Nie wieder Pausenclown für Süchtige

  • So, da bin ich wieder....

    Momentan würd ich sogar sagen: Nie wieder Pausenclown für irgend einen Typen...

    :twisted:

    Morgen werd ich dann wohl mal zur Bücherei düsen und schaun, ob ich das Buch da leihen kann...

    ...das Schicksal hat es doch gut mit mir gemeint...ich hatte die Kraft rechtzeitig wieder meine Sachen zu packen, mein Job ist jetzt so, das ich genau das andere WE frei habe..also nicht mehr das Kinderwochenende..so besteht auch nicht die Gefahr,das ich Wehmütig werde wenn er mit seinen Kids darum turnt...ich seh es nicht...

    Und wißt ihr was? Wäre ich noch mit ihm zusammen, hätten wir jetzt den größten Zoff eben weil ich das Wochenende tauschen mußte...das hiesse, wir hätten keines mehr für uns gehabt. Das eine mit seinen Kids, das andere arbeiten. Das hätte er eh nicht mitgemacht, er war ja schon knatschig, wenn ich unser freies WE nutzen wollte meine Pferde bei HB zu sehen....Und er hätte auf keinen Fall seines getauscht...er muß sich ja nach der EX richten und die nach einer Freundin usw...
    Mir wäre, und das weis ich 100 Pro, mein Job spätestens jetzt wichtiger gewesen, weil ich da schon die ganze Zeit drauf hinarbeite und da wär mir auch schitt igol ob wir noch nen Wochenende hätten...soviel ego hab ich dann doch. Hab mich ja schließlich von meinem Mann getrennt weil ich mit ihm keinerlei berufl. Perspektiven hatte in xxx und er meinte ich könne auch zu Hause bleiben...Er hat mir damals alle Steine die da waren in den Weg gelegt meine eigene berufl Zukunft zu gestalten...es war mühsam, die ganzen Fortbildungen usw durchzusetzen. .....und spätestens da wär ich jetzt aufgewacht, bei dem Kerl...denn dann hätte ich ja auch bei meinem Ex-Mann bleiben können...gelle

    Es ist also alles wunderbar...und wie sagt man...Fällt eine Tür zu...geht woanders eine auf!!
    Ganz dolle Grüße Merlina


    xxxBitte keine realen Ortsangaben im offenen Bereich S.Käferchen

  • Kennst du den song: Lieber allein als gemeinsam einsam vor zufriedenheit zu friern...er ist von Mario Hene und schon ein paar Jährchen alt...ist glaub ich von nem Gedicht abgewandelt...

    ...und wir können es nochmal abwandeln:

    Lieber allein, als gemeinsam einsam vor Unzufriedenheit zu friern....

    Gute Nacht und süße Träume

    Merlina

  • Hallo Merlina,

    auch in der Gefahr, daß ich auf Unverständnis stoße, aber Deine Überschrift und Deine Worte über Deinen Ex machen mich ein wenig traurig.

    Nicht, daß ich Dich nicht verstehen kann, daß Du so denkst, aber ich möchte Dich einmal an die Grundbausteine erinnern. Dort ist unter anderem unter diesem Punkt:

    Zitat

    Erkenntnis und der Tiefpunkt

    der Gedanke, daß der Süchtige nicht Schuld ist, sondern nur der Auslöser ist, wir uns nicht in einer Opferrolle befinden müssen.

    Die Wut, die mir beim Lesen hier entgegenspringt, ist bestimmt für alle hier verständlich, nur empfinde ich es nicht gut, wenn Du Dich als Pausenclown eines Süchtigen bezeichnest.

    A) Damit gibst Du die Verantwortung für Dein Leben ab, schiebst es einem Kranken zu! Bedenke dabei bitte, daß es dazu immer zwei gibt, die daran beteiligt sind:Zwei Kranke....

    B) Dies läßt bei mir den Eindruck, ein Süchtiger macht dies bewußt, absichtlich, um anderen zu schaden.

    Versteh mich bitte nicht falsch, aber ich habe auch so gedacht und mich damit viel zu lange in meiner Spirale der Co-Abhängigkeit gefangen gehalten.
    Ich wünsche mir, daß Du dies nicht als Angriff siehst, sondern als eine richtungsweisende Anmerkung von mir :wink: in Richtung Loslösung.

