Zwei Schritte vor und einen zurück

  • Recht hast du!

    Ich kämpf noch ein bisschen um mich so weit freizuschwimmen, auch bei den Kindern, aber ich
    schaff das schon noch.

    Bei meinem Mann klappt das schon einigermaßen, aber wie machst du das bei deinem Sohn? Ich hab auch einen und dazu noch 2 Weiber, ganz schön nervtötend manchmal.

    julchen

  • Ich hab ja deren drei.
    Aber der mittlere ist die größte Herausforderung, sozusagen mein Meister.
    Denn er drückt bei mir ale Knöpfe, die nur zu drücken sind.
    Er spürt jede Schwäche, jede Schwingung, einfach alles.
    Letztes Jahr war für ihn -wie für alle- auch sehr schwierig, weil ich sozusagen dauerschwach war.
    Er antwortet darauf halt mit Provokation. Ich merke richtig, wie es ihn aus der Bahn wirft, wenn ich schwächle.
    Kennst du den Pumuckl?
    Nimm den mal 3, dann hast du ein gutes Bild von ihm.
    Aber er ist großartig, kein Duckmäuser, er gibt nicht auf. er setzt sich durch.
    Wie gesagt, wenn ich klare Ansagen mache und Stärke ausstrahle, dann akzeptiert er eher was, aber wenn ich schwanke, zieht er alle Register.
    LG Thelma

  • Mein Großer hilft mir sehr viel, aber ich muss auch aufpassen daß er nicht übertreibt mit seiner Rolle als Mann im Haus. Er denkt dann manchmal es läuft nach dem Motto alles hört auf mein Kommando, Mutter eingeschlossen.

    Wie stehen deine Kinder zu ihrem Vater?

    Meine gehen alle drei auf Distanz. Sie reden zwar schon mit ihm, wenn er mal kommt, aber keiner sucht Kontakt zu ihm. Aber ich rede ihnen auch nicht mehr zu den Papa doch mal anzurufen oder so. Sollen sie selbst entscheiden.

    julchen

  • Nur der jüngste(11) ist unser gemeinsamer Sohn, die anderen hab ich schon mitgebracht.
    Mein Mann hält sehr liebevollen Kontakt zu seinem Sohn.
    Dieser ist seit kurzem nämlich stolzer Besitzer einer eigenen e-mail-Adresse.
    Ich hab das Gefühl, mein Mann will nach seinem Erwachen halt auch viel gutmachen, nachdem er während der "Nassphase" nur genervt war.
    Der regelmäßige Kontakt tut NR.3(ist kürzer) sehr gut, er wirkt schon nach einer Woche viel stabiler. Er ist unheimlich stolz auf seinen Papa.
    Der große(16) geht seinen Weg, meinem Mann ist er immer aus dem Weg gegangen, wenns ihm unangenehm war. Aber er steht dem ganzen recht gelassen gegenüber.
    Er weiß, was er will, geht seinen Weg auf recht unspektakuläre Art. Ja, und vom Mittleren hab ich schon ein bisschen erzählt. Da prallen zwei Egozentriker aufeinander. Die Beziehung zw. ihm und meinem Mann ist schwierig.
    Aber dieses Thema hat mein Mann zum Schwerpunkt seiner Kur gemacht . Worüber ich mich sehr freue.
    Bis später, Julchen,
    muss jetzt kochen und dann in die Arbeit.
    Thelma

  • Hallo,
    hab grad noch mal über mein "Schlüsserlebnis" nachgedacht.
    Ist es nicht traurig, da stellt eine "erwachsene" Frau von 41 Jahren fest, dass sie sich in einer Konfliktsituation mit dem Partner zum ersten Mal nicht mehr wie eine Hosenbieslerin verhalten hat und ist stolz drauf wie klein Erna.
    Jetzt wirds aber echt Zeit. Oh, oh, oh.
    Julchen und Andrea, als ich euer "das hast du gut gemacht" gelesen habe, hab ich mich echt gefreut.
    Versteht mich nicht falsch, ich freue mich über jede Anteilnahme an meiner Geschichte, aber es kann echt nicht sein, dass ich ein Schulterklopfen brauche für ein ERWACHSENES Verhalten.
    Wieder um eine Erkenntnis reicher.
    Allerliebste Grüße von der aufwachenden
    Thelma

  • Hallo Thelma,

    na klar :lol:

    Erstmal siehe Hier.

