Der Anfang ist gemacht

  • Hi ollic,

    also... ganz ehrlich... vielleicht ja aber auch nur deshalb, weil ich weiblichen Geschlechts bin... aber - ich würde bei passender Gelegenheit wohl mal genauer nachhaken.

    Einfach aus dem Grund, weil ich auch für mich bescheid wissen möchte, ob das für mich ein sicheres Umfeld ist oder eben nicht....

    Generell find ich´s natürlich gut, daß es beim letzten Mal keinen Alkohol gab, pass bitte auf Dich auf, was solche Aktionen angeht. Du siehst ja selbst, wie präsent alles, was mit Alkoholika zu tun hat, gerade bei Dir ist.

    Ging mir am Anfang auch so. Überall diese Werbung etc, dann mußte ich jeden Tag über diverse Bahnhöfe laufen, die ja auch nicht gerade ohne sind. Aber - mittlerweile rutschen diese Bilder wieder in den Hintergrund. Ich achte nicht mehr so viel drauf wie früher, diese Werbung gab es früher schon, und es wird sie weiterhin geben, aber sie interessiert mich nicht mehr oft. Genausoviel wie Werbung für Motorenöl oder Bohrmaschinen eben ....grins....


    Gutgelaunte Grüße Dir

    Claudia

  • Hi ollic,

    Zitat

    aber ich kann doch nicht immer nur zuhause bleiben.

    DAS habe ich ja auch nie gesagt :wink: !!!

    Ich meinte damit in erster Linie, daß Du auf Dich achten sollst, daß Du in Dich reinhorchst und vor allem - daß Du Dir gegenüber superehrlich sein solltest.

    Auch ich bin ja weiterhin zum Einkaufen und übern Bahnhof etc. Sicherlich - das Leben muß ja weiter gehen und wir eben lernen, mit unserer Krankheit zu leben.

    Aber so manches Event hab ich mir eben auch einfach aus Gründen meiner "Sicherheit" gespart. Wie z.B. Geburtstagsfeiern etc...
    WENN mir eben nicht wohl bei dem Gedanken war. So ehrlich war ich dann mir gegenüber und für gewöhnlich auch den anderen.


    Liebe Grüße

    Claudia

  • Hm...ollic,

    wenn ich so zurück überlege, bzw. so überhaupt und sowieso, dann kann ich nun nicht sagen, daß mein Bekanntenkreis nun wegen mir nicht mehr trinkt. Aber die meisten eben nicht in meinem Beisein. Dieser Prozess hat bei manchen Menschen ein wenig länger gedauert, bei guten Freunden war das kein Thema.

    Deswegen ja wieder die Bitte an Dich: horch in Dich hinein, kannst Du damit ehrlich umgehen, wenn Dein Schwiegervater ein Bier trinkt? Wenn es Dir auch nur im Ansatz Unbehagen bereiten sollte (und das tut es meiner persönlichen Erfahrung am Anfang meistens), dann solltest Du Dich eben auch von Deinem Schwiegervater erstmal distanzieren. Vor allem, wenn er von Deiner Krankheit weiß und diese für ihn doch "kleine" Rücksichtnahme ja kein Problem für ihn sein dürfte.

    D.h. aber wiederum nicht, daß Du den Kontakt zu ihm abbrechen sollst. Es gibt nach wie vor Telefon, neutralen Boden, ein klärendes Gespräch evt. auch noch mal... es geht einfach nur darum, daß Du für Dich lernst, das es auch ein Leben ohne Alkohol gibt, und ihn erstmal aus Deinem Leben verbannst, und nach anderen Beschäftigungen anfängst zu suchen. Je weniger er präsent ist - der Alkohol - und sei es eben in der Hand Deines Schwiegervaters - desto eher nimmt sein Stellenwert in Deinem Hirn auch weniger Platz ein und wird somit anfangen, uninteressant für Dich und Dein Leben zu werden. Ist wirklich so - ich hab´s ausprobiert :wink: !!


    LG
    Claudia

  • Hallo ollic,
    das ist schon schwer zu verstehen, kenn das von mir. Es sind Erfahrungswerte, auch von mirr wenn ich dir was schreibe. mehr kann es nicht sein. Und für mich war das Umfeld und das vermeiden von solch Situationen Das wichtigste, neues umfeld es ergibt sich, es dauert seine Zeit, aber es geht.
    und wenn du auf dich achtest, wirst du automatisch solchen Situationen aus dem Weg gehen. Es geht um dich und deine Trockenheit.
    LG
    Jürgen

  • Moin ollic,

    na - das mit dem Job - das kenn ich. Da sind wir dann schon zu zweit.

