heute kam ich mal wieder ins Grübeln. Stellte mir die Frage, warum wir coabhängige doch imemr anch den gleichen Msutern arbeiten. Uns für unsere Partner aufopfern, ihnen helfen und dann zum Schluß dafür zum Dank gedemütigt, beschimpft, ausgelacht, erniedrigt etc. werden. Kurz gesagt- ein Schlag ins Gesicht. Satt geliebt zu werden, wie wir es uns doch durch unsere helferei erhoffen und 'zu erarbeiten versuchen' werden wir mißachtet, fühlen uns manchmal sogar gehaßt. In vielen Threads fand ich irgendeine Abwandlung dieser Verhaltensmuster und fragte mich wieso ist das so.
Heutekam mir folgender Gedanke.
Der nasse Alkoholiker ist abhängig. Auch wenn ers ncith zugeben mag , er merkt es, dass der Fusel ihn unter Kontrolle hat und sein Leben bestimmt, mit ihm macht was er will.
Ich denke, sowas macht tief im Innern einenMenschen unheimlich wütend auf sich selbst.
Wir die Coabhängigen sind ja ebenfalls abhängig. Und der Partner projeziert diese seine Wut auf uns. Wir sind ihm ja auch keien Hilfe, denn wir sind ja ebenso schwach und hilflos. Das merkt er ja ebenso wie wir siene Abhängigkeit wahrnehmen.
Ein kranker kann keinem anderen Kranken helfen, wenn er nicht selbst an seienr Krankheit arbeitet, wenn er dem anderen Sucht vorlebt und dann von dem anderen verlangt seien Sucht zu überwinden. Das wirkt besserwisserisch. Nicht überzeugend.
Noch dazu übt man durch seine Coabhängigkeit Druck auf den anderen aus. Das führt auch zu Aggressionenudn einem Gefühl der Unmündigkeit.
Trotz seienr Krankheit will der Abhängige respektiert und für 'voll' (haha) genommen werden.Das fällt bei einem nassen Alkoholiker manches Mal schwer. Ein teufelskreis.
jedenfalls glaube ich, diese Wut, diese Erniedrigung etc ist gegen die Sucht gerichtet. gegen diese Hilflosigkeit und Unfähigkeit nicht davon los zu kommen. Was meint ihr?
Habt ihr darüber schonmal nachgedacht?
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Zitat von Paddy
heute kam ich mal wieder ins Grübeln. Stellte mir die Frage, warum wir coabhängige doch imemr anch den gleichen Msutern arbeiten. Uns für unsere Partner aufopfern, ihnen helfen und dann zum Schluß dafür zum Dank gedemütigt, beschimpft, ausgelacht, erniedrigt etc. werden.
Hallo Paddy,
ja, ich habe darüber schon nachgedacht. Allerdings gingen meine Gedanken nur zu der Zeit den gleichen Weg wie deine, als ich noch voll in meiner Co-Abhängigkeit steckte. Für meine Genesung ist es vollkommen irrelevant, warum mich mein trinkender Ex-Partner behandelte, wie er es tat. Viel wichtiger war für mich, herauszufinden warum ICH es mir gefallen ließ. Denn das ist der einzige Ansatzpunkt für mich gewesen, etwas für mich zu verändern.
Warum sich mein Ex so verhielt, wie er es tat, wird mir als nicht Alkoholabhängige immer ein Rätsel bleiben. Genauso wenig, wie jemand, der nicht co-abhängig ist, versteht, warum wir Co´s uns soweit selbst aufgeben, dass wir nur noch durch sein Verhalten „gelebt werden“.
Hast du denn schon mal darüber nachgedacht, warum du dir das alles gefallen ließest? Und darüber, dass man sich Liebe nicht verdienen kann?
LG
Ette -
Ich kann Dir nur sagen, liebe Paddy, dass eine Freundin (ex. Shiatsu Anwenderin) meinte dass mein Ex Partner meine Energien benötige, weil er selber recht kraftlos ist.
Ich selber hatte das Gefühl, sobald ich meine Füße in unser gemeinsames Heim setzte, dass alle meine Kraft aufeinmal verpufft war.
Ja, ich selber habe und hatte auch damals noch positive Energie und Lebensfreude - diese war ein Grund auf mich und meine kleinen Freuden herabzusehen. Nun, ist mir ganz gut gelungen mich runter ziehen zu lassen - bis ich aufgewacht bin....
Wie oft musste er wohl belächelt haben, welche Naivität ich habe wenn Versprechungen wieder und wieder sinnlos auf den Tisch geworfen wurden? Wieviel Glaubwürdigkeit kann man/frau überhaupt noch haben wenn man sich anlügen lässt?? Wieviel Achtung kann mir jemand überhaupt noch entgegenbringen, wenn ich quasi um eine Beziehung bettle, die schon lange ein Dreier ist, mit Lady oder Mr. Alk.
