• Hallo zusammen,

    heute hatte ich wieder Therapie, nachdem die letzte Stunde wegen Krankheit ausgefallen ist. Ich hatte für heute keinen rechten Plan, was konkret für mich ansteht- zur Zeit sind es ganz viele Dinge die mich beschäftigen, und ich habe ihr einiges erzählt und auch, das mir mein Vater ein 3. Mal über den Weg gelaufen ist. Ich habe ihr auch gesagt, das ich mir bewerbungstechnisch eine Auszeit genommen habe....ich schaff es gerade nicht und fange wieder an, es von mir weg zu schieben....

    Wir haben dann über beides gesprochen und schlussendlich haben wir viel über meinen Vater gesprochen und das wird jetzt konkret Thema sein. Im Groben wird es da für mich um Klärung gehen, am Anfang steht jetzt erstmal an, zu schauen, was da eigentlich alles drin ist, in dieser "Schublade". Ich weiß nur, das es sehr viel ist- jedoch habe ich mir das noch nie wirklich angeguckt- vor allem nicht nüchtern- ich war dazu nicht in der Lage. Das war einer von vielen Gründen, warum ich getrunken habe.

    Meine Therapeutin hat mir nochmal sehr eindringlich nahe gelegt, dieses Thema nicht zu sehr nach aussen zu tragen, sondern zu versuchen, es in der Therapie zu lassen. Also ich sollte nicht viel mit anderen darüber sprechen und mich auch nicht zu sehr selbst damit beschäftigen ausserhalb der Therapie. Es ist wichtig dafür den Rahmen und den Raum der Therapie zu nutzen. Ich könnte mich schnell überfordern bzw. die Dinge können mich auf einmal überrollen. Ich habe durch meinen Vater viele traumatische Erfahrungen gemacht....und ich finde es sehr gut, wie sie mit dem Thema und mit mir umgeht. Das gibt mir Schutz, es hilft mir und ich fühle mich wirklich von ihr gesehen- ich habe großes Vertrauen zu ihr. Ich denke, das ist eine wichtige Basis um mich vorsichtig diesem Thema zu nähern....

    Ich werde also hier auch keine Einzelheiten und Details darüber schreiben....doch so wisst ihr zumindest was bei mir in der nächsten Zeit ansteht.

    Jetzt kommt ein nicht ganz leichtes Stück auf meinem Weg zu mir auf mich zu. Fühlt sich unsicher, neblig und verletzlich an. Aber ich möchte nicht stehen bleiben....

    Grüße von Lena

  • Liebe Lena,

    ich finde es gut, dass Du Dich auf ein angstbehaftetes und so schwieriges Thema vertrauensvoll mit Deiner Therapeutin einlassen kannst.

    Es ist gar nicht wichtig, ob Du Einzelheiten zu diesem Komplex veröffentlichst -aber wichtig für mich zu wissen, dass Du dort eine gute therapeutische Begleitung hast, die Dich stützt und ermutigt.

    Viel Kraft und Mut für alles, was Dir wichtig ist.
    Samsara

    Das Beste geschieht JETZT!

  • Liebe Samsara, liebes Forum,

    danke für deine lieben Worte und Wünsche- darüber freue ich mich sehr und Kraft und Mut kann ich gerade wirklich gut gebrauchen. Ich bin dankbar dafür, das ich eine so gute und verantwortungsvolle Therapeutin an meiner Seite habe- das ist nicht selbstverständlich für mich.

    Wir gehen das Thema "mein Vater" sehr behutsam und vorsichtig an, es bedarf einfach viel Umsicht, Achtsamkeit und vor allem auch die nötige Zeit...bisher bin ich da verhalten zuversichtlich und ich gehe weiter auf meinem Weg.

    Ich bin heute seit 2,5 Jahren trocken unterwegs und mittlerweile fühle ich mich was Alkohol betrifft, sehr stabil und ich habe einen großen und gesunden Abstand zum Alkohol für mich gewonnen. Ich habe konsequent an mir gearbeitet, es gab Höhen und Tiefen und manchmal war und ist es nicht leicht- doch es hat sich gelohnt, es gibt für mich nichts schöneres und wertvolleres, als nüchtern und klar durch die Welt zu gehen, mich und meine Gefühle wieder zu spüren, mir selbst wieder zu vertrauen und vor allem mich wieder wert zu schätzen und mich annehmen zu können mit meinen Stärken und gerade auch mit meinen Schwächen, eben mit allem was mich ausmacht. Ich lerne, zu akzeptieren, was ist- und ich kann es gar nicht richtig in Worte fassen- doch das ist für mich ein ganz neues Lebensgefühl :D!!

    Dieses Gefühl möchte ich mir bewahren und ich werde alles dafür tun, das es mir nicht mehr abhanden kommt und ich gehe meinen Weg weiter, Schritt für Schritt....

    Ganz, ganz lieben Dank an dieser Stelle an Karsten, das Forum und die vielen lieben Weggefährten hier....ihr habt einen großen Anteil daran, das ich mir eingestehen konnte, das ich alkoholkrank bin und das ich mich auf den Weg gemacht habe....

