Eine Sache des Ego

  • Hallo liv (simi)

    Ein Tag wie viele in letzter Zeit. Viel zu viele freie, leere Stunden, die ich primär mit Online-Jobsuche verbringe. Und seit gestern lese ich gerne hier in diesem Forum.

    Beste Grüße
    Lefty

  • Hallo Lefty,
    auch von mir ein herzliches Willkommen hier!
    Leider kann ich deine Vorstellung im Vorstellungsbereich nicht lesen, deshalb weiß ich auch noch nichts (oder nicht so sehr viel) über dich. Vielleicht magst du sie hierher kopieren oder zumindest stichpunktartig noch einmal wiederholen?
    Wie lebst du denn so?
    Hast du Menschen um dich herum, und wenn schon keine Partnerin, dann vielleicht ein paar Freunde? Oder Familie?
    Bitte entschuldige, wenn ich dich vielleicht "löchere", aber ich könnte dir leichter ein paar Gedanken da lassen, wenn ich etwas mehr von dir wüsste. :wink:

    LG
    espoir

  • Hallo Espoir.

    Wozu gibt es den Vorstellungsbereich, wenn den kaum jemand lesen kann scheinbar? :)
    Explizit für Dich:

    Zitat von Lefty_64

    Guten Morgen! Kurze Vorstellung von mir:

    Ich bin (fast) 45 Jahre...blicke auf über 20 Jahre aktive "Karriere" zurück. Habe mich im Laufe der Jahre zum sog. Quartalstrinker entwickelt...
    Leider kann ich immer noch nicht auf eine trockene Zeit zurückblicken.
    Durchgemacht habe ich absolut alles: Von Langzeittherapie(n) bis zum Delirium Tremens.
    Entsprechend "schmal" sieht heute mein Selbstbewußtsein und meine Hoffnung aus.
    Vielleicht finde ich ja in diesem Forum etwas, was mir Antrieb gibt....

    Beste Grüße
    Lefty

    Ich lebe schon viele Jahre alleine. Bin viel umgezogen innerhalb der Republik. Ein Umfeld habe ich nicht. Mein einziger Mensch ist eigentlich nur die Mutter z.Zt.

    Beste Grüße
    Lefty

  • Hallo Lefty,

    Zitat

    Wozu gibt es den Vorstellungsbereich, wenn den kaum jemand lesen kann scheinbar?

    der Vorstellungsbereich ist dafür da um zu entscheiden ob jemand gleich freigeschaltet wird oder noch nicht.

    Es ist ja nicht gerade sinnvoll wenn sich Menschen, die noch nass sind, am Austausch mit anderen die frisch aus der Entgiftung kommen beteiligen.

    Konnte ich dir die Frage damit beantworten ?

    LG Martin

  • Hallo Maddin.

    Okay, aber kann man nach Freischaltung eine zeitnahe Vorstellung nicht auch sichtbar machen?

    LG Lefty

  • Huhu Lefty,
    na das ging ja schnell! Dankeschön! :D (Und dann noch extra für mich... :wink: )
    Schön, jetzt aber mal ernsthaft.
    So wie das klingt, hast du jetzt also die Chance, komplett bei Null anzufangen. Was vermutest du, woran es gelegen haben könnte, dass deine bisherigen Therapieversuche fehlgeschlagen sind?
    Ich finde das sehr schade, dass du außer deiner Mutter niemanden in deiner Nähe hast. Fehlen dir andere Menschen denn gar nicht, oder würdest du dich eher als "Einzelgänger" bezeichnen?

    LG
    espoir

  • Hallo Espoir.

    Zitat von espoir

    Was vermutest du, woran es gelegen haben könnte, dass deine bisherigen Therapieversuche fehlgeschlagen sind?


    Anfangs war ich einfach zu jung und habs nicht kapieren wollen. Ich hatte zu allem "Ja und Amen" gesagt und dabei "Arschlecken" gedacht. Oder anders: Meine Gedanken damals (ca. 27 Jahre) waren noch so gestrickt, dass ich vermutete, es würde sich noch alles, also auch der "Missbrauch" nivellieren, irgendwann haste Frau, Familie usw. (aber nichts dergleichen)
    Bei späteren Behandlungen wurde mir deutlich, dass ich quasi unfähig bin gehörtes gefühlsmäßig umzusetzten. Minderwertigkeitsgefühle und Selbstzweifel blieben (bis heute). Kennste den Zauberberg von Thomas Mann? So´n Typ bin ich wohl; unter einer "Käseglocke" könnte ich zeitlebens abstinent leben.....

