Wie gefährlich kann ein Alkoholiker werden?

  • Ich eröffne dieses neue Thema, weil es nicht mehr zu meinem alten passt. Ich habe mich getrennt und es geht mir gut dabei.

    Bei meinem Ex scheint das nicht der Fall zu sein. Anders kann ich mir sein Verhalten nicht erklären. Zwischen uns besteht nur noch der Kontakt, der notwendig ist um unser ehemaliges Geschäft endgültig abzuwickeln. Nachdem ich aber letzte Woche von ihm am Telefon extrem beleidigt und beschimpft wurde, habe ich ihm gesagt, dass ich nicht mehr mit ihm sprechen würde und sämtlicher Kontakt nur noch per e-mail erfolgen würde. Gesagt, getan. Ich bin nicht mehr ans Telefon gegangen, wenn er anrief. Und es war gut für mich. Gestern Abend hat er mich aber kalt erwischt und ich hatte ihn leider an der Strippe. Immer mehr redete er sich in Rage, dass ICH sein Leben zerstört hätte, dass ICH ihn fertigmachen wolle, dass ICH den Krieg wollte und haben könnte, dass ICH die Gestörte sei usw.usw. Und das alles hätte nichts mit seinem Alkoholkonsum zu tun. Und sollte ich es nochmal wagen nicht ans Telefon zu gehen oder im Gespräch auflegen, dann würde er mich fertigmachen. Wie ernst muß man solche Drohungen nehmen? Ist das nur ein blindes um-sich-schießen wenn man nicht mehr weiter weiß? Oder dreht er jetzt tatsächlich durch? Seine Familie habe ich schon darüber informiert, aber die raten mir auch nur, mich von ihm fernzuhalten, da er auf mich wohl einen ziemlichen Hass hat.
    Es wäre schön, wenn ihr mir mal eure Meinungen dazu mitteilen würdet.
    Liebe Grüße
    Kim

  • Hallo Kim,

    es ist immer schwierig dazu was zu sagen, denn in diesem Punkt gibt es meiner Meinung nach keine Erfahrungswerte. D.h. der eine droht nur und der andere macht es wirklich war. Meiner war ja auch so und da galt es für mich zu schauen wie gleubwürdig ist er. Wie kannte ich ihn ? Traute ich ihm das zu.
    Aber was ich gemacht habe war, ich hbae die Polizei vorsorglich angerufen und ihnen diese Mitgeteilt, damit sie bescheid wissen.
    Natürlich kannst du auch eine Anzeige machen wegen Nötigung. Die Sache wird es aber nicht entscherfen eher noch schlimmer machen.
    Höre auf deine Gefühl, was es dir sagt. Dann handle entsprechend. Du musst dich nicht einschüchtern lassen und auch nicht bedrohen lassen.
    Ich bin sehr gut damit gefahren alles der Polizei zu melden, jeden Anruf.

    Mehr kann ich dir leider nicht zu sagen, nur wie ich es gemacht habe.

    Liebe Grüsse und ein Drücker
    Elocin

  • Danke, Elocin, für deine schnelle Reaktion. Das sehe ich ja genauso, dass es schwierig ist ein Urteil darüber abzugeben. Ich bin mir auch noch wirklich nicht sicher, wie ich mich weiter verhalten soll. Sicher ist, ich werde ihm weiter aus dem Weg gehen, soweit es möglich ist. Ich wüßte nur so gerne, was in seinem Kopf vor sich geht.
    Liebe Grüße
    Kim

  • Elocin, ich glaube die Frage war so gemeint welche Kräfte dabei freigesetzt werden können. Ich denke da geht es nicht um Drohungen, sondern körperliche Gewalt.

    Wohnung zerstören und diese Sachen und ich denke mal, dass die Co´s da schon so einige zu erzählen haben.

    Ich habe von einem Arbeitskollegen erfahren, der keinen Tropfen MEHR !!!! tinkt. Ich bin dann mal zu ihm hingegangen und ihn gefragt wie er das gemacht hat und was ihn dazu bewogen hat. Da hat er mir eine ziemlich ausführliche Geschichte von seinem Schwager erzählt.

