Anerkennen was ist. Die Reise eines Co´s ins eigene Ich.

  • nach einem langen sonnenspaziergang sitze ich nun neben einem stück leckeren kuchen und einem heißen engelstee zum frühstück vor dem fenster. draußen auf dem kahlen schönen baum sitzt ein merkwürdiges vogelpärchen und lässt sich durch die sonne wärmen. so wie auch ich mich wärmen lassen habe. das licht in mich aufsog. eine taube und ein rabe, die ihren weg anscheinend zusammen fliegen. denn fliegt die eine weg, fliegt der andere hinterher. und beide kommen zusammen wieder. es vermittelt frieden. auch schräge vögel finden einen begleiter.

    ich bin zum ersten mal seit jahren froh, dass weihnachten vorbei ist. das erste weihnachten ohne meinen freund, wenn auch nicht ganz wortlos seinerseits. ein weihnachten bei der familie, die gestückelt voneinander in verschiedenen städten feierte und teilweise in trennung lebt. am heiligen abend waren wir nur zu viert! das war traurig. wir sind nun schon nicht mehr viele, aber dieses jahr, waren wir eben besonders wenig. es gab keinen richtigen tannenbaum und mein lieblingsweihnachtsschmaus fiel aus, weil die mama die zutaten nicht bekommen hat.

    es wurde viel gemeckert und teilweise auch so einiges getrunken. jeder schiebt halt so seinen film. der eine mags, der andere nicht. jetzt bin ich wieder daheim. heimat. es fühlt sich so gut an. gestern abend ging es mir furchtbar. die liebe seele ist geflüchtet vor der verrückten familie und darf ihr eigenes leben wieder in sich aufnehmen. ein langer spaziergang in der nacht. und eine gute mütze schlaf im eigenen bett. die innere ruhe trägt schon wieder viel mehr. die sonne scheint. es ist gut, wie es ist. der energiepegel in mir steigt wieder. fast aufgebraucht erschien sie mir.

    ich wünsche euch allen einen guten tag. traurigkeit erlebt das herz. licht erhellt den himmel. zeit heilt. machts euch gut. denn euer gut ist besser und euer besser das beste.

    herzlichst

    kk.

  • Liebste Koketterie,

    :wink: *hach* ... Dein Weihnachten war wohl auch nicht besonders schön. Eigentlich freute ich mich auf mein erstes Weihnachten, in meiner Wohnung, mit den Kindern. Es kam ganz anders...wir werden, glaube ich, geschult, flexibel zu sein. Es ist nie so, wie man sich ausgedacht hat und das dann immer gleich doppelt anders.

    Die Poesie, die Du mit Deinen Worten übermittelst, ist ein Geschenk für mich. Dich zu lesen, ist ein Geschenk.

    Vielleicht schaffst Du es einmal in den Montags-Chat ... Morgen, wieder vom 20 bis 22 Uhr. Das wäre superschön, ehrlich.

    Ich drück` Dich ganz herzlich,
    und wünsche Dir eine superschöne gute Nacht,
    viele liebe Grüße,
    Ingrid :D

  • Man soll ja bekanntlich den Tag nicht vor dem Abend loben. Man soll ja bekanntlich bei einer guten Aussage über die Vergangenheit für die Zukunft dreimal auf Holz klopfen, damit sie weiterhin ihre Gültigkeit behält. Beides habe ich offenbar vernachlässigt.

    Mir ist so schlecht. Ich trage es mit Fassung. Doch mein Suchtcharakter beherrscht mich so sehr zur Zeit. Ich würde am liebsten den ganzen Tag mit berauschtem Schädel einfach nur in der Ecke sitzen und mich wohl fühlen. edit Karsten

    Ich bin so schwer. Wenige heiße Tränen begleiten mich. Sie brennen mir die Gesichtshaut weg. Die Sehnsucht nach meinem Freund ist so groß. Die Sehnsucht, mich satt zu fühlen. Die Sehnsucht, in die Arme genommen zu werden. Die Sehnsucht, mich woanders zu fühlen. Die Sehnsucht, die Verantwortung einfach wieder abgeben zu können. Für nur einen kurzen Augenblick... Ich fühl mich so einsam. Ich fühl mich so schwer.

