Anerkennen was ist. Die Reise eines Co´s ins eigene Ich.

  • eine woche krank, eine woche selbstmitleid, eine woche gedachtes chaos, eine woche im gefühllosen schockzustand, eine woche fragen ohne antworten, eine weitere woche tränenlos, eine weitere woche leben wie falschgeld.

    dann, am sonntag konnte ich weinen. bilder der vergangenheit und eine dämpfende leere in mir. ein knoten der platzte - endlich. weinen über mein unglück. weinen der traurigkeit wegen. weinen der verlorenen liebe wegen. weinen über seine entscheidung, die nichts mit mir zu tun hat und mich doch so unmittelbar betrifft.

    tränen, díe ich mir nicht mehr erlaubt habe, weil ich jetzt stark sein muss und will, weil ich mir doch wichtig bin und ich selbst nicht verstehen kann, dass ich das alles mit mir habe machen lassen.

    seitdem ist besser. seitdem kann ich wieder zu mir schauen. mein nächster schritt ist vielleicht, ihm zu sagen, dass er mich in ruhe lassen soll, wenn er sich das nächste mal meldet. aber ich frage mich auch, ob das überhaupt was bringt oder ob es für ihn nur eine bestätigung ist, sich wieder öfter zu melden, wenn ich auf ihn reagiere und antworte.

    habe mir ein neues selbsthilfebuch gekauft. werde jetzt mein eigener coach, mein eigener bester freund.

    grüße

    k.

  • Meine nun mir ab heute selbst gestellte Aufgabe (mit Hilfe meines neuen Buches):

    24 Stunden durchgängig positive Gedanken, kein Meckern oder Jammern usw.

    Wenn ich mich in Negativität ertappe, fangen die 24 Stunden von vorne an.

    Bis jetzt läuft es ganz gut. Die 24 Stunden haben erst einmal von vorne begonnen, gleich heute morgen beim Aufstehen bei einem Gedanken an ein heute anstehendes Gespräch mit meinem Chef, was ich mir dunkler malte, als es dann real war.


    Mir ist aufgefallen, dass ich viele Co-Strukturen schon viele Jahre sehe und versuche zu bearbeiten, ohne zu wissen, dass dies Co-Strukturen sind. Mir ist auch aufgefallen, dass ich manchmal nicht so recht einschätzen kann, was ist jetzt Co-Emotion oder Normal-Emotion. Habe ich überhaupt Normal-Emotion? Und ich fühle mittlerweile, dass ich und wie ich an der Oberfläche schwimme. Es ist wie im realen Leben. Schwimmen kann ich, aber zu groß ist die Angst vor tiefem Wasser, Angst dass ich absaufe, wenn ich nicht mehr stehen kann. Zu groß ist die Angst zu ersticken, deshalb habe ich mich auch noch nie getraut, zu tauchen. Selbst unter der Dusche bekomme ich manchmal innere Panik, wenn Wasser in mein Gesicht kommt, weil ich nicht traue zu atmen.

    Habe die Nacht zu Montag schlecht geträumt und bin mitten in der Nacht erschrocken am anderen Ende des Bettes erwacht, wie ich einschlief. Im dunklen Wald. Flucht vor etwas Bösem in einen Busch am Wegerand. Meine Begleiter laufen in Reih und Glied hintereinander auf dem Weg davon – alle in die gleiche Richtung. Schneller Herzschlag, ich die Einzige, die in diesem Moment nicht mehr verfolgt wird. Ich die Einzige, die helfen könnte und doch auch nicht wirklich etwas tun kann gegen diese Übermacht. Dann bin ich erwacht. Hab jedoch ziemlich schnell meine Fassung wieder erlangt. Konnte weiter schlafen. Fortschrittlich.

    Kann wieder weinen. Es tut gut. Weiß nicht, wie lang das nicht mehr ging – außer dem einen Mal. Fühlt sich an wie zurück fühlen und vorwärts gehen.

    Gruß

    k.

  • treffe eben eine bekannte, sie sagt mir ... ich habe gestern IHN gesehen ... und ich denk noch so: nein, erzähls mir nicht, will garnix darüber hören

    und im nächsten atemzug sagt sie: er sieht voll schlecht aus ... ARGGG... was für ein gedankenspiel danach ... ... wenn er jetzt schon sehr schlecht aussieht, ist sein tiefpunkt vielleicht bald erreicht ... ...

    wo soll das denn hingehen, wo soll das denn enden? endet das überhaupt mal irgendwann? ich dreh mich wenn es um ihn geht um die eigene achse und finde irgendwie das sprungbrett nicht oder das bremsbedal

    merken: schneller antworten, nicht zögern oder gar fragend schauen!
    aktion, reaktion steuern lernen.

    gruß

    k.

