• Liebe Bokins machst Du denn wirklich gar nichts für Dich? Kein Sport? Kein Hobby? Was mir immer sehr geholfen hat war das Ausdrucksmalen. Vielleicht gibt es da bei Dir ja auch einen Lehrer/In? Oder wie wärs für Dich mit einer Therapie um deine Standpunkte mit Dir zu klären? Oder auch Beratungsgespräche...kann ich die Diakonie empfehlen... Ich denke es wäre schade wenn Du die Zeit nicht nutzt. Ich glaube es ist besser vorbereitet zu sein wenn Er dann zurückkommt...

    Sei gegrüßt
    Alles Gute für Euch

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • Hallo,

    @ karotte: Doch doch doch, ich habe Hobbys. Meine Hunde sind ein großes Hobby, ich lese furchtbar viel, ich stricke (hilft enorm beim entspannen, wohl ähnlich wie malen), ich treibe Sport, treffe mich auch mit Freunden. Darum geht´s auch nicht. Ausgelastet bin ich in der Zeit bis zum Rand. Und mit mir selbst was anfangen kann ich auch. Ich meinte nur, dass ich an mir persönlich arbeiten muss, ich glaube auch das Kaltblut´s Frage nicht auf meine Hobbys abzielte, sondern auf meine Vorbereitung auf den "neuen Mann", die Lawine ist wohl auch nicht meine erdrückende Liebe, sondern eher die Veränderungen durch die LZT, die mein Mann bald beginnen wird. Ich war mir immer sicher, dass ich eine Therapie sicherlich nicht benötige, bisher habe ich immer alles mit mir allein ausgefochten. Mal sehen...
    @ webby: Ja, das Buch habe ich auch "angelesen", fand aber nicht, dass es auf meine Situation zutrifft. Ich persönlich steh eh nicht so sehr auf Lebensratgeber, dafür sind die Leben einfach viel zu unterschiedlich..

    Lieben Dank für Eure gut gemeinten Tipps, lG, bokins

  • Hallo Kathrin,

    ja, genau davor habe ich Angst.
    Was bekommt man in einer Therapie denn gesagt? Das die Familie erst mal hinten an steht. Der Kranke ist der wichtigste Mensch auf Erden. Sind nicht vielleicht sogar die Ehefrauen/männer ein bisschen Schuld? Sie lieben zu wenig, zu viel, eben nicht richtig für den alkoholkranken Menschen. Und wir stehen nachher wie belämmert vor einen Haufen Elend, denn uns hat niemand gesagt, wie wir uns am besten verhalten sollen, und was wir evtl. falsch gemacht haben und in Zukunft besser machen könnten. Wenn wir wollen.
    lG bokins

  • Hallo Kathrin,

    ja, ich begreife das. Mir wäre nur wohler, wenn ich die Veränderungen, meine und seine, irgendwie vorausahnen könnte. Weißt Du, ich habe einfach Angst, auf etwas zu treffen, womit ich nicht gerechnet habe, also quasi unvorbereitet. Das ist sicherlich darin begründet, dass ich immer gern über alles Bescheid weiß, naja, in Deinen Augen wahrscheinlich die totale CO-Abhängigkeit. Aber Du hast ja gelesen, ich glaube nicht an das Ende einer CO-Abhängigkeit. Sie wird mich mein Leben lang begleiten, ich sehe es als Charakterzug an, als unabdingbare Konsequenz aus Beziehungen, die aus Geben und Nehmen bestehen. Ich kann nur meine Einstellung dazu verändern. Und genau daran muss ich arbeiten.

    lG, bokins

  • Servus bokins,

    Zitat

    Was bekommt man in einer Therapie denn gesagt? Das die Familie erst mal hinten an steht. Der Kranke ist der wichtigste Mensch auf Erden.

    Richtig. In der Zeit der Therapie stimmt das so, schließlich sind sie ja aus dem Grund da, dass sie was für sich lernen. Und nicht für Andere.

    Deinen nächsten Satz muss ich ein bisschen "zerpflücken", um darauf einzugehen.

    Zitat

    Sind nicht vielleicht sogar die Ehefrauen/männer ein bisschen Schuld?