    Ich mache es immer folgenderweise:

    Ich markiere den Satz oder Sätze aus dem Post, gehe mit der rechten Maustaste auf *Kopieren*, dann auf *Antwort erstellen* und mit der rechten Maustaste wieder auf *Einfügen*.

    Wenn Du einen kompletten Text haben möchtest, dann gehst Du rechts auf *Zitat* und dann hast Du den ganzen Text in dem *Antwort erstellen* Fenster, den Du dann beliebig weglöschen kannst, welchen Teil Du nicht möchtest.
    Die Sätze, die Du dann haben möchtest und hervorheben möchtest, markierst Du dann wieder und gehst dann oben auf*quote*.


    Das war es eigentlich. Wenn Du auf *Vorschau* gehst, siehst Du Deine Versuche. Einfach mal probieren :lol:

    Liebe Grüße

    S.Käferchen

  • Hallo Käferchen,

    Erstmal siehe Hier.

    Hab ich gemacht, aber nix kapiert. Bin in Sachen Computer-Technik ne absolute Nullnummer. Werde deswegen von meinen Söhnen immer aufs schärfste gemobbt.
    Aber dank dir hab ichs endlich hingekriegt.
    Vielen Dank,
    LG Thelma :D:D:D

  • Hi, Andrea,
    mir geht es super gut.
    Ich war heute mit den Jungs Skifahren.
    Also, diesen Tag werden wir lange nicht vergessen.
    Sonnenschein, blauer Himmel, wenig los, traumhafte Pisten.
    Und heute abend fand unser taditionelles Dorffest statt:
    Christbaumverbrennen.
    Ab 19.30 gibts Kesselgulasch, aufgewärmt überm Lagerfeuer, danach werden nach und nach sämtliche mitgebrachte Christbäume ins Lagerfeuer "gelegt" und verbrannt.
    Da es mittlerwiele 1:30 Uhr ist, kannst du dir ungefähr ausmalen, welchen Stellenwert dieses Fest bei uns hat.
    Trotzdem möchte ich trotz fortgeschrittener Stunde nicht versäumen, hier im Forum reinzuschauen.
    Andrea, ich hoffe, du kommst klar,
    danke der Nachfrage,
    Dicken Drücker für dich und alle, die hier lesen,
    Thelma

  • Hallo,
    mein Mann ist jetzt fast zwei Wochen auf Kur und schon merke ich, wie unser gemeinsamer Sohn aufblüht und selbstbewußter wird.
    Bis jetzt hat er sich immer für seinen Papa geschämt, war in ständiger Lauerstellung, weil wir so viel gestritten haben, wollte ihn nicht mehr umarmen, weil es ihn angewidert hat.
    Er hat sich die letzten zwei Jahre geistig kaum weiterentwickelt. Wollte immer klein sein, zurück in den Kindergarten (mit 11 Jahren!).
    Jetzt, zum ersten Mal, ist er auf seinen Papa stolz. Sie sind in ständigem liebevollem Kontakt, das tut ihm so gut.
    Er hat in seinem Zimmer von selbst Ordnung gemacht, seine Tics sind verschwunden, er ist wie ausgewechselt, einfach guter Dinge und stabiler.
    Mir wird Tag für Tag klarer, wie zerstörerisch der Alkoholismus für jedes einzelne Familienmitglied ist(war).
    Wie krankhaft normal so ein abnormes Leben werden kann. Jetzt, wo ich ein bisschen Abstand habe, kann ich schon nicht mehr verstehen, wie ich das nur so lange aushalten konnte. Naja, ausgehalten hab ich es ja nicht, aber ich habe bis zum Zusammenbruch weitergewurschtelt, versucht, die Kinder und mich so unbeschadet wie möglich durch die ganze Sache zu lotsen. Ein uferloses Unterfangen.
    Wenn wir telefonieren, hab ich immer das Gefühl, er will von mir hören, wie sehr ich ihn vermisse und liebe.
    Ich bringe es aber nicht über die Lippen. Ich brauche einfach noch Zeit. Und lügen kann ich nicht.
    Meine Liebe zu ihm ist in den letzten zwei Jahren ziemlich erloschen.
    Als er vor vier Jahren eine 22 monatige Trinkpause eingelegt hatte, war ich so glücklich, voller Liebe und Dankbarkeit.
    Als das Ende dieser von ihm festgelegten Zeit näherkam, wurde ich immer nervöser, die nackte Panik kroch mir den Rücken hoch.
    Er wollte nun kontrolliert trinken, das ging natürlich total in die Hose.
    Es wurde schlimmer als je zuvor.
    Und in mir starben peu a peu die Gefühle zu ihm ab.
    Ich habe höchsten Respekt vor diesem riesen Schritt, den er nun geht.
    Ich bin stolz auf ihn.
    Aber ich kann ihn nicht lieben. Noch nicht? Ich würde es so gerne.
    Ich treibe auch keine Spielchen.
    Und ich hab auch das Gefühl, dass er trocken bleiben wird.
    Die größte Angst hab ich vor mir selber.
    Dass ich,wenn er wieder zurück ist, in alte Verhaltensmuster zurückfalle.
    Dass ich ihn garnicht mehr will.
    Was ist nur los?
    Wo bleibt dieses Glücksgefühl wie vor vier Jahren?
    Ich bin im wahrsten Sinne des Wortes so ernüchtert.
    Kompromisslos. Ich muss aufpassen, das ich nicht zu kompromisslos werde.
    Ich fürchte, ich bin nicht mehr beziehungsfähig.
    War ich das überhaupt jemals?
    Ich wünsche mir schon, dass wir zusammen weitermachen, aber ich merke, dass ich sehr egoistisch werde.
    Ich spüre seine Enttäuschung, wenn ich nicht so reagiere, wie er sich es wünscht. Aber ich kann einfach nicht.
    Er ist eingebettet in einen geschützten Therapierahmen, von allen Seiten brechen die Wunden auf, Gefühle, die jahrelang weggespült wurden, kommen hoch, die ganze Seele wird freigelegt.
    Klar, er ist gerade so offen, verwundbar, liebebedürftig.
    Und ich habe dauernd das Berdürfnis, mich weiterhin von ihm abzugrenzen.
    Mich emotional nicht mehr zu verstricken.
    Ich will nicht mehr verletzt werden.