    Liebe Grüße

    S.Käferchen

  • Guten Morgen,

    @ Käferchen: Danke, du hast mir aus der Seele geschrieben.

    @ Merlina: Ich kann mich den Worten des Käferchens nur anschließen. NIEMAND zwingt uns, mit einem alkoholabhängigen Menschen zu leben. Jeder, der hier schreibt, hat seine Gründe dafür und die sind nur zweitrangig in der Person des Abhängigen zu suchen. Darum ändert sich auch nichts Grundlegendes für einen Co-Abhängigen, wenn er sich von seinem trinkenden Partner trennt oder aber dieser trocken wird.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Naja, die Wut muß ja auch mal raus...und wen Sie sich als Pausenclown sieht..und das für sich nicht mehr möchte...ich sehe das nicht als Anklage an den süchtigen, eher als Erkenntnis...wie gehts mir innen wie empfinde ich was möchte ich nicht mehr...
    Und von da aus gehts dann weiter. Zur Erkenntnis: Ich bestimme über mein Leben (haste ja schon teilweise - siehe Beruf) und Selbstliebe lernt Mensch ja auch nicht von Heut auf Morgen...

    Karotte

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • Hallo Käferchen,hallo Ette und hallo Karotte,

    Angriffe sind für mich anders....

    Ich habe in der letzten Zeit öfter geschrieben, dass meine Co-Abhängigkeit, offensichtlich schon über 30 Jahre besteht. In der Vergangenheit war sie nicht auf einen Alkoholiker gelenkt, da mein Ex-Mann keiner ist...allerdings hatte ich auch dort meine Schwierigkeiten, sonst hätte ich mich nicht getrennt.
    Wir haben aber einen super Kontakt miteinander und verstehen uns besser als vorher.

    mit dem Pausenclown greife ich mich ausschließlich selber an...das was ich in den letzten zwei Jahren war.

    Das ein Alkoholiker krank ist, ist mir durchaus bewußt, deshalb ist der Schmerz die durch seine Verletzungen entstanden ist trotzdem nicht geringer...
    Außerdem ist eine Beziehung in die Brüche gegangen, die erst einmal verarbeitet werden muß, schließlich waren da Lebens- Pläne, der eine grade erst umgesetzt...naja dann eben wieder retour...nur weil er Alkoholiker ist, kann man ja nicht sagen, das man nur die Hälte oder gar keine Zeit braucht um sich daraus ganz und gar und sofort zu lösen...schließlich habe ich geliebt....und es bleiben in meinem Leben ganze drei Männer, die ich geliebt habe. Ich hoffe ihr versteht was ich meine.
    wie gesagt, habe ich diese Neigung, co-abhängig zu reagieren grade erst entdeckt...es war ein Dejavue und hat mich in die Vergangenheit katapultiert....

    Ja..und ich bin wütend darüber....

    eine Wut, die ich so noch nie verspürt habe...aber sie hat mich geweckt! So einen Schlußstrich, wie ich hier jetzt gezogen habe, hab ich noch nie gezogen, da ich ein Mensch bin, und darüber hab ich mich schon in der Vergangenheit immer gewundert, der nie, wirklich nie lange jemandem böse sein kann...ich bin harmoniesüchtig...und das trifft den Punkt eher bei mir...

    die Wochen in seiner Wohnung waren kurz aber heftig...noch nie habe ich mir solch verbale Verletzungen zufügen lassen...sie waren die Spitze der ganzen Beziehung und auch wenn es nur kurz war habe ich zuletzt gedacht, ich würde es nicht überleben, ich lag kraftlos auf der Couch, bekam keine Luft mehr und wußte nicht wie ich arbeiten gehen sollte (hatte gott sei Dank Überstunden, die ich abbauen konnte) und der Umzug zurück war dann nochmal obendrauf (naja sowas habt ihr ja alle erlebt). Dazu muß ich sagen, dass ich vor ein paar Jahren, etwa zu der Zeit in der meine Mutter gestorben ist, in psychatrischer Behandlung war, wegen schwerer Depressionen. Ich konnte lange Zeit nicht arbeiten gehen.