  • hallo koketterie,

    oh das kenne ich, eine sau blöde situation. hab dann immer ganz schnell gesagt,ich wills nicht wissen. aber es hat dann trotzdem mein kopfkino in gang gesetzt und ich hab mich sch.... gefühlt.
    mittlerweile wird akzeptiert das mir keiner irgendetwas mitteilen braucht,ob gutes oder schlechtes.und das ist gut so

    lb. gr. pandora

  • Ich habe Angst vor der Macht, die er über mich hat. Wo ist der Aus-Knopf? ICH bin es doch, die ihm diese Macht zugesteht … Ich muss das doch auch abstellen können.

    Habe gestern einen Brief an IHN geschrieben mit lauter elektronischer Musik im Hintergrund – ohne nachzudenken, einfach losgeschrieben. Es ist ein guter Brief geworden. Werde ihn nicht abschicken, denn ich will keine schlafenden Hunde wecken. Hab ihn für mich geschrieben, um mir einiger Dinge bewusst zu werden.

    Man kann nun mal im Leben nicht ALLES haben. Ich kann ihn nicht haben, weil ich mich in ihm verliere. Ich an seiner Seite nicht mehr mein Leben führen kann, nicht mehr eigenständig denken kann und es nicht schaffe, meine Verantwortung bei mir zu behalten und nicht abzugeben. Er kann mich nicht haben, weil er ein solch hohes Suchtpotential hat, dass daneben nichts nichts anderes, niemand anderes existieren kann.

    Wir beiden haben in der Zeit unseres Zusammenseins nur ihn gesehen. Beide mit den besten Hoffnungen und Gedanken für ihn aber den völlig falschen Voraussetzungen. Ich als nasse Co-Abhängige und nasse Drogenabhängige (irgendwann trocken). Er in seiner nassen Drogen- und Alkoholsucht.

    Es überkommt mich, irgendwas schreit in mir, ICH LIEB IHN DOCH!!!! und ich merke, dass irgendetwas in mir mir etwas vorgaukelt – vortäuscht. Mein Verstand ist so meilenweit von meiner Emotion entfernt, dass fast kein Zusammenhang darin besteht.

    Liebe…?
    Als ich noch bei ihm war und so richtig nass, da hab ich gemerkt, ich mag ihn total, aber im Grunde bin ich nur noch hier, weil er mir leid tut. Und weil ich mich nicht so recht traute, allein loszustapfen und weil er mich bat - immer und immer wieder - zu bleiben. Ich bin irgendwann weiter gegangen. Schritt für Schritt: Hab mit den Drogen aufgehört, angefangen nach „Draußen“ zu gehen, aktiver zu werden... Er ist stehen geblieben, nein, er ist rückwärts gegangen. Lebt sein Suchtverhalten aus: PC, Alkohol, Drogen… und ist nur noch daheim geblieben.

    Schuld …!
    Er hat die Verantwortung für sich und seine Entscheidung. Ich hab die ganze Zeit Verantwortung abgegeben, hab ich ihn kaputt gedrückt? Er hat begonnen zu trinken, als seine große Liebe ihn verließ. Er hat angefangen harte Drogen zu nehmen, irgendwann nachdem ich ihn verlassen hatte. Er erschien mir immer als der Stärkere von uns beiden. Er hat mich immer abgeblockt und gemeint, wenn er das jetzt an sich ranlässt, dann macht ihn das kaputt. Warum also macht er sich selbst kaputt?

    Mein Gedanke ist, ich will nicht auf seinen Schultern aufstehen und ihn hängen lassen. Das hätte er mir auch nicht angetan. Ich denke, deswegen ist bei mir auch noch so ein starkes Gefühl da. Ich bin noch nicht soweit, dass ich mich komplett abgewendet habe. Es ist da das Gefühl zu warten, ob und was passiert. Es ist noch nicht vorbei! Das war es nie. Ich bin immer wieder gekommen. Ein Umstand, den er kannte und wusste ihn zu nutzen. Das waren auch seine letzten Worte, als ich ging um meine letzten Sachen zu holen.

    Ich mag mein Leben jetzt, wie es ist. Mag die Menschen darin, mag den Inhalt, mag die Zeit. Aber mein Grundgefühl ist ein Negatives. Ich kann mich nicht so recht an den schönen Dingen erfreuen. Ein materieller Kauf z.B. von Klamotten bringt mir nicht mal mehr eine Minute an Zufriedenheit. Ich tue viel für mich auch nicht-materialistische Dinge, aber es macht mich nicht satt. Ich löse mich von vielen Dingen. Verschenke jede Woche Sachen, die ich für mein Leben nicht mehr als wichtig erachte. Miste meine Wohnung aus, versuche mich zu befreien. Aber ein gutes Gefühl bleibt nicht lange. Ich blocke Verehrer bewusst und betrachte dabei, was es in mir auslöst - verehrt zu werden, gewollt zu werden (innere Wärme) und zu verneinen (Leere, Schmerz). Es ist gut, das zu reflektieren. Ich umarme mich jeden Abend wenn ich ins Bett gehe, nehme meine Tedder in den Arm, den ich mir (meinem inneren Kind) vor etwa 2-3 Jahren geschenkt habe. Ich esse und schlafe – etwas was ich mir oft verwehrt habe.