    Nachdenkliche Grüße von Thelma
    :?

  • Ich nochmal
    Es tut mir so leid,
    wenn ich meinen Mann erlebe in seiner Euphorie.
    Er malt sich unsere Zukunft in den schönsten Farben aus, schmiedet Pläne und ich kann mich nicht freuen, mir schnürts noch die Brust zusammen.
    Er will aus seiner Isolation raus, zur Familie finden, ich nur frei sein.
    Ich freue mich FÜR ihn, aber nicht auf ihn.
    Für manche von euch sind meine "Sorgen" sicher lachhaft, Jammern auf hohem Niveau.
    Wenn ich mir da andere Geschichten anschaue, schmerzvolle Trennungen, finanzielle Sorgen, Gewalt, Vernachlässigung der Kinder...

    Tut mir leid.
    Wird schon schiefgehen.

    Thelma

  • hallo thelma,
    ich habe dich gleich gefunden. deine sorgen sind nicht lachhaft und man darf so was nicht so einfach stehen lassen. schließlich hängt sein weiteres schicksal deine zukunft und das eurer kinder davon ab. du bist dir total unsicher nach dieser großen enttäuschung und spielst mit gedanken der trennung. er arbeitert fern von dir gegen seiner trunksucht und will dich auf teufel komm raus wieder gewinnen. das du dich verändert und zweifel hast entgeht einem suchtkranken nicht er spürt das.
    jetzt zu deinem mann er hat das thema alkohol nie abgeschlossen. allein der gedanken eine bestimmte frist trockenzubleiben und dann weiter kontrolliert zu trinken geht bei einem süchtigen leider in die hose. der körper und geist eines süchtigen haben sich an den jahrelangen misbrauch gewöhnt und werden sofort wieder aktiviert wenn alkohol zugeführt wird aber ein trockener alkoholiker weiss das. ich an seiner stelle würde auch hoffen dich nicht zu verlieren würde auch um meine beziehung kämpfen. nur ich kann keine luftschlösser bauen in der hoffnung du ziehst wieder ein und versprechungen machen die ich schon einmal gebrochen habe. verschenktes vertrauen läßt sich einfach nicht geradso aufbauen geradso nebenbei. klasse ist das er wieder versucht trocken zu bleiben, aber warum hat er diese kraft nicht genommen und ist weiter trockengeblieben. ich müsste akzeptieren wenn meine frau sagen würde es tut mir leid aber ich kann nicht.
    du must wissen was du willst. meine frau und ich sind seit über 30 jahren verheiratet und haben unsere hörner abgestossen. das knistern der ersten jahre ist vorbei. wir haben beide unsere fehler müssen dies gegenseitig tolerieren. wir haben beide höhen und tiefen durchgemacht, schicksalschläge probleme gehabt, wir haben 3 kinder auf die wir stolz sind großgezogen. beide sind wir jetzt jenseits der fünfzig da stellte sich auch bei uns die frage was wollen wir. ich bin sehr froh meine frau hat sich für mich entschieden und ich hoffe das meine nüchternheit bestand hat.
    die frage must du dir auch stellen, mach ich will ich und letzlich kann ich mit diesem mann nochmals von vorne anfangen, lieb ich ihn noch, kann ich jeweils wieder vertrauen haben. wenn du dich quälst hast du und auch dein mann nichts davon und beim nächsten problem stehst du wieder an der wand. uns beiden war dies klar.
    eines muss ich ich dir aber auch noch sagen. meine frau und ich stehen im spätsommer unseres lebens und wir beiden haben schon manches . erlebt ob im bekannten- oder im verwandtenkreis. oft wurden probleme anderer durch das beenden einer beziehung nicht gelöst. eine idealpartnerschaft habe ich leider noch nie erlebt sehr wichtig ist das ihr beide miteinander darüber redet.
    LG Harald