    Nun ist mir ehrlich gesagt diese Wut lieber als einen Rückfall.

    Hääte ich diese Wut nicht, würde ich mich wahrscheinlich weiter verletzen lassen und immer wieder nachgeben und verzeihen...selbst wenn es nur noch als gute Freundin wäre...denn nochmal: Ich bin nie lange böse...

    Von der festen Überzeugung ihm helfen zu müssen, aufpassen zu müssen, hin zu mir...in fünf Wochen....ein Spagat...

    Diese Wut ist meine Chance...den Anfang zu finden, mir zu helfen...

    Er trinkt sich seine Gefühle weg...
    ich halte sie nüchtern aus und es ist ok, meine Wut treibt mich voran.

    denn ich bin wütend weil ich mich so verletzen und mir die Würde nehmen liess ....so fühle ich mich jedenfalls, weil er viele Tränen gesehen hat...

    Um mich aus diesen Verhaltensweisen zu befreien, die scheinbar, wie gesagt, aus der Kindheit stammen, brauche ich mehr als fünf Wochen, denke ich...ich bin ja grade erst soweit erste Schritte zu unternehmen und meine Überschriften werden sich dann mit der Zeit sicher auch anpassend ändern...im Moment ist das der IST-Zustand...

    Liebe Grüße Merlina

  • Ich finds gut das Du wütend sein kannst. Ich bins eit über nem Jahr dabei seit meiner Coabhängigkeitsentdeckung... allerdings is mein Alki ein recht lieber Zeitgenosse und statt böse zu sein ist er eher auf Rückzug...was es irgendwie noch schwerer macht weil mein Mitgefühl so groß ist... aber ich hatte auch schon immer ein Herz für "Arme" Menschen...allerdings reagiere ich auch etwas ungeduldig auf Leute die so gar nicht in die Puschen kommen wollen...und so isses irgendwie bei Ihm.
    Manchmal wünsch ich mir mehr Wut...damit mir mein Kopf nicht immer im Wege steht wenn mir was nicht passt...und ich auhc mal sagen kann FINITO BASTA AUS...oder so nicht...verstehste...

    Alles Gute Dir!
    Ich empfehle Kunsttherapie

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • Ich persönlich empfinde es als ganz "normal" wenn ein Mensch wütend, enttäuscht und verletzt ist, wenn er/sie sich darüber im Klaren wird unter einem Lügengerüst begraben worden zu sein.

    Ich wurde ehrlich erzogen und offen, Lügen gehören nicht zu meinem Leben. Mein Ex-Partner nahm das in Worten für sich ebenfalls in Anspruch. Ich kontrolliere keinen Menschen, also werde ich ihn nicht der Lüge überführen so lange, bis das Gerüst in sich zusammenbricht. Und dummerweise lag ich auch einmal darunter.

    Auch ich war wütend, enttäuscht und voller Hass. Ich denke auch, jeder hat das Recht und vielleicht sogar die Verantwortung genau diese Gefühle zu leben um sich kein Magengeschwür oder ähliches zu holen. Ob es ein Alkoholiker ist, der sauer ist auf sich selber und dem Alk erlegen zu sein oder der Co, der sich verladen ließ. Sie alles sind vielleicht enttäuscht, getäuscht und wütend. Ist das nicht menschlich?

    Sorry, Ladies, ich lese hier so oft "Ihr müsst ja nicht mit einem Alkoholiker zusammen sein". Schön und gut, aber wann bitteschön bemerkt man/frau das wenn nicht kontrolliert wurde? Doch erst dann, wenn Verhaltensauffälligkeiten extrem werden und es wie bei mir Schlag auf Schlag geht. Schön, wenn die gesamte Umwelt so gut über die Auswirkungen und das Erkennen von Alkohol ist, ich war es nicht! Das ich mich selber nicht wertschätze und gesund erhielt, wie bitte hätte ich das merken sollen? Ich war zu sehr damit beschäftigt alles im Rahmen zu halten und mein neues Haus zu suchen.....