Ganz sicher habe ich mich innerhalb der Situation selber degradiert.
Ihn hatte der Stoff in der Kontrolle, und ich habe meine Gemütsverfassung der Kontrolle des Expartners überlassen - zwei Kranke mit unterschiedlichen Suchtmitteln, die zum damaligen Zeitpunkt beide vor dem Abgrund standen.
Lieben Gruß von Dagmar
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Hallo Paddy,
ich möchte mich Ette anschließen, und nehme mir einen Satz von ihr, der für mich zu einem Knackpunkt wurde.
ZitatUnd darüber, dass man sich Liebe nicht verdienen kann?
Ich dachte auch immer, er muß es doch endlich merken, wie sehr ich ihn liebe, ich tue doch alles für ihn.
Ich habe meine Bemühungen tatsächlich für Liebe gehalten, dabei wurde ich nur immer wieder gedemütigt und habe mich klein machen lassen.
Irgendwann mußte ich es doch Wert sein, daß er aufhören kann.Meine Bedürfnisse, Wünsche und Träume zählten in dieser Zeit nichts, weil ich es zugelassen habe, keine Bedürnisse zu haben. Mein Bedürfnis war, zu helfen.
Meine CO Muster begannen schon sehr viel früher, das habe ich hier erkannt, sie hatten ihren Höhepunkt im Leben mit meinem Mann.
Dieses zu erkennen hat mir geholfen, ich bin dabei, mir Stück für Stück meines Lebens zurückzuholen.
Es ist meins, und ich trage dafür die Verantwortung.lg Morgenrot
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Ich bin sehr beeindruckt von all Euren Einträgen.
Das paßt für mich alles wunderbar zusammen. Ja , auch mit der enegie. So habe ich mich manches Mal gefühlt, als ob er mir meine ganze Energie absaugt. Es war so, als ob er eine ganze Palette an Zaubertricks drauf hatte. Und ich fiel auf jeden rein. Er warf mir vor, dass ich geizieg sei, wenn er mal Geld brauchte und ich zückte mein Portemonaie. Er ging auf in Selbstmitleid und ich tat alles um siene Laune umzustimmen. ich war so sehr darauf fixiert ihn bei guter Laune zu halten , ihn vom Trinken abzubringen etc. Und ja, ich muß so dumm ausgesehen haben dabei. War ich traurig oder kaputt wurde ich noch ausgelacht oder abfällig beschimpft. Dann gab es Phasen, wo ich extra stark sein wollte, nichts mehr für ihn tun. Aber auch das war aufgesetzt. Ich hatte seine ganzen Pappierkram erledigt. Mich Tag und Nacht mit seinen Schulden etc rumgequält und er sagte nur,was ich denn für eine Ehefrau und Mutter bin, dass kein Essen auf dem Tisch steht. Und er saß den ganzen Tag faulherum. Und er drohte mir noch damit, dass er mich verlassen würde. und sofort bekam ich es mit der Angst und dachte nur, er hat ja recht. Essen ist ja viel wichtiger als Papierkram. Der absolute Wahnsinn. Ja, warum habe ich das mit mir machen lassen. Angst vor dem Alleinsein, ich wollte ihn um keinen preis verleiren, Ich wollte mir regelrecht beweisen, dass ich eine gute Ehefrau und Mutter bin und unsere Beziehung etwas besonderes sei, unsere Liebe unangreifbar.
Ich war immer der Auffassung, dass er doch so ein schreckliches Leben gehabt haben muß, was ihm zum trinken trieb und er es sei mir doch besser hat.
Und dann sagte er doch eines Tages, dass er sich nur bei seine Familie, insbesondere Mutter glücklich fühlt, weil er da doch alles bekäme. in seine Mitleidsphasen erzählte er , wie er von seine Eltern brutal geschlagen wurde. Alles wunderbare Geschichten, mit denen er mein Helfersyndrom nähren konnte. So, als ob er es druchblickte. Nur ich war die Dumme. Unglaublich für mich, dass sich hier so viele Verhaltensweisen ähnelen. Erst das ha t mich hier zum erwachen gebracht.
