Er will es immer noch nicht sehen...

  • Hi Lilly,

    ich dank Dir fuer Deinen Beitrag. Ich bin ja selbst als Inaktiver-Co immer noch am Lernen.

    Generell moechte ich die SHG nicht schlecht machen, aber fuer mich aus meinen Erfahrungen ueber die Jahre hinweg hab ich nur erlebt das nasse Alkoholiker mit einer zusaetzlichen Therapie bzw. Entgiftung inklusiver SHG trocken geworden und geblieben sind.

    Wir Co's selbst wenn wir inaktive sind, werden wahrscheinlich immer skeptisch bleiben und gerade ein aufgewachter Co schaut sich natuerlich das Ganze noch 10mal genauer an. Kann man ja auch verstehen, wie lange soll man warten, wann genau ist der richtige Zeitpunkt loszulassen? Das sind alles Fragen, die man sich beantworten muss und bei jeder Entscheidung ist immer das was waere wenn im Kopf.

    Ich hoffe natuerlich fuer Fish genauso wie jeder andere hier mit, dass wieder ein nasser Alkoholiker mehr aufwacht und seinen Weg weitergeht und genauso hoffe ich das Co-Abhaengige genauso aufwachen und lernen konsequent im Handeln zu sein.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo,

    will auch mal wieder was von mir hören lassen.
    Gestern hat mein Mann mir endlich von seinen ersten Erfahrungen mit der SHG am Montag erzahlt!
    Natürlich erst auf meine Nachfrage hin, er hatte es einfach "vergessen"... :roll:
    Er hätte wohl fast die ganze Stunde nur geredet :!: (Mein Mann verbraucht in der Woche etwa so viele Wörter, wie ich an einem Vormittag... :wink: )
    Hätte ihm auch "gar nix ausgemacht"...
    Warum er trinkt, wann, was, wieviel,...
    So wie er es mir erzählte, hat er das natürlich alles voll im Griff 8)
    Er wurde gefragt, ob er schon mal durch den Alk seine Arbeit oder seinen Führerschein verloren hätte, ob er schon mal in einer fremden Stadt aufgewacht wäre und nicht wusste, wie er nach hause kommen sollte, ob er morgens schon daran denken würde, wie er am Besten an seinen Stoff kommt... NEIN, NEIN, NEIN!!!
    Trifft alles nicht zu! Arbeit, Führerschein, Auto, Haus und Familie, noch alles da! Na dann ist doch alles in Ordnung! Und ich sehe wohl doch Gespenster...
    Er findet das mit der Gruppe wohl auch ganz vernünftig, um die Sache mal etwas genauer zu betrachten, "bevor man es dann icht mehr unter Kontrolle hätte"...

    Was mich aber ehrlich irritiert: er hat seitdem nicht getrunken!
    Den ersten Abend wusste ich damit gar nicht umzugehen! So kannte ich ihn gar nicht mehr!
    Er war (meines Erachtens) zwar völlig verkrampft, aber nüchtern!
    Hab ihn dann gestern abend gefragt, wie das kommt und ob er das auch "vergessen" hätte (zu trinken)...
    Man hätte ihm geraten, einfach mal bewusster zu trinken! Sich zu überlegen, wie es ihm dabei geht, wenn er sich ein Bier aufmacht und ob er nach einem auch aufhören könnte...
    Oder wie es ihm geht, wenn eben nichts trinkt...
    Gestern hätte er wohl noch keinen Bock gehabt, "bewusst" ein Bier zu trinken... deswegen halt keins!
    Ich weiß jetzt gar nicht, was ich davon halten soll...
    Einerseits würde ich mich gerne darüber freuen, aber andererseits habe ich irgendwie das Gefühl, als wollte er gerade sich selbst und der ganzen Welt beweisen, dass er das unter Kontrolle hat... Hat er das wirklich?
    Wie seht ihr das?

    Viele Grüße

    eine verwirrte
    :?: fish :?:

  • Hi Fish,

    so wie Lilly auch schon geschrieben hatte, hat Dein Mann angefangen sich damit zu beschaeftigen.

    Was er jetzt daraus macht ist die Frage. Will er denn noch weiterhin zur SHG? Zumindestens ist er schon dort einmal in guten Haenden und die Leute kennen sich natuerlich mit allerlei Ausreden aus mit denen vielleicht schon der ein oder andere dort hingekommen ist.