    Auch ich war wütend,
    auch ich habe "gehaßt"
    auch ich habe Co-gelebt,
    nunmehr ist mein Leben frei vom Suchtfaktor, und hoffentlich frei vom Beziehungswunsch - den Helferwunsch, den kann ich mir nicht annähen, der passt nicht.

    Ohne meine Wut - ohne meine Enttäuschung hätte ich es wohl nicht geschafft! Nur diese Wut und diese Enttäuschung schafften es mein Mitleid zu reduzieren - ganz abzulegen, schafften sogar große Wut und imense Trauer das lange nicht.

    Wut, Enttäuschung - vielleicht sogar Schuldzuweisung - ist für mich ein menschliches Gefühl, für welches sich niemand schämen muss es zu haben. Es wäre nur schade, würden diese Personen darin stecken bleiben.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo Dagmar

    du sprichst mir aus der Seele.
    Ich hab auch lang nicht erkannt, daß ich Co bin, wie soll ich das dann ändern? Ich wurde so erzogen, meine Mutter hat mir jahrelang gesagt, ich kann ihn nicht verlassen, er geht sonst unter.
    Ich war bei der Suchtberatung, die sagten mir, tun sie mal was für sich. Die sagten nicht ich bin auch süchtig, ich sollte mich ändern. Ich habs nicht kapiert, was für mich machen wär für mich egoistisch gewesen. Seine Theapeutin auf LZT sagte zu uns ich halte immer zu ihm da muss ja noch Liebe sein. Wieso sagte sie nicht daß ich von ihm abhängig bin?
    Erst hier im Forum hab ich kapiert was Sache ist und dann konnte ich was ändern.

    julchen

  • Zitat von Julchen148

    Ich war bei der Suchtberatung, die sagten mir, tun sie mal was für sich. Die sagten nicht ich bin auch süchtig, ich sollte mich ändern. Ich habs nicht kapiert, was für mich machen wär für mich egoistisch gewesen. Seine Theapeutin auf LZT sagte zu uns ich halte immer zu ihm da muss ja noch Liebe sein. Wieso sagte sie nicht daß ich von ihm abhängig bin?
    Erst hier im Forum hab ich kapiert was Sache ist und dann konnte ich was ändern.
    julchen

    Guten Morgen julchen,

    mir ging es vor Jahren bei der Suchtberatung genauso. Ich bekam zu hören, ich solle etwas für mich tun, jedoch hatte ich keine Vorstellung, wie dies aussehen sollte. Zumal ich mich, genau wie du, als egoistisch betrachtet hätte, wenn ich mich und meine Bedürfnisse vor seine gestellt hätte. Mir sagte auch niemand, dass ich von meinem damaligen Freund abhängig sein würde. Ich glaube, das hat auch eine Art therapeutischen Hintergrund. Als Co sind wir weder in der Lage, zu spüren, was uns gut tut, noch dazu, unsere Abhängigkeit wahrzunehmen. Für mich war das schrittweise Begreifen meiner Situation und meiner Abhängigkeit wichtig. Niemals hätte ich jemandem geglaubt, der mir gesagt hätte, dass meine Freund mein Suchtmittel sei. Diese Erkenntnis musste aus mir selbst kommen, damit ich sie akzeptieren und bearbeiten konnte.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Hallo Julchen, hallo Ette,
    Ich war ja auch bei der Suchtberatung und der Gute Mensch dort, hat es mir eher so verklickert, dass ich ihn gehen lassen muß damit ich ihm die Möglichkeit biete, seinem Tiefpunkt evtl schneller zu erreichen...es hörte sich so ähnlich an wie "aus liebe Schluß machen"....von mir hat er gar nicht geredet.

    Auch in meiner Therapie vor ein paar Jahren, hatte ich zwar gesagt, dass ich denke, dass es mit meiner Mutter, die ja gestorben war, zu tun hat...sie hat dann aber eher über meine Beziehung geredet und wollte mich stark machen, dass ich die Beziehung beenden konnte (war lustig...mit Hynose und so Spielchen wie "im Geiste Ritterrüstungen anziehen" und "Wohnung versiegeln", dass kein unerwünschter Gast eintreten kann...Zu dem Alkoholismus meiner Mutter hat sie nur in der ersten Stunde was gefragt und dann hat sie mir das Buch "vergiftete Kindheit" empfohlen....das war es dazu.

