• Oh, auch ich wurde zur Verantwortung gezogen. Und ich habe mir selber die Verantwortung reingezogen. Gefühlsmässig frage ich mich heute noch immer wenn mir nahestehenden Menschen schlechte Laune haben ob ich sie verursacht habe. Dann kommt das Bewußtsein "Erdung angesagt" Daggi an Erde.... So, vielleicht ist mein Gegenüber einfach nur schlecht aufgestanden, hat sich über den Busfahrer geärgert oder wurde eingeparkt. Alles Dinge, für Dich ich nicht verantwortlich bin. Also sollte ich nicht erst beginnen mich als wichtigstes Ding im Universum zu sehen, welches alle Verantwortung trägt und so wichtig ist, dass er/sie die Verantwortung für alles zu tragen hat. Ganz sicher nicht für die Launen anderer.

    Ja, es kommt hoch, solange es aber in Deinem Umfeld ist, gibt es noch dauerhafte Folgebelastungen, die alles nicht besser machen. Genau hier beginnt die Aufgabe eines jeden selber: sich schützen und sich gut behüten.

    Lieben Gruß und viel Kraft wünscht Dagmar

  • Danke, Dagmar, die Kraft kann ich gebrauchen!

    Mit der schlechten Laune von Menschen in meiner Umgebung kann ich auch schlecht umgehen. Automatisch gehe ich einen Schritt zurück und mir fällt auch der Kinnladen runter. Schuldgefühle melden sich. Ich frage mich immer: WARUM? Ich habe doch nichts getan! Mit der Erdung hast du gut geschrieben! Ich denke, dass ich zu *co* bin, was ich gar nicht will.
    Das lebenslange Verhalten kann ja nicht mit einem "Schnipp" weg sein. Es bedarf harter Arbeit.
    Einen guten Tipp habe ich auch hier im Forum bezüglich der Literatur gefunden. Auch dort werde ich mich schlau machen.
    Die Summe der Dinge wird mir dann hoffentlich weiter auf die Sprünge helfen............ u n d die Anteilnahme von euch. DANKE.
    Rosita

  • Weißt Du Rosita, ich bin mir nicht einmal so sicher, ob diese gefühlsmässige Ansprechbarkeit über den Faktor Co kommt oder die weibliche Rolle und die zugehörige Erziehung. Dieses "sofortige Spüren" ist ja nicht nur schlecht. Es erlaubt zu trösten und zu spüren, aber das beinhaltet eben auch die Seite - ich, bin ich schuld???

    Es ist ein langer Weg das zu ändern, da diese Muster ja oft über jahrzehnte gelebt wurden. Schon vor der Beziehung zum alkoholabhängigen Ex habe ich versucht mich "umzuerziehen" und nun geht es weiter. Immer und immer wieder merke ich später, dass ich mir oft hätte keinen Kopf machen müssen und gänzlich unbeteiligt an der schlechten Verfassung andere war.

    Mein letztes Beispiel spornt mich noch mehr zum lernen an, ein paar Tage alt ;) jemand den ich sehr mag hat wohl großen Ärger zu Hause (was ich nicht wusste) somit absolut anders drauf als sonst. Huch, habe ich arbeitstechnisch etwas falsch gemacht? Huch wird mein Vertrag nicht verlängert? Ach und weh und überhaupt ..... So, mit allen diesen dämlichen Fragen im Gepäck war ich absolut nicht ich selber und habe mich gehörig zurück gezogen.... Ganz schön doof oder?

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Das mit dem Zurückziehen ist mir absolut bekannt; es kommt bei mir hinzu, dass mein Kopf dabei NICHT aufhört zu arbeiten. Die Gedanken drehen sich - es kehrt in MIR keine Ruhe ein.
    Sowas kann mich für den ganzen Tag lähmen und ich warte dann auf ein Zeichen des Anderen. Es bohrt, hämmert stichelt, brodelt in mir, schrecklich.