    Bis bald, wünsche euch noch einen schönen Pfingstmontag,

    Grüße, Lena :wink:

  • Hallo liebe Lena,

    Zitat

    Ich bin heute seit 2,5 Jahren trocken unterwegs

    Ganz herzlichen Glückwunsch!

    Ich lese ganz viel von Deinem neuen Lebensgefühl aus Deinem letzten Beitrag - einfach super! Es lohnt sich, auf dem Weg zu bleiben.

    Alles Gute Dir,

    Samsara

    Das Beste geschieht JETZT!

  • Liebe Samsara, liebes Forum,

    danke für deine Glückwünsche! Manch einer/m ist es nicht so wichtig, wie lange sie/er trocken ist....doch mir ist das noch sehr wichtig, für mich ist dieses Datum nicht nur ein Neubeginn, sondern wie mein 2. Geburtstag. Und manchmal kann ich es immer noch nicht glauben, das ich einen Weg heraus gefunden habe, das ich erkannt habe, das ich alkoholkrank bin und das ich vor dem Alkohol kapitulieren konnte.

    Doch das ist kein Selbstläufer, dahinter steckt viel Auseinandersetzung mit der Krankheit und vor allem mit mir selbst. Dazu gehören die Bereitschaft und auch der Mut, sich mit den Ursachen (nicht nur mit den Symptomen), welche in die Krankheit geführt haben, auseinanderzusetzen. Ganz wichtig waren für mich die Grundbausteine des Forums, sie dienten und halfen mir gerade im 1. Jahr als Orientierung und gaben mir einen großen Halt- ich habe mich und mein neues Leben danach ausgerichtet. Und ich hatte nie irgendwelche Zweifel, sondern ich habe einfach darauf vertraut, das die Erfahrung der länger Trockenen mir nur helfen kann.

    Ich habe nach meiner LZT eine 1-jährige Nachsorge gemacht und danach habe ich eine Gesprächstherapie angefangen, welche ich jetzt seit 1,5 Jahren mache. Gleichzeitig ist mir das Forum sehr wichtig und ich besuche auch eine reale SHG. Dort fühle ich mich sehr wohl und für mich ist sie ein Bestandteil meines Lebens geworden, und das soll auch so bleiben. Es hilft mir am Thema dran zu bleiben und nicht nachlässig oder leichtsinnig zu werden.

    Es gibt noch einige wenige "Baustellen" in meinem Leben (meine Traumata, meine berufliche Situation), doch daran arbeite ich kontinuierlich und ich denke, da geht es in kleinen Schritten vorwärts. Es gibt natürlich auch Tage, wo es mir schlecht geht und ich große Zukunftsängste habe, aber dann kommen irgendwann wieder gute Tage....und die schlechten Tage sind immer noch kein Vergleich zu den Zeiten, wo ich noch getrunken habe, das waren ganz extrem schlechte und vor allem andauernde extrem schlechte Zeiten....

    Meine Nüchternheit und meine Klarheit machen mich wieder handlungsfähig- und das ist einfach unbezahlbar!

    Bis bald, viel Spaß beim Fussball, lg von Lena :wink:

  • Hallo Ihr Lieben,

    ich befinde mich zur Zeit in einem Wechselbad meiner Gefühle, ich habe große Stimmungsschwankungen und es ist nicht ganz einfach damit umzugehen.

    Manchmal zweifel ich alles und vor allem mich selbst an. Ich weiß zB. das es mir sehr gut tun würde, endlich wieder zu arbeiten- und trotzdem finde ich einfach den "Dreh" nicht. Ich komme da nicht von der Stelle und schiebe es vor mir her....

    Ich merke, das ich für viele Dinge mehr Zeit brauche, als andere. Ich fühle mich schnell überfordert oder auch von den ganzen Reizen im Alltag, im Aussen und des Lebens regelrecht überflutet. Mir ist alles zu hektisch, zu schnell, zu oberflächlich und zu pauschal. Da bleibt so wenig Raum für Menschen, die ein bißchen aus dem Raster fallen.

    In meiner Therapie setze ich mich mit meinem Vater auseinander und ich fange langsam an, die ganze Tragik meiner/unserer Geschichte zu sehen und zu begreifen. Ich habe in der letzten Zeit öfter Kopfschmerzen, bin sehr müde und träume viel- kann mich aber selten an meine Träume erinnern. Irgendwie ist es echt anstrengend und auch wenn ich es noch nicht oft zulassen kann, macht es mich sehr traurig. Ich fühle mich manchmal total alleine, allerdings ziehe ich mich auch bisweilen in mich selbst zurück, es gelingt mir selten, mich selbst guten Freundinnen gegenüber zu öffnen (was das Thema mein Vater angeht). Da sind viele Gefühle, auch neue Gefühle durch die erstmals nüchterne Auseinandersetzung damit, für die ich noch gar keine Worte finde. Es ist irgendwie ein unbeschreiblicher Zustand, in dem ich mich gerade befinde.
    Besser kann ich es nicht beschreiben...

    Das wollte ich gerne mal los werden bzw. hier lassen.

