Mrs T beschließt zu leben

  • Hallo TT

    Einst beschlossen drei Mönche sich eine Höhle im
    Himalaya zu teilen um gemeinsam zu meditieren.
    Sie legten ein Schweigegelübde ab.
    Nach etwa einem Jahr ritt ein Mann auf seinem
    Pferd auf dem Pfad vor der Höhle vorbei.
    Die Mönche schwiegen.
    Ein Jahr später sagte der erste Mönch:
    Das war aber ein schöner Rappe.
    Ein weiteres Jahr verging da sagte der Zweite:
    Das war kein Rappe sondern ein Schimmel.
    Und wieder sollte erst ein Jahr
    vergehen da sagte der Dritte:
    Wenn ihr beiden jetzt zum Streiten
    anfangt dann geh ich aber.

    Verschwiegener verschmitzter Gruss

    OF

  • Hallo TT, das klingt so als hättest du eine ganze Menge zu geben: Ruhe, Sensibilität, die Fähigkeit kein Öl ins Feuer zu gießen, die Fähigkeit sich nicht zum Nabel der Welt zu machen und Andre sie selbst sein zu lassen. Ich find das verdammt viel. Wozu da "Unterhaltungswert"?! LG Frank

  • Der Punkt ist, dass irgendwann da meine Trinkerei angefangen hat.
    Zum Beispiel gehe ich gern ins Kino. Also bin ich mit 5 netten Menschen ins Kino gegangen. Danach waren wir in einem Lokal. Um über den Film zu reden. Und da habe ich gemerkt, dass ich anders bin. Ich habe nichts mehr zu einem guten oder schlechten Film zu sagen, als "War schön" oder "hat mir nichts gegeben. Die anderen wollten mehr hören. Über Schaupielleistung, Kameraführung usw. Mir war das alles zuviel. Ich wollte mich von innen bewegen lassen und dann kam der Alk ins Spiel. Als Spannungslöser. So konnte ich wenigstens bleiben. Ich habe gedacht, dass ich den Unterschied zwischen mir und den anderen nicht ertrage. Damals war ich viel jünger, ich dachte ich bin falsch. Ich konnte weder etwas zum Gespräch beitragen, noch mich von innen wegtragen lassen. Dafür waren zuviel Worte, Wünsche im Raum.

    Geendet ist die Sache so, dass ich jetzt fast nur noch allein ins Kino gehe.

    Und dafür gibts ganz viele Beispiele: Gemeinsames essen, Teamsitzungen usw. Ich weiß, dass ich für arrogant und verschlossen gehalten werde, aber ich kann nicht aus meiner Haut. Will ich auch gar nicht. Ich will aber auch nicht total vereinsamen. Ist ja schon fast so. Es müsste noch so 4 Menschen geben, in meinem Leben, die mit mir am Leben teilhaben und mit mir schweigend genießen. Zumindest das die Freizeit schön ist.

    So jetzt bin ich aber weg.....bin schon wieder ganz durcheinander :). Danke fürs zuhören.
    Lg

  • Hallo TT,

    hast du schon einmal etwas gelesen über Hochsensibilität ?

    Es gibt ein sehr gutes Buch .....meiner Meinung.... ( und auch der von vielen anderen ) darüber.

    Ich habe es mir bei Ama... bestellt, es trägt das Wort " Zart......" im Titel ;) .

    Nachdem ich das gelesen hatte war mir so vieles klar, z.B. was mich von anderen unterscheidet, warum mir so oft vieles schneller zu viel wird als anderen, und es fiel eine Last von mir, dass ich einen Namen hatte für das Kind ;) .

    Und es gibt auch Menschen/Gruppen im real life, die dieses Thema für sich als wichtig empfunden haben und sich treffen um Zeit miteinander zu verbringen.

    Oder ich habe auch schon von Leuten gehört die Kontakanzeigen aufgeben innerhalb dieser Thematik.

    Das fand ich sehr schön. :)

    Das was ich hier schreibe ist nur ein kleiner "Hinweis", ich hoffe ich bin dir nicht zu Nahe getreten und wenn es dich nicht anspricht, dann lass es einfach so stehen. :)

    LG

    Marion

  • Hallo Marion,

    ich schau mir das mal an. Neulich hatte ich ein Buch gelesen, das handelte von Introvertiertheit.
    Darin habe ich mich wieder gefunden. Es gab auch einen Test und ich hatte mehr Punkte als es mir lieb war und musste auch ganz viel weinen. Es gab' einen Abschnitt zum Umgang mit anderen Menschen, Umgang mit Teambesprechungen (ein Alptraum für mich) und zu diesem Energieverlust zu dem es leider kommt, wenn man mit anderen zusammen ist, auch wenn man den anderen Menschen mag und schätzt.

