Lieber nescimus,
schön, dass Du Dich traust wieder "reinzusehen" um einfach zu sagen, "ich lag wohl falsch". Ich denke, die Stärke liegt darin seine eigene "Schwäche" oder Irrtümer zu sehen bzw. sehen zu müssen.
Das Gefühl alles falsch gemacht zu haben ist bei mir geschwunden. Mein persönliches Gefühl "schuld" zu sein bzw. etwas nicht "erreicht" zu haben, hat nach ein paar Monaten nachgelassen.
Nachdem Wut, Enttäuschung und Hoffnung sich ausgetobt hatten kam bei mir die Zeit der bewußten Erleichterung. Wahrnehmen, das Leben mehr ist als ein Deckmäntelchen über jemanden anderen zu halten. Spüren, dass es sehr viel lebenswertes gibt.
Heute, nach nunmehr einem Jahr Trennung, bin ich auf mich und mein Umfeld konzentriert, da ist kein Platz mehr für Schuldgedanken oder ähnliches - im Gegenteil, ich erlaube mir und anderen ihren Weg zu gehen, auch wenn er falsch sein könnte. Jeder von uns trifft seine Entscheidungen und die haben die "anderen" zu akzeptieren. Da gibt es keine Schuld oder Verantwortung gegenüber anderen. Jedermanns/frau Entscheidung hat die Konsequenzen in erster Linie für den Betreffenden selbst.
Ich wünsche Dir eine gute Verarbeitung der Geschichte, den Weg gehst Du doch klasse, Deine Mädels haben nun eine Chance auf Normalität.
Auch meine Kasse war leer, meine Nerven am Ende, Batterie verbraucht .... war ... den nunmehr geht es mir zwar finanziell schlecht aber in allen anderen Punkten Klassen besser als je zuvor in meinem Leben.
Lieben Gruß von Dagmar