• Hallo ihr Lieben!

    Ich bin gerade in der Trennungsphase meiner großen Liebe!

    ... und ich weiss nicht, ob und wie ich das schaffen soll. Ich habe mich in vielen Sitautionen, die hier geschildert werden, wieder gefunden. Also bin ich mir recht sicher, hier richtig zu sein und mir das Problem nicht nur einzubilden.

    Bin ich zu streng? Hätte ich toleranter sein müssen? Mache ich aus einer Mücke einen Elefanten?

    Mein Freund hat schon immer getrunken, seit ich ihn kenne. Er trinkt nicht heimlich zuhause, sondern zieht mit seinen sog. Freunden los und bleibt die ganze Nacht weg. Zieht auch mal ne Nase, wenn er getrunken kann. Kommt immer wieder in Schwierigkeiten deswegen. Hat seinen Führerschein schon einmal verloren, weil er mein Auto geschrottet hat. Kam einmal nach Hause und hat die halbe wohnung auseinander genommen. Wenn ich mit gehe, läßt er mich irgendwann stehen für ne stunde, ist nach der stunde dann so betrunken, dass ich ihm egal bin. Meist möchte er nur noch Geld von mir, um Drogen oder Alkohol kaufen zu können. Auch bestohlen hat er mich schon...

    Wenn ich das so schreibe, kann keiner verstehen warum ich immer noch mit ihm zusammen sein will. Aber ich kenne ihn auch anders. Er macht auch wunderbare Dinge und sagt liebevolle Sachen. Gerade sind Ferien und deshalb hat er soviel Zeit...

    Wir haben uns getrennt. Er hat im Suff wieder einmal Schluß gemacht und ich habe ja gesagt. Er will ausziehn und nicht kämpfen. Er will mir nicht mehr weh tun, seine Worte. Aber er lacht mich aus, wenn ich ihn bitte eine Therapie zu machen oder mit jemanden zu reden, der sich damit auskennt. Das war seine letzte Chance. er hat sich für den Alkohol entschieden und gegen eine Zukunft mit mir.

    Wird er es irgendwann verstehen und vielleicht wieder kommen?

    Habe ich ihn für immer verloren?

    VLG

  • Hallo Blaubaerchen

    Weißt Du, was ich denke ?
    Er hat Dich „abgeschossen“, weil Du ihm zu sehr auffen Zeiger gegangen bist und er in Ruhe Drogen und Alk konsumieren will. Dabei wurdest Du halt lästig und mußtest WECH !

    Willst Du ihn denn wiederhaben, wenn alles weiterhin so bleibt ?

    Denn ohne Krankheitseinsicht und entsprechende Maßnahmen, wie professionelle Entgiftung und evtl. Thera, geht da nix in der Sucht. Ich kenne niemanden, der sich allein wieder daraus lösen konnte…
    Dein Freund schein uneinsichtig zu sein, also wird er noch weitersaufen und Drogen konsumieren müssen.
    Ohne persönlichen Tiefpunkt sehe ich auch wenig Chancen zur Krankheitseinsicht, ist aber nur meine persönliche Meinung. Und der persönliche Tiefpunkt sieht auch für jeden anders aus.

    Zitat

    Das war seine letzte Chance. er hat sich für den Alkohol entschieden und gegen eine Zukunft mit mir.
    Wird er es irgendwann verstehen und vielleicht wieder kommen?

    Er wird erst dann verstehen, wenn er trocken werden kann. Er denkt aber evtl., es sei alles noch nicht so schlimm, aber die Suchtspirale wird immer enger, darauf kannste Dich zumindest verlassen.
    Vielleicht sucht er sich aber auch rasch ne neue Partnerin, die das game wieder ne Weile lang mitspielt, möglich ist alles….
    Oder er kommt wieder an mit schönen Worten und Versprechungen, die er aber gar nicht halten kann, auch wenn er sie ernst meinte. Und drückt auf Deine CO-Knöpfchen (falls vorhanden?)
    Die Sucht ist viel stärker und der Körper schreit nach der Droge, wenn er schon richtig drauf ist.
    Ich hätte Dir auch zu nassen Zeiten das Blaue vom Himmel gelogen, nur damit ich in Ruhe weitersaufen konnte, und wenn es Stress gab, hab ich halt heimlich gesoffen, war mir völlig egal…