    Mehrfach die komplette Bude zerlegt und von MEHREREN !!! Polizisten festgenommen worden. Ausnüchterungszelle -> Entgiftung.. na ja das volle Programm.

    Er hat sich halt mit körperlicher Gewalt der Verhaftung entzogen wie es immer so schön geschwollen im Beamtendeutsch heisst.

    Ich denke diese Geschichten meint Kim.

  • Hallo Vaan,

    kann schon sein das Kim das meint.

    Ich hätte ihr da sicherlich 10 Seiten mit füllen können vom meinem Alki, es bringt ihr aber nichts !!!

    Liebe Grüsse
    Elocin

  • Hallo Ihr Lieben,
    sicher kenne ich auch Geschichten von körperlicher Gewalt, gerade in Verbindung mit Alkohol. Ich wollte auch niemanden ausfragen über seine persönlichen Erlebnisse. (bitte nicht falsch verstehen!) Es geht mir eigentlich darum, nachvollziehen zu können, was in einem Alkoholiker vor sich geht, der merkt, dass sich alle wichtigen Menschen abwenden, der nur noch vor Scherbenhaufen steht, aber immer noch nicht wahrhaben will, dass es an ihm selbst und am Alkohol liegt.
    Eigentlich kann er doch froh sein, dass ich ihn in Ruhe lasse, aber stattdessen werde ich mit Vorwürfen bombadiert. Eigentlich wäre es andersherum richtiger. Er kommt mir vor, wie ein verletztes Tier, dass nur noch in alle Richtungen faucht, kratzt, beißt. Und deswegen bin ich einfach verunsichert und weiß nicht, was noch auf mich zukommt.
    Liebe Grüße
    Kim

  • Servus KimP,

    wundert Dich das wirklich?

    Dann sieh es doch einfach mal so: Dein Alkoholiker ist nun demaskiert. Alle seine Beschwichtigungs- / Beschönigungs- / Verharmlosungs- und sonstigen Strategieen haben versagt. Wohl auch bei ihm selbst ist inzwischen die Botschaft angekommen, das "da was nicht stimmt". Und jeder -ich wiederhole: jeder- Alkoholiker, den ich kennen gelernt habe, wusste, dass er Alkoholiker ist.

    Was bleibt ihm nun? Klar, er muss die "Schuld" anderen geben, denn sonst "müsste" er ja was verändern - nämlich seinen Alkoholkonsum. Und dazu wird er einfach (noch) nicht bereit sein.
    Und weil dazu mit Sicherheit noch eine gehörige Portion Selbstvorwürfe, Selbstmitleid, Hass, Wut und Unzufriedenheit gepaart mit Angst im Spiel sind, reagiert er halt nach außen so, wie Du ihn erlebst.

    Wie weit er dabei "gehen" kann, ist sehr individuell. Da will ich mich auch nicht zu irgendwelchen Prognosen hinreissen lassen. Ist auch letztendlich egal, oder?

    Aber um auf die Eingangsfrage zurück zu kommen: wundert Dich das wirklich?

    LG und viel Kraft auf Deinem Weg,
    Spedi

  • Hi Kim,

    Mensch was fuer einen Stress Du dort hast.

    Wie gefaehrlich er werden kann, dass kann wohl keiner sagen, aber trotzdem solltest Du etwas tun, damit Du Dir keine Sorgen machen musst oder Du Angst haben musst. Wenn Du tatsaechlich Angst hast, dann wuerde ich doch mal zu einem Anwalt gehen und mich an Deiner Stelle beraten lassen.

