Tockenes Resümee eines Co's

  • na, dann ist es ja gut, wenn du dich abgesichert hast. klar, dass du das hier erst mal nicht breittreten kannst.

    ansonsten wünsche ich dir die kraft, einfach nur den mund halten zu können. das ist ja so verdammt schwer, ich weiß das nur zu gut aus eigener erfahrung.

    liebe grüße - emz

  • na, dann ist es ja gut, wenn du dich abgesichert hast. klar, dass du das hier erst mal nicht breittreten kannst.

    ansonsten wünsche ich dir die kraft, einfach nur den mund halten zu können. das ist ja so verdammt schwer, ich weiß das nur zu gut aus eigener erfahrung.

    liebe grüße - emz

  • Liebe Dagmar007

    wir dürfen bei Dir das 007 nicht so einfach weglassen und vergessen, sonst laufen wir Gefahr, Dich zu unterschätzen, stimmt's? Da machen wir uns Sorgen um Dich, geben Dir gute Tips von wegen Polizei und planen den Pfannen-bewaffneten Ansturm, dabei hast Du schon längst ganz in undercover-Manier alle Vorkehrungen getroffen und hast die Situation voll im Griff! :)

    Aber vielleicht machst Du uns zum Teil auch etwas Angst, wenn Du so "kaltschnäutzig" davon sprichst, dass es Dir egal wäre, wenn er tot umfallen würde, dass Du bloss nicht willst, dass es in Deiner Nähe passiert, weil Du die Scherereien damit nicht am Hals haben willst. Weisst Du, das tönt schon ganz schön krass für uns Spionage-Laien. ;)

    Nein, im Ernst, es tönt so, als ob Du entweder schlimm gefühllos wärst - aber das bist Du nicht, 007 hin oder her, stimmt's? - oder eben als ob Du intensiv versuchst, Dich selbst davon überzeugen, dass Du ganz tough und abgebrüht wärst. Und im Moment brauchst Du das sicher auch, diesen Selbstschutz, Deine Situation ist ja sowas von extrem!

    Ich weiss nicht, vielleicht kommen daher die Beiträge, die Dich "warnen" wollen oder die eine gewisse Skepsis Deiner "coolen" Haltung gegenüber enthalten. Denn eigentlich versteh ich Lillys Bedenken nicht so wirklich, ich glaub nicht, dass das "Kontorllieren" bei Dir so darauf hindeutet, dass Du noch so arg an ihm festhältst.

    Puh, sorry, ich wollte gar nicht so viel schreiben dazu. Mir ist bloss bei Dir und auch bei emz das Thema "Fremdheit" so aufgefallen.

    Emz schreibt:

    Zitat


    dieses gefühl, einer völlig fremden person gegenüber zu stehen, ich kenne es nur allzu gut. da ist jemand, mit dem ich normalerweise noch nicht mal sprechen würde, würde ich auf ihn im supermarkt, auf der straße oder sonstwo treffen

    und Du schreibst das auch:

    Zitat


    Er ist mir fremd - ich will ihn aber auch nicht kennenlernen.

    Und das ist bei mir genauso, auch die traurige Erkenntnis, dass ich mich diesen Fremden wenn ich ihn jetzt so neu kennenlernen würde wohl nicht mal auf eine Tasse Kaffee verabreden würde. :( Aber das Problem, das ich habe ist, dass ich ihn ja nicht neu kennelerne und somit die Chance hab, gleich "nein danke!" zu haben, sondern dass ich ihn kenne, dass er eben nicht ein Fremder ist, sondern mein Mann!

    Versteht Ihr, was ich meine? Wie geht man damit um??? Wie halt ich das auseinander, den Fremden und meinen Mann? Oder wie krieg ich das unter einen Hut?

    Argh, das gehört eigentlich in meinen Thread, so eine Frage für mich selber, sorry! Aber das ist mir so aufgefallen bei Euch und da wollte ich gleich fragen. :)

    Aber um zu Dir zurückzukommen, Dagmar: ich wünsch Dir wie auch immer, was auch immer einen schönen sonnigen sommerlichen südlichen (Du wohnst doch irgendwo südlicher, oder?) Nachmittag und keinen Stress und wir sind alle gespannt auf Deine weiteren Wandlungen, 007! :)

    Herzliche Grüsse,

    c.

  • Hey Liebe Crevette,
    die Dagmar "undercover" muss Dich aber tatsächlich ein bischen schocken. Weil es mir tatsächlich - aus jetziger Science-Fiction-Sicht - egal wäre wenn er tot umfiele. Aber bitte nicht hier im Haus und am besten dann, wenn ich nichts mehr mit den Dingen zu tun habe, die mich dann perifer berühern würden.
    Würde es so eintreffen, so wäre ich dann vielleicht weniger kaltschnäutzig.

    Derzeit habe ich Probleme mit einer Person, die ich mir im freien Leben nicht als Kontaktperson rausgesucht hätte. Ein Mensch, mit dem ich wie Du so schön sagst, nichteinmal Kaffee trinken würde. Der lebt mit mir unter einem Dach, bedroht mich, bringt Unterstellungen und Gewaltandrohung - hat nicht mal den Durchblick.
    Wenn diese Person tot umfallen würde,hätte ich derzeit kein Problem sondern wirklich die Erleichterung nun in Ruhe packen zu können. Wenn er sich so zurückhält und sein Leben lebt und mich meines Leben lässt ist ja alles o.k. aber in meinem PC zu schnüffeln ect. das muss nicht sein. Von mir zu verlangen ihn reinsehen lassen zu dürfen halte ich für eine Anmaßung da ich seinen auch nicht anwerfe. Denn darauf sind Briefe an Freunde, die nur mich etwas angehen. Deshalb will ich auch seine Inhalte gar nicht sehen.

    Aber genug des Themas, ich versuche meine Schandschnauze zu halten und weiter zu packen. Jetzt ist es mir nämlich auch egal was er bemerkt oder nicht, Terror macht er so und so, also warum soll ich Rücksicht nehmen.

    Jetzt geht es langsam daran die Schränke auszuwaschen und auch mein Katznasyl langsam zu strukturieren. Dort möchte ich aber noch nicht viel machen um die Tiere nicht zu verunsichern. Schade halt, dass noch nichts gepacktes in die Wohnung kann, so steht aller herum. Nun geht es daran die Teppiche sauber zu machen, einfach mal drüber zu reinigen, dass sie später wenigstens einen frischen Touch haben, wenn auch nicht neu sind.

    In diesem Sinne,
    frisch gesprayt und gesaugt wünsch Dagmar einen schönen Nachmittag.

  • Hallo Dagmar,

    Zitat

    D.h. Lilly, es ist am klüsten ihn tot in der Wohnung liegen zu lassen und abwarten bis es stinkt Nicht böse sein, denn meine Science-Fiction-Theorie ging von einer tödlichen Vergiftung aus oder einem Organversagen. Nicht also Hilfe sondern Tod...

