Cadishah`s Tread

  • HalloCadi,

    herzlich willkommen her bei uns.

    Du schreibst, daß Du Dich schuldig fühlst.Dies geht vielen von uns am Anfang so, denn dies ist ja eine Hilflosigkeit, die uns schlicht weg überfordert, daß wir als Partner/Angehörige nichts tun könnne, um die Sucht aufzuhalten. Daher ist es ja oft ein *Leichtes*, sich die Mit-Schuld daran zu geben.
    Aber frage Dich mal ganz ehrlich:
    Hast Du ihm die Flasche an den Hals gehalten? Hast Du ihn gezwungen, zu trinken?

    Ich weiß, hört sich hart an, aber Schuldgefühle sind etwas, die es Dir verwehren, Deine eigenen Verhaltensweisen zu betrachten. Frage Dich doch mal, warum Du Dir die Schuld gibst, für ein Verhalten eines erwachsenen Menschen? Was passiert in Dir, daß Du die Verantwortung für eine Krankheit mit Namen Alkoholismus auf Dich nimmst?

    Ich wünsche Dir einen guten Austausch mit vielen Gedankenanregungen, die kein Angriff sind, sondern nur zum Nachdenken anregen sollen.

    Lieben Gruß

    Susanne

  • Hallo Cadi,

    herzlich willkommen hier im Forum.

    Es ist nicht ungewöhnlich, dass Du nicht los kommst. Vielleicht gibt es Dir aber zu denken, ob es Dir gut tut. 500km wegzuziehen und da weiter zu machen wo Du schon warst bedarf u. U. der gleichen therapeutischen Betreuung, wie für einen stofflich abhängigen Menschen, auch wenn Du noch keine Ausfälle und Anfälle hast.

    Für mich ist das heute bewusster und gerne geduldeter Missbrauch.

    Du bist jetzt 34 Jahre, 500km weg und was willst Du denn jetzt machen? Ich meine 7 Jahre Außenbeziehung weil die Zeit so schnell verging?

    Ich wünsche Dir noch viele Gute Informationen.

    LG Kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Liebe Cadi,
    erhlich gesagt, als ich Deine Zeilen gelesen habe schoss mir nur durch den Kopf: warum gibt sie sich als zweite Geige her? Nein, eigentlich sogar die dritte: der Alk, seine Frau und dann Du!

    Ist es wirklich ein Mensch - egal, wie toll er ist (na ja toll ist er für mich schon nicht wenn er dauerhafter Seitenspringer ist) - wert sich selber in die zweite - oder dritte - Reihe zu stellen??

    Ob Du schuld bist an seinem Trinken? Wohl kaum! Er schüttet sich die Flasch in den Hals - er hat zwei Beziehungen und wenn er damit nicht klarkommt, das also der Grund sein sollte dann hat er ein Problem mit sich. Zusätzlich zu seinem Alkproblem.

    Seine Frau vertuscht Dich als Seitensprung, nun ja, sie hat ihn ja behalten - in sofern "liebt" sie ihn wohl so wie Du ihn ...Du sagst, die Beziehung der beiden ist hin ! Nun ich habe für mich erfahren müssen, dass eine Beziehung mit einem Alkoholiker so und so keine Beziehung ist wie ich sie als normal empfinde. Meines Erachtens sorgt der Alkohol für eine Persönlichkeitsveränderung - und sei es nur durch den Suchtdruck, den Wunsch etwas zu konsumieren.

    Ich sage Dir ganz ehrlich, ich an Stelle seiner Frau würde versuchen mir helfen zu lassen frei zu werden von einem Alkoholiker und von den Problemen, die diese Krankheit mit sich bringt. Ich würde ihm sagen, geh mit Gott aber geh (so schnell wie möglich) getröstet hast Du Dich bereits, dann kann auch sie Deine Pflege übernehmen. So könnte sie wenigstens ab jetzt beginnen ihr Leben zu leben ohne beständig gehörnt zu sein und als Dank dafür noch später Krankenschwester oder Zahlemann & Söhne fürs Pflegeheim zu spielen.

    Sorry, aber hast Du für Dich nicht andere Wünsche als Krankenschwester zu sein oder zu werden? Willst Du weiterhin irgendwo ganz hinten anstehen hinter Alk und Frau? Willst Du nicht DEIN Leben führen und Nr. 1 sein?

    Viel Kraft wünscht Dir
    Dagmar

  • Guten Morgen Cadishah und Herzlich Willkommen hier im Forum!

