Männlich(49) sucht....Unterstützung beim Trockenbleiben

  • Hey Lito,

    ich habe mir heute mal Gedanken gemacht über das was du ansprachst.

    Mir erscheint es so, dass ich irgendwann süchtig wurde, weil ich merkte, ( mit 16 ca. ), dass Alkohol es mir ermöglicht mit meinen Gefühlen besser zurecht zu kommen.

    Ich musste sie nicht mehr so stark fühlen.

    Dann trank ich über 2 Jahrzehnte, versuchte mich aber auch immer weiter zu entwickeln.

    Z.b. durch Ängste hindurch gehen, das war ein sehr wichtiger Bestandteil meiner Persönlichkeitsentwicklung.

    Irgendwann dann, mochte ich mich doch ganz gerne selbst leiden und ich denke, ich war fast schon aus dem was die Sucht ermöglichte herausgewachsen.

    Trotzdem trank ich weiter.

    Aus Gewohnheit, wegen des Trinkens halt.

    Bis ich merkte, dass es mir so was von gar nicht gut tut.

    Und dann war plötzlich auch alles ziemlich einfach.

    Denn "irgendwie" war ich ja schon rausgewachsen.

    Aber das bedeutet natürlich nicht, dass ich jetzt mein Suchtgedächtnis nicht mehr hätte oder nicht gefährdet wäre für einen Rückfall.

    Nein, aber es fällt mir so unglaublich leicht auf Alk zu verzichten.

    Wahrscheinlich weil es zum Schluss sehr einer dummen Gewohnheit glich.

    Ich fand es da ja schon extrem ekelig zu trinken und zu rauchen.

    Hab´einen schönen Sonntag, durch deine "unwissenschaftliche " Feststellung ist mir ein kleines Lichtlein aufgegangen heute.

    :)

    Marion

  • Guten Abend Freunde,

    ich habe im nassen Zustand noch nie so lange die Luft anhalten können, um durch den Alkohol zu tauchen, um meinen eigenen menschlichen und wahren Grund zu erreichen.
    Ich blieb immer an der Oberfläche, oder dessen Nähe.
    Den wirklichen Lito erkannte ich nie.
    Wie sollte ich auch durch eine tiefe Alkoholmenge hindurch.

    Der Entschluss nicht mehr zu trinken, glich wie wenn ich aus einem tiefen Pool das Wasser auslasse.
    Ich kann mir selbst auf den Grund gehen.

    Einen schönes Geschenk welches ich mir machte.
    Ich schenkte mir mein Leben.
    Was gibt es Schöneres?

    Einen lieben Gruß euch allen

    Lito :D

  • Hallo Lito,

    ich glaube wir haben gerade zeitgleich ( ich ein wenig früher ;) )
    in deinem thread geschrieben.

    Lustig, da ich gerade heute eine Zeit an dich gedacht habe.

    Zitat

    Der Entschluss nicht mehr zu trinken, glich wie wenn ich aus einem tiefen Pool das Wasser auslasse.
    Ich kann mir selbst auf den Grund gehen.

    Und wieder richtig gut durchatmen und Luft bekommen !!
    So habe ich oft das Gefühl.

    Gute Nacht.

    Marion :)

  • Einen schönen Sonnen-Sonntag zusammen 8) ,

    ich hole mir mal bewusst die Vergangenheit ins Jetzt.

    Sonntag war für mich immer ein Tag den vermeintlichen Freibrief einzulösen, den ganzen Tag Alkohol zu trinken zu dürfen/können.
    Bei mir war es Weinschorle.
    Ich redete mir dieses "Getränk" schön. Verharmloste und verniedlichte es. Sozusagen als ungefährlicher Durstlöscher von mir deklariert.
    Unwahrscheinlich wie kreativ ich sein konnte zu trinken wenn ich musste, nicht wollte.
    Ich hatte schon eine Bewusstseinserweiterung bevor ich den ersten Schluck machte. Die betraf jedoch nur das Verharmlosen.
    Danach hatte ich nur noch Tunnelblick, und selbst der war benebelt.

    War dieser Zustand wirklich schön frage ich mich?!

    Ich meine, dass meinem Denken und Fühlen, lange bevor !!! mich das erste Glas runterzieht wie eine Lawine, größte Beachtung geschenkt werden muss.

    Ich will dieses Gefühl der Beneblung nie wieder haben, und mache einen großen Bogen um alles was mir gefährlich werden könnte.
    Solange es in meiner Macht steht.

    Ihr Lieben,...nur das Beste für euch.
    Das wünscht euch

    Lito :D

  • Hallo Lito, du schreibst: " Ich meine, dass meinem Denken und Fühlen, lange bevor !!! mich das erste Glas runterzieht wie eine Lawine, größte Beachtung geschenkt werden muss."