    Grauenvolle Vision, aber sicher nicht ausgeschlossen…
    Dagmar, wenn sich jemand totsaufen will, wird er das so oder so tun. Wenn Du nicht mehr da bist, kannst Du es ja auch nicht mehr ändern. Du kannst ihn ja nicht Dein Leben lang in dieser Richtung überwachen. Er ist ein erwachsener Mensch, bitte nicht vergessen.
    Er hätte auch die andere Wahl, nämlich zu leben.

    Dagmar, ich erzähle Dir mal ein wenig von mir. Ich konnte meine Sucht nicht stoppen, ich sah keinen Ausweg mehr, die Scham, die Hilflosigkeit, das innere Gefängnis durch die Sucht, all die ganze Unfähigkeit, ich wollte direkt morgens nicht mehr aufwachen, hoffte, das es endlich mal zuende ist. Ich denke, das JEDER Alkie schon Selbstmordgedanken hatte. Die Gedanken werden immer absurder, der Alk vernebelt alles zusätzlich.
    Ich kam mit dem Notarztwagen ins KH, und Ja, den hat mein damaliger Partner damals gerufen.
    Ich war kurz vorm Leberversagen, ich starb auch dort in den ersten Tagen einmal wirklich, aber sie konnten mich zurückholen. An dem Tag wollte ich auch tot sein, ich war sauer, als sie mich zurückholten. Aber an dem Tag habe ich später auch noch eine andere Entscheidung getroffen, halbbenebelt und vollgepumpt mit Medis: Ich WILL LEBEN !

    Darum fällt es mir auch sehr schwer, Deine Frage zu beantworten. Ich kann Deine Horrorvision gut verstehen. Und manchmal wird sie auch wahr.
    Aber was willst Du sonst tun ?
    Mein Partner half mir auch immer wieder, besorgte mir am Ende sogar Schnaps. Zu dem Zeitpunkt hätte ich aber nicht aufgehört zu saufen, ich hätte so weiter gemacht.
    Er lies mich an dem Tag fallen, als er den Notarzt rief, er deckte mich nicht weiter, handelte, ohne mir etwas davon mitzuteilen. Ab da konnte mein Leiden beendet werden, weil ich endlich Hilfe bekam, die ich so dringend brauchte.

    Ich kann Dir also nur eins sagen, solange Du ihm noch hilfst, wird er wahrscheinlich weitersaufen.
    Das bestätigen auch Erfahrungen aus meiner realen, alle dort taten es so.

    Ich kann Deinem EX also nur wünschen, das der schlimmste Fall nicht eintritt. Ansonsten wird er irgendwann eintreten. Aber willst Du Dein Leben davon abhängig machen ?
    Oder geht es Dir jetzt wirklich nur um die „Scherereien“, die sein Tod mit sich bringen würde ?
    Das versteh ich jetzt nicht so ganz.
    Und sorry, das ist wohl jetzt einer der verwirrendsten Beiträge von mir, weil ich nicht weiß, was ich Dir raten soll, ich kann Dir also nur das sagen, was alle raten würden, die sich mit unserer Krankheit auskennen….

    LG an Dich
    Lilly

  • Sorry Dagmar,

    unsere posts hatten sich überschnitten.
    Und meine Frage hat sich auch damit beantwortet.
    Es geht also darum, das er nicht sterben soll, wenn Du noch in seiner Nähe bist.
    Ich stelle das nur so fest, es soll sich hierbei jetzt um keinerlei Bewertung handeln.

    LG an Dich
    Lilly

  • Dann bin ich froh, liebe Lilly, dass ich mich nur missverständlich ausgedrückt hatte. Auch wenn ich nun kaltschnäutzig und brutal oder herzlos erscheine, ich will diesen Menschen am besten weit weg von mir wissen, nicht mehr und nicht weniger. An Hilfe denke ich in keinster Form. Die habe ich ihm auch nicht in den Jahren zuvor zukommen lassen. Nicht eine Flasche Alk geholt - aus Prinzip nicht eine Flasche Leergut zurück gebracht - aus Prinzip nicht von einem Besäufnis abgeholt, da war ich immer straigth, einfach weil der Alk mich schon immer anekelte.

    Dennoch bin ich genauso co wie jene, die für einen Alkoholiker lügen oder den Arbeitgeber stillstellen oder oder oder...

    Vielleicht schäme ich mich irgendwanne einmal dieser schlechten Gedanken, aber dann bin ich wohl in Sicherheit und muß neu und anders reflektieren. Derzeit will ich ihn nur los sein - egal wie. Aber eben ohne selber in das Fahrwasser gezogen zu werden.

    Ich denke, Lilly, er schlägt Deinen Weg ein, aber er hatte es mal in der Hand sich zu entscheiden. Jetzt vermutlich nicht mehr, jetzt dürfte die eigene Willenskraft nicht mehr für eine durchdachte Entscheidung genügen. Es sind ja nunmehr, wenn auch nicht täglich, zig Jahre Alkoholmissbrauch. 43 Jahre und ab Teenagerzeiten wöchentlich einen Rausch bis es dann vor zwei Jahren täglich gesteigerte Mengen wurden. Aus einem Gesellschaftstrinker scheint ein Alkoholiker geworden zu sein.

    Aber Lilly, es ist nicht mehr der Mensch vorhanden nach dem ich mich sehnte. Er ist krank, zu krank, als dass ich helfen könnte - ich sollte erst mal sehen selber wieder zu Kräften und zu einem neuen Job zu kommen, bevor ich mir Gedanken mache was er sich antun könnte oder nicht.

    Es ist nur im Moment so schlimm auf den gepackten Kisten zu sitzen, zu warten, sich Gedanken über dieses und jenes vom Umzug zu machen und nichts tun zu können. Anders wäre es, könnte ich dieses "gehen wollen" schon umsetzen und Kiste für Kiste an meinen neuen Wohnort schleppen.
    Ich kann halt im Moment nur hier im Hause hin und her räumen und es wirkt alles auf mich wie Flickschusterei. Viele Dinge wie rund um den PC kann ich halt leider erst am letzten Tag richten, zumindest am vorletzten....

    Er fährt ja normalerweise am Wochenende zu seinen Sauffreunden. Somit ist es sinnvoll, da ich an einem Donnerstag die Schlüssel bekomme, gleich an dem Freitag kleinere Dinge weg zufahren.

    Der große Umzug kommt dann eine Woche später, da muss ich mich nach den Helfern richten, die eine Woche zuvor nicht können.

    Wenn mein PC am Samstag abgesichert wird, so bemühe ich mich am Montag woanders zu schlafen. Durch extremen Alkoholgenuß am Wochenende steigern sich die montäglichen Agressionen und dass muss ich mir nicht antun.

    Es regelt sich schon Stück für Stück und alles wird für mich durchsichtiger, das ist keine Frage, aber manches wie das Katzenasyl macht mir schon noch Respekt in der Umsetzung.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Liebe Dagmar,
    und wieder einmal mehr ein *andichdenkender* Gute-Morgen-Wink-Gruss in der Hoffnung, dass die Randale von letzter Nacht nicht heftig und nicht von langer Dauer war...

    Ein neuer Tag beginnt und ich hoffe, dass es auch schöne Momente darin gibt, nicht nur gefühlte Verbitterung!