Ich merke jetzt, ich habe mich von ihm befreit. Aber mein eigentliches Problem erkenne ich jetzt erst so langsam. So wie Ette schriebt, frag eich mich, warum habe ich das zugelassen. Aber die Frage, warum das so zeischen uns gekommen ist,ist für mich ebenso wichitg. Dass er sich so verhielt, weil er seine Scuht auf meine projeziert , ist mir schon sehr wichitg zu erkennen. Das gibt mir meine Selbstachtung zurück. Denn ich war ja immer im Glauben, ich sei wirklich so übel. Zumindest hatte ich es in Erwägung gezohgen und bei mir danach gesucht, warum er jetzt so wütend sein kann, obwohl ich doch mein Bestes gegeben hatte. Seitdem ich das erkannt habe ist mir irgendwie ein innerer Knoten aufgegangen. irgendwas in mir hat sich gelöst.
Und mit der schwäche das stimmt auch. Jeder sieht in dem naderen die Sucht und die damit verbundene Schwäche, von dieser nicht loszukommen. genau, was man an sich selbst verachtet, verachtet man auch an dem anderen und es nervt einen. So wie ich meinem Partenr weißmachen wollte, wie gut es doch ist aufhörenzu trinken, so gut hätte er mir auch sagen können: Hör auf dich von meinen Launen abhängig zu zumachen. Hör auf von meiner Liebe abhängig zu sein.
Gerade wird mir klar, dass es doch das ist wovon ich am meisten abhänig war und was ich am meisten vermißte. Liebe.
Ich konnte mich mit mir selbst beschäftigen, schöne Dinge für mich machen, mich ablenken. Aber immer wieder kam dieses gefühl von Einsamkeit und die Sehnsucht danach geliebt zu werden. Den einen Tag beteuerte er mir sogar wie sehr er mich liebte. An anderen Tagen hatte er die schnauze voll von mir, weil ich ihn zu sehr nervte. Und Liebe gäbe es sowieso nicht
Doch, es ist sehr wichtig für mich diese Verhaltensmuster zu durchschauen, Wie ich in zukunft damit umgehen werde ist ein zweiter Schritt. Warum ich so bin, was dazu geführt hat ist ebenfalls ein weiterer Schritt, den ich gehen möchte. Süchtige ziehen offensichtlich einander an. Das muß man verstehen und durchschauen warum das so ist. Damit es einem nicht ständig wieder passiert, Aber dazu muß man auch wissen, was man selber bei dem anderen in seiner Sucht auslöst. Man ist ja Täter und Opfer zugleich.
Das bedeutet nicht für mich, dass ich jetzt wieder auf eien coabhängige Weise suche, warum mein Partner trinkt etc, sondern dass ich verstehe, was auch ICH in ihm auslöse. Warum hat er nach mir ge'sucht'. -
Zitat von Paddy
Das bedeutet nicht für mich, dass ich jetzt wieder auf eien coabhängige Weise suche, warum mein Partner trinkt etc, sondern dass ich verstehe, was auch ICH in ihm auslöse. Warum hat er nach mir ge'sucht'.Guten Morgen Paddy,
was löste denn dein Partner in dir aus? Warum hast DU nach IHM gesucht?
LG
Ette -
Guten Morgen, liebe Paddy,
wir scheinen uns da recht ähnlich gefühlt zu haben in unserem Laufrad, das uns viel mehr Kraft abverlangte als wir hatten. Dennoch: wir liefen und liefen und liefen.... und fanden Entschuldigungen (gerade die schlimme Kindheit) und liefen noch schneller, damit er diese bösen Dinge vergessen kann.Weißt Du, was mich interessieren würde? Ich bin sehr - viel zu schnell - mit meinem Partner über eine Fernbeziehung zusammen gekommen. Das was ich heute lebe - kennenlernen - war in der Form nicht der Fall. Nach einem halben Jahr zusammengezogen - weil ja die schlimme Entfernung für mich nicht aushaltbar war - um dann nach 10 Jahren aufzugeben.
Aber Paddy, vielleicht haben wir dadurch eine der größten Chancen erhalten, die Menschen bekommen können: Liebe als Liebe kennen zu lernen. Zumindest empfinde ich es so, in meinem jetzigen "neuen" Leben.
Anderer Wohnort - anderes Haus - meine geliebten Tiere, neuer Job und Menschen, die mich so annehmen wie ich bin: Nachbarn die Kürbisse oder Auberginen einfach nur vorbeibringen oder vor die Türe legen. Kollegen, die mich bereits nach ein paar Urlaubstagen vermissen und es mir sagen. Offene Freundschaft und Vertrauen die mir entgegengebracht werden ohne dass ich um sie kämpfen muss.
Seit ich alleine hier bin, was nicht immer einfach ist, wird mir soviel an Gefühlen zu Teil, was ich nicht bruchstückhaft in den 10 Jahren erlebt habe. Alles in meinem Hamsterrad hat mich abgehalten gutes zu spüren, selber nach außen zu leben und wirkliche offene Freundschaft wahr zu nehmen.
