Trennung durchhalten??

  • Hallo ihr!

    Bin froh jetzt mal jemand zu haben, der "Ahnung" hat!

    Ich hab mich vor paar Wochen zum x-ten Mal von meinem abhängigen Freund getrennt (wir waren 5 Jahre zusammen,mit Unterbrechungen). Diesmal ist es aber irgendwie anders.. Ich bin mir so sicher, was ich will. Fühle mich aber grade deswegen so schuldig und frage mich dann, worher ich mir das Recht nehme jetzt einfach so weiter zu leben, als ob nichts gewesen wäre und er?? Stürzt ab, weiß nicht mehr weiter (hat er mir ja auch oft genug unter die Nase gerieben! "wen hab ich denn noch wenn du weg bist? DU hast ja deine Familie und Freunde!")

    Obwohl ich weiß, dass ich meinen Weg gehen muss, fällt es mir so schwer von ihm loszulassen. Sicherlich, er hinterlässt eine riesige Lücke. Auch, weil ich ihn sehr geliebt habe. Weil ich seine "andere Seite" kenne.

    Er ist nie aggressiv gewesen. Im Gegenteil, eher so der Jammerlappen. Psychischer Druck auf ne mitleidserregende Art und Weise.

    Jeder sagt mir, ich soll froh sein ihn los zu sein. Bin ich einerseits ja auch. Aber die haben alle leicht reden! Schick mal den Mann weg, den du liebst, weil dir klar wird, dass er es nicht schafft! Da sag ich nicht einfach "Ciao" und geh weiter! Nö, da denk ich trotzdem jede verdammte Minute an ihn, wie´s ihm geht, was er macht... ist doch eigentlich egal! Sollte nach mir schauen...

    Ist aber nach so langer Zeit Mami spielen nicht so leicht.

    Wie schafft man das, alles zu vergessen? Oder soll man´s überhaupt vergessen? Ich war nie so der "Verarbeiter". Eher Verdrängungskünstlerin. Hilft aber nicht mehr...

    Also, wie verarbeite ich das alles? Und vor allem, wie komme ich von ihm weg? Denn eins ist sicher.. der Teufelskreis sitzt so tief, dass wir nie wieder ein Paar werden könnten. Ich hab ihm nie helfen können und werd ich nie. Die Erkenntnis ist hart!

  • :D herzlich Willkommen, hier im Forum. Um`s Vergessen geht es, glaube ich, gar nicht, sondern darum, dass wir nicht zurück in die Vergangenheit, sondern nach Vorne, Richtung EIGENER Zukunft schauen und das Ganze im Hier und Jetzt.

    Zitat

    Ich hab ihm nie helfen können und werd ich nie. Die Erkenntnis ist hart!

    Diese, Deine Erkenntnis, die ist super. Er braucht nämlich seinen absoluten Tiefpunkt, dass er für SICH selbst etwas macht, dass er, aus freien Stücken, für sich und sein Leben, ernsthaft trocken bleiben will und dafür auch in die Gänge kommt und alles Mögliche unternimmt.

    Du bist auf gar keinen Fall für sein Leben verantwortlich und Schuldgefühle brauchst Du schon gar nicht haben. Er entscheidet, ob er trinkt oder nicht. Er entscheidet, ob er abstürzt oder nicht. Er entscheidet, ob er Alkohol oder Freunde haben möchte, ...

    Ganz wichtig wäre, dass Du Dich jetzt zum Mittelpunkt Deines Lebens machst....dass Du Dir ganz wichtig wirst. Und das Schritt für Schritt ... Rom ist ja auch nicht an einem Tag gebaut worden....

    Von Herzen alles Liebe,
    Ingrid :D

  • Hallo Ingrid,

    siehst du, das mein ich.. ich les deine Antwort und die Tränen laufen nur so runter.

    Das ist es wovor ich Angst hab, dass er seinen "Tiefpunkt" erreicht. Was heißt das? Er ist erst 29! Was kann ihm passieren? Alle haben sich schon von ihm abgewendet. Schulden hat er bis über beide Ohren. Er hätte alles haben können!

    Was ist der Alkohol nur für ein Teufelszeug, das alles kaputt macht??!!