    Sei "lieb mit Dir" und gib jedem neuen Tag die Chance, der schönste Deines Lebens zu werden...

    Warum ich gerade so viel Pathos in den Worten habe? Ich darf Teil sein eines Sterbeprozesses und in der Beschäftigung mit dem Tod wird mir wieder einmal bewusst, wie lebendig ich bin...

    Liebe Grüsse an Dich
    Skybird

    Lebendige Grüsse
    skybird

  • Zitat von dagmar007


    die Dagmar "undercover" muss Dich aber tatsächlich ein bischen schocken. Weil es mir tatsächlich - aus jetziger Science-Fiction-Sicht - egal wäre wenn er tot umfiele.

    Liebe Dagmar,

    sorry, ich glaube als ich "kaltschnäutzig" geschrieben habe hab ich einfach im Moment nicht das ganze Bild vor Augen gehabt. Nur die knallharte Dagmar007 und nicht das, was er Dir gerade alles antut. :( Bitte entschuldige, das war nicht korrekt.

    Aber ich glaube trotzdem, dass Du nicht wirklich so unberührt bleiben würdest, wenn es wirklich zu diesem schlimmen Ende käme, auch wenn's nicht in Deiner Nähe passieren würde. Wenn er nämlich wirklich tot umfallen würde, dann wäre der "schlimme" Mann tot, der, mit dem Du nicht mal Kaffee trinken würdest, der, der Dir das Leben zur Hölle macht, der, den Du Dir vielleicht wirklich sogar tot wünschst. Und wenn der tot ist, dann wäre vielleicht plötzlich die Möglichkeit da, um den anderen zu trauern, um den, der schon länger tot war, den Du aber einmal ausgesucht hast für viel mehr als nur Kaffeetrinken! - weisst Du, was ich meine?

    So ist das zumindest irgendwie bei mir, gewesen; oder immer noch. Dass ich mir wünschen würde, um meinen "eigentlichen" Mann trauern zu können, statt den "schlimmen" irgendwie hassen zu müssen. :( Macht keinen Sinn, oder? Verflixt, ich hätte vorher in meinem Thread nachschauen müssen, ob mir jemand meine Frage wie die beiden Seiten (mein Mann / der "Fremde") unter einen Hut zu bringen sind beantwortet hat bevor ich hier wirr herumschreibe! - Ich verzieh mich besser! :)

    Ich wünsche Dir auf alle Fälle eine ruhige Nacht und einen guten Start in einen schönen Tag!

    Herzliche Grüsse,

    c.

  • Guten Morgen ;)
    Liebe Crevette,

    ja ich weiß sehr gut was Du meinst, deshalb habe ich auch geschrieben "Würde es so eintreffen, so wäre ich dann vielleicht weniger kaltschnäutzig". Dann wäre die Situation anders weil die tagtägliche Quälerei garantiert zu Ende wäre. Wohl fühlen würde ich mich wohl auch nicht, aber dass ist nicht der Grundgedanke um den es mir ging. Ich denke, es muss einfach in Erwägung gezogen werden dass ein solcher Körper nicht mehr lange funktioniert. Somit sind für mich Sicherungsmechanismen nötig.

    Ich weiß nun für mich nicht ob ich den Wunsch hätte zu trauern, da ich das ja bereits mannigfach in den Wochen zuvor tun musste. Gezwungen wurde traurig zu sein, gezwungen wurde Abschied zu nehmen .... immer wieder Abschied ... immer wieder Neubeginn... und immer wieder Abschied. Eigentlich könnte ich mir vorstellen, wäre der endgülitge Abschied (wie auch immer der aussehen mag) eine Erleichterung.

    Ich habe diese Aufregungen einfach nur satt. Die tagtäglich selben Spielchen, die beginnen mit Agression und am Schluß enden mit vermeintlichen Gefühlen. Ich habe es satt erst um Bratpfannen zu streiten um dann am nächsten Tag zu hören "Nimm was Du willst ich brauche es eh nicht mehr".

    Mir ist das einfach zu anstrengend. Und nicht das, was ich tagtäglich erleben möchte. Natürlich ist er eine arme Seele, gepeitscht von dem Wunsch etwas zu trinken und geschlagen von der Vorstellung nun in einer Sackgasse zu stecken. Nur in diese Sackgasse ist er gegangen: Schritt für Schritt - und dieses Mal bin ich ihm nicht gefolgt in die Sackgasse sondern bin zuvor abgebogen.

    Schau Crevette, mein Ex und ich sind uns über diese Wochen einfach nur fremd geworden. Es gibt nichts mehr was uns verbindet - keine Hobbies, keine INteressen, kein gemeinsamer Alltag, auch die Tiere kann er nicht mehr registrieren, macht denen aber wenig aus - sind nun alle eben bei mir im Dachgeschoss :)
    Wir haben uns auseinandergelebt, der Alkohol ist nur der Grund, warum wir uns nicht mehr zusammenleben können.

    Nun kocht die Eifersucht wohl auf meinen vermeintlichen Lover, mit dem ich dieses Wochenende der Sturmfreien Bude ja in Ruhe .... könnte. Es ist mir tatsächlich gelungen - wohl mit Hilf der Atemübungen ;) auf keine Provokation zu reagieren. Die Frage ob ich nicht mehr mit ihm spreche konnte ich beantworten mit "ich habe Dir nichts mehr zu sagen". Bingo. Ich bin sehr zufrieden mit mir, auch konnte ich mich innerlich nicht mehr ärgern weil ich wirklich nur dachte arme Seele, bei Dir braut sich gerade so viel zusammen und Du kannst es nicht verhindern. Da ist der "Verlust" von mir noch das kleinste Übel. Es war toll nicht mehr das Gefühl der ohnmächtigen Wut zu verspüren, die noch gestern mein tretender Begleiter war. Ob es anhält, das weiß ich natürlich nicht, aber immer ein paar Schrittchen vorwärts, auch wenn es mal einen (wie mit der Wut) zurückgeht.

    Vier Tage sturmfreie Bude, da kann ich soviel machen. Montagnacht bin ich nicht hier, sondern übernachte bei einer Freundin. Bekanntermaßen waren da die Aggressionen immer am Stärksten nach den Alk-Sessions am Wochenende, ich denke mal, das kann ich mir vielleicht die nächsten Wochen ersparen. So lange ist es nicht mehr bis zum Tage x.....

    Ja, liebe Skybird, in Deinen Worten liegt viel Wahrheit. Und auch die Folgerung, dass bevor in uns fruchtbarer Boden entsteht, erst mal einiges an Bodenbearbeitung (sterben vom Unkraut vielleicht) erfolgen muss.

    Für mich gab es den Tod meines Arbeitsplatzes, der Beziehung und meines Wohnortes - dadurch kann ich leben - oder beginnen zu leben. Irrig nicht.... Verarmt und von finanziellen Ängsten geplagt - aber wieder ein Mensch....

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Zitat von dagmar007


    Natürlich ist er eine arme Seele

    Liebe Dagmar,

    ich glaube das war's, was ich gemeint hatte: dass Du genau weisst, dass er eben eine arme Seele ist. Alles andere ist darübergehäuft wie ein stinkender Berg Müll, aber darunter erstickt eine arme Seele.

