Co-abhängig - was fürn mist aber so isses

  • Hallo Ihr Lieben,

    ich hab schon ofter mal bei Euch hier reingelesen und mir so meine Gedanken gemacht zu meiner eigenen Beziehung.
    Hab immer gedacht, ich hätte das mit der Co-Abhängigkeit im Griff - scheinbar doch nicht.
    Bin seit 4,5 Jahren mit meinem Lebensgefährten zusammen. Er hat seinen Alkoholkonsum anfangs gut versteckt, als ich dahinter kam und meinte, solange er es im Griff hat...dann hat er öffentlich weitergetrunken. Dann später wieder versteckt, weil ich natürlich gemeckert hab, weil dann klar war, wie viel es wirklich war.
    Seit einem Jahr ca. bekomme ich immer wieder unheimlich verletzende Dinge an den Kopf geknallt. Er unterstellt mir Sachen, die mir nicht mal im Traum einfallen würden, behauptet Dinge, die völlig aus der Luft gegriffen und von ihm selbst jederzeit nachprüfbar sind. Und er lügt -natürlich. Es heißt immer, warte doch erst mal, bis ich nach Hause komme - er ist auf Auslandsmontage. Behauptet, dass er dort nichts trinken würde, weil moslemischer Staat. Ich weiß, dass es auch dort was gibt. Ob er trinkt dort, kann ich nicht sagen. Sobald er jedoch auf Heimreise ist, geht es los, das merke ich schon, wenn er von unterwegs anruft. Er verspricht und verspricht und macht doch weiter.
    Manchmal ist er so überwältigend liebevoll, charmant und süß und wenn er seinen flüssigen Freund getroffen hat das genaue Gegenteil.
    Wir reden manchmal sogar ziemlich offen darüber und er meint ich hab Recht. Und dann wieder .... In ein SHG will er nicht, hatte er wohl früher schon mal, fand er abartig. Ich hab ihm Paartherapie angeboten - ich soll den Termin machen (will ich aber nicht, er soll ihn machen).
    Ich finde, er hat auch so viel von seiner Vergangenheit aufzuarbeiten, die immer wieder hochkommt, angefangen bei seiner Mutter. Er wollte schon selbst mal einen Termin machen beim Psychologen, hat nicht geklappt wegen Urlaubszeit und seiner Arbeit.
    Letzte Woche, nachdem ich abends aus meinem eigenen Haus geflüchtet bin, hab ich am nächsten Tag gesagt (wieder mal), dass er was dagegen machen oder gehen soll - ziemlich klar und deutlich. Er zum Arzt - Arzt selbst kürzlich Entziehung gemacht - meint, wenn er wochenlang dort ohne auskommt, wär er kein Alki. Toller Arzt - nächster Arzt. Nee, er ist nur dorthin gegangen, was genau besprochen wurde, weiß ich nicht. Hat zwei Tage nicht getrunken und dann wieder langsam angefangen. Meint, ich würde es nicht merken. Behauptet, er hätte nicht.. Gestern wieder so eine nette Unterstellung gegen mich, aber er hätte ja nicht. Meine Antwort drauf, dann ist es ja noch schlimmer, wenn das Deine wirkliche Meinung über mich ist.
    Ich weiß nicht, ob das seine Meinung ist, bisher hab ich es immer auf den Alk geschoben.
    Hab ihn gebeten sich ne Wohnung zu suchen - schnell.
    ICH BRAUCH EURE HILFE!!!
    Am liebsten würd ich jetzt schon wieder hinkriechen. Ich weiß, dass es auch anders geht und dieses Anders will ich haben. Kann ich es irgendwann haben oder ist das eine Illusion? Ich kann und will ihn nicht immerzu kontrollieren, eigentlich sollte er das selbst machen, schafft er aber nicht, oder will es noch nicht.
    Ich weiß, dass ich nicht nachgeben darf und ihn gehen lassen muss, sonst rafft er es nicht, wenn er es überhaupt irgendwann einsieht.
    Es könnte alles sooo schön sein...- andere habens doch auch geschafft.