  • :D dieser sogenannte Tiefpunkt, der ist wichtig: Solange er alles hat, also Dich, Versorgung, Wärme, Liebe, .... ist ihm gar nicht bewusst oder kann es ihm gar nicht bewusst werden, was der Alkohol mit ihm macht. Er braucht ihn, den Alkohol, um scheinbar leben zu können. Da ist ihm alles andere nicht wichtig....sondern nur Alkohol, Alkohol, Alkohol, ....

    Es hört sich paradox an, aber wenn er seinen Tiefpunkt erreicht hat, aber ordentlich, dann wird er sich entscheiden. Aber er muss es machen und wollen, für sich und für sein Leben.
    Hier könnten Dir unsere trockenen Alkoholiker viel besser Auskunft geben, .... wo sind sie nur???? :lol:

    Wieso weinst Du für ihn? Er muss es sich eingestehen, dass er krank ist, er trinkt ja nicht, weil er jemanden ärgern, kränken, verletzen möchte, ... es ist eine Suchterkrankung, bei der man Hilfe braucht. Aber man muss selbst darum bitten und es auch wollen.

    Klar hätte er alles haben können und jung ist er auch ... er hat sich aber derzeit für ein anderes Leben entschieden und das kann nur er wieder ändern.

    Viele liebe Grüße,
    Ingrid

  • Liebe Malone,
    das hört sich erstmal bitter an mit dem Tiefpunkt, weil man klar erstmal Angst hat um einen Menschen, den man liebt udn ihn instinktiv beschützen möchte.
    Aber dieser Tiefpunkt ist seine und auch eure einzige Chance.
    Und niemand kann dir sagen, wann es soweit ist. So hart es sich anhört, aber je mehr er in der Sch**** steckt, also schulden hat usw , desto besser ist es. desto schneller mag es gehen. wenn erst der körperliche tiefpunkt , also die schweren krankheitsfolgen erreicht werden müssen ist vielleicht noch schlimmer. Leider ist ja seien vernunft nicht mehr ansprechbar. du mußt ebenso härte zeigen, wei du es von ihm verlangen würdest. Ob du das an seiner seite leben kannst ist eben fraglich.
    Es bedeutet ja nicht, dass du nun mit ihm nichts mehr zu tun haben mußt. aber du darfst ihn nciht noch bemitleiden und bemuttern. GAnz im Gegenteil. Forder ihn doch einfach mal.
    Geh deinen weg, such dir eine wohung und frag ihn ob er für dich renoviert. auch wenn er nciht mehr die kraft hat, keine zeit usw. Allein dass du ihm solche dinge anbietest kann ihn schon ein bißchen zum nachdenken über sich selbst bringen. Vielleicht findet er dann auch allmählich wieder einen sinn für den es sich zu kämpfen lohnt, statt sich gehen zu lassen.
    Mein freund zum Beispiel ist manchmal auch absolut pleite. ich hatte auch zunächst mitleid mit ihm, mir seine selbstmitleidsgeschcihten angehört. dann als es zu bunt wurde und ermal wieder um 5 euro schnorte fragte ich ihm, ob er nciht noch irgendwas habe, was er zum pfandleihhaus bringen könne. Und tatsächlich, als es um die eigene wurst ging gings plötzlich. Tatsächlich verpfändete er was von seinem schmuck udn war seitdem nie wieder pleite. Kann sein, dass er auch seitdem woanders schnort, aber bei mir schämt er sich wohl zumindest. Und wenn er von seinen problemen erzählt, frage ich ihn immer wieder, was Er wohl meint, wie das nur kommen kann, so als ob ich nicht drauf kommen würde, dass der Alkoholkonsum an allem schuld ist. Mitleid bekommt er nicht. Sondern nur ein scheinheiliges: Ach wirklich? Wie kann das denn angehen.
    irgendetwas muß einen Alkoholiker ja letzlich drauf stoßen, dass er abhängig ist. Gibt denn dein freund zumindest zu, dass er ALkoholiker ist?

  • Zitat von Malone


    Bin froh jetzt mal jemand zu haben, der "Ahnung" hat!