    Ich weiß, wenn ich zu ihm zurück gehen würde, würde ich selbst das bisschen wieder aufgeben. Das will ich auf keinen Fall! ICH kann eben nicht alles haben. Ich will mich!!! Also … wo/wer/wie bin ich?

    Gruß

    k.

  • heute in der Mittagspause bin ich mit einer Kollegin spazieren gegangen. haben uns bissl unterhalten. Irgendwann sagt sie zu mir, eigentlich müsste ich dir mal meinen Bruder vorstellen. So wie du redest, deine Zweifel, deine Lösungsansätze suchst und überhaupt ... ihr würdet total gut zusammen passen... Er ist trockener Alkoholiker und hat durch Thai-Chi seine Mitte gefunden.

    Ok... so offensichtlich Co bin ich also, dass man mir Kontakt zu einem Suchtkranken vermitteln will...........

    Hmm..

  • Was bedeutet Sucht für mich? Ich weiß, wie es ist an einer stoffgebundenen Sucht zu erkranken. Ich kann mich nur zu gut an das Gefühl erinnern, die warme Gleichgültigkeit und das Verdecken der inneren Unruhe, ..., wenn ich gekifft habe. Ich habe keine Lust mehr zu kiffen, aber die Gefühle, die damit einher gingen, fehlen mir manchmal. Als ich gekifft habe, waren die negativen Seiten auch nicht wirklich wichtig. Klar oft wusste ich, z. B. die Depressionen kommen mit dem Kiffen, das Nichts-auf-die-Reihe-Kriegen kommt mit dem Kiffen, mein inaktives Verhalten kommt mit dem Kiffen, viele Ängste kommen mit dem Kiffen. ... aber im Grunde war es mir egal. Ich wollte kiffen, also mussten die Nebenwirkungen eben sein. Ich musste kiffen, also musste ich auch mit negativen Seiten umgehen. Es waren letztlich nur Gedanken oder Worte ohne Hülle. Ich habe nicht hingesehen, das kam ja alles garnicht davon, ich bin eben einfach nicht normal... Meinen letzten Entzug empfand ich als ziemlich hart, 2 Wochen ging ich arbeiten und schlief den Rest der Zeit. Circa 2 Monate brauchte mein Körper um überhaupt wieder einigermaßen zu funktionieren und erst nach über 6 Monaten fühlte ich mich wieder fit genug, um aktiv raus zu gehen und erst nach 8/9 Monaten stellte sich ein zaghaftes Gefühl von Stolz oder Anerkennung für mich selbst ein. Ich weiß, sobald ich wieder an einem Joint ziehe, bin ich wieder drin im Kreislauf. Da gibt es nur schwarz und weiß - kein grau.

    Mein erster Gedanke, als ich mich mit dem Thema Co beschäftigte, war, das geht garnicht. Ich versuche mich von meinen eigenen Süchten loszusagen und ein Leben ohne Abhängigkeit zu führen, und dann bin ich abhängig von der Sucht eines Anderen? Ich las Einiges über das Thema und konnte fast überall ein Häkchen machen (ja hast du, ja bist du ...). Das hat mich geschockt, fast noch mehr als der Umstand, dass mein Freund nun wieder harte Drogen nimmt.

    Ich finde es unglaublich schwer für mich zu verstehen, was denn nun falsch in meinem Kopf läuft. Ich versuche es mir zu erklären: bei stoffgebundenen Süchten (z.B. Heroin ... glaube, dass ist beim Alkohol ähnlich) mutieren die Rezeptoren (verantwortlich für die Aufnahme von Endorphinen) im Gehirn durch den Konsum der Droge. Jetzt "wachsen" diese Rezeptoren in der Menge und schreien nach Mehr Mehr Mehr und die Toleranzbildung schreitet voran. Wenn der Konsum der Droge eingestellt wird, bleiben diese mutierten Rezeptoren auf Stand-By und das Geschrei kann immer wieder ausbrechen. Daher das Problem des gegebenen Rückfalls. Funktioniert mein Hirn als Co ähnlich? Schreien meine Rezeptoren im Gehirn auch aufgrund der nicht gesund gelebten Mechanismen? Bin ja im Stand-By-Modus, fühle es ja ganz genau.