    Ich hab jetzt schon so viel gelesen hier und irgendwie geht es so vielen hier so. Ich hatte vorher nie mit Alkoholproblemen zu tun, hatte vorher zwei "normale" Beziehungen - wie kann man da so reinrutschen?

  • Oh Mann ist das schwer - jetzt habe ich gesehen, dass er mein Hintergrundbild von seinem Laptop entfernt hat - es geht richtig los jetzt.
    Mein Magen dreht sich, mir kribbeln die Finger, ich möchte ihn berühren, ihn umarmen, ihm alles verzeihen, alles vergessen und ich weiß - es bringt uns beide nicht weiter - ich darf nicht!!!

  • Hallo Gina
    Es geht mir sehr nahe was Du schreibst. ich habe das schon hinter mir, aber an diese Gefühle kann ich mich noch zu gut erinnern.

    "ich möchte ihn berühren, ihn umarmen, ihm alles verzeihen" - das wollte ich, auch, es war unsagbar schwer es durchzuziehen.
    Ich musste aber Mut haben, die realität zu erkennen, erkennen das alles andere mein Wunschdenken ist. Es ist ok sich das zu wünschen, aber das Leben ist kein Wunschkonzert, es zu begreifen und loslassen ist schwer, aber nur so ist es möglich was neues anzufangen.
    Nachhinein bin ich unendlich dankbar, dass ich die Chance hatte mein Leben neu zu beginnen, anfangen neues Leben zu leben. Es ist nichz einfach wenn man über 40 ist, aber es lohnt sich , so glücklich wie jetzt war ich noch nie im meinem Leben.
    Ich möchte Dir viel Kraft wünschen auf Deinem Weg. Auch wenn es nicht einfach ist, denk daran, was Du Dir selbst wert bist, was Di vom Leben erwartest, von einer Beziehung, von einem Partner. Wie sieht jetzt in Deinem Leben? willst Du so leben, kannst Du so leben? ES LIEGT IN DEINER HAND.

    Ich wünsch Dir alles Liebe
    LG Grazia

    Da, wo du nur eine Spur im Sand siehst, da habe ich dich getragen...

  • Hallo Grazia,

    danke für Deine lieben Worte. Ich hatte auch in Deiner Geschichte schon gelesen und es scheint sich immer zu wiederholen.
    Man will glauben und sollte nicht, man will verzeihen und sollte nicht, man verdrängt, was war und macht doch wieder weiter und ich versteh mich selbst nicht wirklich. Das bin doch eigentlich gar nicht ich. Ich mache viel für mich. Ich sag oft auch nein. Was hält mich denn, nur die Hoffnung, dass es irgendwann nur noch diese eine Seite von ihm gibt, die so gut zu mir passt. Aber welche Seite von ihm ist eigentlich seine wahre Seite? Ich weiß es nicht mehr und die Hoffnung stirbt zuletzt, dass doch die Schöne die Richtige ist und die andere irgendwann verschwindet. Sag mal ehrlich, geht das wirklich nicht? Eine Krankheit ist doch heilbar. Aber in dem Fall ist er halt selbst der Arzt und nicht ich - ich versteh schon.

  • Hallo Gina

    Ob es geht? natürlich, alles ist möglich.
    Hacken dabei ist - wenn wir was ändern wollen, konnen wir nur uns selber ändern, den anderen nicht. So sehr wir uns das wünschen würden, wir haben keine Macht über andere.
    Auch mein Mann war liebevoll und süss, aber diese Zeiten wurden immer kürzer, zuletzt hatte ich den Eindruck, das er psychisch krank wurde durch seinen jahrelangen Alkkonsum. Ich war zwar mit ihm, aber doch immer alleine.
    Willst Du so leben wie jetzt? Wenn Deine Antwort NEIN heißt, muss DU was ändern. Ob ihr eine gemeinsame Zukunft habt, weiss ich nicht, auch das wäre möglich. Du musst den Anfang wagen, er will es nicht. Wenn Du nichts machst, ändert sich garnichts, es wird alles nur noch schlimmer.

    LG Grazia

    Da, wo du nur eine Spur im Sand siehst, da habe ich dich getragen...