    Wirst Du hier nicht wirklich finden...denn Du weißt am allerbesten was Sache ist....

    Du bist nicht verantwortlich für Ihn und sein Leben.

    Loslassen...ist ja auch ein sein lassen...ich verstehe das auch als akzeptanz von dem was ist...ohne Gewalt - geistig, seelisch, körperlich


    Zitat

    Ist aber nach so langer Zeit Mami spielen nicht so leicht.

    Mami: Das ist eine Rolle die Du übernommen hast...und hast Du auch deine weibliche Seite ausgelebt? Mir geht es so das mir dieses mütterliche irgendwie leichter fällt, aber es kotzt mich manchmal auch an...Frau sein das is die andere und in meinen Augen bessere Seite, da gehört sicher auch das kümmern mit dazu, aber eben nur dazu...Diese Rolle hast Du eingenommen. Du allein. Du hast Dich dafür entschieden gehabt. Was ist dein Bedürfniss dahinter? Warum wolltest Du diese Mutterrolle spielen/sein?

    Verdrängen is ganz schlecht macht krank...mir hilft das malen und schreiben Sachen zu verarbeiten und das laufen da kann ich gut denken und nochmal ananlysieren....was los is...

    Denk an Dich...Liebe Dich...kümmere Dich um Dich....das wird schon. Gib Dir Zeit und Geduld....Lass es laufen....

    LG KArotte

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • Zitat von Frozen Tears

    Doch, es bedeutet leider, dass ich nichts mehr mit ihm zu tun haben darf! Sonst schaffe ich es nicht von ihm weg zu kommen. Und das möchte ich.

    Ich hab eingesehen, dass wir keine Zukunft mehr zusammen haben. Es ist soviel passiert und mein ganzes Umfeld weiß darüber bescheid. Ich könnte nicht mehr in den Spiegel sehen, würde ich ihn noch einmal zurück nehmen.

    Das Schlimme ist, er WEISS seit sehr langer Zeit, dass er ein Problem mit dem Alkohol (und wenn nicht grade Alkohol dann Kiffen) hat. Wir haben immer ehrlich geredet. Er hat zwei KZT gemacht, mehrere Entgiftungen. Und immer wieder fing alles von Vorne an. Für mich macht es keinen Sinn mehr.

    Ich frag mich nur, wie ich das alles verkraften soll??

    [quote]Mein freund zum Beispiel ist manchmal auch absolut pleite.

    Wie ist das denn bei dir? Trinkt dein FReund? Ist er in Behandlung? Akzeptierst du, dass er trinkt?

    Liebe Grüsse
    Malone

  • Hallo Ingrid,

    Zitat

    Wieso weinst Du für ihn? Er muss es sich eingestehen, dass er krank ist, er trinkt ja nicht, weil er jemanden ärgern, kränken, verletzen möchte, .

    ..

    Das ist, was denke ich so schwer zu kapieren ist! Ich mein, bei jeder anderen Krankheit würde man seinem Partner zur Seite stehen. Würde mit ihm durch Höhen und Tiefen gehen. Und in dem Fall muss ich ihn in seine Tiefen stürzen lassen um ihm zu helfen?

    Ich habe das mit meinem Verstand schon lange kapiert... aber ich will es jetzt auch schaffen das umzusetzen. Auch ihm zu Liebe. Denn wenn ich ihm weiter "helfe" verlängert sich ja alles nur. Ich muss ihn gehen lassen. Äusserlich habe ich das ja schon getan. Ich lebe in einer anderen Stadt. Ich habe seine Nummer gelöscht. Ich gehe nicht ans Telefon wenn er anruft. Auch um mich selbst zu schützen, denn nur zu leicht werde ich wieder schwach wenn er nüchtern und reumütig ist.
    Nur innerlich, da sieht´s ganz anders aus. Da vermisse ich ihn und mach mir Sorgen und fühle ich mich einsam ohne ihn.

    Naja, da muss ich wohl jetzt durch, was?!

    Darf ich dich fragen, was deine Geschichte ist? Bist du mit jemandem zusammen, der abhängig ist/war?

    Liebe Grüße
    Malone

  • Hallo Karotte!