    Allen ein schönes WE, liebe Grüße, Lena :wink:

  • Liebe Lena,

    ich finde es gut und vielleicht ist es für die Auseinandersetzung mit Deinen aktuellen Themen auch hilfreich, dass Du hier so klar über Deine aktuelle Gefühlslage schreibst.

    Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass so eine Therapie sehr viel Kraft kostet, weil sie vieles aufwühlt und ans Tageslicht bringt, das wir mit viel Aufwand oft tief in unser Inneres verbannt und verdrängt haben.

    Das kommt nun hoch und konfrontiert Dich mit Dir selbst.. Ich habe die Stille und den temporären Rückzug von allem gebraucht, um mir diese Dinge ohne Ablenkung ansehen zu können. Das war verbunden mit einem Wechselbad der Gefühle, weil ich diese ja früher immer verdrängen wollte.

    Nimm Dir die Zeit, die Du für diese wichtige Verarbeitung brauchst - wenn die Zeit gekommen ist, wirst Du sicher auch die Kraft haben, wieder eine Arbeit zu finden, die Deinen Fähigkeiten entspricht.

    Liebe Grüße und in Bündel an Energie,
    Samsara

    Das Beste geschieht JETZT!

  • Hallo Lena,

    schade daß es dir grad gar nicht gut geht, das tut mir sehr leid. Aber auf deinem Weg bist du trotzdem oder grad deswegen, jedenfalls nach wir vor nicht? Das finde ich großartig.

    Zwei große Probleme sprichst du an. Die Aufarbeitung deiner Vergangenheit was deinen Vater angeht. Und da war vieles traumatisch (klingt so, jedenfalls),und deswegen ist das eine ungeheure Aufgabe. Dazu die Arbeitslosigkeit und der Versuch, nicht nur irgendetwas zu machen sondern etwas Befriedigendes und Erfüllendes zu finden - mitsamt dem gesellschaftlichen Druck der dahinter steht. Und der ist ja übel, viel zu schnell macht man sich den irgendwann selbst und denkt man muß ja, ob man kann oder nicht...da auf sich aufzupassen, den richtigen Zeitpunkt finden, bei sich selbst bleiben: Auch eine Riesenaufgabe...

    Laß dich nicht zerreissen, mach eine Reihenfolge: was steht JETZT GRAD wirklich an? Und was braucht das Fundament des Anderen? Beides gleichzeitig geht nicht.

    Du hast ja jetzt die Stunden mit deiner Therapeutin. All die Themen um deinen Vater abzuschliessen ist sicher schwer. Klingt vielleicht undenkbar. Aber es gäbe dir Raum für eine Gegenwart die du dann unbelasteter angehen könntst.

    Ich hab dich hier immer als eine Expertin für eine gründliche Ich-Mach-Immer-Das- Was-Grad-Anliegt-Praxis kennengelernt... und viel von dir gelernt dabei. Greif jetzt darauf zurück! All die Dinge um deinen Vater und alles das da dranhängt --- darüber mußt du doch gar nicht unbedingt mit Freundinnen reden können. Es gibt ja den Rahmen in dem du das be- und irgendwann verarbeiten kannst. Deine Therapie.

    Trauer und Verlust und diese Dinge gehen nach innen, ins Fundament. Das muß seine Zeit haben, nicht ewig aber jetzt ist sie eben da... Wenn das besser geht (tuts irgendwann!) geh nach draußen und gestalte deine Welt. Dann ist's soweit. Du wirst das hinkriegen, nach all dem was ich von dir zu wissen meine...

    Ich wünsch dir ganz viel Kraft dabei. Und vor allem bessere Zeiten, davon zu lesen freut mich ja immer so :) aber du legst ja grad die Fundamente ;) das ist so!

    Lieben Gruß Frank

  • Guten Morgen Lena :)

    Mir ging´s vor einigen Jahren nicht anders als Dir, als wäre ich in Treibsand geraten.
    Jede Bemühung, jede Anstrengung schien beim Abstrampeln nur noch tiefere und weitere Löcher entstehen zu lassen, in denen ich gefühlt immer weiter nach unten absackte.

    Mir war grad der zweite Lebensgefährte in Folge verstorben, ich hatte nach meinem Entzug keinen Job mehr und traute mir auch nichts mehr zu. Trotzdem war da aber der Druck, baldmöglichst eine Arbeit zu finden, etwas leisten zu müssen (nützliches Mitglied der Gesellschaft), die kleine Familie selbst zu ernähren. Schuldgefühle meinen Kindern gegenüber, ein bevorstehender Umzug, da ich das Haus allein nicht halten konnte, Angst vor Menschen in der realen Welt und die Überzeugung, dass ich erst meine ganze Vergangenheit aufdröseln müsste, um überhaupt verstehen zu können und wieder auf die Beine zu kommen, hielten mich am Boden. [„Bodenhaftung“ war das aber wohl kaum]
    Es war ein ständiges Wechselbad zwischen Hoffnung und dem damit verbundenen Energieaufwand und der Niedergeschlagenheit, wenn ich zurückgeworfen wurde.