    Weisst Du er versucht es jetzt mit allen Mitteln, er wehrt sich innerlich seine Verantwortung anzunehmen und sein Ego und seine Sucht sind so gross, dass sie wahrscheinlich sogar zu Drohungen und Luegen greifen. Du hast ihm das Sicherheitsnetz weggezogen und er muss jetzt Eigenverantwortlich selbst zusehen wie er mit seinem Leben klarkommt. Mit der Wohnung machst Du Dir Sorgen, aber selbst wenn Du einen Mahnbescheid bekommst, dann kannst Du hoechstens Ratenzahlungen vereinbaren, denn Du kannst die Miete ja nicht auch noch mittragen. Vielleicht laesst Du Dich wirklich mal komplett beraten von einem Anwalt und leitest da rechtliche Schritte in den Weg, einfach um endlich ein fuer allemal Deine Grenzen zu setzen.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo Ihr Lieben,

    vielen Dank für eure Erklärungen, die mir wirklich sehr plausibel erscheinen.
    Ich weiß nicht, wie weit er gehen würde, kann das momentan absolut nicht einschätzen, aber ich glaube eher, dass das verbale Attacken bleiben. Aber er weiß, dass er mich damit trifft. Und zwar sehr :cry:
    Aber es passt tatsächlich zu ihm und ich sollte mich eigentlich nicht wundern. Wahrscheinlich hatte ich mir nur gewünscht dass es anders endet...
    Liebe Grüße
    Kim

  • Hi Kim,

    klar fuer uns Co's wuenschen wir uns dass immer, dass es doch anders gekommen waere. Aber Du siehst, Dein Ex lernt rein garnichts, er uebernimmt nicht die Verantwortung fuer sich selbst und in seiner puren Verzweiflung, weil er seine Sucht nicht loswerden will, versucht er seinen Frust bei Dir loszuwerden. Aber es wird ihm rein garnichts bringen, denn damit loest er nichts, ausser, dass er seine Wut loswird oder sich vielleicht nochmehr in seine Wut reinsteigert.

    Bleib bei Dir, versuch vielleicht immer erst den Anrufbeantworter rangehen zu lassen, somit musst Du Dir nicht die Attacken Deines Ex anhoeren.

    Es wuerde mich nicht wundern, wenn er sogar nach seinen erfolglosen Wutattacken gegenueber von Dir irgendwann wieder mit zuckersuesser Stimme anruft und einen auf weiches Herz macht.

    Wie gesagt, bleib bei Dir und lass Dir nicht die Butter vom Brot nehmen. Deine Grenzen sollte niemand ueberschreiten, weder verbal, koerperlich oder sonstwas.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo Kim,
    heute Nachmittag bin ich bei meiner Therapie auch an diesem Thema hängengeblieben: Angst vor Alkis. Die steckt bei mir nämlich immer noch drin, wahrscheinlich schon seit meiner Kindheit. Warum haben wir aber noch nicht so ganz herausgefunden.
    Bei meinem Mann habe ich mich auch immer "unwohl" gefühlt, innerlich wahrscheinlich immer Angst gehabt, weil er mich im nassen Zustand permanent verbal niedergemacht hat.
    Jetzt bin ich am Verarbeiten. Ich kann dir auch nur raten, Hilfe zu suchen.
    Ansonsten hat Spedi ganz recht, denn dein Ex muss ja so reagieren, weil es ihm seine "Krankheit" eingibt. Erwarte keine Besserung bei ihm, sondern halte Funkstille.
    Ich wünsche dir eine ruhige Zeit und ein entspanntes Wochenende,
    Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Hallo Ihr Lieben,

    heute rief er tatsächlich nochmal an, total freundlich, MEGA-entgegenkommend (hattest du das nicht vorausgesagt, Jenny? :wink: ). Ich blieb auch freundlich, aber distanziert. Das war gut so. Also passt sein ganzes Verhalten wirklich ins Schema...
    Liebe Grüße
    Kim