    Dein Mann hat es in seinen eigenen Haenden wie er jetzt weiter vorgehen soll.

    Du selbst aber solltest nicht ueber diesen Verlauf gruebeln, sondern Du solltest fuer Dich rausfinden wie Dein Leben tatsaechlich weitergehen soll. Wie kannst Du fuer Dich wieder ein Stueck mehr Zufriedenheit und Glueck zurueckerlangen.

    Mir selbst hat es damals unheimlich gut getan zu einer realen SHG zu gehen und ich hab mir auch einen eigenen Freundeskreis gesucht mit dem ich etwas unternommen hatte.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo!

    Jenny, du treue Seele, danke für deine Antwort!
    Hast ja Recht... er hat es jetzt in seiner Hand!
    Aber diese kleinen Schritte... das ist so schwer! :?
    Gestern hat er erst ein alkoholfreies und dann ein richtiges Bier getrunken (bewusst)... heute weht mir schon wieder eine lecker Fahne entgegen... Schade, hab gerade angefangen, mich an einen nüchternen Mann zu gewöhnen :(
    Ja, zur Gruppe will er wohl weiter gehen, mal schauen!
    Jetzt kann ich wohl erst mal nur abwarten... wie ich das hasse!

    Zitat

    Mir selbst hat es damals unheimlich gut getan zu einer realen SHG zu gehen und ich hab mir auch einen eigenen Freundeskreis gesucht mit dem ich etwas unternommen hatte.

    Naja, einen Freundeskreis hab ich ja und zu einer realen "Gruppe" (beim ersten Mal waren wir zu dritt letztes Mal zu zweit) gehe ich auch alle 14 Tage...aber diese ganzen Gedanken lassen mich momentan einfach nicht los!
    Meine Gefühle fahren ständig Achterbahn, ich weiß gar nicht mehr, in welche Richtung ich denken soll, wie es weiter geht, ob vielleich wirklich alles gar nicht so schlimm ist, dann wieder will ich das nicht glauben...
    Naja, morgen fahren wir erst mal weg, meiner Freundin beim Umziehen helfen, da freu ich mich drauf!

    Viele Liebe Grüße und ein schönes WE euch allen

    fish

  • Zitat von fish


    Gestern hat er erst ein alkoholfreies und dann ein richtiges Bier getrunken (bewusst)... heute weht mir schon wieder eine lecker Fahne entgegen... Schade, hab gerade angefangen, mich an einen nüchternen Mann zu gewöhnen :(
    Ja, zur Gruppe will er wohl weiter gehen, mal schauen!
    fish

    Hallo fish,

    ich denke, das war ein erneuter Versuch, kontrolliert zu trinken. Aber das können wir Alkoholiker ja nun mal NICHT. Das geht evtl. mal ein paar Tage gut, aber dann geben wir uns wieder die Breitseite. Von daher steht Dir wohl ein alkoholgetränktes WE bevor, weil is doch Wochenende... und da trinken doch alle was... zur Entspannung und so... man kann ja ausschlafen... blablabla. :(

    Ich weiß nicht, ob Dein Mann daraus schlau wird, er merkt ja, das er nicht kontrolliert trinken kann, aber ob er dadurch einsichtig wird... mh, ich glaub noch nicht dran. Er wollte wohl wirklich beweisen, das er kontrolliert trinken kann, der Gruppe und sich, aber wenn er n Alkie is, kann er es nicht.
    Das er weiterhin zur Gruppe geht, finde ich zwar gut, aber ob es helfen wird, bezweifel ich, wo er doch alles noch so gut im Griff hat... :roll:

    Also fish, ich würde Dir raten, nun doch die Klamotten zu packen, hilft ja alles nix, oder ?
    Wäre dann Mann einsichtig gewesen, hätte er sich schon einen Arzttermin geben lassen und nen Entgiftungstermin, aber ich denke, davon will er nix hören, oder ?
    Oder Du schaust weiter dabei zu, wie er lustig weitersäuft. :(

    Schade, ich hätte Deinem Mann Einsicht gewünscht und Dir einen Partner, der seine Krankheit akzeptiert und trocken werden kann, um auch Euch eine gemeinsame Zukunft zu ermöglichen.