    Aber das packen wir auch noch!!!! Bin ich mir seeeeeehr sicher :D !!


    Schönen Tag Dir noch!!


    Claudia

  • Hallo ollic,
    es geht bei mir nicht ums Recht haben und Recht bekommen, das allein must du für dich selber wissen.
    Ich schreibe auch, wenn ich was schreibe immer von mir, auch wenn ich über dich schreibe, weil ich diese Zustände kenne von mir.
    Und auch die Arbeit wird wieder kommen, wir arbeiten an uns , da wird es auch wieder mit der Arbeit klappen. Alles eine Sache der Arbeitseinstellung, sozusagen.
    Aber erst bist du wichtig.
    Guck, ich war 3 Monate in Therapie, vorher Arbeitssuchend ohne Anspruch. So nach 2 Monaten hatte ich das Bedürfnss mich um Arbeit zu kümmern und siehe da es ging.
    Klopf dich ab, was willst du, was tut dir gut, was ist wichtig für dich an der Arbeit, Geld, Entfernung, Zeit, Sinn, Arbeitszeit.........
    Und wenn du das für dich ausloten kannst, dann wirst du auch was finden.
    Und wenn erstmal nur das Geld wichtig ist, um deine Grundbedürfnisse zu decken, dann ist das eben so. Es kann ja auch anders werden mit der Zeit.
    LG
    Jürgen

  • Hallo Ollic,

    um aus meinem Umfeld raus zukommen, keine Langeweile zu haben (wäre für mich schlecht), neue Leute kennen zulernen –also ich würde arbeiten gehen. Ich würde mich freuen etwas Neues kennen zu lernen, auch für das Angebot.

    Ich würde es für mich als neuen Start sehen, bekanntlich kann mann/ frau aus einer Beschäftigung heraus, bessere Angebote erhalten.

    Lg Kawi

  • Hallo Ollic,

    ich habe da eine andere Einstellung - mir würde es um eine Aufgabe und einen neuen Start gehen.

    Mir hat es sehr geholfen zu arbeiten - mein Leben hat eine andere Perspektive erhalten.


    LG kawi

  • Hallo Olic,

    ich sehe es so ähnlich wie Kawi.

    Arbeit ist viel mehr als nur Geldverdienst. Gerade für uns trockene Alkoholiker, die sich einigermaßen stabilisiert haben, ist es geradezu essentiell wichtig, wieder aktiv zu werden, raus zu gehen, Chancen zu suchen und auch zu nutzen.

    Ein Verdienst von 8 Euro brutto ist gar nicht so schlecht. Das macht monatlich etwa 1400 Euro, wovon netto ungefähr 1000 Euro überbleiben würden.

    Was aber viel wichtiger ist: Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob man 1400 Euro selber erwirtschaftet, oder als Leistung von der Gemeinschaft bekommt. Damit will ich jetzt sicherlich keine "Schmarotzerdiskussion" vom Zaun brechen, sondern auch hier nochmal darauf hinweisen, wie wichtig es für das persönliche Selbstvertrauen und -zutrauen ist, wenn man einen Einstieg in Arbeit findet. Wenn du dich dann gut machst, wird es sicherlich nicht lange beim 8-Euro-Verdienst bleiben. Parallel kann man ja auch immer nach etwas besserem suchen.

    Ohne Arbeit jedenfalls ist das Risiko, in eine erneute Krise (womöglich mit Rückfall) zu stürzen wesentlich höher, als mit.

    Als ich letzten Herbst wieder in den Arbeitsmarkt einstieg habe ich erst mal für 3 Euro pro Stunde Flyer in Briefkästen verteilt. Momentan verdiene ich pro Stunde etwa 10 Euro und ab 1.9. sind es dann hochgerechnet knapp 15 Euro.

    Das ergibt sich beiläufig wenn man sich bemüht. Denn ich arbeite persönlich nicht in erster Linie um immer mehr Geld zu verdienen, sondern weil es meinem Dasein Sinn und Richtung gibt. Das steigende Gehalt ist ein Nebeneffekt.

    Viele Grüße,

    Blizzard

    Erst unter den Hammerschlägen des Schicksals, in der Weißglut des Leidens an ihm, gewinnt das Leben Form und Gestalt. (V.E. Frankl)

  • Hallo Ollic,
    über das für und wieder sag ich nichts, das must du wissen. Was ich für mich weiß, tut ein Anfang gut, egal was es ist, und man sich Stück für Stück wieder ins Leben ohne Alkohol, zurück orientieren muss, und da ist es egal was man macht. Umgang mit Menschen, vieles ist neu ohne Alkohol. Wenn man unten ist ist jeder Schritt, und wenn er noch so klein ist, ein Schritt nach oben und steigert das Selbstwertgefühl, das können wir alle gebrauchen.
    LG
    Jürgen

  • Hallo ollic,

    das klingt doch schon mal toll. Ich drück dir die Daumen und wünsch dir alles Gute.