    Ja. Das war es was ich meinte, als ich irgendwo anders hier im Forum - ich glaube bei Jonas - schrieb, der Suchtdruck sei einem Eisberg vergleichbar, von dem neun Zehntel unsichtbar unter Wasser liegen; sichtet man das Hindernis kann es schon zu spät zum Bremsen sein.

    Darum horche ich immer mal wieder in mich hinein ob es da versteckte, halbbewußte, unklare Probleme, Denkweisen oder Stimmungslagen gibt. Wirkliche Probleme und Sorgen sind ja ok, aber ich will sie sehen.

    Früher hab ich solche "Erforschungen" nicht gemacht. Wenns mir gut ging hab ich es eben genossen; und wenn nicht -- war ich wehrlos und trank diese Wehrlosigkeit unter den Tisch... es kam dann immer zuviel auf einmal hoch. Eben die unerkannten neun Zehntel.

    Einen schönen Sonntag auch Dir, LG Frank

  • Hallo Lito,

    Zitat

    dass meinem Denken und Fühlen, lange bevor !!! mich das erste Glas runterzieht wie eine Lawine, größte Beachtung geschenkt werden muss.

    Auch hier im Forum wird immer wieder darauf hingewiesen, dass ein möglicher Rückfall oft sehr lange vor dem Griff zum ersten Glas in unseren Gedankengängen stattfindet. Eine kleine Nachlässigkeit und Unachtsamkeit kann die Türe für Gedanken öffnen, die dann den weiteren Ablauf wie *ferngesteuert* erscheinen lassen.

    Drum achte auf Deine Gedanken, denn sie sind die Grundlage für Dein Handeln.

    Dir einen achtsamen Sonntagabend,
    Samsara

    Das Beste geschieht JETZT!

  • Einen schönen guten Abend Samsara, Frank, und ans gesamte Forum :)

    Samsara
    @Frank
    Ich lese dieselbe Sprache, denn ich verstehe sehr gut was ihr meint.
    Euren Beiträgen gibt es nichts mehr hinzuzufügen, oder sagen wir eher so,
    ich will nichts hinzufügen, denn es ist für mich stimmig.
    Danke

    Ich habe mich bis jetzt draussen rumgetrieben :D
    Also ganz so schlimm ist es nicht wie es klingt.
    Gegessen habe ich was sehr Gutes...
    Dürüm oriental = vegetarisch mit Falafel
    Danach einen herrlichen Kaffee.

    Ich will nicht verhehlen, dass ich meine Trockenheit ohne stressiger Euphorie genieße.

    Lasst es euch gutgehen.

    Lito :wink:

  • Hallo Lito

    Zitat

    dass meinem Denken und Fühlen, lange bevor !!! mich das erste Glas runterzieht wie eine Lawine, größte Beachtung geschenkt werden muss.

    Auch wenn schon alles gesagt wurde, möchte ich das nochmals unterstreichen. Schon lange vor meinem Rückfall im 09 liess ich zuviele Gedanken an Alkohol zu. Ich dachte ich bekämpfe sie, wenn ich sie durchlebe, mich quasi total hindurchdenke. Ich stellte mich auf Proben, wie, im Supermarkt ein Bier in die Hand zu nehmen, nur um mir zu beweisen, dass ich es wieder zurückstellen kann (wenn ich jetzt darüber nachdenke, ein absoluter Blödsinn :roll: ). Öfters hatte ich Suchtdruck und überlegte, wie ich mich während und nach einem Rückfall verhalten würde. Heute denke ich, dass es für mich nicht gut ist, jeden Alkgedanken zu analysieren; ich lasse mich nicht mehr auf Gedankenspiele ein, die schlussendlich in der Gedankenspirale enden. Irgendwann nämlich war ich damals über den Punkt hinaus, ich konnte die Gedanken nicht mehr stoppen und von da ab war`s quasi ein Selbstläufer.

    Darum achte ich heute sehr gut auf meine Gedanken. Und ich versuche sie sofort zu stoppen, wenn ich merke, dass sie in eine falsche Richtung gehen; wenn sie zu alk-lastig werden. Es fällt mir schwer, genau zu erklären was ich meine ... :oops: . Naja, was soll`s? :lol:

    gruss liv

    Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden ...

  • Hallo Liv, hallo liebe Forumsmitglieder,

    ich kenne diesen Vorgang des Hineinschlitterns von vergangenen Trockenheitsoasen.

