abhängig?! doch nicht bei uns!!

  • Guten Morgen LaChela!

    Mhmja, verdrängen hilft dir da nicht weiter.
    Aufschreiben schon eher. Da kann ich mich Matthias nur anschliessen.
    Wenn man was aufgeschrieben hat, ist es schon mal ein wenig "losgelassen" abgegeben.
    Was habe ich immer gemacht, wenn mein Mann mich niedergemacht hat?
    Mir ein Buch geholt, eine Wanne eingelassen, Spazierengegangen, Einkaufen gegangen (vlt. auch nur Schaufenster angeschaut), Gitarre gespielt, mit den Kindern gespielt, ....genascht....gewalkt ...

    Dir fällt sicher noch was Gutes für dich ein!
    Du bist doch schon auf einem neuen Weg!
    Alles Liebe, Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Mmh, das Erlebnis von gestern verfolgt mich bis heute :roll: , dazu dann noch ein Haufen von neuen Vorwürfen, die ich mir von meinem Vater anhören "durfte" und der Tag war perfekt. Hab nix Produktives zu Stande gebracht...

    Nach dem Vorfall gestern Abend war ich erstmal wie gelähmt. Habe es immer noch nicht verkraftet und so wie ich mich kenne, kann das noch eine Weile dauern.
    Gut, ich glaube, ich rücke jetzt mal mit der Sprache raus, was passiert ist, habt aber bitte Verständnis dafür, dass ich Details auslasse. Aber das muss jetzt raus...
    Ich war gestern bei einer Schulveranstaltung. Die ganze Schule inkl. Lehrern und Eltern (meine nicht!!) war anwesend. Gegen Ende wurde eine Lehrerin nach vorne gerufe, die ich immer schon sehr gemocht habe und vor der ich großen Respekt hatte. Sie war jedoch nicht mehr wirklich in der Lage dazu, weil sie sternhagelvoll war. Von allen wurde dies überspielt und heruntergespielt. Mir war sofort total schlecht!! Manche haben sich über den Vorfall lustig gemacht, aber für mich stand eindeutig fest, dass diese Lehrerin sich in genau diesem Augenblick als Alkoholikerin geoutet hat. Denn: Kann man sich zu einem ungünstigeren Zeitpunkt betrinken? Muss man nicht schon ziemlich weit unten sein, um sich so zu blamieren?
    Das war wie ein Schlag, weil ich ihr das NIE zugetraut hätte!!! Ich glaube, dass nur mir das ganze so nahegegangen ist, alle anderen hatten weiter ihren Spaß...
    Dann bin ich nach Hause, wo mein Vater mit Bierflasche im Arm auf dem Sofa lag. Toll...
    Das nächste mal werde ich versuchen noch etwas für mich zu tun nach so einmen Erlebnis, aber gestern war mir eigentlich nur noch nach verkriechen zumute. Vielleicht fragt ihr euch jetzt, warum mir so ein kleiner Zwischenfall dermaßen an die Substanz geht.
    Tja, so ganz weiß ich das selber nicht. In dem Moment wurde mir ein jahrelang aufgebautes "Idealbild" und auch "Vorbild" zerstört und ich bin geschockt, weil ich die Lehrerin als Mensch auch mag.
    Vielleicht bin ich einfach zu sensibel...
    Habe schon gemerkt, dass meine "Fühler" für Stimmungen aber auch Gefühle meiner Mitmenschen empfinlicher sind als die der Meisten. Wahrscheinlich liegt das am jahrelangen Training :roll:
    Als Kind eines Alkoholikers durchläuft man in gewisser Weise auch eine Schule :roll: Nur ob sie mir später im Leben jemals hilfreich sein wird, ist eine ganz andere Frage.

    Hatte ich schon erwähnt, dass ich zum Studieren in ein ganz anderes Bundesland gehen werde? Weit weit weg von hier. Der Gedanke tut ziemlich gut, ich sehe es als Chance. Mein Bruder macht mir immer noch Sorgen, aber wir werden schon eine Lösung finden.

    So, mal wieder einen Roman verfasst.
    Liebe Grüße
    von der nachtaktiven
    LaChela

  • Hallo LaChela,

    dein klarer Blick auf die schmerzhaften Dinge, er läßt dich zu gegebener Zeit die schönen und kräftigenden Dinge sehen, an denen andere achtlos vorübergehen. Und noch paar Schritte weiter siehst du dann das Wertvolle auch in den schmerzhaften Dingen.