  • Grazia,

    das mit dem psychisch krank hab ich auch schon vermutet. Soviel Mist kann sich einer allein gar nicht ausdenken, hab ich immer gedacht.
    Naja, da muss ich wohl durch, erst mal muss er raus hier, meinem Sohn bekommt dieses Hin und Her auch nicht wirklich. Mal sehen, entweder wird es irgendwann irgendwie oder es verläuft sich irgendwann írgendwie.
    Diesmal bleib ich hart. Ist ja nicht das erste Mal und was uns nicht umbringt macht uns halt härter. Also Augen auf und durch!

    Danke, es tut gut, sich mal mit jemand anderem darüber auszutauschen.

  • Liebe Gina,

    ja so läufts wohl in der co-Abhängigkeit, auch ich fühle mit dir, hab wohl das gleiche hinter mir. Beschimpfungen, Lügen, Streitsucht, Agressionen, Beschuldigungen usw.
    Bin zwar seit knapp 3 Monaten getrennt, jedoch noch immer nicht wirklich aus der Sache raus. Die ersten 2 Monate gab es keinen Kontakt und mir gings sehr mies dabei, obwohl ich seine Alk-Abhängigkeit und meine Co-Abhängigkeit bereits begriffen hatte.
    Jetzt bettelt er wiedermal um mich, auch schon zum 4 Mal, immer das gleiche Muster. Der Kontakt steht nun wieder und er ist fast davon besessen mich wieder zurück zu gewinnen. Es ist so schwer standhaft zu bleiben, weil ich ihn noch immer lieb hab.
    Weiters hab auch ich ein Kind, vor dem ich mich oft schäme was ich da eigentlich mache.
    Trotz Kontakt versuche ich mich jetzt eben abzugrenzen: ich plane die Tage nur mehr für mich und mein Kind, unternehme viel ohne auf ihn Rücksicht zu nehmen, geh nur ran wenn mir danach ist, oft erreicht er mich tagelang nicht...
    Es tut richtig gut, nicht mehr auf ihn Rücksicht nehmen zu müssen bzw. sich um ihn nicht mehr zu sorgen. (Versuch das mal) Es ist sein leben, solang er nett und in Ordnung ist kann er Kontakt haben, ansonsten will ich nichts mit ihm zu tun haben. Derzeit geht das ganz gut und er bemüht sich auch...
    Allerdings wozu soll das führen...nach loslassen klingt das nicht gerade.
    Es ist schrecklich schwer, wenn noch soviel Gefühl dahinter steckt.
    Darum schick ich dir viel Kraft um deinen Weg zu finden, schreib und lies weiter hier - hilft ungemein.
    LG

  • Liebe Sonne5,

    es ist verrückt, wie vielen Menschen es genauso geht. Ich hab keine Ahnung mehr, was das für ein Gefühl ist, das mich noch an ihn bindet. Ich hatte dieses Gefühl in vorherigen Beziehungen nicht, dieses gebraucht werden. Die Anderen haben eigentlich ihre Dinge selbst erledigt. Er kann es nicht, auch wegen seiner Arbeit und ständigen Abwesenheit. Und dann die Umstände, wie es bei uns losgegangen ist. Alle Frauen haben ihn betrogen und nicht geliebt und letztendlich wieder verlassen und ich weiß, dass das nicht stimmt. Es ist bei ihm immer dasselbe Schema - erst machen es die Frauen alles gern, dannkommt der Alk, dann die Beschimpfungen und Unterstellungen, dann zieht man sich zurück, weil er sich kontrolliert fühlt und jetzt steh ich genau so da, wie die Anderen. Ich hab alles gemacht für ihn und er fühlt sich angegriffen. Verstehen kann man es nicht. Naja, ein Mann sollte sich wohl auch nicht so viele Entscheidungen in seinem Leben abnehmen lassen. Wahrscheinlich muss es dann so kommen.
    Schämen tu ich mich auch, jedes Mal im letzten Jahr, wenn ich zu meiner Familie gesagt habe, dass es vorbei ist und ich doch wieder schwach wurde. Deshalb schreib ich jetzt lieber hier. Ihr versteht mich und Euch kann ich nicht so enttäuschen, wenn es dann doch wieder nicht klappt.
    Wohin dieses Freunde-bleiben führen soll, weiß ich auch noch nicht. Was ist das bloß für ein bescheidenes Gefühl? Man denkt, eigentlich ist er der Mann für mich und eigentlich doch so gar nicht.
    Ich sitze hier und höre Musik, das baut mich gut auf. Zwischendurch raffe ich mich immer mal auf und mache ein bisschen sauber.
    Mal sehen, wie es weitergeht oder nicht. Im Moment bin ich irgendwie gar nicht wirklich dabei. Es wär, als würd ich nur zuschauen.

