Warum lässt man sowas zu???

  • Er ist ja Polytox. Also mehrfachabhängig. Alkohol und die ganze Bandbreite Drogen.
    Wie gesagt im Moment - Nichts.
    Es ist nicht das erste Mal daß er ohne ist. Aber wie man sieht immer wieder rückfällig geworden.
    Ich glaub er ist nicht der typische Alkoholiker. Ich weiß es nicht. Dazu kenne ich mich auch zu wenig aus. Wenn er trinkt - klar dann abartig.
    Er versteckt keine Flaschen. Wenn lebt er seinen Suff voll aus. Er redet dann immer groß daß er auf das alles keinen Bock mehr hat. Ausser auf Kokain. Das bleibt mehr oder weniger seine "Leidenschaft". Ob er´s gerade nimmt oder nicht. Seine Droge wie er es nennt.
    So was ich damit sagen möchte - jedes Mal bin ich doch wieder gewillt es auf eine Art zu glauben wenn er sagt, daß war´s jetzt. Auf der anderen Seite ist da aber natürlich auch - Er wird sich nicht ändern.
    Nur denke ich dann wieder - Was wenn er doch ernst macht? Ich ihn "hängen" lasse und ihm nicht glaube. Mich nicht so verhalten dürfte.
    ANGST.
    Und dann wieder - wenn ich mit Schuld daran bin wenn er rückfällig wird. Weil ich kann ja nicht wirklich glauben was er da sagt. Was ich ihn auch wissen lasse. Ich weiß jeder ist für sich selbst verantwortlich. Trotzdem hab ich immer diese schei.... Schuldgefühle.
    Gerade scheint er nicht mehr mit mir zu reden. Ist auch kein Wunder. Gestern sage ich daß er nicht mehr anrufen soll und dann ruf ich an. Wollte mit ihm über unsere Tochter sprechen. Ich sollte endlich einsehen, daß kein Gerede etwas bringt.
    So jetzt geht glaub ich das Machtgespiele wieder los. Sonst war in der letzten Zeit immer ich diejenige die die Gespräche kurzgehalten hat oder nicht erreichbar war.
    In dem ich angerufen habe, ist jetzt er wieder der "Grössere". Hört sich total daneben an. Ich weiß. Aber ich glaub so läuft das.
    Himmel Herrgott, daß ist doch echt manchmal zum verzweifeln.
    Wenn ich das nicht alles schon kennen würde. Ich weiß ja wie´s am Ende aussieht. Trotzdem ist es mir wieder passiert.
    Und wenn endlich mal das Gefühl von - mit mir kann man nicht zusammen sein und ich kann niemanden glücklich machen und na klar, wie soll man´s auch mit mir aushalten - weg wäre.

    Ganz lieber Gruß

    Christin

  • Oh je, Polytox,
    ich kannte Menschen, die Polytox waren, Therapien durchgezogen haben und total unterschiedlichen Erfolg hatten.

    Diejenigen, die Erfolg hatten, waren aber weiß Gott weder bösartig, aggressiv noch in der Art veranlagt von der Du schreibst.

    Du bist Dir im klaren, wie schwer es für einen polytoxen Menschen ist - selbst für den Fall, dass er / sie bereit wäre etwas tun zu wollen - "sauber" zu bleiben.

    Nein, sie sind nicht die typischen Alkoholiker, sie nehmen nämlich was sie kriegen können (zumindest diejenigen, die ich kannte). Ja, sie sind lieb, weil sie ganz genau wissen, sie benötigen ein Hilfsmittel zum Leben, heute Alk, morgen Heroin, wenn das nicht geht Methadon und noch nen Schuß Koks, weil das Methadon nicht dröhnt....

    Ich kenne die Konsumierungsarten Deines ´Partners nicht, bist Du Dir aber über Deine (Gesundheits-)Gefahren bewußt, die da latent um Dich herum schweben. Angefangen oftmals von Hepatitis bis hin zu jeder Menge anderer Mögichkeiten - nebst Konsumierung in Deinen vier Wänden.....

    Oh Mann, Koks, was ich erlebt habe bei jemanden: erst größenwahnsinnig nen Supermarkt (dakelhaft weil nur Kaugummis konsumiert) überfallen, beim Eintreffen der Polizei kauernd auf dem Boden liegend und nicht mehr "wissend" was los war.... Na ja, der Richter wusste es schon "Money zur Beschaffung".....

    Au Mann, hier weiß ich wovon ich spreche und frage Dich - auch wenn Du es nicht hören willst - ob Du es selber auch weisst.....

    Fragender Gruß von Dagmar

  • Hallo Dagmar,

    denke nun schon den ganzen Morgen über deine Frage nach. Danke dafür.
    Viele Gedanken schiessen mir durch den Kopf.
    Mit was ich zuerst antworten soll - weiß es nicht.
    Fang einfach mal an.:-)
    Als ich ihn kennengelernt habe hat er weder konsumiert noch getrunken.
    Früher - Pep, Kokain, Heroin, Methadon, Alkohol, Dias, Kiffen und keine Ahnung was noch alles.
    Raubüberfälle, Einbrüche, Knast, Therapie.
    Bis vor Kurzem- Pep, Kokain - rotzen, rauchen, drücken - Alkohol.
    Der Monat bevor er in Therapie gegangen ist, hat er ca. 5000 EUR für Koka ausgegeben. 1000 davon an einem Abend.
    Meine Vorstellung ist hierfür begrenzt.
    Polytox. Bis vor ein paar Monaten kannte ich das Wort nicht mal und dessen Bedeutung.