    Zitat

    Wirst Du hier nicht wirklich finden...denn Du weißt am allerbesten was Sache ist....

    Hab vorab schon einige Beiträge von dir gelesen. Seh schon, du bist direkt! Gefällt mir!

    Ich hab mich das auch oft gefragt, woher das kommt, dass ich diese Mutterrolle bei ihm eingenommen habe. Passt eigentlich zu dem, wie ich in vorherigen Beziehungen war nicht. Ich denk mal ein Ding ist, dass er mich immer so geliebt hat wie ich bin. Also, mich echt bedingungslos geliebt und mich wissen lassen, dass er immer da wäre, egal was passiert. Das wollte ich ihm auch immer zurück geben. Irgendwann ist dann da so ein Teufelskreis entstanden. Je mehr er Scheiße gebaut hat, desto mehr sind meine Sorgen gewachsen, desto mehr bin ich die Mami geworden und hat er sich auch zurückentwickelt zum Kind. Worüber er natürlich oft sauer war!! (Aber wie soll ich denn z.B. reagieren, wenn ich nach Hause komme und der komplette Backofen verkohlt ist, weil er dicht eingepennt ist?? Hätte ja wirklich sonstwas passieren können!)

    Ich denke die Zeit wird meine Wunden schon heilen. Was mit seinen ist, darf ich nicht mehr zu meinem Problem machen. Und das wird das Schwierigste sein.

    Hast du es denn geschafft?

    Liebe Grüße
    Malone

  • Hallo Malone,

    Alkoholabhängigkeit ist eine Krankheit, bei der die Regeln einer „normalen“ Krankheit nicht unbedingt anzuwenden sind. Sicherlich helfen wir Kranken, aber bei einem Alkoholiker ist eben genau die Nichthilfe die Hilfe, die ihn zum Nachdenken oder verändern bringt und ihm so vielleicht das Trockenwerden erleichtert. Ich weiß, dass dies schwer zu verstehen und noch schwerer zu leben ist. Du tust gut daran, Abstand zu halten, um dir über deine eigene Zukunft und dein Leben klar zu werden. Vielleicht bringt ihn euere Trennung dazu, über SEIN Leben nach zu denken und etwas zu verändern. Wenn ihr beide ein Stück des Wegs alleine gegangen seid und euch verändert, gestärkt habt, ist immer noch Zeit, sich neu kennen zu lernen.

    Ich weiß, dass es schwer ist, aber es ist in meinen Augen unumgänglich. Ich habe es für mich so erlebt. Du wirst deine eigenen Erfahrungen machen, hast aber den Vorteil, dass du hier viele ähnliche Geschichten liest.

    Ich wünsch dir Mut und Kraft für DEINEN Weg.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Hallo und Guten morgen,

    erst mal einen lieben Gruß an die Ette...hab lang nix von Dir gelesen...
    Stimme Dir da auch zu in deinen Zeilen.
    Hallo Malone (würde ja gern wissen wie Du zu diesem Namen kommst*g*).
    danke für deine Antwort. ich denke schon das ich es auf meine Weise bis zu einem gewissen Grad geschafft habe...wenn Wir jetzt das gleiche meinen.
    Den Teufelskreis kenne ich auch...das Ding is Du allein gehst den Kreis und Du allein kannst aussteigen. Das ist bei mir dort passiert als ich gesagt habe STOPP...mit den Gedanken was er macht und wo er is (als Bsp...etc.)...und nach und nach habe ich dann Therapie angefangen, Hobbys wieder neu belebt, meinen eigenen Tag geplant und mein eigenes Leben in die Hand genommen....und mein Ding gemacht...und gut is natürlich wenn Du was hast wo Du deine Rolle als Frau auch mal ausleben kannst...Kunst, Tanzen, etc. Bei mir war es das erste was ich eingestellt habe das mütterl. kümmern und übernehmen von Dingen der er vergessen hat oder nicht mehr schaffte...an Termine erinnern, wecken, Papierkram, Anrufe etc. Hatte da ein sehr gutes Buch aus der Bücherei "was tun wenn der Partner trinkt" von den Blaukreuzlern...
    Nach und Nach verselbstständigt sich die Selbstständigkeit...natürlich haben mir meine Therapien auch sher geholfen zu refelktieren und in vielen kleinen Dingen Wege zu finden... Ich wurde mir wieder wichtiger. Kleidung z.B. mal bissle Schmuck etc.... Weiblichkeit eben... ich arbeite noch dran und finde es schon mal sehr gut es zu erkennen und sich zu überlegen was mütterliche Liebe und was weibl. Liebe ist und was ich brauche um es zu leben....Ich muß sagen hatte da auch nicht das beste Beispiel in meiner Kindheit...aber es gibt ja das Theater und so wo man sich mal ausprobieren kann.... Mach DEIN Ding, kümmer DICH umd DICH und sei LIEB zu DIR.... Viele Grüße, machs Dir SCHÖN!!!! Karotte