    Komisch irgendwie.

  • Liebe Gina,
    mein XY hatte noch nicht viele Beziehungen, doch die 2 die er hatte gingen anscheinend auch aus diesem Grunde zu Bruch.
    Auch ich trau mich kaum mehr jemanden zu sagen, dass ich mit ihm Kontakt habe, weil ihn niemand mehr "riechen" kann und mich bald niemand mehr versteht. Wie denn auch - versteh mich ja selbst nicht bzw. was mich noch an ihn hält!
    Was ich bei dir noch nicht herausgelesen habe ist, bist du nun getrennt? Habt ihr Kontakt? Ist es auch sein Kind?
    Das schlimme ist, dass man sich irgendwie soooo machtlos fühlt und nicht reagieren kann. Dabei liegt unser Leben nur in unseren Händen und der Verstand weiss genau Bescheid. Trotzdem ist man wie von irgendeiner Hand geführt, die den Verstand verdrängen will. Echt irr!

    Freu mich von dir zu hören!
    LG

  • Hallo Sonne5,

    ich hab zwei Kinder. Meine Tochter ist ausgezogen wegen ihm, hatte schon immer ein Problem mit Sauferei auch bei den Gleichaltrigen und hat die erstbeste Gelegenheit genutzt, die sich ihr bot. Wir haben nach wie vor ganz normalen Kontakt, sie versucht es auch immer wieder mit ihm, klappt nur so recht und schlecht. Eigentlich hat sie nur Angst, dass ich mich fertig mache. Mein Junge wohnt noch bei mir, ist 10. Klasse. Er ist seit meiner Zeit mit IHM irgendwo zu kurz gekommen, wollte sich letztes Jahr das Leben nehmen. Wegen Mobbing in der Schule und von der Neuen seines Vaters, schlechten NOten usw. Nicht wegen hier zu Hause - sagt er - wahrscheinlich schon irgenwie auch und zu seinem leiblichen Vater hat er noch nie ein Verhältnis gehabt, mehr so auf Kumpel. Alles doof.
    Getrennt bin ich von meinem Lebensgefährten noch nicht. Habs ihm ja heut erst wieder gesagt, dass er gehen soll. Letzte Woche das Ultimatum - tu was oder geh. Er wieder getrunken und behauptet das Gegenteil, aber irgendwann merkt man es einfach daran, was er sagt, wie er es sagt, wirft mir Beleidigungen an den Kopf. Immer dasselbe. Jetzt hört er gerade irgendwelche Abschiedslieder. Hab ich schon hinter mir. Weißt Du, welches ich immer wieder am Besten finde? Laith Al-Deen - Geh. Einfach super das Ding.

  • Hallo Gina,

    herzlich Willkommen.

    Ich hab' auch erst vor ein paar Tagen Schluss mit meinem Freund gemacht, weil ich ein Problem mit seinem "Alkoholkonsum" habe.

    Meine erste Trennung als Co liegt schon Jahre zurück, aber ich bin froh, diesen Weg gegangen zu sein.

    Für mich war es damals unter anderem so schwierig, weil meine ganze "Lebensvorstellung" mit diesem Mann weg war.
    Auch kamen in der ersten Zeit der Trennung immer wieder Gedanken an die gute Zeit zurück - und das schmerzt.
    Obwohl sich die Trennung schon irgendwie angebahnt hatte - dass wirklich nichts mehr geht, konnte ich lange nicht akzeptieren.

