• glück auf uwe

    Zitat von uwe.rothaemel

    die „Stigmatisierung“ psychischer Krankheitsbilder ist fest verankert.

    stimmt. und es stört mich, weil "anfänger" meist ungenügend auf die stigmatisierung und vor allem den umgang damit vorbereitet sind.
    es stört mich aber auch, weil die stigmatisierung von den meisten medien weiter gestärkt wird, die negativsten beispiele werden ausgeschlachtet bis zum gehtnichmehr (einschaltquoten / verkaufszahlen um jeden preis).

    schöne zeit

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • hallo matthias,

    Zitat

    es stört mich aber auch, weil die stigmatisierung von den meisten medien weiter gestärkt wird, die negativsten beispiele werden ausgeschlachtet bis zum gehtnichmehr (einschaltquoten / verkaufszahlen um jeden preis).

    nun eins sollte uns doch allen bewusst sein, wenn wir das nicht wollen haben wir auch die möglichkeit was zu tun. bedeutet nicht meckern über medien, sich informieren was dahintersteht und das ist nunmal die lobby der grossen konzerne, der wirtschaftsmacht der banken. solange die welt auf wirtschafswachstum und geld reduziert, kaufen und konsumieren gepredigt wird um diesen wahnsinn weiter betreiben zu können, solange hällt sich das alles so aufrecht.

    was ich als kleinen beitrag dazu leisten kann ist nunmal eins: nicht mitmachen und einfch diesen medien eben keine aufmerksamkeit geben: roter knopf drücken und AUSSCHALTEN. wo keine verbraucher da sind so auch kein umsatz, keine einschaltquote kein fensehprogramm. wer diese zusätzlichen medien kauft um sich noch mehr voll dröhnen zu lassen um ihnen noch mehr geld in den rachen zu schmeissen, der hats (meiner meinung nah) nich nicht kapiert wies funktioniert: wir haben es doch in der hand ABSCHALTEN wie peter lustig am ende seiner sendung uns kindern damals noch vermittelte als das ganze noch in den babyschuhen steckte.

    dann muss ich mich auch nicht mehr um dumme oberflächliche sendungen rumärgern, lass mir mein gehirn von diesen predigern nicht weiter zumüllen, und der drang danach kaufen ist damit auch schon weitgehend reduziert.

    mir können die eh nichts mehr nehmen, ich hab ja nichts, lang einen nackten mann (frau) mal in die tasche!

    gruß melanie

  • Hallo Matthias
    Waren wir auf den „Makel“ wirklich nicht vorbereitet, oder war unser Urbild des Alkoholikers nicht ebenso? Nur die eigene Betroffenheit hat mir die Augen geöffnet.
    Und bin ich als abstinent lebender Alkoholiker in der Anonymität nicht auch mitverantwortlich an diesem Bild. Wenn ich mich durch das Berufen auf die Krankheit selbst ausgrenze, um im gleichen Atemzug nach Integration zu rufen?
    Scham ist ein mächtiges Gefühl – meist einflussreicher als der Stolz.
    Es ist auch hier so einfach Schuldige zu finden, die wenig oder nichts mit meinem wirklichen Dasein zu tun haben. Auch in diesem Zusammenhang wünsche ich mir etwas mehr Eigenverantwortung, zumindest im persönlichen Umfeld (Arbeitsplatz, Familie, Freundeskreis).
    Nur so ein Gedanke – Gruß – Uwe.

  • glück auf uwe

    Zitat von uwe.rothaemel

    Waren wir auf den „Makel“ wirklich nicht vorbereitet, oder war unser Urbild des Alkoholikers nicht ebenso?

    das urbild vom "säufer" ja das war so: alkoholiker mit "A" wie abschaum, , aussätzig, arbeitsloß, a... ... und a..., das es sowas auch trocken gibt ??? weiß garnich mehr ob ich das wusste.
    was ich mit unvorbereitet meine ... z.b. der spiegeltrinker, der jahrelang mit 3,8 aufm kessel und 45 km/h durch die stadt gefahren is, kommt nach der entgiftung aus der klinik, is stolz wie n pfau weil er s endlich geschafft hat ... und gibt seinen führerschein ab [für wenigstens ein jahr - ohne verkehrsdelikt (wo is das smilie, das n daumen zeigt)] wenn er wieder kommt (von der fahrerlaubnisstelle) hört er sich von seinen nachbarn an: du säufst doch eh bald wieder".
    da frag ich mich immer, soll ich mich kapputlachen, oder heuln bis s blut kommt?

    schöne zeit

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Hallo Matthias
    Für mich waren diese Menschen immer ein Grund zum weitermachen. Ich habe ja schon woanders geschrieben, dass der Trotz zu Beginn ein vorzüglicher Motivator sein kann. Nicht auf Dauer (zu anstrengend), aber fürs erste „Ätsch-Gefühl“ sehr ermutigend.
    Heute habe ich andere Argumente.
    Gute Nacht Uwe

  • glück auf uwe

    ja, der trotz hat mich mal vor m rückfall gerettet. nach dem motto "nu erst recht nich".