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • Hallo Karotte! (Und du fragst mich, wie ich zu meinem Namen komm? Hihi!)

    Ist eigentlich blöd... n Exfreund von mir ist total der Basketballfan.. ich heiß ja Melanie und es gibt da so nen Baskeballspieler, den er toll findet.. Karl Malone -und weil er mich toll fand.. *g*

    Komm grad von der Betriebsweihnachtsfeier.. hab mich wirklich totgelacht mit meinen Kollegen! Und das find ich toll! Wäre er noch da, hätte ich die ganze Zeit auf die Uhr geschaut, wäre nach ner Stunde wieder heim.. man kann ja nie wissen... Das ist n tolles Freiheitsgefühl! Jetzt geht´s mir auch voll gut. Sind halt immer so Phasen...

    Ich weiß nicht, ob wir das Gleiche meinen. Bist du mit deinem Mann/Freund noch/wieder zusammen? (Musst es sagen, wenn ich zuviel frag!)

    Was ich halt total krass finde ist, dass ich es ja alles immer erkannt habe! Und trotzdem den Kreislauf mitgemach habe. Hab ja auch Bücher gelesen und bei Angehörigenseminaren mitgemacht. Trotzdem, diese Krankheit ist sehr trügerisch.. und als Partnerin rutscht man da so nach und nach mit rein.

    Habe mich auch oft gefragt, warum ausgerechnet ICH "da" reingerutscht bin. Vielleicht, weil ich (nach außen) immer stark erscheine. Als ob mich nichts erschüttern könnte. Das war auch mal so. Doch die Beziehung mit ihm hat definitiv an meinen Nerven gezerrt. Das merke ich an meiner Energielosigkeit. Habe sonst echt immer Hummeln im A... *g* Jetzt könnt ich mich immer nur ausruhen. Und alles geht mir auf die Nerven!

    Was ich auch gemerkt habe ist, dass ich selbst aufpassen muss wenn ich z.B. Party machen gehe.. auch einfach mal alles vergessen will und dann mit dem trinken übertreibe! Da kommen Aggressionen zum Vorschein! Uiuiuiiii!

    Bin auf jeden Fall jetzt schon positiver eingestellt.. tut gut mit euch zu schreiben..

    Grüßle

    P.S. meinst du mit dem Vorbild in der Kindheit deine Mutter? Ich hab nämlich in den letzten Jahren ganz schöne Probleme mit meiner...

  • Hallo Ette!

    Danke für deine Antwort! Freu mich echt total über eure Reakionen...

    Ich weiß es nicht, ob das einen Sinn hat wenn wir jemals wieder zusammen kommen. Ich weiß nicht, ob ich die Angst jemals ablegen könnte.. und ihn damit wiederum blockieren würde!

    Ich sag´s mal so.. ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass er es schafft. Auch ohne mich. Denn ich weiß für mich, dass ich über den Verlust hinweg kommen werde und mein Leben (irgendwann) wieder nach meinen Vorstellungen leben. Hab da echt schon Schlimmeres erlebt.

    Vielleicht wäre es für ihn besser, irgendwann trocken eine Frau kennen zu lernen, die das alles nicht mitgemacht hat mit ihm und ohne Vorurteile auf ihn zugeht. Er hätte es verdient ein trockenes, "normales" Leben zu führen. Genauso wie ich!