    LG an Dich
    Lilly


    Jetzt kann ich wohl erst mal nur abwarten... wie ich das hasse!

  • oooops :oops: war noch nich fertig.... :lol:

    Zitat

    Jetzt kann ich wohl erst mal nur abwarten... wie ich das hasse!

    Mir fällt hier im Forum oft auf, das Frauen besonders ungeduldig sind, da könnten wir uns wohl bei Männern mal ne Scheibe abschneiden, die sind da irgendwie anders gestrickt :wink: aber is vielleicht auch nur n Gendefekt und wir können gar nix dafür ? :lol:

    Nööö fish, Du MUSST ja nix abwarten, Du kannst einfach auch gehen und Dir alles aus der Ferne ansehen, wie Ayki ja neulich auch schon schrieb und dann unterstützen und somit helfen, wenn Dein Mann ernsthaft trocken werden will. Ansonsten bleibt ja alles beim alten...

    Zitat

    Wäre dann Mann einsichtig gewesen,


    Sollte natürlich "Dein Mann" heißen :oops: sorry, tja so is das, wenn man ohne Vorschau abschickt :oops::lol:

    Nochmals lieben Gruß :wink:
    Lilly

  • Hi Lilly!

    Zitat

    Das geht evtl. mal ein paar Tage gut, aber dann geben wir uns wieder die Breitseite. Von daher steht Dir wohl ein alkoholgetränktes WE bevor, weil is doch Wochenende... und da trinken doch alle was... zur Entspannung und so... man kann ja ausschlafen... blablabla. Traurig

    Er hat sich nicht die Breitseite gegeben! Hat sogar das Bier abgelehnt, das ihm gestern nach dem Umzug (also "verdient") angeboten wurde!
    Er sieht sich aber wirklich auch nicht als Alkoholiker! Er meint, er kann kontrolliert trinken, muss nicht völlig drauf verzichten!
    Er hat wohl auf der Homepage vom BlauenKreuz einen Test gemacht, Ergebnis: aufpassen und bei der Gruppe beraten lassen... Jaja, macht er ja!
    Über das Thema Entgiftung hat er bloß gelacht! Schließlich wäre er ja "entgiftet", wenn er abends trinkt und dann erst wieder am nächsten Feierabend! Therapie fand er auch ziemlich lächerlich!
    Ich haben ihm gesagt, er soll in der Gruppe fragen, was jetzt zu tun wäre, ich hab keinen Bock mehr, diejenige zu sein, die ihm irgendwas nehmen oder irgendwas aufdrücken will!

    Ansonsten haben wir uns seit seinem ersten Gruppen-Treffen weniger gestritten (ist sogar meiner Tochter aufgefallen) und konnten endlich mal relativ neutral über das Thema Alkohol reden! Ist ja auch schon was wert!

    Zitat

    Mir fällt hier im Forum oft auf, das Frauen besonders ungeduldig sind, da könnten wir uns wohl bei Männern mal ne Scheibe abschneiden, die sind da irgendwie anders gestrickt Winken aber is vielleicht auch nur n Gendefekt und wir können gar nix dafür ? Lachen

    Ich glaub auch, wir können nix dafür... :D !!!

    Schönen Sonntag dir und euch allen noch!

    fish

  • Hallo fish,

    Muss mich auch mal einmischen.
    Meine Geschichte hat zu deiner furchtbar viel gemeinsam.
    Ich habe leider erst zum Forum gefunden nachdem ich meine Entscheidung getroffen hatte. Ich besuche auch erst seitdem eine SHG für mich.
    Der Zeitpunkt hätte viel früher sein können, aber ich habe mit niemanden darüber gesprochen.
    Ich habe mich geschämt, auch dafür, das ich nicht imstande war, keine Kraft hatte Konsequenzen zu ziehen.

    Dein Mann zieht alle Register, er sagt dir was du hören willst und du fällst drauf rein und weist das auch noch.
    Dein Mann tut nichts. Er belügt dich und er wird das auch weiter tun wenn du nicht konsequent bist.

    Für Alkis und deren Angehörige gilt das gleiche:
    Sie müssen erst an ihren persönlichen Tiefpunkt kommen um einen neuen Weg einzuschlagen.