  • Hallo Biene,

    lieb, dass du fragst. es geht mir eigentlich richtig gut. Seit einem guten Monat bin ich wieder "anne Schüppe". Habe nen richtig guten Job gefunden, der mir unheimlich Spaß macht, aber ziemlich anstrengend ist, weil ich das noch nie gemacht habe. Da ich aber sehr nette Kollegen habe wird das schon noch. Ist natürlich auch insofern stressig, weil sich meine Kleine daran gewöhnen muß, dass Mama arbeitet. Aber das kriegen wir hin. Zu meinem Ex haben wir so gut wie gar keinen Kontakt, das hängt aber auch damit zusammen, dass er momentan auf Montage arbeitet. Aber, und das passt jetzt wieder zum Thema, wenn er wieder hier ist, wird irgendwas passieren. Ich habe mich nämlich mit meinem Ex-Vermieter "verbündet" und mich , wie er es sehen wird, gegen ihn gestellt. Und das wird er nicht kommentarlos schlucken, da habe ich doch schon ziemlich Schiss vor. Aber so bin ich jetzt endlich aus diesem Mietvertrag raus, sogar ohne irgedwas falsches auszusagen. Nur da mein Ex natürlich ein Verdreher von Tatsachen ist, greife ich ihn damit natürlich wieder persönlich an.... Ich fahre in einer guten Woche mit meiner Tochter und meinen Eltern für 14 Tage in den Urlaub und ich hoffe, dass er vorher nicht nach Hause kommt und sich in dieser Zeit abkühlen kann.
    Ich werde berichten.
    Liebe Grüße Kim

  • Hallo, Kim
    mir gibt das alle mut es auch zu schaffen, wie du vielleicht gelesen hasst musste ich gestern die Polizei holen und jetzt ist wieder der Druck von seiner Famile da, daß er ohne mich abschtürzt und ich alles kaputt mache.
    Ich mach mir grad wahnsinnig sorgen um Ihn wobei ich aber sagen muß jetzt will ich ihn devinitiv nicht mehr zurück.

    Aber ich möchte noch immer in der Wohnung bleiben.

    Die Angst die du auch hattest hab ich auch grad weil ich auch nicht weiß wie weit er geht. Ich bin es gewöhnt das er wahnsinnig selbstmitleid hat und für alles schlimme das ihm bis jetzt passiert ist konnte er nichts.

    Als ich die Polizei rief sagte er auch das werd ich büßen müssen.

    Tja selbst schuld heute versuch ich mich abzulenken und nächste woche werd ich wohl mal einige Sagen erledigen müssen.

    Ich hätte damals gleich die Trennung durchziehen müssen. Drück mir bitte die Daumen dass ich es diesmal schaff.

    Alles Gute und liebe Grüße Biene

  • Mach dir jetzt keine Vorwürfe, hinterher ist man immer schlauer. Ich hätte auch viel eher abspringen müssen, aber es gitb immer 1.000 vermeintliche Gründe warum man bleibt. Ich habe viel gelernt in dieser Zeit und weiß jetzt genau was ich will und was nie mehr. So wird dir das auch gehen. Sieh zu, dass du gestärkt aus dieser Geschichte herauskommst. Ich wünsche dir viel Glück und Erfolg. Vielleicht müssen wir uns gar nicht so viele Sorgen machen, weil einfach vieles nur "Rumgepolter" ist. Aber immer wachsam sein!!!
    Wir lesen uns :)
    Liebe Grüße Kim

  • Hallo Ihr Lieben,
    ich würde gerne auf einen Beitrag von Spedi genauer eingehen, da habe ich etwas zwar verstanden, was sie sagen will, aber hänge in der Übersetzung für meinen Kopf durch.

    Spedi schreibt:
    Dein Alkoholiker ist nun demaskiert. Alle seine Beschwichtigungs- / Beschönigungs- / Verharmlosungs- und sonstigen Strategieen haben versagt. Wohl auch bei ihm selbst ist inzwischen die Botschaft angekommen, das "da was nicht stimmt". Und jeder -ich wiederhole: jeder- Alkoholiker, den ich kennen gelernt habe, wusste, dass er Alkoholiker ist.