    Diese "Übersensibilität" ist für mich oft quälend, denn meine "Antennen" fahren bei Stimmungsschwankungen sofort aus. Wie beschrieben, geht es dann - wie ein Hamsterrad, das nicht aufhören will, sich zu drehen.
    Rosita

  • Heute war ein absolut blöder Tag.
    Ich bin innerlich so traurig. Diese Beleidigungen tun so weh! Ich sei zu dumm das Auto gerade in die Garage zu fahren und bla bla bla..........
    Eigentlich will ich mir nichts draus machen - aber es tut weh! So vieles muss ich auch entbehren wie Verständnis, Zuneigung, Zärtlichkeiten und so weiter. Es gibt nur noch *hau* und *schnau*.
    Wie ich damit fertig werden soll, weiß ich derzeit überhaupt nicht mehr.
    Rosita

  • Guten Morgen Rosita!

    Klar tut das weh! Wenn man immerzu alles falsch macht, selbst aber weiss, dass es doch nicht falsch war, oder - eigentlich egal!
    Das war auch für mich immer das Hauptleiden.
    Mein Mann konnte mich immer mit solchen Bemerkungen winzig klein machen, so dass ich nichts mehr gegen seine Trinkerei sagen konnte.
    Weil ich dann mit mir beschäftigt war.
    Zärtlichkeiten, Zuneigung gab es schon, im alkoholisierten Zustand. Zumindest wollte er gern, aber - .............
    Letztendlich hat er mich nur noch angeekelt. Es war jedesmal ein Trauerspiel, alles mögliche zu umgehen, nur damit er schnell einschläft und ich meine Ruhe hatte.
    Diesen "Stress" kriege ich noch nicht so ganz aus meinem Kopf. Daran denke ich noch immer jeden Abend.
    Ich glaube, das ist auch mein Hauptgrund, nie mehr neben einem nassen Mann leben zu wollen.
    Diese Angst will ich nicht mehr erleiden.

    Gestern hatte ich einen schönen Tag. Mein Mann war witzig wie immer, hat mich mit der Tochter verwöhnt, mich "ausruhen lassen" - ich weiss noch genau, wie "ungemütlich" manche Muttertage in seinen nassen Jahren abgelaufen sind - .
    Es musste aber der Schlussstrich gezogen werden. Mit aller Konsequenz.

    Dir einen besseren Tag wünscht Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Guten Morgen Gotti!

    Danke für deine Antwort.
    Ja - kleinhalten - das Gefühl habe ich auch. Er will mir ein schlechtes Gewissen machen bei allem und jedem.
    Es geht hier oft ums Kochen! Ich hätte ja genügend Zeit, ihm was *Vernünftiges* zu kochen, da mein Pflegefall ja jetzt im Heim sei. Ich habe den Eindruck, dass er mich so beschäftigt halten möchte, dass ich keine Luft mehr bekomme. Ich fühle mich eingeengt, kontrolliert, beobachtet.....
    Ich will das alles nicht mehr. Ich bin nicht seine Sklavin - was ich auch schon so oft zu ihm sagte.
    Gestern bin ich alleine weg! Ich wurde überhaupt nicht beachtet - nur dumme unqualifizierte Sprüche werden losgelassen! Erniedrigend!
    Heute werde ich mich auch vom "Acker" machen, damit ich hier nicht eingehe wie eine Priemel.
    LG Rosita

  • Langsam glaube ich echt, ich spinne.
    Sein Auto hat einen Motorschaden, wurde abgeschleppt und ein Leihwagen musste her.
    Eine sündhaft teure Kiste.
    Mir fällt dazu nichts mehr ein!
    Als ich meine Einwände dagegen brachte, meinte er nur, ich solle das Denken anderen überlassen.
    Wie kann man nur!!!
    Ich begreife nicht, dass dafür sooooooo viel Geld ausgegeben wird. Das sollte ich mal machen! Wegen 5 Euro werde ich blöd angemacht. Ich begreife es nicht! H I L F E !!!

    Wie gehe ich nun damit um, dass ich meine Gefühle nicht vollständig ruiniere???
    Muss ich das alles so hinnehmen? Immer sind für SEINE Bedürfnisse alle Wege offen. Komischer Weise ist dafür dann das Geld da. Ich begreife die Welt nicht mehr.
    Rosita

  • So hat es bei uns auch immer ausgesehen.
    Die selbe Reaktion hätte mein Mann auch gegeben.
    Für ihn war keine Mark zu schade, für uns Familie jeder Pfennig zu viel.

    Leider musste ich eben erst bis zu meinem Tiefpunkt aushalten, bis ich von dem ganzen Sch... zu viel hatte. Da kann ich dir nur raten, für dich beten, dass er bei dir ganz schnell kommt, und du dich da rausholst.