    Die Frage ist, wann ist es bei dir soweit?
    Dein Mann braucht glaube ich noch ein bisschen, ist ja noch nicht alles verloren. Sein Tiefpunkt ist noch nicht erreicht, erst wenn er dort angekommen ist wird er für sich was tun wollen.
    Aber das wird kommen, glaub mir. Der Abgrund ist verdammt tief. Willst du den Weg bis dahin mitgehen?
    Das kann nicht dein Ernst sein!!

    Du musst für dich entscheiden.
    Willst du mit oder ohne Alk leben?
    Je schneller du dich entscheidest desto besser, auch für deine Kinder. Jeder neue Weg ist besser als der den du im Moment beschreitest.

    Lass dich nicht an der Nase herumführen. :wink:
    Dein Leben ist vom Alk bestimmt.
    Lass das nicht zu!!!

    Liebe Grüsse

    vergissmeinnicht

  • Hallo!

    Habe gerade deinen Thread gelesen... ja stimmt, viele Ähnlichkeiten, ist doch immer wieder verblüffend, nicht! :wink:

    Ich bin auch, allerdings schon mit "fertigen Kindern", vor vier Jahren von der Großstadt zu meinem Mann aufs Dorf gezogen. Da sind wir beide auch sehr unterschiedlich, muss ich sagen!
    Ich war mit zwei Kids alleinerziehend, bin auch schon früh zu hause ausgezogen und hab auf eigenen Beinen gestanden - und er hat immer im Haus seiner Eltern gelebt (wie gesagt, wir wohnen mit seiner Mom unter einem Dach, ist auch nicht immer spaßig! :roll: )...
    Wenn ich das jetzt so schreibe, fällt mir auf, dass er eigentlich nie in seinem Leben viel Veranrwortung zu tragen hatte! Auch interessant... :idea:

    Also momentan bin ich wirklich einfach nur ständig hin und her gerissen!
    Manchmal bin ich mir nicht mal mehr sicher, ob er wirklich abhängig ist... klar, das will er mir so verkaufen!
    Aber seit er mitbekommen hat, dass ich was unternehme gibt er sich - zumindest zeitweise - ja schon Mühe...
    Ich merke aber auch, dass meine Toleranzgrenze ziemlich gesunken ist.
    Gestern hat er wieder so nach Bier gestunken, dass ich mich auf gar keine Diskussion eingelassen habe und auch für keinen Versöhnungsversuch seinerseits mehr zugänglich war!
    Vergissmeinnicht, du hast geschrieben, dass ihr jeden Tag gestritten habt... ist bei uns ähnlich! Da reicht mittlerweile ein falscher Blick, und der Abend ist gelaufen - das ist so ätzend und kostet so viel Kraft!

    Naja, heute abend ist wieder SHG für ihn...

    Zitat

    Dein Mann braucht glaube ich noch ein bisschen, ist ja noch nicht alles verloren. Sein Tiefpunkt ist noch nicht erreicht, erst wenn er dort angekommen ist wird er für sich was tun wollen.

    Ja, diesen Punkt hat er wirklich noch nicht erreicht!
    Er sagt zwar, dass er es für sich tut, aber das sieht gar nicht so aus!
    Klar weiß er auch, dass ich hören will, dass er das für sich tut, aber warum sollte er das tun, wenn er meint alles im Griff zu haben :?:
    Ja und wie du schon sagst, es noch nicht alles verloren! Er weiß zwar, dass ich kurz davor bin, zu gehen, wenn nix passiert, aber ansonsten kann ihm doch keiner was vorwerfen: er geht arbeiten (ist also Ernährer), baut an unserem Haus, fällt nirgendwo negativ auf (zumindest sagts ihm keiner - oder er mir nicht)...

    Liebe Grüße

    fish

  • Hallo,

    Natürlich ist er abhängig, gar keine Frage, physisch auf jeden Fall, körperlich mag es Unterschiede geben, kommt vielleicht auf die tägliche Menge an.

    Jeden Tag Streit, das kostet so viel Kraft. Ich hatte das Gefühl auch keine Kraft mehr für andere Dinge zu haben. Ich habe alles nötige erledigt und mich immer hinten an gestellt. Wenn ich mal Zeit hatte bin ich einkaufen gegangen um mir was gutes zu tun, aber das Hält ja bekanntlich auch nur für
    5 Minuten.
    Das mache ich jetzt anders, auch schon der begrenzten mittel wegen.