    Warum solltest du dich von ihm trennenß
    Klar, möchtest du ihm eine Chance geben. Darfst du doch auch, nur sind hier im Forum so viele Leidensgenossinnen dabei, die - wie ich - sehr, sehr viele Chancen gegeben haben und trotzdem alles gescheitert ist.
    Bei mir scheint es ja zu glücken, aber hunderprozentig sicher bin auch ich nicht. Kann man bei dieser "Krankheit" ja auch nicht sein. Ein Glas - schon ist alles hin.
    Davon kannst du im Alkoholikerbereich auch sehr oft nachlesen.
    Du schreibst von "Fallen lassen".
    Wie oft hat er dich schon fallen lassen? Wegen des Alkohols?
    Warum sollst du das mitmachen?
    Ich habe es jahrelang mitgemacht, wegen der Kinder, dem Haus, der Familie,...
    Nachdem ich meinem Mann das letzte Ultimatum gestellt hatte, damals war ich auf meinm Tiefpunkt angekommen ( vor 20 Monaten), hat er sich in eine SHG begeben, und seine Sucht bekannt.
    Es hat mich schockiert, was alles in mir kaputtgegangen war zu entdecken, zu lösen, zu heilen. Hilfe fand ich bei einer Angehörigen meiner SHG, dort direkt, hier im Forum und dann bei einer Therapie.
    Das I -Tüpfelchen, die Kur anfang des Jahres, brachte mich noch sehr viele Schritte weiter, weil ich da das erste mal für mich alleine heilen konnte. Da war ich nur noch überrascht über die vielen Tränen der Erlösung und Erleichterung.
    Wenn du mehr wissen willst: "Ganz am Anfang und doch mittendrin" - steht so ziemlich meine ganze Geschichte.

    Ich werde dir nicht raten, dich zu trennen. Das ist deine Entscheidung, die du für DICH alleine tun musst. Wenn DU das willst.
    Ich wünsche dir alles Gute, viele Ablenkungen für dich, Hobbies, Freunde/innen, Freizeitbeschäftigungen, die DIR Spass machen und schicke liebe Grüße, Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Weißt Du, liebe Cadi, mir geht es weniger um die Rolle der "Geliebten", die auch ich als Teenager-Spätlese (allerdings noch aus jungen Jahren kenne) sondern mehr um die Tatsache sich selber so wichtig zu sein, dass ich/du/wir uns an erster Stelle sehen.

    Ich für mich durfte lernen, dass Hilfe zu aller erst mal bei mir selber ankommen muss, damit ich mit meinem Leben rundum zufrieden bin. Dazu gehört für mich ein Partner, um den ich mich nicht sorgen muss weil er sich selber ruiniert.

    Ich selber habe mich in der abhängigen Beziehung verloren: Punkt für Punkt - immer mehr - von mir war nichts mehr übrig. Logischerweise weil die Belastungen, das Auf und Ab der Hoffnungen ect. die Oberhand bekam.

    Genau ein Jahr bin ich nun weg: nun rieche ich morgens als erstes mein Parfüm und den Geruch in der Backstube (wo ich in der Verwaltung arbeite). Nein, nicht mehr die Fahne vom Vortag des Ex....

    Ich sehe in wache Augen, manchmal depremierte Augen aber liebevolle Augen von Kollegen, die sich freuen mich zu sehen. Und nicht mehr wie vor einem Jahr leblose Augen, die bedauern wieder an den Arbeitsplatz zu müssen.

    Heute, ja heute sorgen sich auch andere um mich: Azubis, die etwas neues kreiert haben und mich probieren lassen, liebevolle Kollegen, die mich an die "Hand" nehmen oder ein Chef, der einen Eiskaffee vor uns stellt. Während Menschen, die sich durch den Alkohol zerstören sich selber kaum lieben können können sie das auch den Mitmenschen nicht zukommen lassen.

    Ich danke jeden Tag aufs Neue - und das nicht nur einmal - dass ich nun anders leben darf. Andere Augen sehen und Menschen, die ups und downs haben wie jeder andere, die aber versuchen suchtlos zu leben.... und somit nicht fremdmanipuliert. Vertrauen, ja Vertrauen könnte ich nie nie wieder zu einem nassen Alkoholiker haben. Denn er/sie ist krank .... einfach nur krank....

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo Cadi,

    verstehen? Die Menschen die Dir hier schreiben, waren zwischen einigen Jahren und Silberhochzeit in einer ähnlichen Situation, sie verstehen Dich.

    Warum von Trennung gesprochen wird? Ich konnte nicht ohne meine Frau leben, aber ohne Alkohol, sie ohne mich, aber nicht ohne Alkohol. Die Frage wäre also, kannst Du ohne ihn leben und wenn nicht, was tust Du dagegen, gegen Deine Sucht?

    Kontrollieren ist aber ein gutes Stickwort. Du entfernst Dich 500km um über einen Spion die Kontrolle zu behalten? Klingelts da?

    Die eigentliche Frage bleibt doch: bist Du hier um etwas für Dich zu tun oder Deinen Freund zu kurieren?

    LG Kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Liebe Cadi,
    als ich Deine Geschichte so gelesen habe, dachte ich nur. Alle Partner eines alkoholkranken Menschen wollten immer und immer wieder eine Chance geben. Denn wenn dieser dann trocken ist, wird alles besser.