    Darf ich fragen, wie du es erlebt hast? Gab es bei dir eine "Wiedervereinigung"? Wenn ja, wie bist du mit deinen Ängsten klar gekommen? Ist sowas wirklich wieder zu kitten deiner Meinung nach?

    Viele Grüße

  • Zitat

    Darf ich dich fragen, was deine Geschichte ist? Bist du mit jemandem zusammen, der abhängig ist/war?

    8) ich bin noch in der kürzesten Beziehung meines Lebens (volle 46 Tage!!!), hier in diesem Forum, gelandet und zwar am Tag 43.
    Mein Ex-Freund ist Spiegeltrinker, ich bekam das anfangs nicht mit, dachte mir nur: Hey...warum ist der soooo müde, warum zittert er (er stand vor einer Augen-OP und ich dachte mir, dass er nervös ist, dabei hatte er Entzugserscheinungen, er wollte nicht "auffallen", weil auch sein Blut kontrolliert wurde...), ... ich bin ihm heute dankbar, durch ihn habe ich den Namen meiner Krankheit erfahren, ohne ihn wüsste ich nicht, dass ich Co bin.

    Ich hab` mich voll reingetigert, ich dachte anfangs, dass ich meine Co in 50 Tagen bearbeiten 8) und ad acta legen könnte.... :wink: Ich bin bereits über 111 Tage hier *schmunzel* und ich werde lange daran arbeiten dürfen, dass ich nimmer in Co-Fallen tappse. Süchtige und Co`s dürften sich durch irgendetwas Unsichtbares "magisch anziehen"....

    Du hast ziemlich viele Erkenntnisse, in meinen Augen. :D
    Loslassen ist gar nicht so schwer, wenn man sich vor Augen hält, dass es das einzige sinnvolle Mittel für beide ist .... Ich habe heute meinen 14jährigen Sohn zum zweiten Mal losgelassen und ihn mit meinem Ex in eine betreute Wohnung mit Therapeuten und Sozialarbeitern gebracht, mit Grenzen und Regeln, die eingehalten werden müssen. Vor zwei Jahren (als er bei meinem Ex wohnen wollte) dauerte mein innerlicher Prozess ein halbes Jahr (da kannte ich dieses Forum leider noch nicht), heute fiel es mir total leicht. Ich habe die riesengroße Chance für meinen Sohn gesehen, durch diese Maßnahme die "Kurve kratzen zu können".

    Alles Liebe Dir,
    Ingrid :D

  • Hallo liebe Ingrid,

    es stimmt, ich habe viele Erkenntnisse. Hab mich auch lange mit diesem Thema für mich selbst befasst. Und trotzdem bin ich wieder und wieder in die Falle getappt mit ihm (hatte vor ihm noch nie einen Abhängigen Mann). Ich glaube, das (trügerische) Gefühl gebraucht zu werden ist mit ein Grund. Es bindet einen wenn man ständig hört: "Wir gegen den Rest der Welt. Ich brauche nur dich zum leben. Du bist alles was ich hab." Da bringt man´s schwer über´s Herz, auch wenn man´s eigentlich besser weiß.

    Und ich möchte mich mit euch damit auseinandersetzen, damt ich eben in der Zukunft vorsichtiger werde und mit offenen Augen meinen nächsten Freund auswähle. Bin ja noch jung (geht so!) und will noch Familie haben...

    Was ist denn mit deinem Sohn? Hat er auch schon ein Problem mit Alkohol? Stell ich mir sehr schwer vor, gerade ales Mutter loszulassen. Und ich finde es stark von dir, dass du diesen Schritt machst, weil es für ihn das Beste ist.

    Ich finde es heute schwer, seinen Kindern den "richtigen" Weg zu zeigen bei all den schlechten Einflüssen drumherum. Deshalb wollte ich mit meinem Ex auch nie (doch, phasenweise) eins haben. Wenn es schon in der Familie solche riesen Probleme gibt... Schlimm.