    Liebe Grüße Merlina

  • PS.

    Zur Erklärung warum ich mir dachte, dass es mit meiner Mom zu tun hatte: Das ich von 12 bis 18 darauf aufpassen mußte, dass sie nicht an Alk kam, hab ich ja schon erzählt. Das der meine Geschwister es die jahre verdrängt hatten auch... und das ich den Arzt aufgeklärt hatte (die anderen strickt die Frage nach einem Suchtproblem in der Vergangenheit, verneint hatten und mich sogar angriffen, warum ich die Vergangenheit nicht ruhen lassen würde)....
    Dann war ich alleine bei ihr als sie "hinüberglitt", die anderen kamen erst als es zu spät war (Vater und drei Geschwister)....und ich hatte das Gefühl, dass sie glaubten ich hätte sie früher rufen können....konnte ich aber nicht....ich hab es nicht realisiert und habe selbst bei der FRage der Ärztin, ob sie nicht Morphium spritzen soll, an Sucht und Lähmung des Atemzentrums gedacht...bescheuert, gell...

    Und mein berufl. Weg von der Post zur Altenpflege und der selbstfinanzierten Fortbildung in Sterbebegleitung, ist sicher nicht zufällig...

    Irgendwie habe ich gedacht: Nu ist sie doch noch dran gestorben, hättest damals besser aufpassen müssen und in der Sterbephase hast du ebenfalls nicht aufgepasst.

    Mein Vater hat damals versucht meine Mutter mit dem Holzhammer vom Alk wegzubekommen. Er ist in sämtliche Läden in der Nachbarschaft gegangen und hat ihr Foto dort hinterlegt mit der Bitte, dass man ihr nichts verkauft...manche haben es gemacht manche nicht. Für den Rest mußte ich sorgen und das Bild, das ich des öfteren mit ihr in der Küche stand, sie an der einen Seite der Einkaufstasche ziehend und ich an der anderen Seite...und sie konnte ganz schöne Kräfte mobilisieren....

    Nach der Beerdigung habe ich dann das erste Mal Aussagen von Leuten, die sie kannten, gehört, sie sagten: Na, dann hat sie sich ja doch noch tot gesoffen...so lange Zeit später...das tat weh!

    Merlina

  • Hallo Merlina

    ich hab mal meine Therapeutin dazu gefragt, wieso einem das nicht deutlicher gesagt wird. Sie sagte, das wäre nicht richtig, jeder muss seinen Weg selber finden.
    Mich hat mal einer im KH gefragt ob vielleicht eine Trennung der bessere Weg wäre. Ich hab den armen Mann verteufelt, was bildet der sich ein mir sowas vorzuschlagen!
    Ette hat bestimmt recht, wäre einer deutlicher gewesen, wir hättens bestimmt schöngeredet, waren wir ja gut drin.
    Vielleicht hat der Mann von der Suchtberatung bei dir auch rausgehört, daß du dich nicht trennen willst. Aber mit Ritterrüstung und so hätt ich meine Probleme.

    Schöne Grüße

    julchen

  • Jetzt haben dsich unsere Beiträge überschnitten.

    Aber meine Frage dazu, machst du noch Therapie? Das klingt ja ganz schön heftig. Hast du das für dich richtig verarbeitet?
    julchen

  • Hallo Julchen,

    Na, dass sollte so ne Art virt. Schutzpanzer werden, denke ich mal..

    Ich weiß nicht, was für Gründe der hatte, er hatte auf jeden Fall Psychotherapie studiert...Bei mir kam es so rüber als sollte ich die Beziehung beenden um ihn zu retten...wer weiss was er damit erreichen wollte...vielleicht das ich WÜTEND werde? :)

    Gruß Merlina

  • Ne, Julchen...das habe ich nicht. Die Therapie war zwar beendet und ich bin dann ja weggezogen. Wir haben an der Trnnung von meinem Mann gearbeitet aber nicht an der Alk-Co Geschichte...und heute denke ich, dass es die falsche Reihenfolge war, mein Mann hatte keine Ahnug was mit mir los war und hat sich zurückgezogen...wonach ich mich wiederrum im Stich gelassen fühlte....

