Gestatten: Hildegard!

  • Hallo Hildegard

    Herzlich Willkommen !
    Ich bin auch Alkoholikerin und habe genau wie Du geglaubt,ich könnte meinen Alkoholkonsum steuern.
    Okay,einige Male hat "es geklappt" und ich konnte nach 2 Gläsern aufhören-aber meistens ging's nicht.
    Jahrelang war mir -wie Dir-klar,dass mein Trinkverhalten "nicht normal" war.
    Egal,ob "es " nun jemand gemerkt hat oder nicht-die Hauptsache ist doch jetzt,dass DU aufhören willst.
    Da Du davon ausgehst,niemand hätte etwas gemerkt,fehlt Dir jetzt ein Gesprächspartner ,mit dem Du Dich über "das neue Lebensgefühl" austauschen kannst.
    Hier im Forum ist immer jemand da,der sich mit den Gefühlen und auftretenden Problemen in der ersten Zeit der Abstinenz auskennt.
    Ich wünsche Dir einen festen Willen ,den eingeschlagenen Weg weiter zugehen und einen guten Austausch hier!
    Der Anfang ist gemacht!:-)
    liebe Grüsse von

    Backmaus

  • Hallo Hildegard,

    sechs Tage ist natürlich enorm frisch, da heißt es jetzt am Ball bleiben und mit der neuen Einstellung in mehr als nur eine Trinkpause zu gelangen, nämlich in eine konstante, stabile Trockenheit.

    Wichtig ist vor allem, dass du dich jetzt hier mehrfach und täglich austauscht. Sonst kann es passieren, dass deine Verhaltensmodifikationen ganz schnell wieder zugunsten alter Muster aufgegeben werden. Das bedeutet im Klartext, dass du dir sagst:" Hey, jetzt trinke ich schon 9 Tage nicht, und es macht mir ja auch gar keine Probleme, da bin ich wohl doch nicht alkoholkrank, da kann ich ja wieder mal hin und wieder..." Doch genau das ist eine Trinkpause. Wir Alkis beweisen uns, dass wir ja doch auch anders können, um danach umso heftiger zuzuschlagen.

    Also, Hildegard, lass dir durch das Forum helfen dir selbst zu helfen! :)

    Gruß
    Scrooge

    "Was du bekämpfst, das bleibt bestehen und verstärkt sich, was du dir genau anschaust, das verschwindet."

  • Hallo Hildegard,

    Zitat

    Wie macht ihr das nur?

    Ich habe nachdem ich bei meinem Arzt war, mit meinem Mann gesprochen. Ich wußte von mir, daß ich es - ohne daß ich ihm endlich die Wahrheit sage - nicht schaffen würde. So sind ja unzählige Trinkpausen von statten gegangen, wo ich dachte, dann trinkste halt nichts mehr... dann wird das schon.

    Ich habe also meinen ganzen Mut zusammen genommen und ihm mitgeteilt, daß ich keinen Alkohol mehr trinken darf, weil ich Alkoholikerin bin. Das fiel auch mir unendlich schwer. Doch ich wollte den Heimlichkeiten ein für allemal ein Ende bereiten. Und ähnlich wie bei dem Gespräch beim Arzt, war ich als es gesagt war, einfach nur noch erleichtert.

    Keine Heimlichtuerei mehr - kein Verstecken.

    Somit hatten sich die Bedenken hinsichtlicher Besuche bei uns schnell gegeben.

    Ich brauchte anfangs und auch jetzt noch sehr viel Zeit und Ruhe für mich, um einen Abstand zum Alkohol herzustellen. Ich halte mich daran, was die alten Hasen hier sagen.

    Ansonsten habe ich mich anfangs nur bei Menschen 'geoutet', die es unbedingt zu meinem eigenen Schutz wissen mussten.

    Was macht dich denn so sicher, dass dein Partner gehen wird und er kein Verständnis für dich aufbringen wird?

    Wie stellst du dir vor, trocken zu werden, ohne jemandem davon zu sagen?

    Lg Mieken

  • Hallo Hildegard,

    herzlich Willkommen.