    Wenn mein Körper krank ist und ich eine Wunde habe, dann tue ich eine Salbe drauf und die Wunde geht weg. Ich kann es sehen. So wie mit dem Kiffen, als ich aufgehört habe, haben sich wieder lebenswichtige Funkionen meines Körpers und Geistes eingeschalten. Ich konnte förmlich zuschauen welche Entwicklung ich machte, zumal ich dieses Suchtverhalten bis zum Letzten ausgereizt habe, körperlich und geistig am Ende war. Und jetzt stehe ich vor einer Sucht, die ich zwar irgendwie gedanklich greifen kann, weil ich die Symptome bei mir erkenne, aber in der Theorie und der Praxis liegt ja meist ein himmelweiter Unterschied. So richtig kapiert hab ich noch nciht, was ich eigentlich will von mir. Ich kann mir vor allem die Sache mit dem Schwarz-Weiß nciht so richtig vorstellen. Das Leben so gestalten, dass kein Alkohol (bei mir und auch bei meinem Gegenüber) mehr darin vorkommt? Abgrenzen, ja, aber schwer, wenn man seine Grenzen garnicht kennt, wenn man nicht weiß, wer man ist. Wo setze ich an? Vielleicht bedeutet es: erst einmal rausfinden, wer ich bin, was ich will. Ich will glücklich werden, ja. Und ein selbstbestimmtes Leben führen, ja. Gesunde Beziehungen führen, ja. ...

    Bitte stoppt mich jemand, wenn ich wirres Zeug schreibe. Mir kommt in Bezug auf meine Situation diese nicht stoffliche Sucht so viel schwerer vor, als mein stoffliche Sucht, viel ungreifbarer, schwer betrachtbar. Ich weiß jetzt, es ist nicht immer gut, auf alte und bewährte Mechanismen zurück zu greifen in einer Welt, die sich ständig ändert. Neue müssen her. Ich dümpel noch immer an der Oberfläche, ich finde keinen Weg runter, tiefer. Wo will ich hin? Können mir meine Erfahrungen als Drogenkosument helfen diese Sucht zu verstehen und mir vor allem helfen, hier raus zu finden?

    Klar werden. Mein alkoholisierter Partner will seine Droge zu sich nehmen, will nicht sehen, was er sich damit antut. Trägt die Konsequenzen (die es vielleicht in seinen Augen auch garnicht gibt) mit Fassung, sie gehören ja dazu. Er will das nicht ändern. Ich kann das nicht ändern! Kapiert. Muss zu mir schauen, in mich schauen. Mich fühlen. Mir helfen. Mir schwirren so viele Gedanken im Kopf. Denke unentwegt. Ich tue das so und so - was muss ich machen, damit ich anders tue. Das kann doch so schwer nicht sein. ICH, ICH bin doch das Übel des Ganzen. Ich bin es, die mir mein Leben schwer macht. Ich will niemals wieder so tief in eine Sucht rutschen, um wieder so daraus klettern zu müssen, wie ich es bei meinem Drogenkonsum tun musste. Brauche ich wirklich diesen "schweren Tiefpunkt" um in die Tiefe meinerselbst zu gehen? Ich weiß, wenn ich diesen "schweren Tiefpunkt" zu finden suche, dann sterbe ich, dann gehe ich elendig zu grunde. Das spüre ich ganz deutlich. Wenn ich mich wieder darauf einlasse, dann kann ich mir nicht mehr selbst helfen, dann gebe ich mich auf. Ich muss die Härte mir gegenüber aufgeben, die Wand die da ist, ich muss drüber springen oder sie umhauen. Gezielt hämmern, dass sie einstürzt; nciht wild drauf los schlagen. Ich bin nicht ungeduldig. Aber wird es besser? Ich will doch nciht den Rest meines Lebens so verbringen. Ich leide nicht, ich will nur einfach weiter vorwärts gehen.

    Nicht reden, machen. Aber was? Also: Aufgabe für die nächste Woche: Psychologen anrufen, Termin vereinbaren. Vielleicht kann ich mir jetzt nicht mehr allein helfen.

    k.

  • :D ich wünschte, ich könnte Dir irgendwie aus dem Gedanken-Gefühlschaos helfen, ich wünschte, ich hätte einen Tipp für Dich....hab` ich aber leider nicht. Fühl` Dich herzlich von mir umarmt, das kann ich wirklich gut, auch auf die Ferne.

    Ich lese Dich sehr gerne, ich fühle mit, ich erkenne mich in Vielem, derzeit lese ich nur mehr und lasse das Schreiben .... in den vielen Lebensgeschichten gibt es wertvolle Tipps und Hinweise.

    Herzlichste Umarmung,
    Ingrid :D

  • Servus koketterie,

    Zitat

    Psychologen anrufen, Termin vereinbaren. Vielleicht kann ich mir jetzt nicht mehr allein helfen.

    Das ist die beste Entscheidung in diesem Thread von Dir, die ich bislang lesen konnte.

