Vieler Schmerz in der Beziehung mit einem Alkoholabhängigen kommt daher, dass man sich Beschimpfungen, Lügereien und Schuldzuweisungen fürs trinken anhören muß. Muß man das? Solange man noch nicht den Schritt getan hat sich endgültig zu trennen, ja. versucht man aber bei dem Partner zu bleiben und an seienr Coabhängigkeit zu arbeiten wäre das schonmal ein Schritt. Aber wie kann man das schaffen? Wie kann man das in den Kopf kriegen, dass er das ja alles nur tut und sagt, weil er diese Krankheit hat? Wie kann man für sich selbst verhindern, dass man das nciht persönlich nimmt und nicht auf sich bezieht? Gewissermaßen ist es ja eine Taktik des Abhängigen dich mit runterzuziehen. Das muß man sich im Grunde nicht antun. Aber wie schafft man es dadrüber zu stehen? Hat es von Euch mal jemand geschafft? Muß man dafür aufhören, den anderen zu lieben und dadurch eine innerliche Distanz zu bekommen?
Sich gefühlsmäßig abgrenzen, Aber wie?
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Ich hätte es nicht können: Distanz aufbauen und in der Partnerschaft zu bleiben.
Wenn das Gegenstück aktiv krank ist ist er/sie wohl kaum in der Lage verantwortungsbewußt zu handeln. Lebt vielleicht sogar in einer realitsfremden - selbst aufgebauten - Scheinwelt.
Ich selber habe jahrzehntelang Mechanismen gelebt, die nicht von heute auf morgen abzuändern sind. Mechanismen, die zumeist mir erst auffielen lange, lange nach der Trennung.
Ein weiterer Punkt: ein paar Prozent bleiben trocken (das sind aber nicht unbedingt diejenigen, über die wir als Co schreiben, sondern dass sind diejenigen, die sich selber anmelden und aktiv an sich arbeiten, im Alkoholikerforum) sollte ich mich tatsächlich der Gefahr aussetzen, dass es bald wieder losgeht.
Trennung räumlich, eventuell nur auf Zeit, die Chance für beide sich zu finden - die Chance später sich (wieder)zufinden, aber erst nachdem jeder bei sich in der eigenen Waschküche seine dreckige Wäsche gewaschen hat ....
Mein Weg ist sicher nicht für jede-/n der richtige, für mich persönlich war es der einzig mögliche. Distanz funktionierte nicht im Zusammenleben, ich habe Brot gekauft, den Kaminfeger ins Haus gelassen, die pünktliche Zahlung der Miete arrangiert.... denn auch ich musste dort leben und eine Abgrenzung war schon deshalb unmöglich.
Allerdings ist es mir sehr wohl, sehr schnell, auch im Zusammenleben gelungen es nicht mehr persönlich zu sehen. Ich bin nämlich ich - mit Ecken und Kanten, die einen mögen mich, die anderen nicht (allen Leuten recht getan ist eine Kunst, die niemand kann).
Ja, er hat die Krankheit - ja er/sie ist krank... aber er/sie hätte auch die Möglichkeit etwas dagegen zu tun wäre eine Einsicht da. Ist diese nicht vorhanden, dann ist mir persönlich abgrenzen zu wenig, dann müssen aus einem Leben wieder zwei autonome werden.
Oh, ich ließ mich während der Beziehung runterziehen. Seine schlechte Laune steckte mich an, seine Freudlosigkeit zog auch bei mir ein. Aber nicht weil er mich runterziehen wollte sondern weil ihm sein Leben keinen Spass machte und das mich berüherte und runterzog. Einer der Gründe warum ich gehen musste: ein unzufriedenes Gesicht von morgens bis abends ist nämlich ansteckend....
Lieben Gruß von Dagmar
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Ich finde , wenn man in Beziehung zu einem Alkoholiker lebt, kann man sich nicht komplett abgrenzen. Man hat ja schon keine direkte beziehung zu dem menschen der trinkt. Es ist immer der Alkohol dazwischen. Sicher kann man sich räumlich abgrenzen, sich selber jeden Tag etwas Gutes tun, spüren, wenn man nur noch Co ist, wenn man sich^nicht mehr wohl fühlt. Es ist sehr schwer, weil wir Coos immer irgendwie helfen wollen, wenn auch nicht bewusst. Verherrend wird es, denke ich, wenn die Kontrolle im Vordergrund steht, dann ist es eigentlich nicht mehr lebbar. Das frisst auf. Deswegen kann man eigentlich nicht genug Distanz zu dem Kranken haben. Solange wir dulden und alles schlucken, wird der andere weitermachen, weiler sowieso nicht anders kann.
Es ist wichtig finde ich an der eigenen Co Situation zu arbeiten und versuchen rauszufinden, warum wir dort sind , wo wir sind.
Alles ist sehr individuell verschieden, obwohl wir alle so viel gemeinsam haben.