    Wat mut dat mut, dachte ich mir wie immer und schwächeln gilt nicht. Ich kämpfte also wie gewohnt an allen Fronten gleichzeitig und schleppte mich mit diesem riesigen Trauergefühl und den Bildern vom Tod meines Lebensgefährten auf der Netzhaut durch den Tag.
    Es kam wie es kommen musste und ich wurde rückfällig, weil ich hoffnungslos überfordert war. Gleichzeitig sah ich nun aber auch einen Weg.
    Ich dachte mir: „Wenn Du Dir einen Fulltime-Job noch nicht zutraust, dann nimm´ doch erstmal ein Stück davon, um wieder in den Fluss zu kommen und einen geregelten Ablauf zu schaffen, und wenn Du schon umziehen musst, dann renoviere die neue Wohnung Stück für Stück nach Prioritäten. Dann wird genügend Energie übrigbleiben, um andere wichtige Dinge erledigen zu können“.
    Der erste Job war super gewählt ;-): Den ganzen Tag in einem Labor eingeschweißte Lebensmittel fotokopieren wegen der Etikettierung. Hast Du schon mal ein Schnitzel in einen Kopierer geschmissen? :D Seltsame Angelegenheit! Die Firma war so weit entfernt, dass das verdiente Geld für Fahrtkosten draufging.
    Das war schon mal nix, also ein zweiter Versuch.
    Ab in die Anzeigenabteilung eines kleinen Verlags, ein Aushilfsjob. Ich fühlte mich dort wohl, die Kollegen waren mir bald vertraut und durch das gute Gefühl traute ich mir auch immer mehr zu, die Arbeit machte einfach Spaß. Ich bekam mehr Verantwortung, die aber meinem Tempo angemessen war und ich fühlte mich deshalb auch nicht überfordert. Nach sechs Wochen wurde ich zur Leiterin des Innendienstes befördert, aber geplant hatte ich das sicher nicht. Man wächst tatsächlich (wieder) mit den Aufgaben und erhält dadurch auch mehr Selbstvertrauen. Trotz allem war ich ja noch etwas verwaggelt, stapelte wie üblich tief, wenn es um meine beruflichen Fähigkeiten ging, war deshalb in dem neuen Job hoffnungslos unterbezahlt und arbeitete zum Schluss bis zu 90 Stunden die Woche :-).
    Wieder was gelernt, Notbremse gezogen und ab zum nächsten Job.

    Für den Umzug boten sich die Freunde meiner Kinder gern an und ich war total gerührt. Gut, ich war die einzig Erwachsene mit einem Führerschein und es hätte vermutlich einige Wochen gedauert, aber was soll´s :-). Da rief mein Bruder aus heiterem Himmel an, als hätte er meine Schwierigkeiten gerochen, setzte mich kurz auf den Pott, weil ich nicht um Hilfe gebeten hatte und organisierte den kompletten Umzug. In der neuen Wohnung renovierte ich erst die Zimmer der Kinder und saß Wochenlang in meinem Zimmer hinter einer riesigen Wand von Kartons. Es hat mich überhaupt nicht mehr gestört: Wir bastelten uns ein neues Zuhause und ich war abstinent. Wir waren zusammen und mehr war nicht nötig. Plötzlich hatte ich auch wieder diese Ruhe im Bauch. Als mein Sohn nach mir fragte, weil er mich hinter dem Kartonstapel nicht sehen konnte, grinste meine Tochter nur und meinte: „Mum sitzt hinter den Kartöngs und tuned eine Kommode“. In meiner nassen Zeit hätte ich mir diese Freude zwischendurch nicht gönnen können, ich hätte aus Pflichtgefühl geackert wie bekloppt, um alles fertig zu bekommen und mich zum Schluss wieder gefragt, ob das Leben eigentlich nur noch aus Arbeit besteht.
    Die Aufarbeitung meiner Vergangenheit habe ich damals nach hinten gestellt, weil es bei uns zunächst erst einmal um die Schaffung einer Basis ging. Für mich persönlich war es eine gute Entscheidung, Andere müssen sich sofort an die Arbeit machen, weil Ihnen dieses Grundgewicht sonst die Sicht verstellt auf das Leben.

    Ich hab´s nicht so mit „Du musst, du solltest, kümmere Dich um Deine Baustellen, etc..“. Ich erzähle lieber von mir und überlasse dem Anderen, ob etwas dabei ist, was er für sich gebrauchen kann. Dadurch wird’s auch schon mal langatmiger ;-). Mein Weg ist ja nur eine der vielen Möglichkeiten.

    Vielleicht findest Du ja eine Gelegenheit, in einem Minijob oder ähnlichem für eine Einzelperson zu arbeiten oder in einem ganz kleinen Kreis, so dass Du Dich langsam wieder an diese geregelten Abläufe und auch an fremde Menschen gewöhnen kannst, ohne Dich zu überfordern. Dann wird auch noch genügend Zeit sein, die Erkenntnisse aus Deiner Therapie zu verarbeiten, was Schwerstarbeit bedeutet.