    Hilfe suchen (welche auch immer), einfordern und annehmen - Handeln statt Grübeln!

    Viel Kraft auf Deinem Weg.

    LG
    Spedi

  • Danke für eure Worte. Amai: Umarmung ist angekommen, schon heute Nacht.

    Hab vorhin beim Arzt angerufen, soll am Montag ab 16 Uhr noch einmal anrufen, dann kann mir weiter geholfen werden; jetzt ist keine Sprechstunde mehr wegen Abrechnungsgeschichten. Termin notiert!


    Ich denke oft an die Worte von Ette. Irgendetwas ist nicht richtig erwachsen geworden. Das kann ich unterstreichen, es für mich gut nachvollziehen. Ich hatte heute Nacht wieder einen Traum, an den ich mich sehr gut erinnern kann - eine Sequenz daraus:

    ... Ich bin ein junges Mädchen und bin im Urlaub mit meinen Eltern und treffe einen Jungen, den ich mag. Wir tauschen die ersten Zärtlichkeiten aus, schlafen zusammen in einem Bett. ...

    Jetzt kommt in meinem realen Leben immer der Akt der Penetration. In meinem Traum jedoch:

    ... Das war ein Ausprobieren, zaghaftes Anfassen des anderen Körpers, zaghaftes Küssen, nicht mal der Gedanke an Penetration. Aufschlagen der Decke und Anschauen. ...

    Mir ist auf einmal wieder klar geworden, dass ich was dieses Thema und auch viele andere Themen angeht, mich NIE ausprobiert habe. Ich habe immer vermittelt (mir und auch meinem Gegenüber), das kann ich schon, auch wenn es nicht der Fall war.

    Heute nach über 1,5 Jahren ohne Beischlaf weiß ich überhaupt gar nicht, ob ich das überhaupt noch kann. So geht es mir auch mit vielen anderen Dingen, ich kann viele Sachen einigermaßen gut, aber mir fehlen ganz oft die Grundlagen, so dass ein SEHR gut niemals rauskommen kann. Auch in meinem Job ist es so. Und mit meinem Perfektionismus wird das dann manchmal ganz schön anstrengend. Es ist mir also gut nachvollziehbar, dass ich emotional irgendwo nicht erwachsen geworden bin und deshalb viele Emotionen kindlicher Natur sind. Ich erlaubte mir nicht mich ausprobieren, „erwachsenere“ Emotionen zu entwickeln.

    Und weiter: Ich schaue auch überhaupt nicht auf das Naheliegendste. Ich schaue mir nicht das an, was am Einfachsten ist, ein Problem zu erkennen und ein Ziel zu erreichen.

    Ein Beispiel: Ich leide seit circa 1 Woche ständig daran, dass meine Hacken sich irgendwie nass und heiß anfühlen. Hab immer rumgerätselt, vielleicht die neuen Schuhe? Witzelte gestern Mittag mit meiner Kollegin noch darüber, ... dass ist bestimmt psychosomatisch ;) Gestern Abend fragte mich ein Freund: hast du denn irgendwie ne Blase oder so am Hacken? Da ist mir erst aufgefallen, ich weiß es nicht, weil ich noch nicht mal nachgeschaut habe ... Da musste ich ja wirklich selbst über mich lachen. Trockene und zum Teil bereits gerissene Haut.

    Was zeigt mir das? Ich übergehe immer mindestens den ersten Schritt.

    Gruß

    k.

  • Ein lieber Dank an Lilly für den erlaubten Wortklau:

    Wir lernen durch Nachahmung, Erfahrungen und Üben, also verschaffen wir uns diese Möglichkeiten doch einfach, bzw. erkennen und nutzen sie.

    ...

    und glaub mal, in meinen Schuhen ist schon so viel drin, was außer meinen Füssen nicht rein gehört, da wirst du nicht mehr viel hineinschieben können :)

    Gruß

    k.

  • :D schön, dass die Umarmung angekommen ist.

    Beim Lesen Deines Beitrages ist mir wieder eingefallen, wie hoch unsere Schmerzgrenzen, besser gesagt, meine waren/sind. Mit dem Verdrängen meiner Gefühle, Bedürfnisse habe ich körperliche Schmerzen ausgehalten, wo manche schon fix und fertig und fast ohnmachtig waren. Ich weiß es noch genau: Bei der Geburt meines Sohnes bin ich fast gelangweilt dagelegen und habe gefragt!!!!!, wann die nächste Wehe kommt. Der Wehenschreiber hat volle Bulle ausgeschlagen.

    So etwas möchte ich nie wieder erleben, niemals. Wenn ich meinen Körper annehme, dann schaue ich mir alles an, jedes Kinkerlitzchen und jede Kleinigkeit, die nicht hergehört. Ich arbeite daran.... 8) Ich glaube, liebe Koketterie, dass Du ebenfalls eine sehr hohe Schmerzgrenze hast.

