Hallo Ihr Lieben,
ich hab schon ofter mal bei Euch hier reingelesen und mir so meine Gedanken gemacht zu meiner eigenen Beziehung.
Hab immer gedacht, ich hätte das mit der Co-Abhängigkeit im Griff - scheinbar doch nicht.
Bin seit 4,5 Jahren mit meinem Lebensgefährten zusammen. Er hat seinen Alkoholkonsum anfangs gut versteckt, als ich dahinter kam und meinte, solange er es im Griff hat...dann hat er öffentlich weitergetrunken. Dann später wieder versteckt, weil ich natürlich gemeckert hab, weil dann klar war, wie viel es wirklich war.
Seit einem Jahr ca. bekomme ich immer wieder unheimlich verletzende Dinge an den Kopf geknallt. Er unterstellt mir Sachen, die mir nicht mal im Traum einfallen würden, behauptet Dinge, die völlig aus der Luft gegriffen und von ihm selbst jederzeit nachprüfbar sind. Und er lügt -natürlich. Es heißt immer, warte doch erst mal, bis ich nach Hause komme - er ist auf Auslandsmontage. Behauptet, dass er dort nichts trinken würde, weil moslemischer Staat. Ich weiß, dass es auch dort was gibt. Ob er trinkt dort, kann ich nicht sagen. Sobald er jedoch auf Heimreise ist, geht es los, das merke ich schon, wenn er von unterwegs anruft. Er verspricht und verspricht und macht doch weiter.
Manchmal ist er so überwältigend liebevoll, charmant und süß und wenn er seinen flüssigen Freund getroffen hat das genaue Gegenteil.
Wir reden manchmal sogar ziemlich offen darüber und er meint ich hab Recht. Und dann wieder .... In ein SHG will er nicht, hatte er wohl früher schon mal, fand er abartig. Ich hab ihm Paartherapie angeboten - ich soll den Termin machen (will ich aber nicht, er soll ihn machen).
Ich finde, er hat auch so viel von seiner Vergangenheit aufzuarbeiten, die immer wieder hochkommt, angefangen bei seiner Mutter. Er wollte schon selbst mal einen Termin machen beim Psychologen, hat nicht geklappt wegen Urlaubszeit und seiner Arbeit.
Letzte Woche, nachdem ich abends aus meinem eigenen Haus geflüchtet bin, hab ich am nächsten Tag gesagt (wieder mal), dass er was dagegen machen oder gehen soll - ziemlich klar und deutlich. Er zum Arzt - Arzt selbst kürzlich Entziehung gemacht - meint, wenn er wochenlang dort ohne auskommt, wär er kein Alki. Toller Arzt - nächster Arzt. Nee, er ist nur dorthin gegangen, was genau besprochen wurde, weiß ich nicht. Hat zwei Tage nicht getrunken und dann wieder langsam angefangen. Meint, ich würde es nicht merken. Behauptet, er hätte nicht.. Gestern wieder so eine nette Unterstellung gegen mich, aber er hätte ja nicht. Meine Antwort drauf, dann ist es ja noch schlimmer, wenn das Deine wirkliche Meinung über mich ist.
Ich weiß nicht, ob das seine Meinung ist, bisher hab ich es immer auf den Alk geschoben.
Hab ihn gebeten sich ne Wohnung zu suchen - schnell.
ICH BRAUCH EURE HILFE!!!
Am liebsten würd ich jetzt schon wieder hinkriechen. Ich weiß, dass es auch anders geht und dieses Anders will ich haben. Kann ich es irgendwann haben oder ist das eine Illusion? Ich kann und will ihn nicht immerzu kontrollieren, eigentlich sollte er das selbst machen, schafft er aber nicht, oder will es noch nicht.
Ich weiß, dass ich nicht nachgeben darf und ihn gehen lassen muss, sonst rafft er es nicht, wenn er es überhaupt irgendwann einsieht.
Es könnte alles sooo schön sein...- andere habens doch auch geschafft.
Ich hab jetzt schon so viel gelesen hier und irgendwie geht es so vielen hier so. Ich hatte vorher nie mit Alkoholproblemen zu tun, hatte vorher zwei "normale" Beziehungen - wie kann man da so reinrutschen?