    Ich habe Pläne, weiß, wie ich mit meiner Schwere umgehen muss. Aber ich fühle mich so schwach. Ich möchte mich dem hingeben. Ich liege Nachts wach und möchte schlafen. Doch es geht nicht. Ich sitze Tags innerlich schlafend und wäre gern wach. Doch es geht nicht. Ich möchte weinen, wirklich weinen. Ich stehe zurück versetzt vor und hinter der Situation, wie sie begann, die Erkenntnis meiner Co-Abhängigkeit. Nur etwas gefasster. Etwas stärker. Und schwach. Ich darf nur einfach gerade nicht nachgeben. Ich muss mich beschäftigen.

    Ein lieber Gruß

    kk.

  • Nein, als eine Freude würde ich es nicht bezeichnen. Lieber eine schwer tragende Last.

    Ich habe viele Jahre bis Anfang diesen Jahres gekifft und bin seit dem 07.01.2008 "trocken" nach hartem Entzug und mehreren vergeblichen Versuchen der Trocknung durch Ersatzbefriedigung Alkohol.

    Tränen.

    kk.

  • Liebe Koketterie,

    :D Du hast es geschafft. Das alleine zählt. Finde ich spitzenmäßig, super. Ich würde die Feiertage liebend gerne wegbeamen 8) ...zumindest die Feiertage, wie sie im Fernsehen, Radio, im Außen übermittelt werden: Freude, Geschenke, Spaß, Unterhaltung.

    Alles geschummelt und erlogen. Wenn ich mich bei mir hier umblicke, in meinen engsten Familienkreis, dann kann ich behaupten: Die Welt ist absolut nicht in Ordnung. :wink: Stille der Weihnachtszeit? Ich hab` sie im Außen nicht gesehen, ich war aber innerlich ruhig.

    Gaudi zur Silvesterzeit? Mit Krachen, Toben, aufgesetztem Lustigsein? Nö...so mag ich das Neue Jahr nie wieder begrüßen. Ich möchte es ehrlich begrüßen. Ich hätte es all die Jahre ehrlich begrüßen sollen, ich tat es nicht ... es war eine bühnenreife Show, die ich alljährlich abgezogen habe. :roll:

    Du, Koketterie, Du bist nicht alleine. Du bist der beste Freund, den Du hast. Schau` auf Dich ... Du hast schon sooooooo viel geschafft. Mach` Dein Glück nicht von anderen Menschen abhängig, sei Deines Glückes Schmied.

    Ich hab` gelernt, mich auszuklinken, wenn andere ein Tohuwabohu veranstalten. Ich steh` nicht mitten drinnen und bin auch nicht teilnahmslos...ich betrachte alles, samt mir, von außen und schau` was es mit mir macht. Und dann handle ich für mich. :D

    :shock: Sehnsucht nach Deinem Freund hast Du? Hmmmm....willst Du das wirklich alles noch einmal durchleben ... mit ihm? Brauchst Du das wirklich, damit Du glücklich bist? :wink: Ein Dahinzittern, ein Sorgen, ein "Nicht-wissen-was-als-nächstes-passiert" ... Naaaaaaaaaa...das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Wenn Dir der "Adrenalinkick" fehlt, den Dir Dein Partner mit seinem So-Sein verpasst hat, dann schaue Dich nach Alternativen um. Auf meiner Liste steht: Bungee-Jumping (mache ich aber nieeeeeeeeeeeeeemals, weil ich Höhenangst habe 8) ), Raffting (mache ich aber auch niiiiiiiiiieeeeeeeeeeemals, weil ich eine "faule Socke" bin :lol: ), Achterbahn fahren (jou...das kann ich mir durchaus vorstellen) oder irgendwas dergleichen.