    Zitat von uwe.rothaemel

    Heute habe ich andere Argumente.

    heute sind für mich argumente unnötig.

    schöne zeit

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Hallo Matthias,
    Manchmal machen die „anderen Argumente“ richtig Spaß.
    Auf die Frage: „Warum trinken sie nicht mehr?“ habe ich heute wieder mit einem Schmunzeln: „…hat viel mit meiner Zufriedenheit zu tun!“ geantwortet. So etwas verblüfft die meisten und das sehe ich ihnen auch an. Zu schön.
    Lächelnde Grüße – Uwe.

  • Hallo
    Eine Woche ohne besondere Höhepunkte, aber auch ohne gelegentliche Tiefschläge – fast langweilig, oder eben ganz normaler Alltag.
    Wenn ich zurückdenke, ist es diese „Monotonie“, die mir mal als erstrebenswert erschienen ist. Nicht weil mir Langweiligkeit als Ideal vorschwebt, sondern, weil ich es bin, der dem entgegenwirken kann. Ich brauche nicht auf „äußere“ Belange zu reagieren, sondern kann agieren, wenn es mir danach ist. Es ist Sonntag – ich habe meinen freien Tag – und ich muss nicht rekapitulieren, was ich ab Montag zu korrigieren habe. Selbst bestimmen, was ich tun will, statt „bestimmen“ zu lassen, was als nächstes geschieht, kann sehr entspannend wirken. Also für heute kein bestimmtes Ziel und trotzdem nicht orientierungslos – das gefällt mir.
    Schönen Sonntag noch – Uwe

  • glück auf uwe

    Zitat von uwe.rothaemel

    Also für heute kein bestimmtes Ziel und trotzdem nicht orientierungslos – das gefällt mir.

    ganz entspannt entspannen. schön.

    schöne zeit

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Hallo
    Ich sitz gerade bei einer Kanne ungesüßten Kakaos, und hänge meinen Gedanken nach. Mir geht einiges im Zusammenhang von Matthias` Thread (Stoffwechselendprodukt…) nicht aus dem Kopf.
    In wie weit haben Geschehnisse aus der Vergangenheit noch Auswirkungen auf meine Gegenwart? Was mache ich heute mit meiner damaligen Verantwortungslosigkeit?
    Darf ich vergessen um weniger zu leiden?
    Da mich in meiner nassen Vergangenheit niemand für meine „Vergehen“ zur Rechenschaft gezogen hat, straft mich auch heute noch ab und an das „schlechte Gewissen“. Meine eigenen Moralvorstellungen erzeugen ein Gefühl der Schuld.
    Die eigene Ethik ist aber ebenso der Auffordere dafür, dass ich so nicht gerecht mit mir umgehe.
    Richtig, dass ich nicht alles „Richtig“ gemacht habe;
    Ja ich bin gescheitert.
    Doch ich habe die mir gebotene Chance genutzt. Sicher bin ich gestrauchelt und auch gefallen – doch ich bin nicht liegen geblieben. Es war nicht einfach das Versagen zuzugeben. Es war aber besser als dem „sozialen Tod“ ausgeliefert zu sein und ihn zu leben. Es hat einige Höhen und speziell Tiefen gebraucht, um loslassen zu können – einzusehen, dass ich nichts mehr ändern kann. Ich habe auch gegenwärtig immer wieder mal Zweifel, bin verwirrt bei der Bewertung meines Tuns. Jeder Misserfolg erzeugt eine Verletzung der Eitelkeiten, stellt das Ego in Frage, beweist mir, nicht so gut zu sein, wie ich es gerne haben würde. Die Erfahrungen der letzten vier Jahre lassen mich aber besonnener damit umgehen. Gelernte Demut. Geübtes Scheitern.
    Die Last der Vergangenheit erdrückt mich nicht mehr. Ich habe meine „Trauerarbeit“ dahingehend geleistet. Bestimmt noch nicht vollständig (soweit das überhaupt möglich ist). Ohne das Vergessen bleibe ich in der Vergangenheit haften und nehme mir die Freiheit für Neues.
    Ja ich darf vergessen und noch wichtiger – ich habe mir verziehen.
    LG – Uwe … ich sollte morgen dringen etwas zum süßen fair gehandelten Kakaos kaufen.