    Bei mir hat es früher, ganz salopp gesagt, einfach nicht klick gemacht.
    Ich war noch nicht reif für eine Trockenheit.
    Der Wille war da, aber nicht die Ernsthaftigkeit, nicht meine Einsicht, keine Demut, usw....
    Wollen alleine reicht meines Erachtens nicht, es muss auch die innere Einstellung dazu passen.
    Ich wollte es einfach nicht und nicht wahrhaben eine chronische Krankheit zu haben.
    Meine Experimentierfreude, mich doch auf irgendeine Art und Weise zu betäuben, mich aus dieser Welt psychisch zurückzuziehen, war stärker als mein innerer Drang nach Trockenheit.

    Liebe liv, dieser Beitrag soll zeigen dass ich dich verstehe.

    Und weiters,...meine absolute Hochachtung vor deiner Stärke und Einsicht nicht aufzugeben. Das verdient Respekt. Uneingeschränkt !

    Alles Liebe und Gute an euch alle für diesen Tag

    Lito :wink:

  • Hey Lito,

    morgen werde ich mich mit meine "Hühnerfreundin" treffen und wir werden zusammen die 4-Directions-Meditation machen.

    Sie ist Yogalehrerin und auch geübt in der Meditation, wir kommen nur so gut wie nie dazu zusammen etwas zu machen, da sie auch jede Menge Kinder, Tiere und Aktivitäten hat.

    Es war wirklich toll dich und deine Art die Welt zu sehen, kennen gelernt zu haben.

    Namaste sag´ich nicht, ich hab´ja meine eigene Sprache. :)

    Adele sagt Marion :)

  • Zitat

    Es war wirklich toll dich und deine Art die Welt zu sehen, kennen gelernt zu haben

    Darf ich mich kurz zwischenschalten?

    Marion, ich kenne solche extremen Spitzen von *himmelhochjauchzend* über *zutodebetrübt* eigentlich nur aus alkoholischen Zeiten.
    Warum?
    Weil der Alkohol mich euphorisiert hat und ohne war dann am nächsten Tag das normale Empfinden wie eine Depression-ein Teufelskreis sozusagen...

    Ich hab mich bei Dir im Thread umgesehen (dafür postest Du ja schliesslich auch) und stelle fest, dass das bei Dir ja scheinbar nüchtern dieselbe Auf-und Ab-Situation ergibt.

    Schwierig für mich das zu verstehen, so auf den ersten Blick.
    Ich weiss soviel nun über Kreditkarten, Autos, Ehe, scheinbar viele Freunde und doch habe ich den Eindruck, dass mir da ein zutiefst unsicherer, auch einsamer Mensch entgegenblickt.

    Ich werd mich nicht lange, auch in Zukunft, mit Dir auseinandersetzen.

    Ich bin auf dieser Seite, wenn ich das Gefühl habe, dass es für mich, vielleicht für andere ,ein Gewinn ist und-wenn ich Zeit dazu habe.

    Vielleicht würde Dir ein Profi helfen können, wenn Du das zulässt.

    Ansonsten Dir viel Glück auf Deinem Weg.
    Möge er Gutes für Dich bereit halten.

    Nyana

    Jedes Anlehnen, an wen oder was auch immer, führt zu nichts.
    Wichtig ist die eigene, persönliche Intuition, die Arbeit an sich selbst.

    Chögyam Trungpa

  • Entschuldige bitte, Lito, ich bin im Thread verrutscht.
    Dir auch einen lieben Gruß,

    Nyana

    Jedes Anlehnen, an wen oder was auch immer, führt zu nichts.
    Wichtig ist die eigene, persönliche Intuition, die Arbeit an sich selbst.

    Chögyam Trungpa

  • Hallihallo Nyana,

    macht doch nichts :D
    Ist ja öffentlich.
    Auch wenn ich mal nicht da bin, einfach reinkommen.

    Vielleicht findest du Lektüre mit der du etwas anfangen kannst.
    Kannst dir gerne etwas mitnehmen, sollte etwas für dich dabei sein.

    Liebe Grüße, und wohlige Trockenheit.

    Lito :wink:

  • Lieber Lito,

    ich lese die Threads so nach und nach.
    Damit ich auch weiß, wen ich da vor mir habe.

    Auch bei Dir kann ich mir so einiges an "Schubbsern" holen.

    Dafür dankt Dir,

    Nyana

    Jedes Anlehnen, an wen oder was auch immer, führt zu nichts.
    Wichtig ist die eigene, persönliche Intuition, die Arbeit an sich selbst.

