Machtlosigkeit= Hilflosigkeit:wie geht ihr damit um?

  • Hallo

    Wie geht ihr mit diesen Gefühlen um?
    was habt ihr diesbezüglich schon erlebt?

    Wenn die Kontrolle über euer Leben entgleitet, was macht das mit euch?
    Wenn ein anderer Mensch versucht die Kontrolle über euch zu bekommen.
    Ist das co-abhängigkeit in anderer Form?

    Für antworten wäre ich dankbar.

    lg
    Feuerengel

  • Hallo Feuerengel!

    Zitat


    Wenn die Kontrolle über euer Leben entgleitet, was macht das mit euch?

    Also,zuerst kommt etwas Panik auf.
    Dann besiine ich mich auf mich und suche eine Lösung.
    Standortbestimmung,Hilfe holen (Freunde, Psychologe, Fachliteratur)
    Und ganz wichtig: Du weisst,dass Du stärker bist als Du meinst.Du hast Reserve-Kräfte,setze sie ein!

    Dieses Forum knn Dir helfen,wenn Du schreibst was Dir und in Dir passiert.


    Zitat

    Wenn ein anderer Mensch versucht die Kontrolle über euch zu bekommen.
    Ist das co-abhängigkeit in anderer Form?

    Wenn der Versuch zur Realität wird ja,klar.Dann bist Du ja wirklich abhängig.

    In Deiner Situation ist es meiner Meinung nach sehr wichtig,dass Du nicht alleine mit Deinen Problemen bleibst.
    Teile Dich mit!
    Hier im Forum,bei Deiner Freundin,bei einem Psychologen .Hol Dir Deine Helfer,oder finde sie,die sind da.

    Ich selber erlebe dies gerade in sehr eindrücklicher Weise.

    Herzliche Grüsse
    Yvonne

    ichbinda123

  • Hallo,

    meine Gedanken:

    der Kontrollverlust über mein Leben hatte mich panisch gemacht, kurzzeitig.

    Und jetzt fühle ich mich wieder besser.
    Ich fühle mich wohler, wenn ich agieren kann.
    Mutig bin, für mich Lösungen suchen, mein Leben in die hand nehmen, anstatt mich von aussen steuern zu lassen.

    Ich habe meine therapeutin angerufen, und sie hat mich beruhigt und mich auf meine Spur gebracht.

    Auch das Lesen hier im Forum hilft mir ungemein.

    es ist meine entscheidung, ob ich mich machtlos bzw. hilflos fühle.
    Wobei das agieren auch eine Art Kontrolle ist, aber über mein Leben.

    lg
    Feuerengel

  • Ich dachte in den letzten Tagen, "mensch, bin ich noch krank" weil ich in Panik gerate weil meine KFZ-Versicherung einen latenten Fehler gemacht hat und mein PKW als nicht versichert galt.

    So ... ich wollte mir Vorwürfe machen, warum ich nicht ruhig bleiben kann.

    Fehl am Platz! Ich habe das Recht unruhig zu werden wenn andere Fehler verbocken, die mir Probleme bereiten, die ich aber nicht lösen kann!

    Aber: das betrifft mein Leben und meine Existenz und nicht den Partner. Der nämlich kann tun und machen was er will und es geht mich weder etwas an noch habe ich das Recht dieses zu beeinflussen.

    Es gibt Dinge, in denen wir machtlos sind und auch Angst bekommen weil wir sie nicht beeinflussen können und doch so viel davon abhängt.

    A b e r es gibt Dinge, die betreffen andere und dürfen nicht bei uns zu Panik führen. Ich habe es Stück für Stück gelernt mit Panik sachlich umzugehen, aber auch zu akzeptieren, dass es Situationen gibt, in welchen meine Angst größer ist - weil meine (nicht von mir verursachten) Probleme auszulöffeln sind.

    Panik - Angst - diverenzieren, lösen und sich aber dennoch erlauben zu fühlen, was warum in uns abgeht.


    lieben Gruß von Dagmar

  • Machtlosigkeit = Hilflosigkeit? Hmmmm.... ich denke, ich kann nicht über alles Macht und Einfluss haben. Als Co-Abhängige ist aber mein Kontrollbedürfnis sehr ausgeprägt, deshalb habe ich es früher als sehr belastend empfunden, etwas nicht kontrollieren zu können, keine Macht über Abläufe und auch das Verhalten von anderen Menschen zu haben. Inzwischen kann ich es als entlastend empfinden, nicht über alles die Kontrolle und somit Macht zu haben. Es ist meine eigene Entscheidung, mich dann hilflos zu fühlen. Hilflos fühle ich mich nur, wenn ich den Anspruch habe, auf alles und Jeden Einfluss zu haben. Wenn ich akzeptiere, dass ich nicht alles beeinflussen und kontrollieren kann, fühle ich mich nicht hilflos, sondern entlastet. Aber ich muss halt akzeptieren und zulassen können, dass ich nicht alles beeinflussen kann.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Hilflos war ich bspw. Ette, als plötzlich ein Bussgeldbescheid mit Androhung Stillegung Fahrzeug innerhalb von 5 Tagen im Briefkasten war.