    Das ist ein Arbeitsbuch, dass einem helfen soll, besser zurecht zu kommen. Bei mir ist es nun so, dass ich gern mit anderen zusammen sein will. Also da habe ich mich dann nicht wieder gefunden. Es liest sich so, als wären Introvertierte sich selbst genug. Das geht mir anders.

    OF' s Geschichte war da irgendwie treffend. Ich musste lachen und habe mich gefragt, ob Mönche auch Frauen neben sich schweigen lassen :wink:

    Eine Gruppe hier in der Nähe wäre perfekt.
    Danke dir für den Tipp!!
    Lg

  • Hi TT.
    Bei dieser Herangehensweise, wie Du sie gerade für Dich beschrieben hast, konnte ich schmunzeln.
    Nachgewiesen ist nämlich tatsächlich, das die Verfasser und Herausgeber von Ratgeber-Büchern und Persönlichkeitstests sowie Aussteller von Glücks- wie Zufriedenheitsgarantieleistungen, durchweg einen Anstieg ihrer persönlichen Selbstwahrnehmung verzeichnen konnten. Die Belege, für eine Auswirkung auf andere, sind vergleichsweise dürftig.
    Dass eine Portion Humor und Selbstironie eine gesundheitlich förderliche Nach- wie Nebenwirkung haben kann, versichert hingegen jeder Arzt und Apotheker.
    Unbeschwerte Zeit – Uwe.

  • Hallo Uwe,

    ja, ich denke, ich weiß was du meinst. Und das stimmt für mich auch. Tränen sind aber auch schön. Ich weine gern.

    Nach Garantien suche nicht, nach Heilung auch nicht...aber nach Tipps, Ideen, Anregungen..und die Bücher sind voll davon. Manche mehr, manche weniger. Ich mag es praxisnah, leicht umsetzbar und für sich selbst nachprüfbar.

    Und...ich habe einen Jobwechsel eingeleitet. Und ich habe ein "Ja". Ich freue mich.

    Lg TT

  • Hallo TT, Jobwechsel klingt klasse. Etwas was mir verhandlungsmäßig ja auch unmittelbar bevorsteht und schon jetzt ganz schön Grübeln verursacht... Gratuliere dazu! LG Frank

  • Hallo Frank!

    Ja, das ist sowohl spannend, als auch mit Spannungen verbunden. Machst du dir Gedanken, ob es das Richtige für dich ist?

    Ich habe mich für etwas anderes entschieden, aufgrund der Arbeitszeiten. Hab' hier zu Hause noch einen Job. Ich bin froh, dass es jetzt einen Schritt weiter geht. Ich merke auch, dass es wichtig für mich ist, ganz klar zu sagen "Bis hierhin und nicht weiter" und "das kann ich noch leisten, das nicht mehr"

    Lg TT

  • Hallo TT, ich hab Jahrzehnte lang Schichtdienst gearbeitet und brauche für mein trockenes Leben eine regelmäßigere Tagesstruktur. Bedenken hab ich einmal ob mein Arbeitgeber mir da etwas Passendes anbieten kann/will und dann muß ich gucken was für eine Art Tätigkeit das denn wär... jedenfalls kommen, nach 7-8 Monaten "draußen", ganz tiefgreifende Veränderungen auf mich zu und das ist Chance und Gefahr zugleich. Ich werd gut auf mich aufpassen muüssen - und das werd ich tun. LG Frank

  • Hallo Forum,

    Anspannung ist das Gefühl meiner Woche. Ich stelle beruflich die Weichen neu, das macht mich ängstlich.

    Außen...ich bekomme jetzt sehr deutlich positives Feedback auf mein Äußeres. Gewicht verloren, Muskeln aufgebaut, Haare glänzen. " Toll siehst du aus" sagt, wer mich einige Wochen nicht mehr gesehen hat.
    Ja. Ich glaube das ich mich über die Komplimente freue, aber die Anspannung liegt darüber wie eine Decke.

    Innen...heute ist etwas ganz ganz Tolles passiert. Ich konnte an einem für mich wichtigen Gespräch teilnehmen, ohne es zwischen den Zeilen nach versteckten Angriffen abzutasten. Stattdessen behielt ich meinen Gesprächsfaden und konnte meine Meinung äußern und hatte das Gefühl Herz und Verstand fließen zusammen. Das war wirklich bemerkenswert schön zu erkennen, dass die Fähigkeit wieder zurückkehrt.

    In meinen Tagebuch habe ich die "Briefe an mich" begonnen. Briefe, in denen es um verzeihen, um Verzeihung bitten geht. Es fällt mir schwer, Enttäuschung, Wut und Scham loszulassen. Aber dennoch, es löst sich nach dem Schreiben etwas. Stück für Stück.