    Liebe Grüße
    Harry

  • Lieben Dank für deine Antwort, Harry

    Vor allem deine letzten beiden Sätze bauen mich auf. Wenn man sich sog. "normale " Beziehungen betrachtet, stößt man auch auf Probleme, durchaus auch auf Abhängigkeiten unterschiedlichster Couleur. Muss garnichts mit Suchtstoffen zu tun haben. Vielleicht wird unsere Beziehung nach dieser ganzen überstandenen Chose ja ehrlicher und besser als so manche "normale", wer weiß?

    Gottseidank kann ich mit meinem Mann gut reden.

    Was mich einfach so irritiert, ist, dass unsere Beziehung bis einen Tag vor seiner Abreise zur Kur unter unerträglichen Spannungen litt, eben mit diesen erwähnten Verbalattacken und Wutanfällen. Ich konnte mich am Schluss einfach nicht mehr schützen, weil meine Kraft verbraucht war.
    Jetzt ist er 13 Tage weg- und plötzlich wie ausgewechselt. Voller Sehnsucht, Liebesbekundungen gegenüber seinem Sohn, neu erwachter, nie dagewesenem Familiensinn...
    So schnell?
    Seine Stimmungen waren immer sehr wechselhaft- ich denke, suffbedingt.
    Aus 700 km Entfernung kann man leicht lieben.
    Ach, ich lass es jetzt auf mich zukommen, dann werden wir ja sehen, was aus uns wird.
    Ich lasse ihn auch absolut in Ruhe, spreche nicht über meine Zweifel. Er hat jetzt genug mit sich zu tun.
    Und ich mit mir.
    Momentan genieße ich die Ruhe und Entspannung.
    Die Zeit mit meinen drei Jungs.
    Und- ja, meine Freiheit.
    Es sind ja noch 14 Wochen, bis er wieder da ist.
    Ein- oder zweimal soll ich wohl kommen, um in die Therapie eingebunden zu werden.
    Das finde ich sehr gut.
    Harry, schön, dass es bei euch gut läuft, das freut mich von Herzen, ehrlich.
    Ich freue mich über jede "Erfolgsstory".
    Sehr liebe Grüße von
    Thelma

