Ein paar allgemeine Fragen

  • Hallo Erdling,

    erst einmal möchte ich Dir schreiben, dass es eine gute Entscheidung ist, nicht nur eine Saufpause einzulegen, sondern dauerhaft abstinent zu sein!

    Nun zu Deinen Fragen:
    Es ist absolut nicht empfehlenswert, alleine zu Hause zu entgiften. Natürlich solltest Du einen Arzt aufsuchen, nicht nur wegen der Frage nach dem Sport, sondern erst einmal wegen der Entgiftung. Die dauert übrigends etwa 10 Tage. Alleine zu Hause zu entgiften ist sehr gefährlich, damit kannst Du Dich in Lebensgefahr begeben!

    Sich ein bisschen zu bewegen, kann garantiert nichts schaden. Ausgedehnte Spaziergänge, vielleicht auch mit einem zügigen Schritt kann auch schon recht ausgleichend auf die Gefühlswelt wirken, denke ich mir. Also so kenne ich es von mir jedenfalls.

    Gefahrensituationen würde ich erst einmal aus dem Wege gehen, je nach dem, wie die Freunde so drauf sind. Für mich war es sehr wichtig, zu sagen, was mit mir los ist. Ich habe mich vom ersten Tage der Abstinenz an geoutet, das war sehr hilfreich. Wenn es Leute sind auf solchen Anlässen, die einem dann trotzdem etwas anbieten, würde ich mir wirklich überlegen, nicht hinzugehen. Man muss sich ja nicht in Gefahr begegen, die unnötig ist.

    Meine Meinung:
    Mir kommt Dein Beitrag irgendwie seltsam vor. Ich weiß nicht, ob ich mich da irre, aber kann es sein, dass Du das alles etwas auf die leichte Schulter nimmst?

    Liebe Grüße
    Mone

  • Hallo Erdling,

    im Grunde genommen kommt es auf deine Einsicht an, entweder zeitlebens alkoholsüchtig zu bleiben oder deiner Zukunft auch in Hinsicht deines Studiums und auch Berufes jetzt gewissenhafte Wege vorzugeben.

    Eine klinische Entgiftung ist unbedingt ratsam, da kalte Entzüge auch mit Krampfanfällen, Delirium tremans etc. tödlich enden können, einem Mitglied meiner ambulanten Gruppe passiert.
    Ein Arztbesuch mit offenheit ist auch ein Grundbaustein der Trockenheit.

    Hier z.B. ein aktueller Erfahrungsaustausch, das Annehmen von Erfahrungen Langzeittrockener, wirklich sein Alternativdenken abzulegen und einfach zu vertrauen ... auch eine ambulante Therapie mit ständiger Reflektion und Wertschöpfung, kann dir ebenso viel oder so wenig geben wie eine Langzeittherapie.

    Es kommt auf dich an !!!

    Gruß, Freund.

  • Hallo Erdling,

    schön, dass Du ernst nimmst, worum es hier geht. Meine Frage sollte auch kein Angriff sein, sondern eben nur eine Nachfrage.

    Das mit dem Studium ist doch ein Ziel, das Du vor Augen hast, also eine Perspektive. Das finde ich gut. Ich habe eine ambulante Therapie gemacht, und konnte deswegen all meine üblichen Dinge weiter machen. Bei mir fanden die Therapiesitzungen 2 mal in der Woche statt, und dauerten jeweils 100 Minuten. Außerdem waren sie zeitlich so angelegt, dass kaum jemand eine Freistellung für den Arbeitsplatz benötigte. Warum sollte dabei also Dein Studium leiden, oder Dir ein Semester verloren gehen?

    Was ich an einer ambulanten Therapie zu schätzen gewusst habe war, dass ich meine Therapie eben mitten im Leben machen konnte, und so in der Lage war, die Schwierigkeiten, die sich in dieser Zeit ergeben haben, zu bearbeiten. Ich hatte also meine Therapie sehr lebensnah.

    Ich glaube, dass es von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich ist. Einige kommen sehr gut mit stationären Entwöhnungsbehandlungen zurecht, weil sie eben aus dem Umfeld erst einmal weg sind, und so Zeit haben, sich nur auf die Therapie zu konzentrieren. Andere hingegen, so wie ich, sind ganz froh über die therapeutische Begleitung im Alltag. So muss sich das jeder eben überlegen.

    Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, nach einer stationären Behandlung in eine ambulante Nachsorge zu gehen.

