Sind Kinder bei einem alkoholabhängigen Elternteil geschützt

  • Ich würde mich zudem freuen, hier auch die Meinung von Betroffenen zu lesen. Denn Ihr seid es ja, denen u. U. die Kinder entzogen und entfremdet werden. Was sagt Ihr dazu? Wie habt Ihr den Umgang mit eueren Kindern erlebt?

    LG
    Ette

    Hallo,

    ich würde mich auch freuen wenn ihr hier mal reinschauen und eure Erfahrungen uns mitteilen könntet.

    https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…p=344378#344378

    Gruß
    Elocin

  • Hallo !

    Ich bin nach wie vor akoholabhängig, werde es mein Leben lang bleiben und schütze dennoch meine Kinder. Daran glaube ich.

    Aber ich formuliere diese Frage mal für mich um: Sind Kinder bei einem betrunkenen/nassen Elternteil geschützt ?

    Nein, sind sie nicht ! Ich kann nur dankbar sein, dass nie schlimmeres passiert ist, wenn ich mit den Kids alleine war. Sie im Bett und ich besoffen auf dem Balkon.

    Biene

  • Zitat von Biene1705

    Hallo !

    Ich bin nach wie vor akoholabhängig, werde es mein Leben lang bleiben und schütze dennoch meine Kinder. Daran glaube ich.

    Aber ich formuliere diese Frage mal für mich um: Sind Kinder bei einem betrunkenen/nassen Elternteil geschützt ?

    Nein, sind sie nicht ! Ich kann nur dankbar sein, dass nie schlimmeres passiert ist, wenn ich mit den Kids alleine war. Sie im Bett und ich besoffen auf dem Balkon.

    Biene

    Liebe Biene,

    so wie Du die Frage umformuliert hast, war sie von mir gemeint.

    Ich danke Dir für Deine Ehrlichkeit, nur so können Kinder heute besser geschützt werden.

    Alles Liebe Weitsicht

  • Zitat von Biene1705

    Sind Kinder bei einem betrunkenen/nassen Elternteil geschützt ?

    Hmmm, darf ich ehrlich sein?
    Wenn die Frage so formuliert ist, stellt sie sich doch gar nicht.
    Von Betrunkenen/Nassen einmal abgesehen kann sich doch niemand diese Frage ernsthaft stellen, oder?

    LG
    espoir

  • Hallo @ all,
    ein sehr interessantes Thema und auch wichtiges.

    Hier einmal meine eigendst gemachten Erfahrungen hierzu.Ich selbst bin Vater eines mittlerweile 18 jährigen Sohnes.

    Ich habe meinen Sohn zuletzt gesehen da war er 3 Monate alt!!.

    Ich trank damals schon nicht wenig,sah mich aber selbst noch nicht als abhängig als auf einmal meine sieben Sachen gepackt waren und ich ausziehen musste.

    Wie gesagt,mein Konsum steigerte sich immer mehr denn ich nahm es als Grund,weil mir der Umgang von der Kindesmutter untersagt wurde ich landete auf der Strasse konsumierte auch harte Drogen ect.

    Nun habe ich aber mein Leben grundlegendst geändert und traf mich mit der Kindesmutter vor ca 3 einhalb Jahren zu einem persönlichen Gespräch da ich auch über das JA den Kontakt suchte und da nicht locker ließ.Das Treffen verlief harmonisch und wir einigten uns darauf das der Junge beim nächsten Treffen dabei sein wird.

    Pustekuchen!
    Die Kindesmutter meldete sich nicht mehr und war auch nicht mehr zu erreichen,und reagierte auch nicht auf das drängen vom JA.

    Natürlich hätte ich mein Besuchsrecht gerichtlich erzwingen können aber was hätte es gebracht?

    Mit Gewalt erzwingen?
    Hätte ich da nicht noch mehr Schaden angerichtet?Ich weiß es nicht.

    Ich konnte nicht für meinen Sohn der Vater sein der Ich Ihn gerne sein wollte weil ich mein Leben selbst nicht im Griff hatte,so konnte und wollte ich Ihn auch nicht unter die Augen treten,es hätte nur noch mehr Schaden angerichtet!

    So nun war und bin ich aber in der Lage ihm zumindest ein guter Freund zu sein und selbst dieses wird mir nicht gewährt!

    Nun ist er aber volljährig und kann selbst entscheiden ob er Kontakt zu mir haben möchte,es kommt aber nichts seinerseits,ich könnte jetzt mutmaßen aber das werde ich hier im offenem Bereich nicht tun!

    Wie sieht es denn mit den emotionalen Schäden aus den Kindesmütter/Kindsväter anrichten wenn sie Ihm/Ihren Kindern den Kontakt zum anderen Elternteil verwähren obwohl sich dessen Leben grundlegendst geändert haben,hat da auch jemand eine Antwort drauf???

    Wisst Ihr,die Mutter meines Sohnes hat 3 Kinder von 3 verschiedenen Vätern,vom letzteren der auch Hauptbezugsperson für meinen Sohn war ist Sie mittlerweile auch geschieden,wie sieht es mit diesen hinterlassenen Schäden aus???

    Ihr merkt schon wie ich auch,das ich wirklich etwas sauer darauf reagiere,denn es gibt auch die Kehrseite der Medaille.

    Und jetzt kommt mir bitte nicht damit das dieses Einzelfälle wären,denn das wäre die Augen verschliessen vor der brutalen Realität!