    Chögyam Trungpa

  • glück auf

    Zitat von MaryLou

    Namaste sag´ich nicht, ich hab´ja meine eigene Sprache. :)

    dieses eine wort drückt für mich mehr aus, als ich (in deutsch) auf x DIN-A4 seiten beschreiben könnt (von Achtung bis Zusammengehörigkeit.

    schöne zeit

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Hallihallo und einen schönen guten Abend zusammen :D

    @Matthias
    Punktlandung!
    Zu deinem Beitrag hier möchte ich nichts mehr hinzufügen.
    Genauer kann man nicht mehr landen.

    Marion
    Ich meine es nicht böse, sondern eher zur Hilfestellung, wenn ich sage: eine eigene Sprache kann auch einsam machen.
    Missverständnis und Unverständnis ist da nicht weit entfernt.

    ~~~~~~~

    Jetzt weiß ich nimmer was ich allgemein noch schreiben wollte.
    Na egal, das Forum läuft mir ja nicht weg. :wink:

    Einen schönen Abend euch allen.
    Lito

  • Hallo liebe Forumsfamilie,

    heute fragte ich mich, wie schon sooft, warum ich eigentlich ein derartiges Zufriedenheitsgefühl in mir trage?!

    Ich habe vieles hinter mir was mir sehr zugesetzt hat, ich aber nicht zeigen durfte.
    Schwere Krankheiten und Todesfälle von Vater, Mutter, Geschwister, eine Kindheit ohne funktionierendes Elternhaus.
    Ein Verbiegen meiner Selbst um vermeintliche Harmonie herzustellen und anderen gerecht zu werden.
    Ich wollte mir die fehlende Liebe und Wärme, die ich nie in dem Maße bekam wie ich sie benötigt hatte, von anderen Menschen holen.
    Andere sollten mich glücklich machen.
    Frauen sollten das abdecken was mir fehlte. Es ging mir jedoch in erster Linie nicht um die schönste Nebensache der Welt, sondern um Wärme, Liebe, Anerkennung.
    Dass eine Enttäuschung auf die nächste folgte war obligatorisch.
    Ich hinterfragte zuwenig, und verbog mich immer wieder nur um zu gefallen.
    Ich war in keinster Weise authentisch.
    So verlief auch meine 21-jährige Ehe, die ich meinerseits vor 6 Jahren aus Vernunft,- Verantwortungsbewusstsein beendete.
    Es ging schon fast bis zur Selbstzerstörung.
    Der Alkohol wurde über die Jahrzehnte mein " geheimer Freund".
    Vorzugsweise als medikamentöse Eigenbehandlung.

    Heute bin ich jedoch trocken.:D
    Ein trockener Alkoholiker mit viel Sonne, statt Alkohol intus.
    Es werden in den nächsten Tagen 10 Monate.
    Entscheidungen vollziehe ich heute mit klarem Verstand.
    Ich akzeptiere Unveränderbares.
    Verbindungen, welcher Art auch immer, kann ich mittlerweile mit offenen Armen entgegengehen, diese klar und emotional gefestigt annehmen, wenn es sich ergibt.

    Ich liebe es das Leben zu leben, anzunehmen, zu akzeptieren, Gefühle zu zeigen, ich selbst zu sein.
    Das macht den größten Teil meiner Zufriedenheit, und Ausgeglichenheit aus.

    Lito :D
    Trockener Alkoholiker mit aufgekrempelten Hemdsärmeln, denn die Arbeit geht weiter. :wink:

  • Nachsatz zu Lito Teil 1

    Zitat

    Verbindungen, welcher Art auch immer, kann ich mittlerweile mit offenen Armen entgegengehen, diese klar und emotional gefestigt annehmen, wenn es sich ergibt.

    Oder mich abgrenzen.

    :wink:

  • Hi Lito, du schreibst: " Ein Verbiegen meiner Selbst um vermeintliche Harmonie herzustellen und anderen gerecht zu werden.
    Ich wollte mir die fehlende Liebe und Wärme, die ich nie in dem Maße
    bekam wie ich sie benötigt hatte, von anderen Menschen holen.
    Andere sollten mich glücklich machen. Frauen sollten das abdecken was mir fehlte. "

    Und das scheibst du nicht irgenwann sondern tief in der Nacht.
    Hat also eine Menge zu bedeuten (glaub ich mal) - es beschäftigt dich lang "nach Ladenschluß"...

    Und ich les das jetzt auch lang nachdem ich schon lange pennen sollte - hat ja auch einiges zu sagen...

    Weißt du, Lito, darüber werde ich mal nachdenken und dir demnächst mehr schreiben. Liebessehnsucht, da kann man ja viel drüber schreiben. Und klug klug denken. Aber sie bleibt bestehn... egal wie schlau man ist...

    Geht mir ebenso, soviel und nicht mehr für heut nacht. Aber demnächst mehr.

    Schlaf gut LG Frank

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