    Nach und nach kam ich dann d'rauf, wo ich die Probleme mit mir selbst hatte/habe.
    Einiges konnte ich dann aufarbeiten und ich hab' mich dadurch auch verändert und ich denke, dass es genau daran liegt, dass ich mir "heute" doch leichter tue.
    Klar, alle Bereiche sind noch nicht aufgearbeitet; aber hier im Forum lerne ich viel dazu und fühle mich gut aufgehoben.

    Lieben Gruß,

    Sagara

  • Hallo Sagara,

    bei mir geht es ja auch schon über ein Jahr, dass ich mich innerlich immer wieder von ihm verabschiede, jedes Mal ein bisschen mehr. Im Moment hab ich begriffen, dass ich ihm nicht helfe, wenn ich wieder hinkrieche und mir auch nicht. Es ist nur so schwer, weil immer wieder dieser Gedanke da ist - es ging doch so oft auch anders. Die Abstände werden zwar immer kürzer, aber jedes mal wurde komischer Weise immer schöner dazwischen. Ich denke immernoch, dass er sich bemühen möchte, es aber allein nicht schafft und wirklich Hilfe holt er sich nicht. Ich hab aber verstanden, dass ich es ihm nicht abnehmen kann. Außerdem kommen halt auch immer zwischendurch die ganzen Sachen hoch, die man freundlicher Weise so um die Ohren bekommt - nur verbal. Was, wenn es wirklich seine Meinung über mich und mein gesamtes Umfeld ist? Was bin ich dann für ihn? Da bricht wirklich eine Welt zusammen, wenn man genau drüber nachdenkt und gemeint hat, dass es der Mann fürs Leben sein sollte.

    Vielen Dank für Deine Worte - liebe Grüße.

  • Hallo Gina!

    ich denke, du bist auf einem guten Weg!!

    Wenn ich an meinen Ex denke sag' ich mir immer wieder vor: "Nein, solange er nicht erkennt, dass er eine Alkoholkrankheit hat und zum Aufhören (falls er das überhaupt möchte) professionelle Hilfe benötigt, hat alles weitertun (auch intenisverer "Kontakt") keinen Sinn.

    Wir hatten ja schon einige Male eine "Alkoholpause" -
    eine wunderschöne, unvergessliche Zeit nur -es nutzt nichts. Die Alkoholkrankheit macht alles kaputt. (schleichend und auf - ab, auf - ab; wie Hochschaubahnfahren für mich)

    Also - schau' ma, dass es UNS besser geht. ;)

    Ablenkung ist auch gut für mich - ich geh' jetzt wieder laufen. Ist super! Wenn ich einen Gedanken (betreffend die Ex-Beziehung) habe, der negatives Empfinden bei mir auslöst, renn'' ich gleich viel schneller - das tut gut.

    Hast DU Zeit, etwas Gutes für Dich zu tun?