    :cry:

    Ich bin müde, ich werd sentimental, ich geh ins Bett! :)

    Herzliche Grüsse,

    c.

  • Schon, liebe Crevette, natürlich ist er eine arme Seele. Nur: was war mit Dir und mir, als uns die Herren sagten, "Du bist out" - auch wir waren arme Seelen und mussten uns auf uns und unser Leben besinnen. Mein Ex hat keine Rücksicht genommen als er mich erst abservierte um dann wieder zu versuchen mich zurückzubekommen. Er hat so gehandelt wie er es für sich wollte ohne Rücksicht auf mich, ohne Einsicht in seine Krankheit.

    Gut, damit musste ich klar kommen und meine Konsequenzen ziehen, was ich getan habe. Er ist in seiner Situation hängen geblieben, wärhrend ich versuche meine zu bewältigen.

    Und bei allem Verständnis gegenüber "armen Seelen" so muss ich doch feststellen, dass er sich jeden Tag neu entscheiden kann oder könnte für sich oder für den Alk. Nun gut, er kann es mittlerweile nicht mehr, aber deshalb wird er für mich zukeinem besseren Menschen, höchstens zu einem kränkeren.

    Der Berg Müll müsste ihm die Luft zum atmen und leben nehmen - aber scheinbar möchte er den Berg behalten. Zumindest möchte er ihn nicht selber abtragen! Gewiß ja, er versucht mich umzumanipulieren oder er versucht die Mitleidsschiene zu fahren und letztendlich, wenn das alles nichts zieht, dann kommt halt der Schnaps ans Bett als Problemlöser....

    Es scheint mir zu sein wie ein Tanz auf zu dünnem Eis. Es scheint mir bei objektiver Betrachtung so, als würden Job (ob da schon etwas passiert ist weiß ich ja nicht, aber übersehen kann man dort wohl kaum was läuft), der Führerschein, die finanzielle Existens, der Kontakt zur eigenen Familie (Mutter, Schwester) gegenüber Alk und trinkenden Freunden geopfert werden.
    Seine trinkenden Gesellschaftstrinker scheinen sich nicht für sein Fahrradfahren zu interessieren, sein Laptop nimmt er ebenfalls nicht mit, natürlich auch nicht die Autos an denen er in meiner Zeit bastelte. Er hat sich also auch von seinen Hobbies getrennt. Er hat sich getrennt - er hat es so entschieden.

    Alles das ergibt für mich einen Menschen, der sich sehr leer, haltlos und ängstlich fühlen muss. Nur: es war seine Entscheidung - Schritt für Schritt - Jahr für Jahr.

    Die ersten Wochenendsüffe mit 16 das ging so weiter bis zu meinen Zeiten. Längere Totatlabstürze in den Zeiten zuvor waren die ersten Jahre nicht mehr da, aber das gesellschaftliche Trinken im Übermaß.

    Irgendwann trank er alleine - ob es ihm auffiel weiß ich nicht, aber nun folgten längere Abstürze, Verletzungen und vieles mehr. Ob er das wirklich nicht bemerken konnte weil er so eine arme Seele ist? Weil er es wirklich nicht ändern konnte weil er eine so arme Seele ist.

    Ich vermute eher, diese "arme Seele" ist noch nicht so arm dran, dass der Luxus des wegbeamens eingetauscht wird durch einen harten Weg des sich selber spürens. Ich kenne zwar Mitleid für Kranke - aber es hält sich dennoch in Grenzen....

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hey Ihr Lieben,
    seit Tagen beschäftigt mich Lilly's ehrlicher und offener Beitrag.

    ***Dagmar, ich erzähle Dir mal ein wenig von mir. Ich konnte meine Sucht nicht stoppen, ich sah keinen Ausweg mehr, die Scham, die Hilflosigkeit, das innere Gefängnis durch die Sucht, all die ganze Unfähigkeit, ich wollte direkt morgens nicht mehr aufwachen, hoffte, das es endlich mal zuende ist. Ich denke, das JEDER Alkie schon Selbstmordgedanken hatte. Die Gedanken werden immer absurder, der Alk vernebelt alles zusätzlich.
    Ich kam mit dem Notarztwagen ins KH, und Ja, den hat mein damaliger Partner damals gerufen.
    Ich war kurz vorm Leberversagen, ich starb auch dort in den ersten Tagen einmal wirklich, aber sie konnten mich zurückholen. An dem Tag wollte ich auch tot sein, ich war sauer, als sie mich zurückholten. Aber an dem Tag habe ich später auch noch eine andere Entscheidung getroffen, halbbenebelt und vollgepumpt mit Medis: Ich WILL LEBEN ! ****

    Es ist schon eigenartig, dass eigentlich wirklich in dem Moment des nahenden Todes solche Entscheidungen oder Veränderungen getroffen werden. Ich hatte eine Krebsoperation, von der auch nicht klar war ob oder wie ich erwache: das war für mich ein Moment in dem ich spürte ich will leben, ich will gewisse Menschen wieder sehen, ich möchte nicht auf das Leben verzichten. Ich war gezwungen kurz vor der OP zu spüren was das Leben mir bedeutet. Damals war ich noch nicht in dieser Beziehung, nur als Nachsatz.

    Zwar traurig, aber eigentlich logisch: Der Suchtstoff gibt ja etwas - den Ersatz alles anderen, warum sollte der freiwillig aufgegeben werden? Das kann erst dann passieren, wenn der Stoff weniger gibt als der Kranke zum leben braucht, bzw. die Schäden zu hoch sind (Verlust des Lebens). Denn bis zu diesem Punkt ist ein Süchtiger noch in der Lage seine Muster zu stricken und die Knöpfe an uns Co's zu testen und zu drücken. Er/Sie ist ja noch handlungsfähig ... Erst wenn diese Handlungsfähigkeit nicht mehr vorhanden ist kann ein Umdenken folgen.


    ***Er lies mich an dem Tag fallen, als er den Notarzt rief, er deckte mich nicht weiter, handelte, ohne mir etwas davon mitzuteilen. Ab da konnte mein Leiden beendet werden, weil ich endlich Hilfe bekam, die ich so dringend brauchte. ***

    Mich würde interessieren, liebe Lilly, wie Du es - bzw. ob - geschafft hast am Arbeitsplatz noch zu funktionieren. Kam da jemand auf Dich zu und hatte den Mut Dich anzusprechen. Unabhängig dessen dass dieser Mensch nichts bewirken konnte. Warst Du als Frau, die wir ja eigentlich eitel sind, noch um Deine äußerliche Erscheinung bedacht? Wie lange hast Du es geschafft, dem Umfeld Deine Sucht zu verheimlichen? Ging es langsam schleichend oder wie verlief das alles bei Dir?


    ***Ich kann Deinem EX also nur wünschen, das der schlimmste Fall nicht eintritt. Ansonsten wird er irgendwann eintreten. ***

    Das sehe ich ebenso, liebe Lilly, zwar sehe ich schon dieses hin- und hergeiere, dieses von Macht in Ohnmacht fallen - aber ich entdecke keine Aufgabe gegenüber der Sucht.