    So jetzt könnte man fragen WARUM lässt man sich auf so einen Menschen ein.
    Ich überlege, was ich vorab wusst und was nicht.
    Ich weiß nicht mehr wirklich was er mir erzählt hatte. Drogen, Alkohol. Klar.
    Das Drumrum und Details habe ich glaube ich erst erfahren als ich mich schon auf ihn eingelassen hatte. Aber immer noch früh genug um zu gehen.
    Ich habe mir nicht wirklich Gedanken darüber gemacht. Vergangenheit.
    Ich war davor auch mehrere Jahre mit einem Drogisten zusammen. Wo Dinge passiert sind die man eigentlich nur aus Filmen kennt.
    Ich selbst habe früher "gekifft". Vor allem Anderen hatte ich Respekt. Meine Suchtveranlagungen liegen in anderen Dingen.
    Im Laufe der Zeit ist mir eigentlich klar geworden, daß S. überhaupt nicht "sozialisiert" ist. Er hat als Kind nur eine betrunkene Mutter erlebt und danach was ich schon genannt habe.
    Aber hab es wohl immer wieder "erfolgreich" verdrängt, nicht wahr haben wollen, was auch immer. Geglaubt ich könnte etwas ändern.
    Bei mir hat er nicht getrunken und kein Koks genommen. Wenn kam er schon in dem Zustand.
    Aber er hat sich vor einiger Zeit bei seiner Schwester gespritzt und da waren seine zwei anderen Kinder drum rum.
    Es ist auf eine Art alles total unrealistisch. Zu ne große Liga für mein Köpfchen.
    Hier hör ich jetzt erstmal auf. Gerade ist es ziemlich wirr in meinem Kopf. Hoffe trotzdem nicht zu durcheinander geschrieben zu haben.

    Lieber Gruß

    Christin

  • hi christin,

    ich lese deinen faden von anfang an mit. ich möchte dich nur mal ganz gezielt auf folgendes hinweisen:

      - du schreibst auf 28 seiten fast ausschließlich über ihn. es geht hier aber nur um dich. wo bleibst du, wann nimmst du dich mal ernst und sorgst dich um deine bedürfnisse?
      - du kennst ihn erst seit 2,5 jahren. das ist verdammt wenig. ihr seid nicht verheiratet und habt keine gemeinsamen kinder (oder hab ich was verpasst?), und er tut dir nicht gut. was hält dich?
      - weisst du überhaupt, was du von dir und deinem leben erwartest? nein? wie willst du dann eine partnerschaft fürhren? und noch dazu mit einem suchtkranken, der nach deiner aussage noch gar nicht trocken/clean leben will sondern permanent anschub "von aussen" braucht?


    mädchen, wann lebst du eigentlich? in 5, 10, 20, 30, 40, 50 jahren, wenn doch alles "umsonst" war?

    fang doch einfach mal bei dir an, im hier und im jetzt, bei deinen bedürfnissen. und ohne ihn - wenn du das willst. wenn nicht, dann musst du halt lernen, mit den folgen zu leben, so oder so...

    cu,
    MrHardcore

  • Lieber Underground
    (nun verstehe ich auch Deinen Nick),
    ich kann Mr. Hardcore nur recht geben. Ehrlich gesagt, Deine letzte Aussage "Polytox" und die komplette Drogenküche sind mir nicht aus dem Kopf.

    Himmel, Hergott und alle Heiligen - dagegen ist ein Alkoholiker "harmlos". Mein Gott, da darf kein Kind in die Nähe eines solchen aktiven süchtigen. Zum ersten wird es ihn nur selten interessieren - zum zweiten wird er vermutlich dann lieb sein, wenn mal wieder ein Gutachten oder ein Prozeß ins Haus steht (dann nämlich braucht er die Fassade einer bestehenden -guten?- Beziehung für eine positive Sozialprognose.

    Mädchen, wenn er etwas - egal was - braucht, dann vergißt er Zeit, Raum, Verantwortung, Moral und alles andere.... Koks, Himmel .....

    Hast Du Dich schonmal mit einem wirklich praktizierenden Arzt unterhalten der mit diesen Leuten arbeitet, beispielsweise dem Arzt einer Methadonpraxis? Hast Du Dich schonmal mit einer wirklich guten (damit meine ich deutlichen und nicht schonenden) Beratungsstelle auseinander gesetzt???

    Hallo.... den Konsum bei polytoxen Menschen kann kein Außenstehender mit Sicherheit verneinen. Woher weißt Du, dass er (während Du schläfst) nicht auf dem WC, welches normalerweise abgeschlossen ist, eine Runde snieft???

    Woher willst Du wissen, welche derzeitigen Tablettchen sich in der Jacke befinden, oder vielleicht in der Zigarettenbox, oder im dümmsten Fall als "Blombe" im Mund (Blombe ist nicht der reparierte Zahn sondern ein Teil, gefüllt mit Stoff, welches im Notfall (Polizeieingriff) geschluckt werden kann.

    Du wunderst Dich über die Zeiten der Sendepause? Nun, so ist es eben wenn Drogen konsumiert werden, ganz einfach. Da gibt es keine Zeit, keinen Raum, keine Verantwortung und keinen Mitmenschen, da gibt es nur den Druck und die Szene.

    Sag mal, bist Du Dir bewußt, dass solche Menschen - egal wo sie sind - immer wieder auf ihre Händler stoßen (im Supermarkt das Schnapsregal ist noch das harmloseste). Keine Fahrt mit der U-Bahn ist möglich ohne Kleindealern zu begegnen. Wobei das was Du über Deinen Partner schreibst, das lohnt sich schon an Abnahme, so jemanden fixt man auch mal kostenfrei an, auf Spesen sozusagen....

    Ich denke mal, meine Worte können Dir nicht gefallen und vielleicht wirst Du manches in Frage stellen. Ich kann auch hier nicht für jeden drogenabhängigen/polytoxen Menschen sprechen, ich kann aber davon sprechen, was mir diese Menschen selber erzählten und was mir ein Methadonarzt in vielen Stunden erzählt hat.

    Sorry, selbst auf die Gefahr, dass ich nun eines auf die Rübe bekomme wegen Vorurteilen: aber ich kenne nur einen Fall, der es geschafft hat! Die anderen werden vom Arzt als "Gesoxe" tituliert, dem man/frau aus dem Weg gehen muss, die bescheissen und lügen wenn sie den Mund aufmachen und die statt eigenem Urin Hundeurin abgeben, damit keine Drogen nachgewiesen werden können.

