• Lieber nescimus,
    schön, dass Du Dich traust wieder "reinzusehen" um einfach zu sagen, "ich lag wohl falsch". Ich denke, die Stärke liegt darin seine eigene "Schwäche" oder Irrtümer zu sehen bzw. sehen zu müssen.

    Das Gefühl alles falsch gemacht zu haben ist bei mir geschwunden. Mein persönliches Gefühl "schuld" zu sein bzw. etwas nicht "erreicht" zu haben, hat nach ein paar Monaten nachgelassen.

    Nachdem Wut, Enttäuschung und Hoffnung sich ausgetobt hatten kam bei mir die Zeit der bewußten Erleichterung. Wahrnehmen, das Leben mehr ist als ein Deckmäntelchen über jemanden anderen zu halten. Spüren, dass es sehr viel lebenswertes gibt.

    Heute, nach nunmehr einem Jahr Trennung, bin ich auf mich und mein Umfeld konzentriert, da ist kein Platz mehr für Schuldgedanken oder ähnliches - im Gegenteil, ich erlaube mir und anderen ihren Weg zu gehen, auch wenn er falsch sein könnte. Jeder von uns trifft seine Entscheidungen und die haben die "anderen" zu akzeptieren. Da gibt es keine Schuld oder Verantwortung gegenüber anderen. Jedermanns/frau Entscheidung hat die Konsequenzen in erster Linie für den Betreffenden selbst.

    Ich wünsche Dir eine gute Verarbeitung der Geschichte, den Weg gehst Du doch klasse, Deine Mädels haben nun eine Chance auf Normalität.

    Auch meine Kasse war leer, meine Nerven am Ende, Batterie verbraucht .... war ... den nunmehr geht es mir zwar finanziell schlecht aber in allen anderen Punkten Klassen besser als je zuvor in meinem Leben.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo nescimus,

    herzlich willkommen und fühl Dich gut aufgehoben. Die Gefühle und Erkenntnisse bleiben, sie wandern nur an einen anderen Platz.

    Heute bin ich dankbar meine Frau getroffen, geheiratet, getrennt worden zu sein, für die gemeinsamen Jahre und die Erfahrungen. Vielleicht hätte eine schwere Krankheit, ein Unfall ähnliches bewirkt und zu einer Änderung meines Lebens geführt, es waren aber die Krankheiten meiner Frau, durch die ich meine Unfähigkeit mein Leben zu meistern kennen lernte.

    LG und alles Gute auf Deinem weiteren Weg Kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Hallo nescimus,
    schön das du im Forum bist. Ich war am Anfang auch überheblich, dachte ich brauch das nicht, schaff das, da vom Fach. Ha, Ha. Umso besser dass du jetzt deinen Weg mit deinen Töchtern gehst. Wünsche dir weiterhin viel Kraft!
    Lieben Gruß
    Nancy

  • Es scheint, dass Du damals noch nicht Deinen persönlcihen Tiefpunkt erreicht hattest ;)
    Aber immerhin warst Du 'intellektuell' ja schon druaf vorbereitet, was zu tun ist, wenn es soweit ist. Es ist ja nciht verwerflich, dass es so gekommen ist und sollte Dir nur eines zeigen: bei einem Süchtigen kann man den Tiefpunkt nciht herbeizaubern - auch bei Dir nicht wie Du siehst. Es sollte Dir auch zeigen: Du hättest für Deine Frau ebenso wenoig tun könenn, wie das Forum nichts für Dich tun konnte- Weil Du noch nciht bereit dazu warst. Auch mein Vater hat Jahre gebruacht , um zu der Einsicht zu kommen eine Therapie zu machen. Vorher mußte er noch seien Gesundheit heftig ruinieren. DAs Haus verlieren. Seine Kinder zu seelischen Wracks machen. Mein Vater hat es geschafft nach ca 20 Jahren Alkoholonsum !!!
    Er hatte auch nie einen Rückfall und ich denke es liegt daran, dass er es selber gespürt hat wohin es führen würde. So mag es bei Deienr Frau auch noch ein wenig dauern. Verurteile sie nicht dafür, sie hat es nicht absichtlich getan, denke ich mal.
    Aber DU kannst stolz sein, froh sein, dass Du es mit Deinen Kindern aus diesem Teufelskreis geschafft hast. Gratuliere.

  • Hi nescimus,

    ich habs nochmals nachgelesen, als Du hier ankamst, Dich vorstelltest und wieder verschwandest.

    „Vor einer Woche habe ich sie rausgeworfen“. Verstehe ich nicht, seid Ihr dann wieder zusammengezogen? Das passiert. Ich bin 2x mit meiner Frau wieder zusammen gekommen und habe nicht erkennen können wo meine Anteile an dem Verquerten waren. Dazu musste erst noch einiges passieren.

    Dann bist Du ja jetzt immer noch 12 Jahre älter als ich. Ohne Vermögen zu leben tut mir immer noch gut. Ich weiß zwar wie es gemacht wird, aber ich will es nicht mehr und meine Haare sind auch was grau geworden, gefällt mir. Es gefällt mir auch, dass ich was abgenommen und fitter geworden bin, gesünder, meine Einstellungen vollkommen verändert habe. Ich habe das den Krankheiten meiner Frau zu verdanken. Ja ich bin ihr heute dankbar, denn erst durch ihr Leid hat es in mir klick gemacht.

    Ob es meiner Frau gut geht weiß ich nicht wirklich, aber die Zeichnungen der Sucht würde sie sicher gerne eintauschen.

    Was hat bei Dir alles klick gemacht und was tust Du mit und für Deine Töchter, denn gewöhnlich geht das nicht an ihnen vorbei?

    LG Kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Hallo nescimus (was bedeutet das überhaupt?),

    dass du nicht für dich sondern für deine Kinder gegangen bist, schoss mir auch als erstes durch Kopf, als ich dich las.

    Dass du nicht in deinem Tagebuch lesen willst, kann ich nachvollziehen. Ich habe nach meiner Trennung gelesen - und festgestellt, dass ich mich über Monate immer wieder habe belatschern lassen, obwohl ich recht genau gesehen hatte, was läuft, es aber nicht wahrhaben wollte. Es war kein schönes Gefühl, das festzustellen. Da hast du recht.

    Nun bist du aber getrennt und es ist gut, dass du hier schreibst. Vielleicht findest du irgendwann den Weg, für DICH selbst etwas zu verändern. Und ich meine damit nicht nur die Situation "raus aus der Beziehung". Denn egal, wie es nun dazu kam, ist es doch erst der erste Schritt. Die Veränderung muss in uns selbst passieren.

    Ich wünsch dir Mut und Kraft für DEINEN Weg.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

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