    ***Wieso ist ein Alkoholiker durch den Weggang des Partners demaskiert, wird da nicht oftmals die Geschichte rumgedreht, dass eben einfach der Alk sich getrennt hat? Denn wer den Pegel gut vertuscht, dessen Nachbarn oder Familie werden kaum aufwachen durch einen Auszug, oder?***

    Ebenso:
    Was bleibt ihm nun? Klar, er muss die "Schuld" anderen geben, denn sonst "müsste" er ja was verändern - nämlich seinen Alkoholkonsum. Und dazu wird er einfach (noch) nicht bereit sein.
    Und weil dazu mit Sicherheit noch eine gehörige Portion Selbstvorwürfe, Selbstmitleid, Hass, Wut und Unzufriedenheit gepaart mit Angst im Spiel sind, reagiert er halt nach außen so, wie Du ihn erlebst.

    ***auch das würde ja bedeuten, er ist sich seiner Abnormität im Klaren. Wenn ein Alkoholiker es zumeist weiß, dass er einer ist, wie aber oder warum diese Lügen, Notlügen und Zimmereien von komischen Ausreden, die funktionieren doch nach aussen eh nicht, dennoch versucht es der Süchtler und der Betroffene lügt sich am Schluss doch nur selber an.***

    Ich hatte heute ein aha-Erlebniss beim Friseur, wo ich beständig nach meinem Freund gefragt wurde. Die Nachbarin, ausgebildete Suchtberaterin, meinte man hätte mich schon immer so komisch gefragt, nur ich hätte das nie gemerkt.
    Sagt doch heute die langjährige Friseuse auf meine Aussage ich habe mich getrennt weil Flaschen bessere Partnerinnen für ihn sind, ganz spontant "Richtig". Uups, ein Folgegespräch ließ durch, dass sie sich wohl schon Gedanken über ihn als Person gemacht habe, obwohl sie ihn nicht richtig kennt. Es scheint also in dem Ort, einige km von hier, auch schon viel länger durch zu sein, als ich es erfasst habe.

    Tja Spedi, zurück zu Deinen Zeilen, ich war einfach erstaunt über das mit der Demaskierung, denn das dürfte ja nichts mit dem Umfeld zu tun haben, oder?

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Zitat

    ***auch das würde ja bedeuten, er ist sich seiner Abnormität im Klaren. Wenn ein Alkoholiker es zumeist weiß, dass er einer ist, wie aber oder warum diese Lügen, Notlügen und Zimmereien von komischen Ausreden, die funktionieren doch nach aussen eh nicht, dennoch versucht es der Süchtler und der Betroffene lügt sich am Schluss doch nur selber an.***

    Hallo Dagmar,

    natürlich weiß ein Alkie immer selbst, das er einer ist.
    Er will es aber nicht wirklich wahrhaben, weil er dann ja handeln müßte. Also versucht man es, weiterhin zu verdrängen. Und dazu gehören nun mal Lügen und komische Ausreden.
    Natürlich belügt man sich damit auch selbst.
    Aber so ist die Sucht nun mal.
    Würden wir in unsere nassen Phase noch klar denken können, wäre einiges anders.
    Aber Alkohol ist nun mal hochtoxisch und ein Nervengift. Es verändert auch unser Gehirn, durch Dauervergiftung. Wir leiden ja nicht umsonst in der Phase unter Realitätsverlust, der wird auch immer größer.
    Das betrifft auch den Partner natürlich mit, ihm werden die absonderlichsten Vorwürfe gemacht, die mit der Realität nichts mehr zu tun haben.

    Die Droge verändert uns eben so, das ist Sucht.

    Und die Demaskierung sehe ich so, das der Partner das schweigen bricht.
    Der Alkie fühlt sich halt dadurch demaskiert, der Schein wird somit nicht mehr gewahrt und das ist dem Alkie wohl das wichtigste überhaupt.

    Dagmar, ein Alkie muß erst seinen persönlichen Tiefpunkt erreichen, wo für ihn NICHTS MEHR geht, vorher wird er kaum handeln, so jedenfall meine Erfahrung. Und der ist nun mal bei jedem anders.
    Der Partner kann also nur insoweit beeinflussen, indem er tatsächlich demaskiert, den anderen fallen lässt, sich eben evtl. trennt.
    Dadurch muß der alkie noch lange nicht wach werden, aber es wird dann schwieriger für ihm, seine "Maskerade" aufrecht zu erhalten, die Versorgung fällt auch noch flach, wird er also noch mehr saufen, all sowas halt. Könnte also dem Alkie helfen, seinen Tiefpunkt zu erreichen, kann aber auch sein, das er noch jahrelang weitersäuft, weil all das noch nicht sein persönlicher Tiefpunkt ist.