    Unterhalte Dich mit einem Arzt oder Drogenberater der wirklich an der Front ist, sie werden Dir die Augen öffnen .... aber nur, wenn Du dazu bereit bist ....

    Mensch Mädchen, ich glaube, Du bist Dir über die Gefahren echt nicht bewußt, das anfixen steht ja nur am Schluss, weißt Du was in den Kreisen abgeht??? Wie konsumiert wird??? Wie man/frau sich gegenseitig in den Dreck zieht??? Wer wen für was (Beschaffung) wie benutzt.....

    Boaahhhahah,
    ich versuche nichts mehr zu schreiben weil ich weiß ich treffe Dich sicherlich sehr mit meinen Worten, aber ich wünsche Dir nicht, dass Du wirklich selber erleben musst wie die weiteren Schritte für Dich aussehen könnten wenn Du an der Beziehung wie sie jetzt ist festhältst.....

    Mensch Mädel, willst Du Besuch von den Jungs in Grün weil Du als Freundin bekannt ist und er mal wieder ein krummes Ding drehte???? Willst Du einen Hausdurchsuchungsbefehlt weil er mal Zigaretten geklaut hat???? Mensch...........

    Sorry,
    aber es musste raus....

    lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo Mr. Hardcore, :)

    erstmal Danke für deine Worte und Anregungen.
    Wir haben eine kleine Tochter zusammen.
    Wurde gerade ein Jahr. (Hast doch etwas verpasst *g)
    Er hat aber noch zwei weitere Kinder.
    Deine Fragen sind berechtigt und möchte versuchen sie zu beantworten.
    Mich ernst nehmen - ich teile meine Wünsche, Bedüfrnisse mit. Wohl aber auf falsche Art und Weise. Vorallem lasse ich sie übergehen. Oft ohne es zu merken oder das Gefühl, daß dafür gar kein Platz ist. Oder mit dem Gefühl Egoistisch zu sein. Mich in den Mittelpunkt zu stellen. Mit einem schlechten Gewissen.
    Was mich hält? Wie oft frage ich mich dieselbe Frage. Nach der Geburt war es für mich ganz schlimm. Hormone. Ich wollte eine kleine heile Familie. Hab immer wieder versucht ihm sein Kind "nahe zu bringen". Er hat sie auch lieb, aber ich glaube zu mehr reicht es nicht.
    Dann Schuldgefühle. Hab ich ihn soweit gebracht?
    Ich muss HELFEN. Und bestimmt hat es auch etwas mit Kontrollverlust zu tun.
    Und das Gefühl das ich für ihn hatte/habe. Im Moment bin ich mir dieser Gefühle nicht mehr sicher. Ich hatte einen so einfühlsamen Menschen kennengelernt wie ich es vorher nicht kannte.
    Meine Vorstellung vom Leben ist wie wir es uns alle wünschen glücklich zu sein. Unabhängig von anderen Menschen oder Einflüssen. Meinem Kind etwas für´s Leben mitzugeben daß sie stark macht.
    Dinge unternehmen / machen zu können, weil es irgendwann auch mal fianziell möglich sein wird.
    Zeit zu haben für mich.
    Und natürlich auch irgendwann eine Beziehung zu haben ohne Kontrolle, Beschimpfungen, Angst, Misstrauen, Vorwürfe.
    Eine Beziehung in der man sich gegenseitig unterstützt, zusammen lacht, Unternehmungen macht, Gemeinsamkeiten hat, zusammen etwas aufbaut. Ein WIR.
    Es gibt vieles was ich mir für mich vorstellen könnte oder gerne ausprobieren würde. Ich aber nicht weiß wie es Umsetzbar ist.
    Ich bin dabei mich auf mich und die Kleine zu konzentrieren. Ucg gehe in eine Selbsthilfegruppe und wir unternehmen viel. Jetzt wo das schöne Jahreszeit beginnt und sie sitzen kann, fahren wir Fahrrad ( was ich persönlich überhaupt nicht mochte) gehen auf den Spielplatz, Krabbelgruppe, spazieren sowieso, treffen uns mit anderen Müttern und deren Kindern usw. Okay es ist immer Kindverbunden, was daran liegt, daß ich nicht wirklich eine Möglichkeit habe sie mal abzugeben und etwas nur für mich zu machen. Was auch finanzeill mehr oder weniger scheitert. Ab Okotober wird sie in eine Frühgruppe gehen. Und ich freue mich darauf dann Vormittags etwas Zeit zu haben.
    Nochmal zu ihm. Seit mehreren Wochen ist er, wie ich geschrieben habe , konsumfrei. Und sehr davon überzeugt das so zu schaffen.
    Das letzte Mal gesehen haben wir uns, er sein Kind vor drei Wochen. Ausser Telefonkontakt gibt es im Moment nichts. Wieder mal.
    Nein es ist nicht meine Vorstellung so ein Leben zu führen. Aber zweifle immer wieder an mir.
    So jetzt hör ich hier erstmal auf. Sorry, daß die Antworten so lange ausgefallen sind.

    Lieber Gruß

    Christin

  • Entschuldige... ich sehe gerade war manchmal mit dem Denken schon weiter als mit dem Schreiben.
    Hoffe du kannst es dennoch verstehen. :)

  • Hallo Christin,

    oje..ich weiß hier werden harte Worte geschrieben die dir mit Sicherheit im Moment nicht gut tun. Doch es ist die Wahrheit...und sie werden dich wach rüttelnund irgendwann wirst du klarer sehen können.

    Wünsche dir, dass es schnell geht.

    Drück dich Petra

    Wenn man seine Ruhe nicht in sich findet, ist es zwecklos, sie anderswo zu suchen

  • (nun verstehe ich auch Deinen Nick),

    wie meinst du? Den hab ich mal bekommen als wir überlegt hatten was für einen Nick ich haben könnte. Da ich im UG gewohnt habe - Underground.:-)

    Himmel, Hergott und alle Heiligen - dagegen ist ein Alkoholiker "harmlos". Mein Gott, da darf kein Kind in die Nähe eines solchen aktiven süchtigen.
    Das ist ja mein Problem. Zum einen weil er ja seit ca. knapp 8 Wochen nichts nimmt (wird er es schaffen?) und zum Anderen wegen unserer Tochter. Umgang ja nein? Alleine hat er sie nicht bekommen das weiß er auch. Wobei im Moment ist es eher ein Nein.