    Lieben Gruß,
    Sagara

  • Hallo Sagara,

    ich hab schon Zeit, etwas für mich zu machen, mache ich auch. Ich hatte immer Zeit dazu, weil er ja auf Montage ist. Da hat man wirklich genug Zeit.
    Und was soll ich sagen, ich war wieder nicht stark genug, bin heut früh wieder hingekrochen und er hat mir ziemlich deutlich gezeigt, wie co-abhängig ich bin. Er hat früher mal was verzapft, dafür kommt keine Entschuldigung. Bis dahin hab ich ihm 100% vertraut. Ich war nie einKonrollfreak. Aber was soll ich sagen, er hat es nicht nur dies eine Mal gemacht, sondern in abgeschwächter Form immer mal wieder. Und immer wenn ich es meist durch ZUfall herausfand, meinte er ich würde ihn kontrollieren. Er läßt mich gern alle die Dinge erledigen, die er selbst nicht erledigen mag, Ämter, und son Zeug, und weil ich das zwagsläufig von ihm ziemlich viel weiß, fühlt er sich kontrolliert. Sagt aber immer wieder mach doch und guck doch. Und gibt praktisch mir die Schuld, wenn mir wieder was in die Hände fällt. Zieh ich mich dann zurück und mach sein Zeug nicht mehr, weil ich eigentlich selber merke wie ich in diesen Kontrollmist rutsche, meint er ich hätte kein Interesse mehr an ihm. Wenn ich eine Frage stelle, warum er irgendwas so oder so macht, bevormunde ich ihn. Wenn ich meine Meinung sage, bin ich herrisch, wenn ich wirklich etwas von ihm erwarte, bin ich fordernd. Das alles hat er mir heut früh wieder bestätigt. Da hab ich nur gefragt, was er denn bitte für ein Selbstbewußtsein hat, keins!!! Und da kann ich wohl wirklich machen, was ich will. Selbst wenn ich ihn lobe denkt er, ich wäre zynisch und will ihn verarschen. Er vertraut mit absolut null. Hab ihn gefragt warum, meint er, weil ich ihn kontrolliere. Warum rechtfertige ich eigentlich alles? Alles was ich meine für uns und ihn zu tun? Stell mich immer wieder positiv dar - das kann seinem Ego ja nicht guttuin, wenn er eigentlich keins hat. Dann kommt der Satz - Du bist ja perfekt.
    Es ist nicht nur der Alkohol - es ist sein ganzes Selbstbild.
    Wenn ich ihn frage, warum ich nur mit ihm diese Schwierigkeiten habe, er dagegen mit so ziemlich sehr vielen Leuten (weil er ja immer meint, ich wär krank), weiß er keine Antwort oder meint, ich wär woanders wahrscheinlich anders.
    Ich hab wirklich keinen Bock mehr. Wozu tu ich mir denn diesen Scheiß überhaupt an? Wieso bin ich an allem Schuld und rechtfertige mich für Gutes, was ich meinem Partner tun wollte und er macht mich nur fertig dafür, wie furchtbar ich doch wär?! Na leck mich doch am A...!!!
    Da hilft nur noch ein Psychologe glaub ich - und nicht für mich. Soll er gehen und sein Leben so weiter versauen. Vielleicht liebt er es ja auch, sind ja immer die Andern schuld. Hat ja auch was für sich.
    Ich habs kapiert. Das muss ich mir nicht geben. Und wenn es droht, wieder aus meinem Kopf zu entschwinden, les ich mir das hier einfach wieder durch.
    Keine Ahnung, wie ich diesen Mist (wir hatten diese Gespräche schon mehrfach und sie haben mich jedes Mal verletzt) immer wieder verdrängen konnte.
    Ich bin sicher kein schlechter Mensch. Und soll ich Dir was sagen - ich hätte es trotzdem durchgezogen mit ihm bis zum Letzten. Soviel zur Co-Abhängigkeit! Wie sehr muss sich ein Mensch erniedrigen lassen, bevor er endlich aufwacht?

    Gruß Ina

  • Hier mal der Liedtext, für die die wissen wollen, was mich aufbaut. Der passt bei mir wie Faust aufs Auge. Bestimmt auch bei einigen Anderen hier. Meine Güte, wie weit bin ich eigentlich schon weg von dem, wie ich vorher dachte. Ich war zwei Jahre allein vorher, ruhte in mir selbst und war ausgeglichen ohne Ende - und jetzt??? Nein, ich will wieder genau da hin und wenn ich mir diesen Titel hundert mal anhöre. Ich lass mir doch nicht mein Leben kaputt machen!
    Kopf hoch an alle!!!
    Er sagt, ich hätte mich verändert? Warum wohl? Was mich nicht umbringt, macht mich hart. Ich werd nicht wieder weicher ihm gegenüber. Kann ich ja gar nicht. Es sei denn, er würde sich um 180 ° drehen. Sicher hab ich auch nicht alles richtig gemacht. Ich komm aber mit meinem sonstigen Umfeld gut bis sehr gut klar - er nicht? Warum wohl? Soll ich mich ändern um nur noch zu ihm zu passen? Und dann nicht mehr zu dem Rest von meinem Umfeld? Für die hab ich mich sicher schon viel zu sehr verändert.
    Wie gesagt, er hat auch eine unheimlich positive, liebevolle, motivierende und total süße Seite. Aber ich hab keine Lust mehr, immerzu danach suchen zu müssen. Ostern ist erst später. Und diese Beleidigungen und Unterstellungen. So ein Sch...!!! Manchmal hab ich selbst schon geglaubt, was er da über mich erzählt. Bin ich denn von allen guten Geistern verlassen???