  • lieber uwe,

    Zitat

    Ja ich darf vergessen und noch wichtiger – ich habe mir verziehen.

    ich würde es anderst beschreiben. ich habe mir verziehen. das ist wichtig. also schaue ich mir HEUTE meine vergangenheit in einem ganz anderen blickwinkel an. ich machte fehler, weil ich mensch bin. daraus lernte ich. ich verzieh mir meine felhler also kann ich sie mir heute mit gutem gewissen anschauen. ich vergesse nicht was ich tat. weil vergessen mich eventuell dahin bringt es wieder zu tun. nein, ich weiss wie sehr ich gelitten habe unter selbstzweifel und vorwürfen und dem schlechtem gewissen. das ist ALTES. die erinnerung daran bleibtbestehen. nochmal die gleichen fehler zu machen wie damals würde mich heute wieder in diese schuldgefühle bringen, denn heute weiss ich das ich falsch gehandelt habe. dahin will ich nie weider. also bleib ich achtsam JETZT, schau mir meine vergengenheit heute an, sie ist da, die erinnerung. ich kann sie mir anschauen, es tut nicht mehr weh.das ist wichtig. ich lebe JETZT damit und ich lebe gut damit.das kann ich, weil ich für mich und mein handeln die verantwortung übernommen habe und dazu stehen kann was ich tat.

    ich muss meine vergangenheit nicht vergessen um im heute und jetzt zu leben.sie hindert mich keinen moment daran neues zu erleben.denn ich weiss ja heute wohin ich gehen will und das ich dahin nur komme wenn ich neues ausprobiere.ich muss nur wissen wann altes hochkommt und mich daran hindert neues zu erleben.dann zu sagen, eh altes du darfst gehen, du hast berechtigung da zu sein, nur ich bin bereit neues auszuprobieren, also beeindruckst du altes mich nicht mehr und hinderst mich nicht am leben. :wink:

    gruß melanie

  • Hallo Melanie
    Im Bezug auf Schuld und Verantwortlichkeit, Bestrafung wegen dem Versagen ist das Vergessen können meiner Meinung nach keine Schande sondern Notwendigkeit. Ein Leben in selbstverachtenden Vorwürfen hilft mir nicht weiter. Es geht mir darum, dass ich, nachdem ich meine Vergangenheit soweit aufgearbeitet habe, wieder eine Möglichkeit habe, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren – die Gegenwart. Ich meinte nicht Verleugnung oder gar das Verdrängen des Geschehenen. Willentlich vergessen geht sowieso nicht.
    Gerade beim Gesichtspunkt des persönlichen Scheiterns, sofern ich einen positiven Aspekt daraus gewinnen will, brauche ich nach dem Erkennen und der erforderlichen Bewältigung des Erlebten, eine Strategie. Statt mehr vom Selben (Suchtmittel oder im Co-Verhalten – Fürsorge) eine neue Orientierung für die eigenen Ziele. Vergessen steht da im Sinne von „das alte“ loslassen können, statt in latente Depression zu verfallen.
    Das allerdings ist ein Prozess, der erst nach einem Innehalten, vollzogen werden kann. Ich denke, rational lässt sich schwer erklären. Ich habe die Abgründe erst durchleben besser durchleiden müssen, um jetzt mit Verlust, Misslingen und Schuld besser umgehen zu können. Nicht von der Last der Vergangenheit erdrückt zu werden, erfordert daher ein „vergessen“ können, denn zu viel Erinnerung bringt Schmerz. Ich ein- und verarbeite das Gewesene, um nicht zu Schaden zu kommen. Nicht zu sehr zu versuchen aus dem Vergangenen etwas „besseres“ zu machen, und wieder zu scheitern oder von meiner Geschichte bestimmt zu werden, sondern sie zu nutzen - für mein Leben.
    Wie meist hast du in einfacheren Worten, dasselbe Ergebnis.
    Schönes Wochenende – Uwe.