    Komm in den Chat...an den Feiertagen. Jeder einzelne Tag, den Du nicht als und für Koketterie gelebt hast, ist weg ... nimmer da... Du kommst sooooooooooooo super rüber, ich spür so viele Talente, Begabungen, auch vom Äußeren bist Du total fesch und ich fürchte fast, Du liebst Dich nicht selbst. Warum? Ich kann das gar nicht verstehen, ich würde mich sofort, auf der Stelle lieben, mich an mir erfreuen und soooooooooolche Pläne schmieden.

    Einen spirituellen Roman schreiben, Gedichtbände verfassen, einen Trommelkurs besuchen, und afrikanischen Tanz erlernen (falls es soetwas gibt ... hmmm.... wie komm ich jetzt eigentlich darauf *nachdenk*), unbedingt nach Afrika reisen und andere Kulturen kennenlernen, ....

    *hach* ... Du bist noch sooooooooo jung (o.k., ich auch, weil ich mich jung fühle), Du schaffst das, für Dich und nur für Dich alleine.

    Herzliche Umarmung,
    von mir, für Dich,
    von ganzem, ganzem Herzen,
    Ingrid :D

  • Manchmal - gerade jetzt oft - wünschte ich mir, meine Mutter würde mir diese Frage stellen. Vielleicht ist jetzt die Zeit gekommen, mich auch in der Familie offen als rauschfreie Drogensüchtige zu "outen". Nachdem ich Anfang diesen Jahres mit den Drogen brach, brach ich auch mit dem Alkohol. Ich ließ komplett alles Berauschende aus meinem Leben. Anfang Dezember trank ich Wein. Dann öfter mal ... Potenzieller Einstieg!

    Verstecken. Das habe ich viele Jahre gemacht. In meiner Sucht, bei meinem Liebsten. Ein Dahinzittern, ein Sorgen, ein "Nicht-wissen-was-als-nächstes-passiert" - das habe ich in meinem Versteck nicht erlebt. Doch das würde ich jetzt erleben, jetzt, wenn ich jetzt zurück zu ihm gehen würde. Nein, das will ich in keinem Fall. Ich tue mir leid. Ich tue mir leid, weil ich nicht zurück kann. Nicht zurück kann in dieses Einfache. Weil es ihm nicht gut tun würde.

    Weil es mir nicht gut tut. Weil in mir diese Flamme brennt, mir selbst den Kopf breit und einfach zu machen. Weil in mir tatsächlich "Freude" herrscht auf das nächste Glas oder die nächste Flasche Wein, dass ich z. B. Sylvester trinken könnte. Weil in mir der Drang herrscht zu fliehen in meinen Drang. Ich hätte früher niemals gedacht, dass ich selbst ein Alkoholproblem kriegen könnte. Ich dachte, Alkohol wäre nicht meine Droge. Aber letztlich muss ich auch das strikt verneinen. Auch ich bin ein potentieller Alkoholkranker. Ich bin Drogensüchtig!

    Aber auch weil in mir ein Feuer brennt. Eine Freude auf das Leben. Auf mein Leben. Ein Feuer, zu schreiben, mal ein Autorennen mitzufahren, tanzen zu gehen, tanzen zu lernen, Sport zu machen, gesund zu sein. Reisen und Musik zu hören, Lieben und Lieben lassen. In meiner Schwere Einfach zu sein. Wohl wahr, ich habe viel geschafft dieses Jahr. Ich lächle darüber. Ich stehe auf jetzt und jeden Tag und weiß, die Zeit heilt meine Wunden. Mit seinen Worten hat er mich tief gezogen. Eine tiefe grobe Narbe ist gerissen. Ich bin sehr schwer geankert. Und ich hoffte, bei der Familie Halt zu finden. Doch der Halt war nicht da. Wenn jeder an sich denkt, dann ist an alle gedacht!