    Viele liebe Grüße,
    Ingrid :D

  • :D wo steckst Du und was machst Du? Wie geht es Dir???? Hast schon lange nix mehr von Dir hören lassen....

    Ich schicke Dir eine herzliche Umarmung,
    Ingrid :D

  • ich vermag zu sagen, ich lebe.. und zur zeit wünschte ich mir mehr zeit und ruhe, als ich sie mir selbst geben kann. ich habe sehnsucht nach mir. alles fliegt mir um die ohren ... arbeit, familie, reisen ... alles ist gut, aber einfach gerade viel zu anstrengend. es gibt gerade so viele momente des erkennens von grenzen, überschreiten von grenzen und des bemerkens dieses umstandes.

    ich habe in der tiefe gesehen, dass es konsequent möglich ist, meine grenzen zü überschreiten, wenn ich unausgeschlafen bin und emotioanal "kaputt" durch z.b. stress oder traurigkeit, weil ich dann nicht mehr selbst auf mich achten kann und meine eigenen grenzen für passierende situationen nicht mehr sehen und spüren kann, erst im nachhinein kann ich alles reflektieren und zurückrudern.

    das ist gut, aber ich wünschte mir manchmal, ich könnte dieses testen und erkennen auf ein halbes jahr nach hinten verschieben und erst mal ein halbes jahr durchschlafen. ich bin so müde, kaputt und leer was alles äußere betrifft - es interessiert mich eigentlich überhaupt nicht. was jetzt aber nicht heißt, dass es mich nicht gut geht oder ich depressiv bin. ich genieße mich.

    ja, ich habe erkannt, dass in den momenten da draußen in der welt ich viel schneller zu erkenntnissen gelangen kann, weil die spiegelung funktioniert und ich recht schnell "mitgeteilt" bekomme, das war jetzt grenzüberschreitend oder oder ... ich kann mittlerweile ganz gut unterscheiden zwischen kritik an mir oder kritik an meinem tun, kann aber wohl beides als hilfe zum weitergehen annehmen.

    ich wundere mich manchmal über mich selbst, wenn ich grenzen setze oder gewisse dinge anspreche, die mich stören, weil ich merke, wie darauf reagiert wird. zum einen werde ich ernst genommen. zum anderen können so einige damit nicht umgehen, weil sie dies als "ansagen" betrachten und sich angegriffen fühlen. ich scheine eine harte stimme und auch eine ausdrucksstarke persönlichkeit zu haben. meine härte ist es in vielerlei hinsicht auch, die an mir bemängelt wird. diese härte ist auch etwas, was ich sehr tief spüre, obgleich ich versuche, meine worte immer mit einer gewissen milde und weisheit zu sprechen.

    ich bin sehr froh, dass ich derzeit nur mich habe, auf die ich aufpassen muss (ich meine damit, keine weiteren verpfichtungen wie kind, haustier oder einen freund, dessen bedürfnisse ich achten und respektieren will), weil ich gerade mal so viel zeit und kraft aufwenden kann, dass es für mich reicht und für mich auch schon sehr viel weniger stress bedeutet, den ich jetzt sowieso schon allein genug mit mir habe.

    ich habe letztens ein paar schlucke wein getrunken und wieder einmal gemerkt, dass ich das nicht tun sollte, weil dann wieder so einige zeit eine tiefe sehnsucht in mir herrscht, mich zu berauschen, was meinem eigenen stoffgebundenen suchtpotential absolut entgegen kommt. es ist ein schritt in die falsche richtung und ich würde es damit vergleichen, als ob ich in den innenhof meines verlassenen alkoholikers gehe, um zu schauen, ob licht brennt in seiner wohnung.

    letztens in prag war ich in einer kirche und habe wie immer ein gebet für ihn gesprochen, dass ich hoffe, er geht seinen weg und dass ich hoffe, er lebt noch. die antwort kam promt am ersten tag meiner heimkehr. ich traf eine bekannte, die mir nach 2 minuten zusammenseins erzählen wollte, sie habe in gesehen.. ich habe das gespräch abgeschmettert und sagte - ach, er lebt also noch - und verabschiedete mich wieder. es hat mich emotional nicht berührt. und doch merkte ich auch heute wieder, dass dieses "schnüffeln" mich viel stärker prägt, als ich es mir selbst immer zugegeben habe. nicht nur in seine richtung, sondern auch in viele viele andere richtungen.

    was es jetzt gerade bedeutet zu leben: prioritäten setzen. ich habe es nicht mehr geschafft in den letzten zwei wochen meine aufgabe "arzt anruen und termin vereinbaren" zu erledigen. das werfe ich mir nicht vor, aber ich sollte einige andere sachen in naher zukunft zurücktreten lassen und mich lieber wieder meinen eigenen belangen zuwenden und die welt die welt sein lassen. ich bin guter dinge, denn das we steht an und diesmal wird es ruhig. kraft tanken und genug schlafen, um mir gerecht zu werden.

    liebe grüße

    kk.