    Nein, das wird es nicht. Denn der Kampf beginnt dann erst. Wenn das Betäubungsmittel Alkohol weg ist, muss dieser kranke Mensch lernen, den Altag ohne Betäubung meistern zu können.
    Ob es posivtive oder negative Gefühle sind ist dabei ganz egal. Ich habe es als eine Welle der Gefühle empfunden, wenn er seine innere Unausgeglichenheit spürte.
    Worte helfen dann nicht.

    Frage dich doch mal wie es Dir dabei geht? Wirft Dich denn dieser Druck aus der Bahn? Mich hat es immer wieder umgehauen.
    Denn meine eigene Welle ist auch nicht immer ohne. Da bin ich schon sehr mit mir beschäftigt. Dadurch, dass ich aber über mein Leben entscheiden kann, was ich zulasse und was nicht, stehe ich diese Welle ohne Betäubung durch.

    Wenn Dein Partner das sich bewusst macht, kann er es schaffen. Aber weißt Du das? Willst Du immer wieder warten? Ich will das nicht mehr.

    Dann frage Dich doch auch mal. Wieso bist Du damit zufrieden nur eine geliebte zu sein? Kämen wir aus einem anderen Land, dann würde sich vielleicht diese Frage hier nicht stellen.
    Hier ist es aber doch eher üblich einen Partner zu haben oder ?

    Liebe Grüße Zeter

  • Liebe Cadi,

    je länger ich schrieb, je mehr wurde mir bewußt.

    Schön, dass Du die Möglichkeiten siehst und durchleuchtest. Klasse, dass Du überhaupt schreibst und nach Wegen suchst.

    Lieben Gruß und es geht hier um Dich Kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Liebe Cadi!

    Zitat

    Ich weiß noch nicht so recht was mein Weg ist. Den Weg hier runter , erst einmal einen räumlichen Abstand zu bekommen hat mir schon sehr gut getan.

    Ich frage mich:hat Dir überhaupt geholfen?
    Er kommt zu Dir,Ihr telefoniert ....
    An wen denkst Du am meisten,an Dich oder an ihn?

    Und der Fakt,dass Du allerhöchstens die dritte Geige spielst ist sicher auch nicht immer erbauend.

    Schliess mal die Augen werde gaaanz ruhig und denk dann intensiv nur an Dich.Was siehst Du?

    Herzliche Grüsse,ich wünsche Dir eine ganz gute Woche
    Yvonne

    ichbinda123

  • Zitat von Cadishah

    Ich weiß, dass viele von euch meine Gedanken sicher nicht nachvollziehen können.

    Hi Cadi,

    fast alle hier können Deine Gedanken nachvollziehen, denn ob da eine andere ist oder wie bei meiner Frau die Flasche mein Nebenbuhler war, wo ist der Unterschied, wenn man als Reserverad im Kofferraum liegt.

    Zitat von Cadishah


    Ich wäre gerne noch mehr für ihn da, das sage ich ganz ehrlich und wenn ich höre, dass er versucht trocken zu bleiben und seine Frau fängt an in seiner Gegenwart Wein zu trinken, werde ich einfach nur sauer.

    Viele hier wissen heute auch, was sich sonst noch so alles dahinter verbergen kann. Aber es geht hier um Dich, warum Du Dinge tust, die Dir nicht gut tun. Heute finde ich es sehr interessant, was andere über andere zu wissen glauben, wo sie sich selbst kaum kennen. Ein guter Job für Dich das rauszubekommen.

    LG Kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Hallo Cadi,

    Weisst Du,ich habe Beziehungen wie Deine erlebt.D.h. die betroffefen Frauen erzählten mir von sich.Eben die Frauen,die Geliebte waren.

    Eigentlich möchte ich Dir das ersparen.Aber Du scheinst im Moment zufrieden zu sein damit.O.k.

    Denk aber auch an Dich,nur an Dich.

    Liebe Grüsse
    Yvonne

    ichbinda123

  • Hallo Cadishah,
    habe gerade gelesen was Du heute geschrieben hast.
    Auch wenn Du jetzt sehr traurig bist, leb doch nicht länger in dieser Traumwelt. An dem Strohhalm festhalten, dass er zur Erkenntnis kommt. Weil Du ihn liebst, kreisen Deine Gedanken sehr um ihn. Deshalb rebelliert auch Dein Darm.
    Gefühle runterschlucken bringt nichts.
    Konzentriere Dich auf ein Leben ohne ihn. Komplett. Bau Dir einen neuen Freundeskreis auf. Unternimm etwas mit Deinem Kind. Geh unter Menschen. Nicht zurück ziehen. Klar Trauer ist wichtig. Aber nicht zu lang.
    Dieses Gefühlsauf- und ab war bei mir der Grund zu gehen. Denn ich habe mir gesagt, lieber immer gleichbleibend traurig, als immer wieder ein hoch und dann der tiefe Absturz der Gefühle.

    Denk mal drüber nach.

    Liebe Grüße Zeter

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