    Ich habe gestern in meinen "Notfallkoffer" im Kopf gekramt. Habe einen langen langen Spaziergang gemacht. Habe mich mit meinem Liebhaber getroffen und dort ein wenig Frieden gefunden. Mir geht es bescheiden gut, doch es geht mir gut. Ich habe mich heute morgen hübsch angezogen. Für mich. Meine mir selbst geschenkten neue Schuhe und ein neckisches Kleidchen dazu. Für mich allein. Heute Abend treffe ich zwei gute Freunde. Gehe essen. Essen - lange nicht mehr gemacht... Zum Jahreswechsel werde ich es mir gut gehen lassen. Gute Musik hören. Unter guten Menschen sein. Ich werde keinen Wein trinken.

    Alles Liebe. AllEin.

    Karsten, Danke! Für die Tränen! Für das Erinnern!

    Katrin, Drogensüchtig und CoAbhängig

  • Liebe Katrin,

    :D Du bist ein großes Mädel *g* und brauchst keine Mutter mehr, die Dir diese Frage stellt. Weil Du auch keinen mehr brauchst, der Dir die Leviten liest oder Dich sogar bestraft.... Das machen wir alles mit uns selber, wenn wir groß und erwachsen sind. Wir übernehmen die Verantwortung für uns.

    Dieses eine Buch, das ich gelesen habe, über den Inneren Freund, das hat mir persönlich sooooooooooo geholfen.
    Wenn ich mir selbst der beste Freund bin, dann geht`s mir gut. Ich vernachlässige mich nicht, ich sorge für ein schönes Umfeld, ich sorge auch dafür, dass ich meine Talente auslebe und glücklich bin.

    Es gibt verschiedenste Wege, sein eigenes Leben nicht zu leben. Manche ertränken es in Alkohol, andere in Selbstmitleid, wiederum andere flüchten in andere Dimensionen und sind nur körperlich anwesend, aber niemals mit vollem Bewusstsein (Spezialgebiet von Ingrid, bestens behandelt in den vergangenen 5 Monaten)....

    Ist doch ewig schade, oder? Es schrieb mir einmal ein Mann (ein Druide), dass alles um uns herum unser persönlicher Kultplatz wäre. Je genauer wir auf die Zeichen achten, desto genauer können wir unseren Weg erkennen und nächste Schritte gehen.

    Was ist rund um Dich, Katrin? Verlass` Dich bei Deinem Glück nicht auf andere. Hätte ich das zu Weihnachten gemacht, wäre ich maßlos enttäuscht worden, ich würde wahrscheinlich immer noch weinen. :wink:
    Ich habe anerkannt, dass ich gewisse Situationen nicht verändern kann. Aber ich habe gelernt, dass ich die Einstellung zu diesen Situationen verändern kann. Ich frage mich immer ganz genau, ob das jetzt etwas für mich ist oder ob es dem anderen gehört. Und dann sage ich mir: Das ist Deins und das ist Meins. Anders würde ich das nicht packen, ehrlich.

    :shock: Erstaunt bin ich, dass Du gerne Autorennen fahren würdest...na servas. Aber jou, ... da gibt`s auch einen Adrenalinkick (denke ich mir halt)

    Ich wünsch` Dir alles Liebe, mit Deinen Freunden, wahrscheinlich speist du schon vorzüglich,
    ich drück Dich ganz herzlich
    und umarme Dich.
    Ingrid :D

  • ich glaube, es kann sich niemand vorstellen, wie es ist, an "einem menschen zu erkranken", wenn es selbst nicht erlebt/gelebt wurde. liebeskummer und herzbruch kommt dem wohl am nähesten, wenn ich jemandem beschreiben müsste, der nicht weiß, wovon ich rede. so ist mein gefühl seit dem gestrigen abend. selbst die dir am nahestehendesten, ich selbst als erkrankter mensch kann es kaum fassen. und doch irgendwie.