    Ich habe es hier schon sehr oft geschrieben, aber wiederhole es auch nochmal gern für Dich (bzw. im Grunde UNGERN! :? ):
    Die Sucht ist viel stärker als die Liebe !
    In der Sucht gelten andere Regeln als im „normalen Leben“, und die haben mit Logik und Verstand so GARNIX mehr zu tun. Die Gedanken drehen sich immer mehr darum, wann kann ich endlich wieder saufen ?... wo bekomm ich was her?... und am Ende drehen sich ALLE Gedanken nur noch darum. Wird er aber sicher nicht zugeben, weil es nix ist, womit man sich besonders schmücken könnte… :?

    Und die einzige mögliche Hilfe ist die NICHT-HILFE, das wird Dir auch jede Drogenberatungsstelle so bestätigen.

    Du kannst also auch ihm durch die Trennung helfen, wachzuwerden, aber am meisten solltest Du Dir selbst helfen wollen.
    Ansonsten hast Du nämliche jahrelanges Leid vor Dir, ich hab beispielsweise über 15 Jahre gesoffen, bis ich trocken werden konnte und ich bin wohl nicht grad n Einzelfall…
    Tu Dir das besser nicht an, man kann daran zerbrechen, die Seele kann nämlich auch sterben… :(

    Liebe Grüße an Dich
    Lilly
    (Alkoholikerin)

  • Danke für eure starken Worte.

    Ich hab mich jetzt erstmal in mein Elternhaus zurück gezogen (wir wohnen nämlich auch noch zusammen) und werde hier eine woche bleiben. Werde auch versuchen mich nicht bei ihm zu melden.

    Ist dieses beklemmende Gefühl normal, dass man denkt, man ist die einzige, die es weiß? seine Familie und seine Freunde sehen es nicht, weil sie nicht jeden tag mit ihm zusammen sind. Weil sie nicht so nah an ihm dran sind... oder weil sie vielleicht das gleiche Problem haben.

    Wieso schreckt es ihn nicht ab oder öffnet ihm die Augen, dass er sich wie sein Vater verhält? Der nun nach x Therapieversuchen endlich (hoffentlich) trocken ist und noch einen Sohn bekommen hat.

    Ich weiss, ich sollte mich mehr um mich kümmern. Er war ist nicht gut für mich - das hör ich aus allen Ecken. Es wird wahrscheinlich noch eine Weile dauern bis es von meinem Kopf in mein Herz gelangt ist.

    Danke für Eure Hilfe!

  • Hallo Blaubaerchen!
    Das beklemmende Gefühl, zu denken, ich bin die einzige, die es weiss, hatte ich auch immer. Jetzt, wo "es" raus ist, kommen da so andere Geschichten zum Vorschein.
    Aber mit dem Vater hat mein Mann auch so seine Probleme.
    Dein Freund hat die bestimmt auch schon lange, vlt. schon in der frühesten Kindheit. Abschrecken ist da nicht so drin. Er liebt seinen Vater sicher immer noch und ist jetzt noch furchtbar eifersüchtig dazu (wegen dem Nachzügler).
    Aber :!::!::!: das ist nicht dein Ding! Du musst da keine Therapieleistungen erbringen. Wenn, dann muss er sich damit auseinandersetzen. Aber wie es so aussieht, will er das überhaupt nicht.
    Schade für ihn, nicht für dich.
    Du bist ja erst mal raus, und das ist gut so. Lenk dich ab, tu was dir gefällt und versuche das Telefon/Handy auszuschalten.
    Ich wünsche dir, dass deine Einsicht ganz schnell vom Kopf ins Herz gelangt! Und ein schönes, abwechslungsreiches Wochenende, Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Ihr Lieben,

    leider bin ich aus der Sache nicht raus. Mein Herz steckt noch mitten drin und wenn mich jetzt jemand fragen würde, ob ich es noch einmal mit ihm versuchen würde, würde ich ja schreien.

    Vielleicht bin ich ihm irgendwann dankbar dafür, daß er mich nicht mehr an sich ran läßt. Keine Zukunft für die BEziehung sieht. Er sagt, er muß selber zurecht kommen. Er muß erstmal mit sich ins Reine kommen...