  • hallo thelma,
    war gerade unterwegs beim training sonst hätte ich dir gleich geantwortet.ich habe deine vorgeschichte noch nicht gelesen werde dies aber noch nachholen.ich kann sehr gut nachfühlen wie es dir geht und wie du dich fühlst. nehme und gönne dir die zeit wo du alleine bist mache einen spaziergang oder lehne dich ganz entspannt zurück und denke über das ganze nach du hast ja noch ein bischen zeit. überlege dir genau was du willst es ist in erster linie dein leben eine aufopferung nur für die kinder zählt nicht. siehst du eine chance mit deinem mann neu zu beginnen ? fehler aus der vergangenheit die sind gemacht, die kannst du nicht mehr ändern. übe auch selbstkritik so fair muss du sein. wenn du eine chance siehst ergreife sie. sprich offen mit deinem mann darüber denn er hat mir eins voraus er kann gut mit dir reden wie du schreibst. im muss auch klar sein, glück, liebe und was dazugehört findet man nicht so einfach auf der strasse. man muss daran arbeiten und das jeden tag. vergiss was bei der abreise war, er hat es sicher schon bereut. da schaukeln sich bei ihm emotionen, ängste und unsicherheiten auf, ich glaube nicht mal das diese suffbedingt waren. Stimmungsschwankungen sind zwar bei alkoholiker an der tagesordnung, aber ich glaube in diesem fall sind es bei im reine ängste er will euch nicht verlieren. wenn er euch nicht verlieren will muss er nach seiner kur eine menge tun und endlich für sich ins reine kommen.
    was glaubst du was bei mir in den vergangenen monaten alles durch den kopf ging ? meine frau wusste was in mir vorging und hat mich am anfang auch diese zeit gelassen um mit mir ins reine zu kommen. aber sie hat mir auch ganz klar verdeutlicht ohne wenn und aber was sie von mir erwartet. das ganze ist schließlich ein gegenseitiges geben und nehmen eben eine partnerschaft.
    das mit dem gut laufen ist wieder eine andere sache. wenn es mal so ist fliegen auch mal wieder die türen lautstark zu. bei uns kommt da nie langeweile auf

    lieber gruss harald

    Liebe Grüße
    Harry

  • Lieber Harry und alle, die mich lesen,

    ich komme gerade von der Therapie.
    Was mich wie gesagt, irritiert, sind diese dauernden Liebesbekundungen meines Mannes.
    Dieses Ausmalen unserer gemeinsamen Zukunft verbunden mit Versprechungen an die Kinder, an die sich sich dann klammern, bes. der Kleine.
    Ist das Teil der Krankheit?

    Dieses fast schon manische, euphorische Verhalten.

    Ich werde ihm heute sagen, dass ich den Kontakt auf ein Minimum reduzieren will, weil es mir einfach nicht gutgeht damit.
    Mir schnürts Kehle und Brust zusammen.
    Ich hoffe, dass sich diese Gefühlsschwankungen mal auf ein Normalmaß einpendeln.
    Solange will ich am besten gar keinen Kontakt.
    Ich will auf jeden Fall aus der gegenseitigen Kontroll-Geschichte raus.
    Muss lernen, mich bei Streitereien mit den Kindern rauszuhalten.
    Sonst verlängere ich den Konflikt nur.
    Wie immer, an der Co-Abhängigkeit arbeiten, an vielen Ecken und Enden.
    Aber Schritt für Schritt.
    Mir gehts ja gerade blendend.
    Zum ersten Mal in meinem Leben genüge ich mir selbst.
    Zum ersten Mal macht mir der Gedanke, allein zu leben, keine Angst mehr.
    Dafür war das Ganze allemal gut.
    Wenn ich es noch schaffe, wenn er wieder da ist, bei mir zu bleiben, mich eben nicht mehr in seine Geschichten zu verwickeln, mir nicht mehr SEINEN Kopf zu zerbrechen, dann ist schon viel gewonnen.
    Vielleicht können wir einigermaßen friedlich miteinander umgehen.
    Eine Liebesbeziehung kann ich mir im Moment einfach nicht mehr vorstellen.

    LG Thelma
    :?

  • Hallo Thelma

    vielleicht kannst du dir eine Liebebeziehung im Laufe der Therapie wieder vorstellen.

    Als mein Mann letztes Jahr weg war, hab ich in dieser Zeit viele Gefühle durchlebt. Ich war allerdings nicht so weit wie du, ich wusste noch nichts von Co und dachte wir!! müssen es schaffen, komme was da wolle.