    Nein. Oder hast Du Deinen Partner mit vorgehaltener Waffe zum Saufen gezwungen?

    Zitat

    Sie lieben zu wenig, zu viel, eben nicht richtig für den alkoholkranken Menschen.


    Wer definiert das? Doch wohl nur die beiden zusammen, die es betrifft.

    Zitat

    Und wir stehen nachher wie belämmert vor einen Haufen Elend, denn uns hat niemand gesagt, wie wir uns am besten verhalten sollen, und was wir evtl. falsch gemacht haben und in Zukunft besser machen könnten. Wenn wir wollen.


    Auch das definieren nur die beiden miteinander, die es betrifft.

    Bokins, ich hab's hier schon öfter geschrieben: die meisten Beziehungen zwischen einem Alkoholiker und einem Nicht-Alkoholiker gehen nicht in der Saufphase, sondern danach kaputt. Und sie gehen nicht kaputt, weil einer gesoffen hat, sondern weil zwei nicht offen miteinander reden und weil die zwei nicht aufeinenander zugehen.

    Ich kann Dir nur aus meiner Ehe berichten (die bis heute "lebt"): hätte meine Frau sich oder mir Vorwürfe gemacht anstatt auch an sich zu arbeiten, wir wären mit Sicherheit getrennt. Hätte nicht jeder von uns immer wieder auf's Neue einen Schritt auf den Anderen hin zu gemacht, wir wären nicht mehr zusammen. Würden wir uns nicht permanent über das austauschen, was uns wichtig ist (ich meine nicht organisatorisches - das muss auch sein, klar, aber eben nur am Rande!), wir hätten uns genauso auseinandergelebt, wie dies zig andere Paare (ohne Alkoholproblem?!) eben auch tun.

    Was war, kann ich nicht wieder rückgängig machen. Ich kann dafür mein Bedauern zum Ausdruck bringen und darauf hoffen, dass mir der Andere vergibt - aber dann muss ich mich um meine Zukunft kümmern. Ich kann und will nicht in der Vergangenheit verharren - wozu auch? Also arbeite ich doch lieber mit demjenigen, den ich mag, an einer gemeinsamen Zukunft als immer nur die Fehler von Früher zu beklagen.

    Wenn Du diese Kraft und Größe hast, Deinem Partner vergeben zu können, was er angestellt hat, wenn ihr noch nicht zu viel "Porzellan zerschlagen" habt und einen echten Neuanfang miteinander wagen wollt, dann habt ihr in/mit/nach der Therapie die besten Voraussetzungen dazu.

    Wichtig ist, dass ihr beide es wollt und ihr zwei ehrlich zueinander seid.

    Viel Glück und Kraft auf dem Weg (der garantiert nicht einfach ist und auf dem auch mal die Fetzen fliegen...)

    LG
    Spedi

  • Liebe bokins,

    Mensch, hier ist ja was los! :shock: Kaum ist man ausgeloggt und geht arbeiten, da tobt hier der Bär und ich habe keine Chance mit dem Schreiben nachzukommen.

    Erst einmal: Herzlichen Glückwunsch zur Therapiezusage! Die Entfernung ist weit, bei uns war es ähnlich, ich hatte nicht mal Gelegenheit ihn zu besuchen. Gern hätte ich ein Angehörigenseminar besucht, aber das wurde da nicht angeboten. Also muss(te) ich mich allein kümmern. Wirst du ihn besuchen können?