    Und ich sage Dir ganz ehrlich, da könnte ich mich täuschen und zu sehr Co sein, aber ich denke der körperliche Verfall läuft durch nach über 20 Jahren Alkoholmissbrauch.

    Oft habe ich mich gefragt, wäre es für ihn besser gewesen ihn früher fallen zu lassen. Ich kann es wirklich nicht sagen, weil ich denke, erst jetzt gelangt er an den Tiefpunkt - hätte ich diesen Tiefpunkt vorher schon herbei führen können, ich weiss es nicht.

    Denn in seinem Fall denke ich war der Schlußpunkt nicht der dass ich mich abgewandt habe sondern dass seine Alk-Kumpels auch keine Lust mehr auf ihn hatten und er ein neues, vermutlich noch etwas niedereres Niveau an Trinkfreunden in Schweinfurt gefunden hat.
    Ich habe nicht den Eindruck, dass mein Weggang ihm so zu schaffen macht, sondern ich denke das dortige Extremtrinken bringt ihn zum Verfall. Auch habe ich den Eindruck, dass er es irgendwie wahrnimmt, aber dennoch nicht ändern kann. Denn irgendwie denke ich dass wenn alle Hobbies abschmieren, müsste doch eine gewisse Leere entstehen.

    Ganz hart gesagt, liebe Lilly, ich sehe genau hier die Chance, genau hier in diesem recht niedrigen Nivau, Genau darin dass er sich wohnorttechnisch in diese Richtung bewegen will. Genau in der Jobsuche, die für ihn sicher schwer wird, sehe ich eine Chance für den Absturz. Genau in der Haussuche (es muss ja ein Haus in größeren Dimensionen sein wegen dem Autobasteln, was nur noch selten geschieht) wo es um Kautionen und Imobilienmaklergebühren geht die nicht zu zahlen sind ohne kleine Rücklagen.
    Genau darin, dass er diese 70 km mit dem Auto fahren muss und irgendwann mal in eine Alk-Kontrolle gerät (auf ihn ist die örtliche Polizei schon aschaf) genau da sehe ich die Chance.

    Genau in dem Punkt, oder an der Stelle, wo alles zusammebricht. Für ihn wird früher oder später zwangsläufig die Situation kommen, in der er sich für Freitod, weitersaufen oder einen langwierigen Weg der Bewältigung entscheiden muss.

    Ich denke, nur mein Weggang war pillepalle - das Zusammentreffen aller dieser Punkte kann, wenn überhaupt etwas, für ein Aufwachen sorgen. IN seinem Fall also nur vollständige Breitseite bis zum Untergang....

    Ich danke Dir für Deine, wie immer, offenen Worte, liebe Lilly.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Liebe Dagmar,

    natürlich sind es arme Seelen... und Du hast recht, wir ja auch. Und ihnen war/ist es piepegal, was mit uns armen Seelen ist, kein Mitleid und Rücksichtnahme schon grad gar nicht. Aber verflixt, ich will da einfach nicht Gleiches mit Gleichem vergelten müssen! Bloss weil ich ihm egal bin will ich nicht auch so sein müssen wie er! :evil:

    Aber Du hast absolut Recht, man darf das mit der armen Seele und dem Mitleid nicht übertreiben, es geht ja nicht darum, ob jemand krank ist oder nicht, sondern darum, ob er dagegen etwas tun will oder nicht. Und ich vermute dasselbe wie Du:

    Zitat von dagmar007


    Ich vermute eher, diese "arme Seele" ist noch nicht so arm dran, dass der Luxus des wegbeamens eingetauscht wird durch einen harten Weg des sich selber spürens.

    Und trotzdem, der "Luxus" ist ja auch kein glücklicher, das Wegbeamen, diese Flucht oder was auch immer, dahinter steckt doch so etwas schlimmes. Du schreibst:

    Zitat


    Der Suchtstoff gibt ja etwas - den Ersatz alles anderen, warum sollte der freiwillig aufgegeben werden?

    - und der Stoff gibt nicht nur Ersatz und man will darauf nicht freiwillig verzichten. Der Stoff ist doch in der kranken Wahrnehmung auch sowas wie die einzige Möglichkeit, auf die kann man gar nicht verzichten sonst ist das Leben nicht mehr möglich! Sowas wie die Luft zum Atmen. Und wenn Dir da einer sagt: hör auf damit, dann kriegst Du auch Panik! Oder?

    Puuuh... jetzt hab ich mich weit auf die Äste rausgewagt mit meinem Versuch zu erklären wie ich meine, dass ein Alkoholiker tickt. Sorry, dass ich das so hinschreibe, ich weiss schon, dass ich davon keine Ahnung habe, es ist bloss so, wie ich es mir vorstelle irgendwie...

    Liebe Dagmar, sorry, wenn's wieder einmal ein wirres Geschreibsel ist, heute hab ich nicht mal die Ausrede, dass ich unter den Folgen des Staubsaugens leide... hm... aber ich hatte heute Wäschetag! Ha! Vielleicht liegt's daran! ;)

    Ich wünsche Dir eine genussvoll ruhige Wochenend-Nacht voll kreativen Innendekorations-Träumen :) und schicke liebe Grüsse,

    c.

  • Hallo liebe Dagmar,

    Zitat

    Mich würde interessieren, liebe Lilly, wie Du es - bzw. ob - geschafft hast am Arbeitsplatz noch zu funktionieren. Kam da jemand auf Dich zu und hatte den Mut Dich anzusprechen. Unabhängig dessen dass dieser Mensch nichts bewirken konnte. Warst Du als Frau, die wir ja eigentlich eitel sind, noch um Deine äußerliche Erscheinung bedacht? Wie lange hast Du es geschafft, dem Umfeld Deine Sucht zu verheimlichen? Ging es langsam schleichend oder wie verlief das alles bei Dir?

    Diese Fragen sind nicht so einfach zu beantworten, Dagmar.
    Fang ich mal mit dem einfacheren an: Ich habe sehr lange funktioniert, ich würde meine Alkoholabhängigkeit mit ca. 15 Jahren berechnen. Erst war ich sicher nur psychsich abhängig, später dann auch körperlich, in den letzten 2-3 Jahren dann sehr stark, ich trank die letzten beiden Jahre täglich ca. ne ¾ Pulle Wodka. Ich hatte noch alles: einen Mann, eine liebe Tochter, einen schönen Beruf als Konstrukteurin, meine geliebten Katzen, Haus mit Garten, eigenes Auto etc. Bis zum Schluss. Richtig schlimm wurde es mit der Sauferei in den letzten beiden Jahren, da konnte ich ganz sicher nix mehr verheimlichen, aber davor sicher auch nicht mehr wirklich.
    Ich hab mich körperlich halt kaputtgesoffen, meine Seele allerdings auch.
    Ich rutschte schleichend in die Sucht, Alkohol war die Droge meiner Zeit, ich glaube, wir beide sind gleich alt, ich bin 46. Ich wurde mit 17 Mutter, später teilweise alleinerziehend, weil mein erster Mann und ich uns trennten. Später wurde ich die Geliebte eines verheirateten Mannes, die demütigende Situation, in die ich mich da begeben hatte, soff ich mir weg, wenn meine Tochter am WE bei ihrem Dad war. Und ich trank immer öfters aus Einsamkeit.