    Er wird alles verlieren, wenn er so weitermacht. Er ist der einzige der denkt alles im Griff zu haben, alle anderen sehen das Problem, das ist nur eine Frage der Zeit.
    Dann wird er negativ auffallen und das Schlag auf Schlag. So hat meiner das erfahren, für den hatte sich die Schlinge ziehmlich zugezogen.

    Du glaubst gar nicht wer mir hinterher, als er in Therapie war, alles gesagt hat das sie das gemerkt haben, das er ein Problem hat.

    Du musst Taten sprechen lassen oder ihn ignorieren wenn nichts passiert.
    Ignorieren auch wenn er sich zusäuft.
    Er muss merken das nur er allein was tun kann.

    LG

    vergissmeinnicht

  • Zitat

    Gestern hat er wieder so nach Bier gestunken, dass ich mich auf gar keine Diskussion eingelassen habe und auch für keinen Versöhnungsversuch seinerseits mehr zugänglich war!

    Und nu, fish ? :(

    Willst Du weiter so leben, jeden Tag im Streit wegen dem Alkohol ?

    Ich habe wirklich für Dich (und auch Deinen Mann) gehofft und die Daumen gedrückt, das er in der Gruppe da wach wird, aber soll wohl noch nicht so sein. Nun versucht er wohl wirklich, seinen Konsum unter Kontrolle zu halten, aber Alkoholiker können das nur begrenzt, mal n paar Tage, bzw. irgendwo heimlich saufen, dann wieder Absturz.
    Leider kann ich Dir nix anderes sagen... :(

    Ich denke nur, das es immer unerträglicher für Dich wird.
    Du weißt nun schon viel über unsere Krankheit, Du weißt mittlerweile, das es Wege aus der CO-Abhängigkeit gibt, das wird Dich wahrscheinlich innerlich noch unzufriedener machen, auch weil Du weißt, das nur Du allein das ändern kannst. Von daher wird wohl auch ein tolerieren der Alk-Sucht Deines Mannes nicht mehr möglich sein, selbst wenn Du wolltest.

    Ich kann jetzt nur noch sagen, denke bitte an Deine Kinder, was für unendliches Leid Du ihnen zufügst, wenn Du ihnen einen alkoholkranken Vater zumutest, sie nehmen daran Schaden für ihr Leben, das ist mal sicher.
    Lies mal im Kinderbereich, ich selbst traue mich da gar nicht mehr rein, weil ich das Lesen dort nur schwer ertragen kann :(

    LG an Dich
    Lilly

  • Hallo ihr!

    Gestern war mein Mann zum zweiten Mal zur SHG.
    Wir hatten letztens darüber gesprochen, dass er dort fragen solle, was jetzt für ihn der nächste Schritt sei.
    Denn mich lacht er ja doch bloß aus, wenn ich von Entgiftung, Therapie oder Arzt spreche. Ich sagte ihm er solle doch die Fachleute fragen, die sollten's wissen!
    Er hat es vergessen!!! :P
    Sie sind wohl jetzt dabei, herauszufinden, wo er steht (anhand eines elendig langen Fragebogens, den sie gestern zu einem drittel geschafft haben)...
    Auf die Frage, was er denkt, wie es jetzt für ihn weitergehen soll, meinte er: "aufpassen und weniger trinken, bevor "man" es gar nicht mehr im Griff hat"...ach ja, kontrolliert trinken...
    Er ist überzeugt, dass es bei ihm noch nicht so schlimm ist, dass er "es" noch im Griff hat!
    Und ich muss sagen, ich selbst komme mit jedem nüchternen Tag (den er ja jetzt schon ab und zu mal hat) auch immer mehr ins Zweifeln, ob er wirklich krank ist...
    Ich habe ihm gesagt, dass es für mich nur entweder/oder gibt! Ganz oder gar nicht!
    "Also auch nicht mal ein Bier???"
    Nein, das glaubt er nicht!
    Bin ich vielleicht doch falsch gewickelt?
    Ist es nur mein Problem, wenn er 'ne Fahne hat?
    Nach allem, was ich gelesen habe, denke ich, dass er über kurz oder lang wieder bei seinem bisherigen Konsum landen würde... Oder???