    Zum ersten wird es ihn nur selten interessieren
    wohl wahr

    zum zweiten wird er vermutlich dann lieb sein, wenn mal wieder ein Gutachten oder ein Prozeß ins Haus steht (dann nämlich braucht er die Fassade einer bestehenden -guten?- Beziehung für eine positive Sozialprognose.
    Daß er etwas getan hat (Einbruch) ist schon einige Jahre her. Da steht nichts an. Er hatte mehrer Unfälle im Suff. Aber da kommt nichts auf ihn zu.

    Mädchen, wenn er etwas - egal was - braucht, dann vergißt er Zeit, Raum, Verantwortung, Moral und alles andere.... Koks, Himmel .....
    Du hast Recht. Und jedes Mal lässt es mich wieder darauf reagieren.

    Hast Du Dich schonmal mit einem wirklich praktizierenden Arzt unterhalten der mit diesen Leuten arbeitet, beispielsweise dem Arzt einer Methadonpraxis? Hast Du Dich schonmal mit einer wirklich guten (damit meine ich deutlichen und nicht schonenden) Beratungsstelle auseinander gesetzt???
    Nein nicht wirklich. Ich hatte es auf Therapie etwas versucht. Weil ich nicht verstehen konnte wieso er "nur" auf Sucht behandelt wurde. Meiner Meinung nach gibt es nicht nur das Suchtproblem.

    Hallo.... den Konsum bei polytoxen Menschen kann kein Außenstehender mit Sicherheit verneinen. Woher weißt Du, dass er (während Du schläfst) nicht auf dem WC, welches normalerweise abgeschlossen ist, eine Runde snieft???
    Hmm klar 100% kann man das wahrscheinlich nicht ausschliessen. Aber wie gesagt, in meiner Wohnung hat er nichts genommen. Wenn war er schon vorher zu. Oder hat Streit provoziert um einen Grund für zu haben und ist abgehauen und hat konsumiert.

    Woher willst Du wissen, welche derzeitigen Tablettchen sich in der Jacke befinden, oder vielleicht in der Zigarettenbox, oder im dümmsten Fall als "Blombe" im Mund (Blombe ist nicht der reparierte Zahn sondern ein Teil, gefüllt mit Stoff, welches im Notfall (Polizeieingriff) geschluckt werden kann.I
    ch weiß es nicht. Im Moment sind die anderen zwei Kinder oft bei ihm.
    Aber ich würde es ihm anmerken.

    Du wunderst Dich über die Zeiten der Sendepause? Nun, so ist es eben wenn Drogen konsumiert werden, ganz einfach. Da gibt es keine Zeit, keinen Raum, keine Verantwortung und keinen Mitmenschen, da gibt es nur den Druck und die Szene.
    Geb dir absolut Recht. Aber für meinen Kopf nicht nachzuvollziehen.
    Ich hab einiges erlebt was Drogen und Drogisten angeht. Aber er ist nochmal ne andere Liga.

    Ich denke mal, meine Worte können Dir nicht gefallen und vielleicht wirst Du manches in Frage stellen.
    Nein, das ist absolut in Ordnung. Schlimm finde ich, daß mich eigentlich nichts mehr wirklich schockieren kann. Dazu hab ich zuviel erlebt.
    Aber jeder "gesunde" Menschenverstand müsste Alarmschlagen bei so etwas.

    Sorry, selbst auf die Gefahr, dass ich nun eines auf die Rübe bekomme wegen Vorurteilen: aber ich kenne nur einen Fall, der es geschafft hat! Die anderen werden vom Arzt als "Gesoxe" tituliert, dem man/frau aus dem Weg gehen muss, die bescheissen und lügen wenn sie den Mund aufmachen und die statt eigenem Urin Hundeurin abgeben, damit keine Drogen nachgewiesen werden können.
    Das ist absolutes Assiverhalten. Und wenn er mal wieder unterwegs war, Andere erzählen mit was für Leuten er abhängt. Mit denen du, ich, wir uns nie "abgeben" würden.

    Unterhalte Dich mit einem Arzt oder Drogenberater der wirklich an der Front ist, sie werden Dir die Augen öffnen .... aber nur, wenn Du dazu bereit bist ....
    Das sollte ich vielleicht tun. Bis lang prallt scheinbar das Meiste an mir ab.

    Mensch Mädchen, ich glaube, Du bist Dir über die Gefahren echt nicht bewußt, das anfixen steht ja nur am Schluss, weißt Du was in den Kreisen abgeht??? Wie konsumiert wird??? Wie man/frau sich gegenseitig in den Dreck zieht??? Wer wen für was (Beschaffung) wie benutzt.....
    Ich glaube auch. Dagegen leb ich in einer kleinen heilen Welt.

    Boaahhhahah,
    ich versuche nichts mehr zu schreiben weil ich weiß ich treffe Dich sicherlich sehr mit meinen Worten, aber ich wünsche Dir nicht, dass Du wirklich selber erleben musst wie die weiteren Schritte für Dich aussehen könnten wenn Du an der Beziehung wie sie jetzt ist festhältst.....

    Das ist für mich absolut o.k. wenn du das schreibst.

    Sorry, im Moment krieg ich grad meinen Kopf nicht geordnet. Deshalb die auch etwas kurzen Antworten.
    Ich danke dir, daß du dir die Zeit nimmst mir das zu schreiben.
    Werde später nochmal reinschauen.

