nicht mehr täglich warten zu müssen: Hat er denn heute gesoffen oder nicht? Wie ist er heute drauf? Wie lange ist er verkatert, bis wir wieder was gemeinsam unternehmen können? Riecht er noch lange nach Alk, sodass alle anderen es riechen können? Was kann ich tun, damit .... Usw. usf. Du wirst alle diese Gedanken und Ängste und noch mehr davon kennen! :cry:

    OK, und jetzt hast DU FREI!!! Du kannst dich um dich und nur um dich kümmern! Ich habe die Zeit genutzt so gut es ging, um mich selbst weiterzuentwickeln. (Hätte ich nicht gewusst, wo und wie ich mich noch entwickeln kann (das soll es ja geben!!), dann hätte ich meine Hobbys verstärkt ausgeübt und lauter Dinge getan, die mir selbst gut tun.) Und ich habe gelernt, dass man sich auch ohne den Partner was Gutes tun kann, was dann auch Erfüllung und Spaß bringt! So bin ich, denke ich, in seiner Abwesenheit auch ein Stück gewachsen und habe mich weiterentwickelt. Z.B. habe ich ja auch in der Zeit hier im Forum angefangen zu schreiben und vor allem: zu lesen!!! Das hat mir schon so oft geholfen und die Augen geöffnet. Wenn er nicht weggefahren wäre, hätte ich vielleicht den Kopf gar nicht dazu frei gehabt. Wer weiß?

    Was mir auch sehr geholfen hat: Bevor er gefahren ist, habe ich mir eine große Liste gemacht, was ich alles in der Zeit ohne ihn machen könnte! Während er weg war, konnte ich dann einen Punkt nach dem anderen abhaken, habe zwar nicht alles geschafft, wusste aber immer, was ich noch alles machen konnte. Als er dann wieder hier war, war die Liste richtig geschrumpft! :P Das gab mir ein tolles Gefühl!

    Ich wünsche dir von Herzen, dass du auch einen angenehmen, leichten Weg findest, um mit der Kurzeit fertig zu werden.

    Einen ganz lieben Gruß an euch und alle, die mitlesen!

    Oiseau.

  • Liebe Oieau,

    ich kann verstehen, dass Du zögerst! Hätte mir bei meiner Eheschliessung vor mehr als 14 Jahren jemand die Zukunft vorausgesagt, hätte ich auch sehr gezögert, ehrlich. Und das, obwohl ich meinen Mann sehr liebe. Du bist mir da quasi schon einen Schritt voraus und weißt was auf Dich zukommen könnte im Falle eines Rückfalls... vielleicht würde ich ihn bitten, noch ein wenig mehr Zeit ins Land gehen zu lassen. Wenn ihr keine "weltlichen" Gründe habt zu heiraten, kann man doch auch so gut zusammen leben!

    Tja, die Tage vor seiner Abreise nächste Woche machen mir und auch ihm zu schaffen. Zum einen ist noch viel zu erledigen, und zum anderen machen wir uns beide gespannte Sorgen.Und ich vermisse ihn jetzt schon irgendwie.
    Ich weiß, dass ich keine Langeweile haben werde, und wenn mir Nachts an meiner Seite etwas fehlt, kann ich ja auch aufstehen und arbeiten.

    Ich würde zu gern wissen, inwieweit die Klinik mich mit einbezieht in die Therapie, denn bei ihm geht es ja bekanntlich nicht hauptsächlich um das Alkoholproblem. Die größte Sorge ist die, dass ich ihn danach vor lauter "positiver Veränderung" nicht wiedererkenne und mit der Situation nicht umgehen kann. Ich bin da manchmal auch ein wenig stur.
    Na ja, eben all solche Dinge, wie Du schon sagst, die mir im kopf umherschwirren. Und Antworten bekomme ich keine. Vielleicht mache ich mir auch mal so eine Liste, aber im Moment habe ich einfach nicht die innere Ruhe dafür... :roll:

    Ich grüße Dich ganz lieb, bokins

  • Liebe Oiseau,

    ich glaube man sollte schon wissen warum einen der andere heiraten will, für mich wäre das eine Vorraussetzung...ich müßte das wissen. Über das heiraten hab ich mir mal ganz schön nen Kopp gemacht als meine Freundin geheiratet hat...wie das denn so für mich wäre... Ich finde das momentan nicht so unbedingt nötig...wobei bei mir das keine Debatte is...von daher noch was anderes als bei Dir. Na auf jeden Fall haben die beiden so richtig katholisch geheiratet und z.B. durch den Pfarrer ist mir sehr beußt geworden was für eine ernste Sache das ist...bin nicht so sehr kirchlich, obwohl das immer ein Thema für mich ist. Und die beiden waren dann in sowas wie einem Heiratsunterricht - direkt für die beiden vom Pfarrer veranstaltet. Das fand ich richtig toll, nochmal die ganzen Hintergründe, Beweggründe und was heiraten denn überhaupt ist...ne tolle Sache...vielleicht wär sowas ja auch was für Euch...und wenn nicht über die Kirche gibt es sicher auch bei Beratungsstellen ähnliche Geschichten...also halt sowas richtig Paarmäßiges..
    Sodele muß mal rüber in meinen Thread und mir da ne Antwort überlegen

    Viel Glück und alles Gute
    Karotte

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • Mensch, bokins, du bist ja wirklich ganz schön durch den Wind! Gibt es eine Möglichkeit für dich zu klären, ob du in die Therapie mit einbezogen wirst? (Klinik anrufen oder schreiben, mailen oder im Internet unter der Adresse der Klinik nachlesen?) Ich wünsche dir bald Klarheit.

    Hast du evtl. die Möglichkeit eine Beratungsstelle zu besuchen, die dir ein paar konkrete "Hilfsmittel" mitgeben können?

    Mein Partner hat auch Depressionen und sein Alkoholismus rührt vor allem daher. Er hat begonnen, sein Leben zu durchforsten und will sich auch hier noch therapeutische Hilfe suchen, leider sind die Wartezeiten so lang. Ich finde es positiv, dass er sich mit seiner Vergangenheit auseinandersetzt, weil wir dadurch jetzt ganz andere Gespräche haben als früher. Früher hat er bestimmte Themen (Kindheit, Jugend...) gemieden wie die Pest, seit der Kur ist das völlig anders, weil er erkannt hat, dass seine Fragen nur beantwortet werden können, wenn er sich der Vergangenheit und vielen verschütteten Erinnerungen stellt. Es ist nicht trennend für uns zwei sondern verbindend!!! Diese Erfahrung wünsche ich dir und euch auch.

    Und wenn es dir ganz mies geht: Wir hier sind ja auch noch da. Dann wein dich hier ruhig aus!! :wink:

    Ganz lieber Gruß,

    Oiseau

  • Liebe Karotte,

    danke für deinen Beitrag! Ich komme ja mit dem Schreiben kaum nach hier! Schööön! :lol:

    Für mich ist es die zweite Ehe und für ihn die erste! Kirchlich will ich nicht mehr heiraten. Das Eheseminar ist eine ganz gute Idee, aber ich glaube nicht, dass er groß Lust dazu hat. Auf jeden Fall werde ich ihn mal interviewen, warum er mich heiraten will. Wird vielleicht mal ganz interessant. Und ich selbst müsste meine eigenen Gründe natürlich auch wissen. Ich denke, eine SHG gemeinsam wäre der bessere "Eheratgeber" für uns zwei. Auf jeden Fall will ich nur heiraten, wenn ich mir auch ganz sicher bin! Dazu ist die Ehe zu "ernst" :wink:
    Liebe Grüße und alles Gute auch dir!

    Oiseau.

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