    Nach meiner Therapie habe ich noch eine Psychoanalyse begonnen, bei der ich nach wie vor aktiv bin. Das hat mir bisher auch sehr gut getan, weil ich denke, dass die Entwöhnungsbehandlung mir persönlich nicht gereicht hätte. So ist eben jeder anders.

    Liebe Grüße
    Mone

  • Hallo Erdling,

    ich wurde von einem Mitglied darauf hingewiesen, dass diese meine Formulierung gefährlich und mißverstanden werden kann:

    Zitat von Freund

    im Grunde genommen kommt es auf deine Einsicht an, entweder zeitlebens alkoholsüchtig zu bleiben oder ...

    Alkoholkrank bleibt man auf jeden Fall, ... muss neue verinnerlicherte Wege gehen und auch an Grundbausteinen festhalten, allerdings geschieht das auch aus neuem Lebensgenuß, so meine Erfahrung ...

    ... alkoholsüchtig wird man sich dann aber rein psychisch nicht mehr fühlen, weil man sich vom Alkohol geistig lösen kann.

    Aber dieser Weg bedarf elementarer Lebensveränderungen und braucht auch seine Zeit.

    Gruß, Freund.

  • Ich in meinem Fall habe ambulant entzogen, gleichzeitig eine SHG aufgesucht und auch hier im Forum mitgelesen. Alles zusammen hat mir gutgetan und mich bis zu heutigen Tag trocken bleiben lassen.

    Meinen Bergsport habe ich nur im letzten Abschnitt meiner Trinkerphase vernachlässigt und ich habe nach der Entziehung wieder mit dem Training angefangen und war nach einigen Wochen bereits wieder auf einem hohen Niveau und bin jetzt körperlich so gut beisammen wie selten zuvor.
    (Natürlich in Relation zum Alter :roll: )

    Beim aufkommen negativer Gefühle habe ich mich immer sportlich betätigt und war nachher zufrieden ,müde aber auch trocken.

    Veranstaltungen wo vordergründig Alkohol getrunken wird meide ich nach wie vor - oder verlasse sie beim Aufkommen von unguten Gemütszuständen

    LG Andreas

    carpe diem

  • Servus Erdling,

    ich bin beim Wasser geblieben.

    O-Saft vertrage ich weder pur noch verdünnt, Apfelsaft hat z.T. eine "durchschlagende Wirkung", und sonstige Obstsäfte (pur oder verdünnt) sind nicht so mein Ding.

    Limo, Cola & Co haben zu viel Kalorien.

    Für abends hab' ich dann noch Früchte- oder Kräutertee, im Sommer gerne auch tagsüber (aber dann kalt!).

    Kaffee gar nicht mehr, seit ich das Rauchen aufgehört hatte.

    LG
    Spedi

  • Hallo Erdling,

    erstmal ein kurzes Willkommen und meinen Glückwunsch zu Deiner Entscheidung gegen den Alkohol und für das Leben :D.

    Zu Deiner Frage: Wasser ist natürlich schon mal richtig prima! Kein Zucker, keine Kalorien, keine künstlichen Aromen oder Farbstoffe ... rundherum ein klasse Getränk!

    Aber es gäbe da natürlich auch noch diverse Fruchtsäfte, Tees und in meinem speziellen Fall bin einer bekannten coffeinhaltigen Brause verfallen, die sehr effektiv dafür gesorgt hat, dass mein kleiner Bauchansatz auch über die Abstinenz hinweg weiter mein treuer Begleiter ist :roll: .

    Aufpassen würde ich in solchen Fällen, wo Getränke Dich an alte Trinkgewohnheiten erinnern. Also der ehemalige Rotweintrinker sollte vielleicht nicht unbedingt Traubensaft trinken, oder das von mir verschlungene Zuckerwasser ist vielleicht nicht die ideale Wahl für jemanden, der das Zeug jahrelang mit Rum oder Ähnlichem zusammen getrunken hat.

    Aber insgesamt musst Du natürlich schon selbst herausfinden, was Dir schmeckt :wink:.

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo Erdling!

    Kann die Erfahrungen von Spedi nur bestätigen. Apfelsaft hat auch bei mir eine "durchschlagende Wirkung" vor allem wenn er kalt ist und nach sportlicher Betätigung.

    Trinke an sonsten stark verdünnte Fruchtsäfte aller Art und verschiedene Tees (grüner Tee, Rotbuschtee, etc.) warm und im Sommer kalt oder eisgekühlt. Bei Sportausübung auch isotonische Fertiggetränke soferne nicht bedenklich aufgrund der Inhaltsstoffe.

    Auch Kaffee gönne ich mir in Maßen.