    Erst einmal bist du froh, dass es nun endlich losgeht. Glaub mir, auch ich hatte enorme Ängste, konnte manchmal kaum schlafen, aber ich habe dann gleich mit meinem Partner über meine Ängste geredet und er hat sie zum Teil wirklich ganz einfühlsam entkräften können. (Ich hatte damals Angst vor einem Kurschatten, weil ich so oft davon gehört hatte. :roll: )
    Während der Kur hat er mich regelmäßig angerufen. Erst hatte ich Bedenken, es war mir eigentlich viel zu häufig, aber er hat nur soviel erzählt, dass ich mir keine Gedanken machen musste über das, was er gerade durchmachte. Ich habe es genossen, mir keine Sorgen um ihn machen zu müssen, weil ja nun die Klinik sich kümmerte, weil er in guten Händen und unter Beobachtung stand. Das war eine Riesenerleichterung für mich. Wenn er anfing mehr zu erzählen als ich wollte, sagte ich STOP, weil ich nicht wollte, dass er das, was er eigentlich in der Therapie einbringen sollte, bei mir ablud. Das hat gut bei uns funktioniert. Geschrieben haben wir uns ab und an auch. So, und ich, die ich zwar auch mitten im Leben stehe und einiges leiste, aber dennoch voller Ängste und Unsicherheiten stecke, habe es während der Abwesenheit geschafft an mir zu arbeiten. Ich habe das in meinem Thread auch schon mal angesprochen. Ich wusste, woran es bei mir haperte, an der Selbstständigkeit und Selbstsicherheit, an den immensen Ängsten vor vielen Situationen, völlig irrationalen Ängsten oft. Nun, ich habe Laufen gelernt, habe vieles allein gemacht, nicht alles, das nicht, aber ich habe mir kleine Schritte vorgenommen und sie quasi abgearbeitet und mir hinterher auf die Schultern geklopft. Unabhängiger werden vom Partner war mein Ziel. Kann einem so oder so zugute kommen, denke ich. Jedenfalls tat es mir gut, ich habe ihn eigentlich auch kaum vermisst, habe wieder gelernt, mich auch allein zu freuen und mir die Zeit gut zu vertreiben. Schön war's.

    Die Rückkehr war angenehm, kannst du gern nachlesen. Aber er hat sich verändert! Ich denke, das wird jedem Alkoholiker so ergehen, wenn er trocken ist: Er hat plötzlich Energie, Zeit, weil er ja nicht ständig benebelt durch die Gegend wankt, er hat Ideen, Träume, bringt sich ein! Das tut meiner jetzt so sehr, dass ich mich zuweilen etwas entmündigt fühle, weil er so viel macht. Er ist im Moment ohne Arbeit, genießt es und bekocht mich wunderbar. Ich bin überwältigt, aber es ist nicht leicht sich daran zu gewöhnen, weil ich so was noch nie erlebt habe und mich immer selbst um alles kümmern musste. Deshalb mache ich auch so oft es geht Dinge selbst, sonst wird es noch zur Gewohnheit! :lol:

    Was ich dir sagen will: Es wird sich was verändern. Wie diese Veränderung aussehen wird kann dir keiner voraussagen! Das ist bei jedem anders. Ich hatte vorher auch keine Ahnung davon. Aber ich bin mit dem Ergebnis zufrieden und kann damit umgehen. Es ist ungleich schöner als vorher, zu den nassen Zeiten!!!!!!!

    Ich wünsche dir wirklich, dass es bei dir auch so wird, dass du damit gut und zufrieden leben kannst!

    Nutze jetzt die Zeit. Aber suche nicht krampfhaft nach etwas, was nicht ist. Vielleicht ist dein Leben, deine Psyche, dein Verhalten OK, sodass du keine Therapie brauchst. Wenn du kein Bedürfnis nach Hilfe verspürst, dann sei doch froh und genieße einfach die Zeit, in der dir eine Menge Sorgen abgenommen wird. Es ist allein SEINE Therapie, ER muss da durch, ER muss seinen Weg finden und sehen, wie er ihn weitergehen will. Du kannst ihn unterstützen durch Briefe oder so, je nach Möglichkeiten, aber freue dich mal an DEINEM Leben! Es wird schon gut gehen für euch!