    Liebe Grüße, Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Die Nacht war schrecklich!
    Wegen des teuren Leihwagens hat er MIR die Schuld gegeben. Hat mich verbrüllt, das Fenster geöffnet und rausgeschrien, wie schlimm ich wäre.........(was sollen die Nachbarn denken, wie schrecklich diese arrogante Frau ist!) die schändlichsten Worte. Bin auf den Dachboden und habe mir den Walkman genommen und die Musik so laut aufgedreht, dass ich ihn nicht mehr hörte.
    Er erwartete, dass er MEIN Auto bekommen hätte (hat NICHT gefragt - aber ich soll das riechen; oder was???) - ich würde ja nur an mich denken...........wieder Betitulierungen - Ich kann das nicht mehr aushalten.
    Heute muss ich noch arbeiten und morgen auch. Wie soll ich da meine Gedanken zusammenhalten? Es sind zwar nur paar Stunden, aber es ist eine anspruchsvolle Tätigkeit, die ich nicht auf eine Backe absitzen kann.
    Rosita

  • Oh Rosita! Trenne dich von diesem Mann!
    Der macht alles in dir kaputt was nur möglich ist.
    Du schreibst, du hast eine anspruchsvolle Arbeit! Ich denke auch, dass du ein fähiger Mensch bist, eine tolle Frau, die was kann!
    Hol dich da raus!
    Du schaffst das!
    Sei stark und mutig!
    Ich schicke dir gaaaaanz viel Kraft dazu!
    Und liebe Grüße, Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Gotti, ich habe solche Angst.
    Ich war gestern so am Zittern! wie ein kleines Kind!
    In mir sitzt was, dass mich lähmt.
    Ich will versuchen, mich gedanklich abzugrenzen.........damit das Karusell im Kopf mal aufhört.
    Heute Morgen habe ich einiges im Alkoholikerforum gelesen, damit ich mich eventuell in einen trinkenden Menschen hineinversetzen kann.
    Vielleicht nehme ich es dann nicht mehr so schlimm.
    Mein Kopf schaltet NICHT ab!
    Rosita

  • Hallo Rosita!

    Komme leider erst jetzt zum Antworten.
    Wie kann ich dir deine Angst nehmen?
    Möchte dir so gern helfen.

    Hast du einen Arzt, dem du vertraust? Geh und mach schnell einen Termin aus. Er/Sie wird dich verstehen, dir die nötigen Schritte erklären, z.B. in Richtung Therapie.
    Meine Ärztin "behandelt" mich seit ich mich "geoutet" habe, ganz anders. Weil sie weiss, was ich wirklich brauche.
    Such dir jemanden vor Ort, mit dem du reden kannst.
    Gehe in eine SHG. Bei uns findet man die Adressen schon in der Zeitung.

    Alles Liebe, Gotti. (Muss noch mal zur Arbeit.)

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Danke Gotti,
    bin grad zurück von meiner Arbeit.
    Es hat geklappt - war allerdings auch anstrengend.
    Muss gleich mit meinem Kind zum Arzt, hat dicke Mandeln und einen eingewachsenen Zehennagel.
    Jeder Tag birgt eine neue Herausforderung!
    Mein Arzt weiß über sie Sache bescheid- er würde mir auch eine Kur anbieten, die ich JETZT nicht machen werde, da ich die Arbeit noch nicht so lange habe und hoffentlich bald fest angestellt werde.
    Die brauche ich dringend für MICH, die Arbeit.
    Einige Therapien habe ich schon gemacht. Immer an einem bestimmten Punkt geht es da nicht weiter. So versuche ich hier durch reflektieren dahinterzukommen.
    Angst ist so ein Punkt! Es rührt alles aus meiner Kindheit, denn ich wurde schrecklich mißhandelt, was mir immer noch nachhängt.
    Hoffentlich wird es mit meinem Kind heute nicht so schlimm, werde berichten - bin auf dem Sprung.
    Danke für die Ermunterung.
    Bis später Rosita