    Aber probier dich doch selbst durch die Möglichkeiten alkoholfreier Getränke!

    LG Andreas

    carpe diem

  • Hallo Erdling !

    Bei mir giebt es leider viel Kaffe und auf der Arbeit stilles Wasser. Im Winter auch mal Pfefferminztee.

    Habe auch vor gut einem Jahr mit dem Rauchen aufgehört , aber dem Kaffe bin ich doch noch " treu " geblieben.

    Seit ich nicht mehr Alkohol trinke habe ich fast nie Durst. weis auch nicht warum, ich esse aber viel Obst,das ist ja auch sehr wasserhaltig.

    Viele grüsse Bernd G

    Trocken seit dem 06.12.1993 und das bleibt auch so !!!

  • Servus Erdling,

    nun, ein paar Gedanken von mir dazu.

    Schuld ist für mich niemand an meinem Saufen. Bei allen Defiziten in der Entwicklung/Erziehung etc., die ein Saufen eventuell förderten, so war doch niemand da, der mir die Pistole an die Schläfe setzte und mich zum Saufen zwang. Das war nur ich. Und es gibt viele Menschen, die eine ähnliche Kindheit/Entwicklung hatten wie ich, die jedoch nicht zum Alkoholiker wurden. Und schließlich stellt sich für mich die Schuldfrage bei einer Krankheit nicht. Es ist, wie es ist, und auf dieser Grundlage baue ich auf. Das setzt halt voraus, dass ich meine Krankheit annehme und vor dem Alkohol kapituliert habe. Aber das hatten wir ja schon oft genug angesprochen, hier im Forum.

    Klarträumen, hm, nun ja, sicher „geht“ das. Wie Du richtig sagst handelt es sich dabei um eine „Technik“, die zu diesen verzerrten (=“kontrollierenden“) Zuständen führt. Ich habe das für mich nie als Option gesehen, weil ich seit Beginn meiner Abstinenz mich und meine Wahrnehmung nicht mehr absichtlich „verändert“ haben wollte. Lieber die unangenehmsten Dinge ungefiltert an mich heranlassen und danach die Ursachen dafür aufarbeiten, als wie in der Vergangenheit alles Unangenehme „weichzuspülen“. Hat für mich etwas damit zu tun, dass ich mich der (sicher oft auch traurigen) Realität stelle und durch eigenes Handeln die Begleitumstände für mich verändere, anstatt passiv auf „Besserung“ zu warten, die doch nicht eintritt.

    Hast Du denn noch andere „Anlaufstellen“, mit denen Du Dich ad hoc austauschen kannst? Ich denke da so an Teilnehmerliste in der realen SHG etc. Wenn nein, solltest Du vielleicht mal nach Alternativen suchen um für die Zukunft gewappnet zu sein. Wenn Du magst, suche hier im Forum mal unter „Notfallkoffer“ u.Ä. wie andere Mitglieder das handhaben.

    LG
    Spedi

  • Hallo Erdling,

    ich habe mich mal mit Klarträumen beschäftigt, vielleicht hast du es in meinem Strang gelesen. Momentan gelingt es mir hin und wieder das "Thema" des Traums zu bestimmen, aber ich habe dann keinen weiteren Einfluss. Das ist, als würde ich eine DVD einlegen und der Film läuft dann ab ohne dass ich was daran ändern kann ;) .
    Letztendlich wollte ich mit dem Klarträumen die Kontrolle über ein letztes unkontrollierbares Refugium meiner selbst haben. Das möchte ich nicht mehr. Inzwischen akzeptiere ich Träume so wie sie sind, als Freiraum für meine Seele. Ich versuche ohnehin viel zu viel zu kontrollieren.

    Ich finde es viel interessanter einige Träume genauer anzusehen weil sie mir zeigen, was in meinem Unterbewusstsein gerade vor sich geht. Das mache ich jedoch nur mit Träumen, die mich in irgendeiner Weise besonders berühren, wenn du verstehst was ich meine?

    Zu hohe Erwartungshaltungen tun nicht gut; ich habe immer geglaubt, dass ich bestimmte kognitive Vorgänge beschleunigen kann indem ich nur hart genug an mir arbeite. Aber ich erkenne immer mehr und mehr, dass ich den Dingen ihre Zeit lassen muss. Die Seele lässt sich nicht drängeln.

    LG
    Plejaden

  • Hallo Erdling!

    Na, wie geht es dir ?
    Immernoch schlechte Träume? Ich träum auch in der letzten Zeit viel wirres Zeug!

    Liebe Grüße Sabine.S

    Nicht ärgern nur wundern!

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!