    Ich wünsche euch beiden ganz viel Kraft, Energie und Glück!!! :!:

    Ganz liebe Grüße,

    Oiseau

  • Liebe Oiseau,

    Du hast mal wieder des Pudels Kern getroffen :wink: . Ich habe die Ängste, dass sich etwas verändert, was ich vielleicht so gar nicht will. Zumal mein Mann ja nun schon seit gut 2 1/2 Monaten trocken ist. Er hat sich ja hier zuhause schon sehr verändert. Aber es ist sein Leben,es sind seine Probleme! Jetzt kommt die Therapie, die aber bei ihm hauptsächlich seine Depressionen und seine Traumabewältigung behandeln wird. Da es aber auch eine Suchtklinik ist, hoffe ich auf eine "ganzheitliche" Therapie. Du magst Recht haben, dass ich vielleicht ja doch nicht so sehr an mir arbeiten muss, sondern alles in Ruhe auf mich zukommen lasse. Aber trotzdem bleibt ein Fünkchen Unruhe, was ist, wenn ich verpasse auf den Zug aufzuspringen? Mir hilft ja nunmal niemand dabei, zumindest hier vor Ort. Die Angst, die ich habe, dass mein Mann sich an mir vorbei entwickelt, entspringt ja auch ein wenig aus meiner Unsicherheit. Ich werde ihn auf jeden Fall besuchen können, 8 Wochen sind eine lange Zeit. Wir waren ja noch nie so lange getrennt..
    Ich hoffe, auch das Gespür entwickeln zu können, stop zu sagen, wenn er seine Therapie bei mir weiterentwickeln möchte, so wie Du. Aber ich bin von Natur aus sooo neugierig, das wird mir sicherlich schwer fallen :lol: .
    An den berühmten Kurschatten habe ich auch schon gedacht :oops: , wo da doch viele Frauen sein werden, die Gleiches erlebt haben, und viel mehr Verständnis aufbringen können. Und auch dort mehr Zeit haben als ich hier jemals hatte. Aber ich vertraue auf unsere langjährige gesunde Beziehung, und werde ihm nicht die Vorbereitungen auf den Aufenthalt mit unsinnigen Eifersüchteleien erschweren.
    Ich danke Dir für deine guten Wünsche,
    mögen sie eintreffen!!!
    Ich werde auf jeden Fall berichten, wie es so läuft.
    Liebe Grüße, bokins

  • Lieber Spedi,

    deine Worte machen mich nachdenklich. Klar haben wir den Willen unsere Beziehung zu retten. Vergeben habe ich meinem Mann schon. Er ist ja schon länger trocken. Was ein Rückfall bewirken würde, keine Ahnung. Da die Therapie meines Mannes ein Hauptaugenmerk auf die Depressionen wirft, habe ich natürlich gerade diesbezüglich Hoffnungen und Ängste. Er trinkt zwar nicht mehr, aber die Symptome der Depression sind allemal noch vorhanden. Hier wird/muss sich eine Veränderung einstellen.
    Was die Definition der Partnerschaft in der Therapie betrifft, hast Du mich beruhigen können. Klar, es geht um ihn. Aber unsere Liebe ist unsere Sache. Wenn es eine Therapie schafft uns auseinander zu bringen, dann ist das wohl auch richtig so. Bisher haben wir gemeinsam so viele Täler durchschritten und Berge erklommen, das werden wir auch noch packen. Ich sollte mich einfach nur auf die Veränderungen freuen!

    Danke und lieben Gruß, bokins

  • Liebe bokins,

    wie ist es dir in den letzten Tagen ergangen? Genießt ihr die Zeit vor der Kur?

    Bezieht ihr eigentlich euren Sohn mit in die Problematik ein?

    Mir gefällt, wie wohlwollend und warm du über deinen Mann schreibst. Ich bin sicher, ihr werdet beide mit der langen räumlichen Trennung gut zurecht kommen. Ist doch prima, dass du ihn besuchen kannst.

    Ich habe eine sehr anstrengende Woche und ein ebensolches Wochenende hinter mir und bräuchte jetzt eigentlich ein paar Tage Entspannung, aber morgen geht die Tretmühle weiter. Naja, noch knapp zwei Wochen und dann ist erst mal Urlaub angesagt! Dieses Mal werden wir beide überall, wohin wir auch gehen, auf Alkohol verzichten. Letztes Jahr hat er im Urlaub auch nichts getrunken, aber ich schon hin und wieder mal einen Rotwein. Aber: Nach den Ferien ging bei ihm das Saufen dann, phasenweise, wieder los. Ich mag gar nicht mehr daran denken. Dieses Mal will er bei den Leuten, bei denen wir eine Ferienwohnung gemietet haben und auch manchmal zu Abend essen, sagen, dass er Alkoholiker ist. Letztes Jahr hat er das nur vage umschrieben. Bin gespannt, ob es ihm nun gelingen wird, seine Sucht zu benennen. Das ist für viele anscheinend ein ganz besonders schwerer Schritt. Wie geht dein Mann damit um?