  • Guten Morgen!
    Heute startet der Tag gleich wieder mit einem Arztbesuch.
    Das Kind hat wahrscheinlich Pfeifersches Drüsenfieber. Muss die ganze Woche das Bett hüten. Eine Blutuntersuchung bringt Gewissheit.
    Heute Nachmittag muss ich zur Arbeit, das wird dann auch hoffentlich klappen.
    Von einem Dilemma ins nächste. Irgendwie kehrt nie Ruhe ein.
    Mit Lektüren über Alkoholismus habe ich mich die halbe Nacht beschäftigt.
    Ich will endlich aus dieser Co-Abhängigkeit raus und Lichtblicke in meinem Leben sehen.
    Ich habe auch gelesen, dass man den Alkoholiker mit den Realitäten konfrontieren soll. Da bin ich mir total unsicher WIE ich das machen soll. Ich habe dann immer Angst vor den Reaktionen und, dass es ein Schuss nach hinten wird.
    Könnt ihr mir dabei helfen? Dafür wäre ich sehr dankbar.
    Rosita

  • Hallo Rosita,

    die Realitäten aufzuzeigen, dient in erster Linie dazu, sie Dir bewusst zu machen, nicht mehr zu verleugnen, Deine Gefühle, wie Du Dich bei allem fühlst, deutlich zu machen.
    Natürlich gibt es Folgen, bei mir waren es immer wieder weitere Demütigungen, blöde Sprüche, nicht er hätte das Problem, sondern ich. Das tat immer sehr weh, aber als ich begann, mir meine Gefühle dabei bewusst zu machen, gab mir die Kraft, irgendwann zu gehen, diese Demütigungen nicht länger auszuhalten.

    Ich wünsche Dir viel Kraft, Deinem Kind eine gute Besserung.

    Liebe Grüße

    S.Käferchen

  • Danke, Käferchen, für deine Worte.

    Gestern habe ich , bevor ich mit dem Kind zum Arzt bin, das Fenster geöffnet und ihm gesagt, jetzt könne er wieder rausbrüllen! Es würde enorm das Selbstwertgefühl aufwerten und ich ließe mir kein schlechtes Gewissen einreden, dass ich an dem teuren Leihwagen schuld sei.
    Für MICH war das wie eine Befreiung mit der Konsequenz, dass er mich nicht mehr beachtet.
    Gut - damit muß ich dann leben.
    A B E R - ich habe es gesagt! Er weiß nun wie ich darüber denke. Ich habe es nicht einfach so hingenommen.
    Ist das der Weg???
    Meinem Kind geht es immer noch nicht gut. Blut wurde abgenommen und muss eingeschickt werden. Da kann man nur abwarten und hoffen, dass die Medizin anschlägt.
    Rosita

  • Heute war die Arbeit ganz ok. Bin froh, dass ich dabei auch echt abschalten kann.
    Ich hoffe nur, dass es mit einer Festanstellung klappt, dann hätte ich für mich eine gewisse finanzielle Sicherheit.
    Nach der "Kinderzeit" wieder einzusteigen, ist ja nicht so ganz leicht, denn an den Ablauf muss ich mich erst wieder gewöhnen.
    Meinem Kind geht es etwas besser. Ist auch während meiner Abwesenheit gut gelaufen!
    Werde noch was lesen und dann schlafen.
    Gute Nacht, Rosita

  • Hallo Rosita!
    Na, da hoffe ich doch gleich mal mit, dass es mit deiner Anstellung was wird!!!
    Und hoffentlich geht es deiner Kleinen auch wieder besser. Das Pfeiffersche ist nicht zu unterschätzen. Aber zum Glück gibts ja die Medis. :wink:
    Wünsche dir für heute was für dich, was Schönes, was dir Freude bringt!
    Liebe Grüße, Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Danke, Gotti, dir auch :D
    und euch allen hier im Forum.
    Bringe gleich noch meine Unterlagen zur
    Arbeitsstelle. Habe gestern noch alles dafür vorbereitet - bin schon was aufgeregt! Die Entscheidung fällt dann in den nächsten Wochen. Es kann bis zu 3 Monaten dauern, bis der Bescheid da ist. D.h. Geduld üben.
    Gestern ging es mir ganz gut - auch damit - dass ich meine Gefühle besser analysieren kann und weiß, was für mich gut ist.
    Ich habe mir fest vorgenommen, das Thema Alkohol auch anzusprechen - dass es MICH stört und belastet.
    Es ist gar nicht so einfach, weil ich jahrelang erduldet und geduldet habe.
    Dazu muss ich all meinen Mut zusammennehmen.
    Rosita

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