    Ich drück dich mal.


    Schlaf gut.

    Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • hi LaChela

    so klein find ich den zwischenfall gar net. und selbst wenn's so wär, es beschäftigt DICH, es geht DIR nahe und dann is das auch absolut ok so.

    trotzdem wünsch ich dir das es dir mal möglich sein wird, sie nicht nur als alkoholikerin zu sehn. auch wenn sie wirklich süchtig sein sollte, sie hat trotzdem dinge gesagt und getan, wo dir geholfen haben in irgendeiner weise - vermut ich zumindest, da du sie als eine art vorbild für dich beschreibst.

    ist das jetzt alles weniger wert, weil sie süchtig ist? vielleicht magst du da ja irgendwann mal drüber nachdenken :)

    nichtsdestotrotz, ich kann deine enttäuschung gut verstehn und ich finde mitunter ist es auch nötig, wut und schmerz zuzulassen ohne sich anderweitig abzulenken. ich hab mich früher immer über tage geärgert wo ich die ganze zeit schlecht drauf war, evtl. viel geweint hab oder so. dachte mir ich sollt es doch besser wissen und mich von den schlechten gefühlen ablenken können, aber das is nicht immer richtig. so miese tage kommen viel weniger vor inzwischen, aber wenn so ein tag sein sollte, dann ärger ich mich nicht mehr und weiß das wieder bessere tage kommen werden.

    und auch bei dir wirds wieder aufwärts gehn, bin ich sicher!

    lg -Dani-

  • glück auf LaChela

    :arrow: deine sensibilität wird dir auf jeden fall in deinem weiteren leben nützlich sein :!: (wird auch weh tun :roll: )


    :arrow: sag der lehrerin was du empfunden hast :!: (vieleicht is sie der meinung es merkt keiner - wenn sie sooooo voll is merkt sies ja selber nich + kann sich später nich erinnern)

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Liebe LaChela,

    als Kind in einer Alk.Familie hat man ganz unglaubliches gelernt und ein riesiges Pensum an persönlicher Fortentwicklung gemeistert und eine große Stärke und Sensibilität aufgebeut.

    Sei Dir dessen stets bewusst.

    Alles, was Dir gut tut und was Du Dir an Plänen überlegst - schreib es Dir auf!

    Liebe Lavendelgrüße!

  • Wow, Linde, das klingt weise :D !! Ich hoffe, dass du recht hast!!!

    Hallo Dani, mir erscheinen die Sachen, die sie mir gesagt hat jetzt nicht als wertlos, weil ich sie betrunken gesehen habe. Vielleicht hatte ich einfach nur vergessen, dass sie auch nur ein Mensch mit ganz normalen Fehlern ist und ganz normale Probleme hat... Na ja, wie auch immer. Jetzt, mit ein bisschen zeitlichem Abstand fällt es mir leichter darüber nachzudenken.

    Hallo Matthias, darüber reden? Mhh, ich weiß nicht. Sie ist nicht so der Typ Lehrer, mit dem man über sein Privatleben spricht, wenn du verstehst was ich meine...

    Hey lavandula, hab mir tatsächlich vor einer Woche ein schönes Buch gekauft, in das ich meine Gedanken schreibe. Natürlich auch meine Pläne :D

    Heute war ein stressiger Sonntag!! 7 Stunden Hausaufgaben :roll: , aber dafür hatte ich gestern "frei".
    In letzter Zeit freue ich mich auf mein Leben als Studentin :lol: Langsam realisiere ich das Alles. Am Anfang war ich noch sehr sehr traurig, aber mittlerweile kann ich dem Studium sehr viele positive Seiten abgewinnen!! Hoffentlich klappt alles so, wie ich es mir vorstelle!!
    Ich glaube, dass ich echt die einzige aus meiner ganzen Stufe bin, die so genau weiß (zu wissen meint), was sie will. Ich hoffe nur, dass das alles so bleibt und ich mich nicht total irre (in meinem Berufswunsch). Zweifel habe ich noch, aber im Grunde ist es das, was ich immer schon wollte: Lehrerin werden :)
    In meiner Familie bin ich deshalb schon das Monster, das arme kleine Kinder quält. Nett, stimmt's?
    Liebe Grüße
    LaChela

  • Hallo zusammen =)