    Du bist kein Einzelfall und auch keine Ausnahme, nicht „ungenügend“ als Rädchen im Gefüge. Die Welt IST hektisch, oberflächlich, pauschal und schnell. Sie dreht sich oft so schnell, dass sie ihre eigene Hohlköpfigkeit nicht bemerkt ;-).
    Du allein entscheidest, was Du Dir von ihr nehmen willst. Natürlich gibt es Dinge, die wir tun müssen, doch bei mir nehmen sie immer weniger Raum ein.

    Wie Frank denke auch ich, Du musst gar nicht versuchen, Dich Deinen Freundinnen zu erklären. Sie sind vermutlich auch überlastet mit dem Thema, wie die meisten Menschen.
    Ich habe Menschen, mit denen ich über die Arbeit spreche, andere Menschen, mit denen ich über zwischenmenschliche Beziehungen reden kann und philosophieren, wieder andere sind für Themen wie Fußball und Glühwürmchen ;) geeignet oder ein Gespräch über Ängste und Sorgen, etc.. Ich teile meinen Gesprächsbedarf mittlerweile tatsächlich zwischen den Menschen auf und allen geht es besser damit.

    Ganz liebe Grüße und dass Du ein Zipfelchen von dem erwischen kannst, was Dir weiterhelfen wird
    Katha

  • ....bin ganz gerührt gerade über eure Antworten... :oops:

    Liebe Samsara,

    danke für deine Worte- ich möchte hier einfach ganz ehrlich sein und gerade auch dann schreiben, wenn es mir nicht so gut geht oder wenn ich eigentlich gar keine Worte finde. Ich bin jetzt an einer ganz arg wichtigen Stelle in meiner Therapie bzw. in meinem Leben angekommen und das ich überhaupt den Mut und das Vertrauen habe, mich diesem Thema zu stellen bedeutet sehr viel für mich. Ich hoffe sehr, das es mich weiter bringt, das ich da für Klarheit sorgen kann um somit evtl. halbwegs gesund mit ihm abschliessen zu können. Ich wünsche mir am meisten, das ich ihn endlich loslassen kann und doch scheint es das schwerste für mich zu sein. Auch wenn ich vor ca. 20 Jahren aus Gründen des Selbstschutzes den Kontakt zu ihm abgebrochen habe, innerlich habe ich ihn nie losgelassen, da war immer so ein Gefühl der Hoffnung, bis heute....ich habe nur einen Vater....den Kontakt abbrechen ist eine Sache (äußerlich), ihn loszulassen ist eine ganz andere (innerlich). Und ich glaube, das hat auch etwas mit Traurigkeit, Trauer und Abschied zu tun. Da bin ich jetzt angekommen....

    Lieber Frank,

    deine Worte haben mir einfach nur gut getan, danke dafür!....du kannst dich unheimlich gut in andere hineinversetzen, auch in mich und das hilft mir gerade sehr. Ich habe das Gefühl, was echt angenehm ist, bei dir brauche ich mich nicht zu rechtfertigen oder stundenlang zu erklären. Du siehst mich so wie ich bin und du hast für vieles Verständnis. Das bedeutet mir sehr viel und ist etwas ganz besonderes... :D

    Liebe Katha,

    wie schaffst du das nur, mal eben soviel zu schreiben?? Ich bin ganz platt... :o ....habe mich super drüber gefreut, möchte noch n bissel drüber nachdenken und schreibe dir dann noch etwas dazu....

    bis später, lg Lena

  • Hallo Katha,

    ich kann mit dem, was du mir geschrieben hast, eine Menge anfangen und ich habe einen großen Respekt davor, wie du trotz der ganzen Widrigkeiten und vor allem so schrecklicher Schicksalsschläge deinen Weg gehst. Ich habe in deinem Thread gelesen, das du dich gerade mit dem Thema "um Hilfe bitten- Hilfe annehmen" auseinandersetzt, das finde ich gut, da ich dich hier als "Macherin- ich schaff das schon" wahr nehme. Das ist ja durchaus erstmal positiv, aber ich denke, das kommt ja auch irgendwo her und kann auf Dauer halt auch zu Überforderung führen und sehr anstrengend werden....und trotzdem kann es auch ziemlich lange dauern, das einem das überhaupt bewusst wird. Doch um Hilfe zu bitten hat meiner Meinung nach nichts mit Schwäche zu tun- im Gegenteil und es kann einen wirklich entlasten und man hat wieder Energien frei- für sich, für Andere, für was auch immer....

    Du schreibst:


    Zitat

    Die Aufarbeitung meiner Vergangenheit habe ich damals nach hinten gestellt, weil es bei uns zunächst erst einmal um die Schaffung einer Basis ging. Für mich persönlich war es eine gute Entscheidung, Andere müssen sich sofort an die Arbeit machen, weil Ihnen dieses Grundgewicht sonst die Sicht verstellt auf das Leben.