    Dann lernte ich meinen späteren Mann kennen und alles wurde erstmal besser, ich hatte die Hoffung, mit dem Alk Schluss machen zu können, aber es gelang mir nicht mehr. Und wir tranken auch oft gemeinsam, ich allerdings auch dann irgendwann noch zusätzlich heimlich. Die Partnerschft betrug insgesamt 17 Jahre.
    Ich übte weiter meinen Beruf aus, aber irgendwie immer schlechter. Meine Kollegen haben sich sicher manchmal so ihren Teil gedacht, angesprochen hat mich aber niemand. Geahnt haben es aber viele… aber unsere Krankheit ist leider immer noch ein Tabu-Thema… ich hatte beinah nur männliche Kollegen, wurde gern gemocht, sie wollten mich nicht kränken…
    Und ich war immer ordentlich gekleidet, und ich legte noch Wert auf mein Äußeres. Ich fiel wohl äußerlich nicht wirklich auf. Aber ne Fahne riecht man eh immer…

    Tja, wie lange konnte ich meine Sucht verheimlichen ? Das kann ich Dir nicht genau beantworten, es sprach mich nie jemand darauf an. Aber ich konnte es sicher viele Jahre verheimlichen.
    Dann wurden aber meine Ausfälle am Arbeitsplatz immer häufiger, aber ich drehte das irgendwie immer wieder hin.
    In meiner damaligen Firma hatten wir eine eigene Suchtberatung, aber dort hinzugehen, traute ich mich nicht, die Scham war zu groß.
    An Schluss vegetierte ich nur noch so vor mich hin, verließ das Haus nur noch, um zur Arbeit zu gehen oder um Alk zu besorgen, ich trank sehr viel heimlich. Am WE dauerbreit war keine Ausnahme mehr. Schwere Panikattacken gesellten sich dazu, ich isolierte mich völlig, aus Angst und Scham. Und dauernd auf Entzug gekommen, meine Gedanken drehten sich nur noch darum, das unter Kontrolle zu bekommen, weil man dabei Todesängste aussteht.

    Dann kam mein körperlicher Totalzusammenbruch Himmelfahrt 2002, wo mein Mann den Notarzt rief, es folgte eine Entgiftung auf der Intensiv, wo die Ärzte mit mir um mein bisschen Leben kämpften. Ich war 3,5 Wochen im Krankenhaus und konnte danach trocken bleiben. Erst mit intensiver Betreuung meiner tollen Hausärztin, später fand ich dann hier ins Forum, ich war die ersten 3.5 jahre allein trocken, hatte keine SHG, würde ich aber niemaden so weiterempfehlen.

    Du siehst, es gibt nicht so viele Parallelen wie zu Deinem Ex, wie Du vielleicht erwartest ?
    Das liegt daran, das Frauen „anders“ trinken, nämlich heimlicher.
    So, nun kennst Du fast mein gesamtes Leben, wenn Du noch Fragen hast, nur zu !
    Allerdings verläuft die Sucht doch im Grunde gleich, die Stadien, die man erreicht, sind wohl die gleichen ? Bei Frauen ist es wohl nur nicht so offensichtlich, weil halt mehr heimlich gesoffen wird.

    Zitat

    Ganz hart gesagt, liebe Lilly, ich sehe genau hier die Chance, genau hier in diesem recht niedrigen Nivau, Genau darin dass er sich wohnorttechnisch in diese Richtung bewegen will. Genau in der Jobsuche, die für ihn sicher schwer wird, sehe ich eine Chance für den Absturz. Genau in der Haussuche (es muss ja ein Haus in größeren Dimensionen sein wegen dem Autobasteln, was nur noch selten geschieht) wo es um Kautionen und Imobilienmaklergebühren geht die nicht zu zahlen sind ohne kleine Rücklagen.
    Genau darin, dass er diese 70 km mit dem Auto fahren muss und irgendwann mal in eine Alk-Kontrolle gerät (auf ihn ist die örtliche Polizei schon aschaf) genau da sehe ich die Chance.

    Das kann so sein, liebe Dagmar, muß aber nicht…
    Es ist eine Chance für ihn, ganz sicher, aber vielleicht entschließt er sich doch fürs Weitersaufen ? Weiß man nicht, dann erfolgt irgendwann aber unweigerlich der körperliche Zusammenbruch, alles nur eine Frage der Zeit…. vielleicht kann er sich erst dann aus der Sucht lösen ? Kann ich so nicht sagen, ich kenne ja Deinen Partner nicht persönlich.
    Und manch einer kann sich auch dann nicht lösen und säuft sich tot.

    Ich konnte erst ab dann trocken werden, als ich begann, Hilfe anzunehmen, nach der ich mich im Grunde so gesehnt hatte, aber ich war in meiner Sucht andererseits so gefangen, sah keinen Ausweg mehr, dachte, mir kann niemand mehr helfen. Ich hatte mich eigentlich damit abgefunden, mich totzusaufen, die Scham, um Hilfe zu bitten, war einfach zu stark. Ich habe mir manchmal gewünscht, das ich meinen Job verliere, das ich in eine Polizeikontrolle gerate, so verrückt sich das auch anhören mag, denn dann wäre alles rausgekommen und ich hätte handeln müssen, ich glaube, dann hätte ich es getan. Aber is nur Spekulation, denn das ist nie passiert.

    Sind damit Deine Fragen ein wenig beantwortet ?
    So ist halt meine Geschichte…

    Zitat

    Es ist schon eigenartig, dass eigentlich wirklich in dem Moment des nahenden Todes solche Entscheidungen oder Veränderungen getroffen werden. Ich hatte eine Krebsoperation, von der auch nicht klar war ob oder wie ich erwache: das war für mich ein Moment in dem ich spürte ich will leben, ich will gewisse Menschen wieder sehen, ich möchte nicht auf das Leben verzichten. Ich war gezwungen kurz vor der OP zu spüren was das Leben mir bedeutet,

    Dann weißt Du, wie ich mich fühlte an dem Tag, als ich beschloss, leben zu wollen. Es sah auch nicht gut für mich aus, aber ich WOLLTE LEBEN !!

    LG an Dich
    Lilly
    die schon laaange im Bettchen sein wollte und nu aber wirkich geht :wink:

  • noch nich im Bett, die Lilly...tztztz :roll::oops:

    Sorry, ich hab das eine Zitat von Dir nicht gequotet, aber ich denk, man findet trotzdem durch :wink:
    Als Nachtrag möchte ich noch hinzufügen, das ich neulich in meiner Realen gefragt wurde, WARUM ich trank ?
    Meine Antwort darauf war:
    Oft aus Überforderung als alleinerziehende Mutter, Stress auf der Arbeit und Einsamkeit. Ich soff mir mein Unglücklichsein sozusagen weg. Als ich meinen späteren Mann kennenlernte, war ich schon abhängig. Aber auch in der Partnerschaft war ich im Grunde unzufrieden und oft einsam und unglücklich. Ich wollte das aber nicht wahrhaben, weil ja alles "gut werden sollte" :( . So rutschte ich immer tiefer in die Alkoholsucht.