    Vergissmeinnicht, zu deiner Frage:

    Zitat

    Wie sieht denn seine Mutter das Problem?
    Kommst du mit ihr zurecht, oder bist du ein Eindringling? Ist ja bei den Söhnen immer so eine Sache.

    Du sagst es... er ist nicht nur ihr Sohn, er ist auch noch ihr einziges Kind!
    Sie bekommt mit, dass wir uns oft streiten, sagt aber nichts.
    Ich glaube auch nicht, dass sie verstehen würde (oder verstehen wollen würde), dass er krank ist, dass das nicht "normal" ist!
    Ich glaube, sie ist tierisch eifersüchtig auf mich, weil ich ihr ihr einziges Kind weggenommen habe (vor 11 Jahren ist sein Vater gestorben)...
    Das würde sie zwar nie zugeben, aber es kommen doch immer mal so kleine Anmerkungen, die das deutlich genug machen!

    Liebe Grüße

    fish

  • Hallo, fish,

    ich lese auch schon eine ganze Weile bei dir mit. Wie sich doch die Geschichten, die Schicksale, die Verhaltensweisen der Alkoholiker gleichen! Entschuldige, aber manchmal fange ich richtig an zu lachen (trauriges Lachen), wenn ich bestimmte Sätze, die ich von meinem Partner kenne, wortwörtlich bei anderen Betroffenen wieder lese. Es ist unglaublich, auch die Fragen, die wir als Angehörige haben, sind so gleich....

    Also, dein Mann ist wohl ähnlich weit, wie meiner war, bevor er sich zur Therapie entschloss, weil ich ihn vor die Wahl stellte!! Ich denke mir, die Tatsache, dass er zur SHG geht, ist ein Anfang, aber mehr nicht! Er will im Moment offensichtlich eine Rechtfertigung fürs Weitertrinken haben! Da du das nicht akzeptierst (mit vollem Recht, ich habe eure Geschichte gelesen...!), musst du ihm das klar machen, ganz konsequent und ohne wenn und aber. Auch Zeichen setzen, wie: aus dem Zimmer gehen, wenn er gesoffen hat, im anderen Raum übernachten, nicht weiter mit ihm reden usw. Er muss es fühlen, wie es ist!

    Wegen der Familiengeschichte kann ich dir nicht viel raten. Es kommt ja wohl oft vor, dass sich Schwiegertöchter mit ihren Schwiegermüttern nicht so sonderlich gut verstehen. Versuche doch mal, mit ihr zu reden, ganz in Ruhe, erzähl von dir, wie es dir geht. Wenn sie auf Stur stellt, rate ich dir zu einer eigenen Beratung (Therapie oder ähnliches, auch bei den Kirchen gibt es diesbezüglich Beratungsstellen). Also, lass nicht von deinem Weg ab und bleib dabei, was du dir als Ziel gesteckt und als Traum im Kopf hast!!!

    Viel Glück und Erfolg dabei. Wenn dein Mann dich wirklich liebt, wird er sich bald entscheiden - für dich und euch! Allerdings werdet ihr beide Geduld brauchen!!!

    Sei lieb gegrüßt von

    Oiseau.

  • Hallo Oiseau,

    danke für deine Antwort!

    [/quote]Auch Zeichen setzen, wie: aus dem Zimmer gehen, wenn er gesoffen hat, im anderen Raum übernachten, nicht weiter mit ihm reden usw. Er muss es fühlen, wie es ist!

    Zitat

    Das alles würde ich so oft gerne tun, aber unsere räumliche Situation lässt das momentan leider nicht zu...
    Wir sind am Bauen und haben deshalb noch kein Wohnzimmer! Das heißt im Klartext: ich gehe ins Bett, wenn's mir zu dumm wird, er kommt nach, ich sage ihm, dass ich nicht reden will, er tut es trotztdem...

    Die Frage, die mich momentan quält, ist die: ist er denn wirklich krank???
    Oder tue ich ihm vielleicht doch Unrecht?