    Bei mir war es alles irgendwie gemischt....ich bin nach 10 Jahren Partnerschaft zu meinem Partner auf Abstand gegangen- getrennt hatte ich mich unzählige Male, bin aber letztendlich immer wieder zurück gegangen- diesmal war es anders, auch wenn ich es noch nicht klar aussprechen konnte. Darauf folgten 2 Monate des extremen Trinkens, in der Zeit hatte ich zwei heftige und gefährliche Filmrisse, hatte ich vorher zwar auch, aber die Qualität war extremer und ich bekam regelrecht Angst vor mir selbst....mein Ex war (damals) meine große Liebe und mich nach 10 Jahren von ihm zu trennen hat mich erstmal noch heftiger trinken lassen. Doch eines Tages kam der Zeit- und Tiefpunkt, an dem ich beschlossen habe, nicht mehr zu trinken. Einen großen Anteil daran hatte meine beste Freundin, meine Therapeutin (damals hatte ich bei ihr meine ersten Vorgespräche) und dieses Forum.

    Seitdem habe ich nicht wieder getrunken und bin relativ zielstrebig und konsequent meinen Weg gegangen. LZT, reale SHG, Nachsorge, Gesprächstherapie. Da war ich noch am arbeiten und habe mich erstmal um eine stabiler werdende Trockenheit gekümmert, habe meine Wohnung komplett renoviert (so nach und nach) und mich noch eher mit aktuellen Sachen in meinem Leben beschäftigt. ZB. das Abschlussgespräch mit meinem Ex und schliesslich die Kündigung meiner Arbeit.

    Erst danach habe ich angefangen mich vorsichtig mit meinem beruflichen Thema zu beschäftigen und war auch eine Zeitlang guter Dinge. Dann kam der Tod von meinem Opa (der mir mehr Vater/ Freund war, als mein richtiger Vater) und kurz darauf der Tod seiner Lebensgefährtin. Ja und irgendwann ist mir dann mein Vater auf einmal öfter begegnet, er wohnt in derselben Stadt. Jedoch grüßt er mich nicht und ich sage dann auch nichts- ist halt ziemlich schräg. Und so kam es, das ich ihn in der Therapie thematisiert habe.

    Und ich denke, das ist jetzt halt dran. Und es braucht ein bißchen Zeit. Trotzdem versuche ich auch die Arbeitssuche nicht gänzlich aus den Augen zu verlieren. Doch das geht grad nur mit halber Kraft sozusagen.

    Hab mich sehr über deine Zeilen gefreut, und da sind einige Zipfel dabei, die mir weiter helfen :D

    Schönen (Fussball) Abend und lg Lena

  • Hallo Lena,

    so, fertig mit Denken :)
    Weil´s wieder mal soviel geworden ist und auch ziemlich persönlich, packe ich meine Antwort für Dich einfach in meinen eigenen Thread. Es ist auch besser, wenn ich zukünftig wieder bei mir nachdenke.

    Ganz liebe Grüße
    Katha

  • Hallo zusammen,

    ich hatte gestern nochmal Therapie und die nächste Stunde habe ich erst wieder in 4 Wochen, also sozusagen Ferien....wir haben das letzte halbe Jahr rückblickend noch einmal betrachtet und erst da ist mir bewusst geworden, mit wievielen Themen, vorwiegend aus der Vergangenheit, ich mich intensiv auseinandergesetzt habe. Meine Therapeutin hat mich sogar gelobt und gesagt, das ich wirklich konzentriert und gut gearbeitet habe. Das hat gut getan!

    Zuletzt haben wir ja das Thema mit meinem Vater gehabt und ich habe vieles einmal aus einem anderem Blickwinkel betrachten können und ich habe mir einiges -im Rahmen meiner Möglichkeiten- ihn betreffend angeguckt. Das Thema ist noch lange nicht abgeschlossen, aber meine Therapeutin meinte, das die ganz schweren Traumata jetzt noch nicht dran sind und wir hier jetzt erstmal einen Punkt setzen. Sie ist der Ansicht, dafür bedarf es einer noch größeren Stabilität meiner Trockenheit und das wäre vielleicht in 5-6 Jahren nochmal ein Thema für mich. Sie sagte, das sie ja auch eine Verantwortung für mich als Therapeutin hat und das sie mich nicht gefährden möchte.

    Ich habe darüber nachgedacht und es fühlt sich richtig für mich an. Sie wollte mir damit auch nicht sagen, das sie mich nicht für stabil hält....im Gegenteil, sie hat schon öfter gesagt, das sie eine Hochachtung davor hat, wie ich mich mit meiner Geschichte und schwierigen Themen auseinandersetze und das vor allem nüchtern....doch für die ganz schweren Dinge bedarf es halt noch mehr an Stabilität. Dies nimmt mir -komischerweise?- eine Menge Druck raus, weiß nicht, wie ich das beschreiben kann....also, das ich nicht alles auf einmal schaffen muss, sondern das es für alles die jeweilige Zeit gibt.

    Da wir uns im letzten halben Jahr sehr viel mit meiner Vergangenheit beschäftigt haben, werden wir nach den Ferien mit dem Jetzt und vor allem mit meiner Zukunft weiter machen. Ich möchte in der Pause versuchen, die Dinge sacken zu lassen und nicht mehr viel darüber nachzudenken....sondern im Hier und Heute ankommen und nach vorne zu schauen. Jetzt bin ich dran und ich habe auch schon ein paar kleine Pläne und Ideen, womit ich mich intensiver befassen möchte. Ich hoffe, das mir das gelingen wird, mal sehen....