    LG
    Lilly

  • Ja, liebe Lilly, Du konntest viel erklären,
    ich war schon davon ausgegangen, dass Dein - weiblicher - Weg ein anderer ist. Zum ersten treten wir Frauen anders auf, wurden auch zumeist auf nicht auffallen erzogen und zum zweiten dürfte die Scham bei Frauen noch wesentlich größer sein.

    Weißt Du Lilly, das mit Hilfe annehmen ist glaube ich nicht nur in der Sucht so sondern auch im täglichen Leben. Viele Menschen wollen, auch am Arbeitsplatz, nichts aus der Hand geben. Warum denn? Jeder der mehr weiß kann doch dem Arbeitsprozeß etwas beisteuern. Aber wie viele Vorgesetzte gibt es, die einfach Macht behalten wollen und keine Tätigkeiten aus der Hand geben. Dabei berauben sie sich selber.

    Dieses "reinrutschen" war wirklich das, was mir in vielen Biografien auffiel. Wenn ich meine Co-Abhängigkeit betrachte, so ist es nicht anders. Wenn ich meinen schlimmen Arbeitsplatz und das folgende Burnout betrachte ebenso. Ich wollte funktionieren, keine Arbeitslosigkeit riskieren, Jobs sind rar, ich bin 46 und der Arbeitsmarkt schreit nicht hurra. Genau so habe ich seit ich hier auf dem Dorf lebe nur noch funktioniert. Mein Tiefpunkt war das mein Arbeitgeber aus finanziellen Gründen rationalisieren musste und bei mir eine unsaubere Schiene fahren wollte. Da wurden wohl alle noch innewohnenden Kräfte und mein Wissen aktiviert und ich ging dagegen an. Das hatte auch die Veränderung in der Beziehung zur Folge. Wer einmal beginnt bei sich selber nachzufragen, der ist oftmals gezwungen, dann das ganze Leben zu befragen.

    Ich weiß zwar dass es sinnlos ist einen Alkoholiker auf seinen Konsum anzusprechen. Dennoch finde ich es schade, wenn das nicht passiert. Ich kann Deine Kollegen - und auch die damalige Zeit, denn in Sachen Aufklärung wird ja mehr getan - schon verstehen. Aber ich denke immer, jeder Hinweis und jedes Ansprechen zeigt einem Kranken man/frau macht sich Gedanken um ihn und er/sie ist nicht so unauffällig wie er/sie meint. Dass es nichts bringt ist logisch - aber am gefährlichsten empfinde ich das Schweigen.

    Wenn ich Deine Zeilen so lese und die Berichte hier, als auch mein eigenes Erstaunen innerhalb der letzten beiden Monate, so scheint es so zu sein, dass die Abhängigkeit jahrzehntelang treiben kann, unauffällig in ein soziales Gefüge integriert. Irgendwann einmal scheint es rasend schnell zu gehen und der Körper droht vergiftet zu werden und einfach seinen Geist aufzugeben.

    Mensch Lilly, da denke ich an eine Alkoholikerin, die unter mir arbeitete. Die trank Spiritus in ihrem Multivitaminsaft. Und ich konnte nicht verstehen, dass diese Frau von einer Minute auf die andere total breit war. Trotz dem Wissen dieser "Abartigkeit" war mir wohl bis jetzt nicht klar, wie tödlich, wie grausam und wie heftig diese Krankheit ist.

    Ach Lilly, mit Chance meinte ich dass er jetzt noch nicht soweit ist, eventuell wenn es tiefer bergab geht. Ich für mich gehe nicht davon aus, dass er den Weg aus der Sucht überhaupt schafft. Und ich merke es Tag für Tag deutlicher, es geht nicht nur um die Sucht, warum meine Beziehung für mich nicht mehr interessant ist.
    Es geht um den Alltag, um die Bewältigung der täglichen Pflichten. Es geht um Verhaltensweisen wie nach dem Heikommen im Keller zu verschwinden - und wohl zu tanken. Es geht darum, dass es keinen gemeinsamen Freundeskreis geben kann weil unsere Arten von Kommunikation so anders sind. Der Alk hat allem seinen Siegel aufgedrückt, aber viel mehr als der Alk machen eine Fortsetzung - auch trocken! - unmöglich.

    Lieben Dank für Deine Aufklärung, liebe Lilly.

    Sodele, guten Morgen auch Dir, liebe Crevette,
    deren Worte ich schon gut verstanden habe :)

    Weißt Du, soweit denke ich gar nicht "gleiches mit gleichem zu vergelten". Ich hatte gar keine Zeit mich mit Rache oder Vergeltung zu beschäftigen, weil hier alles viel zu schnell lief und bereits vier Wochen nach Beginn des Theaters ging es um das "Abfackeln des Hauses". Also musste ich mich recht schnell um Überlebensstrategien kümmern ohne Zeit für Rache aufbringen zu können.

    Für mich gilt persönlich die Verhaltensweisen über die Sucht erklärt zu haben und nun mehr zu begreifen. Aber diese Sucht sollte bei mir nicht dazu dienen mit Mitleid auf die Situation zuzugehen. Im Gegenteil, mit dem Wissen, wie diese Sucht verläuft bin ich sehr hart geworden. Meine Nachbarin meinte einmal, sie war beim grillen dabei, sie würde es an seiner Stelle nicht aushalten wie neutral ich zu ihm sei obwohl er wieder um die Beziehung kämpfe.

    Irgendwann war der Punkt, wo ich für mich sagen musste, Worte und Versprechungen sind nicht realisierbar, Heilungseinsicht nicht vorhanden und wir als Personen sind grundunterschiedlich und können nicht zusammen klarkommen. Ich kann mich in eine Schönfärbewelt verziehen, aber werde immer wieder brutal daraus aufwachen.

    Schon, liebe Crevette, der Stoff ist die Luft zum Atmen, den Stoff zu verlieren dürfte als Gedanke schon Panikattaken auslösen. Und dennoch muss ich sagen, dass ist das Problem eines Alkoholikers geworden und darf nicht meines sein. Ich muss Dir sagen, für mich persönlich ist es sogar das Beste, wenn ich meinem Ex-Partner nicht mehr in die Augen sehe. Deshalb sehe ich noch nichteinmal ob er superfertig oder nur fertig aussieht. Seit der Eskalation führe ich keine Gespräche mehr mit ihm. Aber auch wenn er versucht mich anzusprechen, so sehe ich ihn nicht an. Für mich ein Schutz um keinerlei "alte Gefühle" aus "Krokodilsaugen" zuzulassen.

    Für mich persönlich geht es um mein weiteres Leben, in welchem er nicht eingeplant ist. Der Wunsch meines Ex ist seinem Arbeitsplatz zu flüchten und auch seinen Wohnort geografisch in den neuen Bekanntenkreis zu verlegen. Das kommt mir sehr entgegen, da ich auf diese Art und Weise Abstürze und Schilderungen über sein Leben nicht erhalten würde.