    Ich seh das an meiner Mutter. Sie hat eine ganz schreckliche Kindheit gehabt (Alkohol, Gewalt, sexueller Missbrauch). Ich hatte bei ihr mit meinen Geschwistern eine tolle Kindheit. Damals konnte sie noch stark bleiben. Jetzt, wo wir alle aus dem Haus sind geht es ihr immer schlechter. Depressionen, auch Akohol und Tabletten. Hat schon zweimal versucht sich umzubringen. Dabei hat sie bis sie fast 40 war nicht einen Tropfen angefasst! Grade weil sie weiß, was der Alkohol zerstört!

    Auf irgend ne Art zieht sich der rote Faden dann doch durch die Generationen. Krass!

    Jedenfalls hab ich zum Glück seit ca. 4 Wochen nix mehr von meinem Ex gehört (ausser Mailbox, hab ich aber immer gleich gelöscht). Und es wird von Tag zu Tag leichter.. aus den Augen aus dem Sinn.

    Freu mich auf Antwort von dir... Bis bald

  • 8) mein Sohn hat mit seinen 14 Jahren nix ausgelassen: Alkohol, Drogen (angeblich nur 1 Mal probiert und weil ihm schlecht wurde, hat er sich gedacht: So was Deppertes greif` ich nie wieder an!), Diebstahl in Kaufhäusern, Autodiebstahl mit gefährlichem Herumfahren mitten in der Nacht (als 13jähriger), Liebe zu (und wahrscheinlich mit) einem 13jährigen Mädchen, ..... die Liste ist lang. :roll: Alles Zureden brachte nix, weder von meinem Ex, noch von mir. Dieses betreute Wohnen ist das Beste, was ihm passieren hat können und natürlich auch uns...er war in letzter Zeit in permanenter Lebensgefahr.

    Ich bin so dankbar, dass ich für mich dieses Forum gefunden habe und ich bin ebenfalls dankbar, dass ich erkannt habe, dass die Co nicht nur ausschließlich mit einem Alkoholiker gelebt werden kann.

    Jou...die lieben "Fallen", wir sind quasi umzingelt... :wink: ich habe meinen Schalter entdeckt, hier im Forum, er heißt: Helfersyndrom und mangelnde Selbstliebe. Seitdem versuche ich mich zu lieben, so gut wie`s halt geht und dadurch wird dieses Helfersyndrom auch immer kleiner.

    Heute fühle ich mich grippig, ohne Fieber, total erschöpft und müde....das sind die Nachwirkungen der ereignisreichen Tage. Ich versuche mir selbst die beste Freundin zu sein, die es gibt, ich schaue schon den ganzen Tag darauf, dass ich wieder "in meine Mitte" komme....und es wird wieder, es ist schon fast. :wink:

    Ich finde es super, wie Du Dich und Deine Situation, vor allem mit Deinem Ex-Freund, bearbeitest.

    Viele liebe Grüße,
    Ingrid :D

  • Ach Ingrid, das tut mir leid wegen deinem Sohn. Aber ich denke so ein betreutes Wohnen ist wirklich genau das Richtige. Wahrscheinlich kommt ihr euch dann auch wieder näher wenn der tägliche Ärger zwischen euch weg fällt.

    Fühl mich auch grippig und alles. Hilft aber nix.. muss jetzt mal mein Auto unter den Schneemassen suchen und zum Geburtstag meines Schwagers fahren... Keene Böcke aber egal! *g*

    Mach´s dir einfach gemütlich über´s Wochenende und ruh dich schön aus...

    Meld mich wenn ich wieder daheim bin.

    Schön dich kennen lernen zu dürfen...

  • :D Schneemassen? Die habe ich hier bei mir nicht, ... bin ich vielleicht froh. :D Ich fahre körperlich auf "Sparflamme", pack` meine geistige Notfallsliste permanent aus. Zur Zeit ist es hier schreiben und danach zu feiern. Es würde mir ja nix bringen, wenn ich permanent über die "Warum`s" nachdenke. Es ist jetzt gerade so, wie es ist.

    Ich wünsch` Dir von Herzen eine superschöne Geburtstagsfeier,
    ich freu` mich ebenfalls, dass ich Dich kennenlernen darf.