Erstmal ist es wichtig, die eigenen Grenzen zu finden, und dann kann man sagen, halt ! Stop!Viel Kraft und alles Liebe
Sinnesrausch
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Ich bin jetzt getrennt und fühle mich wieder eigenständig. Ich habe, während er bei mir, mich gar nicht mehr bei mir Hause gefühlt. Er hatte so ein ego-bezogenes Verhalten, dass er kaum etwas mit mir besprach oder gar absprach, dass war gar kein Zusammenleben, wo man daran arbeitet sich kennenzulernen und sich zu respektieren. Es war so, als würe er bei mir aber trotzdem alleine geblieben. Wenn Ich ihn daruf ansprach, gab es automatisch dieses abweisende, eklige Verhalten von ihm, was es mir unmöglich machte, an unsere Bezihung zu glauben. Als wollte er bewusst keine bezihung mit mir eingehen. Es war absolut paradox, ich verstehe das bis heute nicht. Er hat sich sehr stark von mir abgegrenzt. Ich habe mich nur in ganz wenigen Augenblicken nahe gefühlt. Ich habe mich gefragt, warum er überhaupt bei mir war.
Danke Euch
S
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Ich muss, kann und darf mich Sinnesrausch vollstens anschließen. Es gab auch bei mir keine Gemeinsamkeiten. Nach der Heimkehr vom Arbeitsplatz "ich gehe in den Keller" um dann gegen 22.00 Uhr mit Dunst in den Klamotten vor dem Fernseher einzuschlafen.
Es gab Situationen, da merkte er wohl das sozial ein gewisses Verhalten von ihm "verlangt" wird - Sterbefall ect. - wo er versuchte das von ihm verlangte Verhalten an den Tag zu legen.
Ich für meinen Teil muss sagen, ich konnte nie verstehen wie ein Mensch so abstumpfen kann, es war nicht logisch für mich. Also wollte ich darüber reden, die "Nuß knacken". Das aber war sicherlich für ihn nervig und für mich frustrierend. Somit konnte ich auch hier den Abstand nur verringern, weil ich mich ja immer mit ihm auseinandersetzte und nie mit mir und dem was ich brauche, möchte oder kann.
Wie aber auch soll bitte ein Kranker reagieren wie Otto-Normalverbraucher? Ich denke sehr wohl ein Süchtiger (auch ich als Co) merkt dass sein Verhalten weder sozial noch üblich ist. Aufflällig werden will man/frau ja auch nicht noch mehr um nicht vielleicht an den Punkt getrieben zu werden wo es hapert. Wie soll denn ein abgrenzen möglich sein wenn wir schon in einem Kreislauf sind der sich unweigerlich enger zieht? Der co kämpft um die Beziehung zum Partner, der Partner um den Erhalt der Droge.
Ist der Partner abstinent geworden, dann muss er erst mal sein Leben sortieren und vieles für sich auf die Reihe bringen, somit ist der Süchtige dann gezwungen sich selber abzugrenzen. Der Partner wiederum fühlt sich dann durch den nunmehr trockenen ebenso abgelehnt und das Drama wie in nassen Tagen der Vorhaltungen könnte seinen Lauf nehmen.
Abgrenzen .... ein wunderschönes Wort .... für mich so nicht lebbar.
Mein Leben ist hier im kalten Hexenhaus mit nicht anspringenden Fahrzeug (durch Kälte) der Horror - aber viel weniger als zuvor in einer abhängigen Beziehung. Ja, da brachte er (vielleicht) das Auto zum starten ... gleicheitig aber der vorwurfsvolle Blick "ich wieder".... Es war kein geben und nehmen sondern ein "müssen".
Lieben Gruß von Dagmar
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Hallo ihr Lieben,
wenn ich es schaffe, mich zu trennen, wird es für immer sein. Denn dann habe ich den Weg aus meiner Co Abhängigkeit geschafft.
Wenn ich mein Leben irgendwann mal wieder auf die Reihe kriegen, habe ich eigene Zukunftspläne und bin unabhängig von ihm.
Solange ich es nicht geschafft habe, betrachte ich mich noch als abhängig. Trennung heißt für mich immer: emotionale Trennung.
Mein nun trockener Partner hat sich emotional von mir gelöst und will nun auch die räumliche Trennung und jetzt bin ich an der Reihe. Hier läuft es eigendlich umgekehrt: Ich muss ausziehen- mich räumlich trennen, bevor ich es schaffe, mich emotional zu trennen. Und das ist weitaus schwieriger.
Ich denke: Ach hätte ich diesen Schritt doch gewagt, als ich in der Phase war, wo er mir in der nassen Zeit schon fast egal war. Dann hätte es ihm zwar weh getan, aber mir weniger.
Ich finde die Ablehnung des trockenen Partners weitaus schlimmer, da er ja nun bei "klarem Verstand" ist. Vorher konnte man doch alles schön auf den Alk schieben. Auch wenn es immer heißt, es gibt keine Schuld bei irgendjemanden, sucht man dann doch danach.
Mein Partner war egoistisch, als er nass war und jetzt wo er trocken ist, kommt er mir noch egoistischer vor. Gut- dann muss ich es lernen, ebenfalls einen - gesunden- Egoismus wieder zu bekommen.Euch allen einen schönen Tag
Liebe Grüße
Elke -
Liebe Elke,
wie schön Dich zu lesen und dass Du Fortschritte machst, feier Dich dafür!!!!!!!!!