  • :D schön, dass Du da bist, superschön, dass Du geschrieben hast *freu*.
    An manchen Tagen denke ich mir: Mein Leben ist ziemlich interessant. Ich fange an, mich selbst wahrzunehmen, was ich so mache, so tue, mir so ausdenke, .... Das gab`s früher nicht, ich war in Gedanken ganz wo anders, ... bei anderen. :wink:

    Ich finde es superschön, wie offen Du Dich selbst reflektieren kannst. Jeder Tag bietet etwas anderes, da gehören Höhen und Tiefen auch dazu. Sich selbst unter Druck zu setzen (Arzttermin), ist nicht so gut, weil wir die Tendenz haben (besonders die Co`s), die strengsten Richter auf der Welt zu sein, wenn es um uns selber geht.

    Wirst sehen...nach ausreichendem Schlaf, einem superschönen Frühstück mit allem pi-pa-po, setzt wieder so etwas wie "Lust auf`s Leben" ein.

    Ich tanke Kraft indem ich derzeit alles mache, was mir Spaß macht. Es gibt keine Ausreden mehr für mich (hab` kein Geld, mag nicht Autofahren, mag nicht alleine wohin fahren, ....), ich tu`s einfach, weil es jetzt geht. Vor ein paar Wochen wäre das undenkbar gewesen, ich hätte 1001 Ausreden parat gehabt, um etwas nicht für mich zu tun.

    Ich drück` Dich ganz herzlich, umarm` Dich aus der Ferne,
    viele liebe Grüße,
    Ingrid :D

  • Aufstehen, Anziehen, Zähne putzen, Arbeitsfertig machen – das krieg ich hin … Arbeiten – das krieg ich hin …
    Nach Hause kommen, Spaß an der Freude haben, Ausgeglichen sein, Zur Ruhe kommen, Ausziehen, Zähne putzen, Schlafen – genau da fängt es an …

    Tut es weh, das Herz, schmerzt fast sterbend blind, weil Loslassen einfach nicht funktioniert. Was sind denn normale Gefühle, Gedanken, Wünsche, Taten? Bleibe ich stehen und gehe doch weiter – langsam. Und er noch viel schneller. Das ist es wohl was schmerzt. Irgendjemand kriegt das was ich nie bekam. Und es schmerzt trotzdem, dass ich das, was ich nie bekam nun auch gar nicht mehr will.

    Träume sind Schäume, ich schäume nur so mich hin. Schlafe viel – zu viel und doch zu wenig Ruhe für den geschundenen Leib, das kaputte Herz, die ungeweinten Tränen.

    Worte, einfach nur Worte. Was nützen sie, wenn in der Wirklichkeit keine Wirklichkeit existiert. Wenn die Wirklichkeit doch nur im Kopf passiert und das reale Leben vorbeizieht.

    k.

  • :D *freu* .... endlich wieder ein "Lebenszeichen" von Dir, ich hab` Dich ernsthaft vermisst, genauso wie Ette.

    Hey...was sind denn das für Gedanken? Wie kann man darüber traurig sein, dass jemand anderer etwas bekommt, was man sowieso nicht will??? Also, ich würde vor Freude einen Luftsprung machen....ehrlich.

    Loslassen ist gar nicht so schwer....mir fallen die gescheiten Aborigines in Australien ein. Um Wasser zu finden, wenden sie einen Trick an, .... Sie höhlen einen Felsen aus, faustgroß, ziehen eine Salzspur und stecken einen Salzstein in das faustgroße Loch.

    Ein Affe (bitte nicht Dich angesprochen fühlen, Du bist kein Affe, ich hab` das wirklich einmal in einer Doku gesehen, es ist ein Vergleich) findet die Salzspur, greift in das Loch, umklammert den Salzstein, lässt ihn nicht mehr los, .... und ist gefangen. Schlussendlich befreien die Aborigines den Affen, dieser stürmt zu seinem Wasserdepot (und ihm ist es wurscht, ob er bespitzelt wird oder nicht, er hat Riesendurst 8) ) und die Eingeborenen haben eine weitere Wasserquelle entdeckt. Wüsste der Affe, dass er nur diesen blöden Stein loslassen müsste, um frei zu sein, müsste er nicht sein Wasserdepot verraten....

    Wenn wir nicht loslassen, liebe Koketterie, dann geht`s uns wie dem Affen....wir stecken fest und haben keine Möglichkeit zum Wasser (also zu uns selbst) zu kommen.