  • lieber uwe,

    deine antwort berührt mich und ich möcht noch etwas dazu schreiben:

    ja die erinnereungen bringen schmerz altes loslassen und sich verzeihen.nein nicht in depressionen fallen, das wär nicht der weg, das was daraus an erfahrungsschatz rauskommt und gelernt werden kann muss nicht depressiv machen. zum schmerz zu stehen der da hochkommt, laufen lassen annehmen und akzeptieren das es so ist.

    ja es tut weh, ja ich habe angst, umgehen lernen mit dieser gefühlswelt, sie anzunehmen. das wars doch warum ich als co handelte mich selbst zu vergessen, weil ich mich nicht annehmen konnte so wie ich bin. lieber ausschalten, nichts fühlen, nichts ranlassen blos nichts eigenes haben vergessen mich eimauern isolieren und was gewesen ist bedeutet für mich ausschalten und verdrängen. das was du beschreibst interpretiere ich mal in diese richtung eine strategie des verdrängens und nicht zulassen. lieber vergessen um die last nicht zu spüren. könnt ja wieder was auslösen an alten mustern, angst spielt da ne rolle mit.

    strategien die eben zum selbstschutz dienen. nun ich bin inzwischen soweit gekommen mich dem ganzen gefühlspacket der verdrängten und schmerzvollen erfahrungen genau diesen raum zu lassen die er einnimmt in meinem leben. er hat berechtigung da zu sein, weil das was ich erlebte schmerzhaft war, es ist realistisch gesehen etwas schmerzhaftes was ich durchgemacht hatte.

    auch durch die erfahrung meiner panikattaken und angszustände die ich hatte lernte ich gefühle anzunehmen und ihnen den raum zu lassen den sie haben.

    kein mensch ist gesund wenn er gefühle auszuschalten versucht und die nicht wahrnehmen kann und auch nicht laufen lassen kann.

    bei der angst die ich hatte war ich dann irgendwann in der lage diese als gegeben anzunehmen und siehe da, als ich aufhörte dagegen an zu kämpfen um sie nicht wahrnehmen zu müssen passierte es, das ich sagte gut nun hab ich angst. wird wohl mein leben lang so bleiben. da war die angst nicht mehr so überdimmensonal da wie dafor und diese panikattaken kommen nur noch dann, wenn ich wieder mal unterwegs bin das ich gefühle nicht zulasse.

    dann weiss ich bescheid, kann was daran ändern und laufen lassen was so in mir ist.ich habe gelertn das ich gefühle niemals kontrollieren muss um zu leben.das paradoxum ist ja das erst als ich mir zugestanden habe das ich mit dieser heftigen angst zu leben diese angst in der heftigkeit nicht mehr vorhanden war.

    möglich war mir das alles erst im rahmen einer therapie ich erzähle hier von dem wie ich es erlebte, doch allein hätt ich das so nicht geschafft. ich bin sehr froh und dankbar meiner therapeutin, die mir das möglich machte und wo ich das gefühl hatte ihr dahingehend auch vertrauen zu können, das eben NICHTS schlimes passiert wenn ich es tue!!!es sind "nur" gefühle, dieser satz prägt sich bis heute in meinem gedächtnis ein.und doch ist es mehr als nur die bedeutung wird mir immer klarer, ein gefühl hat im grunde nicht so viel macht über mein handeln, als das ich mich nicht dementsprechend um mich kümmern kann das sich was ändert.

    es wird mich nie in meine corolle zurrückbringen eher raus, weg dafon weil ich mich spüren kann , das was ich eben spüren muss, das was ich will was mich beweg durchzusetzen mit nem angenehmen gefühl. denn gefühle sind wichtig die zu spüren und zu erleben um zu leben.um handlungsfähig zu sein, für mich, mich frei zu machen und unabhängig von anderen.da wo ich spüre das tut weh schau ich hin da liegt was im argen das nehm ich an und verändere mein handeln so, das der schmerz der da war zwar die berechtigung hat zu sein, doch dieser ersetzt wird durch ein eher angenehmes gefühl. da kann ich was tun neues erleben bringt neues gefühltes mit und da ersetz ich altes mit neuem.das mir das inzwischen so oft und so gut gelingt verdanke ich eben auch dieser bereitschaft was ändern zu wollen und den mut zu haben mich meiner ganzen angst zu stellen. ich erlebe weitaus mehr positives als das alte schmerzhafte und das baut mich auf.

    so genug jetzt dafon, ein schönes WE dir lieber uwe.