    Aber im Moment tut es alles nur wahnsinnig weh. Daß er mich einfach so hinter sich lassen kann, wo ich mir doch nichts mehr als ein gemeinsames Leben mit ihm gewünscht habe...

    Uns steht noch die Aufteilung der Wohnung bevor und ich weiß nicht wie ich das durchstehen soll. Weiß auch nicht, ob ich stark genug sein kann, ihm nicht mehr zu helfen, wenn er merkt er bekommt es nicht hin alleine und wieder auf mich zu kommt. Ich bin nun mal ein Mensch, der gerne hilft, und natürlich bei Menschen, die ich liebe noch mehr.
    Ich kann mir nicht vorstellen ihn zu hassen, egal er was macht und mir ist klar geworden, dass ich alles immer wieder machen würde, was ich die letzten 1 1/2 Jahre gemacht habe.

    Ich habe Angst!

  • Guten Morgen Blaubaerchen,

    wovor hattest du Angst? Vor der Endgültigkeit der Trennung? Du hast dich lang nicht mehr gemeldet. Wie ist es dir ergangen?

    Ich hoffe, du hast dich etwas mit der Situation anfreunden können. Oder ist vielleicht alles wieder, so wie es war?

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Liebes Blaubärchen,
    ich bin hier relativ auch neu im Forum. Es hat mir sehr geholfen, meine Entscheidungen aus dem Bauch heraus zu respektieren.
    Kann Dir nur die Vermutung sagen, daß es wahrscheinlich umsonst ist, wenn Du für deinen Partner kämpfst. Zu meiner Geschichte ganz kurz:
    Ich war 30 Jahre verheiratet, der Alk war schon immer beizeiten da. Nur ich wollte es nicht sehen, da mein Ex meine große und auch erste Liebe war.
    Vor vier Jahren begann für mich die schlimmste Zeit. Er trank regelmäßiger und ich habe es angenommen, da ich dachte, er hat große Sorgen. Die Kinder zogen nacheinander aus und unsere beiden Mütter starben im Vorjahr innerhalb 6 Wochen. Davor habe ich schon einige Trennungsversuche gestartet und diese sind an der Bereitschaft meines Ex wieder ins Wasser gefallen. Und ich hatte noch Hoffnung. Immer wieder. Versprechungen wurden gemacht, er würde was unternehmen. Doch bis Februar geschah nichts. Dann war eine kleine Episode, die sagte, jetzt reichts. Ich habe es durchgezogen. Bin seit 6 Wochen geschieden und jeder Tag mehr bringt mir die Gewissheit, das einzig Richtige getan zu haben. Nach der Scheidung hat er vermutlich 2 Wochen nicht getrunken, er versuchte es, so wie er immer sagte, alles schafft man, wenn man will. Er sagte auch einmal, daß ich wahrscheinlich der Grund bin, daß er trinkt. Jetzt hat er mich nicht mehr und ist trotzdem wieder dort, wo er war. Ich kann ihm nicht mehr helfen und will es auch nicht. Sehe nicht ein, daß ich meine ganze Energie in ihn reinstecke, wo er doch nichts annimmt. Könnte stundenlang meine Geschichte schreiben, was ich so alles akzeptiert habe. Ständige Lügen, Betrug und vor allem der tägliche Stimmungswechel hat mich fast krank gemacht. Konnte nicht mehr richtig arbeiten, und vor allem, ich hatte keine Freunde mehr. Das ist jetzt alles vorbei und mir geht es einfach spitze. Ich kann lachen, die Kinder und auch andere Leute gehen bei mir wieder ins haus. Sehe erst jetzt, was ich so alles versäumt hat. Doch es ist nie zu spät. Gestern war er wieder da und wieder roch er nach Alk. habe ihn gleich weggeschickt. Ich lasse es nicht mehr zu und die ganzen Beteuerungen, er liebt mich noch immer, nehme ich nicht an, sonst hätte er etwas unternommen.
    Ich wünsche dir alle Kraft der Welt, die richtige Entscheidung zu treffen. Das Leben kann so schön sein. Glaub mir, und man hat keine Angst mehr, wie wird es bis Abend.
    Liebe Grüße rg

    Ein Nein aus tiefster Überzeugung ist besser und größer als ein Ja, das nur gesagt wird, um zu gefallen oder Schwierigkeiten zu vermeiden.

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