    Schönen Abend und herzliche Grüße von Lena :wink:

  • Hallo Frank und guten Abend an alle,

    lieben Dank, das du nachfragst :D ....mir geht es soweit ganz gut, habe aber gerade seit einer Woche eine sehr nachdenkliche Phase.

    Ich habe mich in dieser Woche von allem zurück gezogen und einfach mal versucht in mich hinein zu spüren, mich zu spüren, mir selbst noch etwas näher zu kommen. Vorhin habe ich dann mit meiner liebsten und besten Freundin telefoniert, das erste Mal seit 1 Woche, sie hatte sich schon ein bißchen Sorgen gemacht, auch wenn sie mich und damit auch meine zeitweiligen Rückzugstendenzen sehr gut kennt. Es war ein gutes Gespräch und mir ist dabei einiges klarer geworden.

    Ich möchte darüber hier nur soviel sagen: ich habe eine Hauterkrankung, mit der ich schon seit 30 Jahren kämpfe. Ich kann mich deswegen nicht wirklich ganz annehmen und es gibt Tage, an denen es mir deshalb sehr schlecht geht und ich am liebsten gar nicht aus dem Haus gehen würde. Hinzu kommt, das dieses Thema mir schlicht peinlich und auch schambesetzt ist....doch mit einigen wenigen wirklich guten Freunden kann ich schon manchmal darüber sprechen. Vom Kopf her weiß ich, das mich viel mehr ausmacht, als meine Haut, doch tief in meinem Inneren lehne ich mich deswegen ab. Und ich denke das ist das Thema dahinter: Ablehnung bzw. Angst vor Ablehnung.

    Dies hat auch viel mit meiner beruflichen Baustelle zu tun und da das jetzt ja Thema in meiner Therapie wird (nächste Woche gehts nach 4 Wochen Pause wieder weiter) wird auf einmal auch dieses Thema ganz leise sichtbar....und das habe ich zwar unterbewusst immer mit mir, doch jetzt sucht es sich einen Weg nach draussen, es kommt an die Oberfläche. Ein hoch sensibles Thema und Problem für mich, wovor ich Angst habe. Naja, aber ich werde versuchen, da hin zu schauen....weil ich glaube, das könnte ein wichtiger Schlüssel sein....

    Doch leicht wird das nicht werden.

    Lieber Frank, ich hoffe das es dir gut geht und ich würde mich seeehr freuen, auch von dir etwas mehr zu hören- bin doch einfach so neugierig, was du so machst oder auch nicht machst, gerade in den einfachen (unspektakulären) Dingen steckt doch manchmal ganz viel drin.... :wink:

    Wünsch euch ein schönes WE, alles liebe von Lena

  • Liebe Lena,

    was ich von dir hab erfahren dürfen in den letzten zweieinhalb Jahren oder so betraf deine Seele, dein Innerstes.

    Und das hat mich immer sehr berührt und angesprochen.

    Deine Haut ist "nur" (die Anführungszeichen sind ganz fett gemeint) etwas Äußeres. Ich kann mir vorstellen daß das nicht besonders tröstet und ich kann mir auch vorstellen daß das etwas ist was du schon oft gehört hast.

    Wenn ich deinen Weg so überlege, und was du für dich getan hast, erreicht hast, wessen Du dich gestellt hast, da kann ich nur sagen --- welche Bedeutung hat das mit der Haut? Im Kern? Wenig.

    Vielleicht ist das eine allzu oft gehörte Antwort. Vielleicht zu oberflächlich. Ich hab auch nicht solang drüber nachgedacht weil ich sofort antworten wollte. Ich hoff du empfindestvdies nicht als eine Standardtrostsabbelei sondern nimmst mir ab, daß ich mir ziemlich sicher bin:

    Du bist ganz genau so wie du bist genau richtig wie du bist. Mit Haut und Haaren, sozusagen. Und Leib und Seele :)

    Habs gut und schreib mehr darüber, Das kann nur guttun.

    Gut Nacht und LG, Frank

  • Guten Morgen Lena,

    ich kann dich gut verstehen!

    Das Innere beeinflusst das Äußere und anders herum.

    So ist das halt mal und die wenigsten von uns haben von Kindheit her ein so großes Selbstvertrauen, dass sie unabhängig von Äußerlichkeiten sind.

    Ich weiß jedoch von mir nahe stehenden Menschen, dass Hautveränderungen zum Beispiel dazu dienen können, andere Menschen auf Abstand zu halten.

    Verändert sich dann innen etwas, kann das auch im Außen sichtbar werden.

    Liebe Grüße und eine gute Zeit !