    Ganz lieber Gruß

    Christin

  • Was für ein beschi.... Tag.
    Heute ist SHG - gehe nicht hin. Mir platzt mein Kopf. Bin kaputt. Kind schreit auch nur.
    Fühl mich schwer. Wie wenn man von sich selbst erdrückt wird.
    Problem? Weiß ich nicht genau. Nach wie vor nichts gehört. Zuviel denken. Angst.
    Der Wunsch nach Zusammengehörigkeit. Sollte mich damit abfinden, daß ich alleinerziehend bin und es nicht teilen kann. Daß ich nichts mehr versuchen / unternehmen brauche.
    Das es ist wie es ist. Das selbe Spiel wie immer.
    Hab angefangen das Buch zu lesen. Toll. Fesselt einen (Die Hütte). Bringt zum weinen.
    Werd auch gleich weiter darin lesen.
    Die Vaterfalle - wenn Töchter zu sehr lieben, habe ich auch bestellt. Vielleicht bringt es Erkenntnisse um wieder ein Stück loszulassen. Zu verstehen warum man so grenzenlos gegenüber dem Partner ist.
    Mir fehlen gerade etwas die Worte.

    Wünsch euch einen schönen Abend.

    Eure Underground

  • Hallo Christin,

    meinst du, es ist richtig wenn du nicht gehst??? hmm...

    Das die Kleine schreit ist normal...du überträgst deine Gefühle auf deine Tochter....du ahnst gar nicht wie sensibel die Kleinen doch sind.
    Geht es dir gut, geht es deinem Kind gut und du wirst ein ausgeglichenes, fröhliches Kind haben.

    Denke du bist im Moment in einem ganz großen Rückfall. Versuche bitte weiter an dich zu denken..mache Dinge die dir Spass machen...höre auf zu grübeln, dadurch geht es dir nur immer schlechter.
    Was hast du wirklich von diesem Mann??? Meinst du nicht, dass du alleine mit deinem Kind glücklicher werden kannst?

    Bitte pass auf dich auf...versuche dir etwas Kraft zu schicken.

    Drück dich mal ganz doll
    Liebe Grüsse Petra

    Wenn man seine Ruhe nicht in sich findet, ist es zwecklos, sie anderswo zu suchen

  • Etwas besser heute....

    Heute morgen kam mal wieder ein Anruf. War okay. Haben nicht gestritten.
    So lange ich etwas höre funktioniert es ganz gut, daß ich den Abstand einhalten kann. Höre ich nichts verfalle ich in Ängste.
    Die Gespräch helfen mir meistens dabei froh darüber zu sein, das es so ist wie es gerade ist. Weil mir sein Verhalten dann wieder zeigt, daß es gut so ist.
    Der Kleinen geht es irgendwie nicht so gut. Unabhängig von meinem Gefühlsleben. Sie ist ganz verschnupft. Könnte sein daß die nächsten Zähne kommen.
    Ich weiß daß es SO keinen Sinn macht zusammen zu sein. Hab mir vorhin überlegt einen Brief zu schreiben. Früher hätte ich das sofort getan, jetzt hält mich´s zurück, weil ich denke daß sich dadurch sowieso nichts ändern wird. Er nicht der ist, den ich in ihm sehen möchte.
    Es macht mich traurig, daß ein Süchtiger irgenwie verloren zu sein scheint. Daß es so wenig Hoffnung gibt, ein "normales" Leben führen zu können. Kaputt durch die Sucht. Das kann ich noch nicht akzeptieren. Ich glaub nicht daß es unmöglich ist. Wenn auch mit einem enormen Willen und Kraft verbunden.
    Kann euch übrigens nur ans Herz legen euch das Buch Die Hütte - ein Wochenende mit Gott zu holen. Vor allem auch denjenigen die bei Al-Anon sind. Ist über alles geschrieben was auch das Programm beinhaltet. unabhängig voneinander.
    Die nächsten Tage soll es wieder kalt werden. Mal sehen, wenn das Wetter hält geh ich vielleicht mit der Püppi noch ne Runde Rad fahren.

    Wünsch euch einen schönen Tag.

    Underground

  • Hallo, lieber Underground,
    das was Du schreibst kenne ich nur zu gut. Ich fand es nicht toll bei mir zu entdecken, dass es eine Beziehung war, die niemals im Gleichgewicht war. Eine(r) war mächtig der/die andere ohnmächtig. Solange einer der beiden Kontakt suchte, fühlte der/die andere sich mächtig, sicher und auch als "auf dem Weg der Heilung".

    Bei mir war das trügerisch. Ich war keinesfalls dabei selbständig zu werden, bildete es mir nur ein da ich ihn mied, mir aber seine Versuche der Kontaktaufnahme vorgaukelten er habe Interesse an mir, an einer Gesundung oder oder oder

    Briefe und E-Mail - nun habe ich früher auch geschrieben, ich denke mal, die wurden gar nicht weiter gelesen. Warum auch: im nassen Zustand interessiert es nicht und im nüchternen können sie uns ganz anders um die Finger wickeln. Davon mal abgesehen hat Sucht nichts damit zu tun, dass jemand sich nicht ändern will .... sein Körper spielt ihm/ihr auch oftmals einen großen Streich. Was sind da Worte .... egal, ob gesagt, geschrieben oder geschrieen......

    Nun, Du schreibst "Ich glaub nicht daß es unmöglich ist. Wenn auch mit einem enormen Willen und Kraft verbunden. "

    Nun, das aber wäre die Aufgabe oder das Interesse des Alkoholkranken (erkennst Du dich wieder, Du bist süchtig nach ihm, auch Du kannst gesunden.... mit Deinen eigenen Worten).....

    Bei uns hat es gerade gewittert und gedonnert, einfach Schläge getan und zu aller Freude gehagelt, dass es kracht. Ich hatte zuvor meine Katzen ins Haus komplimentiert. Sah raus und dachte, wie schön, dass wir im Trockenen sind, in unserem Zuhause, da wo wir uns wohl fühlen. Wie herrlich, dass wir mit unserer Harmonie so leben können, wie es früher nie der Fall war....

    Ich sage Dir was: mich interessiert keine Partnerschaft mehr weil ich mir selber geben kann was ich früher mal in einem Partner versuchte zu finden. Ich bin nicht alleine, denn sollte ich mich so fühlen und Hilfe brauchen, dann bekomme ich die auch von anderen Mitmenschen oder meiner Freundin, oder Kollegen.