    Übrigens, Spedi ist ein Mann. :wink:

    LG
    Lilly

  • Das bedeutet dann, liebe Lilly, dass die Vorwürfe, die bei Kim im Eröffnungsthema geschrieben wurden diese oft genannten Schuldzuweisungen sind, weil ja immer die anderen schuld sind. (Bei uns ist das kaum gefallen, weil ich den Alk nur selten zum Thema machte, weil ich obwohl nichts wissend schon vermutet hatte dass das alles nichts bringt).

    O.k., das mit dem Demaskieren ergibt für mich einen Sinn, ich wurde heute wieder beim Friseur nach meinem Ex gefragt, als ich sagte ist nicht mehr. Da kam ein ganz spontanes "Endlich". Auch dort war wohl bekannt, dass er sich selber nicht öffnen kann und somit wohl auch manches in Sachen KOnsum. Ich habe nicht nachgefragt, aber die Reaktion war schon sehr, sehr spontan..... Und das, obwohl die Friseuse ihn kaum kennt.....

    Nun gut, und dann ist es natürlich so, dass der Betroffene weiß warum der Partner geht und somit vielleicht die Angst im Raum steht, mit welchen Nachbarn wurde noch darüber gesprochen, oder welchem Nachbarn fiel etwas auf.
    Boah, das mit dem Schein nach aussen war mir so auch nicht klar, ergibt aber eine Logik, auch wenn ich mir so diverse Vorfälle im nach hinein betrachte. Gerüchte über den Ex, die mir an seiner Stelle egal gewesen wären wenn nichts stimmt, er aber durchdrehte.

    Tja, dann liegt da auch ein Risiko für Kim, früher oder später auch für mich, dass nämlich im Brökeln der Fassade der Trinker (der ja so und so zuweilen die Moral verliert) beim BLick auf seinen Scherbenhaufen durchdreht.

    Oh, das mit dem Tiefpunkt denke ich auch!!!!!! Und zwar ganz, ganz deutlich, denn alle die Versuche sich mal zwischendurch zusammen zu reißen dienen nur dem Umfeld und dessen Ruhigstellung. Deshalb bin ich mir auch sicher, dass Trennung und Auszug der einzige, denkbare Weg ist - ganz sicher auch der gesündeste für mich. Ich warte schon auf die nächsten Wochen und habe gerade wieder eine Kiste gepackt. Jede dieser Stories treibt mich geradezu zum packen ;)

    Kim hat es ja gut gepackt und Bine kämpft noch so wie ich. Aber ich denke auf Wachsamkeit ist das A und O, denn auch ich bin schon mit Handy ins Bett gegangen als ich dachte der dreht durch. Das könnte mir nun auch wieder ins Haus stehen, da ich die letzen Tage auf vollem Rückzug war.

    Wenn die Situation so eskaliert wie bei Bine, dann ist das grausam und wirklich ein Zeichen ganz schnell die Trennung durchziehen zu müssen, denn jede Drohung wirkt und schwächt uns. Also Liebe Bine, ganz viel Kraft an Deine Adresse!

    p.s.s das Spedi männlich ist, habe ich in den letzten Tagen mal kapiert, aber so ganz unbewußt schreibe ich halt immer noch "sie" bitte um pardon :)

    So Ihr Lieben, ich wünsch Euch noch ein paar schöne Sonnenstrahlen und mir ein paar erfolgreich gepackte Kisten ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

  • hallo Ihr Lieben,
    ich würde gerne mehr schreiben. Aber leider ist im Moment mein Bildschirm kaputt und ich kann immer nur für ca. 5 Minuten was sehen. Da schaffe ich es gerade mal was zu lesen.
    Aber ich komme wieder!
    Liebe Grüße
    Kim

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