    Slowly

  • Lieber Frank, hallo Forum,

    ....mir gehts stimmungsmäßig mal wieder Achterbahn, ständig rauf und runter, halte mich grad selbst kaum aus....und als ich deine Worte las, tat mein Herz direkt einen Hüpfer, einen Freudenhüpfer....und da bin ich nun :D

    Ich hatte jetzt 2x wieder Therapie und einmal war meine Hauterkrankung Thema und das andere Mal meine Mutter. Das Thema Haut ist nicht einfach für mich, doch ich bin froh es überhaupt angesprochen zu haben. Möchte da jetzt gar nicht soviel drüber erzählen- auch wenn es sehr komplex ist-, doch meine Therapeutin hat mir geraten, mich da selbst an die Hand zu nehmen, gerade weil das früher leider nicht passiert ist und ich damit alleine stand. Ich habe da schon sehr resigniert, kaum Hoffnung, das mir irgendwas oder irgendwer wirklich helfen kann, und ich merke selber, das sich das über viele Jahre total verfestigt hat und das ist einfach nicht gut. Und ich möchte mich so gerne selbst an die Hand nehmen und doch nochmal Ärzte, evtl. Homöopathen und andere Dinge ausprobieren....doch irgendwie krieg ich das (noch) nicht hin. Da ist ist dann auf einmal soviel Schmerz darüber, das ich damit einfach alleine gelassen worden bin, das ich es nicht wert war, das ich nicht gesehen wurde. Vielleicht dauert das einfach eine (meine) Zeit, zumindest meldet sich da eine tiefe Traurigkeit.

    Gestern war meine Mutter Thema, sie hat mich letzte Woche angerufen und sie war betrunken....das hat mich voll geschockt und vor allem extrem getriggert, ich habe sie seit Jahren nicht alkoholisiert erlebt. Ich war sofort in dem alten Film drin und alles in mir stand auf Alarm. Ich habe sie direkt darauf angesprochen, sie hat es geleugnet, ich habe ihr noch kurz zugehört und ihr dann gesagt, das ich so nicht mit ihr reden kann und dann das Gespräch beendet. Innerlich war ich völlig konfus, aufgeregt und wütend- sie rief dann kurz danach nochmal an, das sie verletzt wäre und wir so nicht auseinander gehen sollten, da bin ich dann ziemlich emotional geworden und habe zb. gesagt, das sie mich grad gefährdet und das ich alkoholkrank bin und ob ihr überhaupt klar ist, das ich eine tödliche Krankheit habe.....das war bestimmt auch nicht richtig, aber ich war echt in nem Ausnahmezustand. Jedenfalls habe ich ihr dann gesagt, das wir gerne ein andern Mal telefonieren können und das Gespräch ein 2. Mal beendet. Danach habe ich gleich meine Freundin angerufen, lange mit ihr gesprochen und dann noch jemanden aus meiner SHG....das hat mir geholfen, wieder runter zu kommen und so konnte ich später halbwegs gut schlafen. Darüber haben wir gestern in der Therapie gesprochen und es ist ganz wichtig, das ich meiner Mutter meine Grenzen aufzeige und das ich nocheinmal grundlegend mit ihr über meine Alkoholkrankheit spreche. Ich habe sie heute angerufen und wir treffen uns Ende der Woche, vor allem geht es darum, das sie mir zuhört.

    Heute habe ich zumindest mal wieder eine Bewerbung abgeschickt und vorgestern war ich auf einer Infoveranstaltung über ein Zentrum für Rehabilitation von psychisch/seelisch Kranken/Behinderten. Es ist also nicht so, das ich gar nichts mache, doch mir fehlt da nach wie vor die volle Power.

    Also es bleibt anstrengend, ein bissel trete ich auf der Stelle, doch in guten Momenten glaube ich weiter an mich und daran, das meine Zeit dann kommen wird, wenn sie dran ist.

    Schönen Abend und herzliche Grüße, Lena :wink:

  • Hallo Slowly,

    ich möchte mich bei dir für deine Gedanken bedanken. Ich habe viel darüber nachgedacht, und da steckt ganz viel für mich drin.

    Ich weiß vom Kopf her, das es "nur" Äußerlichkeiten" sind und ich bin soviel mehr als das....doch gerade bei zB. Vorstellungsgesprächen sieht mein Gegenüber zuerstmal mein Äußeres und das was mich ausmacht ist nicht so schnell sichtbar. Eine gewisse Anspannung oder Unsicherheit vor einem Vorstellungsgespräch ist meiner Meinung nach relativ normal, doch bei mir kommen dann noch meine großen Hemmungen wegen meinem "Makel" hinzu und das macht das ganze nochmal um einiges schwieriger.

    Doch ich weiß auch, das das Problem in mir selbst, ganz ganz tief in mir selbst liegt. Und ich glaube, wenn es nicht die Hauterkrankung wäre, dann wäre es irgendetwas anderes. Ich mache es an der Haut fest, doch das eigentliche ist etwas anderes, welches mir bis jetzt nicht klar ist. Im Groben spielt da sicher auch mein Selbstwertgefühl eine Rolle, aber das ist nicht alles.

    Zitat


    Verändert sich dann innen etwas, kann das auch im Außen sichtbar werden.


    Dem versuche ich auf die Spur zu kommen- dem innen....danke....

    Hab einen schönen Abend,

    lg Lena

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