    Zwei meiner Reifen verlieren Luft. Früher hätte ich "Hilfe" geschrieen.... Jetzt, ja da werfe ich den Minikompressor an und mache mir selber Luft. Früher brauchte ich dazu den Partner....

    Heute bin ich ärmer als früher - unter dem Existenzminimum; aber um so viel reicher. Und wenn es nur das Glück ist, jetzt gleich in die Badewanne zu steigen. Morgen, mein Bett neu zu beziehen und mich am Duft und anderen "Design" zu erfreuen. Und wenn es nur die Vergißmeinicht sind, die sich (meinem Wunsch) entsprechend im letzten Jahr vermehrt haben und ich sie nun zwischen alle meine Blumen setzen kann. Und wenn es nur meine Stockrosen sind, die ich gerade versuche vorzuziehen.....

    Und wenn es nur..... ja nur mein kleines persönliches Glück ist, da ist kein Platz für meine Abhängigkeit von einem Menschen, denn dadurch würde ich diese Dinge, die Freude und die Liebe daran wieder eintauschen gegen die Angst um einen (fremdbestimmten) Süchtigen.

    Lieber Underground, komm mal ans Tageslicht ;) Schau Dir die Welt und die Blumen und die Natur an, die jetzt aus dem Schlaf erwacht. Wach auf für Dich und Dein Leben, lass andere doch weiterschalfen wenn sie wollen..... wenn sie sich in Kissen von Alk oder Drogen wohl fühlen, dann sollen sie doch .... mir ist mein frisch überzogenes Bett lieber :)

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Liebe Dagmar,

    hmm das "Lieber Underground" hab ich schon letztes Mal nicht verstanden. :) Bin doch ein Mädchen *lach.
    Ich weiß sehr gut von was du schreibst. Auch ich kenne diese "schönen, positiven" Gefühle.
    Auch wenn ich mich nach wie vor abhängig von einem Menschen mache, ist es lange nicht mehr so schlimm wie es mal der Fall war. Zu dieser Zeit konnte ich nicht den Duft vom Blumen genießen. Heute liebe ich es, stehen zu bleiben, daran zu riechen und den Duft "einzusaugen". Störche zu sehen - herrlich. Auch ein Regenwetter kann sehr schön sein und wie die Luft danach riecht. Wunderbar für gemütlich auf der Couch zu liegen. :) Leider ist mir das im Moment nicht mehr möglich. Dafür ist mein Kind zu klein. *g Aber später ganz sicher mal wieder.
    Oh ja - wie schön in einem frisch bezogenen Bett zu liegen. Da freut man sich richtig darauf.
    Mein Satz - daß ich nicht glaube daß es unmöglich ist, aber daß es einen enormen Willen und Stärke braucht - war auf den Süchtigen bezogen. Nicht auf Beziehung. Wobei das sicher auch möglich wäre.
    Du glaubst gar nicht was ich alles SELBST tue. Ich brauche keinen Mann der handwerkliche Dinge erledigt. Zumindest nicht oft. Bin bestens ausgerüstet *lach.
    Aber an dem Punkt, daß mich keine Partnerschaft mehr intressieren würde, bin ich nicht. Sagen wir anders - es gab eine Zeit da war ich gerne alleine. Ich hab es genossen wenn alles ganz ruhig war. Kein Fernseher, kein Radio. Nichts. Nur da liegen und Stille. Ich hätte nicht gedacht nochmal in das alte Muster zu verfallen. Wurde eines besseren belehrt. Wenn auch zum Glück nicht mehr so wie einmal der Fall war.
    Eine schöne Beziehung wünsche ich mir dennoch. Vorallem wünsche ich mir, daß mein Kind das Glück hat, einen Vater an ihrer Seite zu haben. Auch wenn es nicht der leibliche wäre.
    Und ich wünsche mir, noch einmal ein Kind bekommen zu dürfen. Unter anderen Voraussetzungen. Erleben zu dürfen wie es ist sich darauf zu freuen. Unterstützung zu erfahren.
    Ich kann mir mit 31 Jahren nicht wirklich vorstellen den Rest meines Lebens alleine zu verbringen. Aber der Punkt den du genannt hast - keine Partnerschaft zu brauchen, damit es mir gut geht - ja das ist das Ziel.
    Ich finde es toll an welchem Punkt du stehst. Und das ist mir ein Vorbild.
    Es wird noch ein langer Weg sein. Man selbst spürt Entwicklung nicht so deutlich wie Andere sie wahrnehmen können - aber wenn ich zurück blicke, hab ich doch schon einiges geschafft. Und hoffe den Rest auch noch hinzubekommen und FREI zu werden.
    Weisst du, mein Kopf weiß was das alles angeht, ziemlich viel. Hab auch als "Lebensberaterin" gearbeitet. Sind ja bekanntlich die Besten. *lach Für sich selbst können sie es nicht umsetzen.
    Bevor ich angefangen habe auf deine Nachricht zu antworten, kam ein Anruf von ihm.
    Ja wie immer. Ich möchte daß er sich um sein Kind kümmert und er sagt mir immer nur, daß die Entfernung zu weit sei. Mehr nicht. Weißt du wenn man wenigstens den Willen dabei spüren würde. Daß er sie gerne sehen würde. Daß sie ihm fehlt. Daß sie ihm wichtig ist. NEIN. Er hat aufgelegt.
    So jetzt mach ich noch etwas Hausarbeit. :)
    Ich wünsch dir einen wunderschönen Abend. Vielleicht auf der Couch bei Regenwetter *gg.

    Ganz lieber Gruß

    Christin

  • Hallo, liebe Christin
    (der Underground - untergrund - deshalb, lieber Untergrund/Underground) ;)

    Sodele, eine Nichtmutter sagt jetzt mal was ganz brutales (da ich ja eh keine Ahnung habe ;)

    Gut, dass er sich nicht um sein Kind bangt bzw. nachhackt. So hat Euer gemeinsames Kind eine Chance auf seine eigene Zukunft, die nicht die süchtigen Verhaltensweisen erleben lässt.

    Frage mal unsere Kinder von Angehörigen, was sie erleben mussten, welchen Belastungen sie ausgesetzt waren und wie dieses ihr Leben geprägt hat. Es bleibt Deinem "Girlie" erspart!!!!