    Hier also nun der Titel, den ich nun schon zum sechsten Mal hintereinander hör. Später noch ein bisschen Linkin Park aufs Ohr und dann sollte es schon gehen.


    - edit, bitte keine Texte hier einstellen, danke, Linde -

  • Guten Morgen, Ina!

    Ich denke, "was passiert ist o.k.", weil man ja daraus etwas erfahren und lernen kann.
    Du bist wieder zu ihm zurück.
    "Was für ein Gefühl war es, dass du verspürtest, und dich zu dem Schritt "zurückzugehen" bewogen hat?"


    // "ich hätte es trotzdem durchgezogen mit ihm bis zum Letzten."
    Warum?


    Lieben Gruß,
    Sagara

  • Hallo Sagara,

    ich bin nicht zurück, wir sind mitten in der Trennung, er sucht ne Wohnung. Dauert halt mal ein paar Tage. Aber dann...

    Ich hätte zu ihm gestanden, wenn er wirklich eingesehen hätte, dass er ein Problem hat. Ist wahrscheinlich auch schwer für jemanden, der dieses Problem hat. Verständnisvoll bin ich ja ohne Ende. Wir haben oft drüber geredet - ziemlich offen. Manchmal hat er es zugegeben, aber so den letzten Hebel hat er eben nicht umgelegt. Dass er was grundlegendes ändern muss, versteht er nicht, denn ich bin ja schuld.
    Soll er doch so denken, ist mir jetzt egal. Dann reih ich mich in die Linie seiner verständnislosen Frauen ein. Er rafft es nicht - ist aber nicht mehr mein Problem.
    Ich meine nur, wenn er jetzt oder in naher Zukunft kommen würde und sagen würde, lass es uns zusammen durchziehen, ich will aufhören zu trinken, wir machen eine Therapie, ich arbeite meine Vergangenheit auf - ich würds machen.
    Warum? Weil er derjenige war, bei dem ich weiche Knie bekommen hab, wenn er nach Hause kam aus Vorfreude, wenn er mich geküsst hat, wenn er mich gestreichelt hat und mir einfach nur tief in die Augen gesehen hat. Und weil das alles noch da ist. Weil ich weiß, das er auch anders kann. Weil ich weiß, daß es an seiner Vergangenheit liegt und er es verarbeiten kann, wenn er wöllte.
    Aber ich bin hier nicht mehr der Entscheidungsträger. ich lass ihn jetzt gehen, ohne Hass oder Groll - er kann ja nicht anders denken. Ich beziehe diese Sachen gar nicht mehr auf mich. Ich hab das im letzten Jahr schon so oft durchgedacht. Ich bin weder schuld an seinem Leben noch hab ich es verschlechtert. Wenn er das so sehen möchte, kann ich nichts dran ändern, wenn er seine Sichtweise ändern wollen würde mit allen Konsequenzen, wär ich da.
    So ist es. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

  • Guten Abend Gina,

    danke für die Richtigstellung!

    //"Ist wahrscheinlich auch schwer für jemanden, der dieses Problem hat."//
    -- denk' ich auch!

    Ich finde es furchtbar traurig zu sehen, wie zerstörerisch "Alkohol" sein kann. :cry:

    Ich hoffe sehr, dass bald die Zeit der "Ruhe" bei dir und deinen Kindern kommt!!!

    Seit ich ausgezogen bin, geht's mir "um Klassen besser".
    Ich kann mich besser auf mich und mein Leben konzentrieren und aufarbeiten, was da so alles passiert ist.

    Für heute "Schlaf gut",
    lieben Gruß,
    Sagara

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