  • Hallo fish,

    ob Dein Mann Alkoholiker ist, kann Dir hier niemand sagen. Das kann nicht mal ein Arzt 100%. Er kann nur anhand von Blutwerten, Untersuchungsergebnissen darauf schließen, mehr wohl auch nicht.
    Das weiß Dein Mann nur ganz allein.
    Ich wußte beispielsweise schon Jahre, das ich alkoholabhängig war, aber verdrängte das immer wieder irgendwie. Versuchte auch dies und das, mich runterzutrinken, kontrolliert zu trinken, aber nichts davon klappte. Ein paar Tage lang, vielleicht auch mal ne Woche, aber dann trank ich wieder bis zum Filmriss.

    Ich wollte auch nix hören davon, ich schaltete sogar im TV schnell weg, wenn mal eine Sendung über Alkoholismus kam, selbst wenn ich allein war. Ich wollte es vor mir selbst irgendwie nicht ganz zugeben, und vor anderen schonmal gar nicht, weil das ja dann Konsequenzen gehabt hätte.
    Ich trank auch viel heimlich, niemand kannte meinen wahren Konsum.

    Dein Mann scheint auch noch zu verdrängen, vielleicht ist er auch noch in dieser Phase ? Bei mir sollte es noch Jahre dauern, bis was passierte. Ich hatte mich irgendwie sogar insgeheim damit abgefunden, mich totzusaufen.

    Es geht hier aber nicht darum, ob er sich das nun eingesteht oder nicht, es geht hier ja um DICH !!
    Du kommst mit seinem Alkoholverhalten nicht klar und das reicht ja wohl.
    Er richtet sich nicht danach, im Gegenteil, trinkt weiter.
    Ich denke, wenn man seinen Partner darum bittet, etwas zu unterlassen, was einen sehr stört und die eheliche Partnerschaft gefährdet, dann wird er das tun. Ich würde das jedenfalls. Jetzt, wo ich trocken bin, jedenfalls ...
    Er tut das aber nicht und das macht doch stutzig, gelle ?
    Das Trinken ist ihm mittlerweile wichtiger als Du, so hart sich das auch anhört, is nu ma leider so :(

    Mir war das damals auch wichtiger, Liebe konnte ich auch gar nicht mehr richtig empfinden, denn ich betäubte mich ja immer wieder, veränderte mich immer mehr. Nur die Liebe zu meiner Tochter änderte sich nie. Aber vielleicht kam auch sie zu kurz ? Sie war damals schon erwachsen, als ich richtig abstürzte, hat vorher nicht allzu viel davon mitbekommen, da ging es irgendwie noch mit mir. Aber gewußt hat sie es sicher schon lange.

    Du mußt für DICH entscheiden, ob Du das länger ertragen möchtest oder nicht. Ich kann Dir nur sagen, das so ein Leidensweg sehr lang sein kann und Du wirst psychischen Schaden daran nehmen, wenn das nicht schon längst geschehen ist :(
    Du mußt entscheiden, ob Du bereit bist, weiteren Schaden zu nehmen.

    LG an Dich
    Lilly

  • Hallo fish

    Es sagt, es ist bei ihm nocht so schlimm, er hat alles im Griff???????

    Was für ein Quatsch!!!!!!!!!!!!!!!!
    Lügen..............................
    Sich selbst und andere belügen:
    Note: 1

    Du bist überhaupt nicht schief gewickelt im Gegenteil: Du siehst das ziehmlich klar was ihm und mit dir los ist.

    Ich habe auch oft gedacht ich würde apinnen zumindest versuchte er mir das eizureden.
    Ich habe manchmal echt gedacht ich verliere den Verstand.
    Es ist diese Persöhnlichkeitsveränderung des Partners die uns so zu schaffen macht.

    Bleib auf deiner Spur.
    Und wie gesagt. Nicht nur drohen. Machen!!!!!!!!
    Er hat alles zu verlieren und du?

    Fühle mit dir

    LG

    vergissmeinnicht

  • Servus fish!