    Lg TT

  • Hallo,

    heute habe ich meinen Notfallkoffer gefunden. Oder..er mich. In der Suchtfibel wird eine Abstinenz-Card empfohlen. Mir gefiel das dahinter stehende Prinzip, aber das schien völlig kraftlos für mich. Also habe ich es ruhen lassen und heute war es plötzlich da. Ich wusste auf einmal, was ich brauche, was dafür nötig ist und..es ist fertig.

    Ich bin glücklich, dass ich warten konnte. Das ich keinen Kampf daraus gemacht habe. Das es von selbst zu mir gekommen ist. Jetzt ist es um so mehr nicht nur Schutz, sondern auch ein Symbol für Zuversicht.

    Ich wünsche allen ein schönes Wochenende.

    Lg TT

  • Hi!

    Ich hatte heute eine Bewährungsprobe..völlig aus dem Nichts heraus. Es ist möglich, plötzlich mitten am Nachmittag in eine Gruppe alkoholisierter Menschen zu geraten und genötigt zu werden, mit ihnen zu trinken. Eine Feier. In den Weg springen..und ich bin tatsächlich am Ärmel festgehalten worden. Party, Party..kreisch...usw. Und habe dann ein wenig unkonventionell reagiert..und ganz friedlich. Und war raus. Das Ganze völlig intuitiv. Gefühl jetzt: Sehr Gestärkt. Stolz. Gibt Punkte für mich.

    Aber auch: Das Leben ist außer Konkurrenz. Es stellt keine Fragen. Ich bin keine 2 Monate trocken, wie oft habe ich bisher in direkter Konfrontation mit Fremden "Nein danke, ich trinke nicht gesagt? Einmal?" Und dann gleich Leute, die total betrunken sind und ein "nein" einfach weggrölen. Na bravo.

    Lg TT

  • Hallo TT,

    *Puuuuuh* fällt mir dazu nur ein. Was für ein Hammer. Aber du hast super reagiert. Bist friedlich da raus. Glückwunsch!

    Ich wünsche dir einen erholsamen Abend.

    Liebe Grüße, ohnerausch

  • Hallo ohnerausch,

    ja, danke, ich hatte gestern noch einen schönen Abend. Alles gut.

    Heute wollte ich schwimmen gehen, bzw. fahren. Mit dem Rad. Dann stand ich auf dem Parkplatz vom Hallenbad. Brechend voll. Nein, danke. Dann bin ich ins nächste Freibad geradelt. Eine Gruppe Jungen auf dem Weg zum Eingang. Die sich nur in Discolautstärke unterhalten konnten, jedes zweite Wort "Alter, ey" dazwischen Austausch von gegenseitigen Beleidigungen. Ich hätte es eine Stunde im Becken mit ihnen nicht ausgehalten.

    Dann bin ich ins Waldbad gefahren. Da wars perfekt. Gut, dass Wasser war eiskalt, aber dafür hatte ich meinen Frieden. Und eine zweistündige Radtour.
    Jetzt gehe ich heiß baden, und bin...eigentlich ganz zufrieden :wink:

    Viele Grüße
    TT

  • Hallo TT,

    finde ich super, daß du nicht aufgegeben hast und am Ende so einen tollen Badetag hattest. :D

    Was bedeutet "...eigentlich zufrieden"? Wo klemmt's?

    Lieber Gruß, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo Linde,

    das "eigentlich" bezieht sich darauf, dass ich für heute, für den Moment alles für mich getan habe, um es mir schön zu machen. Aber darunter ist so ein Grundton - also hätte man mich vor 5 Jahren gefragt, ob ich mit dem Großstadtleben zufrieden bin, hätte ich aus vollem Herzen "Ja" gesagt. Aber inzwischen, würde ich mit einem "Ich weiß es nicht" antworten. Und auch das aus vollem Herzen. Ich weiß es nicht mehr. Meine Lebensumstände haben sich geändert. Und das Abtasten auf etwas Neues: Dorf, Kleinstadt, Stadtrand, Vorort bringt nichts Erkenntnisreiches hervor.

    Ich fühle mich ziemlich oft nicht mehr wohl..oder die Suche nach Wohlfühlorten wird anstrengend. Sehr oft finde ich mich am Rand von etwas wieder: Am Rand einer Kinositzreihe, im Schwimmbad am Stadtrand, am äußersten Tisch eines Restaurants, zu den Randzeiten im Fitnessstudio. Immer auf der Suche nach Ruhe. Früher war das ganz anders. Gut, ich bin Mitte 30 und nicht mehr Mitte 20 und wahr ist: Ich weiß nicht mehr, ob es eine Phase ist, ob die Reise weitergehen soll, und falls ja, wohin.

    Lg TT

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