    gruß melanie

  • Hallo Melanie
    Keine Sorge ich verleugne nichts und vom verdrängen bin ich relativ weit weg (bis auf jenes was ich noch nicht angeschaut habe, doch hierbei keine Rolle spielt. Stichwort: Inneres Kind).
    Wenn ich die eigene Gefühlswelt ganz grob einteilen will, gehört die Angst für zukünftiges; Ärger und Wut ist gegenwärtig und für die Vergangenheit steht Trauer (nur die Freude ist Zeitlos). Heute bin ich dabei, mir in verschiedenen Situationen dies immer wieder mal vor Augen zu führen. Wenn ich mich zum Beispiel über Geschichten ärgere, die noch gar nicht passiert sind (ich bin ein Meister der Spekulation aus alten Verhaltensmustern), ist das nicht „zeitgemäß“.
    Vergangenes betrauert, verarbeitet zu haben (egal ob Personen oder Erlebtes), vergessen zu können, bedeutet ja nicht frei von Erinnerung. Wenn ich mich heute auf mich selbst konzentriere und kennenlerne, erfordert es auch die Fähigkeit vergessen/ vergeben/ verzeihen zu können – und nur wenn ich mich auf mich selbst konzentriere und kennenlerne, kann ich mich überwinden, für das Neue, das Gegenwärtige und das Zukünftigen offen zu sein. Das ist jetzt auch mehr ein philosophisches Ideal, als dass ich es eins zu eins umsetzen kann. Die Geschichte verstehen ohne in ihr gefangen zu sein. Die Gefühle dazu kommen und gehen - und ich lass die auch (langsam) zu.
    Herzlichste und nichtnostalgische Grüße – Uwe.

  • guten abend uwe,

    ich weiss ich bin mit dem was ich mitgenommen hatte damals aus der therapie eben eher mit diesem philosophischen hintergrund das leben im jetzt und heute zu leben. das war bei mir das was mir geholfen hatte mich selbst zu verstehen.

    keine verhaltenstherapie hätte mich soweit gebrach mir selbst gedanken zu meinem handeln zu machen oder verantwortung zu übernehmen. ich gebe zu das überstulpen einer neuen persönlichkeit durch verhaltenstherapie habe ich verweigert gehabt.

    gut ich bin kritisch dieser therapieform gegenüber, überstülpen wie ich das empfand hatte ich ja vorher im leben genug gehabt. das überstülpen von verhalten das mir auferlegt wurde so sein zu müssen wie der andere von mir verlangt das es gut sei.

    das innere kind das da weinte und meine liebe braucht das habe ich verstanden.

    grundliegend bin ich ja eher ein mensch der verstehen will warum ich etwas tue oder was mich bewegt es zu tun obwohl ich spüre das es irgendwie nicht stimmig ist und sich in mir komisch anfühlt.inzwischen kann ich das leben.

    ein idelalistisches bild das für sich selbt im reinen sein und im jetzt zu leben das weiss ich auch, schaffen nur die wenigsten wiklich. es kommt hin und wieder vor das von aussen was einen bewegt, so leben mönche in buddhistischen klöstern in tibet die ihre gesammte lebenszeit damit verbringen sich selbst zu suchen. die vollbringen unglaubliches mit ihrer energie, ich denke da an gewisse kampfszenen die ich aus dem fernsehen her kenne wow wiviel energie da in einem menschen steckt, kraft und wilenstärke bewundernswert.

    das kann ich nicht, ich lebe in einer gesellschaft in der ich auch irgendwie zu funktionieren habe, sei es nur beruflich oder auch als mutter.also verteile ich die kraft und energie so, das sie dort ankommt wo sie hingehört. einmal auf die arbeit, wenn ich arbeite, aber eben nur dann. einmal auf die kinder, wenn die kinder um mich rum sind und mich brauchen, aber nur dann. eimal für mich um für mich da zu sein aber auch nur dann.

    energieverschwendung sind eben diese gedanken die du ansprichst, mich auf irgendwelche ereignisse vorzubereiten und mir irgendwas vorstelle oder interpretiere. das gelingt mir inzwischen immer beser es sein zu lassen indem ich mich ins jezt zurückhole und mir "verbiete" es zu tun und mich auf das was JETZT gerade ist konzentriere.das ist bewusst inzwischen in mir und ich kann es steuern.es bringt nämlich nichts weil wie oft erlebe ich das es erstens anderst läuft zweitens wie man denkt.

    wie gesagt ich lebe heute, jetzt und zum glück tu ich das, hätte anderst sein können. seit ich weiss wie schnell es enden könnte das leben weiss ich auch wie wertvoll dieses leben ist und wie wertvoll lebenszeit ist. keine minute zu viel will ich verschwenden damit etwas zu tun was ich innerlich spüre das es nicht stimmig ist für mich.da trage ich liebend kerne auch die konsequenzen.