    am vorletzten tage des nun vergangenen jahres fand ich eine e-mail "hallo" von meinem liebsten, dem verlassenen. er schrieb sie ebenso wie seine sms am heiligen abend. am vorletzten tag des vergangenen jahres antwortete ich. mit böser stimme. ruhe forderte ich ein. irgendwann mit weicherer stimme. ruhe erbat ich.

    am letzten tage des nun vergangenen jahres bekam ich seine antwort. sie endete mit ... dein A***loch. ich schrieb einen lange geübten abschiedsbrief "und tschüss". einen abschiedsbrief, der längst überfällig war, den ich aber erst jetzt in der lage war zu verfassen. fünf lange monate stille in meiner stimme, fünf monate eigenständig leben, fünf monate hier in diesem forum sein, haben mir die kraft und den mut gegeben, die sätze zu formulieren. meine bitte, meine erklärung, meine wünsche, eine letzte ferne traurig lächelnde loslassende umarmung mit auf seinen weg. auch er endete mit den worten ... dein A***loch.

    auch ich bekam eine letzte ferne umarmung. auch ich bekam ein traurig lächelndes loslassendes "tschüss" mit auf meinen weg. ich glaube ihm. er ist ein guter mensch, ein großer mensch. er wird seinen weg gehen und mir meine freiheit für ein gesundes leben gewähren. ein suchtloses leben. ein leben ohne taubheit in seinen armen. unsere engel werden auf uns, aufeinander aufpassen. es ist, wie es ist.

    es ist traurig und erfüllend. ich weiß, dass er meine worte verstehen kann, wenn er vielleicht auch nur teilweise den inhalt meiner worte für sich greifen kann. es gibt kein grau. es gibt nur scharz und weiß. auch wenn ich mir so sehr dieses grau wünschte. er sich sicher auch. so ist das wohl bei suchtkranken.

    den letzten abend des nun vergangenen jahres habe ich wie den anfang des nun vergangenen jahres verbracht. rauschlos. im entzug. mein körper ist schwach. mein herz kaputt. mein freies leben liegt vor mir. es war ein gutes jahr! mein bestes in meinem leben! ich kann wieder weinen! ich finde im lächeln tränen. ich habe aufgeräumt und platz für neues geschaffen. ich habe zum ersten mal in meinem leben etwas richtig richtig gemacht. losgelassen. ich habe mir eine 1 verdient, ich gebe mir eine 1!

    ich wünsche ein frohes gesundes neues jahr. leben! lieben! lachen! auf diese weise will ich mein neues jahr zu einem fest machen, das mich mein leben feiern lässt.

    herzlichst

    kk.

  • Liebste Koketterie,

    :D etwas Neues kann nun in Deinem Leben erscheinen, weil etwas Altes abgeschlossen wurde.... Also, das, was ich bin jetzt von Dir gelesen habe, Deine Empfindungen, an denen Du uns teilhaben hast lassen ... wauw. Und ich finde, ich stell` Dich heute, am 1. Tag....upsi, es ist ja bereits der 2. Tag, auf ein Stockerl und eine Medaille bekommst Du auch von mir.

    Arg...was wir alles miteinander, hier im Forum, vergangenes Jahr für uns gemacht haben. Lauter schöne Sachen.

    Manche von meinen Bekannten *g* würden jetzt sagen: Wir dürfen die Früchten ernten. Wir haben ja auch brav dafür gearbeitet, für uns.

    Herzliche Umarmung,
    von ganzem, ganzem Herzen,
    Ingrid :D

  • So, jetzt ist mal Schluss mit meiner ganzen Gefühlsduselei. Die geht mir nämlich jetzt mittlerweile selbst auf den Nerv. Was ist denn die Wahrheit? Ich bin ein Wassermann, ein logisch denkender Mensch, freiheitsliebend, verändernd, dynamisch, egozentrisch. Ich bin ebenso ein Krebs, voller Gefühl, festhaltend, klammernd, immer die Sicherheit im Auge.