    Das Verteidigen des "kontrollierten Trinkens" mit Zähnen und Klauen kommt mir sehr bekannt vor. Auch ich wollte es in meiner nassen Zeit nicht wahrhaben, dass ein Alkoholiker dieses Vermögen nicht mehr aufbringen kann. Bei jedem Rückfall auch nach einer längeren Trinkpause wurde ich eines Besseren belehrt und es wurde mit jedem Male schlimmer und die Zeitabstände kürzer.
    In meiner Verzweiflung das doch so schöne ( so glaubte ich damals )
    kontrollierte Trinken wieder erlernen zu können, begab ich mich sogar in die Hände eines sog. alternativen Arztes der mir mit fragwürdigen homöopathischen Methoden die Fähigkeit zur Trinkkontrolle wieder beibringen wollte. Funktioniert hat natürlich nichts.

    Ich mußte erst meinen persönlichen Tiefpunkt erreichen. Und der ist für jeden individuell - es muß nicht unter der Brücke oder auf der Parkbank enden. Auch die Bedrohung einer Beziehung kann ein solcher Tiefpunkt sein wenn der Partner konsequent eine Trennung ins Auge fasst.
    Eines ist natürlich Grundvoraussetzung: dein Mann muss sich auch selbst als Alkoholiker verstehen und gewillt sein entsprechende Schritte in Angriff zu nehmen. Nur das Hingehen in eine SHG und vielleicht dort auch nicht die Wahrheit sagen oder zu beschönigen bringt ihn nicht weiter.

    In diesem Forum findest du so viele Beispiele wie sich Beziehungen mit einem Alkoholiker weiterentwickelt haben - von ganz tragischen Ereignissen bis hin zum vollständigen Wiedererlangen von Eheglück, Zufriedenheit und Harmonie.
    Und das letztere wünsche ich auch dir von ganzem Herzen !

    LG
    Andreas

    carpe diem

  • Hallo ihr Lieben!

    Danke, eure Beiträge bedeuten mir sehr viel!
    Besonders auch Lilly und andreas, weil ihr eben auch "die andere Seite kennt"! Mir fällt es nämlich echt schwer, mich in einen Alkoholiker hineinzuversetzen und genau deshalb denke ich, gehen auch so viele Co's (auch ich) ihren Alkis immer wieder auf den Leim...

    Zitat

    Eines ist natürlich Grundvoraussetzung: dein Mann muss sich auch selbst als Alkoholiker verstehen und gewillt sein entsprechende Schritte in Angriff zu nehmen. Nur das Hingehen in eine SHG und vielleicht dort auch nicht die Wahrheit sagen oder zu beschönigen bringt ihn nicht weiter.

    Genau, das ist es eben: ich glaube nicht, dass er dort die ganze Wahrheit erzählt (genauso wenig, wie er sie mir erzählt), weil er es wahrscheinlich selbst nicht wahr haben will! So wie du auch schon schreibst, Lilly!

    Zitat

    Es geht hier aber nicht darum, ob er sich das nun eingesteht oder nicht, es geht hier ja um DICH !!
    Du kommst mit seinem Alkoholverhalten nicht klar und das reicht ja wohl.


    Das ist es ja, ihm reicht das nicht! Schließlich macht er ja "fast alles" für mich (kenne ich auch gar nicht von ihm, dass er was für sich tut - leider! - zumindest stellt er es immer so dar)... nur sein "Entspannungsbier" will er, und das gönne ich ihm dann nicht mal! :roll:
    Ich binn immer diejenige, die als Egoistin dasteht... :(
    Für mich ist dieses Forum unheimlich wichtig geworden, weil ihr mir immer wieder "auf die Spur" :wink: helft, um nicht in meinen Zweifeln zu ersaufen!
    Außerdem ist es schön zu wissen, dass da Leute sind, die das mitfühlen können!

    In letzter Zeit frage ich mich immer wieder, in wieweit ich denn überhaupt noch bereit bin, für diese Beziehung zu kämpfen (vorausgesetzt, mein Mann würde trocken werden wollen), ob das wirklich noch Liebe ist...
    Bin mir da gar nicht mehr so sicher... und diese Zweifel erschrecken mich ganz schön (und machen mir auch ein bisschen Angst!)!
    ...und wieder das schlechte Gewissen!!!

    Liebe Grüße

    fish

  • Hej fish,

    Die Fragen kannst nur du dir beantworten.
    Frag dich doch mal was du willst für deine Zukunft und vor allem für deine Kinder.

    Ein schlechtes Gewissen brauchst du nicht haben. Warum?

    Ich wünsche ganz viel Kraft

    LG

    vergissmeinnicht

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