    Zitat

    Heute nachmittag um 16 Uhr fing mein sechster Tag an, an dem ich nichts mehr getrunken habe. Ich bin auch erst gestern zum Arzt gegangen. Aber mir geht es super. Keinerlei Entzugsprobleme.

    Dass du nicht vorher zum Arzt bist lässt sich ja nicht mehr ändern.

    Trotzdem möchte ich, für alle die das lesen, darauf hinweisen dass ein Entzug ohne vorherigen Arztbesuch sehr gefährlich ist.

    Ich wünsche dir einen guten Erfahrungsaustausch.

    LG Martin

  • Hallo Hildegard,

    Zitat


    Wenn ich da Glück habe, bekomme ich also Unterstützung.

    Da sprichst du was sehr wichtiges an. Die Unterstützung, die wir brauchen, um trocken bleiben zu können. Der Wille ohne Alkohol leben zu wollen, muss da sein und damit fängt es an. Doch ohne Unterstützung durch unsere Nächsten wird es schwer. Bei dir sähe es dann ja so aus, daß du noch weiter verheimlichen musst. Für mich wäre das eine zusätzlich Belastung gewesen.

    Anfangs gehen viele Gedanken durch den Kopf. Mir hat es geholfen, mir in Ruhe eines nach dem anderen vorzunehmen.

    Was brauche ich um heute trocken zu bleiben? Die Frage habe ich mir morgens gestellt und danach meinen Tag aufgebaut. Stückchen für Stückchen. Schritt für Schritt. Ganz langsam, aber stur immer ein bisschen weiter in meine Richtung :arrow: dauerhaft trocken leben zu wollen.

    Lg und trockene 24 h,

    Mieken

  • Hallo Hildegard,
    hab auch gedacht das mich keiner verstehen wird
    und das gegenteil ist der Fall es stehen mehr zu mir wie vorher....
    Hab auch viel heimlich getrunken.....
    man riecht es doch trotzdem.......
    mein freund hat mich verlassen weil ich es mir net eingestanden habe und immer klasse ausreden gefunden habe.
    Wenn man aber richtig liebt und ehrlich damit umgeht denk ich das der Partner einem hilft..nur die lügen in die man sich so verstrickt machen alles kaputt...
    so denke ich
    lg Nine

  • Hallo Hildegard,

    Zitat

    Damit ist ein riesengrosser Schritt für mich getan und ich bin dankbar dafür.

    Ja - das kann ich dir richtig nachempfinden. Mir fiel ebenso ein riesiger Brocken vom Herzen. Kann mich gut erinnern.

    Klasse. Gut gemacht.

    Denke aber trotzdem dran... schön langsam... eines nach dem anderen ;)

    Lg Mieken

  • Hi Hildegard,
    ja das wetter war net so schön aber es gibt auch sone tage und wenn man die schafft fühlt man sich au gut:-)
    freut mich das dein Mann es doch besser aufgenommen hat wie de gedacht hast
    :D
    Lg Nine

  • Hallo Hildegard!

    Zitat


    Nur die wachsende Sorge, dass ich mein Leben nicht so gestalten kann, das es auch so bleibt

    Martin sagte Dir richtig:Lass Dir Zeit!

    Weisst Du wie lange ich brauchte? Ein Jahr und fünf Monate!!!
    Ich glaube nicht,dass Du das überbieten kannst! :lol:

    Jetzt habe ich ein Trinker-Ehepar losgelassen.

    Und jetzt bin ich auf dem Weg zu neuen,trockenen Freundschaften.

    Liebe Grüsse
    Yvonne

    ichbinda123

  • Hallo Hildegard

    Du musst NIRGENDWO vorher hingehen.
    Wenn Du im Internet/Tageszeitung unter Selbsthilfegruppen schaust,findest Du dort
    eine Tel.kontaktnummer und den Ort/ Tag/ Uhrzeit für das nächste Treffen.
    Ich hatte mich vorher telefonisch angemeldet-auch um mir damit verstärkt einen Tritt in den A...zu geben....und mich nicht im letzten Moment davor zu drücken auch meine Tel.nr. angegeben.