    Viele liebe Grüße,
    Ingrid :D

  • Hallo Malone,

    ich habe mir deine Geschichte durchgelesen und entdecke viel Eigenes wieder! Du bist - wie du zu verflixt sagst - ebenso gerade in der Ablösephase. Herzlichen Glückwunsch dazu. Von jetzt an wird es Anders. Ich habe auch unendlich viele "Trennungen" hinter mir. Bis irgendwann der Punkt kam, dass ich nicht mehr über meine Traurigkeit und die Wut hinwegschauen konnte. Bis irgendwann der Punkt kam, dass ich mich selbst so furchtbar fand, weil ich erkannte, dass ich alles nur noch verschlimmerte. Loslassen. Auch mein großes Thema. Wohl das große Thema von uns allen.

    Ich kenne auch das Gefühl, irgendetwas tun, schon im Vorfeld davon genervt sein, aber irgendwie ablenken - muss ja weitergehen. Ich habe es so gehalten. Teilweise habe ich es wenigstens probiert. Wenn es mir wirklich nicht gefallen hat, dann bin ich halt wieder heimwärts. Hab mich eingekuschelt. Nachgedacht. Oder die Glotze laufen und mich einfach berieseln lassen. Teilweise bin ich auch einfach im Bett gelegen. Garnicht erst aufgestanden. Den ganzen Tag. Geschlafen. Mich geliebt. Mich ausgeruht. Gegessen. Mir all das gegeben, was ich überhaupt annehmen konnte in dieser Zeit. Mir all das gegeben, was ich doch eigentlich viel lieber von einem Gegenüber gehabt hätte.

    Ganz zu Anfang meiner Ablösephase bin ich geflüchtet auf eine OutdoorFeier. Eigentlich wollte ich nur eine Nacht bleiben. Flucht ins Tanzen. Frei sein. Bin dann 4 Tage und Nächte dort geblieben. Hab im Auto auf dem Beifahrersitz geschlafen. Hab die Landluft gerochen. Hab geweint. Hab getanzt. Hab die Freundlichkeit der Menschen auf mich wirken lassen. Hab Stundenlang den Mond angeschaut. Hab mir das Wolkenspiel und den Sonnenaufgang angesehen. Hab gebetet, den lieben Gott gebeten, dass alles gut wird. ... Wie gesagt, aus einer Nacht wurden vier. Ich konnte nicht weg. Ich wollte nicht weg. Ich war so krank. Das Herz so kaputt. Ich war so traurig und auch doch irgendwie unglaublich hoffnungsvoll. Ich habe mich gesehen. Ich wollte wieder atmen. Ich wollte wieder leben. Und so ging ich weiter. Langsam. Mit vielen Pausen. Mit vielen Stunden innerer Unruhe und ungeweinten Tränen. Ich konnte Wochen, ach, Monate nicht weinen. Hab mich gefühlt wie im Dauerschock nachdem mich ein Bus angefahren hätte. Irgenwann weinte ich. Eine Träne. Irgendwann viele Tränen. Irgendwann fand ich ein Lächeln.

    Ein guter Freund hat zu mir gesagt, wenn du vor einem riesen großen Problem stehst, dann teile dieses riesen Problem in viele kleine Probleme. Diese kannst du dann nacheinander abarbeiten und auflösen. Wenn man Etwas von ganzem Herzen liebt, es Einen aber traurig macht, dann muss man es loslassen. Für sich selbst. Diese vielen Erkenntnisse von denen du sprichst - auch die kenne ich. Fragte mich immer - und jetzt? Was mache ich damit? Wenn ich ja doch nicht in der Lage bin anders zu handeln?! Mit der Zeit löst sich Vieles auf. Zeit heilt alle Wunden, heißt es. Ich habe geliebt und ich liebe noch immer. Auch mein Weg war der des Verlassens. Auch ich habe das innere Gefühl das Spiel hat noch nicht sein Ende gefunden - aus den Augen aus dem Sinn. Aber im HIER und im JETZT bleibe ich bei mir. Weil ich mich Mindestens ! genauso lieben will, weil ich von mir abhängig sein will und nicht fremdbestimmt. Ich will mich. Eine Erkenntnis, die mir persönlich als eine der Schönsten erscheint.

    Ein lieber Gruß

    kk.

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