    Am Anfang als er weg war war ich nur erleichtert. Ich wollte nichts von ihm hören, weil er dann seine Probleme bloß bei mir abgeladen hat. Wenn abends das Telefon geklingelt hat, hab ich Magenschmerzen bekommen. Es war von meiner Seite auch viel Wut da, auf die Situation und daß ich wieder alles allein schaffen musste. Im Laufe der Zeit, wurde dann alles ruhiger und im letzten Drittel kamen dann bei meinem Mann die Liebesschwüre. Ich hatte dann jedoch soviel Abstand, daß ich das geniessen konnte. es war so unbeschwert und sorglos, wie in der ersten Zeit wenn man sich kennenlernt.
    Ich hatte damals die Verantwortung für meinen Mann abgegeben, das war schön. Aber ich hab damals nicht die Verantwortung für mein Leben übernommen, hab alles von seinem Erfolg oder MIßerfolg abhängig gemacht.
    Mach du es besser und mach was für dich das Richtige ist. Du machst das sehr gut!

    julchen

  • hallo ihr

    wer weiss was kommt. das wichtigste ist in allen dingen sich selbst dabei nicht zu vergessen. thelma du bist auf dem besten weg der dir passieren kann du denkst an dich und dein leben und machst dir nicht den kopf um ihn. du weisst wie schwer auch ich mir tuh damit, man kann oft nicht aus seiner haut. aber ich meine man kann es schritt für schritt tun und fehler pasieren da allemal. wir sind auch nur menschen. nur ich meine ich muss mir die fehler eingestehen und darauf reagieren um das nächste mal nicht den gleichen zu machen. so lerne ich nach und nach aus dem verantwortungsgefühl zu entkommen. ein ziel muss es aber für uns alle geben:irgendwann ein unabhängiges selbsbestimmtes leben zu führen das uns keiner mehr in diese abhängigkeit bringen kann und daran haben wir hart zu arbeiten.

    alles liebe melina

  • Danke, ihr beiden, für eure Antworten,
    ich denke auch, dass ich auf einem guten Weg bin.
    Drei Klein-Jobs, die mir sehr viel Spass machen, vor allem die Arbeit im Sportgeschäft,
    wenige, aber echte Freunde,
    Hobbies, Sport,
    drei super Söhne, die ich über alles liebe.
    Ich fühle mich stark wie nie zuvor in meinem Leben.
    Unabhängig und frei.

    Ich wünsche meinem Mann, dass er für sich so viel wie möglich aus der Kur rausholt.

    Und ich hänge nicht mehr an dieser Beziehung. Vielleicht spürt er das und hat Angst.
    Wer weiß. Ich werde ihn auf keinen Fall mit Negativgedanken belasten, ich will ihm keine Steine in den Weg legen.
    Aber abgrenzen, das werde ich mich noch heute abend in aller Deutlichkeit.
    Ich will einfach weniger Kontakt. Wir sind noch viel zu sehr miteinander verstrickt, da gerät meine Stärke noch schnell ins Wanken.
    Ich will jetzt bei mir bleiben.
    Er soll sich erst mal fangen, emotional einpendeln auf ein "Normalmaß", nur um sich selbst kümmern.
    Mittlerweile frag ich mich, wer hier co-abhängig ist. Hm.

    Ich bin sehr froh um dieses Forum, das kann ich nicht oft genug wiederholen.

    Liebe Grüße,
    Thelma

  • hallo thelma,

    klar hat er angst dich zu velieren, er hängt sicher an dir wie an der flasche. er braucht dich um weitermachen zu können. du stützt ihn gibst ihm sicherheit und das lässt ihn in seiner welt behaglich beharren. er wird erst wach wenn er merkt das du nicht mehr da bist. damit entziehst du ihm den nährboden auf dem er sich ausruhen kann und dieser verlust ist schwer für ihn. ich glaube sogar dass mein ex mann mich nicht wirklich geliebt hat sondern mich nur gebraucht hat um sich in seinem alkoholikerdasein sicher zu fühlen. diese sicherheit hat er glaub ich in sich als liebe gespührt. ich weiss inzwischen wie sehr ich mich da geteuscht hatte und warum ich immer das gefühl hatte da stimmt doch was nicht.aus fehlern wird man klug.

    er muss sich erst mal wieder klar bekommen. aber nichts desto trotz eigendlich sind wir hier um uns über uns selbst gedanken zu machen und eigendlich den partner nicht mehr so wichtig zu sehen.also wie geht es dir ohne ihn zu nennen? :wink:

    ich drück dich melina

  • Wie es mir geht, ohne ihn zu nennen?
    Liebe melina,
    -gut
    -frei
    -ruhig
    -entspannt
    -ANGSTFREI!!!!
    -selbstbestimmt
    -aufgeräumt
    -auf mich orientiert
    -lebenslustig
    -selbstbewußt
    -durchschlafend
    -darum ausgeruht
    -rundum zufrieden

    Tja.

    LG Thelma

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