    Die Versicherung - ich habe keinen Einfluss - hat beim Versicherungswechsel keine Doppelkarte zur Meldestelle geschickt, ich galt als nicht versichert. Vertreter nicht erreichbar... außerhalb von meiner Macht. Nun, da war ich mehr als hilflos - denn mit abgemeldetem Fahrzeug hätte ich es nicht mal neu anmelden können weil ich hier nicht zur Zulassungsstelle komme, die Mäuschen dafür auch nicht unbedingt. Ohne eigenes Verschulden also in große Probleme gewackelt.

    Zwar gelöst da ich logo mit allen Beteiligten Kontakt aufgenommen habe und bei der Versicherung auch Dampf abgelassen habe. Dennoch: auch hier habe ich wieder keinen Einfluss darauf, dass von dort reagiert wird. Was juckt die ein unzufriedener Kunde (der selber machtlos ist, hat mir die KFZ-Zulassungstelle mitgeteilt, alle Infos von meiner Seite sind unmassgeblich.

    Dennoch ist es so wie Ette sagt: nur wenn ich meine alles beeinflussen zu wollen, so kann ich hilflos sein.

    Wird mein Arbeitsvertrag verlängert, dann freue ich mich - wenn nicht, dann hat die Wirtschaftslage eben auch das verhindert und ich muss sehen was dann kommt. Den Kopf werde ich am Anfang sicher nicht in den Sand stecken. Ich kann weder die Wirtschaftslage allgemein noch die Finanzkraft meines Arbeitgebers beeinflussen .... aber meinen Umgang mit der neuen Situation.

    Auch in Sachen "Macht über andere" gebe ich Ette Recht. Es ist so erleichternd, wenn jemand einen Stus an mich ranredet und ich einfach denke "schwätz Du nur" früher hätte ich mich partout verteidigt, damit der andere ja einsieht, es ist ja so wie ich es sage. Mittlerweile stehe ich sehr oft darüber. Meine Verantwortung mir gegenüber muss gerechtfertigt sein, ob ein anderer das so sieht oder nicht juckt mich nicht mehr.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo Ette und Dagmar,

    ihr sprecht mir aus der Seele.

    Wenn mir Vorwürfe gemacht werden, einen Stuß an mich geredet wird, denke ich heut auch so.
    Warum soll ich mich für etwas rechtfertigen müssen, zu dem ich nicht stehe.
    Ich darf meine sicht der dinge haben und dazu zu stehen, und ich habe es nicht nötig Rede und Antwort zu stehen und mich zu rechtfertigen.

    Am Freitag ist mir auch so eine Machtlosigkeit und Hilflosigkeit passiert.
    Meine Katze wurde einen Tag vorher sterilisiert und hat sich am Freitag morgen die Naht aufgebissen, und ich entdeckte sie mit offenen Bauch, das Fettgewebe heraushängend.
    Ich fühlte mich so hilflos, so voller angst, meine Hände zitterten, mein körper lief Amok.
    Und doch setzte mein Verstand ein und ich schaffte es den tierarzt anzurufen, mein Kind zu beruhigen, die Katze zum Tierarzt zu bringen und vom Tierarzt aufgefangen zu werden, das er sich sofort darum kümmert und sie wieder zunäht.
    Das Zittern wirkte noch Stunden nach.
    Wie verletzlich ein Wesen doch ist.

    Ich habe bemerkt, das mein Körper reagiert und ich mich lebendig fühle.
    Mein Verstand funktioniert und handelt wunderbar.

    Ergo, hilflosigkeit macht auch stark, denn sich eine Schwäche einzugestehen und sich verwundbar zu fühlen bringt ein Vertrauen und Stärke in mir hervor, die mich mit der Machtlosigkeit, gesteuert von der Aussenwelt ,besser umzugehen lehrt.

    lg
    Feuerengel

  • Hallo Feuerengel,

    in solchen Situationen siehst du, daß da viel mehr in dir steckt, als du meinst.