    Grüßli Merlina

  • Hi,

    Zitat von Ette

    Als Co sind wir weder in der Lage, zu spüren, was uns gut tut, noch dazu, unsere Abhängigkeit wahrzunehmen. Für mich war das schrittweise Begreifen meiner Situation und meiner Abhängigkeit wichtig. Niemals hätte ich jemandem geglaubt, der mir gesagt hätte, dass meine Freund mein Suchtmittel sei. Diese Erkenntnis musste aus mir selbst kommen, damit ich sie akzeptieren und bearbeiten konnte.

    ja das seh ich auch so....ich habe das Buch von Kolizius gelesen und mich erkannt aber wieder beiseite gelegt. Weil ich nicht wiklich hingeschaut habe, mein damaliger Chef hat immer zu mir gesagt schau hin und sei ehrlich zu dir!!! Das war fü mich die richtige Hilfe...ein Augenöffner.

    Aber was ich immer noch nicht ganz greifen kann wenn sich jemand hier anmeldet und die Augen immer noch nicht auf macht.


    Liebe Grüsse
    Elocin

  • Überlegst du dir nicht, diese Co-Geschichte in Angriff zu nehmen mit einer Therapie?
    Ich meine, wenn ich das jetzt richtig auf die Reihe kriege, hattest du doch Probleme mit deinem Mann und dann mit deinem Freund. Hast du keine Angst beim nächsten Mann wieder ins Fettnäpfchen zu treten? Meine Therapeutin sagte mal es kam bestimmt nicht von ungefähr daß ich einen Mann mit Problemen hatte.
    Bei meiner Mutter wars ja auch so, mein Vater war Alkoholiker, ihr jetziger Lebensgefährte ist auch Alkoholiker.
    Düstere Aussichten für mein Liebesleben, seufz!

    julchen

  • Zitat

    Und mein berufl. Weg von der Post zur Altenpflege und der selbstfinanzierten Fortbildung in Sterbebegleitung, ist sicher nicht zufällig...

    Irgendwie habe ich gedacht: Nu ist sie doch noch dran gestorben, hättest damals besser aufpassen müssen und in der Sterbephase hast du ebenfalls nicht aufgepasst.

    Hallo Merlina,

    ich glaube auch nicht, dass das Zufall ist. Hast Du immer noch Schuldgefühle, dass Du Deine Mutter nicht retten oder bewusster begleiten konntest?

    Das ging mir damals auch so, obwohl meine Mutter schlussendlich an Krebs gestorben ist, dachte ich lange Jahre noch, ich hätte sie besser versorgen müssen, dann wäre sie nicht gestorben. Als Kind fühlte ich mich schuldig, dass meine Mutter getrunken hatte.

    Sind grandiose Gedanken, wir sind nicht allmächtig, der Tod gehört zu unserem Leben dazu. Wir können nicht andere Menschen vor dem Tod bewahren. Das Schlimme ist, da wir es bei der eigenen Mutter nicht konnten, möchten wir, dass es uns bei anderen Menschen gelingen soll, sie eben bewusster, liebevoller im Sterben begleiten. Möchten hier wieder etwas gut machen. Wenn die Mutter jedesmal wieder gerettet werden soll, ist es weniger eine Berufung. Denn das wird uns nicht gelingen. Wir sind nicht Schöpfer über Leben und Tod.

    Ich finde es bezeichnend, dass in Therapien die Alkoholabhängigkeit von Eltern sowie der religiöse Missbrauch, öfters nicht beachtet und bearbeitet werden. Denn was in der Kindheit an Glaubens- und Verhaltensmustern verinnerlicht wurden, ist schwer mit neuen Verhaltensmustern umzulernen. Ist tägliches Üben und darauf achten anstrengende Arbeit.

    Hast Du trauern können beim Tod Deiner Mutter?

    Demütigungen und daraus folgende Peinlichkeiten, dass Mutter Alkoholikerin war, aufgearbeitet?

    Welches Frauenbild hast Du heute?

    Alles Liebe Weitsicht

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