    Ja, ich bin wohl eher so der Einzelgänger, obwohl ich das auch nicht wirklich prickelnd finde.

    Gruß Lefty

  • Ich liebe Thomas Mann! :D

    Das mit den Minderwertigkeitsgefühlen kenne ich leider nur zu gut.
    Es wird Gott sei Dank langsam besser, aber ich bin auch etwas zerknirscht darüber, dass ich erst so alt werden musste, um mich langsam zu entspannen. Hast du dich je gefragt, wo die eigentlich herkommen?
    Bei mir ist das schnell erzählt - mein Vater war auch ein Trinker und als Kind bin ich mit diesem latenten Gefühl aufgewachsen, dass ich "irgendwie anders" bin. Die Szenen zu Hause fand ich normal, und das, was ich bei meinen Freundinnen erlebte, hat mich maßlos fasziniert - und zugleich traurig gemacht, weil ich den Eindruck hatte, dass ich meine Familie "verrate", wenn ich mir auch so einen gut duftenden, lustigen, aktiven Papa wünsche... :oops:
    Aber ich könnte mir vorstellen, dass nicht jeder, der irgendwie unsicher ist und sich für weniger wert hält, aus einem Trinkerhaushalt kommen muss. Vielleicht ist das ja für dich ein erster Ansatz, da mal nachzuforschen?

    LG
    espoir

  • Hallo Espoir!

    Zitat von espoir


    Das mit den Minderwertigkeitsgefühlen kenne ich leider nur zu gut.
    Es wird Gott sei Dank langsam besser, aber ich bin auch etwas zerknirscht darüber, dass ich erst so alt werden musste, um mich langsam zu entspannen. Hast du dich je gefragt, wo die eigentlich herkommen?

    Ich denke wurde damit geboren bzw. war ich als Säugling ständig schwer krank und könnte mir vorstellen. dass dort schon traumatisch was in Gang gesetzt wurde. Ich komme aus einer Nicht-abhängigen Familie. Geschwister habe ich auch, von denen hat niemand "so einen an der Waffel" wie ich (macht mir natürlich auch zu schaffen)
    Ja, das mit dem Alter ist für mich z.Zt. auch so´n Problem. Viele belächeln diese Tatsache; ich finde das so gar nicht lustig.

    Beste Grüße
    Lefty

  • Hallo Lefty,
    das kommt natürlich darauf an, unter welchem Aspekt du dein Alter betrachtest.
    Wenn ich jetzt das erst einmal von der beruflichen Seite her anschaue, sollte man meiner Ansicht nach das Alter nicht so herunterspielen. 44 ist natürlich grundsätzlich kein k.o.-Argument, aber es spielt natürlich deine Ausbildung und dein Werdegang eine Rolle. Da hilft kein Beschönigen, da kannst du nur einen knallharten "Kassensturz" machen und dich fragen, ok, was habe ich gelernt? Wie lange war ich in diesem Beruf tätig? Sind da Lücken in der Vita? Kann ich die erklären?
    Vielleicht willst du das, was du gelernt hast, ja auch gar nicht mehr machen? Wäre es eine Möglichkeit, dich entweder online oder aber direkt bei der Agentur zu erkundigen, welche Möglichkeiten es für dich gibt? Hier ist - so glaube ich zumindest - nur eins unabdingbar: absolute Ehrlichkeit. Und natürlich auch eine gewisse Flexibilität. Also auch Jobs, die vielleicht nicht gerade 1. Wahl sind. Aber das muss ich dir nicht erzählen. Wer mit dem Rücken an der Wand steht, hat ja eh nicht viel zum Auswählen.

    Und dann das mit den anderen Menschen.
    Du hast geschrieben:

    Zitat

    Ja, ich bin wohl eher so der Einzelgänger, obwohl ich das auch nicht wirklich prickelnd finde.


    Ein echter Einzelgänger findet das aber prickelnd.
    Also biste keiner, richtig? :wink:
    Natürlich hast du Recht - in unserem Alter :wink: findet man auch nicht mehr so ohne Weiteres Freunde. Aber das ist doch für den Anfang auch gar nicht nötig. Oftmals genügen doch lose Bekannte, um sich nicht so gottverlassen und allein zu fühlen. Ich empfinde andere Menschen als Bereicherung, weil ich mich austauschen kann - und das ist etwas, das ich dringend brauche, den Austausch mit anderen. Und dann kann ich ja immer noch schauen, ob daraus was Engeres wird oder nicht.

