Zitat von EtteGuten Morgen,
ich hasse diese Weihnachtsfeiern! Aufgesetzte Harmonie und die Legitimation, hemmungslos dem Konsum zu frönen. Schließlich müssen wir ja Geschenke machen. Allerdings – Marzipankartoffeln und Nusskekse, die kann ich gut haben.
Ette
Ja, wenn Weihnachten eine kommerzielle Pflicht ist, finde ich es auch furchtbar. Ich mag beispielsweise oft nicht auf die vielen Betriebsfeiern gehen, da ich bis November diesen Jahres für 3 Standorte eines großen Unternehmens zuständig war, hatte ich immer drei davon. Doch wenn ich ehrlich bin, nachdem ich mich dann pflichtbewusst aufgerafft hatte, war es doch auch immer schön und oft lustig. Man kam immer einmal dem ein oder der anderen Kollegin näher, erlebte sich mal ausgelassen und von der privaten Seite.
Ansonsten ist Weihnachten für mich ein Familienfest und eine schöne Tradition. Wir haben feste Rituale, die ich zum Teil von meinen Eltern übernahm und die heute meine Kinder einfordern. So wird der Baum erst am 24. geschmückt und die Kinder sehen ihn erst kurz vor der Bescherung. dieses Jahr schmückt ihn mir eine moslimische Nachbarin, während wir in der Kirche sind. Es gibt auch immer Fondue und erst am 1. Weihnachtstag einen Braten.
Normalerweise gehen wir nicht in die Kirche, doch dieses jahr spielt meine Jüngste die Maria. Sie wollte unbedingt in eine Theatergruppe und das Krippenspiel ist für sie ihre erste Erfahrung. Danach werden wir weiter sehen. Mein Sohn kommt auch aus Bonn angereist.
Auch zögere ich traditionell die Bescherung hinaus, indem ich eine Geschichte vorlese oder die Kinder etwas aufsagen, singen oder vorlesen. Selbst mit 22 Jahren spielt mein Sohn noch mit. Nach der Bescherung machen wir einen Nachtspaziergang. Dieses Jahr geht es in unseren Garten und dies vor der Bescherung. Dort werden wir Leuchtlaternen steigen lassen. Und, wie bei Pipi langstrumpf, werden die Geschenke im (Apfel)baum hängen. (das machen die Gartennachbarn für mich, die auch im Winter in ihrer Laube leben) Ich freue mich darauf. Früher war immer mein Vater und meine Schwester oder Nachbarn mit bei der Weihnachtsfeier. Dieses Jahr werden wir unter uns sein. aber am 25, kommen die neuen Freunde meiner Töchter, die Tochter meines Lebensgefährten und meine Nachbarin und am 27. fahren wir nach Bonn.
Ich habe auch schon Weihnachten alleine gefeiert. Meine Kinder waren auf dem Reiterhof. Auch das war schön. Ganz ruhig und entspannt. Ich kochte mir ein leckeres Essen und genoß den Baum im Kerzenschein. Das ist eine weitere tradition. Grundsätzlich leuchten vom 24. - 26. Dezember Wachskerzen im Baum, erst danach setze ich eine Lichterkette. Für mich ist Weihnachten ein Familienfest, ein fest der Freude und der Gemütlichkeit. Ich schenke gerne, sowieso, das ganze Jahr hindurch. Aber Weihnachten ist es halt besonders spannend. Ein wenig Mystik und Zauber zelebrieren, auch wenn wir alle doch aufgeklärt sind, ist einfach schön.
Mein Lebensgefährte hat sich der Feier eigentlich schon entzogen, als klar wurde, dass mein Sohn kommt. Er fühlt sich eh oft ausgeschlossen, von den Kindern und mir und als dann noch mein Sohn dazu kommen sollte, den ich nun 1 Jahr lang nicht sah, ist es ihm zuviel geworden. Hinzu kommt ja noch, dass wir vereinbarten, in Gemeinsamkeit kein Alkohol zu trinken, sein "Schutzmantel" also weg ist. Ich plante ihn dennoch bis zur letzten Aussprache gestern mit ein. Jetzt bin ich dankbar, dass er mit seinem Rückzug mir ein entspanntes und ruhiges Weihnachtsfest läßt und ich werde mich freuen, wenn wir es schaffen werden im nächsten Jahr gemeinsam feiern zu können. Er hat mir aber gestern bereits ein schönes Geschenk gemacht. Er hat verstanden, weshalb ich so empfindlich auf seinen Alkoholmißbrauch reagiere und wir machten für den 9. Januar einen Termin bei der Familienberatung. Das ist sehr sehr schön, denn unsere Patchworksituation ist sehr komplex und wenn wir so uns klären können ist dies ein Anfang. Darin steckt eine reale Chance für uns, auch mit Blick auf Alkohol- und Co-Abhängigkeit.
Orlando