    Wollte euch mitteilen, dass heute ein guter Tag war :D . Das Wetter war super schön, hab in der Schule ein dickes Lob kassiert und hatte kaum Hausaufgaben auf :) . Zwar wurde ich auch total angemeckert (für eine Sache, an der ich nicht beteiligt war, aber nun gut :roll: ). Habe mir die Standpredigt angehört (in Gedanken war ich woanders, aber das sieht man ja zum Glück nicht :lol: ) und bin sofort raus an die frische Luft um die Sonne zu genießen. Mein Vater wird immer seltsamer, aber ich ignoriere ihn weiterhin, weil ich es nicht schaffe anders damit umzugehen. Ja, ich halte ihn immer noch von anderen fern, verstecke ihn, verheimliche alles. Es ist nunmal unangenehm. Ich tue so, als würde er nicht existieren, und eigentlich "existiert" er ja auch nicht mehr so, wie ich ihn kenne. Ich empfinde keinen Schmerz mehr, keine Trauer, nichtmal Wut. Ich weiß nicht, ist das ein Fortschritt oder stumpfe ich ab? Es ist normal geworden ihn so zu sehen. Lediglich manchmal bekomme ich Panik, wenn er mit seinen Saufkollegen unterwegs ist und ich nicht weiß ob und wie er wiederkommt. ..

    Aber nun wieder zu den schöneren Ereignissen :D Nächste Woche wird super!! Ich zeichne und male seit einiger Zeit sehr viel und jetzt werden ein paar meiner Bilder in einer kleinen Ausstellung ausgestellt (schreckliche Wortkombi :roll: ). Freue mich sooooooo :)

    Liebe Grüße
    LaChela

  • Hola LaChela,

    das mit Deinen Bildern hört sich doch gut an. Für mich war und ist das Zeichnen und Malen immer ein wichtiger Seelenausdruck. Ich versuche, es so ähnlich wie ein Tagebuch zu gestalten, also täglich eine kleine Zeichnung - oder auch mehrere oder eben mit möglichst kurzer Pause dazwischen.

    Im Übrigen bin ich fest überzeugt, dass alles Schöpferische, was ich tue, ein autenthischer und wohltuender Seelenausdruck und somit Heilung ist.
    Ich versuche, so viel Kreatives zu tun wie mir möglich ist. Und die Ideen und Entwürfe schreib ich auf. Vielleicht werd ich demnächst auch mal wieder einen Schritt vorwärts Richtung Ausstellung machen. Aber dazu muss ich in der 'richtigen' Verfassung sein...

    Heut abend ist erstmal wieder stricken dran - und vielleicht noch ein bisschen entwerfen (Architektur und Garten) oder einfach so zeichnen.
    Habe zum Geburtstag lauter Leinwände bekommen :) Habe mir die Acrylfarben schonmal zurecht gelegt und hoffe auf einen Sonntag, an dem ich genug Luft habe innerlich, um abzuschalten bzw. einfach anzufangen.

    LG,
    Lavandula

  • hallo zusammen=)

    ich schreibe heute mal alles klein, weil ich lust darauf habe und faul bin :lol: .

    bin gerade nach hause gekommen. mein vater hat heute mal wieder ziemlich viel getrunken und als dann auch noch meine stark alkoholisierte oma eintraf, bin ich geflüchtet. zuerst in mein zimmer, aber das hat nicht gereicht. habe eine freundin angerufen, die sofort gesagt hat, dass ich kommen kann. das hab ich auch sofort getan.
    ich glaube, dass ich das erste mal einen abend genießen konnte, obwohl ich wusste, dass mein vater trinkt. hatte so viel spaß heute abend, habe so viel gelacht. es war schööön=) wieder zu hause, lag er schon schnarchend im bett. zum glück!
    das heute abend war der beweis: ich kann glücklich sein, auch wenn er trinkt und sich kaputt macht! er macht mich nicht mehr mit kaputt!
    das soll jetzt nicht heißen, dass ich glücklich bin, wenn er trinkt, nein! nur hat sein verhalten jetzt keine direkten auswirkungen mehr auf meine gefühlswelt und das ist gut so. so soll es bleiben, auch wenn es wieder tage geben wird, an denen es nicht so ist...

    liebe und zuversichtliche grüße
    von der alleskleinschreibenden
    lachela

  • Hallo LaChela,

    es darf dir gut gehen, auch wenn es ihm nicht gut geht.