    Sei dankbar, dass Euer Kind nicht als Druckmittel verwendet wird, dass er es nicht zum Schleuderball von SChlammschlachten verwendet..... somit ganz weit weg von der Kleinen ist.

    Ähem, ich mache mich nochmal unbeliebt ;)
    Du schreibst "Mein Satz - daß ich nicht glaube daß es unmöglich ist, aber daß es einen enormen Willen und Stärke braucht - war auf den Süchtigen bezogen. Nicht auf Beziehung. Wobei das sicher auch möglich wäre."

    Bist Du weniger "süchtig" nach Deinem Partner als ich es war? Bist Du mit Deinen Stimmungen nicht davon abhängig, in welcher Laune oder Verfassung "Dein Suchtmittel" ist? Ich war es: war seine Laune gut, so war es meine auch. Tat er so als habe er Interesse an mir, dann war mein Ego aufgebaut. Wurde ich mit Wut/Ignoranz oder Desinteresse bestraft, so war ich im Keller und mein Ego hätte unter dem Teppichboden Fahrrad fahren können......
    Mein Ex war vom Alk abhängig - ich aber ebenso von ihm. Ansonsten hätte ich nämlich keine Suchtbeziehung geführt! Denn mein Kopf wußte sehr, sehr wohl um die Schädlichkeit eines solchen Menschen in meinem Leben.

    Du machst das schon ... wenn Du willst :)

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Ja Christin...der Kopf weiß alles ganz genau...wenn da nur nicht das Herz und die Gefühle wären.

    Und alleine brauchst du auch nicht zu bleiben...irgenwann wird dein Prinz vor dir stehen..zwar nicht auf einem weißen Pferd..doch einer der dich so liebt wie du bist.

    Weißt du, vielleicht ist es für die Kleine auch besser, wenn er nicht wirklich Interesse an ihr hat, so bleibt ihr mit Sicherheit so einiges erspart.
    Klingt hart, doch ich weiß wovon ich rede...auch mein Vater war Alkoholiker.

    Wünsche dir einen schönen, ruhigen und entspannten Abend...und nun aber Schluss mit der Hausarbeit, jetzt fängt das Entspannen an....:O)

    Drücke dich
    Petra

    Wenn man seine Ruhe nicht in sich findet, ist es zwecklos, sie anderswo zu suchen

  • (der Underground - untergrund - deshalb, lieber Untergrund/Underground) ;)
    dachte ich mir. Wollt nur nochmal sicher gehen. :)

    Gut, dass er sich nicht um sein Kind bangt bzw. nachhackt. So hat Euer gemeinsames Kind eine Chance auf seine eigene Zukunft, die nicht die süchtigen Verhaltensweisen erleben lässt.
    Ich hoffe daß sie nicht mit diesem Problem konfrontiert werden wird. Alkoholismus soll ja schon in den "Genen liegen". Ich hoffe für keines der Kinder, daß sie davon etwas abbekommen haben. Wobei die anderen zwei schon einiges miterleben mussten.

    Sei dankbar, dass Euer Kind nicht als Druckmittel verwendet wird, dass er es nicht zum Schleuderball von SChlammschlachten verwendet..... somit ganz weit weg von der Kleinen ist.
    Jugendamt war mal im Gespräch. Weil ich das Kind nur auf dem Boden liegen und nur schreien lassen würde. Aber da hab ich ihm gleich den Riegel vorgeschoben und das Amt kommen lassen um sich ein Bild zu machen und zu sagen was Sache ist. Im Falle eines Falles.

    Bist Du weniger "süchtig" nach Deinem Partner als ich es war? Bist Du mit Deinen Stimmungen nicht davon abhängig, in welcher Laune oder Verfassung "Dein Suchtmittel" ist? Ich war es: war seine Laune gut, so war es meine auch. Tat er so als habe er Interesse an mir, dann war mein Ego aufgebaut. Wurde ich mit Wut/Ignoranz oder Desinteresse bestraft, so war ich im Keller und mein Ego hätte unter dem Teppichboden Fahrrad fahren können......
    Nein ganz betimmt nicht. Kann ich in allem zustimmen.
    Was ich meinte war auf das Polytoxe bezogen. Daß es für Menschen mit solchen Suchtproblemen wenig Hoffnung gibt. Darauf war mein Satz bezogen, daß ich das noch nicht so ganz akzeptieren mag und es mit viel Willen und Stärke möglich ist.
    Ganz klar mache ich mein Befinden von einem Anderen abhängig. Manchmal klappt´s auch dass ich damit umgehen kann.
    Unglaublich was man alles persönlich nimmt. Durch jede Kleinigkeit fühlt man sich angegriffen, verletzt und was sonst noch alles.

    So und jetzt werde ich mich weiter ans Buch machen. :)

    Nochmal einen schönen Abend und eine gute erholsame Nacht.

    Liebe Grüsse

    Christin

  • Achso, jetzt hab ich´s schon wieder vergessen.
    Der Kinderarzt hat mich gefragt ob ich mit der Kleinen zur Kur möchte. Meer oder Berge :-D.
    Ich sollte es tun!?!? Abstand.
    Auch ein Problem von mir. Ich kann nicht gehen.
    Kontrollverlust?? Eingebildete Kontrolle.

  • Weißt Du, liebe(r) Underground,
    ich persönlich empfinde diese polytoxe Sucht als ganz schlimm - eigentlich als das "Schlimmste" - den Megagau.

    Wenn ich richtig informiert bin, so wirkt jede Droge auf eine andere Art. Heroin stumpft ab, macht Schmerz erträglich, Koks puscht auf, Alk enthemmt, Medis betäuben oder putschen auf. Somit also die komplette Skala auf und ab von hochpuschen bis downen. Willkürlich wird genommen was gerade erreichbar ist. Somit ist mein (vielleicht auch falscher) Rückschluss: egal wie und egal für welche Stimmung - Hauptsache wegbeamen.