    Herzliche Umarmung,
    von ganzem Herzen,
    Ingrid :D

  • dass ich immer da war, reingeschaut und gelesen habe, auch ette vermisst habe, doch nicht in der lage bin/war zu schreiben, weil alles wort unsinnig erscheint. das leben fühlt sich nicht real an. worte fühlen sich nicht real an. die mauer in mir - keine schwache stelle gefunden, die ich zerhauen kann, keine niedrige stelle gefunden, um drüber zu springen.

    dass ich die letzten wochen experimentiert habe, mein leben auf das nötigigste reduzierte. "brot und wasser" - kein luxus hat mein leben begleitet und ich weiß ganz genau, welche suchtfaktoren mein leben beherrschen. aber was mache ich mit den erkenntnissen, die ich habe/hatte?

    dass ich mich nun nicht weniger abhängig fühle von einem menschen, dessen kontakt ich seit 4 monaten meide, wenn/weil er nicht da ist. es ist eher wie ein wegschieben aus den gedanken und den gefühlen. und taucht er dann auf, sei es auch nur ein wort über ihn aus der realen welt, bricht es das herz - immer und immer wieder.

    dass mir mein leben nicht so recht spaß macht, weil mir was fehlt. bin wohl einer derer, die sich gut fühlen im schlechtfühlen und schlecht fühlen im gutfühlen. ich weiß, ich sollte mich freuen, dass mein suchtpartner sein leben lebt und ich nicht mehr mit seinen problemen konfrontiert werde. aber mir fehlt das paradoxerweise.

    ich bin der affe, der das salz nicht loslassen will. ich frage mich, ob das personengebunden ist. überlege gerade, ob ich mit einem freund mein auto teile. es ist eigentlich eine gute idee - kosten sparend. aber irgendwie fühlt es sich auch falsch an, weil ich das gefühl habe, wieder verantwortung abzugeben. was ist denn richtig? was ist denn falsch?

    k.

  • 8) nachdem ich jetzt wieder einmal zweimal hintereinander beim Kartenspiel mit meiner Tochter verloren habe (und wir haben wieder nur zwei Mal gespielt!), komme ich endlich dazu, Dir zu antworten:

    Wieso bestrafst Du Dich eigentlich und vor allem, wofür? Ich kann mich erinnern, dass Du nix gemacht hast, außer eine krankmachende Situation zu verlassen....

    Du spürst Dich ja überhaupt nicht (körperlich meine ich), wolltest Du Dich noch zusätzlich "weghungern"? Koketterie, was ist los mit Dir? Mir tut das im Herzen weh, absolut, ich spüre keine Selbstliebe bei Dir. Du bist doch liebenswert und wert geliebt zu werden, an erster Stelle von Dir selbst!!!!!

    Ich würde ewig und noch 3 Tage warten, wenn ich auf die Liebe von Außen warten würde. Da gibt`s nix, überhaupt nix, .... keinen Partner, keine Nachbarn (die sind selbst mich sich beschäftigt), meine Mutter gilt nicht (die ist nicht objektiv), .... Statt Kasteien wäre liebevolles Verwöhnen angesagt: Dich selbst verwöhnen. Mit nahrhafter Nahrung, mit schöner Umgebung, mit schönen Menschen (z. B. im Kaffeehaus), mit Freunden, ...

    Dir fehlt anscheinend auch die Action, das "Unberechenbare", das wir mit unseren Partnern hatten.... Verschaff` es Dir selbst, mit Bungee-Jumping (ich trau` mich das noch nicht, würde ich aber gerne einmal machen :wink: ), einem Rundflug, einem Vergnügungspark mit Achterbahn, ... oder was auch immer...Hauptsache, Du spürst Dich wieder, ohne krankmachenden Partner. Alles ist viel, viel, viel, viel besser als das .... also, da würde ich sogar lieber springen, mit Seil!!!!

    Ich finde Auto-Teilen, in Zeiten wie diesen, sehr sinnvoll .... für die Umwelt und für`s eigene Geldbörsl. Was kann daran falsch sein?

    Herzliche Umarmung,
    Ingrid :D

  • ... nachdem ich unter Höhenangst leide und Bungee-Jumping (noch) nicht in Frage für mich kommt, da selbst eine Leiter für mich schon sehr, sehr hoch ist :wink: , habe ich mir an Durchhängertagen selbst geholfen, indem ich halt auf andere Mittelchen zurückgegriffen habe:

    Ich habe mich "knallrot" angezogen, und zwar komplett, ... ich habe laut Musik gehört, und zwar sooooooo laut, dass ich mitvibriert habe, ... ich habe getanzt, gesungen, gesummt, ... ich habe liebe Freundinnen aufgesucht, ...

    Ich schick` Dir eine ordentliche Portion Energie von mir, kommt von Herzen, ich habe derzeit mehr als genug, ausreichend.

    Viele liebe Grüße,
    Ingrid :D

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