    Ich hoffe, du bist wohlauf und nicht zu aufgeregt und ich grüße dich,

    Oiseau de printemps. :lol:

  • Liebe Oiseau,

    ich grüße Dich. Wir haben ein ebenfalls anstrengendes und sonniges Wochenende hinter uns. Ich habe gestern mit meiner Schwester und unseren Kindern eine lange Radtour gemacht, mein Mann hatte leider keine Lust. Er ist auch sehr aufgeregt und wollte seine Ruhe haben... War richtig toll nach dem langen, schmuddeligen Winter.

    Nun habe ich am Wochenende nicht so viel im Büro getan und bekomme heute die Quittung: So viel zu tun, dass ich einen Anflug von Panik bekam.

    Unser Sohn ist ja erst 9 Jahre alt, wir haben ihm gesagt, dass Papa zur Kur muss. Von dem Alkoholproblem meines Mannes hat er Gott sei Dank nur am Rande mitbekommen. Ich konnte ihn immer ablenken. Wir wollen es ihm auch nicht sagen, er ist dafür zu klein. Und wenn wir es in den Griff bekommen, ist es ja auch nicht nötig. Dass wir keinen Tropfen Alkohol mehr trinken bekommt er schon mit, aber er sieht es halt mir Kinderaugen.

    Wir sprechen mit niemandem über das Alkoholproblem.. Aus unserer Familie wissen nun alle, dass wir keinen Alkohol trinken, aber mein Mann hat nur gesagt, dass er das einfach nicht mehr verträgt.. und ich solidarisiere mich halt mit ihm.Das Unverständnis ist inzwischen der Gleichgültigkeit gewichen.


    Ich wünsche Dir eine nicht so anstrengende Woche, freu Dich auf Deinen Urlaub, ich muss nun auch feste arbeiten. bokins

  • Liebe bokins,

    gerade geht ein heftiger Regen mit Sturm nieder. Wir hatten heute ein Bilderbuchwetter und konnten vorhin im Garten Tee trinken. Herrlich! Aber jetzt: Schon wieder aus!

    Schön, dass du ein so nettes Wochenende hattest. Du klingst auch gleich viel fröhlicher. Gut, dass euer Son von den Problemen um seinen Papa nichts mitbekommen hat. Ich finde es so wichtig, dass ein Kind Respekt vor seinem Vater haben kann. Gerade Söhnen sollten Väter ein Vorbild sein. Da bin ich noch recht altmodisch. :oops:

    Klar freue ich mich auf unseren Urlaub! :D

    Dass niemand außer dir und deinem Mann vom Alkoholproblem etwas weiß, kommt mir bekannt vor. Wir haben es lange vor allen geheim gehalten. Aber ich kam damit überhaupt nicht zurecht. Vor allem Familie und Freunde musste ich immer irgend wie anlügen. So etwas mag ich nicht. Als es immer schlimmer mit dem Alk wurde, habe ich einige gute Freunde eingeweiht. Meiner Mutter hätte ich es Weihnachten auch gesagt, aber da war mein Partner schneller!!

    :shock: Darüber war ich sehr froh und erleichtert und habe ihn für seinen Mut sehr gelobt. Mittlerweile kann er schon ab und zu sagen, warum er keinen Alk mehr trinkt. Aber es fällt ihm schon noch schwer. Mal sehen, ob sich das noch gibt. Ich denke, es würde vieles leichter machen, denn man müsste dann nicht immer wieder sagen, dass man eben nichts trinken will. Das finde ich schlimmer als einmal klipp und klar zu sagen: Ich bin Alkoholiker und trinke nichts!!!