Jetzt, endlich, beginne ich bereit zu sein meinen Mitmenschen anders entgegen zu treten. Ich beginne mein Schubladen denken einzustellen. Ich beginne pur zu leben was ich fühle ohne mir zu überlegen ob ich damit anegge, nach fast einem Jahr beginne ich offen darüber zu reden was/wie/mit wem die ehemalige Beziehung war. Ich wollte alles verdrängen - vergessen - und dabei hätte ich mich (unbewußt) weiter isoliert um der Wahrheit niemals zu begegnen.
Ich muss nun umlernen, es ist schwer und ungewohnt aber das was ich nun kennenlerne ist etwas, um das ich scheinbar nicht kämpfen muss: angenommen zu sein, geschätzt zu sein und das auch gezeigt zu bekommen.
Paddy, ich denke, wir haben grausames durchlebt. Vielleicht aber dadurch die Chance nun alle die schönen und hellen Facetten des Lebens bewußt in uns aufnehmen zu dürfen. Gerade durch das Leid und durch die - immer noch gespürten - traurigen Gefühle aus der Zeit sind wir vielleicht in der Lage die jetzigen schönen Gefühle anders zu spüren.
Ich bin jetzt in der Lage zu sagen, ich bin müde, ich bin groggy, ich lege mich hin und ich habe halt nicht mehr Kraft - auch wenn ich noch etwas zu tun hätte. Früher, ja da habe ich mich durchgeschleppt um am Ende noch fertiger zu sein, etwas lieblos gemacht zu haben und dadurch selber die Lust an allem verloren zu haben.
Ich habe alles, was mein Potential ist mit Füßen getreten, weil es von den Launen eines anderen abhängig machen ließ. Ich habe mich und meine Charakereigenschaften - ob Stärke oder Schwäche - einem anderen vor die Füße geworfen um zu sagen "Ich bin Dein, mach damit was DU willst". Nunmehr schaffe ich es mich zu fragen, was ICH will, kann, darf, muss und bin auch in der Lage zu sagen "ich kann nicht".
"Ist Dir das auch wieder zuviel" so oft hörte ich es, so oft tat es weh, und so oft war es der Knopf, der wieder mein Hamsterrad in Gang setzte. Vielleicht war es mir zu viel .... vielleicht aber war ich nicht in der Lage es mir gegenüber zuzugeben....
Vielleicht.... liebe Paddy ... wird das nun alles anders.
Denn meine - und wohl auch Deine Energie - hat nun andere Wirkungsstätten. Orte, Menschen und Gefühle die wir anders wahr nehmen und auch anders darauf reagieren können.
Ich habe das große Glück erfahren dürfen zu spüren und zu sehen, wie bei Menschen die Augen funkeln wenn sie mich sehen, ein ganz inniges Lächeln in diesen Menschen kehrt und mein Herz dabei richtig warm wird. Ohne gegenseitige (Hilfe-)Leistungen - ohne Erwartungen, was tust Du mir und ich Dir dafür - einfach nur die Freude sich zu sehen und drei Takte zu reden.
Hätte ich jemals diese Gefühle - und stärkenden Energien - spüren (oder überhaupt auch nur beschreiben) können hätte ich nicht auch das Gegenteil erlebt??? Hätte ich dieses Funkeln sehen können, wenn ich nicht zuvor fale, eingefallene und leblose Augen hätte sehen müssen/können/dürfen???
Hätte ich Wertschätzung spüren können hätte ich nicht für mich zuvor das Gegenteil spüren müssen???
Ich glaube Paddy, eines bedingt das andere - nur der Lernweg von manchen (wie von mir) ist vielleicht ungleich härter von Menschen ohne einer Co-Abhängigkeit.
Ich beginne mehr und mehr meinem ehemaligen Partner dankbar zu sein durch den harten Lernweg, der mich fast das Leben gekostet hätte, endlich - reine - Liebe und Zuneigung zu spüren. OHne Erotik ohne Partnerschaft - einfach nur menschliche Zuneigung (die für mich Liebe ist - für mich persönlich ist Liebe den anderen so annehmen wie er ist, sich mit ihm auszutauschen und seine Meinung zu achten auch wenn icheine andre habe. Für mich ist Liebe den Respekt zu behalten auch wenn die Meinungen komplett anders sind).
Und Paddy, so wie ich spürte wie früher meine Energie destruktiv genutzt wurde, so erlebe ich heute wie sie anderen Menschen (Tieren) nutzen kann - wie mein Gegenstück und ich profitieren - voneinander - füreinander....
Lieben Gruß von Dagmar
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