    ....viel Erfolg und schön,dass die Sucht keine Spuren (Leberwerte) hinterlassen hat.
    Die Spuren sind aber oft "seelischer Natur" und da ist ein Austausch unter "Gleichgesinnten" hilfreich; hier und/oder in einer realen SHG.
    Liebe Grüsse von

    Backmaus

  • hallo Hildegard

    Gott-sei -dank bist Du standhaft geblieben !
    Gedanken an nur EIN Gläschen hatte ich auch oft zu Beginn meiner Abstinenz.
    Ich habe mir dann immer die schlechte,nasse Vergangenheit "abgerufen" mit allen bösen Konsequenzen...es bleibt nicht bei dem EINEN Glas und ich bin ruckzuck wieder da,wo ich doch nicht mehr hin will!Der Körper würde nach mehr verlangen und ich wäre zu schwach,mich zu widersetzten.
    Mein damaliger SHG-Leiter hatte mir am ersten Abend-als ich die SHG kennenlernte-folgenden Satz mit auf den Weg gegeben:
    Das erste Glas stehenlassen!!!!

    Es hat immer wieder Situationen gegeben,wo ich mir diesen Satz in Erinnerung gerufen habe.
    Ich wollte auch keine enttäuschten Gesichter meiner Familie mehr sehen! Sie sollten sich wieder auf ihre Mutter/Frau verlassen können!

    Hast Du Dich denn nach realen SHGs mal erkundigt?
    ..und wenn Du wieder in solch' eine Situation gerätst,dann lass "alles fallen" und "rede" hier mit uns oder rufe eine vertraute Person an.
    Einfach hier lesen wird Dir auch helfen aber die Gefühle in Worte fassen- sei es aufzuschreiben oder zu telefonieren- hilft .
    Ich habe im ersten Jahr ein Tagebuch geführt...half mir sehr.
    Alles Gute wünscht Dir

    Backmaus

  • Hallo Hildegard,

    schön das Du Dich in mein Tb und ins Forum verirrt hast, freue mich wenn Du was gefunden hast, was Dir ein wenig weiter helfen kann/könnte, bist ja auch erst seit kurzem hier.

    Daher erst mal ein ganz liebes Willkommen, nimm erst mal mit was Du lesen kannst, hier gibt es viel zu entdecken.

    Aber da wo ein Wille und Mut vorhanden ist, findet sich auch immer ein Weg, es ist ja nicht einfach zu erkennen das man krank ist, oder das man ohnmächtig ist um einfach aufhören zu können, kein Ende findet.

    Irgendwie fehlt da der Klickschalter, so ein Dauerstrom ohne Kontrolle, man redet es sich ja selber schön, bis es ja wirklich nicht mehr geht und man einsieht das da Hilfe nötig ist :wink:

    Irgendwann habe ich für mich angenommen und erkannt, das auch eine Krankheit wie Alkoholismus nicht das Ende, sondern ein guter und neuer Anfang sein kann.

    Ich kann wieder selbst entscheiden, wählen, was mir gut tut und was nicht, keine Abhänigkeit, kein beteuben mehr.

    Oft hat mich der Alk schach matt gesetzt, so das ich nicht mehr konnte, keine Kraft hatte, nu nimm ich mir meine selbstbestimmten Auszeiten und geniesse diese, was will man mehr.

    Ob mit oder ohne Alk, die Probleme sind ja nicht wech, wenn ich nichts mehr trinke, aber ich kann klar denken und schauen wie ich Probl. bewältige :wink:

    Hört sich vieleicht einfach an, aber das braucht auch seine Zeit und daran arbeite ich eigentlich immer, mal stärker mal wenig hart.

    Dieses anfängliche Verlangen ist auch normal, ich habe/hatte da manchmal so geistig, hört sich vieleicht lustig an : so Gedanken wie : ich habe ein Engelchen und ein Teufelchen auf beiden Schultern und die streiten sich, ich stehe in der Mitte. Nu habe ich die Wahl, wem schenke ich meine Aufmerksamkeit. Bis jetzt hatte mein Engelchen immer die besseren Argumente.

    Aber es ist zu schaffen :wink: machen wir gemeinsam weiter :P

    MLG Mandy

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