    Was hab ich denn gehabt? Eine Abhängigkeitsbeziehung. Eine Geschichte mit einem Mann, der überhaupt nicht zu mir passt. Eine Geschichte, die ich mir passend malen wollte. Immer und immer wieder. Ich habe gedrückt und bin gegen Mauern gelaufen, wollte sie umrennen, wollte ihn überrennen. Er hat das nicht mit sich machen lassen. Ist immer seinem Weg gefolgt, ob ich das nun wollte oder nicht. Meistens wollte ich nicht, wollte ihn anders.

    Ich wollte Liebe, die ich nicht bei ihm fand. Ich wollte Tiefe, die er nicht besitzt. Ich wollte besitzen. Seine Luft atmen. Sein Leben leben. Seins zu meinem machen. Ich wollte, dass er mich in meiner Tiefe erkennt. Ich wollte, dass er mich anerkennt. Und habe die ganze Zeit dabei geschwiegen. Geschwiegen, weil er meine Worte nie verstand. Geschwiegen, weil ich meine Situation nicht verändern wollte. Geschwiegen, weil ich bei ihm - nicht bei mir - sein wollte. Ich wollte, dass er genauso von mir abhängig ist, wie ich es von ihm bin.

    Dabei hatte er mich längst erkannt. Er erkannte mein Versuche, ihn zu manipulieren. Er erkannte, dass ich mir selbst mit meiner tiefen Oberflächlichkeit auf den Nerv gehe. Er wusste längst, was ich nie sehen wollte, dass ich eines Tages weitergehen werde. Ohne ihn. Ich habe mich gewunden. Mich durch jede Lücke geschlängelt, die ich fand, um ihm zu folgen. Ich habe gekämpft. Gegen mich. Die ganze Zeit. Ich dachte ich kämpfe für mich, für uns.

    Ich hätte niemals kämpfen brauchen. Es war von Anfang an aussichtslos. Ich hätte es die ganze Zeit nehmen können, wie es ist. Und viel eher weitergehen können. Er hätte mich zwar festgehalten, doch nicht aufgehalten. Er wollte, dass ich bei ihm bin, denn ich gab ihm ein gutes Gefühl. Ich gab ihm ein Stück mehr Einfach für sich und sein Leben. Er hat mich gut und behutsam festgehalten. Zuckerbrot und Peitsche. Und mir doch auch immer die Wahl gelassen, das zu tun, was ich wollte. Zu gehen.

    Ich will mich schütteln. Abschütteln. Mir selbst an die Stirn tippen und einen Vogel zeigen. Dreh dich Brumkreisel, dreh dich. Wie blöd bist du eigentlich? Die Wahrheit liegt vor deinen Augen und du siehst sie, aber reagierst nicht. Du kapierst alles, aber tust nichts. Willst lieber warten, bis die Welt sich ändert. Bis der Ritter in der schwarzen Rüstung dich rettet! Ja, es ist alles bedeutend. Liebe und so. Bist extrem. Extrem dämlich. Mach die Augen auf! Wach auf! Es ist dein Leben. Du machst es dir kaputt. Kein Anderer.

    ... Wie er jetzt wohl sagen würde, nen kleinen Schuss so mit Leben und Therapie haste ja schon immer gehabt ...

    kk.

  • bin bei freunden und muss schon den ganzen abend lachen. haben einen schönen fernsehabend und quatschen und nehmen uns selbst nicht so ernst. eben kratzten wir uns selbst (ich mir den rücken) lachten über unsere flöhe und ich musste daran denken, welche kratz"orgien" ich mit meinem -

    wie nenn ich dich denn jetzt bloß? ich wünsche mir einen namen für dich.