    Ich denke eher, es scheitert an der schlechten Arbitsmarktlage und seiner finanziellen Möglichkeit diesen Ortswechsel durchzuführen. Davon einmal abgesehen bin ich mir nicht sicher, ob Arbeitgeber oder Vermieter den Zustand eines Alkoholkranken übersehen.

    Ich werde wahnsinnig, wenn er nach dem Wäsche waschen seine nassen Klamotten auf meine trockenen hängt, einfach der Schnelligkeit halber. Ich kriege fast den Vogel, weil er seinen Aschenbecher in den Mülleimer, den ich gerade geleert habe, schüttet ohne einen Müllbeutel rein zu legen. Und das sind nur die Kleinigkeiten .... das wäre mein tägliches Leben zusammen mit ihm, auch wäre der Alk nicht. Es passt einfach nicht.

    Das erspart mir dennoch nicht die eine oder andere Trauer, das steht auf einem anderen Blatt! Aber das was sich bei mir aufzeigt sind zwei Menschen auf Straßen, die sie voneinander weg führen.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo Ihr Lieben,
    es geht unweigerlich auf den Umzug zu. Es lässt sich weder über die Kisten verbergen, noch über die ersten Schränke, die geschrubbt werden.

    Nun wurde gestern meine Festplatte gesichert und wir haben jetzt gerade ein Kennwort für meinen PC vergeben. Mein "ehemaliger Lebensabschnittsgefährte" (blödes Wort, finde ich) fand nämlich die Inhalt auf meinem PC in den letzten Tagen sehr interessant.

    All die Jahre hatte ich nie Kennwort oder Sicherung weil ich nichts zu verbergen habe. Nun haben wir mal kurz ihn als Administater (der er zuvor war) gesperrt und mich mit einem Passwort belegt.

    So kann ich zukünftig in Ruhe Tage wie die Montage, an denen die Gewalt immer eskalierte, außer Haus verbringen ohne den Bedenken dass er in meinen Dateien rumwurstelt. Vorsichtig gesagt wird er nämlich wieder leicht rotieren wenn er das bemerkt bzw. das an meinem PC einiges an Festplatten verschwunden ist.

    Somit ist nämlich auch diese Aufgabe, mit der ich früher zu ihm ging, von jemandem anderen übernommen worden bzw. auch in diesem Abschnitt ist sein Zutun nicht mehr notwendig. Ein sehr schönes Gefühl wieder eine Portion Abhängigkeit verloren zu haben.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Liebe Dagmar,

    der countdown läuft! :) Und Du machst das echt sowas von souverän und das liest sich sooo gut, wie Du da schreibst:

    Zitat


    Ein sehr schönes Gefühl wieder eine Portion Abhängigkeit verloren zu haben.

    Irgendwie beneide ich Dich ganz blödsinniger Weise genau darum: dass Du Deiner Abhängigkeit so ganz konkret den Gar ausmachen kannst. Saublöd, ich weiss, bitte nimm es mir nicht übel. Aber ich hab nix so konkretes, bloss meine selbstgemachte Abhängigkeit im Kopf oder im Bauch oder im Herzen oder so und die ist so fies schwer zu fassen, da wünschte ich mir manchnal so einen soliden PC zum Anfassen und zum daran Abhängigkeit abzubauen.

    Aber das wollte ich gar nicht schreiben. Bloss, dass ich mich für Dich freue! :)

    Schlaf gut und einen schönen Montag-aus-der-sicheren-Distanz wünsche ich Dir! Herzliche Grüsse,

    c.

  • Ach, liebe Crevette,
    mir geht es nicht besser als Euch, auch ich habe Probleme mit dem endgültigen Loslassen, auch mehr geht es manchmal nicht gut - das aber ist ein paar Stiefel.

    Das andere ist meine blanke Existenz, meine Interessen und mein Wunsch nach einem friedlichen Leben. Mit genau dem Wissen kann ich alle die Schritte unternehmen, die wichtig sind und mich rausführen aus der Situation.

    Wißt Ihr, ich merke während dieser Zeit und dieser Situation dass es eigentlich ganz einfach ist diese Probleme zu lösen.

    Beginnend mit der realen Abhängigkeit - wer macht mir nun meinen PC? Ich selber bin zu doof für die Einrichtung. Einfach rumhören, so oft ist im trockenen Bekanntenkreis jemand der gerne unterstützt und hilft - ohne dem Wunsch nach Gegenleistung.
    Sich also kümmern um die eigene Existens, das ist dann nämlich die sachliche Seite. Den Umzug organisieren, unzählige Anrufe mit Providern und und und

    Die Beziehung zum alkoholkranken Partner steht auf einer anderen Seite - nämlich der gefühlsmässigen Abhängigkeit. Durch die langsam verschwindende sachliche Abhängigkeit mindert sich auch die gefühlsbezogene Abhängigkeit, zumindest bei mir.

    Mir als Co hatten viele Dinge Angst gemacht. Dinge für mein Leben, die ich nicht kann - wie eben Computerwissen der höheren Generation. Aber das muss ich nicht wissen, ich muss nur den Mut haben zu fragen wer mir helfen kann. So gehe ich wieder einen Schritt aus einer selbst gezimmerten Abhängigkeit.

    Natürlich habe ich Angst vor dem Umzug und hoffe, dass wenigstens ein Teil derer da ist, die ihre Hilfe versprochen haben. Aber das wird wohl so sein - wenn es langsamer geht als geplant, dann geht es eben langsamer.

    Wenn mir am Anfang des Umzuges noch viel fehlt wie Waschmaschine, Couch, Fernseher ect. dann fehlt es halt und wird später besorgt - im Notfall über "kostenlos abzugeben". Es wird sich alles machen lassen - eben Stück für Stück.

    Ja, liebe Crevette, es geht mir wirklich zunehmend besser, mein Köfferchen für die kurze Nacht ausserhalb ist fast gepackt. Natürlich hoffe ich nach jedem km Autofahrt, das mein altes Auto heil zurückkommt und ich nicht irgendwo stehen bleibe, denn auch dafür war mein Ex der Ansprechpartner Nr. 1.
    Wer aber nicht erreichbar ist - Handy Sms ect - wer aber geistig zurückschraubt, der kann kaum mehr der Helfer sein, den man einmal so bewunderte. Eigentlich darf so jemand gar kein Helfer sein - wer weiß denn, ob er eine Bremse noch so reparieren könnte, dass sie mich nicht in den Tod bremst... Nicht absichtlich, sondern einfach durch das Unkonzentrierte.

    Je mehr wir logisch betrachten - je mehr Wege wir finden aus dem "was eben immer so war" desto selbständiger und autonomer werden wir. Also über die sachliche Basis und reales Tagesgeschehen die Schritte weg von einer gefühlsmässigen Abhängigkeit.

    Die Tage waren ruhig, voller Abstand und voller Schränke reinigen. Es ist schon viel getan, der Großteil der Umzugsvorbereitung ist in sauberen Tüchern. Und jeden Tag kommt eine erledigte KLeinigkeit dazu.

    Lieben Gruß von Dagmar

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