Herz und Verstand in Einklang zu bringen ist eine der größten Herausforderungen, wenn es um Sucht geht und das kann auch nicht von heute auf morgen gehen.
Ich finde, man darf sich auch mal selbst bemitleiden, alles darf sein. Es sind einfach Schmerzen und Verletzungen die hoch kommen und da dürfen wir uns auch selbst betrauern... Diesen Schmerz zuzulassen, ist das was heilt, wenn auch noch so verrückt klingt, es stimmt. Ich habe selber die Erfahrung gemacht. Du denkst, es zerreißt Dich, doch irgendwann kommt der Punkt, an dem es neutraler wird.
Sei lieb zu Dir, und es ist jetzt so wie es ist. Vielleicht kannst Du heute nicht sehen, wofür es gut ist und morgen vielleicht auch noch nicht, doch irgendwann kommt der Tag und Du wirst wissen, wofür es gut war.
Herzlichst Martha

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oh ih sehe gerade, das ich im falschen Thread bin, ich schreib es noch mal in Elkes... Martha
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Hallo Dagmar,
Du schreibst, " der Co kämpft um den Erhalt der Beziehung und der Süchtige um den Erhalt der Droge.."
Ich habe vorhin noch mal über meine eigenen Dramen innerhalb der Beziehung nachgedacht und das zeigte mir wie sehr Ich mir die Nähe in der Beziehung wünschte, aber genau das Gegenteil von ihm bekam, indem er mich so kurz hielt, dass ich am langen Arm verhungert bin, emotional.. Ich habe es als grausam empfunden und das schlimmste war, das er diese Härte mir gegenüber so kosequent mit allen Möglichen Entschuldigungen ausübte, dass Ich dachte er macht das extra. Wie kann man ein Kind welches die Arme nach einem ausstreckt z.B. ignorieren. Ich habe fast gebettelt, das er mich mal in den Arm nimmt. -
Liebe Sinnesrausch,
ich habe gebettelt. Ich habe mich aber auch isoliert, so dass mich niemand anders in den Arm nehmen konnte.
Da man dann nur auf eine Bezugsperson konzentriert ist, die einem nicht das gibt, was man möchte, ist man alleine, einsam.
So kaputt, wie man dann ist, ist es erstmal schwierig, neue Kontakte zu knüpfen. Man sieht sich erst einmal nur als das Häufchen Elend, was übrig geblieben ist.
Jeder Ratschlag geht in die Richtung, sich selbst lieben zu lernen. Auch ich weiß nicht, wie man das im Moment anstellt. Aber ich weiß, das ist meine einzige Chance. Und wenn ich das schaffe, dann kann ich mich auch "gefühlsmäßig abgrenzen".Liebe Grüße
Elke -
Liebe Elke,
Ja, wir uns uns selber lieben und schätzen. Wir sind kein Häufchen Elend. Wir sind es nur dann wenn wir bei dem Partner bleiben, der uns dass nicht gibt, was wir brauchen. Wir brauchen, wie auch in allen Bereichen, einen Partner, um dessen Liebe wir nicht kämpft, sondern der uns gerne gibt, was wir brauchen. Aber solange müssen wir lernen uns selber zu lieben soweit es geht und so absurd es auch manchmal scheint.
Mir ging es gar nicht schlechtr bevor Ich in diese Suchtbeziehung reingeschlittert bin. Ich war vielleicht etwas unsicher (sonst wäre mir das warscheinlich gar nicht passiert), aber Ich fühlte mich ziemlich wohl in meiner Haut.
Aber diese Portion Unsicherheit war gefundenes Fressen für den Manipulator! Er wusste genau welche Knöpfe er drücken musste, um mich in seinen Bann zu ziehen. Er war auch sehr charmant. Das schlimme war, dass Ich mich seit langem mal wieder verliebt hatte. Es war verrückt, weil in genau diesem Moment, als es klar war, dass es mich erwischt hatte, und ihm das auch klar war, hat er zum ersten mal reissaus genommen. Da fing es an, mit der Distanz.
Nach dem Ganzen was dann passierte, bin Ich jetzt auf Distanz gegangen, weil diese Verliebtheit auch immer mehr nachliess, sich nicht wirklich weiter entwickeln konnte mit seinem Verhalten..
Auch wenn er das Gegenteil beteuerte, was seine Gefühle anging. Aber sein Verhalten und seine Gefühle sprachen schon lange nicht mehr die gleiche Sprache. Es tat weh, aber Ich wusste, so konnte es nicht weiter gehen. Auch wenn Ich noch einiges an ihm liebte, es war einfach zu kaputt, seine Gefühle zu verwahrlost.Es ist nicht einfach sich von liebgewonnenem zu trennen. Aber ich sage mir, wenn etwas im Leben ein soliden, guten Bestand hat, ist es nicht verloren.
Es gibt alles irgendwie einen Sinn im Leben, auch wenn wir ihn noch nicht erkennen.Liebe Grüsse
S
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