    - na, ihr wisst und ich weiß, wen ich meine - das muss jetzt reichen -

    wir veranstaltet haben. den körper kratzen, die haut reißen, ein glücksgefühl nach dem anderen. ja, auch in den einfachen dingen kann man eine tiefe befriedigung finden. das ist noch nicht einmal schwer.

    morgen machen wir ein verspätetes oder nachgezogenes weihnachtsessen für mich, weil mein weihnachtsessen letztes jahr so grottenschlecht war. es gibt enten - 3 stück mit klößen und rotkohl. 12 leute sind geladen. das wird lustig. das wird lecker! das wird hoffentlich reichen ;)

    ich wünsche allseits einen guten abend. manchmal muss man sich selbst einfach mal loslassen und das schöne in den kleinen dingen genießen. das leben ist es wert. menschen sind es wert. wir sind es wert. ich bin es wert.

    kk.

  • veräppelt wurde ich heute abend auch mehr als genug. mir wurde ein keks angeboten. angeblich ein feiner und leckerer roggenkeks. es war ein hundekeks. habt ihr schon mal einen hundekeks probiert? der schmeckt nach nix, vielleicht nach hundespucke... :))) warum hunde das wohl gern essen? der anbietende meinte eben: er hätte nicht gedacht, dass ich ihm den keks abnehme. er ist völlig schuldlos. er wäre nie auf die idee gekommen, dass ich ihn annehme, aber als er gesehen hat, dass ich ihn nehme, dachte er, er lasse mich mal machen ... ;))))))

    so ist es, ein berauscht fühlen im lachen. lachen. lachen. lachen.

  • Hallo Katrin,

    ich bin wieder da, hab dich nicht vergessen und auch an dich gedacht.

    :D

    Die Tage mehr, möchte auch noch gern auf deine Beiträge eingehen.
    Heute nur mal ein kurzes Lebenszeichen an dich.

    LG
    Verflixt.

  • Liebe Koketterie,

    8) hey...Du liest Dich ja komplett nach Koketterie! Wauw....ich finde Deinen "Jahresabschlussbericht" super und ebenfalls, dass Du/ihr nachträglich für ein spitzen Weihnachtsessen gesorgt hast/habt und dass ihr die Urrrrrrrrrrgaudi hattet.

    Das Leben ist ein stetiger Wandel, ... ich brauch nur aus dem Fenster rausschauen...boaaaaaaaah Schnee. Na ja, und da fällt mir wieder ein, was ich vor kurzem erst gelesen habe, nämlich, dass unsere innere Einstellung zu den Lebensumständen dafür sorgt, ob wir glücklich sind oder nicht.

    Wir haben uns Glück verdient, auf alle Fälle. Und wir dürfen dafür sorgen, dass wir Glück in unser Leben ziehen. Innerer Reichtum ist 100000000000000 Mal mehr wert als äußerer. *hach* Das Leben ist wirklich spannend, aufregend und schön.

    Das Jahr 2009 soll Dir gaaaaaaaaaaanz viel Freude bringen und Liebe und Glück.... das wünsche ich Dir von ganzem Herzen.

    Gaaaaanz viele liebe Grüße
    und eine herzliche Umarmung,
    Ingrid :D

    PS: Vielleicht schaffst Du es einmal in den Montags-Chat (20 - 22 Uhr), da sind total viele, liebe, lustige, Menschen ... ich übrigens auch. 8)

  • Juhuhuhu... :]]]] Ein Jahr!!! Erstes Jahr!!! Geschafft!!! Happy Birthday to me! Aufgewacht, weiter gemacht, ohne Drogen gelacht!

    Einen guten Tag an Alle, Jeden ... im Vorwärtsgang, geradeaus!

    Juhuhuhuh!

    Ich schmeiß 'ne Runde Glücksklee für Alle ;]

    koketterie

  • Gedanken machen, Gedanken sammeln. Tiefer gehen. Tiefer rutschen. Gleiten in die Eiszeit in der heißen Wüste meines Gefühlslebens.

    Leiden. Mit welchem Hintergrund? Immer und immer wieder. Krank fühlen. Mit welcher Bühnenwirkung? Tag ein Tag aus. Ein unbewusstes und nun schon fast bewusstes Nicht-Festlegen-Wollen auf ein Für-Immer-Gut, Für-Immer-Gesund. Vielleicht aus Angst vor weniger Wachstum dabei. Vielleicht die Angst vor dem eigenen inneren Stillstand im Gutfühlen.