    es gibt wenige menschen die das wirklich verstehen und umsetzen können. doch mir ist das jetzt einfach inzwischen so lebbar geworden und auch positiv das ich dadurch auch wesendlich stabiler geworden bin. ich wünsch dir das du dein langsames zulassen deiner gefühle weiterhin beibehällst es ist ein richtiger schatz den du da in dir trägst drum achte da auf ihn.

    gruß melanie

  • Hallo Uwe,

    Zitat

    Die Gefühle dazu kommen und gehen


    das ist eine ganz wichtige Erkenntnis für mich und ich freu mich sehr, genau den Satz hier zu lesen, denn er wurde vor einiger Zeit die Grundlage für das, was mich heute wohl gelassener werden lässt.
    Als ich begann, genau das an mir auch wahrzunehmen, begann ich, die Gefühle zu lassen, wie sie waren und gab den Versuch auf, sie verändern zu wollen.
    Gehört habe ich diesen Satz schon vor langer Zeit. Verstanden hab ich ihn wohl erst irgendwann in den letzten Monaten.
    Er macht mir Mut und Freude und manchmal auch Trauer zugleich. Sind Gefühle nicht alle zeitlos? :?

    Gruß und Dank dir, Penta

  • Guten Morgen Penta
    Sind Gefühle nicht alle zeitlos? Naja, wie ich es betrachte. Ich habe in der Vergangenheit Angst oder Ärger gehabt, aber die Geschichte kann/soll mir keine Furcht mehr einflößen oder Verdruss bereiten – sie ist vorbei und nicht mehr zu ändern. Genauso ist es „unzeitgemäß“ schon über einen Verlust zu trauern, der erst noch kommt, da ich zukünftiges nur bedingt vorhersagen kann.
    Die „Zeiteinteilung“ für die Emotionen ist für mich eine „Gegenprobe“ ob ich angemessen reagiere oder mich gerade wieder in Paradoxien verheddere. Das mache ich natürlich nicht ständig. Ich bin zwar ein sehr „kopfgesteuerter“ Mensch, aber nicht pausenlos mit Selbstreflexion beschäftigt. Es ist genaugenommen der Versuch für eine bessere Einordnung der Gefühlswelt, da ich sie erst kennenlerne.
    Erfreulichen Sonntag – Uwe.

  • hallo penta, hallo uwe,

    mich interessiert diese frage sehr. sind gefühle zeitlos?

    auf der einen seite ist ein gefühl ein gefühl. allerdings werde ich in ganz bestimmten situationen in welchen ich mich immer wieder befinde emmozional betroffen.

    ich verändere mich, meine einstellung. ich erlebe mich heute anderst wie früher. das was ich an gefühlen in mir habe kann ich eindeutig erkennen welches früher war in bestimmten situationen und welches heute ist nach dieser veränderung. also habe ich ein gefühl "altes" in mir und ein "neues" und kann es in mir so sortieren in altem und neuem und daduch meine veränderung wahrnehmen. also ist ein zeitloses gefühl dann nicht mehr zeitlos.

    beispiel:
    wenn ich meine mutter angeschaut hatte früher, so sah wie sie dalag hatte ich das gefühl hilflos (altes) zu sein, das gefühl schmerz in mir und traurigkeit. das liess mich dann in aktionismuss verfallen ihr helfen zu wollen um den schmerz zu beteuben und mich besser zu fühlen weil ich was getan habe und war dadurch erstmal nicht mehr traurig.

    heute seh ich die mutter daliegen und ich fühl keine hilflosigkeit mehr in mir, weil ich weiss ich kann nicht helfen. es tut noch weh sie so zu sehen doch das nehm ich an als gegeben, doch der schmerz ist nicht mehr so stark ich lass ihn sein wie er ist er ist neues wie auch altes in einem. traurig werd ich nicht mehr ich kann bei mir bleiben und das was ich in diesem moment an gefühl mitbringe (freude im jetzt) auch beibehalten, das mich das nicht mehr beeindruckt. auch ohne schlechtem gewissen (altes) kann ich gehen weil ich heute (neues) ein gutes gefühl habe sie sein zu lassen wie sie ist.


    so erlebe ich heute situationen anderst wie früher kann unterscheiden was ist vom alten noch da und was habe ich mir neues angeeignet und wie reagier ich heute in so einer situation das es MIR gut geht.

    gruß melanie

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