    Nicht immer sind nur die abhängigen Elternteile für alles zu verantworten denn hier trägt jeder seinen Anteil daran,nur so manch einer/eine verschliesst genau davor die Augen,ist ja auch schön einfach die alleinige Verantwortung hierfür abzuwälzen auf den trinkenden Elternteil denn der kann sich ja erst einmal nicht dagegen wehren,es würde gegen Ihn/Sie entschieden werden!

    Ich bin nicht wütend auf meinen Sohn,er hat genug gelitten,auch bin ich nicht sauer auf mich,denn ich musste abhängig Trinken und war gar nicht in der Lage Ihm ein guter Vater zu sein.Heute bin ich aber in der Lage mich um Ihn zu kümmern und bekomme trotz allem nicht die Chance hierfür,es wird kommen wie es kommen soll,ob so oder so!

    Dieses mal so meine Erfahrungen.

    Bei mir fängt es an,und dort hört es auch auf!

    Gruß Andi

  • Hallo,

    ohje, das ist wirklich ein ganz heikeles Thema und da möchte man eigendlich auch garnicht zurück denken/blicken.

    Ich bin da auch sehr dankbar, das meinen Kids, nie irgendwas passiert ist, als ich getrunken habe.

    Ich erkläre mir das so: instinktiv habe ich wohl nie so viel getrunken, wenn mein Mann nicht da war, ausserdem schlich sich der vermehrte Konsum auch über Jahre ein.

    Nun ich möchte auch nichts beschönigen oder so, denn ändern kann ich die Vergangenheit eh nicht. Meine Kids im Heute: Sohnemann 23 Jahre, Töchterchen 17 Jahre, da reden wir auch schon mal über die Sache Alk.
    Sohn ( hat seine Ausbildung fertig, macht gerade beim Bund seine zweite)kommt gerne zu Uns und Töchterchen lebt noch in unserem Haushalt, bastelt an Ihrem Abi.

    Es gab keine Schläge oder die ganzen wirklich unschönen Dinge bei Uns, klar gab es auch mal Zoff, das ist in vielen Familien der Fall.
    Wenn ich an meinen Vater denke, der hat nie getrunken und wir Kinder bekamen ordentlich die Hucke voll. Dafür brauchte es nicht viel, da habe ich auch manchmal dran zu knabbern.

    Wenn meine älteren Geschwister geschlagen wurden, dann machte ich oft unter mich, vor lauter Angst. Ich kriege Gänsehaut, wenn ich darüber nachdenke. Deshalb war ich auch sehr angepasst um ja nichts falsch zu machen, das konnte Übelst enden. Übelste Frauengeschichten, alles bei klarem Verstand.

    Meine Mum nahm immer Pillen und war mit Uns 4 Kindern mächtig überfordert, Job und Haushalt. Meine Mum trinkt, ist aber in Ihren Augen keine Alkoholikerin. Ist auch eine andere Baustelle.

    Was ich damit sagen möchte, ist, nicht nur der/die Alkoholiker/rin kann ein schlimmen Charakter haben, es gibt viele Menschen mit einer niederträchtigen krankhaften Neigung, die brauchen keinen Alk dazu. Wenn dann noch Alk und Charakter aufeinander treffen :roll: das ist dann oft unfassbar :roll:

    MLG Mandy

  • Hallo, lieber Andi,
    das, was Dir wiederfahren ist ist einfach nur knüppeldick und geht wirklich extremst am Schutz von Kindern vorbei. Den (ich persönlich) denke dass Schutz vor einem "trockenen" Alkoholiker nicht notwendig ist.

    Selbst wenn die Mutter anfänglich Zweifel an der Trockenheit von Dir hat oder gehabt hat, so wäre da doch von deren Seite eine Chance notwendig gewesen. Denn ein Elternteil zu entziehen, der nicht "schädlich" ist, dass ist dann genauso schlimm!!!

    Wenn Dein Sohn sich derzeit und jetzt noch nicht meldet, so kann sich das ändern. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Du noch die Chance hast ein väterlicher Freund zu werden. Zumal Ihr dann als erwachsene Menschen miteinander reden könnt, was in meinen Augen auch Vorteile bringen mag.

    Im Bekanntenkreis die Kinder, die von einem Elternteil getrennt wurden, haben im Regelfall mit der Volljährigkeit begonnen neugierig zu werden. Einfach auch deshalb, weil sie langsam begannen sich frei zu strampeln und sich eine eigene Meinung bilden wollten.

    Hätte Dein Sohnemann überhaupt die Möglichkeit Dich zu kontakten???

    Ich drücke Dir die Daumen und hoffe einfach, dass Ihr Euch auf freundschaftlicher Basis begegnen könnt, was für Euch beide sehr schön sein dürfte.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo zusammen,

    gleich mal vorab, als ich selbst mit dem Trinken angefangen habe, da war mein Sohn längst erwachsen und außer Haus und wir haben bis heute einen guten Kontakt.

    Doch möchte ich hier mal eine Lanze für die Väter brechen, denn vielen Männern wird auch nach längerer Trockenheit von den Müttern nach der Tennung der Kontakt zu ihren Kindern verwehrt.
    Sogar Nichtalkoholiker-Vätern gelingt es oft nicht, gegen den Willen der Mutter, weiterhin ihre Kinder regelmäßig zu sehen.

    Dabei muß im Gegensatz dazu eine alkoholkranke Frau/Mutter wohl schon wirklich auf der Straße leben, bis das Jugendamt einschreitet.

    Gruß
    Alpenrose

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!