    Zeitarbeit ist zwar nicht sehr toll bezahlt, kann aber DER Einstieg in ein richtiges Beschäftigungsverhältnis sein.

    Viel Erfolg!

    Gruß,

    Blizzard

    Erst unter den Hammerschlägen des Schicksals, in der Weißglut des Leidens an ihm, gewinnt das Leben Form und Gestalt. (V.E. Frankl)

  • Dir auch guten Morgen, Ollic,

    super - Du hast heute Deinen 27. Tag - viel Erfolg für die nächsten Tage....

    Nimm Dir das was für Dich gut ist raus.

    Für mich war und ist auch heute noch wichtig - wie gehe ich mit meiner Krankheit um.
    Was kann ich tun, damit sie nicht wieder "ausbricht".
    Für mich ist wichtig offen damit umzugehen, ich muss micht nicht verstecken oder verstellen - denn diese Krankheit gehört zu mir - leider.

    LG kawi

  • Moin ollic,

    hm... also so schnell ging das bei mir nicht, also das ich ein dankbarer alkoholkranker Mensch wurde.

    Mittlerweile kann ich aber nur zustimmen. Ohne meine Krankheit wäre ich heute nicht der Mensch, der ich eben nun bin. Und ich bin recht zufrieden mit meinem Werdegang seitdem ich wieder nüchtern leben kann!!!

    Verstecken tu ich mich mittlerweile übrigens überhaupt nicht mehr.
    OK - im Privatbereich. In meiner alten Firma wußten es die relevanten Leute, und nun, bei meiner neuen Jobsuche... naja, ich werde sicherlich nicht damit hausieren gehen, aber auch nix verheimlichen. Ich hab nämlich nun keinen Grund mehr, mich zu schämen....

    Schönes Wochenenende!!!


    Claudia

  • Hallo Ollic,

    "leider" warum musste es dazu kommen……

    Oftmals habe ich mir die Frage gestellt, was wäre wenn...
    Wie wäre mein Leben gewesen ohne Alk?

    Ich bin nicht stolz darauf Alkoholikerin zu sein, aber ich bin stolz und dankbar für jeden Tag den ich abstinent lebe.

    Ich weiß ich werde immer süchtig sein.

    Aber ich möchte um keinen Preis der Welt tauschen - mit meinem heutigen Leben.

    lg kawi

  • Jetzt war ich zu schnell und mit meinen Gedanken nicht ganz fertig.

    Verstecken - auf keinen Fall - leider wird die Sucht verschwiegen. Die Sucht ist ein Makel in dieser, unserer Gesellschaft

    - fast nur die über Abstürze der Promis wird berichtet
    Oder
    - dann heist es "Herr / Frau... outet sich".

    Wieso outet sich ein Jackie Schwarz wenn er sich öffentlich dazu bekennt, süchtig zu sein und wenn er erzählt wie er damit umgeht?

    Sicherlich bin ich nicht nur auf "Bewunderung" gestossen, wenn ich offen darüber geredet habe - aber gerade das - hat mir auch geholfen.
    Ich habe step by step gelernt - nur ich kann etwas für mich tun. Gewust hatte ich es schnell aber ich musste es noch umsetzen.

    LG kawi

  • Hallo Ollic,

    komisch ist das nicht – sorry – aber denke mal an Dich.

    Seit wann weist du das Du ein Problem hast, wann hast Du angefangen die Probleme anzugehen? (ich finde es super das Du was machst)

    Weist du ich will nicht altklug klingen, aber wenn Du es schaffst – sagen wir die ersten … Tage trocken zu sein, wirst Du merken – dass wir uns in den nassen Zeiten mit ... (da gehe nicht mehr hin) umgeben haben.
    Irgendwann wirst Du merken – es sind nicht alle so.

    So lange wie die Gesellschaft zuschaut und es keine eindeutigen Gesetze gibt und auch die Menschen die das Gesetz umsetzen – so lange wird es dazu gehören.
    Verboten wird ja schon viel – aber ………..

    Sicherlich warum soll ich es anderen verbieten, wenn ich krank bin? Ich will es nicht verbieten - ich möchte gern zum Nachdenken anregen.
    Mein erster Kontakt mit dem Teufelszeug, da war ich 12/13. – dieser endete bereits im totalen Filmriss.

    Lg kawi

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