    Ich verstehe, dass dein Mann aufgeregt ist, das ging meinem genauso! Aber als er dann dort war, genoss er die Zeit für sich und blühte richtig auf! Ich bin sicher, deinem Mann ergeht es auch so! Ihr seid auf einem guten Weg, nach allem, was du so erzählst.

    Einen lieben Gruß nach NRW,

    Oiseau.

  • Hallo Oiseau,

    gut von Dir zu hören. Baut mich irgendwie immer auf. Da ist noch jemand, der will wissen wie es mir geht.. das tut mir gut!

    Leider geht´s mir momentan nicht so gut wie es sich vielleicht angehört hat. Ich mache mir große Sorgen um meinen Mann. Heute hatte ich ihn sogar im Verdacht etwas getrunken zu haben!! Ich war völlig fertig. Er machte so fahrige Bewegungen und sprach so komisch. Er stritt es vehement ab, und ich habe auch nichts gerochen. Ich glaube, ich ticke langsam selber ein bisschen durch! Mann, hoffentlich geht es bald los. Er wird immer nervöser, denn er hat Angst, dass ihm dort auch nicht geholfen werden kann...

    Wünsche allen die hier lesen eine angenehme Nacht, Dir Oiseau, hab Dank für Deine Worte. bokins :(

  • Liebe bokins,

    ich weiß, wie du dich im Moment fühlst! Anscheinend hält dein Mann die Warterei bis zur Kur auch kaum noch aus. Ich kenne das von meinem! In der Wartezeit (er war ja noch nicht trocken, hatte nur mal kleinere oder größere Trinkpausen) wurde seine Verfassung immer schlimmer. Gegen Ende trank er dann noch mal richtig exzessiv, er konnte nicht anders. Es war nicht leicht für mich das zu akzeptieren, aber ich fand es wiederum hilfreich für ihn, dass er zu Beginn der Thera wirklich ziemlich weit unten war und merkte, dass er nur noch ohne Hilfe da wieder raus kam!!! Also, bokins, ich weiß zwar nicht, ob es bei deinem Mann auch so ist, aber sieh es einmal so: Es sind nur noch ein paar Tage und dann wird ihm geholfen! Du hast in der Zeit FREI!!! Ich bin fast sicher, dass du nach und nach diese Zeit auch genießen kannst, weil dir eine riesige Last abgenommen wird. Du musst bzw. KANNST nicht jeden Tag mehrmals an ihm schnuppern, an ihm zweifeln, ihm misstrauen, dich um ihn sorgen, sondern du kannst dich um DICH, euren Sohn und alles andere Wichtige kümmern!

    Einmal tief durchatmen! Du schaffst es! Und wir hier im Forum halten zusammen und sind für dich da!!! :wink:

    Im übrigen bin ich auch froh, dass du mir ab und zu was Nettes schreibst, das tut mir auch gut! :lol: Da ist wohl eine gleiche Wellenlänge zwischen uns, denke ich. Du weißt ja, ich habe da so komische Antennen... (weiß gar nicht, wo die sich befinden...)

    Ich muss heute noch zur Therapie. Manchmal weiß ich gar nicht mehr, was ich noch erzählen soll, aber dann finden wir doch wieder irgend welche "Leichen im Keller" . Ist wirklich lustig manchmal. Und immer wieder hilfreich, weil ich etwas zum Denken und Handeln habe.

    Sei lieb gegrüßt! Schöne "Tage davor" wünscht dir

    Oiseau

  • Hej bokins

    Da sind noch mehr die wissen wollen wie es dir geht!!!!
    Schau dich mal um!

    Das mit der Warterei zerrt sicher ganz schön an den Nerven.
    Dort kann amn ihm aber nur helfen, wenn er die Hilfe auch zulasst!! Das heißt, er muss sich öffnen, muss an sich ranlassen, aber das braucht ein bisschen Zeit.
    Ich fände es wichtig wenn er weiß, das er die Haupttriebfeder der Therapie ist, wenn sie Erfolg haben soll.

    Kopf hoch!