    Deine Befindlichkeit ist von seiner unabhänging.


    Gut Nacht, schlaf gut! :wink:

    Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • hi lachela!

    ich wünsch dir alles gute, und ich glaube, dass das studium ein guter schritt in die richtige richtung (unabhängigkeit) wird! wie das das mit der finanzierung?

    das mit den bildern hört sich schön und gut an, und die wrden sogar ausgestellt? wow!

    viel kraft weiterhin :)

    lg colibri

  • Danke für eure Antworten :D .
    Kennt ihr das Gefühl glücklich zu sein ohne zu wissen warum? Ich kenne es erst seit ein paar Tagen, aber ich muss sagen, es ist echt gut :wink: . Es ist einfach so, dass im Moment ziemlich viel "rund" läuft und es deshalb nicht eine "Quelle des Glücks" gibt. Ich freue mich so sehr auf die Zukunft, aber auch das Jetzt ist zum größten Teil schön (außerhalb der Familie).
    Bin nur sehr wehmütig, dass ich meine Freunde bald nicht mehr oft sehe. Das schmerzt schon, nachdem sie mir wirklich oft geholfen haben und jetzt langsam wissen wie ich "ticke".
    Aber trotzdem möchte ich mich an diesen glücklichen Moment immer erinnern können, vor allem dann, wenn es mir nicht so gut gehen wird.

    Liebe Grüße
    LaChela

  • Hallo zusammen =)

    Die letzte Woche war schön und auch "doof"!
    Ich stand in der Ausstellung vor meinem eigenen Bild. Das Gefühl war schon unglaublich. Leider ist es ein bisschen unglücklich platziert, aber ich kann ja auch nicht zuuu viel erwarten. Allein die Tatsache, dass es ausgestellt wird ist schon eine RIESEN Ehre!!

    Und jetzt warum sie "doof" war. Mein Vater trinkt und trinkt und trinkt. Mal macht es mich völlig fertig und mal kann ich es ganz gut ignorieren. Was mich aber immer stört ist die fehlende Anerkennung und das nicht vorhandene Interesse. Als die Ausstellung eröffnet wurde, habe ich ihm gesagt, dass ich dorthin fahre. Hier mal der Dialog:
    "Wie? Wieso fährste denn DA hin?"
    "Na weil da doch mein Bild ausgestellt wird"
    "Wie dein Bild? Wieso wird denn 'nen Foto von dir ausgestellt?"
    "Kein Foto- das Bild, das ich gemalt habe..."
    "Du malst?!"
    Dann hab ich die Tür zugeknallt.

    :evil::evil::evil:

    Er verlangt permanent, dass wir uns um ihn kümmern, ihn bemitleiden, ihm immer wieder sagen, dass er doch ein sooo guter Vater ist... Und wehe, wir tun das nicht. Dann sind wir gleich total egoistisch und fies und sind es nicht wert seine Kinder zu sein.
    Einerseits ist es im sch***egal was wir machen und erreichen, aber andererseits möchte er doch, dass wir bitteschön immer zu Hause rumsitzen und uns um ihn kümmern, weil es ihm ja schlecht geht.
    Er wollte verhindern, dass ich von zu Hause ausziehe. Frage mich nur, warum? Er interessiert sich doch nicht für mich, wenn ich zu Hause bin, dann kann es ihm doch auch egal sein wenn ich weg bin... :twisted::twisted::twisted:

  • Hallo LaChela,

    er saugt alles an positiver Energie auf, was er kriegen kann. Brauch er ja auch, da er sich ja selbst sehenden Auges fertig macht und zu Grunde richtet.
    Alkoholiker folgen nur der Logik, weiter trinken zu können. Sonst keiner. Alles, was dem im Weg steht, ist sch... So einfach ist das. Das kann man mit Verstand nicht nachvollziehen. Es ist einfach so.

    Da alle Gefühlsregungen ersäuft werden, bleiben nur Grobheiten zurück. Solange die andern geben, nimmt der Alkoholiker. Für sein Umfeld ist er eine Megaaufgabe, das Neinsagen lernen zu können. Und zwar drastisch.
    Tut das Umfeld es nicht, geht es mit in die Gosse, bildlich oder real.
    Los lassen.
    Es ist wie eine Geburt.
    Man wird durch das Loslassen zu einem neuen Menschen. Immer wieder. Immer ein Stück mehr.