    So bin ich ein Blender. Kann es nicht sagen: es geht mir schlecht, wenn es so ist. Will Allein wandern durch die Wüste und immer genug Wasser dabei haben, um auch noch eines Begleiter Durst zu stillen. Will immer sagen, es geht mir gut. Oder Schweigen. Hilfe suchen? Hilfe annehmen? Im Außen zeigen, dass ICH Schwächen habe?!

    Die Bedeutung? Wenn es keine Bedeutung hat, nicht Drogen zu nehmen, dann kann ich natürlich auch welche nehmen. Wenn es keine Bedeutung hat, dass ich mich nicht liebe, dann muss ich es ja auch nicht tun. Es hat kein Gewicht. Wenn es Bedeutung hat, Jemandem etwas Gutes zu tun, mich woanders zu fühlen, weil ich mich da fühle, dann gehe ich dem natürlich nach. Ich bin ja nicht krank …!

    Krank und Gesund. Die Heizung ist kalt trotz dem in voller Höhe angeschalteten Thermostats. Zu viel Luft im Radiator. Muss öfter mal entlüftet werden, denn Luft steigt ja bekanntlich nach oben. Vielleicht habe ja auch ich zuviel Luft im Körper und muss mich öfter mal entlüften. Zu viel Luft im Kopf, denn Luft nach oben, und dann fällt das Denken schwer, weil das Gefühl ja kein Gewicht hat. Dann bleibt wohl nur noch Atmen.

    Atmen? Lieber rauche ich ein zwei drei oder acht Zigaretten in der Stunde und das stundenlang und tagelang, nun schon jahrelang. Taubheit, wenigstens legal, aber das ist ja Kamerad Alkohol auch. Angelacht. Ja, der stolze Schulterhieb, ein Jahr nun schon geschafft ohne Drogen! Ausgelacht. Spieglein Spieglein an der Wand, wer ist wohl die schlaueste Selbstbetrügerin im ganzen Land?

    Grüße an diese jene welche, Grüße an mich.

    kk.

  • Ich merke immer wieder, wie sehr abhängig ich noch von äußeren Einflüssen bin, damit ich mich gut fühle. Wenn ich mal nicht das bekomme, wie ich es gerne möchte, dann bringt mir das zu Hauf schlechter Laune. Wenn ich etwas vorhabe, was mich mit anderen Menschen verbindet, eine Verabredung etc. dann steigt mein Freudepegel zum Teil fast ins Unermessliche. Auch wenn das Treffen dann nicht so interessant ist oder gar ausfällt, die Vorfreude bringt mir ein Gefühl von steter Freiheit. Über uninteressante Treffen ärgere ich mich nicht mehr. Über Absagen schon viel mehr. Anstelle in der mir dann gegebenen Zeit etwas Gutes für mich zu tun, verbringe ich die Zeit lieber damit zu schmollen oder mich in meiner Trägheit zu suhlen. Es ist dann wie Engel links und Teufel rechts. Der Engel meint, ach lass doch, ist doch jetzt eh wie es ist. Der Teufel meint, wieso lassen, wer bin ich denn, dass man mir einfach so absagt nach Lust und Laune. Am Ende weiß ich, dass mir letztlich auch wieder nur gespiegelt wird, wie ich selbst bin, auch gerne mal absagte oder mich garnicht erst festlegen wollte. Und dann bleib ich halt faul. Aber Anstelle mich dann in meiner Faulheit wohl zu fühlen, mache ich mir ein schlechtes Gewissen darüber, was ich jetzt alles machen könnte und verpasse. Doch ich habe keine Lust mich woanders abzulenken. Denke mir, diese Ablenkung lenkt mich dann ja auch wieder nur von mir ab. Wo wohl wieder das Maß der Dinge zum Tragen kommt.

    kk.

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