    LG

    vergissmeinnicht

  • Hallo, vergissmeinnicht,

    gut, dass du noch mal erwähnst, dass bokins' Mann nur geholfen werden kann, wenn er dazu bereit ist, wenn er seine Situation erkennt und sich öffnet und mitarbeitet...!

    @ bokins: Versuch deinem Mann das immer noch mal wieder klar zu machen, bevor er fährt. (Äußert er sich manchmal dazu?)

    Alles Gute,

    Oiseau.

  • bokins

    Wenn mein Mann deinem einen Gruß bestellen würde, dann würde er sagen:
    Das ist nicht das Ende der Welt im Gegenteil.
    Mach, saug auf, das ist das beste was dir passieren kann!

    Mein Mann hätte mehr von der Therapie gehabt, wenn er sich von Anfang an geöffnet hätte.

    LG

    vergissmeinnicht
    Sicher, so hat es auch gegriffen. aber er fands schade, sagt er.

    Dräng deinen Mann nicht!

  • Hallo ihr Lieben,

    habt Dank für Eure Zeit, sie ist ja bekanntlich ein kostbares Gut.

    Mein Mann ist Feuer und Flamme für diese Therapie. Meine Befürchtung ist die, dass er zuviel erwartet. Er ist ja schon lange in Behandlung, aber noch nie in einer LZT gewesen. Nun hat er sehr große Hoffnung, dass dort alles anders wird.
    Ich lass ihm auch bei der Vorbereitung alle "Freiheiten". Er kauft ein was noch nötig ist, packt schon, redet darüber wenn er möchtet, ich bin an seiner Seite wenn er reden will .....

    vergissmeinnicht : Ja, ich weiß dass viele hier lesen, aber ich weiß ja nicht, was sie so denken... und ob es sie interessiert, ist ja halt auch alles so anonym. Ich habe ja nun auch nicht die klassische Problematik im Hintergund, Trennung oder nicht, Co oder nicht, Alkoholiker oder nicht, ich bin nicht schwanger und lebe nicht in unzumutbaren Verhältnissen, bin finanziell unabhängig und zudem eine liebende Ehefrau,die immer zu ihrem Mann halten wird. Er ist Alkoholiker und macht nun eine Therapie vorrangig wegen seiner Depression/PTBS.
    Also irgenwie ist es ja nicht so interessant für Angehörige. die in ganz anderen, schwerwiegenderen Problematiken "stecken". Wenn ich bei anderen lese denke ich oft, wie gut es mir doch eigentlich geht, ich habe gar kein Recht mich hier zu beklagen :oops: .

    Liebe Grüße an Euch und alle, die dies lesen,bokins

  • Liebe bokins,

    es wird immer Menschen geben, denen es schlechter geht als einem selbst!! Fakt ist, dass du dieses Forum gesucht und gefunden hast und in Anspruch nimmst und das hat seine Gründe, sonst würdest du es nicht tun. Ich jedenfalls kann mir nicht vorstellen, hier jemals hereingeschaut und geschrieben zu haben ohne entsprechende Probleme.

    Ich bin jedenfalls froh, mit dir und den anderen hier ab und zu kommunizieren zu können, unabhängig davon. wie schwerwiegend die Probleme sind. Letztlich haben wir in vielen Bereichen die gleichen Sorgen und Nöte, die einen eben mehr, die anderen weniger. Aber gerade darum ist das einander unter die Arme greifen doch tröstlich und hilfreich und aufbauend. Oder etwa nicht? :wink: Auch dann, wenn man mal falsch liegt mit seinen Vermutungen, irgend wie bringt einen auch das wenigstens zum Nachdenken und sehr oft zum Finden von Lösungen für die eigene Situation.

    Und, was ich zumindest sehr tröstlich finde, auch, wenn ich nicht mehr so viel schreibe und Resonanz bekomme: Ich sehe, ich bin nicht allein!

    Also, bokins, du hast alles Recht hier zu sein. Ich würde gern von dir hören, wie es dir so ergeht in den 8 oder wie viel Wochen. Toll ist, dass ihr zwei so sehr zusammenhaltet!! :lol: Das ist immer schön zu lesen!

    Alles Liebe,

    Oiseau.

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