    Vom Alkoholiker ist kaum noch etwas Menschliches übrig geblieben. Er ist einfach nur noch da und reagiert auf den Schaden, den er angerichtet hat. Solange er weiter trinkt, weigert er sich, ins Handeln zu kommen. Ist passiv. Jammert.
    Ist ja auch das Bequemste, da die Familie mitspielt.

    Warum sollte er also aufhören, einfach nur das zu verlangen, was ihm gerade in den Sinn kommt? Er bekommt es ja sowieso, solange keiner Nein sagt. Durch Erpressung, Intrigen, Lügen etc.
    Aber das weißt Du ja selbst.

    Das Weite suchen hat mir wirklich am besten geholfen. Zumal es dauernd weiter ging. Egal wie sehr ich mich bemüht habe, alles wurde genommen und ich wurde dafür vollgelogen, betrogen, hintergangen, bei Andern schlecht gemacht, beschuldigt, stehen gelassen, bei Bedarf hergenommen. So wie es die Alk.Mutter sich vorstellte.
    Es ist in so einem Fall egal, ob es die Eltern sind. Man kann sich nur selbst dort hinaus retten, sonst geht man mit unter.
    Eine Riesenaufgabe, aber machbar.

    Mir geht es heute in jeder Hinsicht besser als vor z.B. sechs Jahren, als ich noch die Eltern zu meinem 30. einlud. Diese Veranstaltung werd ich nie vergessen. Die beiden ignorierten sich, sprachen kein Wort miteinander (sie waren seit 11 Jahren geschieden) und meine Schwester und ich hüpften zuvorkommend herum und taten alles, um einen schönen Kaffeetisch zu haben und die Stimmung aufzupolieren. Die Eltern meines damaligen Freundes und er waren noch da. Was für eine Show, sie waren mir so peinlich damals! Nach dem Kaffee musste die Alk.Mutter natürlich dringend ein 'Schnäpschen' haben - das war das erste und einzige Mal, das sie in meiner Wohnung hartes Zeug bekam - ich gab ihr nen riesigen ekelhaften Grappa. Igitt.
    Am Ende des Tages waren meine Schwester und ich völlig geschafft, wir mussten ja die ganze Zeit so tun als wäre alles in Ordnung. Die Alk.Mutter liess sich natürlich noch kutschierte von meiner Schwester heim kutschieren und war mal wieder oben auf. Sie hatte ihren Auftritt gehabt. Denn solche Feiern waren ihr Spezialgebiet. Sowas musste stattfinden und man hatte sie auf jeden Fall einzuladen.
    Was ein Zirkus! Ich bin so froh, dass ich mich von solchem Krampf verabschiedet habe.
    Sowas gibt es heute nicht mehr bei mir! Habe genug gelitten unter diesen Lügen und der unglaublichen Unverschämtheit dieser Person, mit der sie ständig ihr vermeintliches Recht verlangt hat! Sie hat weder Moral noch Anstand. Traurig dass ich mich so ausdrücken muss, es entspricht aber der Wahrheit. Nur die Andern sollten ständig funktionieren und nach ihrem Willen für leere Versprechungen ständig in Vorlage treten. Noch heute fühl ich mich manchmal sowas von im wahrsten Sinne des Wortes 'besch...' - emotional ausgelaugt. Ständig Schönes für Mist hergegeben. Irgendwann natürlich auf ungefragt. Das ist dann irgendwann so, wenn man von klein auf vereinnahmt wird und in einem solchen Umfeld aufwächst. Ich sollte immer ihre 'Puppe' sein - zum kotzen. Vor lauter Seelenschmerzen wusste ich meistens gar nicht mehr, wohin mit mir und wie ich mich wieder regenerieren soll.
    Natürlich hatte ich auch die 'falschen' Freunde, unvermeidlich.
    Aber das ist alles vorbei. Mit Willen, Kraft, Ausdauer und Geschick lernt es sich irgendwann daran zu glauben, dass es tatsächlich Unterstütung für die eigenen Wünsche und Ideen gibt.
    Eine Ahnung davon bekommt man ja vielleicht in der Schule, wo es gut läuft.
    Die weiteren Lebensabschnitte und Phasen sind sicher auch beschützt von oben :) Wenn man etwas Gutes vorhat, gibt es auch den Segen dafür, ganz sicher.