    Letzten Endes hast du ja auch schon richtig reagiert, du hast dich hier angemeldet (und auch prompt die Labertasche vom Dienst an der Backe :wink: ) und suchst den Austausch. Wenn du dich jetzt noch auf dein neues abstinentes Leben konzentrierst, kommen alle anderen Sachen auch, manche schneller, andere langsamer. Aber die konsequente Abstinenz ist die unbedingte Voraussetzung. Das ist zumindest meine Erfahrung.

    LG
    espoir

  • Danke fürs Feedback, Espoir.

    Die Sache mit dem Job ist mir klar. (Man kennt den anderen ja nicht wirklich hier, aber schon spannend)

    Profan ausgedrückt: Es ist sauschwer "gute" Leute für sich zu finden (in unserem Alter), geschweige denn einen neuen Partner. Die Zeit vergeht immer schneller...
    Wenn ich mal versuche mit Muttern diese Thematik anzuschneiden, kommt meist nur: Selbst Schuld. Recht hat sie? Oder nicht so ganz?

  • Leute ohne Vorurteile, Leute mit Geist, Leute mit denen mal was machen kann, ohne dass die Thematik meiner Abhängigkeit stets eine Rolle spielt. (Man kann ja auch mal über was anderes reden, oder?)

    Was sie meint? Na das ich mein Leben so verkorkst habe und nicht das zustande brachte wie ihre anderen Kinder.

  • Oh je, ich glaube, ich weiß, was du meinst.
    Ich war auch davon überzeugt, dass andere mich auf "die Alkoholikerin" reduzieren - zumindest die, die davon wissen. Aber weißt du was? Ich habe inzwischen gelernt, dass ich es selber war, die alles immer wieder damit in Zusammenhang brachte.
    Und ähnliches gilt wahrscheinlich auch für deine Mutter. Was lässt dich glauben, dass sie dich so haben will wie deine Geschwister?

  • Sie will mich nicht so haben wie die anderen (das geht eh nicht mehr); ihr Begehr wäre es "nur", dass es bei mir endlich mal KLICK macht, wie sie so sagt.
    Ich wollte eben nur gesagt haben: Manchmal rede ich mit ihr, um deutlich zu machen, ich hätte auch gern so ein Leben wie die anderen (und frage mich dabei, warum bin ich so aus der Reihe geschossen.); und dann kommt das Feedback: Selbst Schuld, verstehste?
    (So ich muss mal ne Mütze Schlaf haben)

  • Hallo Lefty - kein Problem, ich sollte auch mal langsam schlafen gehen...
    Schlaf erst einmal 'ne Nacht darüber und komm morgen wieder. Vielleicht ist deine Wut dann ein wenig verraucht und du kannst anfangen Pläne zu schmieden. Denn das haben dir andere ja auch schon geschrieben: Auch den größten Berg kann man abtragen - notfalls teelöffelchenweise.

    Ich wünsche dir eine gute Nacht!
    Bis morgen
    espoir

  • Moin moin!

    So allmählich habe ich das Prinzip dieses Forum verstanden. Muss aufpassen kein Tagebuch hier zu kreieren. Wenn niemand mehr schreibt, dann habe ich mir selbst zu antworten.:-)
    Kennt das auch jemand?:
    Ich bin jetzt gerade mal wieder ein paar Wochen trocken, kann wieder mal nicht pennen. Wieder mal ein Wochenende fast geschafft. Tageszeitung studiert, ob´s nicht vielleicht doch ´ne Tätigkeit gibt, Langeweile, zu nichts Lust. Und die innere Erkenntnis, irgendwie ist das Dasein ohne Stoff genauso "beschissen" wie mit, nur halt mit anderer Qualität. Gefährliche Situation! Bisher habe ich den "Trockenzustand" so nach etwa 10 - 12 Wochen beendet/beenden müssen. Seltsamerweise gibt mir die SH auch nicht so den push. Irgendwie stehe ich mir immer selbst im Weg. Naja, wollte ich einfach mal loswerden.
    Schönen Sonntag Euch!

    Lefty

  • Hallo Lefty,

    Zitat

    Das Lebensgefühl Alkoholiker zu sein ist jetzt mit hinzugekommen.

    Ja, das geht mir auch so. Ich genieße es, bewußt und offen damit umzugehen. seit über drei Jahren brauche ich mich nicht mehr zu verstecken und selbst belügen.

    Die Anerkennung, die mir dabei vielfach zuteil wird nehme ich als angenehme Begleiterscheinung hin, ungläubigen oder entsetzten Mitmenschen begegne ich mit aufklärenden Worten- wenn ICH es für nötig erachte.

    LG kommal

    unterwegs...

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