    Ich habe das Gefühl diese Leute wissen oft selber nicht wie sie sich fühlen oder fühlen wollen. Heute das, morgen das. Und plötzlich noch die Enttäuschung, dass der Stoff/das Medi nicht mehr die erwünschte Wirkung hat - Dosissteigerungen, Änderungen der Kombinationen oder Beimischungen bzw. Konsumierung. Ein unweigerlicher Sog nach unten, oder?

    Für das Umfeld ist kaum zu ertragen wie von "himmelhochjauchzend und überdreht" plötzlich die gähnende Leere und Sinnlosigkeit folgt.

    Das zu behandeln ist sicherlich mehr als schwer und die Prognosen sind nicht gut bei dieser Mehrfachabhängigkeit.

    Ich persönlich halte wohl für möglich, dass der Alk in den Genen liegt, aber ob wirklich diese Sucht daraus wird, ist für mich nicht Veranlagung sondern das Umfeld, die Liebe, Zuneigung und das Vorleben.

    Ein Sohn meiner Freundin ist von einem hochgradisgsten Alkoholiker, der am Alk starb, aber nicht ohne zuvor grausam und brutal geworden zu sein.

    Der Sohn hat nicht die geringsten Ansätze! Weder zu Wut, Agression noch zu Alk (derzeit). Die Veranlagung alleine dürfte nicht für eine Aktivierung reichen.

    Warum Du nicht auf Kur gehst. Ich würde auch nicht a) wegen der Tiere und b) Angst das gewohnte Umfeld zu vermissen; obwohl ich leicht in neue Gegebenheiten einsteige.

    Aber wenn Du die Chance hast, so nutze sie - vielleicht gleich mit einer persönlichen Therapie für Dich zur "Selbstfindung". Wäre doch DIE Chance!!!

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Huhu Dagmar,

    ich persönlich empfinde diese polytoxe Sucht als ganz schlimm - eigentlich als das "Schlimmste" - den Megagau.
    Vermutlich hast du Recht. So hatte ich das nicht gesehen. Süchtig klar. Und wenn die eine Sucht gestoppt ist, heißt das nicht daß es für die Andere ebenfalls gilt. Nur das Komplexe dabei habe ich nicht erkannt. Ich weiß nicht wie ich es gerade erklären soll.

    Wenn ich richtig informiert bin, so wirkt jede Droge auf eine andere Art. Heroin stumpft ab, macht Schmerz erträglich, Koks puscht auf, Alk enthemmt, Medis betäuben oder putschen auf. Somit also die komplette Skala auf und ab von hochpuschen bis downen. Willkürlich wird genommen was gerade erreichbar ist. Somit ist mein (vielleicht auch falscher) Rückschluss: egal wie und egal für welche Stimmung - Hauptsache wegbeamen.
    Jetzt kann ich nur von ihm erzählen. Er hat mir vor kurzem Mal erzählt, als ich meinte, daß ich es nicht verstehen kann daß man zu H greifft, daß nicht jeder von Süchtig wird. Wohl nicht jedem sein Ding ist. Seins auch nicht. Koka ist das Ding für ihn überhaupt. Seine Worte - 10 Min. in der er aus seinen Körper tritt. Ein Gefühl daß sich mit nichts vergleichen lassen würde. Und Dias oder sonst irgendwelche Tabletten zum runterkommen. Aber jetzt ist ja Schluss damit - Seine Worte.
    Ich kann bei diesen Dingen nicht mitreden. Ich hab früher gekifft und Medis genommen. Von allem Anderen hab ich die Finger gelassen. Und als ich gemerkt habe, daß ich ne Sucht entwickeln könnte, hab ich alles von mir weggeschafft.

    Ich habe das Gefühl diese Leute wissen oft selber nicht wie sie sich fühlen oder fühlen wollen. Heute das, morgen das. Ein unweigerlicher Sog nach unten, oder?
    Auch so hatte ich das nicht gesehen. Ja für jede Situation, Gefühlslage ein Stöffchen. Wenn Drogen konsumiert werden kommt bei den meisten früher oder später der Alk mit zu. Suchtverlagerung.

    Für das Umfeld ist kaum zu ertragen wie von "himmelhochjauchzend und überdreht" plötzlich die gähnende Leere und Sinnlosigkeit folgt.
    Ooooh ja. Sowas abartiges hab ich noch bei niemandem erlebt. Solche Launen. 100x am Tag anders. Ich darf nicht daran denken, was ich zugelassen habe.

    Das zu behandeln ist sicherlich mehr als schwer und die Prognosen sind nicht gut bei dieser Mehrfachabhängigkeit.
    Zuvor war ich mit einem Mann zusammen - ebenfalls Drogist. Entzug Zuhause. Von den Drogen weg, kam der Alk. Dann kam die Trennung. In der Zeit hat er wohl richtig gesoffen. Ist aber seit einigen Jahren clean. Raucht noch nicht mal mehr Zigaretten. Ohne Therapie.

    Ich persönlich halte wohl für möglich, dass der Alk in den Genen liegt, aber ob wirklich diese Sucht daraus wird, ist für mich nicht Veranlagung sondern das Umfeld, die Liebe, Zuneigung und das Vorleben.
    Ich hoffe. In diese Angst darf man auch nicht gehen, daß es so sein könnte. Ganz bestimmt hat Erziehung auch etwas damit zu tun ob oder ob nicht.

    Warum Du nicht auf Kur gehst. Ich würde auch nicht a) wegen der Tiere und b) Angst das gewohnte Umfeld zu vermissen; obwohl ich leicht in neue Gegebenheiten einsteige.
    :) Ja so geht es mir auch. Zum einen das Umfeld und zum Anderen wegen der Tiere.

    Aber wenn Du die Chance hast, so nutze sie - vielleicht gleich mit einer persönlichen Therapie für Dich zur "Selbstfindung". Wäre doch DIE Chance!!!
    Sollte ich tun. Weg von Allem. Vor allem wär das auch für die Kleine bestimmt gut. Und ich hätte etwas Zeit für mich, weil man mir sie dort auch mal abnehmen würde.

    Ganz lieber Gruß

    Christin

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