    LG,
    Lavandula

  • Danke, lavandula!
    Ich muss gerade einfach weinen, weil du recht hast und weil es mir trotz allem immer noch schwerfällt zu akzeptieren. Das ständige Ignorieren und "mein Lebene leben" ist so anstrengend. Klar, es gibt Tage, an denen ich (irgendwie) glücklich bin, so wie letzte Woche zum Beispiel. Aber dann wird mir bewusst, dass das Ignorieren nur eine kurzfristige Hilfe ist. Die aufgestauten Gefühle sind trotzdem noch wie Knoten in mir drin. Ich ignoriere, verdränge, weil es anders nicht geht. Weil es mich sonst noch mehr fertig machen würde. Aber das kann nicht die Lösung des Problems sein!! Ich habe das Gefühl, dass ich aufräumen muss, in mir drin herrscht Chaos. Ich bin zwiegespalten. Einerseits ist er mein Vater, der früher sogar mal für mich da war und andererseits ist der Alki, den ich über alles verabscheue. Dieser Widerspruch ist unerträglich.
    Eine Stunde bevor ich mich hier im Forum registriert habe, habe ich ihm die halbleere Flasche Wodka vor die Nase gehalten und gefragt, ob er abhängig sei. "Quatsch, ich doch nicht!", hat er mir geantwortet und dabei gelacht. Damals wollte ich ihm noch helfen, bis dann hier die Erkenntnis kam, dass ich es nicht kann. Und trotzdem

    Zitat

    Vom Alkoholiker ist kaum noch etwas Menschliches übrig geblieben. Er ist einfach nur noch da und reagiert auf den Schaden, den er angerichtet hat. Solange er weiter trinkt, weigert er sich, ins Handeln zu kommen. Ist passiv. Jammert.
    Ist ja auch das Bequemste, da die Familie mitspielt.


    sowas zu lesen tut immer noch weh. Wo ist der Mensch hin? In die Bierflasche gefallen oder was? Sch***.
    Ich will so stark sein und bin eigentlich so unendlich schwach. Es gibt Momente, in denen fühle ich mich stark und plötzlich sacke ich wieder in mich zusammen.... Ich merke, dass ich mich manchmal selbst verachte und weiß, dass das keine Lösung ist. Trotzdem ist das so. Ich finde mich selbst feige, verachtenswert.
    Und dann gibt es Tage an denen mag ich mich. Ich sehe in den Spiegel und mag mich. So einfach. Das verstehe ich nicht. Und es ist auch anstrengend, weil ich mich immer wieder damit beschäftige, mir immer wieder die Frage stelle "Ist es möglich mich zu mögen? Geht das überhaupt? Bedeute ich anderen etwas?"
    Ich weiß nicht ob ihr das nachvollziehen könnt, aber auf jeden Fall, war es gut das mal zu schreiben!
    Liebe Grüße
    LaChela

  • Hallo LaChela,

    das sind die exakt von Dir abgebildeten Erziehungsmuster und Prägungen, die man in einer Alkoholikerfamilie erfährt. Lass es raus, leb es - und Du kannst es nach und nach loslassen und ändern.
    Wie lebst Du Deine Wut und Aggression? Raus damit - tanzen, boxen, joggen, wild aufräumen, schreien (im Wald?), toben, malen - wie auch immer. Dir fällt schon was ein!
    Glaub mir, was Du empfindest, ist sowas von normal, wenn man aus einer solchen Umgebung kommt und sich hinaus bewegen möchte.
    Mach einfach weiter - fühl, was Du brauchst und tun möchtest.
    Schreib. Lies was Dir in die Finger kommt und wichtig erscheint.
    Sei schwach, stark, alles, was Du bist. Genau das macht Dich aus.
    So ist das bei mir jedenfalls.
    Mit der Zeit klärt sich einiges, anderes verschwindet - und Du lernst, Dir selbst immer ein bisschen mehr treu zu sein und zu vertrauen.

    Liebe Lavendelgrüße!

  • Hallo zusammen=)

    Es ist soweit! Die Zeit bis zum Abi ist mehr als überschaubar. Ich kann es nicht fassen! Und freue mich auf das baldige Ende!! Es wird auch traurig, das ist mir klar, aber im Moment liegt schon die ganze Zeit eine Abschiedsstimmung in der Luft, es ist kaum auszuhalten. Ich mag es nicht wochenlang auf ein Ende hinzufiebern,weil es alles nur schlimmer macht. Man ist schon viel zu früh traurig, obwohl man ja dazu noch gar keinen Grund hat. Heulen kann man immer noch wenn alles vorbei ist. Sage ich mir jetzt. Und trotzdem bleibt eine gewisse Traurigkeit.
    Ich habe sooo viele Pläne für die Zeit nach dem Abi, ich platze fast vor Tatendrang. Es wird auf keinen Fall einfach, aber es wird bestimmt spannend.