    Lieber Gruß, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hi,

    mein Körper wurde wieder mal getriggert.
    Das Händezittern, die innere Unruhe, der Schmerz im Körper, ist so wie in jungen Jahren.

    Was habe ich abgespalten, nur weil ich Angst vor dem Schmerz hatte.

    Ich habe keine Kontrolle über die Umwelt, das wird mir mehr und mehr schmerzlich bewusst.
    mein Körper reagiert, weil ihm die sicherheit fehlt.

    Meine Gedanken rasen, und ich habe die Kraft es zu kanalisieren.
    Ich habe die Kraft mittels meiner Gedanken, meinen Körper zu beruhigen.

    Und es anzunehmen, das es mich nun gefühlstechnisch voll erwischt hat.

    Ich fühle mich so lebendig, ich brauche nun nicht mehr die Emotionen zu deckeln.
    Ich habe gemerkt, ich kann sie zulassen und sie verarbeiten.
    Mich hinterfragen woher sie kommen.
    Woher kommt das Angstgefühl, wie gehe ich damit um.
    Klar macht es mich ein stück verletzlicher, aber ist das nicht der schlüssel zur Ganzheit von Körper, Seele und Psyche.
    Annehmen das frau verletzlich ist, auch schwach sein darf.

    Und wenn es darauf ankommt, wieder Stärke zu zeigen.

    Mir den Raum zu geben um an mir zu arbeiten.
    Dazu gehört auch der Mut des Alleinseins, und keine Ablenkungen, sei es durch sinnlose Diskussionen, Ausgehen, Alkoholkonsum, und was es alles noch gibt.

    einen schönen Tag wünsche ich euch allen.

    lg
    Feuerengel

  • Liebe Feuerengel,

    Zitat

    Ich fühle mich so lebendig, ich brauche nun nicht mehr die Emotionen zu deckeln.
    Ich habe gemerkt, ich kann sie zulassen und sie verarbeiten.
    Mich hinterfragen woher sie kommen.
    Woher kommt das Angstgefühl, wie gehe ich damit um.
    Klar macht es mich ein stück verletzlicher, aber ist das nicht der schlüssel zur Ganzheit von Körper, Seele und Psyche.
    Annehmen das frau verletzlich ist, auch schwach sein darf.

    Und wenn es darauf ankommt, wieder Stärke zu zeigen.

    So lief ich heute morgen Richtung Bushaltestelle im nächsten Ort und mich beschäftigte genau dieses Thema. Jetzt sitze ich wieder hier und lese was du geschrieben hast. Genau diese Gedanken habe ich mir gemacht und ging damit noch ein Stückchen weiter.

    Denn Verletzbar sind alle Menschen, viele haben eine Mauer um sich herum.

    Das spüren die Mitmenschen und reagieren. Ich bin nun so weit, das ich diese Mauer der vermeindlich starken Frau eingerissen habe und ein sehr ruhiger, sensibler Mensch dahinter sich versteckt hat. Und was erlebe ich? Meine Angst war gross, das Menschen mich deswegen nun erst recht benutzen, doch das kann ich inzwischen verhindern, indem ich es nicht mehr zulasse. Ich lass mich nicht mehr benutzen.

    Diejenigen , die das nicht nötig haben, empfinden mich heute als sehr angenehm und gut refflektiert.Sie kennen meine Geschichte und nun bekomme ich Rückmeldungen von denen ich nichts wusste.Das ich nicht stark scheinen muss sondern stark bin, da ich trotz meiner Hürden, meiner Geschichte mein Leben toll im Griff habe. Das ist der Unterschied. Mit meiner Angst gehe ich offen um, erzähle dafon und bekomme mit, das es vielen so geht oder gegangen ist. Auch sie versteckten sich hinter diesen Mauern.Sie sind froh, das wir uns offen austauschen können.

    Ja heute bin ich lebendiger denn jeh, weil ich all das lebe was in mir steckt. Ich denke es ist etwas kostbares und werde lernen das ich diese Seite von mir annehmen und lieben kann.Das dauert sicher noch, von heut auf morgen wird es nicht kommen. Aber ich denke, viele von hier sind auf dem richtigen Weg und wir können uns alle einwenig stützen.Eins weiss ich heute aber sicher, das ich weder hilflos bin noch das mir mein Leben entgleitet solange ich mir selber treu bleibe und mein Leben in die eigene Hand nehme. Egal was die Leute draussen von mir denken. Unabhängig und eigenveratwortlich.Dieses kann ich nur weitergeben an all diejenigen die in der selben Situation stehen.

    Liebe Grüße Melanie

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