    Mit meinem Vater läuft es ... normal... wie immer, veilleicht ein bisschen besser. Gestern haben wir tatsächlich ein paar Sätze ausgetauscht. Habe festgestellt, dass er in letzter Zeit öfters nüchtern ist, aber wer weiß wie lange das anhält...

    Auf jeden Fall habe ich mir vorgenommen auf mich zu achten und das beste aus meinem Abi und allem was dazugehört zu machen. Letzte Woche habe ich mir mein Kleid für die Abifeier gekauft. Das ist sooo schön=) Muss mir nur noch was für meine Haare überlegen, in dieser Richtung bin ich immer so unkreativ...
    Dieses Wochenende wird hoffentlich toll... :wink:

    Viele liebe Grüße
    LaChela

  • Hey Alabaster=)

    Danke für so viel Lob;-)
    Ins Ausland gehe ich auf jeden Fall, Flug ist schon gebucht! Allerdings nur 3 Monate, weil ich im Oktober mit dem Studium anfangen möchte. Tja und ausziehen werde ich auch auf jeden Fall, denn ich gehe in ein anderes Bundesland. Den Abstand brauche ich. Habe mich jetzt soweit um das Finanzielle gekümmert, was nicht so leicht ist, da mein Vater mir nur widerwillig einen "Kredit" geben will. Immer wieder droht er mir diesen zu streichen. Ich hoffe, dass er mir wenigstens mein Kindergeld "umsonst" geben wird. Dann bekomme ich BAFÖG, aber soweit ich das jetzt verstanden habe, kann ich das erst beanttragen,wenn ich eingeschrieben bin. Es ist schon ein bisschen Nervenkrieg, aber ich WILL studieren und irgendwie werde ich das schaffen. Dann brauche ich eben ein bisschen länger, weil ich zusätzlich arbeiten muss, auch egal.Freitag war ich schon ein paar Dinge kaufen, die ich brauchen werde: einen Wasserkocher, Toaster und ein paar Teller, Messer, Löffel und Gabeln.
    Meine Mama hatte mir das Geld für die Sachen vorgestreckt, weil ich nicht so viel dabeihatte. Deswegen hat mein Vater dann 'nen Aufstand veranstaltet und mich angebrüllt, ich sollte ihm auf der Stelle das Geld wiedergeben. Bin dann mim Rad zur Bank gefahren (Eeeiskalt war das :evil: ) und hab's ihm vor die Füße geschmissen. Mann war ich sauer!!

    Gestern war er mal wieder so besoffen, es war ekelhaft :evil: und in diesem Zustand hat er mich angeschrien wie egoistisch ich doch sei. Ich sollte froh sein, dass er mir das Abitur finanziert hat und mich dankbar erweisen und meinen Eltern nicht mehr auf der Tasche liegen :evil: . Wenn er so weiter macht, werde ich ihm nach dem Studium jeden Cent zurückzahlen, in ein-cent-münzen :twisted: Ich stelle mir das gerade bildlich vor :roll::) .

    Das Studium kommt mir fast vor wie ein (finanzieller) Rückschritt. Mein Vater zahlt nur noch für mein Essen und gewährt mir netterweise Unterkunft. Hin und wieder ist auch noch ein Schulbuch drin. Alles andere- Kleidung, Hobbies... zahle ich von dem Geld, das ich mir durch Nebenjobs verdiene. Wenn ich studiere unterschreibt er wahrscheinlich den Mietvertrag, weil er die Miete ja zunächst zahlt, das heißt ich bin seiner Willkür ausgeliefert und das macht mir Angst. Noch dazu muss ich sämtliche Jobs (3 Stück) hier aufgeben und in meiner Unistadt neue suchen. Hoffentlich klappt das alles!!!

    Wenn ich erstmal fertig studiert habe, werde ich reich und dann lache ich nur noch über diese Probleme, während ich mit einer eiskalten Cola in der Hand am Pool liege8) Ich sehe es genau vor mir

    :wink:

    Liebe Grüße
    LaChela

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!